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1. KNSE

1922

ES

)ie Genfer Gee-AbriMungs- Sonßerenz.

Koneott, 1. Lug. Zu dem amerikanischen Ent- rf einer Zusatzklausel zum Abrüstungsvertrag det der Genfer Korrespondent desReuter­ros": Dieser Vorschlag ist von dem amerikani- n Hauptd elegierten dem britischen Delegierten hrere Tage vor ihrer Abfahrt unterbreitet wor- i. Der amerikanische Delegierte hat chn in der jung vom Donnerstag formell eingebracht und s erklärt formell die Zusammenkunft des briti- m Kabinetts am Freitag. Bis dahin habe die tische Delegation keinerlei Aussichten über diesen ! twurf einer politischen Klausel ausgesprochen, de- 1 Zweck anfdfeinenib ist, die Engländer mit einer cherheitsvorrichtung zu versehen.

In einer weiteren Reuter-Meldung aus Genf itzt es: Die von Amerika vorgeschlagene politische »Musel werde von Beobachtern dahin ausgelegt, daß einen Mangel an Vertrauen zwischen den Teil- hmern darstellt. Daß die Engländer einer der- tigen Klausel nicht zustimmen können, ist ziemlich ir. Das Ergebnis der Konserenz bleibt wie immer nh in der Schwebe.

Oevtagmtg in Genf.

Genf, 3L Süll Nach vielfachen Besprechungen, e heute vormittag zwischen den Führern der drei Negationen an der Marine Konferenz stattgefun- »n haben, wurde beschlossen, die auf morgen, rontag, anberaumte öffentliche Sitzung zu ver- igen. Voraussichtlich wird diese Sitzung am Mitt­woch oder Donnerstag stattfinden. Inzwischen hat ie amerikanische Delegation der Presse eine Mit- eilung zukommen lassen über einen von ihr ge= »achten Vorschlag, wonach die drei Machte in das bzuschließende Abkommen eine Zusatztmusel auf- !«hmen sollen, derzilfolge jede der Vertrags- chließenden Parteien das Recht haben soll, nach dem 11. Januar 1931 die Einberufung einer Konferenz wrzuschlagen, falls sie der Meinung wäre, daß eine wer drei Mächte die chr zugewiesene Gesamttonage n Kreuzern derart verwendet, dag die Gesamt- onnage der anderen Mächte durch ein gemeinsames Abkommen entsprechend angepatzt werden müßte. Sollte dieses gemeinsame Abkommen nicht erm^licht verden, so hat die einberufenbe Macht das Recht, Sen Vertrag zu kündigen, und in diesem Falle würde der Vertrag auch für die anderen zwei Mächte nicht «ehr bindend sein.

Der weitere Verlauf der Konferenz dürfte nun­mehr von der Stellungnahme der Engländer zu diesem Vorschlag abhängen. Man vernimmt an­dererseits, daß die amerikanische Delegation die von chr erwarteten Instruktionen aus Washington er­halten habe und daß diese Instruktionen ablehnend feien.

Ei« ueuev englischer Vorschlag ruv Slotteuabvüfiuug.

London, 31 .Juli. Der diplomatische Korrespon­dent desObserver" schreibt, wenn es morgen in Genf zu einem Abbruch kommen sollte, beabsichtige die britische Regierung, sofort für ein Abkommen einzutreten, das die Beteiligten verpflichten würde, während einer bestimmten Periode keinerlei neues Marinebauprogramm aufzustellen. Bridgeman und Lcrd Cecil hätten den amerikanischen Vertreter be­reits von ihrer Absicht verständigt. Der Hauptpunkt dieses britischen Planes würde sein, für eine be­stimmte Periode eine Grenze festzusetzen, über die hinaus der Neubau großer Kreuzer nicht gehen darf. Die britische Regierung würde sich verpflichten, während der betreffenden Zeit keine weiteren 10000 Tonnen-Kreuzer auf Stapel zu legen im Austausch gegen eine amerikanische Zusage, nicht über die britische Stärk« hinaus zu bauen und eine entsprechende Zusage der Japaner, die Zahl ihrer Kreuzer nicht über das Verhältnis von 3:5 zu Groß- briiannien bzw. Amerika gegenüber auszudehnen.

Valdwiu Über die Lage.

Montreal. 30. Juli. Gegenüber Washingtoner Meldungen, nach denen eine Zusammenkunft zwi­schen Baldwin und Coolidge in den nächsten Tagen zu erwarten sei, wird hier in informierten Kreisen erklärt, daß eine derartige Zusammenkunft höchst unwahrscheinlich sei. Baldwin der heute hier zu­sammen mit dem englischen Thronfolger eintraf, er­klärte einem Vertreter derUnited Preß" be­fragt über seine Ansicht betreffend die Lage auf der Genfer Konferenz wörtlich:Ich habe England nicht eher verlaßen, bevor ich nicht das Vertrauen haben konnte, daß unsere Delegierten mit annehm­baren Aussichten auf Erfolg nach Genf zurückkehren könnten. Wenn die Konferenz jetzt resultatlos ver­läuft, ist es nicht unsere Schuld."

Die Stimmnug in Amerika.

Rapid City, 31. Juli. In der Umgebung des Prä­sidenten wird erklärt, daß man bei aller Abneigung wegen Annahme der englischen Vorschläge doch England keinen Vorwurf für sein Verhalten machen könne, da man einsehen müsse, daß England ge- Eien sei, unter allen Umständen für den Schutz weit verbreiteten Besitzungen zu sorgen, und tsprechend seine Politik einrichten müsse.

Zwischen der Wohnung Coolidges, die durch einen direkten Draht mit dem Staatsdepartement verbun­den ist, und dem Büro des Staatssekretärs wurden heute ununterbrochen Telegramme gewechselt. Coo-

Sber sehr besorgt zu sein scheint, verließ sein nur auf kurze Zeit und hinterließ den Auf­trag, ihn bei dem geringsten Anlaß sofort herbeizu­holen.

Wie gegen abend verlautet, soll es dem Vor­sitzenden der amerikanischen Delegation in Genf, Gibson, überlassen bleiben, ob er der Konferenz Mitteilung von Amerikas Ablehnung der englichen Vorschläge machen will, oder ob er von dieser Er­klärung, die wohl gleichbedeutend mit einem Ab­bruch sein würde, vorläufig absehen will.

LooUdge für ein Nvovisovinm.

Rewyork, 31. Juli. Die auch über das Wochen­ende fortgesetzten Verhandlungen zwischen Staats­sekretär KellogA dem Marinechef und den Sachver­ständigen lassen mit Gewißheit darauf schließen, daß die Vereinigten Staaten noch nicht chr letztes Wort in Sachender Genfer Konferenz gesprochen haben. Die Bemühungen der amerikanischen Regierung sind jetzt, nachdem die großen Hoffnungen begraben wer­den mußten, aus die Anbahnung eines Provisoriums gerichtet, das gewiße Garantien für Beschränkung der Budgets für den Kreuzerball Vorsicht. Coolidge weiß sehr wohl, daß ein Abbruch der Konferenz für den Marinehaushalt der Vereinigten Staaten ver­hängnisvoller sein würde, als wenn die Konferenz überhaupt nicht einberufen worden wäre. Sein Ziel ist nunmehr, die innerpolitischen Folgen des Genfer Mißerfolges auszugleichen und der Marinepartei, die nicht nur in Genf intrigierte, sondern die auch in den Wandelgängen des Kongreßes beträchtliche Stimmen hat, den Wind aus den Segeln zu nehmen. Die Schwierigkeiten für das Zustandekommen eines Provisoriums sind nicht prinzipieller Natur, sie lie­gen vielmehr in technischen Details, die überwindbar scheinen.

Inzwischen hat Coolidge, der einen maßgebenden Einfluß auf die Verhandlungen ausübt, eine Er­klärung vorbereitet, die Gibson in der Schlußsitzung der Konferenz abgeben wird. Die Rede wird den Standpunkt der Vereinigten Staaten kurz resümie­ren und zum Ausdruck bringen, welche Hoffnungen der Präsident auf die Konferenz gesetzt hatte, näm­lich: Verminderung der Steuerlasten, Herabsetzung der Seeabrüstungen und Stärkung des internatio­nalen Friedenswillens.

Pariser Bläst erftimmeu

Paris, 1. Aug. Zur Genfer See-Abrüstungskon­ferenz erklärt dasJournal, man müße abwarten, ob in zwei oder drei Tagen eine Kompromißklausel gefunden werden kann. Schon jetzt beweise das Er, gebnis, daß die Engländer einen Mißerfolg errun­gen haben, dadurch, daß sie sich ernergisch zeigen. Die Amerikaner seien gezwungen anzuerkennen, daß die Verantwortung für einen Mißerfolg auf sie zurückfallen würde, und daß der Abbruch der Kon­ferenz Gedanken an den Imperialismus durchblicken laße, deren Verbreitung nicht nach dem Geschmack der Amerikaner sein würde.

DasEcho de Parts" erklärt: Sobald das eng­lische Verteidigungs-Instrument auf dem Spiele steht, und sobald die englische Marine in Frage kommt, gebe das engische Volk der Admiralität Blanko-Dollmacht. Hoffentlich wird man es in Zu- tunst nicht mißbilligend aufnehmen, wenn Frank- reich sich vom englischen Beispiel leiten laße, und wenn es in der Frage der Rheinlandräumung, um nur diese heranzuziehen, sich ebenso von Fachleuten leiten lasse. Hoffentlich wird kein französischer Mi- nister mehr, mit im Dezember 1926, versuchen, sich des alten Jochs zu entledigen.

DerParis Martinat" kündigt vor allem das Scheitern der See-Abrüstungskonferenz an. In zwei oder drei Tagen wird das offenbar werden. Aber auch in diesem Falle müße man England An- erkennung zollen, das mit einer besonderen Geschick- lichkeit es so einzurichten gewußt habe, daß Was­hington die Verantwortung für den Abbruch trage.

Das Oeuvre" schreibt, das ganze Entwaffnungs­problem müße vom Völkerbund in Angriff genom­men werden und zwar unter Berücksichtigung seiner Beziehungen zu dem Problem der Sicherheit. Es sei allerdings gut, daß die 3 Delegationen in Genf Dor- sichtsmaßnahmen treffen, um zu vermeiden, daß die allgemeine Mißstimmung durch das Scheitern der Arbeiten noch zunehme.

Der GenferMatin'-Korrespondent erklärt, es scheine, daß die drei Delegationen auf Abkommen hinarbeiten, die das Scheitern der Konferenz in der nächsten Vollsitzung verschleiern Werden.

De. Reinbolb Mee bett Dawesvla«.

Williamstown, 3L Juli. In einem Interview mit einem Vertreter der Associated Preß gab der frühere deutsche Reichsfinanzminister Dr. Reinhold dem Zweifel Ausdruck, ob Deutschland im Stande jein werde, die durch den Dawesplan auferlegten Zah­lungen zu leisten. Es sei nicht vorauszusehen, ob die deutsche Wirtschaft die notigen hohen Steuern tragen könne. Nach der Ansicht Sachverständiger sei dies zweifelhaft. Gex^u- wärtig, so führte Dr. Reinhold weiter aus, bestehn keine Schwierigkeiten; auch wird jede deutsche Re­gierung nach besten Kräften die Erfüllung anstreben, jedoch ist zu berücksichtigen, daß Deutchland gemäß dem Dawesplan um die Hälfte mehr zal^en muß, als die gesamten anderen Schuldnernationen an Amerika zahlen sollen. Die Zahlungen können nicht aus dem Kapitalbesitz, sondern müßen aus dem Nationaleinkommen geleistet werden. Die Frage lautet daher weniger, was Deutschland produziert, als was es verdienen kann. Der Dawesplan hat in­dessen die Beziehungen zu Amerika gefestigt, da er amerikanischen Vorschlägen entsprungen ist und mit amerikanischen Geld finanziert worden ist. Dr. Rein­hold sprach die Ueberzeugung aus, Lie Gewissenhaf­tigkeit, mit der Deutschland den Dawesplan erfülle, werde in Amerika anerkannt werden.

SSvMrss Äachsolgev.

Berlin, 31 Juli. Wie derVorwärts" zuver­lässig hören will, ist als Nachfolger Hörsings vom preußischen Ministerium des Innern der Landtags­abgeordnete Professor Wäntig, Mitglied der Sozial­demokratischen Partei, in Vorschlag gebracht worden.

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Die Deutschnationale Volkspartei

erläßt folgenden Aufruf:

Berlin, 30. Juli. Am 2. Oktober d. J. vollendet der Herr Reichspräsident v. Hindenburg sein 80. Lebensjahr. Seinem Wunsche entsprechend, soll von kostspieligen Feiern Abstand genommen werden. Die dankbare Verehrung des deutschen Boltes für die Person des Reichspräsidenten soll in einer Form Ausdruck finden, die dem Ernst dieser Zeit und der Not unseres Volkes Rechnung trägt. Die Samm­lung einer Hindenburgspende, die dem Herrn Reichs­präsidenten an seinem Geburtstag überreicht werden wird, ist in Aussicht genommen. Seiner Anregung gemäß soll das Ergebnis der Spende dazu dienen, die Kriegsveteranen und -waisen vor Not zu schützen, das harte Los der Kriegsbeschädigten zu lindern.

Eine Ehrenpflicht ist zu erfüllen. Es gilt, der Welt durch die Tat zu zeigen, daß ein Hindenburg nicht nur nach außen hin der Repräsentant des deut­schen Volkes ist, sondern daß die Liebe und die Ver­ehrung für ihn tief in den Herzen aller D e u t s ch e n wurzelt. Das deutsche Volk soll zeigen, daß es trotz aller inneren Spaltung und Trennung auch einmaleinig in seinen Stämmen" sein kann.

Hindenburg war unser Führer, als Deutschland gegen eine Welt von Feinden rang. Führer ist er uns in der Not der Gegenwart. Treue um Treue! Deutsche daheim und draußen, zeigt, daß Ihr Eures großen Führers würdig seid. Helft mit, ein Denk­mal zu errichten, dauernder als Erz, weil es die Liebe und die Verehrung für den Mann auftraut, in dem das deutsche Volk den Stolz auf die Vergangen­heit und die Hoffnung auf die Zukunft verkörpert sieht. *

Bersin, 30. Juli. Wie wir erfahren, wird die preußische Regierung

in der nächsten Zeit ihren Aufruf zur Hindenburg- spende erlassen. Dankenswerterweise haben sich schon jetzt die preußischen Provinzialverwalwngen ent­schloßen, fih mit einem Gesamtbetrag von 200 000 Mark an der Hindenburgspende zu beteiligen.

Innerhalb der großen Wirtschaftsverbände setzt, nachdem nunmehr auch die Industrie und die Land­wirtschaft besonders aufgerufen haben, gegenwärtig eine starke Werbetätigkeit unter den Mitgliedern ein. In ganz besonders mustergültiger Weise ist bereits die Werbung von einzelnen Handelskammern, darunter vor allem auch der Berliner, geregelt worden.

Dar Zentrum.

Bersin, St Juli. DieGermania" veröffentlicht einen Aufruf der Deutschen Zentrumspartei zur De- telligung an der Hindenburgspende, in dem auf die Verdienste des Reichspräsidenten im Kriege und durch Uebernahme des Reichspräsidentenamtes hin- gewifen wird. In dem Aufruf heißt es n. au

Das beutfdfe Volk will feinem Reichspräsidenten durch eine Ehrengabe seine Dankbarkeit zum Aus­druck bringen. So rufen mir alle auf, von dem, was sie haben, zu geben, damit aus dem Erlös eine des Reichspräsidenten und des deutschen Vès amrdM Gabe werde.

Die Demokraten.

Bersin, 30. Juli. Der Vorstand der Deutschen Demokratischen Partei erläßt lautB. T". einen Aufruf zur Beteiligung an der Hindenvurgspendr. In diesem Aufruf heißt es:

Das deutsche Volk wird es sich nicht nehmen laßen, feiner Dankbarkeit und feiner Verehrung ffür einen Mann Ausdruck zu geben, der ollen Deutschen ein Vorbild treuer Pflichterfüllung gegenüber Volk und Staat ist. Die Deuchtze Demokrat ie ParteU

will deshalb helfen, daß der 80. Geburtstag des Reichspräsidenten, seinem Willen entsprechend, ein Tag wird, an dem das ganze Volk sich erneut zu feiner Wicht bekennt, die Nöte aus d.'r Kriogszeit zu mildern. Die Deutsche Demokratische Partei for­dert alle Freunde auf, sich an der Hindenburgspende zugunsten der Kriegsbeschädigten und Knegshintev- Mi ebenen zu beteiligen."

KÄtbim-ev und KsMSAasss.

Eine Entscheidung des preußischen OberoetuMiIiungs* gerichts.

Berlin, 30. Juli. Das preußische Verwaltungs« blatt bringt die Begründung des UrtsUs, mit den» das preußische Oberverhaltungsgericht am 20. Mai die Klage des preußischen Innenministeriums gegen den Magistrat von Potsdam wegen der Beflaggung des Potsdamer Rathauses entschieden hat. Die Be­gründung gelangt zu folgendem Schlußergsbnis:. Für Reichsgebäude ist es notwendig, den hoheü- lichen Charakter von Reichseinrichtungen, durch Hißen der Reichsflagge äußerlich zu dokumentieren und bei allen gegebenen Anläßen sich dieser Flaggs zu bedienen.

Für die Gemeinden aber scheiden solche Gründe- völlig aus. Wenn eine Gemeinde die Reichsflaggs setzt, so mag, das geschehen, um die Zugehörigkeit zum Reiche, die Achtung vor dem Reiche oder die Teilnahme an den das gesamte Volk bewegenden Ereignissen äußerlich zu bekunden und dergl. mehQ Mit rechtlichen Gesichtspunkten hat das nichts zn tun. Es gehört nicht zur ordnungsmäßigen Ver­waltung der Gemeinde als einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft, solche Flaggen anzuschaffen und z» hissen; es besteht keine gesetzliche Verpflichtung.

Die ReithswehV râd vrrsrtev.

Bor einem Erlaß des Ministeriums.

General Heyes Ziel: Uniform mit Schlips.

Im Laufe der letzten Jahre find an die Reichs» wehr mehrfach Anregungen ergangen, die Uniform der deutschen Reichswehrangehörigen etwas faw^n- froher zu gestalten undgelellschaftssähiger" zu machen. Das ist bei einerSöldner"-Truppe nicht ohne Wichtigkeit. Es wurden daher die Möglich­keiten studiert, wie man unter Berücksichtigung der leidigen Kostenfrage eine befriedigende Lösung her- beifuhren könnte. Gnindbedingung war, zunächst die Uniform in ihren Grundzügen so zu lassen, mir sie seit Jahren eingeführt ist und getragen wird.

Nunmehr sind die Arbeiten zum Abschluß ge­kommen, und in den nächsten Tagen wird ein beson­derer Erlaß des Reihswehrministers ergehen, in welcher Weise die Reichswehrangehörigen ihre Uni­form umgestalten dürfen. Da der Reichswehr selbst vorläufig keine Mittel zur Verfügung stehen, biei Aenderungen vornehmen zu lassen, so wird es zu­nächst den einzelnen Offizieren und Soldaten über«, lassen, persönlich ihre Kleidungsstücke mit den er­laubten neuen, verhältnismäßig geringfügigen Ver­zierungen zu versehen.

Das eintönige Graü der Röcke soll einmal da­durch etwas aufgehoben werden, daß die bisher' dunkelgrünen Knöpfe einen helleren Ton erhalten. Dann erhalten die Uniformrücke Paspolen, die im den für jede Waffengattung besonders vorgeschrie-^ benen Farben gehalten sind. Die Infanterie hat Weiß, die Kavallerie Gelb, die Artillerie Rot, die- Kraftfahrer Rosa, die Fahrtruppen Hellblau, bie Pioniere Schwarz, die Nachrichtentruppen Hell­braun. Diese Farben kehren auch als Grundfarben auf dem Kragenspiegel wieder, und die den frühere«? Gardelitzen ähnlichen Litzen werden in heller Silber­farbe gefertigt, ebenso wie die Litzen für die Unter­offiziere. Die langen Hosen erhalten Binsen in deo gleichen Waffengattungsfarben.

Für die Offiziere werden auch die Achselstücks und Sterne heller gefertigt Bis zum Obersten find Siiberachselstücke zu tragen, während die Generate golddurchwirkte Achselstücke anlegen. Für letztere kommt dann außerdem noch hinzu, daß ihre Uni­formen in allen farbigen Teilen einheitlich geholte« sind, nämlich ponceaurot, während bisher die Gene­ral« immer noch die Farben der Waffe trugen, aus der sie heroorgegangen sind. Das fällt in Zu- tunst

Die Form der Mütze bleibt vorläufig, nur wird« das Sturmband, das bisher aus schwarzem Ledev Gefertigt war, mit einer Silberschnur (für alle Offi­ziere bis zum Obersten-Rang) bzw. einer Goldschau- (für Generale) 'umwickelt.

Etwas ganz Neues werden allerbiitgs die Fang- Ebarfteden, die die Offiziere an rhren Gesell- nötigen anlegen dürfen. Diese Fangschnüre denen der früheren Schutztruppenosfizierc^ Sie find in der jeweiligen Farbe wie die Sturm- bänder gehalten, so daß man aus ihnen auch diS Waffenzugehörigkeit ersehen kann. Als Aequivale^ will man den Unteroffizieren und Mannschaftea wieder Schützenschuäre verleihen, die in grünes 'Farbe gehalten sind.

Dies find Dorfairfig die ersten Ansätze zu eine» Berfchöaeruog der Umform, aber General Hey« will mit der Zeit noch weiter gehen. Ihm schwebt dia Uniform mit dem Klappkragen (die gesundheitlichi große Vorteile für ihre Träger hat) und dem Schlip« vor, so wie sie u. a. in England, Amerika, Itali i» getragen wird und sehr gut aussieht. Daß der GWipg nichtsUnmilitärisches" ist, beweist ja das Beispi^ der Marine, die seit ihrer Begründung immer bey