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Was ÄsvhMsM sn Marren.
Vor einem neuen Schritt der Reichsregierung?
Berlin, 18. August. Das an sich schon höchst gespannte Verhältnis zu dem kleinen Staat Litauen, das die Reichsregierung bereits veranlaßte, in dem konkreten Fall des Sprachverbots in aller Form bei der litauischen Regierung vorstellig zu werden, hat durch die ungehörige Art, mit der das Regierungsorgan „ßietuvo" sich zu dem bevorstehenden Rücktritt des Memeler Generalkonsuls Muüra — es sprach die Hoffnung aus, daß unter dem neuen Konsul das deutsche Konsulat in Memel nicht mehr der Brennpunkt der Reibereien zwischen dem Memel- gebiet und Litauen sein werde — äußerte, eine weitere Verschärfung erfahren. Die Meldung eines Berliner Blattes, daß die Reichsregierung auch wegen dieses Angriffes in Kowno vorstellig zu werden beschlossen habe, ist indes verfrüht. Morgen findet im Auswärtigen Amt unter Hinzuziehung des deutschen Gesandten in Kowno eine eingehende Besprechung der Angelegenheit statt, von deren Ergebnis es erst abhängen wird, ob die deutsche Regierung sich erneut zu einem diplomatischen Schritt in Kowno entschließt. Fest steht, daß der Wechsel der diplomatischen Vertretung in Memel, der schon [eit längerer Zeit in Berlin geplant war, nicht auf das Drängen der litauischen Regierung erfolgte. Es handelt sich also um eine durchaus selbständige Maß- nahme der Berliner amtlichen Stellen. Die Per- fenenfrage spielt hierbei nicht die primäre Rolle. Weit wichtiger erscheint es vielmehr der deutschen Regierung, einwandfrei die Frage der Zuständigkeit zu klären. Diesem Zweck soll die morgige Konferenz in erster State dienen.
Ms V-VbeverSttttssn des RoSv- b«ehwevke r«M -SzessrAsss.
Berlin, 18. Aug. Wie eine hiesige Korrespondenz meldet, sind die Vorbereitungen der Rohrbachwerke für einen Ozeanflug, für den man mit dem Flieger Udet in Verhandlungen getreten ist, nunmehr so« weit gediehen, daß in den nächsten Tagen die für das Unternehmen bestimmte Maschine, ein drei- motoriaes Landflugzeug vom Typ Rohrbach-Roland vom Stapel nach dem Halle-Leipziger Flugplatz Schkeuditz überführt werden wird, um von hier aus die Probeflüge mit hoher Belastung zu unter« nehmen.
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Köln, 18. Aug. Die finanzielle Basis des Ozean- fluges Könneckes hat eine solide Form angenommen. Die Stadtverwaltung Köln u. das Ausstellungsamt der Stadt Köln werden Könnecke in einer Form unter« Kn, daß mit dem heutigen Tage die Sorgen, die das mehmen sichtbar erschwerten, von ihm genommen sind. Als Gegenleistung soll der Flug Könneckes mit zu Propagandazwecken für die Internationale Presseausstellung Köln 1928 dienen. Die Vereinigten Staaten haben diese internationale Ausstellung bisher sympathisch ausgenommen, so daß keinerlei Bedenken entgegenstehen.
Könnecke wird eine Anzahl Briefe des Reichs- kommissars und des Präsidenten der „Pressa" an führende Persönlichkeiten der Vereinigten Staaten, die an der Kölner „Pressa" interessiert sind, mit nach drüben nehmen und außerdem dem Vorsitzen- tféh des vorbereitenden amerikanischen Ausschusses John Clyde Oswald in Newyork persönlich Grüße des Präsidiums der „Pressa" überbringen. Er soll ferner Begrüßungsschreiben der Kölner Stadtverordneten an die Bürgermeister von Philadelphia und Newyork übermitteln. Das Flugzeug Könneckes wird bei feiner Landung in Amerika und bei seinem Rundflug in den Vereinigten Staaten die Wimpel der Stadt Köln und der „Pressa" tragen.
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Köln, 18. Aug. In einer Pressebesprechung gab heute Direktor Moll von den Caspar-Werken Mitteilungen, denen zufolge beabsichtigt ist, bei gutem Wetter morgen früh zwischen 6 und 7 Uhr mit dem abgeänderten Propeller die Belastungsslüge fort« zusetzen, die man morgen zu beendigen hofft. Zu den Verhandlungen, die man heute mit der Stadt Köln und der Pressa endgültig um Abschluß gekommen ist, ist noch zu bemerken, daß die Bezeichnung „Pressa Köln 1928" auf dem Seitensteuer des Flugzeuges schon hier angebracht wird, während die Wimpel, die zwar von hier mitgenommen werden, erst drüben aufgesetzt werden. Auf Befragen erklärte Direktor Moll, daß die wirtschaftliche Bedeutung, die Könnecke seinem Fluge zugrunde lege, für die Stadt Köln und die Pressa maßgebend ge- wesen ist, dem Unternehmen finanzielle Beihilfe zu gewähren.
Die Wetterlage war heute früh sehr ungünstig. Es fehlten verschiedene Wetterberichte von Schiffen auf dem Atlantischen Ozean, sodaß kein klarer Ueberblick für die nächsten zwei bis drei Tage zu gewinnen ist. Dor übermorgen dürfte auch keine wesentliche Aederung in der Wetterlage zu erwarten sein.
Zur Funkerfrage erklärte Direktor Moll, es sei beabsichtigt, die beiden vorläufig in Betracht kommenden Funker bei den morgigen Probeflügen mit» zunehmen und zu prüfen und ihnen dadurch auch Gelegenheit zu geben, sich mit der Bordanlage vertraut zu machen.
Zur Zeit weilt ein Vertteter von Loyds-London in Köln, um die Verhandlungen wegen Der Ver- sicherungsfrage zu führen und es wird damit gerechnet, daß auch diese zu einem endgültigen Abschluß führen werden. Es liegt die Absicht vor, den Zeitpunkt des Ozeanstartes in die Morgenstunden zu verlegen und zwar etwa in die Zeit von 6 bis 7 Uhr. Mit dieser Zeitbestimmung verfolgt Könnecke den Zweck, eine eventuelle Notlandung bei Tageslicht vornehmen zu können. Die „Germania" wird bei ihrem eventuellen Start 2000 Kilogramm Benzin und 100 Kilogramm Oel eintanken.
ArrAase gegen dZs Lstievke- beSeKgeV.
Berlin, 18. Aug. Nach Abschluß der Unter- mchung gegen die ungetreuen Lotteriebeamten Böhm und Cchleinstein ist jetzt von der Slaatsan- waltschaft I Anklage erhoben worden wegen Betruges, schwerer intellektueller Urkundenfälschung, Urkundsnvernichtung und Falschbekundung.
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Wien, 18. Aug. Die vom Gemeinderat eingesetzte Kommission zur Untersuchung der Ereignisse vom 16. Juli hielt heute eine Simina ab. in der der Dor-
Freitag den 19. August 1927
Das neue Reichsbankgebäude in Stuttgart.
Das vor kurzem in Gegenwart des Reichsbankpräsidenten in Stuttgart eingeweihte neue Reichsbankgebäude weist eine bauliche Kuriosität auf. Es steht nämlich nicht auf festem Fundament, sondern tatsächlich „auf schwankendem Grund". Wahrend die in der Umgebung befindlichen Gebäude, — das Theater, der Hauptbahnhof usw. — moderne Pfahlbauten sind, deren Fundamentpfeiler durch den schlammigen Untergrund bis zum festen Boden burchgetrieben wurden, hat man als Fundament des Reichsbantgebäudes Sin sogenanntes schwimmendes Floß errichtet.
VedvoWOe Lase in Schanghai.
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Schanghai, 18. Aug. Reuter. Man glaubt hier zu wissen, daß die Nordlruppen ein Ultimatum ab« gesandt haben, daß, wenn Nanking sich heute nicht ergebe, die Stadt beschossen würde. Der Befehlshaber von Nanking soll mit den Nordtruppen in Verhandlungen getreten sein, um die Beschießung Nankings zu verhindern. Man glaubt, daß die Bevölkerung Nankings auf Seiten Suntschuanfangs stehe und daß zwei Divisionen der Nantingtruppen bei dem Versuch der einen Division, sich mit den Nordtruppen zu verbinden, zusammengestoßen seien.
Obwohl das Einvernehmen zwischen Nanking und Hankau wieder hergestellt ist, herrscht in ganzen Jangtse-Tal eine katastrophale Verwirrung. Die einstweilen in ihren Aemtern verbliebenen Nanking- Minister haben bei der Hankauregierung eine Bestätigung der von Tschiang-Kai-Tschek beschlossenen Zollerhöhung eingeholt.
In Peking trat ein großer Kriegsrat zusammen, der sich mit der augenblicklichen strategischen Lage eingehend beschäftigt. In der Umgebung Tschang- Tso-Lins herrschen geteilte Meinungen über die erforderlichen Maßnahmen. Die Mehrheit ist geneigt, die Wiedervereinigung der beiden Puomingtang- gruppen in Nanking und Hankau als eine sehr bedrohliche Aenderung der Lage u betrachten, obwohl vorübergehend eineine Erfolge erwartet werden. An der Jangtse-Front kämpfen nur Tschang-Sun- Tschang-Truppen in engster Verbindung mit der Sun-Tschuan-Fang-Armee. Die Generale Tschang- Tso-Lins beabsichtigen, dem neutralen Tutschun, der Schansi-Provinz Jenehsischun, der als Teil der Kuomintang-Partei gilt, und in Schitschiatschwang, etwa 100 Kilometer von Peking, bedeutende Streitkräfte zusammengezogen hat, den Krieg zu erklären.
Savan bedÄueVt Mts ZWMML LMßOKHs.
London, 18. Aug. Tokioter Meldungen besagen, daß in Japan Tschiang-Kai-Tscheks Rücktritt allgemein bedauert wird, und daß man befürchtet, das Opfer, welches er damit im Interesse der Einheit der Nationalistischen Partei bringen wollte, werde umsonst gebracht sein. Es drohe im Gegenteil ein Zeitraum neuer Verwirrung. Die öffentliche Meinung Japans billigt es unter diesen Umständen, daß die Regierung fortfahre, Maßnahmen zur Stärkung der japanischen Stellung in der Mandschurei zu treffen und im übrigen eine abwartende Haltung einnehme unter strikter Wahrung der Interessen und Rechte Japans.
Meldungen aus Peking und Japan bestätigen, daß General Sun, ohne auf eigentlichen Widerstand zu stoßen, Pukau erreicht hat, daß er aber den Jangtse nicht überschreiten werde, solange ihn feine anderen Truppen, welche aus dem großen Kanal kommen, nicht erreicht haben. Suns Ziel ist natür« lief) Schanghai, wo die Lage wieder als sehr gefähr-
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sitzende, Landtagspräsident Dr. Danneberg, ein Schreiben der Polizeidirektion zur Kenntnis brachte, in dem es heißt, daß der Polizeipräsident bereits mit dem Schreiben vom 2. August eine aus amtliche Meldungen begründete, umfaßende Darstellung der Ereignisse gegeben habe. Bezüglich der von der Kommission der Polieidirektion vorgeleglen verschiedenen Fragen, habe letzterer, da sie im Zweifel sei, ob sie befugt sei, diese Fragen zu beantworten, Die zum Teil verschiedene rein interne dienstliche Angelegenheiten beträfen, eine diesbezügliche Weisung des Bundeskanzleramtes eingeholt. Nach Abschluß der Untersuchung werde die Polizeidirektion, die gegen einzelne Organe der Polizeidirektion erhobenen Anschuldigungen der Staatsanwaltschaft übermitteln, um das behauptete Verschulden der in Betracht kommenden Beamten klarzustcllen. Die Kommission beschloß, morgen ihre Verhandlungen zu beenden und als Berichterstatter den Landtags- präsienten Dr. Danneberg zu bestellen.
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Boston, 18. Aug. Die Verteidiger von Sacco und Danzetti erklären, daß für den Fall einer Ablehnung ihrer Anträge durch den vollbesetzten obersten Gerichtshof des Staates Massachusetts der Antrag auf Einforderung der Prozeßakten durch den Ober- sten Gerichtshof der Vereinigten Staaten in Washington gestellt werden wird.
lich gilt. Zu dem bedrohlichen Zurückfluten nationalistischer Truppen nach der Stadt ist jetzt noch der Streit gekommen, welcher zwischen dem General Duncan und den chinesischen Behörden ausgebrochen ist, weil diese die beschlagnahmten britischen Flugzeuge nicht herausgeben wollen. Außerdem gärt es unter den kommunistischen Arbeitermassen der Großstadt wieder sehr stark auf.
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London, 18. Aug. Mit großer Befriedigung be« zeichnet die englische Presse die prompte Durchführung der Repressalien, die der Kommandant der englischen Chinatruppen, General Duncan, den chinesischen Behörden in seinem gestrigen Ultimatum angedroht hatte. Da die beschlagnahmten Tragflächen des aus chinesischem Boden notgelandeten englischen Flugzeuges nicht zurückerstattet worden sind, hat General Duncan nunmehr die Eisenbahnstrecke, die von Schanghai aus sowohl nach Nanking, wie auch Hankau führt, an dem Kreuzungspunkt dieser beiden ßinienjn einer Breite von 50 Meter aufreißen und diese Stelle durch eine starke englische Abteilung mit Maschinengewehren besetzen lassen. Dadurch ist den geschlagenen Nankinger Truppen der Rückzug nach dem Süden versperrt. Es wird hier kein Hehl daraus gemacht, daß dieses auch durchaus die Absicht des Generals Duncan gewesen sei und daß also der Zufall der Notlandung lediglich zum Vorwand für die militärische Aktion gewählt worden ist. Die Folgen der Unterbrechung der Bahnstrecke werden sehr weittragend fein; einerseits ist Schanghai zunächst vor einem Massenzustrom der Flüchtlinge der chinesischen Truppen bewahrt, andererseits gehen diese Truppen, die gestern bereits in zahlreichen Militärzügen die Flucht nach dem Süden ange« treten haben, jetzt sehr wahrscheinlich einem furchtbaren Schicksal entgegen, da sie den verfolgenden Nordtruppen nicht schnell genug entfliehen können. Man sieht somit einer allgemeinen Katastrophe entgegen.
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Schanghai, 18. Aug. Nach Meldungen aus britischen Kreisen hat sich wieder eine Spaltung innerhalb der Kuomintang gebildet, wobei die radikal- kommunistischen Kreise unter der Führung der Witwe des ersten Präsidenten der südchinesischen Republik Sunyatsen eine Partei gebildet haben. Diese Partei lehnt jedes Zusammengehen mit der Tschangkaischek-Gruppe ab und geht aufs engste mit Sowjetrußland zusammen. Man ist der Ansicht, daß die Abteilung der Kuomintang stark genug wird, um sich in den Besitz von Kanton (den Sitz der Kuomintang) zu setzen.
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Herre GvdsSdAe in MheNfism.
Samarkand, 18. Aug. Die Erdstöße in der Provinz Usbekistan dauern noch immer an. Seit gestern erfolgten nicht weniger als zwanzig heftige Beben, durch die etwa hundert Häuser zerstört wurden. Infolge der nur spärlichen Besiedelung des Gebietes sind weitere Menschenopfer nicht zu beklagen. In den Bergen gehen dauernd Lawinen nieder. Der Präsident der Republik Uzbekistan ist bemüht, dem religiösen Fanattsmus Einhalt zu tun.
In der im Uralgebiet gelegenen Provinz Sara- pur wurden durch ein Erdbeben zwei Personen getötet.
Ueberfchwemmungen in Ostsibirien. — Zahlreiche Todesopfer.
Wladiwostok, 18. Aug. Der Ussuri-Fluß ist über seine Ufer getreten und überschwemmt das umliegende Gebiet in einer Ausdehnung von etwa tau« send Ouadratmeilen. 29 Personen ertranken, Tausende sind obdachlos.
Auch in Armenien erforderte eine Naturkatastrophe zahlreiche Todesopfer. Eine Drahtmeldung aus Moskau berichtet darüber: Einige Dutzend Personen, darunter auch Kinder, sowie zahlreiche Gebäude und viel Vieh wurden in der Stabt Delisckan in Armenien von einem Gebirgsstrom fortgerissen, der infolge eines Orkans aus den Ufern getreten war.
Nr. 193
Weitere Einzelheiten meldet uns ein Telegramm aus Moskau: Das Erdbeben im Bezirk Namangon im Russisch-Mittelasien hält immer noch an. In der Nacht zum Donnerstag gegen 3 Uhr erfolgte ein außergewöhnlich starker Erdstoß, der neue schwere Verwüstungen anrichtete. Die Erde weist zahllose meterbreite Spalten auf. Die Zahl der Toten hat sich noch erhöht. Die Bevölkerung befindet sich in einer völlig verzweifelten Stimmung. Gleichzeitig wird bekannt, daß die Wolkenbrüche und Taifune in der Gegend von Wladiwostok eine Naturkatastrophe darstellen, die noch von furchtbarerem Ausmaße ist, als die im Bezirk von Namagan. 22 Dörfer sind im dortigen Bezirk vernichtet über 10 000 Bauern und Arbeiter sind obdachlos.
Mstteve JunMme dsv Mâ- bvünds in Güd^vasrSverO.
Wie bereits gemeldet, werden die füdfranzösischen Departements feit Tagen von ungeheuren Waldbränden heimgesucht, die in der Gegend nördlich von Cannes und Nozza schon tausende von Morgen alten Waldbestandes vernichtet haben und weiter wüten. Der Schauplätz der Brände ist hauptsächlich das Gebiet des Esterel und des Tanneron. Ein starker Mistral (d. h. ein heftiger Nordwestwind im Südosten Frankreichs) begünstigt die Ausdeh- nung des Feuers nach Norden. An der Grenze des Bor- und des Seealpen-Departements schreitet das Feuer mit unglaublicher Geschwindigkeit vorwärts und hat bereits jetzt eine Ausdehnung von 35 Kilometern erreicht. Weit über 5000 Hektar Fichtenwaldungen sind dem Brande bisher zum Opfer gefallen.
Auch auf der Insel Korsika wüten große Waldbrände. Schon drei Dörfer, viele Schafherden und auch zwei Eisenbahnzüge sind dort von den Flammen vernichtet worden. Zahlreiche Feuerwehren,. Militär und Einwohner-Schutzgarden sind zur Be- kämpfung des Feuers herangezogen worden.
An weiteren Einzelheiten wird berichtet.
Die Waldbrände, die feit vier Tagen in Tanne- ron-Massiv wüten, haben eine weitere Ausdehnung angenommen. Nach oberflächlichen Schätzungen sind bis jetzt bereits 8000 Hektar Fichtenwaldungen den Flammen zum Opfer gefallen. Fünf Bewohner des: Dorfes Tanneron werden vermißt. Man befürchtet, daß sie in den Flammen umgekommen firtb. Da der Mistral etwas nachgelassen hat, scheint die Gefahr einer weiteren Ausdehnung des Feuers jetzt beseitigt zu sein. Noch größer scheint dagegen das Unglück auf der Insel Korsika zu sein, von der große Teile in Flammen stehen. Dort ist das Feuer aber nicht auf Funkenflug oder Unachtsamkeit zurückzu- führen, sondern es wird von den Landleuten selbst angelegt. Das dichte Untergestrüpp, das sog. Maquis, das auf der Insel wuchert, wird von den Landleuten aus Bequemlichkeit in Brand gesteckt, damit sie es nicht auszuroden brauchen. Die Asche bildet dann sogleich einen guten Dünger für die Felder. Infolge der trockenen Witterung und des starken Windes haben diese Brände diesmal eine ungeheuere Ausdehnung angenommen und auf die Wälder übergegriffen. In der Umaegend von Bestia sind 12 Dörfer schwer heimgesucht worden. Zahlreiche weitere Dörfer schweben in Gefahr. Umfangreiche Oliven-, Wein- und Zitronenpflanzungen sind vom Erdboden verschwunden.
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Ausbruch amerikanischer Sträflinge.
Pittsburg, 18. Aug. Zwei des Mordes über» führte Sträflinge unternahmen heute einen Ausbruch aus dem Gefängnis in Allegheny. Sie be« mächtigten sich der Schlüssel des Gefängnispförtners und begannen auf die herbeieilenden Wächter zu schießen, wodurch zwei Wächter verwundet wurden. Darauf gelang es dem einen der beiden Sträflinge zu entkommen. Da eine allgemeine Meuterei in dem Gefängnis befürchtet wird, find Polizeiverstärkungen dorthin entfanibt worden.
Das vermißte Flugeug „Wiß Doran" gefunben.f
St Franzisko, 19. Aug. Dem Korrespondenten des „Examinë" in Honolulu zufolge, ist das vermisste Flugzeug „Miß Doran" auf der Insel Maui gefunden worden. Fräulein Doran und die übrige Besatzung sind wohlauf.
Fleischvergiftungen in Staaken.
In Staaken sind infolge des Genusses von Fleisch 24 Personen erkrankt. Die Frau des Fleischers, der das Fleisch verkaufte, ist selbst unter den Erkrankten. Einige Fälle sollen sehr ernster Natur sein. Die Untersuchung der Angelegenheit ist zurzeit noch im Gange.
Streit um die Wemolren der Frau Grosavescu.
Wien, 18. Aug. Wie der Korrespondenz Herzog aus Leipzig gemeldet wird, hat die in dem bekannten Mordprozeß freigesprochene Nelly Grosavescu ihre Memoiren einer amerikanischen Verlegerfirma für 100 000 Dollar verkauft. Nunmehr erhebt aber , eine deutsche Berlegerfirma unter Berufung auf einen früher zustandegekommenen Vertrag An- Kauf die Veröffentlichung der Memoiren und mit der Klage.
Ein Auto von einem Personenzug überfahren.
Königsfeld, 18. Aug. Beim Bahnhof Gutfeld, am Kilometer 51 der Strecke Neidend urg—Allen- ftetn wurde auf dem schrankenlosen Bahnübergang heute abend 17 Uhr von einem Perfonenzug ein mit 4 Personen besetztes Auto überfahren. Ein Insasse war sofort tot. Ein weiterer u. der Kraftmagenführer wurden schwer, und der vierte Insasse, ein Kind, leicht verletzt. Der Ueber gang ist übersichtlich und das Läutewerk der Lokomotive war in Tätigkeit. Die Schuld trifft den Kraftwagenführer, der den Uebergang noch vor dem Personenzug überqueren wollte.
Umfangreiche Sprilschlebungen aufgedeckt.
Berlin, 18. Aug. In der vergangenen Nacht wurden von den Beamten des Zollgrenzkommissariats Berlin bei der Firma Tiepelmann in Küftrin große Mengen von Sprit beschlagnahmt und die Kaufleute G. Tiepelmann und W. Grützebach fest« genommen. Im weiteren Verlauf der Ermittlungen wurden bei verschiedenen Berliner Gastwirten noch weitere größere Mengen von Sprit beschlagnahmt.
Schweres Unglück beim Spielen mit einem Blindgänger.
Prag, 18. Aug. Im Dorfe Rohrbach in der Nähe von Preßburg fanden vier Knaben in der Nähe des Schießplatzes eine im Grafe steckende scharfe Granate. Die Kinder begannen mit dem Geschoß zu spielen, wobei dieses plötzlich explodiert«. Zwei Kinder wurden zerrissen, die beiden anderen schwer verletzt.