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Orfdjeint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Monat RM.1-, für den ganzen Monat NM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag 1S, Samstag 12 N-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 A-Psg., im ReNameteil von 68 mm Breite 25 N«pfg. / Offertengebühr 50 N-Psg.
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1922
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— Wegen Sturm über dem Ozean ist der Start «r Junkersflieger frühestens Samstag abend zu er= »arten.
— Das Reichskabinett hat der deutschen Dele- lation in Paris neue Instruktionen für die Wirt- chaftsverhandlungen gegeben, Keren Abschluß dem- lächst zu erwarten ist.
— Die Verfassungsrede des Abg. o. Kardorff indet in der Pariser Presse entschiedene Ablehnung.
— Die Fliegerin Thea Rasche ist in den Hudson gestürzt, als sie eine Brücke durchfliegen wollte. Sie ourde gerettet.
Genf tötest feine Schatten voraus.
Ueberall Alinisterberalungeu.
Die am 1. September beginnende Tagung )es Völkerbundsrates bildet den Auftakt für sie auf den 5. einberufene Vollversammlung )er „Gesellschaft der Völker", doch ist bei der nehr als reichlichen Tagesordnung schon jetzt n Aussicht genommen, daß die Besprechungen )es Rates auch nach der Tagung des Bundes ortgesetzt werden. Wie stets werden auch die- es Mal die Besprechungen der Außenminister )er Großmächte die Hauptsache sein und mehr nteressieren als andere Verhandlungen des Rates und der Vollversammlung. Voraussicht- ich wird es hier hart auf hart gehen, sicherlich wird, wenn nicht alle Anzeichen trügen, wieder mancher Kuhhandel getrieben werden. Schon jetzt werfen die Verhandlungen ihre Schatten voraus, in allen Staaten sind bereits die Kabinette züsammengetreten, um über die schwebenden Fragen zu beraten und ihren Vertretern Richtlinien zu geben.
Am meisten Aufsehen haben die Nachrichten über das Ergebnis des französischen Kabinettsrates heroorgerufen. Ist doch dabei die Besatzungsfrage wieder aufgetaucht, die in den letzten Monaten dauernd geruht hatte. Aber der Außenminister Briand mußte bekanntlich die letzte Ratssitzung in Genf wegen einer nicht ungefährlichen Krankheit verlassen, die keineswegs, wie zuerst angenommen wurde, eine diplomatische gewesen ist, und konnte aus demselben Grunde auch längere Zeit seinen Dienst nicht völlig versehen. Dazu kam, daß auch der deutsche Botschafter in Paris, Dr. v. Hoesch, im Frühjahr von einem schweren Halsleiden befallen wurde und erst jetzt von seinem Erholungsurlaub zurückgekehrt ist. Es entspricht einem alten diplomatischen Gebrauch, daß der genesene Botschafter nach Wiederaufnahme seiner Geschäfte bei dem Außenminister vorgesprochen und dabei natürlich auch über die schwebenden Fragen verhandelt hat, um so mehr da der Botschafter vor seiner Ankunft in Paris eine längere Unterredung mit dem deutschen Außenminister gehabt hat.
Wie jetzt aus England gemeldet wird, hat die Regierung in London schon seit längerer .Zeit angeregt, das in Locarno gegebene Versprechen wegen Herabsetzung der Rheinland- i besetzung endlich einzulösen, und ist dabei auch wirksam von der belgischen Regierung unterstützt worden. Briand kann man wohl zutrauen, daß er dieselbe Absicht schon längere Zeit persönlich gehabt hat, aber er ist bekanntlich in Paris nicht mehr der starke Mann, der er bis vor Jahresfrist gewesen ist. Zwar ist noch kein offizieller Bericht über den Ministerrat herausgegeben worden, das scheint jedoch sestzu- stehen, daß sämtliche französische Kabinettsmitglieder sich mit einer Herabsetzung der Besatzung im Rheinlande als solcher einverstanden erklärt haben. Noch nicht entschieden ist dagegen die Frage, wieviel Mann das besetzte Gebiet verlassen sollen. England soll sich bereit erklärt haben, von seinen 9000 Soldaten in und bei Wiesbaden 1000 bis 1200 zurückzuziehen, ebenso will Belgien seine um Aachen stehende Besatzung von 7000 Mann entsprechend vermindern. Gerüchtweise verlautet aus Paris, daß der Ministerrat über eine Herabsetzung um 5—10 000 Mann verhandelt hat. Diese Herabsetzung entspräche aber keineswegs den Zusicherungen, die Briand in Locarno gegeben hat. Er hat vor nunmehr 2 Jahren ausdrücklich versprochen, die Besatzung wesentlich herabzusetzen, auch soll er sich geäußert haben, daß die Besatzung der interalliierten Mächte hinfort die gleiche Stärke haben soll, wie die Belegung des Gebietes Rheinland und der Rheinpfalz vor Beginn des Weltkrieges.
Wieder ist in Paris der Streit entbrannt zwischen den Politikern und den Generalen.
Ms deutschem Gzeamfömszemse ftoetoeeeit.
Dessau, 12. Aug. Werden die Junkers- Alaschinen morgen abend fliegen? Das ist die große Frage, die in Dessau und wahrscheinlich auch anderswo heute abend eifrig erörtert wird. Die Flugzeuge sind vom Samstag vormittag ab startbereit. Alles ist nochmals überprüft und alles in bester Ordnung befunden worden. Die Motoren, der neue Kompaß und die Empfangsanlage für das Radio arbeiten ausgezeichnet. Die Piloten strahlen; sie sind mit der Generalprobe der heutigen Schlußflüge zufrieden. Sie haben das Vertrauen, daß ihre Maschinen sie sicher über den Ozean tragen werden. Und doch steht der Starttermin noch nicht fest. 3m letzten Augenblick zeigt sich der Wettergott wieder ungnädig. Es ist sinnlos, bei einem Orkan zu fliegen. Das Schicksal und die Tragödie von Nungesser und Loli schrecken. Die Leitung der Junkers-Werke steht auf dem Standpunkt, daß die Piloten und die Maschinen zu wertvoll sind, um leichtsinnig der sicheren Gefahr preisgegeben zu werden. So allerdings stehen die Dinge nicht, wie behauptet wird, daß nämlich auf keinen Fall am Samstag abend gestartet werde. Richtig ist vielmehr, daß die Piloten die morgigen Wettermeldungen prüfen und danach ihre Entscheidung treffen werden. Gerade in diesen Tagen wechseln die meteorologischen Verhältnisse aus dem Atlantik sehr schnell, wären die Flieger eher gestartet, so hätten sie vorgestern den seltenen Fall gehabt, einen großen Teil des Fluges mit Rückenwind zurücklegen zu können, wie sich der Rückschlag zum Schlechten sehr schnell vollzog, können ebensogut in den nächsten zwölf oder achtzehn Stunden günstigere Nachrichten der Hamburger Seewarte eingehen. Jedenfalls ist in Dessau alles fertig — das weitere sieht beim Wetter. So es sich bessert, wird gestartet.
Me Setzten Voebevettungen.
Dessau, 12. Aug. Die „Bremen" Hai im Laufe des Abends noch einen Flug ausgefuhrt, der aber keine besondere Bedeutung mehr hat, da die beiden Ozeanmaschinen ausgezeichnet intakt befunden wurden. In der Pressekonferenz wurde heute abend der Kurs der Flugzeuge bis zur Südspitze von Irland mitgeteilt. Die Maschinen fliegen über Wolsen- bültel, Hannover, Rheine, Rotterdam, Insel Schu- wen, deren Leuchtturm die Orientierung erleichtert, Croydon, Südspitze von Irland. Für diese erste Strecke des Fluges wird die Orientierung auch dadurch erleichtert, daß von den überflogenen Flugplätzen und andern Stellen aus ein System von Beleuchtungssignalen organisiert ist. Außerdem bleibt es dabei, daß die Lotsenmaschine G 31 die Ozeanmaschinen durch Scheinwerfer orientiert. In Croydon wird das Lotsenflugzoug landen. G 31 wird von dem Piloten Schnäbele geführt, der durch seinen Peking-Flug bekannt geworden ist und große Erfahrungen im Nachtflugverkehr hat. Außer einigen Pressevertretern wird von Junkers Direktor Sachsenberg oder der Leiter der Presseabteilung von Fischer und ferner Fräulein Junkers mitfliegen, die in der Leitung der Junkersgesellschaft in Neyork tätig ist, aber augenblicklich in Dessau zu Besuch weilt. Ferner haben die Junkerswerke der Gattin des amerik. Passagiers Knieckerbockers Gelegenheit gegeben, ihren Mann bis zur Südspitze von Irland zu begleiten. Das Lotsenflugzeug führt Betriebsstoff für zehn bis elf Stunden mit sich und wird in Croydon landen und später von dort aus den Rückflug nach Dessau antreten. Ob die Route bis Fastons Rock an der Südspitze von Irland so verläuft, wie bis jetzt festgelegt ist, hängt von den Witterungsumständen ab, die natürlich kleine Aus- biegungen erforderlich machen können.
Berlin, 12. Aug. Die Deutsche Lufthansa wird auf Wunsch der Junkerswerke die Besatzung der Ozeanflugzeuge insofern unterstützen, als sie für die Dauer des Fluges über deutsches Gebiet ihre gesamte Bodenorganisation zur Verfügung stellt. Insbesondere wird sie in Zusammenarbeit mit den Flughafengesellschaften für die Nachtbeleuchtung der Häfen Magdeburg, Braunschweig, Hannover und Osnabrück sorgen, da ja die Flugzeuge voraussichtlich in den Abendstunden in Dessau starten werden. Um der ersten Maschine den Kilometevabstand der zweiten Maschine bekannt zu geben, wird die Deutsche Lufthansa außerdem auf den Häfen große beleuchtete Schrift auslegen. In derselben Weise wird den Flugzeugen Windstärke und Windrichtung bekanntgegeben.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Deutschen Lufthansa, Dr. v. Stauß, sandte den Besatzungen der drei Ozeanflugzeuge „Europa", „Bremen" und „Germania je ein Telegramm folgenden Inhalts: Namens des Aufsichtsrats und des Vorstandes der Deutschen Lufthansa rufe ich der „Europa" (bzw.
die nach wie vor für die Sicherheit Frankreichs bedacht sind und am liebsten die Besetzung verewigen würden. Sie haben auch insofern wieder einen Sieg davongetragen, daß eine Kommission von Generalen der drei Mächte zusammentreten und die Zahl der abrückenden Truppen feststellen soll. An die Spitze dieser Kom
„Bremen" und „Eiermama") und ihrer kühnen Besatzung aus tiefstem Herzen: Glückauf und Glückabl
Dev £l«ö âörmeâs.
Dessau, 12. Aug. Von unserem Sonderberichterstatter in Dessau liegen Nachrichten vor, wonach in Amerika Meldungen verbreitet worden sind, denen zufolge die Junkerswerke den Abflug Slön= nettes absichtlich verzögert hätten, indem sie den bestellten Motor nicht rechtzeitig lieferten. Eine solche Absicht wird von den Junkerswerken mit aller Entschiedenheit ab gestritten. Es wird hinzugefügt, daß Könnecke einen Junkers-Spezialmotor bestellt habe, wie die „Europa" und die „Bremen" führen. Könnecke ist darauf als Liefertermin Mitte August angegeben worden, da besonders eine sorgfältige Ausprobierung und Durchleuchtung des Motors eine kürzere Lieferfrist beim besten Willen unmöglich mache. Daraufyin hat Könnecke sich entschlossen, einen Serienmotor zu nehmen und auf die Durchleuchtung zu verzichten, da auch dieser Motor nach seiner Ansicht ausgezeichnet funktioniert.
Dev eiari âSrrssesöes vevMsbert
Berlin, 12. Aug. Infolge des schlechten Wetters findet der Start Könneckes nach Köln heute nicht statt. Er wird voraussichtlich morgen erfolgen.
GsssNsans ^SrmeEeS beim amsvèSattrrchen NstMaktes
Berlin, 12. Aug. Der amerikanische Botschafter Shurmann empfing heute vormittag den Ozeanflieger Könnecke und seinen Begleiter Graf Solms. Der Botschafter erkundigte sich mit großem Interesse nach den von Könnecke getroffenen Vorbereitungen für den Flug und erklärte, er beabsichtige, dem Start des Flugzeuges von Berlin aus beizuwohnen, Um den Fliegern persönlich Lebewohl zu sagen und ihnen die besten Wünsche für das Gelingen des Fluges auszufprechen.
Die wettevlase auf dem Kovd- atSanM.
Hamburg, 12. Aug. Wetterbericht der Hamburger Seewarte. Die Wetterlage auf dem Nordatlantik hat sich im Augenblick verschlechtert. Es lagern ausgedehnte Regengebiete über dem Ozean. In der Gegend von Neufundland herrscht dichter Nebel mit sehr niedrigem Wolkenhang. Diese Schlechtwettergebiete stehen im Zusammenhang mit einer Tiefdruckwelle, die sich von Neufundland bis Irland erstreckt und in der mehrere Tiefdruckgebiete in oft= nordöstlicher Richtung wandern.
Ein unfreiwilliges Bab Thea Rasches.
Poughkeepsie (Nework), 12. Aug. Die deutsche Kunstfliegerin Thea Rasche versuchte heute früh unter der Eisenbahnbrücke von Poughkeepsie hindurchzu fliegen. Der Versuch schlug indessen fehl und Thea stüzte in den Hudson River. Die Fliegerin blieb unverletzt. Sie wurde von zwei Insassen eines Ruderbootes aufgefischt, Die Maschine ist gesunken; nur das Schwanzstück ragt noch aus dem Wasser. Man ist bereits dabei, den Apparat zu bergen. Man vermutet, daß die Fliegerin bei dem Versuch, die Brücke zu unterfliegen, diese mit dem Flugzeug berührte.
Notlandung eines für das internationale Flugmeeting bestimmten Junkersslugzeuges.
Konstanz, 12. Aug. Von den drei Junkersmaschinen, die heute vormittag von Dessau nach Zürich abgeflogen sind, um in der Schweiz an dem internationalen Flugmeeting teilzunehmen, mußte eine Maschine in der Nähe von Ueberdingen am Bodensee kurz nach 33 Uhr notlanden. Das Flugzeug wurde derart beschädigt, daß es die Fahrt nicht fortsetzen kann und abmontiert werden muß. Es handelt sich bei der heruntergegangenen Maschine um ein mit neun Personen besetztes dreimotoriges Junkersflugzeug. Der Pilot und der Mechaniker kamen mit leichten Hautabschürfungen davon. Sonst wurde niemand verletzt.
Flugzeugunglück.
Wien, 12. Aug. Auf der Fahrt von Wien nach dem Attersee stürzte heute der Flieger Böget Burian mit dem Flugzeug A 37 in den Attersee. Der Flieger, dessen Flugzeug nicht unerheblich beschädigt wurde, konnte sich, obwohl er angeschnallt war, losmachen und an die Wasseroberfläche retten, wo er von einem Boot geborgen und ans land gebracht wurde.
mission soll der Oberbefehlshaber der französischen Rheinarmee, General Guillaumat, treten, der seine näheren Instruktionen von dem Vorsitzenden des französischen Oberkriegsrates Marschall Petain erhält. Schon jetzt ist in Zeitungen, welche dem französischen Generalstab nahestehen, darauf hingewiejen, daß die Her
absetzung der Streitkräfte am Rhein nicht mehr als 5000 betragen dürfe. Um diese Frage werden sich also auch die Verhandlungen der Außenminister in Genf drehen. Briand hat mit großem diplomatischen Geschick die Rolle des Großmütigen zu spielen begonnen und hat dem deutschen Reichsaußenminister nicht nur eins Zahlung a conto geleistet, sondern ihm auch gewissermaßen den Wind aus dem Segel ge- nommen, so daß Dr. Stresemann einen sehr schweren Stand haben wird. Deutschland hat auf Grund seiner im Versailler Friedensver« trag verbrieften Rechte die völlige Räumung der Rheinlands verlangt, da es nicht nur seins Entwaffnung durchgeführt, sondern auch sons^ seinen Verpflichtungen in jeder Hinsicht nach- gekommen ist. England und Belgien sehen beut Nutzen einer weiteren Besatzung nicht mehr eint und würden, um eine Verständigung mit Deutschland herbeizuführen, lieber heute als morgen ihre Truppen zurückberufen. Anders Frankreich. Hier ist man, besonders aber b« Rechte, ssifrig darauf bedacht, sich den Abzuc der Truppen aus dem Rheinland mögliche teuer bezahlen zu lassen und hofft, für dajetzige Entgegenkommen besondere Vorteile auf anderen Gebieten eintauschen zu können. Br« and hat, soviel bekannt ist, für die Verhand-l lungen in Genf freie Hand behalten, doch wivdè ihm natürlich genau vorgeschrieben werdet wieviel Truppen den Rhein verlassen.
In Berlin hat ebenfalls in diesen Tagen ein Ministerrat stattgefunden, zu dem einzelne Kabinettsmitglieder sogar aus ihrem Urlaub hingeeilt sind. Der Reichsaußenminister Hai ausführlich über seine letzten Maßnahmen be^ richtet, die Führung der Geschäfte ist von sämtH lichen Ministern, auch den Mitgliedern ders Deutschnationalen Volkspartei, voll und ganH gebilligt worden und einmütig hat man bet schlossen, Dr. Stresemann mit den weiteres Verhandlungen freie Hand zu lassen. Es iff allerdings nicht ausgeschlossen, daß kurz vo« der Tagung in Genf noch einmal ein Minister-f rat stattfindet, der sich besonders mit der SM satzungsfrage beschäftigt. Denn die Forderung Deutschlands geht auf völlige Räumung bet; Rheinlande, eine Herabsetzung um ganze 5000 Mann entspricht weder den Bestimmungen be^ Versailler Friedensoertrages noch den Zusiche- rungen, die uns von Frankreich und England' in Locarno gemacht worden sind. Daher wird die deutsche Vertretung in Genf sehr auf bet Hut sein müssen, sie darf unter keinen Umständen wieder Kompromisse schließen, wie es bei den letzten Tagungen stets der Fall gewesen ifti
Dev kvÄheve LMnMesr Keßrrhold iwev die MsSorsSalfvase.
Williamstown, 12. Aug. Der frühere deutsche Reichsfinanzminister Reinhold sagte in einer Unterredung, daß wenn die Mandatskommission des Völkerbundes Deutschlarrd Mandate über frühere deutsche Kolonien wieder anbieten würde, so könnte das in Deutschland nur als recht und billig angesehen werden. Reinhold glaubte behaupten zu können, daß wenn die Mandatskommission Deutschland zwej bis drei Mandate anbiete, Deutschland damit zufrieden wäre.
GshaMvvoresse.
Vor der Dritten Großen Ferienstrafkammer deS Landgerichts II Berlin stairden am Freitag drei Ver-< handlungstvermine an, in denen es sich um Beleidigungen des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht' handelte. Die Bsrufungsverhandlung des Provinziallandtagsabgeordneten Hans Beer und des ^a« brisanten Gotthard Roll, die beide vom Schössen- ^ericht Schöneberg zu je 2 Monaten Gefängnis verurteilt worden sind, wurde vertagt, da dec als Zeugs geladene R.-A. Dr. Herold nicht erschienen war. Das Gericht beschloß, Rechtsanwalt Dr. Herold, der trotz ordnungsmäßiger Ladung ohne genügende Entschuldigung nicht erschienen war, tn eine Ordnungsstrafe von 1000 Mark oder eoentl. 10 Tage Haft zq
nehmen.
Dagegen wurde die Verhandlung der Berufung« instanz gegen den Provinzialabgeordneten Beer sofort von der Strafkammer vorgenommen. Der Angeklagte Beer ist vom Schöffengericht wegen Beleidigung zu 500 Mark Geldstrafe verurteilt worden- Gegen das Urteil hatten der Staatsanwalt und det Angeklagte Berufung eingelegt. Die Strafkammer verwarf die Berufung des Angeklagten Beer. Am die Berufung des Staatsanwaltes wurde das ang« fochtene Urteil dahin abgeändert, daß der Angeklagbs Beer zu einem Monat Gefängnis verurteilt wurde.
In der Urteilsbegründung heißt es: „Die oov dem Angeklagten in öffentlicher Versammlung gs brauchte Aeußerung, Dr. Schacht sei ein groß« Lump, sei ohne weiteres eine der schwersten Belei digungen. Bei dieser Beleidigung handelt es sich ur eine planmäßige Gehässigkeit gegen Dr. Sckacbt."