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General Anzeiger für

Kanau Stadt und Land

Domrerstas de«

W. ISO

4. Attsust

1022

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Das KSSSMS.

Das Reichskabinett wird sich demnächst in aer Ferieusitzung mit Fragen der Außenpolitik schafft gen.

In Lausanne wurde die Wettkirchenkonferenz höffnet, an der 50 Länder mit 439 Delegierten teil- chmen.

Die Probeflüge zur Ozeanüberrzuerung wer- « fortgesetzt.

Als Nachfolger Coolidges wird Hoover ge- atmt.

Eoottdges Ende?

Aus Amerika kommt die überraschende !unde, daß Präsident Coolidge in Rapidcity or amerikanischen Presievertretern auf eine frage mit gewohnter lakonischer Kürze die lntwort erteilt hat:Ich habe beschlossen, mich -.eicht um die Präsidentschaftskandidatur 1928 u bewerben". So klar und deutlich diese Lntwort zu sein scheint, so läßt sie doch noch nanche Auslegungen zu. Es heißt, daß er sich licht um die Präsidentschaft bewerben werde. Im Englischen:I do not choose to run for »resident in 1928.") Im allgemeinen wird i nun in Amerika das als einen wirklichen Ver- iicht darauf auffaffen, sich überhaupt als Kan­didaten aufstellen zu lassen. Diejenigen jedoch, Jie eifrig für die Wiederaufstellung Coolidges »ingetreten sind und wohl noch in der nächsten Zukunft eintreten werden, können das so aus­legen, daß er entschloßen ist, sich nicht aktiv um die Aufftellung als Kandidat seiner Partei zu bemühen, daß er aber auf der anderen Seite eine Nomination, wie man die offizielle Auf­stellung eines Parteifandidaten in Arfterika bezeichnet, nicht ablehnen würde, wenn sie ihm atm der allgemeinen Parteitagung angetragen wird.

Trotz aller gegenseitigen Bemühungen seiner Freunde wird man aber doch aus dieser positiven Erklärung die Absicht Coolidges her­auslesen muffen, für das Rennen um die Präsidentschaftswahl im nächsten Jahre auszu- scheiden. Dafür sprechen eine Reihe von Grün­den. Erstens macht sich auch innerhalb seiner eigenen Partei starker Widerstand gegen die abermalige Aufftellung Coolidges geltend, mit der geschichtlichen Begründung, daß seit Washington das amerikanische Volk keinen dritten Präsidentschaftstermin wünschen und dulden könne. Nun liegt diese Angelegenheit allerdings ebenso unklar wie früher bei Roose­velt. Dieser sowohl wie Coolidge sind als Vizepräsidenten durch den Tod des Vorgängers während einer Amtsperiode von vier Jahren in das oberste Amt der Vereinigten Staaten eingerückt und nur einmal für dieses Amt selbst gewählt worden. Es ist immer eine Streit­frage gewesen, die bis heute nicht endgültig entschieden ist, ob der erste, nicht volle Termin als wirklicher Präsidentschaftstermin in Bezug auf die Möglichkeit einer Wiederaufstellung als Kandidat zu gelten hat oder nicht. Damals entschied die Partei selbst gegen Roosevelt im Sinne der Auslegung, daß auch ein unvoll­ständiger Termin als Präsidentschaftstermin angesehen werden müsse. Das sehr starke Ge­fühl der Amerikaner für geschichtliche Ueber­lieferungen hat sich noch stets als ein großes Hindernis erwiesen und das hat wohl Coolidge gefühlt und erkannt. Eine zweiter wichtiger Grund für seinen Verzicht dürfte darin liegen, daß sich im ganzen mittleren und ferneren Westen in der lanowirtschaftlichen Bevölkerung sehr starker Widerstand gegen die Agrar- und Zollvolitik der Republikanischen Partei geltend macht. Um dem etwas entgegenzuarbeiten, hatte Coolidge zum ersten Male als Präsident der Vereinigten Staaten sein Sommerquartier im ferneren Westen, im Staate Süd-Bakota, aufgeschlagen, in der Hoffnung, dort persönlich auf die Farmer einwirken zu können. Daß solche Berechnungen fast immer trügerisch sind, hat sich auch hier erwiesen. Durch die per­sönliche Anwesenheit Coolidges sind die Far­mer von ihrer Abneigung gegen die Republika­nische Partei nicht geheilt worden, sondern ihre Unzufriedenheit wird immer stärker. Dieser Mißerfolg mag zu dem Entschlusse Coolidges beigetragen haben.

Der dritte Grund liegt darin, daß bereits im vorigen Jahre bei der Kongreßwahl die Re­publikanische Partei unter der Führung des Präsidenten und dieser selbst in seinem eigenen Heimatstaate Massachusetts schwere Nieder­lagen erlitten haben, was zur Erhöhung seines Ansehens innerhalb und außerhalb der Partei nicht beigetragen hat. Viertens und schließlich

Die auSenvotÜifche Lage DeMMauds.

Seeleaiagwas deSiN-UbSkabi»««». - Die Hetze gegen Deutschland PbautaKe« ubee NeoeganjsationSviâne dev Reichswehr.

Berlin, 3. Aug. Am 10. August findet in Berlin ein Kabinettsrat der Mitglieder der Reichsregie- runa statt, der sich mit der auswärtigen Politik be­schäftigen wird. Fast sämtliche Mitglieder des Kabi­netts kehren von chrem Urlaub ein oder zwei Tags vor der Verfassung sfeier zurück. Die meisten Mit­glieder des Kabinetts werden Berlin dann noch­mals verlassen, so daß ein neuer Ministerrat vor dem Beginn der Sitzungen des Dölkerbundsrates in Genf, der für den 1. September an gesiegt ist, nicht mehr möglich sein wird.

In dem Ministerrat am 10. August wird die

Haltung der deutschen Delegation während der t Genfer Verhandlungen festgesetzt und Mar nicht nur für das eigentliche Programm der Verhandlungen des Rates und der Vollversammlung, sondern auch für die politische Debatte, die zwischen den Außenministern der euro­päischen Großmächte erwartet wird.

Die Vollversammlung wird sich, abgesehen von ziemlich allgemein gehaltenen politischen Debatten und der Wahl von nichtständigen Mitgliedern zum Rat als Ersatz für die auf ein Jahr im September 1926 gewählten Mitglieder, mit der Weltwirtschafts- konferenz befassen.

Die politische Debatte der Außenminister wird sich hauptsächlich auf die Locarnopolittk er­strecken.

Es ist anzu nehmen, daß diesmal von dem deutschen Außenminister mit allem Nachdruck daraus hinge­wiesen wird, daß die Entwicklung der politischen Lage seit Monaten nicht mehr den Voraussetzungen der Locarnopolitik entspricht.

Es zeigt sich nicht nur in den Reden Poincarös, sondern auch in der englischen Presse eine immer ft örtere Hetze gegen Deutschland, die mit der Behauptung geführt wird, daß Deutsch­land nicht vollständig abgerüstet habe.

Nach der Erledigung der Ostfestungsfragen, die nur durch ein weitgehendes Entgegenkommen Deutschlands erledigt werden konnte, beschäftigt man sich wieder mit angeblichen Verstößen Deutschlands in der Armierung der Ostseefestungen.

Es wird wieder der versuch gemocht. eine mili­tärische Kontrolle des Völkerbundes mit falschen Behauptungen zu begründen.

Dieser Versuch geht jetzt soweit, daß der offiziöse Berichterstatter desDaily Telegraph" in einem abermaligen Vorstoß gegen Deutschland behauptet, Deutschland sei mit einer Investigation durch den Völkerbund einverstanden. Diese Behauptung ist natürlich aus den Fingern gesogen.

Die Abrüstunasfragen sind zwischen Deutschland und der Botschafterkonferenz bis auf einige ganz geringe Restpunkte, über die auch feste Verein­barungen getroffen sind, endgültig erledigt. Eine Investigation des Völkerbundes wäre nur möglich, wenn ein tatsächlicher Verstoß Deutschlands gegen die Abrüstungsbestimmungen vom Völkerbundsrat festgestellt würde. Dazu liegt kein Anlaß vor. Die ganze Hetze wird aber nur unternommen, um Deutschlands diplomatische Lage in Genf von vorn­herein zu verschlechtern.

Änseblkibe Reovsanisairons- vlütte dev srerEswehv.

Paris, 3. Aug. Die französische Presse hat chre neueSensationDerTemps" veröffentlicht einen drei Spalten langen Auszug aus einem ungeschickten Artikel des Ultrapazifisten Prof. Förster in der ZeitschriftDie Menschheit", der sich auf einen an­geblich in ein^r Versammlung des Klubs der deut­schen Luftsahrtgesellschaft in Berlin verlesenen Be­richt stützt, in dem ein Reorganisationsplan für die militärischen Kräfte Deutschlands aufgestellt wird.

mag auch der unvermeidliche Mißerfolg der Seeabrüstungskonferenz in Genf bei Präsident Coolidge eine so starke Verstimmung ausgelöst haben, daß er beschloßen hat, sich von der akti­ven Betätigung in der Politik zurückzuziehen. Er hat sich so energisch und scharf für wirkliche Abrüstung zur See eingesetzt, daß er es schwer- lich mit seinem Gewissen vereinbaren könnte, nun der vorauszusehenden starken Vergröße­rung der amerikanischen Flotte zuzustimmen. Es wird dabei auch der Gedanke bei ihm mit­gesprochen haben, daß es vorteilhafter wäre, seiner Partei bei Aufftellung eines anderen Kandidaten gerade hierfür freie Hand zu lassen.

Alle diese Gründe dürften zufammengewirkt haben, um bei dem jetzigen amerikanischen Präsidenten den Entschluß auszulösen, nicht mehr zu kandidieren. Infolgedessen werden wir in der nächsten Zeit einen scharfen Kampf der nunmehr in den Vordergrund rückenden ande-

Es ist sehr zu bezweifeln, ob ein solcher Bericht tat­sächlich erstattet worden ist, und ganz ausgeschlossen ist es, verantwortliche deutsche Stellen damit in Ver­bindung zu bringen. Aber der französischen Presse ist dieser Artikel zu neuen Hetzereien höchst will­kommen.

Auch derM atin" besaßt sich mit dieser Sache. Er gibt zu, daß der Berickt ohne Zweifel nur die Tendenz gewisser militärischer Führer kennzeichnet, sieht aber in den angeblichen Plänen eine große Gefahr. Geßler und Heye wüßten genau, daß solche Pläne auf Erhöhung und Reorganisierung der Reichswehr ohne Zustimmung der Mächte nicht durchführbar seien. Deshalb falle ihrer Ansicht nach der Wilhelmstraße die Aufgabe zu, dieses Einver­ständnis der Mächte durch irgendeinen diplomati­schen Trick in einem günstigen Moment zu erreichen, besonders wenn der Völkerbund in der Entwaff- nungsfrage seine Ohnmacht bewiesen habe. Man werde aber auf feinen Fall eine Diskussion über die Stärkung des deutschen Mllitarismus zulossen.

DasJournal" sucht nachzuweisen, daß der sogenannte Reorganisationsplan die militärischen Vorbereitungen Deutschlands zu einem bevorstehen­den Kriege gegen Polen bedeute. Dasselbe behauptet derAvenier", der die Meinung vertritt, daß auch in Deutschland bis in die Kreise der Pazifisten hinein die Befürchtung, daß in einigen Jahren ein neuer Krieg und zwar mit Polen, ausbreche, ver­breitet sei.

In der Linkspresse findet die Derössentttchung ein bedeutend geringeres Echo. DieD o l e o t é weist darauf hin, daß im Grunde genommen die Reorganisationspläne nur darauf zurückzuführen feien, daß die Alliierten den Bestimmungen des Friedensoertroges von Versailles in der Frage der allgemeinen Abrüstung nicht nachgekommen sind. Der Friede von Versailles betone ausdrücklich, daß auf die Entwaffnung des Reiches die allgemeine Ab­rüstung folgen müsse. Wenn Worte, noch einen Sinn hätten, so habe Deutschland das Recht, von den anderen Staaten zu fordern, daß diese ebenfalls entwaffneten, nachdem Deutschland abgerüstet habe. Deutschland habe das Recht, das Argument der Sicherheit in die Diskussion zu werfen, wenn es heute sehe, daß es von bewaffneten Nachbarn um­geben sei. Wenn alle Hoffnungen des Völkerbundes vergeblich blieben, wenn die Abrüstungskonferenz scheiterte, so werde die Wiederherstellung der mili­tärischen Macht Deutschlands nur eine Frage von Jahren sein und allen Protesten zum Trotz durch- geführt werden. Die allgemeine Abrüstung sei also mehr als jemals für Europa eine Lebensfrage.

Es ist offensichtlich, daß diese Kampagne nichts anderes ist als eine Fortsetzung der Hetzereien gegen Deutschland, die den Zweck haben, die weitere Hin­ausschiebung der Besatzungsverminderung vor der Oeffentlichkeit, wenn auch noch so fadenscheinig, zu begründen". Mit den falschen Behauptungen des belgischen Kriegsministers über den Reichswehrersatz begann dieOffensive". Poincars führte sie nur zu gern fort, indem er in der französischen Presse die Debatte über die Vorgänge in Orchies in Spät­sommer 1914 hervorrief. Doß man zu so wenig schlagfertigen Argumenten greift, beweist nur, daß irgendwelche sachlichen Gründe nicht vorhanden sind, die Erfüllung der Deutschland gegebenen feierlichen Zusagen immer weiter hinauszuschieben. Das deutsche Volk aber darf sich bei dem phantastischen Professor Förster bedanken, der in seinem mehr als unvorsichtigen Artikel in derMenschheit" eine den Franzosen willkommene Handhabe für neue lächerliche Behauptungen gegeben hat. Nicht nötig noch besonders festzustellen, daß die bedauerlichen Angaben Försters, den man in Deutschland längst nicht mehr ernst nimmt, nichts Zutreffendes ent­halten.

ren Kandidaten für d-ie

tsnomi-

Nation erleben. Soweit man jetzt die Dinge zu überschauen vermag, dürfte bei den Republi­kanern der jetzige Handelsminister Hoover die besten Aussichten haben. Immerhin ist es noch fast ein Jahr bis zur Aufstellung der Partei­kandidaten und da kann sich noch manches er­eignen.

Panik an der Newyorker Börse.

Newyock. 3. Aug. Die Verzichtertlärung des Vriffidenten Coolidge auf seine weitere Präsident- schastskandidatur hat bei Beginn der heutigen Börse eine Panik heroorgerufcn. Schon bei der Eröffnung sanken die Shirfe um 6 bis 7 Punkte. Einzelne Fir­men erlitten schwere Verluste.

Diese Vorgänge zeigen am besten, welche Bedeu­tung man der Sparpolitik des Vräsiüenten mit ihren Steuerermäßigungen beiimßt. Der Name Coolidge ist bei den meisten Amerikanern gleichbedeutend mit Wohlstand. Vielleicht zieht die Republikanische Par­tei daraus ihre Schlüsse, indem sie Coolidge trotz Ler Ablehnung wieder nominiert.

^VovevS AusüEien.

Diel erörtert werden bereits die neuen Pritzi- dentschafts-Kandidaten. Insbesondere tritt wieder die Kandidatur Hoovers m den Vordergrund, die von seinen Freunden seit langem unter der H<nck> vorbereitet war. Diese sind der Ansicht, daß Hoover im Jahre 1929 nur deshalb nicht ausgestellt war, weil er damals wegen seiner Mitarbeit mit Wilson demokratischer Neigungen verdächtig erschienen sei. Inzwischen habe er aber durch seine sechsjährige Tätigkeit an der Spitze des Handelsamtes seine Zu­verlässigkeit als republikanisches Parteimitglied er­wiesen. Auch ist es sicher, daß Hoover dem fast all­mächtigen Jndustrieflügel der Republikanischen Par­tei durchaus genehm wäre. Auf die Tätigkeit der Freunde Hoovers wird die Entfremdung zwischen ihm und dem Präsidenten zurückgeführt, die Coolidge vor einigen Wochen veranlaßte, in der Pressekonfe­renz des Weißen Hauses eine ungewohnt schroffe Bemerkung über Hoover zu machen. Der Zwist wurde dadurch beigelegt, daß Hoover dem Präsi­denten jovial erklärte,solange der Hut des Präsi­denten im Ring fei", werde er nicht kandidieren und seine Freunde anweisen, die Propaganda einstweilew aufzugeben. Nunmehr ist Hoover wieder frei. Als weiterer Kandidat kommt der frühere Gouverneur von Illinois, Frank Lowden, in Frage, der als Or­ganisator der landwirtschaftlichen Veckaufsorganisa-^ tionen unter den Farmern großen Anhang besißt. Jedoch haben die Landwirte in der Regel im Partei­konvent wenig Einfluß. Vizepräsident Dawes, von dem es ebenfalls heißt, daß er sich gern um die Präsidentschaft bemühen werde, kommt als Präsi­dent ernsthaft wohl kaum in Frage. Gegen ihn spricht schon die Tradition, die es dem Vizepräsiden­ten verbietet, sich um die Präsidentschaft zu bewer­ben. Ferner ist er mit 60 Jahren über die Anwart­schaft hinaus. Schließlich kommen noch Gegensätze zwischen ihm und der Newyorker Hochfinanz in Be­tracht, die seiner Kandidatur Schwierigkeiten machev würden.

«Savas'* übev -ke benä^m« Sandelsveâaas vevvandlanse«

Paris, 3. Aug. havas veröffentlicht über den Stand der deutsch-französischen handelsoertragsoer- Handlungen folgende Auslassung:

Beide Delegationen setzen ihre Besprechungen aktiv fort Obwohl die Auffassungen sich ziemlich genähert haben jaden, scheint es unseren Informa­tionen nach, daß ziemlich bedeutende Meinungsver­schiedenheiten bestehen. Die französischen Delegier­ten wollen noch keine Genugtuung betreffend Leinen- und Seidenwaren erhalten haben. Die deut­schen Vertreter andererseits versuchen noch, ihren Standpunkt betreffend die elektrische und mecha­nische Industrie dulchzudrücken. Es bestätigt sich jedoch nach den non uns eingeholten Auskünften, daß die Verhandlungen bis Ende dieser Woche zu einem Ergebnis führen werden. Wird Handels­minister Bokanowsti in der Lage fein seinen Ministerkollegen im Verlaufe des nächsten Minister­rats, der am Samstag dieser Woche zusammen­treten wird, den Wortlaut des gegenwärtig in Bc- ratung befindlichen Handelsabkommens zu unter­breiten? Das würde man noch nicht bejahen können. Nichts beffoweniair dürfte keine Zweideu­tigkeit mehr über den Abschluß bestehen.

LMe das PavSsev KanveSs- abkommen arrssedest wivd.

Paris, 3. Aug. DieInformation" veröffent­licht heute ein Interview ihres Mitarbeiters Marcel Pays mit dem Direktor der Handelsverträge, Ser- ruys, in dem dieser erklärt, das in Aussicht genom­mene deutsch-französische Handelsabkommen könne sich folgendermaßen definieren lassen: 1. An die Stelle eines Teilabkommens, das nur einen kaum 20 Prozent der Dorkriegsausfuhr darstellenden Teil der Industrien umfasse, werde ein sich praktisch über alle industriellen Produktionszweige beider Länder erstreckendes Abkommen treten. 2. Während die früheren Vereinbarungen diese Teilbegünstigun­gen beschränkten, sei es durch Kontingentierung, sei es durch Festsetzung von Znischenzöllen, hätten sich Deutschland und Frankreich nunmehr bemüht, sich gegenseitig die Meistbegünstigungsklausel de facto zuzugestehen und sich gegenseitig die gleiche Behand­lung einzuräumen wie den anderen konkurrierenden Ländern. 3. Während in die früheren Abkommen nur die zur Anwendung der einander von den bei- den Parteien zugestandenen beschränkten Begünsti­gungen nötigen Handelsklauseln ausgenommen wor­den seien, würde der neue Vertrag sämtliche Be­stimmungen enthalten, die bei ständigen Handels­verträgen üblich seien, und auf diese Art könnte das gegenwärtig in Ausarbeitung befindliche neue Ab­kommen einen endgültigen Vertrag bilden, wenn nicht die darin vorgesehene Umgestaltung der Zölle zu ungenügend wäre, um allen Wünschen und Be- dürsnissen beider Länder Rechnung zu tragen. Ser- ruys beklagt zum Schluß, daß das Ermächtigungs­gesetz vom 13. Juli Lebensmittel und Bekleidungs- gegenstände von dem Abkommen ausgeschlossen habe, da einerseits die französische Landwirtschaft ebenfalls ein wirtschaftliches und Zollstatut fordere, und an­dererseits zahlreiche Industrien, die durch den deut­schen Wettbewerb nicht betroffen würden, ebenfalls Garantien, Schutz und Sicherung verlangten. Das neue deutsch-französische Abkommen sei in weit­gehendem Maße von den Ideen inspiriert, die aus der Genfer Wirtschaftskonferenz vorherrschten, und flirte die erste Verwirklichung einer allgemein