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MGenerwl Äwzeiger für
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W. 124
Doimerstas
den 28. FM
1022
WaS KsusKs.
— In der Nähe von Kassel ist gestern ein Flug- g abgestürzt; dabei wurden fünf Insassen getötet.
— Jm österreichischen Nationalrat wurden die ßtrauensanträge der Sozialisten abgelehnt.
— Die Botschasterkonferenz nahm den Bericht tr die deutsche Ostentfestigung entgegen.
— Der Reichswirtschaftsrat bereitet eine Zoll- kungs-Enquete vor.
— Die Erklärungen Chamberlains über Eng- : bs Flottenabrüstungspläne werden als unge- .! ^nd erachtet.
Sie grotze« Luttmauövev übev London.
Lugland führt feine Luftflotte vor.
Wie mit so vielen anderen falschen Ansich- t hat der Weltkrieg auch mit dem Märchen fgeräumt, daß die Engländer auf ihrer Insel ulr Angriffen auswärtiger Feinde sicher wären, e Vorstöße der deutschen Kreuzer haben ge- gt, was ein kühner und entschlossener Feind leisten vermag; unsere Unterseeboote haben lgland beinahe an den Rand des Verderbens bracht, und noch heute spricht man in ganz lgland von den fürchterlichen Angriffen der utschen Luftschiffe und Flugzeuge.
Merkwürdigerweise schien England gerade > letzten Gefahren vergessen zu haben. Aller- ags war ja Deutschland auch in der Luft llig entwaffnet, aber es war doch nicht ausschlossen, daß die Freundschaft mit Frank- ich einmal einen Riß bekommt. Es ist daher gentlich nicht recht verständlich, daß England lmittelbar nach dem Weltkriege seine Luftacht abgerüstet hat, während Frankreich auch id) dem Waffenstillstand und dem Frieden ne Luftflotte vergrößerte. Es dauerte nicht nge, so sah man in England diesen Fehler ein ib war überall eifrig darauf bedacht, den Ursprung, den die Franzosen zweifellos er- mgen haben, wieder einzuholen. Bei dem M folgenden Ausbau der Flugzeuge wurde s Richtlinie an dem Grundsatz festgehalten, iß Englands Luftverteidigung so stark sein üsse, um das Land selbst gegen die stärkste uftmacht zu schützen, in deren Bereich Eng- nd liegt. Damit konnte naturgemäß nur rankreich gemeint sein. Mit einer Einmütigst, die man sonst selbst im englischen Parlament nicht kennt, wenn es sich um nationale inge handelt, wurde die ungeheure Steuerlast snehmigt, nur 25 Vertreter der Arbeiterpartei ic aben im Jahre 1925 gegen den Luftetat ge- immt, selbst in den radikalsten Zeitungen ruchten nur von Zeit zu Zeit leise Klagen über ie schwere Belastung auf.
Der 1. Januar 1925 ist ein bemerkenswerter 'ag in der Geschichte der englischen Militärrustschiffahrt. An diesem Tage wurde die Heimat-Luftverteidigung" eingerichtet, an eren Spitze der bisherige Luftmarschall Sir lohn Salmond trat. Ihm wurden die schon bestehenden 18 Geschwader unterstellt, außer- -em sollten 11 weitere Geschwader, in jedem jähre wenigstens zwei, gebaut werden. Dazu raten noch 13 sogenannte inaktive Geschwader, ne teilweise aus aktiven, teilweise von Miliz- I verbänden aufgestellt werden sollten.
Daneben wurde ein Inland-Kommando ge- nldet, das neben den Schulen alle Geschwader ter Armee umfaßt, sowie ein Küstenkom- nando, dem die Marine-Fliegerstaffeln unter- tehen. Allmählich hörten in den beteiligten Kreisen die Angriffe gegen das Zusammenwirken der Armee- und Marineflieger, die bis ß rahin sehr heftig gewesen waren, auf, aller- lings war man den Wünschen der Seeflieger iehr entgegengekommen.
Als im vorigen September die Ministerpräsidenten der Dominions in London weilten, führte man ihnen, gleichsam zum Beweise, daß man im Mutterlande vollkommen gerüstet wäre, die neuen Tankgeschwader vor. Nunmehr will man die englische, und vor allem die Londoner Bevölkerung beruhigen und ihr zeigen, daß das neue engli che Verteidigungssystem in der Luft allen Anforderungen entspricht und in jeder Hinsicht au der Höhe steht. Schon vor einigen Tagen haben vor dem Königspaare große Geschwaderübungen stattgefunden, an denen auch bekanntlich auf Einladung einige deutsche Offiziere teilgenommen haben. Die Uebungen haben bewiesen, daß die englischen Flieger trefflich ausgebildet sind, ihr Flugzeug vollkommen beherrschen und daß auch das Material nichts zu wünschen übrig läßt; denn es ist auch nicht der geringste Unglücksfall vor- gekommen.
Nun soll in sechstägigem Manöver das Luftverteidigungssystem in der Praxis erprobt werden. An den großen Manövern, die alles bisher Dagewesene weit übertreffen, nehmen im ganzen 22 Geschwader mit zusammen 300 Flugzeugen teil. Angenommen ist, daß der Feind von Osten kommt unb am 25. Juli, früh 7 Uhr, die Küste Englands erreicht hat. Mit Rücksicht auf die Gefährdung der Hauptstadt ist angenommen, daß sich die englische Regierung aus London nach Manchester zurückgezogen und die Verteidigung der Hauptstadt 13 Lustgeschwadern überlassen hat, die von einer sehr großen Anzahl von Abwehrkanonen unterstützt werden.
Längs der ganzen Küste sind Beobachtungsposten von Flakbatterien aufgestellt, die alle Beobachtungen nach Manchester zu melden haben. Bei London ist ein Stoßtrupp, der aus 35 Tag- und Nachtbombengeschwadern besteht, startbereit, um den näherkommenden Feind anzugreifen.
Wie die englischen Zeitungen melden, war es dem Feinde in der Frühe des 26. Juli gelungen, mit einigen Geschwadern durchzubrechen; denn gegen Mittag konnte man eine Reihe feindlicher Flugzeuge über London beobachten, die allerdings bald darauf von den
Schwere âszeuskataftvovhe bei Md.
Ditot VeobaGtev und 3 Pafsasieve getötet.
Kassel, 27. 3ult Heute nachmittag mußte das Flugzeug D 206 zwischen Kassel und Gießen eine Rotlandung vornehmen, hierbei kamen zwei
M?te und ein Herr Bauer aus Hofgeismar
Herr Kuhlmann aus Hannover, sowie der Borbroart Ihlow ums Leben. Der Flugzeugführer, Rudolf Dörr, und Dr. Milch von dèr Wetterwarte Frankfurt a. IN. wurden verletzt. Rach der Landung wurde das Flugzeug durch Brand beschädigt.
Alle 5 Fluggäste gelötet.
Frankfurt a. BL, 27. 3ulL Zu der Rot- landung des Flugzeuges 206 zwischen Gießen und Kassel wird noch mitgeleill: Der Flugzeugführer Rudolf Dürr und Dr. Milch von der Wetterwarte Frankfurt a. M., sowie der Passagier Kollmann sind ihren Verletzungen erlegen, so daß mit dem bereits gemeldeten Tode des Passagiers Bauer aus Hofgeismar und des Bordwarts Ihlow dem Unfall insgesamt fünf Menschenleben zum Opfer gefallen find.
Die Katastrophe ereignete sich am Abhanges eines mit Basaltblöcken bedeckten steilen Berges bei dem Städtchen Amöneburg. Es ist beobachtet worden, daß der Apparat plötzlich in Schlingerbewe- gungen geraten war, es konnte jedoch nicht mit Sicherheit feffgeftellt werden, ob diese durch den Einschlag eines Blitzes und eine Explosion des Motors in der Luft verursacht worden war. Die näch- sten Augenzeugen melden übereinstimmend, daß die Explosion erst am Boden erfolgte, nachdem das Flugzeug mit dem vorderen Teil auf die steile Böschung des Vergabhanges gestoßen war. Der hintere Teil des Apparates brach sofort ab. Die Insassen des vorderen Teiles, Flugzeugführer Rud. Dörr. Borbroart Ihlow und der Passagier Dr. Milch aus Frankfurt a. M. verbrannten mit dem Flugzeug. Die beiden Pasfagiere des hinteren Teils, Bauer und Kollmann, sprangen, soweit sich der Tatbestand bei der Geschwindigkeit des Vorganges beobachten ließ, kurz vor dem Aufschlagen aus dem Flugzeug ab und fielen die Böschung etwa acht Meter tief hinunter. Hier blieben sie schwer verletzt liegen.
wie das ««»MB entstand.
Das Unglücksjahr 1927 hat eine neue Katastrophe gebracht. Nach Unwetter- und Eisenbahnkatastrophen ist es diesmal ein Flugzeugunglück, wie es in einem solchen Ausmaß nur ganz fetten zu verzeichnen ist. Fünf Menschenleben forderte die Katastrophe, deren Ursachen bis zur Stunde noch nicht festgestellt sind. Ueber das Unglück entnehmen wir noch folgende
Einzelheiten aus den Berichten von Augenzeu^n.
Das sonst zur gewohnten Stunde von Kassel kommende Flugzeug D 206 versuchte auch heute wieder, das hochgelegene Amöneburg zu umkreisen, als plötzlich in geringer Höhe, kurz vor Beendigung der Schleife ein merkliches Schwanken des Apparates beobachtet wurde. Wenige Sekunden darauf erfolgte ein weithin hörbarer Knall; das Flugzeug stürzte am Nordwesthang (Neuer Weg) auf die Straße nach Kirchhain (Bez. Kassel) ab.
Beim Aufschlagen brach das Flugzeug in zwei leite. Die sofort herbeigeeilte Polizeibehörde und Herr Bürgermeister Weißbecker von Amöneburg, sowie der Arzt Dr. Hohenkamp und einige beherzte Bürger zogen die Insassen aus dem ausgebrannten Flugzeug und leisteten den Vorletzten die erste Hilfe.
Unter den brennenden Trümmern hervor wurden drei Leichen, vollkommen verbrannt und mit schweren Beinbrücken und sonstige« Verletzun
Stoßtrupps angegriffen wurden. Die Erwartungen der Londoner Bevölkerung, einen interessanten Luftkampf beobachten zu können, wurden jedoch getäuscht. Um einige Neueinführungen nicht zu verraten, hatten die sämtlichen Flieger Anweisungen erhalten, so hoch zu steigen, wie nur irgend möglich; Einzecheiten konnten daher nicht beobachtet werden, doch hatte der Luftmarschall Salmond die Liebenswürdigkeit, die Londoner Presse und damit die Bevölkerung über den Ausgang des Manövers auf dem Laufenden zu halten. Leider haben die Manöver gleich zu Beginn einen schweren Verlust gebracht, kurz nach Mittag stießen in der Grafschaft Middlesex zwei Flugzeuge zusammen, von denen eins brennend abstürzte und die beiden Insassen unter seinen Trümmern begrub. Ueber das Ergebnis der'Manöver wird natürlich strengstes Schweigen bewahrt, erst aus den Etatsforderungen des Luftministeriums für das nächste Jahr wird man sich ein Urteil über die Erfahrungen bilden können. So ganz, scheint aber das englische Luftverteidigungssystem nicht aus der Höhe zu stehen; denn sonst dürfte es nicht schon nach wenigen Stunden mehreren Geschwadern gelungen sein, trotz Abwehrkanonen über London zu erscheinen.
gen, geborgen. Unter diesen Toten befindet sich der Flugzeugführer Dörr. Zwei Pastagiere wurden schwer verletzt. Diese sind entweder aus dem Flugzeug gesprungen, oder sie wurden beim Bersten der Maschine herausgeschleuden.
Der Kraftwagenbesitzer Emil Noll aus Kirchhain verbrachte die beiden Schwerverletzten nach Anlegung der Notoerbände unter Obhut der Schwester Vebronia-Amönoburg mit seinen beiden Autos nach der Universitätsklinik Marburg.
Die 21b turzstelle wurde sofort von der Polizei- verwaltung abgesperrt.
Die Leichen, die bis zur Unkenntlichkeit verbrannt
sind und sehr schwere Verletzungen aufweisen, wurden in einer benachbarten Scheune niedergelegt. Im Laufe des Nachmittags trafen an der Unfallstelle Herr Landrat v. Gilsa mit dem Kreisoberinspektor und später die Luftpolizei aus Kassel zur Einleitung der'Untersuchung über die Ursachen des Unfalles ein.
Durch den Absturz hätte sich bald noch ein zweites Unglück ereignet. Der Kraftfahrzougbesitzer Herr Heinrich Wunderlich fuhr mit der Krankenschwester Bebroma kaum einige Schritte entfernt an der Absturzstelle vorbei. Das Auto passierte so dicht, das brennende Flugzeug, daß die Insassen erst glaubten, ihr Wagen sei mit in Brand geraten.
Die«-
Bleinungen der Augenzeugen über die Ursache
des Unglücks gehen sehr auseinander.
Der unversehrt gebliebene Postsack ist der Frau des Postagonten Weber-Amöneburg, welche mit ihrer Tochter Augenzeuge des Unfalles war, übergeben worden.
Nach Bekanntwerdon des Unglückes eilten viele Anwohner der Umgebung nach der Unfallstelle. Dieselbe bietet ein grausiges BW der Zerstörung. Verbrannte Kleider, zusammengeschmoHene Metallteile, der Motor, der völlig zersplitterte Propeller, die Steuerung und ein Teil der Tragflächen liegen am Hang. Die Kabine des Flugzeugs und der Führersitz sind restlos verbrannt.
Ein Augenzeuge, der mit seinem Kraftwagen 150 Meter von der Unglücksstelle entfernt war, schreibt:
„Wir befanden uns mit unserem Kraftwagen auf dem Wege von Marburg nach Amöneburg. Plötzlich sahen wir das bekannte Flugzeug, das wir schon so häufig auf seinem Flug von Kassel nach Frankfurt gesehen haben, seltsame Schwingungen und Zuckungen in der ßuft machen. Einer meiner Freunde sagte:
„Du, wenn das nur gut gehl, höre mal, wie der Propeller eigentümlich rattert?“
Wir ließen darauf hin den Kraftwagen stehen und hörten ein ganz eigentümliches seltsames Summen und dann wieder Aussetzen des Geräusches, so daß wir der Ueberzeugung waren, daß mit dem Motor irgend etwas nicht in Ordnung fein mußte. Dabei hatten wir das Gefühl, als ob das Flugzeug in der Luft hin und her kenterte. Plötzlich sahen wir, wie es ziemlich steil zur Erde niederstrebte. Es muß hier eingeschaltet werden, daß Amöneburg auf einem ziemlich hohen Basaltkegel steht, der aus der Dal- niederung ungefähr 365—420 Meter sich in die Höhe reckt und dabei ziemlich zerklüftet ist. Mr folgten nun mit gespannter Aufmerksamkeit dieser plötzlichen Landung, die zweifellos eine Notlandung infolge eines Motordefektes fein mußte, und sahen, wie plötzlich das Flugzeug niedevging, und noch einmal in die Höhe prallte und dann in zwei Teile auseinanderbrach. Ganz deutlich sahen wir, wie der hintere Teil des Lchgzeuges,ür dem sich Zwei Paga-
giere befanden, ab stürzte, bzw. in die Tiefe kollerte, während der
vordere Teil des Flugzeuges aufschlug unb augenblicklich von hohen Feuersäulen umgeben war. Mr fuhren nun mit Volldampf und altes Kraft, die unser Kraftwagen hergeben tonnte der Unglücksstelle zu; obwohl wir nur etwa 150 Meter in der Luftlinie von der Unalücksstelle entfernt waren, mußten wir wegen des felsigen und zerklüfteten Basaltuntergrundes,' auf dem Amöneburg steht, einen sehr großen Umweg machen. Als wir an der Unglücksstelle ankamen, sahen wir von dem vorderen Teil des Flugzeuges nur noch vollkommen verbrannte und glichende Gestänge und Trümmer- haufen. Die drei Fahrgäste müssen, nach dem, was mir an Stichflammen und überhaupt an Feuer- säulen beobachten konnten, von den enorm höhest Feuergarben sofort betäubt und getötet worden sein. Einige Schritte zurück sahen wir in der Tiefe, etwas 8—10 Meter tief, den ab gestürzten hinteren Teil des Flugzeuges mit den blutüberströmten und bewußtlosen Fahrgästen, dem Prokuristen Kullmann ans Hannover-Linden und dem Stadtobersekretär Bauer aus Hofgeismar bei Kassel. Die beiden Fahrzeug- gäste waren von dem Feuer völlig unberührt geblieben, aber sie hatten wahrscheinlich, und zwar nicht durch das Aufschlagen des Flugzeuges, sondern durch den Absturz des Flugzeuges von diesem Basaltkegel in die felsige Tiefe, jo
schwere Schädelverletzungen und kaocheabrmhe daoongetragen, daß wir eigentlich überlegten, obf es Zweck hat, sie mit dem Auto nach Marburg zst überführen. Da wir uns aber sagten, daß nur bia Universitätsklinik sofort eine Operation durchführest könnte, hoben wir die Verletzten behutsam in das Auto und fuhren sie vorsichtig nach der Universitätsklinik nach Marburg. Hier wurde festgestellt, datzj der eine Fahrgast, der Prokurist Kullmann aus Hannover-Linden, bereits in dem Augenblick, als wir chn in den Wagen hoben, oder unmittelbar! danach infolge feiner schweren Schädelverletzungeq gestorben sein mußte. Der Stadtoberfekretär Bauer aus Hofgeismar wurde zwar noch von den Aerzte« untersucht, indessen war eine Operation auch nidy mehr möglich, da er infolge seiner schweren Schä^ delverletzungen und der schweren Knochenbrüche unb des damit verbundenen Blutverlustes gleichfalls unter den Händen der Aerzte verstarb.
In Marburg war das Gericht verbreitet, dcchj der Blitz in das Flugzeug eingeschlagen und daß ^ dadurch zur Explosion gekommen sei. Diese 21 n* nähme ist vollständig unrichtig, denn wohl hattq als wir von Marburg abfuhren, über Marburg und dem westlichen Teil der Lahn ein furchtbares Unwetter getobt bei bem auch zahlreiche Blitze niedergegangen waren, dahingegen war in bai Ebene von Amöneburg schon hinter Seelheim von einem Gewitter überhaupt nichts mehr wahrzunehmen. Auch in dem benachbarten Kirchhain war kein Gewitter mehr zu verspüren und wir selbst können nur mitteilen, daß über Amöneburg sehr büfiges und nebliges Wetter war, die Wolken zienr< lich niedrig hingen, auch ein ganz leichter Sprüh- regen nieüerging. Die Annahme,
daß ein Blitz in das Flugzeug eingeschlagen hat, ist absolut falsch.
Vielmehr muß angenommen werden, daß be^ Motor irgendeinen Defekt hatte und der erfahrens Flugzeugpilot Doerr aus Darmstadt, der viele hun-j bert Male den Flug von Kassel nach Frankfurè' und von Frankfurt nach Kassel zurückgelegt hat unb infolgedessen die ganze Gegend ziemlich gut kenneq mußte, doch wohl in diesem verhältnismäßig unN günstigen Gelände zu einer plötzlichen Notlandung , gezwungen wurde. Bei dieser Notlandung muß nun das Flugzeug gegen einen Basaltstein angeschlagen haben oder aber es kann sich auch beim Niedergehen in die Erde so fest verrammt haben, daß es beim Aufschlagen noch einmal in die Höhe geschleudert wurde und dabei auseinanberbarft Das Flugzeug ist erst beim zweiten Aufprall explodiert und augenblicklich von fast haushohen Sticst flammen eingehüllt worden.
Lenivum und RerESbaunev.
Der „Vorwärts" teilt mit: Die über die Führung des Reichsbanners in den Reihen des Zentrums und teilweise auch bei den Demokraten auf» getauchten Meinungsverschiedenheiten werden anfangs August Gegenstand einer Aussprache tm Bun- desausschüß des Reichsbanners sein. Die Sitzung hat den Zweck, durch kameradschaftliche Fühlungnahme einen Weg zu finden, um für die Zukunft ähnliche Meinungsverschiedenheiten zu verhindern. An den Besprechungen, zu denen Bundespräsident Hörsing eingeladen wird, werden sich auch die führenden Persönlichkeiten des Zentrums im Reichsbanner beteiligen. Das Blatt glaubt, daß man sich in der heutigen Aussprache von führenden Zentrumsmitgliedern im Reichsbanner damit begnügen werde, dis Situation durchzusprechen, ohne Beschlüsse zu fassen, und zunächst die kommende Tagung in Magdeburg abzuwarten. Dem Sozialdemokratischen Pressedienst wird aus maßgebenden Zentrumskreisen mitgeteitt, daß Reichskanzler Dr. Marx seinen Austritt als eine rein persönliche Angelegenheit betrachtet. Er wollq nicht, daß daraus Schlußfolgerungen für die Ge- samtpartei gezogen werden.
Dke Wahvheit über Ovchèes.
Berlin, 27. Juli. Zu der Rede des französische« Ministerpräsidenten in Orchies erfahren wir voq maßgebender Seite:
Der iccmzösijchs Ministerpräsident nimmt n«