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und Land

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Lei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung deS Bezugspreises. / Fürplatzvorschrist u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet.xGeschäftsstelle: Hamm,rstr.9 / Fernspr. 3956,3957,3958

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Das KeasKs.

Stresemann und von Schubert werden Ende T Woche nach Berlin zurückkehren zur Lorberei- ng für die Genfer Völkerbundssitzung.

Der Kongreß der nationalen Minderheiten Schloß eine Vereinheitlichung der Minderheitsbe- egungen in den einzelnen Ländern.

In dem Berliner Flaggenstreit haben die oteliers beschlossen, auch in Zukunft nicht die chwarz-Rot-Goldene Flagge zu hissen, einmal, weil : sich nicht dem Drucke des Berliner Oberbürger- eisters beugen wollen, und zum anderen, weil sie ach wie vor außerhalb des politischen Streites l stehen beabsichtigten.

Bei einem japanischen Flottenmanöver ei­gneten sich zwei Schissszusammenstöße, wobei 58 ersonen ertranken.

In.England ereignete sich ein schweres Eifen- rhnunglück. Bis jetzt wurden elf Tote und fünfzig erletzte gezählt.

Quo vadis ?

Angesichts einer haßerfüllten Rede des fran- isischen Ministerpräsidenten Poincare hat leichsaußenminister Dr. Stresemann einmal ie Frage erhoben: Quo vadis G a 11 i a, ach Locarno oder nach der Ruhr? ne gleiche Frage wird man jetzt auch an die Adresse Belgiens richten müssen. Bei der Ent- üllungsfeier in Dinant hat die Haßsucht gegen Deutschland wahre Orgien gefeiert. Das Krie- erdenkmal, dem die Feier galt, ist mit Reliefs eziert, auf denen deutsche Soldaten entweder ls Feiglinge oder als Mörder von Frauen und indern gebrandmarkt sind. Dieser verleumde- schen Darstellung entsprachen die Hetzreden, je bei der Enthüllung gehalten wurden. Der anzösische Minister Marin, der als Vertreter rankreichs der Feier beiwohnte, meinte ganz n Sinne und Geist seines Herrn und Meisters toincaré, Deutschland müsse damit beginnen, ine Verbrechen einzugestehen. Der belgische riegsminister Broqueville, der vor kurzem öllig ungerechtfertigte Entwaffungsangriffe rgen Deutschland gerichtet hat, ließ ebenfalls iner deutschfeindlichen Gesinnung freien Lauf, er Bürgermeister von Dinant erging sich in ietrachtungen über angebliche deutsche Freoel- tten und angebliche Grausamkeiten der deut- hen Kriegsführung. Der belgische Kronprinz rächte sich diese Angriffe ausdrücklich zu eigen nd erging sich ebenfalls in Schmähungen der rutschen Kriegsführung. Daß eine derartige Auspeitschung blinder Leidenschaften mit dem leiste von Locarno nichts zu tun hat, wird whl auch in Belgien nicht bestritten werden, -'s kann aber nicht dabei sein Bewenden haben, wir in Deutschland immer wieder auf die- m unversöhnlichen Gegensatz zwischen der 'heorie der Locarnopolitik und der Praxis Düster Deutschenhetze Hinweisen. Wir müssen .erlangen, daß man sich auf der Gegenseite ndlich entscheidet, ob man den einen oder den nderen Weg gehen will. Das amtliche Be- »nntnis zur Locarnopolitik läßt sich mit den wigen Haßreden gegen Deutschland nun nicht aehr länger vereinen.

Der Fall Dinant hat für uns noch ein beson- eres Gesicht. Wie bekannt, soll gemäß einem Vorschlag des belgischen Außenministers Van- ervelde eine neutrale Untersuchungskommission ingesetzt werden, mit der Ausgabe, die Wahr­heit über den belgischen Franktireurkrieg fest- ustellen. Wir haben den Vorschlag gern an= lenommen, denn unser gutes Gewissen erlaubt s uns, den Feststellungen der Untersuchungs­ommission mit Ruhe entgegen zu sehen. Zwi- chen Deutschland und Belgien sind diplomatische 3erhandlungen über die Bildung der Kom- nission im Gange. Wie soll man sich aber die Tätigkeit dieses Ausschusses vorstellen, wenn 'or seinem Zusammentreten die belgische Jeffentlichkeit von so maßgebenden Stellen in deutschfeindlichem Sinne beeinflußt wird? Wird Belgien unter diesen Umständen überhaupt wd) imstande sein, eine wirklich neutrale Unter- uchung zu fördern und die Ergebnisse unpar- eiischer Wahrheitsforschung hinzunehmen? Bet der Enthüllungsfeier hat der Bürgermeister oon Dinant ebenso wie der Bischof von Arras behauptet, es habe niemals belgische Frankti­reurs gegeben. Ist dies die Geistesverfassung, mit der man in Belgien einer wirklich neu­tralen und unparteiischen Untersuchungskom- miffion den Weg bereitet? Das Auftreten von Franktireurs sollte man in Belgien wirklich

GchiKssa<aKk»pbe« in Matt 58 Vertone« esteuuSe«.

Tokio, 23. Aug. Sei einem nückèliâen §,otte«ma«Sve» ist auf des ssse von WNU« dev Aeeuset »Lind»«" mit dem TorvebobooiszeestöeeefSaeabi* sufammenseftoBen. Letztere«! faul inneebaib 15 Minuten, wobei 19 GESmateose« und 12 Offisieee ertranken. Suu der SefaBuua konnten uue 22 See- fanen gerettet werden.

Gleickreitis stieß der -KreuzerHata* mit dem Torvedoboot- zevstöser »Ashi" »«kamme«, wobei 23 Sienftben «mS Lebe« tarnen. Nie Gchikke »Linds«" «nd »Aibi" K«d lei«bt bekchSdigt.

GsMeinfames Vorgehen der nationale« Minderheiten.

Genf, 24. Aug. Auf dem RaUonaNtälenkon- gretz erstattete heute der Vertreter der Deutschen in Dänemark, Pfarrer Schmidt Wodder, zunächst einen Bericht über die inner- und zwischenstaatliche Zu­sammenarbeit der nationalen Minderheiten.

Dem Kongreß wurde dann eine Entschließung zur Annahme vorgelegt, die es als Aufgabe sämtlicher nationaler Minderheiten bezeichnet, sich in gemein­samen» Vorgehen auf dem Gebiete der Minderheiten- sorderungen gegenseitig zu unterstützen. Ferner spricht sich der Kongreß für ein gemeinsames Vor­gehen der nationalen Minderheiten auf den inter­nationalen Kongressen unb in den Körperschaften, soweit Minderheitsfragen zur Sprache gelangen, aus.

Ueber die Entschließung entwickelte sich eine leb­hafte Debatte, in der der Vertreter der Deutschen in Polen, Dr. Bant, auf die großen, gegenwärtig noch innerhalb der Minderheitsbewegung bestehen­den Gegensätze hinwies. Die in der Entschließung ge­forderte Vereinheitlichung der Minderheitenbe­wegung müsse als eine der Hauptaufgaben der zu­künftigen Arbeit angesehen werden.

IwrMenfaü in der GMuWtzssng

Genf, 25. Aug. In der letzten Kongrehsitzung kam es zu einem lebhaften Zwischenfall, in dem einer der Führer der polnischen Minderheit in Deutschland namens dieser Gruppe sowie der üb­rigen nationalen Minderheiten Deutschlands erklärte, daß sich die Vertreter dieser Gruppen vorläufig vom Kongreß zurückzögen. Der Delegierte protestierte da­gegen, daß der Kongreß auch in diesem Jahr die Friesen in Deutschland nicht zugelassen habe. Ferner behauptete er, 'daß auf dem Kongreß einseitige machtpolilische Tendenzen zur Geltung gelangt seien. Der Vertreter der dänischen Minderheit in Deutsch­land schloß sich dieser Lrglärung an, worauf diese Gruppen zusammen mit den Vertretern der slawi­schen Minderheiten anderer Länder den Saal ver­ließen.

Der Präsident des Kongresses bedauerte das voreben dieser Gruppen und erklärte, daß der Min- derheltenkongreß für einseitige machtpolitische Be­strebungen keinesfalls mißbraucht werden solle. Er hoffe, daß es gelingen werde, später die aufgetauch- len Schwierigkeiten zu überwinden. Der Kongreß beschloß, ein erweitertes Komitee einzusehen, welches für die nächstjährige Zusammenkunft einen Statuten- entwurf des Verbandes der Minderheiten auszu­arbeiten hätte, der auch die Grundsätze für die Auf­nahme neuer Gruppen regeln soll.

ZntevnatkonaSe NveMSsrifevenz.

Vorschläge für den Völkerbund.

Genf, 24. Aug. Im Reformationssaal, der bisher mit einer einzigen Ausnahme, derjenigen der Wirt­schaftskonferenz, den Völkerbundsversammlungen vorbehalten blieb, ist Mittwoch vormittag die vom Völkerbundsrat einberufene Internationale Presse­konferenz unter dem Vorsitz des englischen Zeitungs- verlegers Lord Burnham zusammengetreten. Die Konferenz ist nach den verschiedenen Gesichts­punkten zusammengesetzt. Entsprechend der Struktur der vorangegangenen drei vorbereitenden Konferen­zen, sind die Telegraphenagenturen, die Berufsjour­nalisten, die Presseressorts der Regierungen und, ohne besondere Vorkonferenz, und deswegen in großer Anzahl, die Zeituagsoerleger vertreten. Die Zusammensetzung innerhalb der Konferenz, die gegen 130 Teilnehmer zählt, erfolgt nach Ländern, und

Nicht mehr leugnen, nachdem die belgische Presse die Freischärler und ihre Taten in Wort und Bild als heldenhaft gefeiert hat. Wir werden trotz der Vorgänge in Dinant an dem Vorschlag der neutralen Untersuchungskommission festhalten, und wir sind überzeugt, daß vor den Ergebnissen dieser Kommission die Hetzreden von Dinant nicht werden bestehen können.

zwar sind 40 Staaten vertreten, darunter verschie­dene Nichtmitglieder des Völkerbundes, wie die Ver­einigten Staaten, Sowjetrußland und die Türkei. Daneben nehmen die Vertreter der internationalen Journalistenorganisationen, Federation Jnternatio- nale des Journalistes und Union des Associations de Presse, und der Verband der beim Völkerbund be­glaubigten Journalisten, sowie besonders berufene Vertreter des Zeitungs- und Zeitschriftenhandels teil.

In der Eröffnungssitzung, der auch der General­sekretär des Völkerbundes, Sir Eric Drummond, beiwohnte, wies Lord Burnham in einer län­geren Eröffnungsansprache darauf hin, daß der Völkerbund im Rahmen seiner gegenwärtigen Ar- )eiten auf dem Gebiet der wirtschaftlichen Ver- tändigung der Völker notwendigerweise der wach- enden Bedeutung der Presse Rechnung ragen müsse, und insbesondere die Bedeutung des Nachrichtewefen« und die inter­nationalen Beziehungen der Völker zu berücksichtigen habe. Der Zweck der gegenwärtigen Konferenz sei, Vorschläge für eine Verbesserung des Pressewesens auf technischem Gebiet auszuar­beiten. Diese Vorschläge würden dem Völkerbunds­rat oorgelegt werden, der dann den Mitgliedern des Völkerbundes die Vorschläge zur weiteren Durch­führung übergeben werde. Lord Burnham trries auch auf die Gefahren hin, die für den allgemeinen Frieden in einer ungenügenden und fälschlichen Informierung der öffentlichen Meinung durch die Presse lägen. Die Gefahren könnten nur durch eine weitgehende Verbesserung der gesamten pressetechnischen Mittel und Einrich - t u n g e n verhütet werden.

Die Frage des Eigentumsschutzes an Nachrichten, die zu weitgehenden Aussprachen Anlaß geben wird, wird voraussichtlich am Don­nerstag oder Freitag zur Erörterung gelangen.

Deutsche Dovbevetttmsen für Genf.

Berlin, 24. Aug. Wie erinnerlich, war noch vor Beginn der Völkerbundstagung eine Beratung des Reichskabinetts über die Genfer Fragen vorgesehen. Diese Beratung wird vor­aussichtlich ohne den Kanzler Marx und den Vize­kanzler Dr. Hergt vor sich gehen, die noch bis An­fang September im Urlaub zu verweilen geden­ken. Dr. Stresemann und Staatssekretär Schubert werden Ende der Woche in Berlin zurückerwartet, um die Vorbereitungen für Genf zu treffen.

Die deutsche Delegation für die diesjährige Tagung des Völkerbundes in Genf wird aus Reichsaußenminister Dr. Stresemann, Staatssekre­tär Dr. von Schubert, Staatssekretär Dr .Pünder als Vertreter der Reichskanzlei und Ministerial­direktor Dr. Gaus bestehen. Die Delegation reist bereits am 3 0. August nach Genf, die sachverständigen Referenten folgen nach. Dr. Stresemann und Staatssekretär von Schubert kehren Ende der Woche nach Berlin zurück, um die Vor­bereitungen für Genf zu treffen. Wichtige Beratun­gen des Kabinetts im Zusammenhang mit der Gen­fer Tagung, also vor allem über die Außenpolitik, können wohl kaum mehr stattfinden ohne Kanzler und Vizekanzler.

Reichssinanzminister Dr. Köhler hält sich noch einige Zeit in Marienbad auf, wo er die neue Besoldung so orlage ausarbeitet und anscheinend auch die Sachverständigen der Koali- tionsparteien empfängt, um ihre Wünsche zur Be- soldungsreform zu erfahren.

Aus den Hetzreden von Dinant.

Aus den bereits gestern kurz angedeuteten Reden, die am Dienstag anläßlich der Einweihung eines Kriegerdenkmals in Belgien gehalten wurde, fei nachstehende Stelle hervorgehoben:

Der Bürgermeister von Dinant betonte, daß in Dinant das Blut von Unschuldigen vergossen worden sei. Besonders die Dokuments

des Pastors Schlitz aus Dinant berniefen dies un­widerleglich. Das neue Denkmal würde den deut­schen Frevel und die Grausamkeit der deutschen Soldaten verewigen. Die von Bandervelde einge­leitete Enquète, so schrie der Redner, solle die Er­schossenen wieder aus dem Grabe erstehen lassen. Belgische Franktireure existierten überhaupt nicht. Wenn sie auch als solche von den deutschen Füh- rem erschossen worden seien. Und immer, wenn die Deutschen das Gegenteil behaupteten, würden die Belgier mit dem Rufe »Verbrechen!" antworten.

Erbprinz Leopold v. Belgien betonte, in einer Ansprache, daß er mit den Ansichten des Vorredners voll und ganz übereinstimme. Dieser l>abe eineedle Sprache" geführt. Die Gegenwart mehrerer französischer Generäle beweise die Einig­keit der fmnzöstschen und belgischen Herzen. Der Prinz sprach gleichfalls von demgrausamen Ver­brechen von Dinant" und von den ungerechtferÜK- ten Erschießungen", welche die zivilisierte Welt vor Schrecken hatte erstarren lassen. Der Prinz erinnerte weiter daran, daß 106 000 Belgier deportiert und über 6000 Personen erschoßen worden feien, unter denen sich 500 Frauen befunden hätten. In Dina« seien allein 674 Personen erschossen worden.

De Broqueville, der belgische Kriegs« minister betonte: Im Mittelalter, so sagte er, habe Ritterlichkeit bestanden, aber die deutsche Zivilisation und Kultur hätten Krieg geführt, intern sie Un« schuldige getötet hätten. Aber die mächtigste Kriegs­maschine Der Welt sei zerstört und die Toten seien gerächt worden.

Endlich sprach der französische Pensions­mini st e r Marin. Er unterstrich, daß Deutsch, and versucht habe, Belgien zu bestrafen, weil es ein gegebenes Ehrenwort gehalten habe. Unter Bezugnahme auf die von Vandervelde vorgeschlagene Enquète, betonte er, daß die Wahrheit bezüglich der Franktireurs festgestellt sei, und daß die unter übermenschlicher Arbeit abgeschlossene Untersuchung festgestellt habe, daß die Deutschen die in der bel­gischen Enquete festaestellten Verbrechen begangen hätten. Deutschland, so sagte er weiter, müsse damit beginnen, die Verbrechen sinzugestehen.

Beirre devtsGe SSutw^vt.

Berlin, 24. August. Die Reichsregierung betrach­tet, nachdem sie auf Vanderveldes Vorschlag berett- willig eingegangen ist, die Dinge, die in Dinant zum Anlaß schwerer Verunglimpfungen Deutsch­lands genommen wurden, gewissermaßen jetzt als eine schwebende Angelegenheit. Sie wird daher darauf verzichten, unter solchen Umständen in eine Diskussion einzutreten, zumal die Gegensätze nur noch verschärft würden, wollte sie in der gleichen Tonart, wie sie in Dinant angeschlagen wurde, er­widern.

Dev BevlSnev SlasseMvert.

kein Hissen der Reichsflagge durch die Hotels.

Berlin, 24. Aug. Der Streit, der aus Anlaß der Nichtbeflaggung einer Anzahl großer Berliner Hotels am Verfaßungstage zwischen dem Magistrat und den Leitungen der Hotels ausgebrochen ist, konnte bis jetzt nicht beigelegt werden. Die für heute vorgesehene Aussprache zwischen Ma­gistrat und Hotelbesitzer-Abordnung ist nicht er­folgt. Die Leiter der großen Hotels hielten heute vormittag eine Sitzung ab, an der sich nicht nur die Vertreter der größten Berliner Unternehmen, wie Adlon, Kaiserhos, Bristol, Esplanade usw., son­dern auch die Vertreter der mittleren Hotels betei­ligten. In dieser Sitzung wurde am Ende der Be­ratungen der Beschluß gefaßt, auch in Zu­kunft nicht die schwarz-rot-goldene Flagge zu hissen, weil die Berliner Hotel­besitzer sich nicht dem Druck des Magistratsbeschlusses beugen wollten und nach wie vor außerhalb des politischen Streits zu stehen beabsichtigten. Die Ber­liner Hotels, in denen gegenwärtig die Ame­rikaner wohnen, werden diesen zu Ehren das Sternenbanner, jedoch nicht die deutsche Reichsflage zeigen. Das gleiche wird aus Anlaß des B a n k e t t s zu Ehren des Newyorker Oberbürgermeisters im Hotel Kaiserhof geschehen, trotzdem der amerikanische Klub das Hotel gebeten hat, über dem Sternen­banner die deutsche Reichsflagge zu hissen. Die Hotel­besitzer vertraten in der Sitzung die Auffassung, daß die schwarz-rot-goldene Flagge zwar die amtliche deutsche Reichsflagge, daneben aber gleich- zeittg das Symbol und das Streitobjekt der politischen Parteien sei. Die Berliner Hotels legten den größten Wert darauf, nur rein wirtschaftliche und völlig unpolitische Unter­nehmungen zu sein und hätten aus diesem Grunde auf das Hissen jeglicher Flagge verzichtet, nachdem ihre frühere Gepflogenheit, bei besonderen Anlässen die preußische Flagge zu zeigen, bei einem Teil der Bevölkerung Widerspruch hervorgerufen habe. Der Verein der Berliner Hotels wird sich gegen Ende des nächsten Monats mit der Flaggen­frage beschäftigen.

DasBerliner Tageblatt" teilt noch mit, daß die Besprechungen der Hoteliers ziemlich heftige Formen annahm, wobei einige Redner sehr erregte Angriff« gegen den Oberbürgermeister und das Auswärtige Amt richteten.

In Kreisen der preußischen Staatsregierung teils man, dem gleichen Blatt zufolge, die Stellungnahme des Berliner Magistrats vollständig. Auch die preu­ßischen Minister würden daher in Zukunft von Der- aniftaünmg, die in Hotels stattfinden, die am