Einzelbild herunterladen
 

Saturn Stadt und Land

LS

greifte den

s. «neust

1922

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. / Lei unverschuldetem Ausfall dar Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Lezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung deS Lezugspreises. / Für Platz Vorschrift u. ErscheinungStage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet./Geschäftsstelle: Hammerstr.9 / Fernspr. 3956,3951,3956

scheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / LezugSpreis: Für den halben onat RM.1.-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag 15, »mStag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Sreite R-Pfg., im Reklameteil von 68 mm Sreite 25 R-Pfg. / Offertengebühr so R-Pfg.

W. 181

GenevÄ Adriger M?

Die Genfer Marinekonferenz ist in der jrigen Sitzung ergebnislos abgebrochen worden. In einer halbamtlichen deutschen Erklärung den Professor Försters Veröffentlichungen als schungen entlarvt.

Das preußische Kabinett hat der Ernennung i Professor Waentig zum Nachfolger hörsings estimmt.

Der Dessauer Dauerflug verläuft weiter glatt, c zurückgelegte Weg entspricht schon der Ent- nung DessauAmerika.

polnlfche Ifebevgriffe und kein Ende.

Danzigs Beschwerde beim Völkerbund.

Als der neue Freistaat Polen durch den »rfailler Friedensvertrag mit dem alten inde Pommerellen auch einen nicht uner­blichen Teil der Ostseeküste erhielt, lenkten h die Blicke der Machthaber in Warschau fo­rt auch auf eine polnische Flotte. Auf das frigste wurden sie in ihrem Vorhaben durch rankreich unterstützt, das auf diese Weise sten Fuß an der Ostsee fassen und damit eutschland auch ständig von Osten bedrohen mnte. Bei der Teilung der deutschen Schiffs­rute erhielt Polen 6 neuere Torpedoboote von )0 Tonnen und kaufte dazu im Jahre 1920 oft Frankreich noch zwei ältere Kanonenboote an geringem Tiefgang, die auf der Weichsel >ie an den flachen Küstengewässern gebraucht 1 erben konnten. Außer zwei Unterseebooten,

Âe ebenfalls in Frankreich gebaut wurden, hb einem alten französischen KreuzerDesaix" at Polen weitere Anschaffungen bei der chlechten Finanzlage noch nicht machen können.

Die Flotte war somit vorhanden, noch aber ehlte der Hafen. Der Lieblingswunsch Polens, n den Besitz Danzigs mit seinem trefflichen Hafen und seiner geradezu vorbildlichen Eriegswerft zu kommen, war hauptsächlich wird) Englands Widerstand nicht erfüllt wor­den. An der eigenen Küste kamen nach ein- ! gehenden Erkundungen nur Putzig und ein Gelände bei dem Dorfe Gdingen in Frage. An dem ersteren Orte wurde eine Seeflug­station errietet, bald fand die Regierung in Warschau ein dänisch-französisches Konsortium, das den Ausbau von Gdingen zu einem großen Hafenplatz für Kriegs- und Handelsschiffe in Angriff nahm und sich verpflichtete, die um­fangreichen Arbeiten in fünf Jahren zu

station errii

oollenden.

Auf den Rat Frankreichs und mit Genehmi­gung des Völkerbundes, der bekanntlich der Schutzherr des Freistaates Danzig ist, wandte sich Polen an den Senat und bat um die Er­laubnis, Danzig als Liegehafen für feine Flotte benutzen zu dürfen. Nach langen Verhandlun­gen kam im Jahre 1921 ein Vertrag zustande, wonach die polnischen Torpedoboote jederzeit, wenn es nötig wäre, in Danzig einlaufen könn­ten. Ausdrücklich wurde aber ausgemacht, daß . diese Erlaubnis nur solange gewährt würde, bis der Hafen Gdingen ausgebaut wäre. Seit­her liegen die polnischen Kanonen- und Tor­pedoboote jahraus jahrein in Danzig, nur sel­ten befahren sie die Ostsee, worüber die übrigen seefahrenden Völker allerdings auch sehr er­freut sind; denn mit der Navigationskunst in der polnischen Marine ist es trotz der vielen Admirale und der noch größeren Anzahl von Kapitänen nicht weit her. Sehr unangenehm empfindet den dauernden Aufenthalt der pol­nischen Matrosen die Hafenbevölkerung, da diese sehr unter den Uebergriffen der Polen zu leiden hat. Schlägereien in den Hafenkneipen sind an der Tagesordnung, man merkt es in den am Hafen liegenden Vierteln stets, wenn die polnische Besatzung Landurlaub hat und schon mehrfach hat sich die Danziger Bevölke­rung über die lästigen Gäste beschwert.

Inzwischen ist der Hafen Gdingen fertig ge­worden und auch in Anwesenheit französischer Kriegsschiffe dem Verkehr übergeben worden. Trotzdem verbleiben die polnischen Schiffe nach wie vor in Danzig. Es macht den Eindruck, als wenn sich Polen dort für immer festfetzen wollte und ganz vergeßen hat, daß nach der Entscheidung des Völkerbundes Danzig nie­mals eine Militär- oder Marine-Basis Polens werden darf. Allerdings hat der Völkerbund der polnischen Flotte gestattet, auf der Wester­platte ein Munitionsdepot anzulegen und die­ses von einer ständigen Wache von rund 80 Mann beaufsichtigen zu lassen, hierauf berufen sich nun die Polen und denken gar nicht daran,

Abbruch der Genfer Marine Sonfeeem.

Genf, 4. Aug. Die im Verlaufe der letzten Nacht beenbete Sitzung derGroßen Sechs", d. h. der hauptdelegierten der Genfer Seeabrüstungskonferenz faßte den Beschluß, eine öffentliche Vollsitzung der Marinekonferenz heute nachmittag um 3 Uhr abzu­halten. Dem Vernehmen nach mußten die Teilneh­mer feststellen, daß ein Uebereinkommen nicht mehr zu erwarten sei. heute vormittag traten die gleichen Delegierten wiederum zusammen, um das Pro­gramm der öffentlichen Vollversammlung festzu- egen. Gleichzeitig wurde bekannt, daß sich der Lon­doner Mimslerrat noch einmal versammelt habe, um einem Hauptvertreter Bridgemann endgültige In- truktionen zu erteilen.

Die Vollsitzung selbst brachte noch einer kurzen Begrüßungsansprache des Präsidenten Gibson und drei Reden der beteiligten Delegationsführer

die offene Erklärung, daß die Konferenz teful- tatlos vertagt wird,

was eine neue Einführung im internationalen Kon­ferenzwesen bedeutet. Die am Schlüsse der Sitzung angenommene Erklärung besteht aus neun Punkten, in denen hervorgehoben wird, daß in einigen wich­tigen Fragen eine provisorische Uebereinstimmung erzielt werden konnte, daß es der Konferenz aber unmöglich war, die Schwierigkeiten in der Kreuzer­frage zu überwinden. Die Standpunkte der ver­schiedenen Delegationen werden kurz resümiert, und es wird im sechsten Punkt deutlich gesagt, daß

die Konferenz scheiterte, weil zwischen England und Amerika über die Verteilung der kleinen und großen Kreuzer und über die Bewafs- nungsfrage keine Einigung erzielt werden konnte.

Im siebenten Punkte heißt es dann:Gegen­über diesen Schwierigkeiten haben es die Delegier­ten für das beste gehalten, die gegenwärtige Kon­ferenz mit einer freimütigen Darstellung ihrer re- spektiven Ansichten zu vertagen und chren Regie­rungen das Problem zum weiteren Studium mit der Hoffnung vorzulegen, daß die Verhandlungen zwischen ihnen zu einer raschen Lösung führen möchten. Weiter empfehlen die Delegierten den ver­schiedenen Regierungen, daß die im Washingtoner Vertrag vorgesehene Konferenz vom August 1931 früher abgehalten werden möchte, damit ihre Be­schlüsse noch Einfluß gewinnen können auf das Bau­programm für die Schlachtschiffe, die im November des gleichen Jahres zur Durchführung kommen.

Als erster Redner nimmt der Vorsitzende der britischen Delegation, Bridgeman, das Wort. Brw- geman führte aus, daß die Haltung der britischen Delegation, obgleich sie den besonderen Interessen des britischen Reiches Rechnung tragen müsse, den­noch von einem Geiste der Versöhnung geleitet worden sei und daß sie die Unterstützung der japa­nischen Delegation gefunden habe. Er stellt ebenso wie feine Kollegen fest, daß die hauptsächlichsten Schwierigkeiten aus der Kreuzerfrage, vor allem aus der Frage der Stärke ihrer Bewaffnung, her­vorgegangen seien. In der Ueberzeugung, nicht zu einem allgemeinen Uebereinkommen gelangen zu können, würde es die britische Delegation begrüßen, wenn eine Uebereinkunst getroffen werden könne, welche schließlich nur auf diejenigen Punkte be­schränkt bleibe, in welchen keine Meinungsverschie­denheiten bestanden hätten. Der Redner erinnert

das ihnen sehr sympathische Danzig zu ver­lassen.

Am 2. August ereignete sich ein neuer Ueber- griff der polnischen Matrosen. Drei Angehörige der Besatzung des TorpedobootesKiljaoiak" bekamen Streit mit Danziger Arbeitern, in dessen Verlauf ein Arbeiter von einem der Ma­trosen niedergestochen und schwer verwundet wurde. Zwei Matrosen wurden verhaftet, der dritte entkam. Vor der Polizeiwache, auf der die Matrosen abgeliefert wurden, sammelte sich eine große Menschenmenge an. Es fehlte nicht viel, daß die Uebeltäter gelyncht worden wären. Die Empörung über diese neue Bluttat in Dan­zig ist umso größer, als in der letzten Zeit pol­nische Wandervögel, Ausflügler und Mitglieder der Sokolvereine sich in der Umgebung von Danzig mehere Male Ueberfälle gegen harm­lose Wanderer zu schulden kommen ließen. Schon mehrfach ist in Danziger Blättern von dem Senate gefordert worden, daß die Nebel­täter schärfer bestraft würden. Auch verlangt die Bevölkerung, daß die lästigen Polen ent­weder aus dem Freistaats entfernt werden oder daß diese Verbrecher nicht immer auf pol­nisches Gebiet entkommen und sich dadurch der Bestrafung entziehen können.

Die Empörung ist gerade jetzt in Danzig bis zur Sietzehitze gestiegen, da in den letzten Tagen der polnische Staatspräsident Moscick' in dem benachbarten Pommerellen auf einer Besichtigungsreise weilt und immer wieder auf dieurewigen Rechte Polens auf seinen jetzig

daran, daß er in den letzten Tagen nicht nur im Namen der britischen Regierung sondern auch im Namen der britischen Dominions einen Vorschlag eingebracht habe, der aber als unnannehmbar ab- gelehnt wurde. Bridgeman schloß, daß aus der Tat­sache, augenblicklich zu keiner Formel gelangen zu können, die von allen drei Mächten angenommen würde, nicht etwa der Schluß zu ziehen wäre, daß zwischen den drei Mächten eine Art Antagonismus bestehe, und noch weniger gehe daraus hervor, daß die drei Mächte nun beabsichtigten, neue Schiffe im Sinne einer Art Wettrüsten zu bauen.

Der Weltfriede hänge im wesentlichen vom friedlichen Geiste der interessierten Rationen ab, einem Gefühl, von welchem die hier in Genf ver­tretenen Mächte tief erfüllt seien.

hierauf-bestätigte der Leiter der japanischen De­legation, Admiral Saito, die vor einigen Tagen zwischen der japanischen und britischen Delegation zustandegekommsne Verständigung und stellt mit Bedauern die zwischen den Regierungen der Ver­einigten Staaten und Großbritanniens bestehenden Meinungsverschiedenheiten fest. Der Redner führte weiter aus, daß ein von ihm in letzter Stunde ein­gereichter Kompromißvorfchlag nicht die Zustim­mung der Delegation gesunden habe. Man hätte es sich niemals denken können, daß drei durch die Freundschaft so eng verbundenen Länder im Ver­laufe einer Abrüstungskonferenz sich nicht würden verständigen können.

Der amerikanische Delegierte Gibson legte den amerikanischen Standpunkt in allen Einzelheiten dar und gab die Gründe an, weshalb seine Dele­gation die Bestreben, die höchstmöglichste Herab­setzung der Tonnage und dementsprechend auch die größten Ersparnisse zu erzielen, nicht zustimmen konnte, daß die Vereinigten Staaten im Bau von denjenigen Kreuzern, die sie für nötig hielten, be­hindert würden, während die britische Flotte über große Kreuzer, die mit Achtzollgeschützen bewaffnet sind und über Hilfskreuzer nerfüge, die der Flotte Der Vereinigten Staaten weit überlegen seien. Gibson sprach der japanischen Delegation die ganze Anerkennung der amerikanischen Delegation für die von Admiral Saito eingebrachten Vorschläge be­treffend die Beschränkung der' Tonnage aus. Wie feine englischen und japanischen Kollegen gab Gibson seinem Bedauern darüber Ausdruck, daß kein Ueber- einkoinmen zustande gekommen ist, betonte jedoch den tiefen Friedenswunsch der drei Mächte. Er fei überzeugt, daß kein Gefühl der Entmutigung die Anstrengungen zur Erreichung einer effektiven Be­schränkung der Rüstungen beeinträchtigen werde. Gibson dankte auch den Vertretern Frankreichs und Italiens, dem Generalsekretär und vor allem denen, die an den Arbeiten der Konferenz teilgenommen haben und verlas die von den drei Delegationen ausgearbeitete Erklärung, die folgendermaßen schließt:

Die Delegierten geben offiziell ihrer Ueberzeu­gung Ausdruck, daß die entstandenen Schwierig­keiten nicht als ein Hindernis aufgefaßt werden dürfen, das die Anstrengungen zur Erlangung einer neuen Beschränkung der Rüstungen zur See unmög­lich machen würde. Im Gegenteil hoffen die Dele­gierten, daß diejenigen Punkte, über die bereits eine Einigung erzielt werden konnte, und die durch-

s

gen Besitz" hinweist. Jeder rechtlich denkende Mensch sieht ein, daß die Uebergriffe Polens auf Danzig ein Ende haben müssen. Es ist da­her ganz selbstverständlich, daß sich der Senat von neuem beschwerdeführend an den Völker­bund gewandt hat. Er hält den jetzigen Zeit­punkt für besonders geeignet, weil er ihm Ge­legenheit bietet, den Vertrag von 1921 wegen des Aufenthaltsrechtes der polnischen Schiffe in Danzig zu lösen. Von selbst wird eine An­regung vom Völkerbünde nicht ausgehen, wird diese Angelegenheit in der Veschwerdeschrift Danzigs aufgerollt, so müssen die Herren in Genf wohl oder übel der Angelegenheit näher treten. Allzu großen Hoffnungen gibt man sich in Danzig ja nicht hin; denn man hat schon zu oft erlebt, wie der Völkerbund vollkommen versagt hat, wenn es galt, Danzigs Interessen zu wahren. Roch sind die Verhandlungen und Entscheidungen über das MuniKonsdepot auf der Westerplatte und in der Briefkastenange- legenheit in aller Erinnerung. Der Völkerbund hat in Danzig selbst, wo er doch eigentlich Herr im Hause sein sollte, jegliche Achtung und jeg­liches Vertraue» verloren, hier müßte unter allen Umständen bei der nächsten Tagung des Rates der deutsche Reichsaußenminister für die alte Handelsstadt eintreten und der SBelt ein­mal die Augen öffnen, in welcher Weise sie dauernd von Polen schikaniert wird, in der Absich, sie mürbe zu machen und einmal doch dem weißen Adler zu unterwerfen.

geführten Arbeiten gestatten werden, nach vor­heriger Beratung einen Boden für die Derständi- gung zwischen den Regierungen für die verschiede­nen Auffassungen zu finden, um zum baldigen Ab­schluß eines Abkommens über die Beschränkung der Hilfsschiffe zu führen, eines Abkommens, daß fühl­bare Ersparnisse nach sich ziehen, die national« Sicherheit gewährleisten und das Gefühl des gegen­seitigen Vertrauens und guten Einvernehmens för­dern würde."

Nach einigen Worten Gibsons auf die Dankes­bezeugungen Bridgemans und Saitos erklärte tat erste amerikanische Delegierte

die Marinekonferenz für beendet und vertagte sie.

(Sitte GvSlsVniW âeUosss zum GGeitevn des Masruskonfsveuz.

Washington, 4. Aug. In einer heute veröffent­lichten offiziellen Erklärung führte Staatssekretär Kellogg zum Scheitern der Genfer Verhandlungen u. a. aus: Ich betrachte es nicht als endgültig, daß die Bemühungen, eine Vereinbarung zu- standezubringen, gescheitert sind. Ich bin über­zeugt, daß die in Genf geleistete Arbeit es möglich machen wird, eine Basis der Versöhnung für die auseinandergehenden Absichten zu finden und bald den Abschluß einer Vereinbarung über die Ein­schränkung der Hilfsschiffe zulassen wird. Kellogg fügte noch hinzu: Ich bin gewiß, daß der Mißerfolg die weiteren Beziehungen zwischen Großbritannien und den Vereinigten Staaten nicht beeinträchtigen wird.

England haè Geduld.

Washington, 4. Aug. (United Preß.) Zu dem Mißerfolg der Genfer Seeabrüstungskonferenz trirb in hiesigen politischen Kreisen durchweg erklärt, daß lediglich England durch seine Unnachgiebig- keit in der Frage der Kreuzertonnage die Schuld an dem Scheitern der Verhandlungen trage und allgemein herrscht die Ueberzeugung, daß Prä­sident Coolidge keine weiteren Versuche machen wird, eine Beschränkung der internationalen See­rüstung herbeizuführen, da er die absolute Zweck­losigkeit seiner Bemühungen eingesehen habe.

Trotzdem erwähnte man, daß Coolidge während der nächsten Sitzungsperiode des Kongresses alle aus die Durchführung eines großen Flottenbauprogram- mes hinzielenden Bestrebungen nach wie vor be kämpfen wird.

GennsLuuns itt Pasis.

Paris, 4. Aug. Am Duai d'Orsay vermag man eine gewisse Genugtuung und Schadenfreude über das Scheitern der Genfer Flottenabrüstungskonfe­renz, auf der Frankreich bekanntlich nicht vertreten war, nicht zu verbergen. Andererseits aber bedauert man den Fehlschlag, weil er sich für die Sache der allgemeinen Abrüstung schädlich erweisen dürste und weil man ihn hinterher als ein chslechtes Vorzeichen für die im September fiattfinbenbe Abrüstungs­konferenz des Völkerbundes betrachtet. Man ist sich darüber klar, welchen Schwierigkeiten eine Verstän­digung über die noch viel kompliziertere Gesamtab- rüftung vor dem Völkerbund begegnen wird, wenn es fegt schon nicht gelungen ist, drei Mächte in einer Teilfrage unter einen Hut zu bringen.

*

Deadwood, 5. Aug. Präsident Coolidge nahm die Nachricht von dem Zusammenbruch der Genfer Konferenz mit Stillschweigen auf. Der Abbruch ist von chm erwartet worden, nachdem es ersichtlich geworden war, daß Großbritannien nicht in der Lage war, dem Programm beizupflichten, auf dem Präsident Coolidge stand.

pvof. tvaentks SemmiffaciMee

SbevKvSstdent van Saehfsn.

Berlin, 4. Aug. Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt mit: Das preußische Staatsmini­sterium hat in seiner Donnerslagsihunz beschlossen, den Minister des Innern zu ermächtigen, den Uni­versitätsprofessor Geh. Regierungsrat a. D. Dr. phil. waentig in Halle die kommissarische Verwaltung der Stelle des Oberpräsidenten der Provinz Sachsen zu übertragen. Gleichzeitig wurde der Minister er­mächtigt, das gemäß Artikel 86 der preußischer Verfassung erforderliche Einvernehmen des Pro- viuzialausschusses der Provinz Sachsen mit der end­gültigen Ernennung Professor Waentigs herbeizu­führen.

Der sozialdemokratische Landtagsabgeordnete Dr. Waentig, taffen kommissarische Ernennung zum Oberpräsidenten der Provinz Sachsen als Nach­folger Hörsings das preußische Staatsministerium beschlossen hat, steht im 58. Lebensjahre. Er ist seit 1914 Professor für Nationalökonomie an der Uni­versität Halle, nachdem er vorher an den Univer­sitäten Greifswald, Münster, Halle und Tokio tätig gewesen war. Der Sozialdemokratischen Partei hat er sich nach dem Kriege angeschlossen. Daran, daß tar Provinzialausschuß der Provinz Sachsen sein Einvernehmen mit seiner Ernennung aussprechen werde, wie es die Verfassung vorsieht, ist wohl nich zweifeln.

M

Demonstvatronen der âsmmunMen.

Berlin, 4. Aug. Der Gau Berlin-Brandenburg der K. P. D., des Roten Frontkämpferbundss und der übrigen kommunistischen Organisationen veranstaltete heute, abenb im Lustgarten sine Ds-