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23, SS«S«K

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Deutsche Antwort an Houvenet.

MMfHM der kvanzSstschen Hetzrede durch die deutsche Gruvve dee Lutervariamenèarifchen Linien. - Siu« belgische Entschließung gegen Deutschland.

»ie Wschs.

Paris, 26. Aug. Die gestern gemeldet« Absicht der Deutschen, heute auf die Ausführungen des Se­nators de Jouvenel zu erwidern, hatte sich in der Persammluna verbreitet, und als der Augenblick herannahte, pullte sich der Versammlungssaal bis auf den letzten Platz. Unter atemloser Stille betrat der Vorsitzende der deutschen Abordnung, P r o - sessorSchücking das Rednerpult. Er sprach deutsch und verlas mit klarer, eindrucksvoller Stimme die würdigen und maßvollen Ausführun­gen, welche die deutschen Vertreter in der vergange­nen Nacht einstimmig festgelegt hatten:

Die deutsche Gruppe sieht sich genötigt, in dieser Aussprache über die Weltpolitik noch «inen Redner sprechen zu lassen, da gewisse Ausführungen de Jou- yenels über die deutsche Politik bei unsrer Gruppe starke Befremdung erregt haben. Ich fürchte, sagen xu müssen, daß diese Ausführungen dem großen Ziele der internationalen Verständigung nicht ge­dient haben. Zunächst war in diesen Ausführungen ein tatsächlicher Irrtum. Niemals hat der deutsche ReichsLagsausschuh den Vorwurf gegen Belgien er­hoben, daß es selbst seine Neutralität verletzt hätte. Es findet sich lediglich in dem Gutachten eines ein­zelnen Parlamentariers eine beiläufige Bemerkung über die Verwirkung der belgischen Neutralität durch Belgien selbst. Senator de Jouöenel hat ferner gegen den Gedanken einer Untersuchung der Schuld am Weltkrieg eingewandt, die Richter seien noch nicht geboren, die fähig seien, über dieses Problem zu urteilen. Man könnte sich dieser Auffassung on- schließen,

wenn man nicht vor der historischen Tatsache stünde, daß eben doch In der Vergangenheit sich Richter gefunden haben, die dieses Urteil gegen uns ausgesprochen haben, und zwar waren diese Richter die andere Partei. ,

Durch den Vorwurf der alleinigen Kriegsschuld fühlt sich das ganze Leutsche Volk in seiner Ehre getroffen. Es ist höchst bedauerlich, daß zwei Jahre, nachdem die ganze Welt den Locarnovertrag als ein Werk der Befreiung begrüßt hat, die Bedeutung dieses Ver­trags an dieser bedeutsamen Stelle in Frage gestellt worden ist. Der Redner hat zwei Einwände gegen den Wert des Locarnovertrags geltend gemacht: einmal die Zusicherung, die Deutschland gegeben worden ist für den Fall, daß aufgrund 'Aon Artikel 16 des Völkerbundspaktes der Völkerbiâd eine in­ternationale Exekution verhängen sollte, zum an« dern den Abschluß des Berliner Vertrags zwischen Deutschland und Rußland. Was die erste Beanstan­dung anlangt, so handelt es sich um nichts weiteres, als um eine Anerkennung der be s o n de r e n Lage, in der sich bas deutsche Volk in seiner Abrüstung befindet. Wie kann man es dem deutschen Volk verübeln daß es bestrebt war, ohne die großen Kampfmittel der Gegenwart, im Zustand der einseitigen Entwaffnung, das Elend von seinem Lande fernzuhalten, das die Verwirklichung der krie­gerischen Aktion für uns mit sich bringen müßte! Was den Berliner Vertrag anbetrifft, so ist dieser der Ausfluß des Bestrebens gewesen, gewisse Befürchtungen zu zerstreuen, die der ' Abschluß des Vertragswerkes von Locarno und der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund hervorge­rufen hatten, Befürchtungen in dem Sinne, daß Deutschland durch seine Vereinbarungen mit den Westmächten mit dem Eintritt in den Völkerbund sich auf eine planmäßige antirussische Politik fest­gelegt habe. Diesem Ziele entsprechend enthält auch der Berliner Vertrag sowohl in seinen vier Para­graphen wie in dem darauffolgenden Notenwechsel nichts, was den durch Deutschland in Locarno und Genf übernommenen Verpflichtungen widerspreche. Besonders befremdet aber hat uns die Tatsache daß Herr de Jouvenel die Beanstandungen gegen unsere Politik zum Anlaß genommen hat. um die Fort-, dauer der Besetzung am Rhein nicht nur zu begrün­den, sondern sogar die Rheinlandbesetzung als einzig wirksame Friedensgarantie nach dem Osten hinzu­stellen.

Wir sind der Ansichk, daß sowohl die Bestim­mungen des Versailler Vertrags uns das Recht geben, die Räumung zu fordern, als auch, daß die veränderten Umstände, die durch Locarno und den Eintritt Deutschlands in den Völker­bund geschaffen sind, für die Gegenseite die Ver­pflichtung begründen, Deutschland von den Lasten der fremden Militärlast zu befreien.

Die deutsche Abordnung bekennt sich aus vollem Herzen zu dem Grundsatz des Rechts an ftattd « r Gewalt und erhofft von der Verwirk­lichung dieses Grundsatzes die endgültige Versöhnung des deutschen und des französischen Volkes, in der wir den Schlüssel erblicken zur dauernden Befrie­dung Europas.

KvasÄLveZch senüsö Locavno nicht.

Nachdem sich der langanhaltende Beifall nach der Rede des Professors Schücking gelegt hatte, bestieg der Senator de Jouvenel die Bühne und er­klärte:

Ich freue mich die Rede des Herrn Professors Schücking veranlaßt zu haben. Ich halte es nicht für gut, in dieser Konferenz eine rein deutsch-fran­zösische Auseinandersetzung einzuführen. Wir haben beide klar unsern Standpunkt auseinandergesetzt. In den Augen der deutschen Abord­nung genügt Locarno, während es in unseren Augen nicht genügt. Es war wichtig, diese Gesichtspunkte zu präzisieren, um jede Ursache der Uneinigkeit zu beseitigen und es der Konferenz möglich zu machen, den Frieden auf Tat­sachen zu begründen.

Der belgische Senator Digneffe erklärte darauf:

Wie Herr de Jouvenel sind auch wir der Ansicht, daß die Fragen, zu denen die Konferenz gegebenen­falls Stellung nehmen wird, klargestellt worden sind. Der Rat der Interparlamentarischen Union wird sich über den Antrag (siehe den folgenden Bericht über den neuen belgischen Vorstoß gegen Deutsch­land. D. Red.) aussprechen, den Herr M a g n e t t e in unserem Namen gestellt hat. Nach seiner Auf­nahme wird di« Welt die Wirksamkeit des Werks beurteilen, dem wir uns alle gewidmet haben.

Ein neues belsttchev Vorftotz sesen Deutschland.

Paris, 26. Aug. Die schon durch die gestrig« sehr aggressive Rede des Senators de Jouvenel geladene Atmosphäre auf der Interparlamentarischen Union wurde zu Beginn der heutigen Vormittagssitzung (von der oben wiedergegebenen Erklärung der deut­schen Vertretung. D. Red^) noch verschärft durch eine Rede des belgischenS«nators Magnette. Der belgische Senator verbreitete sich ausführlich über die Verletzung der belgischen Neutralität, und erklärte, daß bisher von Deutschland die erste Reichstagsrede des verstorbenen Reichskanzlers von Bethmann-Hollweg nach Kriegsausbruch noch nicht mißbilligt worden sei. Magnette führte weiter aus, daß Belgien zwar für den Frieden sei, aber nur unter der Bedingung gegenseitiger Opfer. Darunter verstehe er vor allem die völlige moralisch Entwaffnung.

Zum Schlüsse seiner Rede brachte er eine Ent­schließung, in der es u. a. heißt:

Die Interparlamentarische Union bezeichnet als höchstes Ideal den Frieden unter den Völkern. Sie verurteilt jeden kriegerischen Angriff, jeden Re­vanchekrieg, jede Anwendung von brutaler Gewalt. Die Interparlamentarische Union betrachtet als wich­tigstes Element der Annäherung und jeder Verstän­digung die moralische Entwaffnung der Völker und die loyale Anerkennung der von ihnen begangenen Fehler. Ohne diese Anerkennung würde die Welt in Unsicherheit weiterleben müssen und jede Verstän­digung würde oberflächlicher Natur bleiben. Da die Belgien während des Weltkrieges zugefügten ma­teriellen Schäden aller Wahrscheinlichkeit nach nicht wieder gut gemacht werden, hat Belgien das Recht, wenigstens eine moralische Genugtuung zu ver­langen, die bem Frieden in hohem Maße nützlich sein würde. Die Interparlamentarische Union er­klärt daher, daß die Verletzung der bel­gischen Neutralität im August 1914 ein höchst beklagenswerter und tadelns­werter Akt sei und spricht die Hoffnung aus, daß die Achtung vor den Verträgen in Zukunft die Völker leiten möge."

Deutschland lehnt ab.

Auf diesen Antrag, der starkes Aufsehen erregte, antwortete im Namen der deutschen Delegation Prof. Schücking. Er betonte, daß man eine Jni. tiative, wie die Vanderveldes, eine internationale unparteiische Enquètekommission arbeiten zu lassen, nur begrüßen könne, daß die deutsche Delegation es aber ablehnen müsse, die Jnterparlamen- torische Union durch die Annahme einer Entschlie­ßung, wie die der belgischen Delegation, zum Schiedsrichter zu machen über Dinge, die sich auf die Vergangenheit bezie- h e n.

Das englische Unterhausmitglied Hugh Edwards führte dann aus. die Span­nung zwischen Frankreich und Deutsch- land habe sich nicht gemildert. Er verglich die bei­den Völker mit zwei Kranken, die im Hospital in benachbarten Betten lägen. Nach der aufsehen- erregenden Entgleisung des belgischen Mitglieds ver­suchte der englische Abgeordnete dann eine Ablen- kung, indem er darauf hinwies, daß der Friede in Europa nicht erreicht werden könne, wenn man nicht zuerst die wirtschaftlichen Pro. bleme löse. Auch der. französische Senator Roustan schien erschreckt über die Wendung, die die Dechandlungen genommen hatten, und er er- erklärte unter lebhaftem Beifall ebenfalls, daß der wirtschaftliche Friede die notwendige Vor- aussetzung für den, politischen Frieden bilde. Auch der darauf zum Wort kommende japanische Abgeordnete Nakamura versuchte einzu­lenken, indem er die der Versammlung vorgelegten Probleme als die Frucht von Sünden bezeichnete.

Ende der vorigen Woche ist entsprechend einer Anregung des belgischen Außenministers Vandervelde zwischen der belgischen und der deutschen Regierung eine Vereinbarung ge­troffen worden, die daraus hinausläuft, eine neutrale Unterfuchungskommifsion einzusetzen, deren Aufgabe es ist, die in der Frage des Franktireurkrieges entstandenen Streitfragen auf dem Wege der objektiven Feststellung des Sachverhaltes zu klären. Die deutsche Regie­rung und mit ihr die gesamte deutsche Oesfent- lichkeit hat diese Anregung sofort bereitwilligst angenommen, in der Ueberzeugung, daß Deutschland eine solche Untersuchung nicht zu scheuen hat. Im Gegenteil, wir müssen den Schritt Vanderveldes begrüßen, zumal er uns geeignet erscheint, ein vtück des Weges zur all­gemeinen Verständigung vorwärts zu kommen. Am Dienstag dieser Woche, dem Jahrestage der Maasschlacht bei Dinant, fand in Dinant die feierliche Einweihung eines Denkmals statt, das sich mit dieser Schlacht beschäftigt und die belgischen Franktireure geradezu verherr­licht. In den zehn Reden, die gehalten wurden, wurde Deutschland beschuldigt, in Dinant un­schuldiges Blut vergossen zu haben, wie das Denkmal überhaupt als ein Monument der Rache gedacht ist. Besonders aufreizend sind die Reliefs, welche den auf einem hohen Sockel liegenden Toten umrahmen, eine Reihe deut­scher Soldaten im Stahlhelm richten mit kalt­blütiger Ruhe ihre Gewehre gegen ebensoviele belgische Frauen, die ihre Kinder auf den Ar­men holten. Auf einem anderen Relief sieht man einen deutschen Soldaten, der Helm und Waffen von sich geworfen hat und vor einer weiblichen Gestalt mit zerrissenem Gewand, die ihn drohend über die Grenze weist, haltlos ftteht. Diese beiden Bilder rühren also die Märchen von den deutschen Greueln wieder auf, welche die feindliche Propaganda während des ganzen Feldzuges so geschickt benutzt hat, um die Deutschen als Barbaren und unmensch­liche Kulturfeinde hinzustellen. .

Diese beiden Tatsachen Wunsch nach Feststellung des tatsächlichen Sachverhaltes des Franktireurkrieges und Einweihung eines Haß- und Rachedenkmals, die in so rascher Zeit aufeinanderfolgen, lassen sich nicht mit­einander vereinbaren. Das Denkmal, das je­dem Deutschen die Schamröte ins Gesicht trei­ben muß und die unglaublichen Haßreden, die selbst noch über das hinausgingen, was Poin- caré sich in soundsoviel Sonntagsreden geleistet hat der Bürgermeister von Dinant bekannte ganz offen, daß das neue Denkmal dazu be­stimmt sei,den deutschen Frevel und die Grausamkeit der deutschen Soldaten zu ver­ewigen" lassen erkennen, daß führende Männer Belgiens am Werke sind, die von Vandervelde im Einverständnis mit der deut­schen Regierung beschlossenen Enquete über die belgischen Deportationen zu hintertreiben. In einer der Reden von Dinant wurde die gro­teske Behauptung aufgestellt, es habe 1914 überhaupt keine Franktireurs gegeben. Dem­gegenüber sei darauf verwiesen, daß Belgien selbst in hunderten von Fällen den Gegenbe­weis geliefert hat, indem es so und so oft den Franktireurkrfeg und seine Träger in begeister­ten Reden und Feiern als Beweis des belgi- chen Patriotismus verherrlicht hat. Was den peziellen Fall Dinant betrifft, so veröffentlicht ein Berliner Blatt aus dem ihm vorliegenden Aktenmaterial eine Reihe von eidlichen Aus­sagen deutscher Soldaten, aus denen zweifels­frei hervorgeht, daß die belgische Zivilbevölke­rung in Dinant sich an dem Kampf gegen die deutschen Truppen beteiligt hat. Einige Aus­sagen seien hier wiedergegeben:

Grenadier St.: ... Ich wurde am 23. August 1914 in Dinant durch Schrotschuß aus einem Kellerfenster verwundet. Die Schrot­körner sind mir in Jülich bei Aachen, wo ich in Behandlung war, entfernt worden. Ich habe Die Körner selbst gesehen."

Pionier B.: . . . Als wir in der Stadt angelangt waren, wurden wir aus den Häu­sern lebhaft beschossen, und zwar meist mit Schrot. Wir haben eine Anzahl Häuser ge­stürmt und gesehen, daß die Schützen Zivilisten ohne Abzeichen waren."

Schütze Sch.: ... Ich habe gesehen, wie aus dem ersten Stockwerk eines unmittelbar an der Straße stehenden Hauses von zwei Zi­vilisten männlichen Geschlechts mit der Pistole Schüsse auf den Major L., einen Bataillons­kommandeur vom Infanterie-Regiment Nr.

die so alt seien wie die Menschheit selbst. Der nächste Redner, Belcourt (Kanada), ging nicht mehr aus den belgischen Vorschlag ein.

Das englische U n t e r h a u s m ct g l l e d R e n n i e S m i t h bedauerte, daß sich die Verhand- lungen auf rein nationale Gebiete begeben hatten. Was die Kriegsschuld betreffe, so werde von allen ernsten Historikern anerkannt, daß ihre Beurteilung nicht Sache eines einzelnen Landes sein könne. Mit Vorsicht, Geschick und feinem Takt erwähnte er, daß die öffentliche Meinung in England lange Zeit an die alleinige Schuld Frank­reichs für den Ausbruch des Krieges 1870/71 ge­glaubt habe, und erst nach langen Untersuchungen sei es zu der Ueberzeugung gekommen, daß eine ge­meinsame Schuld vorgelegen habe.

Das ^Lauvnal des Dèbais^ übev die Rede GchüEßrrss.

Paris, 26. Aug. Zur heutigen Rede des Reichs­tagsabgeordneten Professor Dr. Schücking vor der Interparlamentarischen Friedensunion schreibt das Journal des Debüts": Wir glauben nicht, daß diese Erklärung in irgend einer Weise die Aus­führungen des Senators de Jouvenel abschwächt. Jedermann in Frankreich wünscht eine loyale Ver­ständigung mit Deutschland, aber Deutschland muß begreifen, daß bloße Worte nicht an die Stelle der Tatsachen treten können. Wenn Professor Schücking wenigstens hätte betonen wollen, daß seine Kol­legen und er nicht so wie viele seiner Landsleute davon träumen, Polen zu zerstückeln, Oesterreich zu annektieren und den Dawesplan zurck,zuweisen, dann hätte seine Rede eine gewisse Tragweite haben können. Aber er hat sich gehütet, irgend etwas hierüber zu sagen, und diese Feststellung ist nicht ermuttgend.

Dov dem Beginn dev Senser Ratstagung.

Das Reichskabinett wird am Dienstag vormittag um 11 Uhr zu einer Sitzung zusammentreten. An der Sitzung werden voraussichtlich nur wenige Mit­glieder des Kabinetts teilnehmen, da sich die meisten Minister noch im Urlaub befinden. Bei dieser Ge­legenheit werden u. a. die Genfer Ratstagung und die Vollversammlung des Völkerbundes noch einmal behandelt. Da die eigentliche Aussprache im Hinblick auf Genf im Kabinettsrat schon vor den Sommer­ferien stattgefunden hat, so wird man von der Sitzung am Dienstag keine neueren Beschlüsse mehr erwarten können. Reichsaußenminister Dr. Strese­mann tritt am Dienstag abend seine Reise nach Genf an. Die Mitglieder der deutschen Delegation folgen erst später, wenn die Vollsitzungen beginnen. Staats­sekretär Weißmann begleitet die Delegation als Ver­treter des Reichsrates.

^Eensüvsovse.

Der Reichsarbeitsminister hat, derTägl. Rund­schau" zufolge, an die Landesbehörden für Erwerbs­losenfürsorge ein Schreiben gerichtet, worin er her­vorhebt, wie wenig sich die Besserung des Arbeits­marktes in der Krifenfürsorge bemerkbar gemacht habe. Ein großer Teil der Krisenunterstützten komme wegen hohen Alters oder Erwerbsbeschränkung für den Arbeitsmarkt nicht in Frage. Bedenklich sei, daß sich unter den Krisenunterstützten 43 000, also mehr als 18 Prozent, Jugendliche unter 18 Jahren befun­den hätten. Der Reichsarbeitsminister weist darauf hin, daß die wirtschaftlichen Stellen und Verwal­tungsausschüsse mehr als bisher der Krisenfürsorge ihre Aufmerksamkeit schenken müßten.

Die Besoldungseesovm dev RelchSbahnbeamten.

Berlin, 26. August. Mit Rücksicht auf die kom­mende Besoldungsreform für die Reichsbeamten hat der Vorstand des Zentralgewerkschaftsbundes Deutscher Reichsbahnbeamter und -Anwärter heute dem stellvertretenden Generaldirektor Dr. Weirauch nochmals feine Forderungen für die Besoldungs- reform der Reichsbahnbsamten unterbreitet, und zwar die Beibehaltung des Gruppensystems und eine fühlbare Aufbesserung der wirtschaftlich schwächsten Beamten sowie die Uebertragung der Grundsätze der Reichsbesoldungsreform auf die Reichsbahn­beamten. Der stellvertretende Generaldirektor er­klärte, daß der gründ ätzliche Aufbau der Reichs- regelung auch für die Reichsbahn übernommen wer­den solle, wobei unter Umständen eine geringe Ver­mehrung oder Verminderung der Besoldungsgruppen möglich sei.

Dev Stas um die Welt.

Old Orchard (Mainos), 26. August. William Brock und Edward Schlee sind heute mit dem Flug­zeugStolz von Detroit" zum Weiterflug nach Neu- undland aufgestiegen. Morgen soll dort der Start ür die erste Etappe ihres geplanten Fluges um Jie Welt, zum Flug NeufundlandLondon, er- olgen.