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Samstag -e«

6« August

1922

Deutschland an der Spitze der tVeltftiegerei.

»vx-be sS« denSreanN«« »'ânx«» beNande». - es Stunde« 33 «Uuute« KruKdau««. - ess« âomete« Uw»««t.

Der große Wurf ist gelungen. Deutschland : mit einem Schlage die Führung im Flug- sen übernommen, nachdem er durch tue nrnenden Bestimmungen des Versailler ! iedensdiktates gewaltsam in den Hinter- I rnd gedrängt worden war. Der von der nzen Welt bestaunte Dausrflugrekord der rerikanischen Flieger Chamberlin und Acosta um 1,11 Stunden überboten und damit der eiterigste und wichtigste aller Flugrekorde in iUtschlands Besitz. Piloten und Flugzeug, rionschen und Material haben eine glänzende robs höchster 6sistrmgsfWH?sit abgegeben -ö dieser 52 Stun^sn--L>Lâfk^r'«kNrÄ wird -e« Mwrkstem in der Geschichte der deutschen fahret L»zdeuten. Aber wir Wollen nicht auf iferen Lorbeeren ruhen und zu neuen Taten iften. Sollte doch der Dauerflug eine Probe in für Flugzeug und Motor, für das große Wagnis, das es fetzt siegreich zu beenden gilt, r den deutschen Transozeanftug von Europa ach Amerika.

Welche Schlußfolgerungen erlaubt der 2 Stundenflug zu ziehen? Ist durch die Tat- -ch-^-daß^ln Flugzeug sich ohne ZwifchLufölle- 2 Stunden ununterbrochen in der Luft in leichmäßig großer Geschwindigkeit zu halten ermag, der untrügliche Beweis für das Se­ngen eines Transozeanfluges von Osten nach s Besten gegeben? Diese Frage kann man t atürlich nicht uneingeschränkt bejahen; denn ie Gefahren und Hemmnisse, die einem Fluge tbér das Weltmeer begegnen können, sind so mannigfaltig und die Erfahrungen so neu, daß in Gelingen nicht mit Bestimmtheit voraus­gesetzt werden kann. Doch ein wichtiges Er­gebnis kann festgefteSt werden: Der Flugzeug- yp, dem das Rekordflugzeug J 33 angehört, ft aller menschlicher Voraussicht nach geeignet, )en Ozean zu überstiegen, und ebenso seine biloten, die ein seltenes Beispiel von Pflicht­reue, Umsicht und Widerstandsfähigkeit zum Ertragen von Strapazen gegeben haben. Die i strecke, die von den Fliegern zurückgelegt wurde, übertrifft weit diejenige, die bei einer Ozeanüberauerung Mi durchfliegen ist. Wichtig ist ferner, daß einige Unregelmäßigkeiten, die sich in der Zuführung des Brennstoffes gezeigt haben, und die zeitweise den Erfolg des Rekord- fbiges in Frage zu stellen schienen, nach den gemachten Erfahrungen behoben werden lin­nen. So ist bann das Menschenmögliche getan, um das glüâche Gelingen des deutschen Transozeanfluges zu gewährleisten. Aber nun gilt es, die' Faktoren ins Auge zu fassen, die den EuropaAmerikaflug schwieriger gestalten, als den Flug in umgekehrter Richtung. Die drei bisher geglückten Transozeanflüge der Amerikaner Lindbergh, Chamberlin und Byrd erfolgten sämtlich von Amerika aus. Für einen Flug von Osten nach Wsten fehlen bisher alle Erfahrungen außer der einen traurigen nega­tiven, dem Tsdesflug der Franzosen Nungesser and Coli.

Die Schwierigkeiten, die, der Europa Amerika-Flieger zu überwinden hat, sind meteorologischer Natur. Die Erde ist bekanntlich von einer Reihe mehr oder weniger konstanter Windsysteme umflossen. Für die Ozeanüber­querung kommt allein die geographisch als ge­mäßigte Zone bezeichnete Zone in Betracht, die sich nördlich von der Roßbreite bis an das Polargebiet ausdehnt. Innerhalb dieser Zone herrschen hauptsächlich westliche und südwest­liche Windströmungen. Durch die kontinentalen Einflüsse entstehen häufig Cyklone, die oft eine Ausdehnung von einigen 100 bis zu 1000 Kilo- Meter Durchmesser besitzen. Die Cyklone nehmen auf ihrer Wanderung über den Atlantischen Ozean an Stärke immer mehr ab, so daß sich mit der Annäherung des Fluges an den europäischen Kontinent die Witterungs­verhältnisse immer günstiger werden. Aus der Beobachtung von Luftdruck- und Windrichtung kann der Flieger den Cyklon feststellen, na­mentlich dessen Kern. Der Europaflieger muh dann, um Re gen gebiete zu vermeiden, den Sern möglichst südlich umfliegen, wodurch er starte westliche Rückenwinde bekommt. Das gefährlichste Witterungsgebiet innerhalb der Cnklone lieat für den Europaflieaer immer im

Westen der Cyklone. Aus diesen Gründen ist eine wissenschaftlich einwandfreie und genaue meteorologische Beobachtung der Witterungs­verhältnisse für den Flieger unumgänglich not­wendig. Amerika und Europa müssen in stän­diger Verbindung sein, um über die Witte­rungsverhältnisse über dem Atlantischen Ozean Auskunft zu geben und über den Gang der Cyklone zu berichten. Die widrigen Gegen­winde, mit denen der von Osten nach Westen fliegende Pilot zu rechnen hat, bedeuten eine wesentliche Derlsnasamung des Fluges und da­mit gleichzeitig sie Notwendigkeit, sich mit mehr Brennstoff zu Versorgen. Man rechnet im 'Allgemeinen, ^ig die FlWAmuer sich um ein Drittel verlängert, so daß die gerinmte Flugzeit, gemessen an dem 36stündigen Re­kordflug Lindberghs, nicht unter 44 Stunden betragen dürfte. Ein Flugzeug, das von Europa nach Amerika fliegt, mutz infolgedessen einen Aktionsradius von 6000 Kilometer be­sitzen, was gleichbedeuetnd mit Betriebsstoff ist, der für 60 Stunden ununterbrochenen Fluges ausreicht, um gegen alle unvorhergesehenen Zwischenfälle gewappnet zu sein.

Junkers Flugzeug I 33 und die Rekord- Piloten Risticz und Edzard haben ihre Be­fähigung für das große Wagnis des Europa Amerika-Fluges aufs glänzendste bewiesen. Möge ihnen auf ebenso glückliche Weise bald die Bezwingung des Ozeans gelingen. Deutschland und darüber hinaus die ganze Welt wird ihnen Dank wissen.

Dev OauevflusveLovd.

Dessau, 6. Aug. Die Junkersflieger Risticz und Edzard sind, wie bereits kurz gemeldet, gestern morgen um 10.30 Uhr la Dessau glatt gelandet. Be­reits um 1.15 Uhr nachts hatten sie den Strecken- slugrekord mit 4400 km. geschlagen.; heute morgen kurz noch 9 Uhr brachen sie den Welkzeitrekord, der bisher von Ebamberlin mit 51 Stunden 11 Minuten gehalten wurde. Insgesamt haben die Flieger min­destens 6000 Kilometer zurückgelegt; die Gesamt- slugzeil betrug 52 Stunden 23 Minuten.

Die Landung.

Dessau, L. Aug. Die Landung der Piloten Edzard und Risticz erfolgt« auf dem Werftflughafen der Junkerswerke. Sie haben den bisherigen von den Amerikanern gehaltenen Dauerweltrekord um eine Stunde 11 Minuten 8 Sekunden überboten. Kurz nach 10 Uhr wurde von dem Flugzeug eine weiße Leuchtrakede obgeworfen, die die nahe bevorstehende Landung ankündigte. Die Flugleitung hob die Ab­sperrung auf, die Angestellten und Arbeiter konnten das Flugfeld betreten. In schönem Gleitftuge setzte das Flugzeug auf den Rasen auf. Die Propeller standen. Ein Auto mit den Zeitnehmern, Herrn v. Hoeppner, und dem Sportbeobachter, Herrn Sie­mons, nebst der Platzleitung und zwei Monteuren sauste über den Platz zum Flugzeug. Ihm folgten Professor Junkers mit seinem Stabe. Professor Junkers war kurz vorher in einem Flugzeug von einer Erholungsreise aus Warnemünde gekommen. Munter und lachenden Gesichtes sprangen die beiden Flieger heraus. Sie waren vollkommen frisch, nur über Kreuzschmerzen klagten sie. Auch in den Ge­sichtern merkte man kaum eine Spur von Müdig­keit. Im Auto ging es zum Starthaus, wo alles zum Empfang bereit war. Die Flieger wurden in zwei Klubsesseln plaziert. Rings herum gruppierte sich die Menge. Frau Risticz und Risticz Vater, so- wie Frau Edzard waren ebenfalls erschienen. Pro­fessor Junkers begrüßte mit ergriffener Stimme die Flieger und würdigte ihre Tat. Er führte aus: âls Leiter der Junkerswerke spreche ich unseren Flis- gern wie jedem einzelnen, vom ersten Direktor bis zum letzte« Lehrjungen, meinen wärmsten Dank aus. Ramens der Werksleitung sprach Direktor Schleißing. Die Begrüßung des anhaltifche« Staates übernckhm Ministerpräsident G e i st. Er feierte die Flieger, deren Tat auch eine hohe politische Bedeu­tung dadurch habe, daß der neue Weltrekord die

Leistungen der deutschen Custsafjti an die Spitze der Welt stelle.

Für die Stadt Dessau begrüßte Stadtrat Neumann die Flieger.

Edzard ist in Bremen geboren und wird ge­rade heute 29 Jahre alt. Er trat als Krieaefrsi- williger in dos 18. Dragonsrregiment ein und kam 1917 zur Fliegerei. In den beiden letzten Krisgs- jahren war er Flieger an der Westfront. Nach dem Kriegs arbeitete er zunächst als Landwirt, nahm aber später seine MsgEir^sit wieder auf und be­teiligte sich hervorragend an der Gründung der Bre­mer Luftverkebrs-G. m. b. H. Der zweite Rekord­

slieger Risticz kommt von der österreichsschen Mi- litärfiisgerei. Er hat während des Krieges besonders an der italienischen Front gewirkt. Nach dem Kriege ging er zu Fokker und beflog die Linie Budapest- Wien. Dann ging er nach Holland und bald darauf zu Junkers. Er flog längere Zeit die Strecke Wien- Rustschuk und war in der letzten Zeit als Werkvilot bei den Junkerswerke» in Dessau tätig. Dort hatte er großen Erfolg und konnte zahlreiche Rekorde auf« stellen. Risticz steht im 32. Lebensjahre.

Sie GesebuINe v«S «ekovdfluses

Das Hauptergebais des geglückten Dauerfluges ist, daß ein Transozeauflug mit deutschen Ma­schinen, deutschen Motoren möglich ist.

In sportlicher Hinsicht bedeutet der Junkersrekord» siug, daß die deutsche Maschine Junkers den kost­barsten Weltrekord, die fliegerische Spitzenleistung an sich, an die deutschen Farben geheftet hat.

Die Zunkersmnfchine war 52 Stunden 22 Minute« in der CufL

verbessert wurde damit der oon Chambertin ausge­stellte Dauerrekord von 51 Stunden 11 Minuten um eine Stunde elf Minuten.

Der LLNKstrsckLnreksrd DLLuhins »sei 44<$S Km TM* 'b^rMs in der KLch? ®» DsnnerÄLZ ;um Freitag «Herbste«.

Mss die wUe intrrnâenâ Uusnü'kunL Les ÄcJfM&g MlAnGt, f© âd man bAchichtstch Ler Str^Lnbeoechnung auf SchaneriAteirev stellt, im nur die von Wendemarke zu Wendemarke gefloge­nen Strecken gerechnet werden, nicht aber die Run- den, die das Flugzeug wegen Revels über Dessau ausführte. Für die innerdeutsche Bewertung kann dieser Umstand gleichgültig sein. In den rund 52% Flugstunden ist, eineDurchschnittsgeschwindigkeit von 117 Km. angenommen (bas Flugeug hatte in den letzten 10 Stunden sehr langsame Fahrt), eine Strecke von ca. 6100 Km. erflogen worden, eine Strecke, die Chamberlins bestrittenen 6000 km. übertrifft.

In technischer Hinsicht muß feskgestellt werden, daß Flugzeug und Motor die riesige Dauer, beanspruchung anstandslos ertragen haben. Auf- sallend gering war wieder der Oelverbrauch, der um ein Drittel hinter der vorgesehenen Menge zurück­geblieben ist. Der Wasserersah für die Kühlung war Rull, Wasserersatz war nicht notwendig.

hingegen dürfte feslslehen, daß das bisher für den LV-ZHotor verwendete Kompreffionsverhältnis von 1:6 günstiger ist im Hinblick auf den Sparflug, als das Verhältnis 1:7, mit dem der I-V-Motor der Rekordmaschine arbeitete. Die Erfahrungen, die man mit der Luftreise des Sporns an Looses Maschine gemacht hat, zeigen, daß für den LV mit Kom- pressionsverhältuis 1:6 die Belastungsgrenze noch nicht erreicht war. All diese Momente zusammen ge­nommen. ergeben die Möglichkeit, für den Irans- ozeanflug für noch weitere drei Stunden Betriebs­stoff mitzunehmen.

GMâmUib des Reiihsveâhes- miuisters an die LnâeSwevk«.

Berlin, 5. Aug. Der Reichsverkehrsminister hat der Firma Junkers anläßlich des neu ausgestellten Weltdauerrekords folgendes Telegramm gesandt:

Ich ersehe aus den Zeitungen, daß es einem Flugzeug der Junkerswerke gelungen ist, den Weli- dauerrekord zu brechen. Indem ich Ihnen hierzu meine besten Glückwünsche ausspreche, wünsche ich den weiteren Plänen des siegreichen Flugzeuges guten Erfolg. gez. Dr. Koch, Verkehrsminister.-

Die letzte« Voebeveltunse« zum Dreanflus.

Die Untersuchung des Rekordflugzeuges im Dessauer Flughafen ist im Laufe des gestrigen Tages abgeschlossen worden. Der Motor der Ma­schine Hal den 52ftünbigen Flug ohne irgendwelche Schädigungen überstanden. Gleichwohl wird der Motor noch einmal völlig überholt und bis in die kleinsten Konstruktionsteile auf etwaige Abnutzungen untersucht werden. Man hofft, daß bis zum 8. Au- gust die Usberholung der Maschine und des Motor« durchgeführt ist, so daß die beiden MaschinenEu- ropa undSternen " von diesem Tage an als start­bereit für den Ozeanflug gelten können.

Der Termin für den Ozeanflug wird nach Ab­schluß dieser Vorbereitungen nur noch von den Wetterberichten abhängig sein. Die Hamburger See. Wetterwarte unterrichtet schon jetzt die J«lnk«-swerke fortlaufend über die Wetterserhältnisse auf dem Ozean.

LS CCC warV Prämie.

Durch (Erringung des Dauerrekordes haben Risticz und Edzard die Bedingungen des kürzlich bekannt- .gemorbenen Preisausschreibens erfüllt. Sie ge­winnen eine Prämie von 75 000 Mark.

Amerika WM de« deuisrtzen Da«ev«ttsrek»vd überbiete«.

Rewyork, 5. Aug. Wie aus Fort Richmond (Rewyork) gemeldet wird, hat Bellanca, der Kon­strukteur derMiß Eolumb ia", erklärt, die Pläne für den Bau von zehn Flugzeugen, die mit vor- fchisdensn Neuerungen ausgerüstet [ein würden, seien bereits in Arbeit. Er hoffe, daß Chamberlm mit einer dieser Maschinen einen neuen Dauerflug untèvnshmen und den Woltzrokond wieder an sich bringen werde. Zu den Asußerungön EtMrw'srliins über den deutschen Rekord wird noch ergänzend ge­

meldet, daß ihn dieser Rekord nicht überrascht habe, denn er habe bei seinem Aufenthalt in Deutschland viele leistungsfähige Flugzeuge gesehen. Um den Rekord der Junkerswerke wieder zu brechen, brauche er nur ein Bellanca-Flugzeug. DieCo­lumbia", die für den Ozeanflug 377 Gallonen Be­triebsstoff an Bord hatte, könne 500 Gallonen Mit­nahmen und dann 6070 Stunden in der Luft bleiben.

Die GttttLusibttttg übe« ©M

Eine schwere Belastungsprobe für die englisch- amerikanische Freundschaft.

Washingion, 5. Aug. Der ergebnislose Abbruch der Genfer Marinekonferenz bedeutet nach Ansicht politischer und diplomatischer Kreise die schwerste Belastungsprobe, die die english-amerikanische Freundschaft seit dem Kriege durchzumachen gehabt hat. Die Debatten über die englischen Vorschläge an Amerika hatten zwar auf britischer Seite eine tiefgehende Verstimmung hervorgerusen. jedoch in Amerika kaum mehr als ein leichtes Gefühl des Aergers ausgelöft. Nunmehr herrscht aber beson­ders im Westen und mittleren Westen eme u n- serkenndare E ntrüftung über den 3 risdensstörrr Eng l a nd"; sie dürfte :r. der Wahlkampagne noch gesteigert merden. Beson­ders Borah wird es ohne Zweifel nicht an An­griffen gegen (rngfanb fehlen lassen LuMtsstkretär Kellogg hat sich zwar, um allzu heftigen Aus­brüchen gegenüber dampfend zu wirken, beeilt, eine Erklärung herauszugeben, in der gesagt wird, in Verhandlungen von Regierung zu Regierung werde vielleicht doch noch ein Kompromiß zu erzielen sein. Auch das Marineomt teilt bereits mit, Marine­sekretär Wilbur wolle sofort Verhandlungen mit den ^sachverständigen aufnchmen um das ameri­kanische Programm aj3}u ar beten für den Fall, daß eine neue Marinskonserenz einberusen werde. Je­doch herrscht in Regierungstreuen wie in bei. Öffentlichkeit kein Zwettl, daß diese Erklärungen nurweiße Salven" sind

Dieser Ausgang der Marine-Konferenz bebcutH für die Regierung eine große Enttäuschung, und wenn auch von Cooliohes Freundeskreisen verbrei­tet wird, daß vor.ausig alles beim alten bleiten solle und daß Bm-nka nicht in ei t Wettrüsten ein« zu treten gebe ite, so ist jedoch gewiss, daß m-m Marineaint, dem Parlament und einem Teil der Oeffentlichkeit ein starker Druck ausgeübt werden wird, so daß Coolidge, wenn er nicht die eigene Popularität und die Chancen der Republikanischen Partei gefährden will, sich dem Drängen wohl kaum entgegenstellen kann. Für die republikanische Press« ist der Gedanke, der bei' der Prasidente n- wa Hl-Kampagne ein Hauptargument bilden wird, folgender: Coolidge habe das große Werk Hardings, des ersten republikanischen Präsidenten der Nachkriegszeit vollendet und die Welt befrieden wollen, Europa, im besonderen England aber hät­ten die Konferenz zu Fall gebracht. Zeige das nicht, wie richtig die republikanische Regierung gehandelt habe, indem sie sich von europäischen Verquickungen stets ferngehalten habe und die Beteiligung am Völkerbund, dem Knotenpunkt alle Verwicklungen, standhaft ablehnte? Amerika brauche Europa nicht, es könne in vollster Einsamkeit dastehen. Coolidge habe den hehren und nun vergeblichen Versuch unternommen, dem Menschheitsfrieden eine neue Sicherung zu geben.

Auf der anderen Seite versuchen die Demokra­ten natürlich den Mißerfolg des Coolidgeschen Ab­rüstungsgedankens ebenfalls ihrer Wahlpropaganda nutzbar zu machen. Dieses Bestreben trat schon in der letzten Zeit deutlich zutage. Die demokratisch« Presse/die anfangs geschlossen hinter der Regierung stand, begann bereits berechtigte Zweifel an der Haltung Englands zu finden, und kritisierte die Maßnahmen der eigenen Regierung.Newport Times" undWorld" erklären übereinstimmeird, der Bruch sei nicht zu rechtfertigen. Die Meinungs­verschiedenheiten seien wirklich zu gering. Mit noch größerer Deutlichkeit erklärtBaltimore Sun", die englischen Vorschläge feien, soweit sie für die Ton­nage in Frage kamen, vernünftiger als die Gib­sons. Der Streit gehe eigentlich nur noch um die Bestückung der Kleinen Keuzer. Warum greife Coolidge nicht selbst ein und mache dem kleinlichen Zwist über diese Diebenfrage mit energischer Hand ein Ende? Das sei Coolidge sich selbst, seinem Lande und den Interessen der englisch-amerikan,. schen Beziehungen schuldig.

Ädmwal Scheev rum Ge«fev ^eblschlas.

Remyort, 5. Aug. Die Blätter veröffentliche« Erklärungen, die Admiral Scheer zum Fehlschlag der Genfer Abrüstungskonferenz abgegeben hat. Admiral Scheer erklärte, England habe seit de, Washingtoner Konferenz versucht, im Kreuzerba« einen Vorsprung zu erlangen, England versteh« unter demSchütz des Handels" den Bestand einer jedem Gegner überlegenen Handelsflotte. Admiral Scheer erklärte weiter, um die erwünschte Herab­setzung der Rüstung zu erzwingen, sollte man eine« Antrag auf Abschaffung des Seebeuterechts ein* bringen. Denn mit dem Fortfall des Seebeuts» rechts würde der Zweckmäßigkeit einer starke» Kreuzerflotte der Boden ausgeschlagen.

Slassen-rttottttikt in Vveutze«. preußische Rot-Verordnung über die Beflaggung M gemeindlichen Dienstgebäude und der Schulgebäus«

Berlin, 5. Aug. Im preußischen Staatsmittel fterium ist der Entwurf einer Verordnung ubs«