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Das MmEs.
— Das Pariser Kabinett beschäftigte sich gestern I deutsch-französischen Fragen.
— Im französischen Ministerrat teilte Handelsnister Bokanowski mit, daß die deutsch-fran- ischen Handelsoertragsverhandlungen sehr schwie- i seien.
— Gestern wurde in Danzig die deutsch nordische essekonferenz eröffnet.
— Im Derwaltungsrat der Reichspost begründete r Reichspostminister nochmals sein Verlangen nach rrto-Erhöhung.
Das „kolouialunkâhige" r BeniMIand.
ie sie mit deutschem kolonialgut umgehen.
Verhältnismäßig spät ist Deutschland in die I eihe der Kolonialmächte eingetreten. Mehr s ein Jahrzehnt dauerte es, bis das Reich tch Erfüllung näherliegender Pflichten seine licke nach „Uebersee" richten und an die Ererbung von Schutzgebieten denken konnte. ;de Betätigung auf neuen Gebieten hat ipderkrankheiten zu überwinden. Es mögen ohl im Anfang unserer Kolonialwirtschaft Mißgriffe bei der Auswahl der Persönlich- iten vorgefallen sein, es mögen auch einzelne eamten ihre Befugnisse überschritten haben, ?er derartige Zwischenfälle kamen noch viel iufiger bei den anderen Kolonialstaaten vor. Weider ist es nur bei den Deutschen üblich, der- rtige Entgleisungen an die Oeffentlichkeit zu ringen und im Parlament breitzutreten.
Man darf ferner nicht vergessen, daß in fielen Fällen England die Eingeborenen un= rer Schutzgebiete zur Unbotmäßigkeit auf- ehetzt hat, englischer Einfluß und englisches »eld sind bei fast allen Aufständigen festgestellt kl -orden. Deutschland sollte aber im Friedens- ertrag auf das Schärfste geschädigt werden nb mußte daher auch seine Kolonien verlieren. )ie Begründung für diese unsere Wirtschaft hr hart treffenden Maßnahmen ist eine der röhten Lügen des ganzen Friedensvertrages, nsere Feinde haben die früheren, längst er- :digten Vorgänge, die schon mehrere Jahr- chnte zurückliegen, gewaltig aufgebauscht und aben Deutschland für unfähig erklärt, seinen Schutzgebieten die richtige Kultur zu bringen, tnb wie steht es in Wirklichkeit?
In den letzten Jahren vor dem Weltkriege Daren sämtliche deutschen Schutzgebiete voll- ommen ruhig, zwischen der deutschen Verwal- ung und den Eingeborenen bestand das beste Einvernehmen. Letztere hatten nur zu gut er- annt, daß die deutsche Verwaltung vor allem gerecht und eifrig bemüht war, die Lebens- lerhältnisse der Bewohner so günstig wie I nöglich zu gestalten. Von einem Aussaugen )er Bevölkerung, wie es bei anderen Kolonialnächten gang und gäbe war, konnte nicht die Rebe sein. Es herrschte vielmehr zwischen leiden Teilen volles Vertrauen und bereitwillig stellten sich in allen Schutzgebieten die Eingeborenen bei der Mobilmachung an den vorgeschriebenen Plätzen. Nirgends kam es zu Üner Meuterei, nicht einmal Fälle von Ungehorsam sind vorgekommen.
Die Treue der Jaundo in Kamerun, die bis zum letzten Augenblick bei ihren deutschen Führern ausharrten, und besonders das unerschütterliche Vertrauen der schwarzen Soldaten und Träger zu ihren Führern in Ost-Afrika singen das Hohelied von deutscher Kolonialtüchtigkeit und beweisen schlagender als alles andere, wie richtig gerade Deutschland die Einwohner seiner Schutzgebiete zu behandeln wußte. Weder England nach Frankreich können in ihrer Jahrhunderte langen Kolonial- veschichte Vorgänge aufweisen, die an eine ähnliche Treue der Schwarzen zu ihren Herren l heranreichen. Derartige Vorfälle waren unseren Feinden wohlbekannt, aber sie wurden natürlich totgeschwiegen. Die deutschen Kolonien, die vor dem Weltkriege gerade anfingen, sich auf das Beste zu rentieren, mußten in die Hände der Feinde fallen. Da jedoch die europäischen Staaten neue Schutzgebiete nicht erwerben sollten, so traf man den Ausweg, daß sie das Mandat über die Kolonien zu übernehmen hatten, d. h. sie sollten entweder die Verwaltung des Gebietes nach den dort herrschenden Gesetzen führen oder wie z. B. in Süd-West-Afrika und auf den Inseln des
Stillen Ozeans, nach ihren eigenen Gesetzen regieren und, unter Vorbehalt von Bürgschaften für die Eingeborenen, das Land als
integrierenden Bestandteil ihres Gebietes an- Berichte gefärbt sind, eine Anzahl von Eingelehen. Die Mandatare haben alljährlich d;m boreuen haben sich zujammengeschlossen, ihr
Annahme der 1-ovt»evh-h««s im tderwattungSrat.
428 Millionen «»«de«»«. - Alle MSsUchVeUe« ersckdvft.
Berlin, 22. Juli. Die Vollversammlung des Verwaltungsrates der Roichspost ist heute um 10 Uhr vormittags zu einer Sitzung zufammengetreten, die der Beratung der Postgebührenvorlage sowie Haushaltungsfragen gewidmet ist Reichspostminister Dr. Schätzel hielt einleitend eine Ansprache, in der er u. a. ausführte:
Die Oeffentlichkeit bestreite einerseits die Notwendigkeit der Gebührenerhöhung und fordere andererseits durch Aufnahme van Anleihen, durch Rationalisierung des Betriebes die Gebührenerhöhung zu vermeiden.
Die Hotroenbigteit der Gebührenerhöhung könne er nicht besser nachweisen, als durch das Ergebnis der Verhandlungen des Arbeitsausschusses, der einen ungedeckten INehrbedarf von 427 Millionen Mark festgestellt habe.
Hiervon sollen etwa 208 Millionen Mark durch Erhöhung der Gebühren abgeschrieben werden. Der Ratschlag, Anleihen aufzunehmen, werde weit- gehendst ausgeführt werden, indem 170 Millionen Mark für dauernde Anlagen, Fernsprechanlagen und Hochbauten durch Anleihen gedeckt werden müßten. Auf Anleihen könnten jetzt bei gesunder Geschäftsführung nur Anlagen genommen werden, nicht aber Mehrausgaben laufender Natur, wie z. B. für Erhöhung der Beamtenbesoldung, der Wohnungsmiete und der Löhne, für die allein ein Betrag von 216 Millionen Mark erforderlich sei. Die Rationalisierung sei bet der Deutschen Reichspost kein unbekannter Begriff. öeit 1920 seien alle Mittel ergriffen worden, um die Einnahmen mag» lichst zu erhöhen und die Ausgaben zu senken. Die gesamte Geschäftsführung sei aus die kaufmännisch wirtschaftliche Form umgestellt worden. Im Jahre 1926 seien trotz der Steigerung des Verkehrs 5000 Kräfte eingespart worden.
Das finanzielle Ergebnis der Rationalisierungsmaßnahmen der letzten Jahre berechne sich auf etwa 120 Millionen Mark Jahreseinsparung.
Er könne bestimmt erklären, daß die Ausgaben der Deutschen Reichspost schon oft über die Grenze des Ertragbaren hinaus abgebröckelt seien. Alle Möglichkeiten feien erschöpft worden, bevor er mit dem Vorschläge der Gebührenerhöhung hervorgetreten sei. Der ungedeckte Mehrbedarf der Deutschen Reichspost sei so groß, daß ohne Gebühren- erhöhuna die Mittel fehlen würden, um die Besoldungserhöhung auch auf die Reichspost zu erstrecken, daß ferner lebenswichtige Arbeiten eingestellt und etwa 12000 Arbeiter entlassen werden müßten. Die
Völkerbundsrate bzw. dessen Mandatskommission einen Bericht über die ihrer Fürsorge anvertrauten Gebiete vorzulegen. An diese Kom- misston haben sich auch die Eingeborenen im Falle von Beschwerden zu wenden.'
Auf Grund dieser Bestimmungen hat Frankreich das Mandat über Togo und Kamerun übernommen, England hat Süd-West-Afrika zu verwalten und dem englischen Dominon Neuseeland ist der frühere Anteil von Samoa zugefallen. Diese Kolonie hat in den ersten Jahren ihrer Zugehörigkeit zum deutschen Reiche manche Schwierigkeit bereitet. Die Eingeborenen haben eine sehr alte Kultur und waren stolz auf ihre eigene Verwaltung, von der sie nicht lassen wollten. Schwierig war es auch, daß außer Deutschland auch England, sowie die Vereinigten Staaten sich um die Oberherrschaft der Inselgruppe bemühten. Die Verhältnisse wurden erst besser, als England auf jede weitere Einmischung verzichtete und zwischen Amerika und Deutschland eine reinliche Scheidung eintrat. Seither hat sich die landschaftlich sehr hübsche und an Bodenerzeug- nissen sehr reiche Kolonie auf das Beste entwickelt, die deutsche Verwaltung schonte die Eigentümlichkeiten der sehr intelligenten Bevölkerung und räumte ihr eine ganze Reihe von Vorrechten ein.
Das Verhältnis zwischen dem Mandatar und den Samoanern ist bisher nicht das beste gewesen. Vor allem in den letzten Jahren wurde sehr viel geklagt über den Vertreter der neuseeländischen Regierung, Generalmajor Richardson, der entweder über die Verhältnisse auf den Inseln nicht unterrichtet war, oder aber bewußt die Wünsche der Eingeborenen mißachtet. Dagegen waren die Berichte des Generals, die pünktlich bei dem Völkerbundsrate einliefen, voll von Erfolgen und konnten den guten Einfluß des Mandatars nicht genug in den Himmel heben.
Nunmehr stellt sich heraus, daß alle diese
Ursachen der finanziellen Schwierigkeiten der Datschen Reichspost seien nicht von heute. Dw Reuhs- post habe ihre Ausgaben zu 100 Prozent bezahlen müssen und aus den Gebühren nur durchschnittlich etwa 60 Prozent eingenommen. Das habe zu immer größeren Fehlbeträgen geführt. Für 1927 sei eine Anleche von 170 Millionen Mark vorgesehen.
Das ungeheure finanzielle Opfer, das die Dsut- che Reichspost seit der Stabllisierung durch Beibeialtung des 10-Pfennig-Portos der deutschen Währung und der deutschen Wirtschaft gebracht habe ei ihr nicht gedankt worden. Es sei ein bitteres Unrecht, daß die deutsche Oeffentlichkeit der Reichspost darüber Vorwürfe mache, daß sie nunmehr endlich ihre Tarife den Ausgabesätzen angleiche. Wer in der deutschen Wirtschaft seine Preise selbst erhöht habe, dem fehle das Recht, gegen die Gebührenerhöhung zu protestieren.
Man verweise endlich darauf, daß die Deutsche Reichspost ihre Gebühren erhöhe zu einer Zeit, wo andere Verwaltungen das Porto ermäßigen. Allein Man übersehe dabei, daß die Pgrtosätze, an denen diese Ermäßigung sich vollziehe, wesentlich höher seien als die deutschen. Zu den schweren Angriffen gegen die Erhöhung des Ortsportos stelle er fest, daß nahezu sämtliche größeren Postverwaltungen des Weltpostvereins verbilligte Sätze für den Ortsbrief überhaupt nicht kennen.
Der verwallungsrak beschloß nach ausgedehnter Beratung, das Briefporto im Ortsverkehr auf 8 Pf. festzusetzen. Ein Brief im Fernverkehr soll entsprechend dem Antrag des Arbeitsausschusses 15 Ulfen rüg, üMe 20 bc^ZMUSkMNm 30 Pfennig, über 250 bis 500 Gramm 40 Pfg. kosten. Druckfachen- karken auch mit anliegender Antwortkarte sollen einer ermäßigten Gebühr von 3 Pfennig unterliegen. 3m übrigen bleibt es für das Druckfachen- porto bei den Vorschlägen des Arbeitsausschusses, nämlich 5 Pfennig bis 50 Gramm. Auch die anderen Portoveränderungen wurden entsprechend den Vorschlägen des Arbeitsausschusses beschlossen.
Die Gewerkschaften gegen die NovtoevbShnng.
Berlin, 22. Juli. Die freien Gewerkschaften haben an den Reichspostminister ein Schreiben gerichtet, in dem sie eine ernste Beschwerde über die geplante Erhöhung der Portosätze erheben, die eine neue schwere Belastung der deutschen Wirtschaft zur Folge haben müßten, die die ohnedies schwierige Lage der Arbeitnehmer noch weiter gefährden würde.
Vertreter, der Präsident des sogenannten „Wohlfahrtskomitees" hat sich nach Neuseeland begeben und will der Regierung die Augen öffnen über das Treiben und Wirken ihres Gouverneurs. Daß dieser kein reines Gewissen hat, geht am besten daraus hervor, daß er dem Vertreter der Eingeborenen die Verschickung ongedroht hat, falls er in die Heimat zurückkehren wollte. Schon vor einiger Zeit H'atte die neuseeländische Regierung eine genaue Untersuchung der Zwischenfälle versprochen, vor allem wollte sie der Verbannung und Verachtung einiger Häuptlinge auf den Grund gehen und feststellen, ob der Gouverneur in diesem Falle richtig und zweckentsprechend gehandelt hat. Aber nicht nur die Eingeborenen sind mit der Mandatsführung Neuseelands sehr unzufrieden, sondern auch die zahlreichen Weißen, deren Geschäfte sich unter deutscher Verwaltung glänzend entwickelt hatten, jetzt aber mehr und mehr zurückgehen.
Die Gerüchte über die Zwischenfälle in Samoa sind auf Umwegen auch nach London gelangt. Man fragt sich dort allen Ernstes, ob das Dominion Neuseeland auch tatsächlich imstande wäre, die ihm vom Völkerbünde übertragene Ausgabe zu erfüllen. Die Mandatskommission in Genf hat bisher die Berichte meist in geheimer Sitzung entgegengenommen, denn sie wagte es nicht, gegen Frankreich und die unter englischem Schutz stehenden Mandate vorzugehen. Mit dieser Vertuschungspolitik muß nun aber endlich ein Ende gemacht werden. Die Wahrheit marschiert, immer mehr wird der ganzen Welt bekannt, wie vortrefflich Deutschland zu kolonisieren verstanden hat, daß es mehr wie alle anderen verdient, das Mandat über seine früheren Kolonien wieder zu übernehmen. Darum können wir nicht oft genug die Forderung in die Welt stinausrufen:
„Gebt Deutschland seine von ihm so trefflich verwalteten und nur dadurch so zukunftsreichen Kolonien wieder!"
Die vvLutz. BesoSdutrssvpvlase*
Berlin, 22. Juli. Der preußische Finanzminister Dr. Höpker-Aschoff hat dem Preußischen Bsamten- bund zugesagt, daß er die neue Besoldungsordnung, sobald sie in seinem Ministerium fertiggestellt sei, und bevor sie im Kabinett beschlossen werde, dem Preußischen Beamtenbund zur Kenntnis und Stellungnahme vorgelegt merben solle. Darüber hinaus hat sich der Minister bereit erklärt, den Entwurf alsbald nach seiner Fertigstellung im Finanzministerium mit Vertretern des Ausschusses für Beamtenfragen des Preußischen Landtags zu besprechen und den Abgeordneten so Gelegenheit zu geben, ihre Wünsche noch rechtzeitig zu äußern.
Dee M Vvaun-âeudell vertagt.
Berlin, 22. Juli. Zu dem Konstrkt der Reichs» reglevung mit der preußischen Staatsregierung erfährt das „B. T.", daß, wie nunmehr feststeht, eine öffentliche Reichsratssitzung vor den Sommerferien nicht mehr stattfinden wind. Der Streitfall wird morgen im Geschäftsordnungsausschuß behandelt. Gegenstand dieser Beratungen sind sowohl die Erklärungen des Reichsinnenministers o. Keudell, als auch die gestrige Gegenerklärung des preußischen ten Braun. Doch ist für diese BË-
MinLsterprästdenten Braun. Doch ist für diese Beratungen im Geschäftsordnungsausschuß besondere Vertraulichkeit proklamiert. Das Ergebnis soll erst in der ersten öffentlichen Reichsratssitzung nach den Ferien, also in der ersten Septemberhälfte
bekanntgegeben werden.
^avdovfk Mit die Vevfaffunss- Vsve.
Das „23. T." hört, daß Reichsinnenminister o. Keudell den volksparteilichen Abgeordneten v. Kar- dorff aufgefordert habe, bei der Feier des 11. August im Reichstag die Festrede zu halten. Abg. v. Kardorff habe zugestimmt. Bei der großen Abendfeier in der Funkhalle wird der preußische Unter- richtsmimster Dr. Becker die Festrede halten
Ium Satt ^Svirus.
Berlin, 22. Juli. Zu der öffentlichen Zurückweisung des Hörsingschen Aufrufs durch die Reichs- regierung bemerkt das Berliner Zentrumsblatt, die „Germania":
Dieser Erklärung der Reichsregierung kann man die Zustimmung gerechterweise nicht versagen. Herr Hörsing scheint zu übersehen, daß das Reichsbanner keine rein sozialdemokratische Einrichtung ist, sondern daß ihm auch zahlreiche Angehörige andrer Parteien, insbesondere auch Zentrumsleute, angehören. Gerade bei der bekannten eigentümlichen Parteikonstellation in Oesterreich und angesichts des noch durchaus unaufgeklärten Charakters der Wiener Vorgänge hätten fürwahr die dem Reichsbanner angehörenden Zentrumsleute von der Leitung des Banners mehr diplomatische Zurückhaltung erwarten dürften. Eine Fortsetzung so einseitigen Verfahrens würde es den Zentrumsmitgliedern wohl oder übel schlechterdings unmöglich machen, beim Reichsbanner zu bleiben. Am nächsten Sonntag findet eine Tagung des Reichsbannervorstandes in Magdeburg statt. Bei dieser Gelegenheit dürfte die Angelegenheit ausführlich zur Sprache kommen. Es muß dabei unter allen Umständen erreicht werden, daß der paritätische Charakter des Reichsbanners in Zukunft gewahrt wird und daß nur solche politischen Kundgebungen in die Welt gehen, bjp die Zustimmung des gesamten Vorstandes gefunden haben. Das voreilige Manifest des Herrn Hörsing erscheint um so unangebrachter, als über die Vorgänge in Wien in der vorigen Woche die Akten noch lange nicht geschlossen sind. Weder die Haltung der Sozialdemokratischen Partei Oestereichs bei diesen Krawallen, noch diejenige des Republikanischen Schutzbundes steht bis jetzt eindeutig fest, und niemand, am wenigsten Herr Hörsing in Magdeburg, ist heute schon in der Lage, ein objektives Urteil über die Verteilung von Schuld und Unschuld mit irgendeinem Anspruch auf Zuverlässigkeit und Erdgültig- keit abzugeben.
Die AusewattdevLetztttts mit den Standeshevven.
Berlin, 22. Juli. In einer Kleinen Anfrage im Landtag wurde das Staatsminifterium um Auskunft über die Mfindungs- und Entschädigungsansprüche der Depossedierten und ehemaligen Standesherren und über die seit November 1918 von Preußen an die ehemaligen Standesherven usw. ausgehändigten Bar- und Sachwerte ersucht und eine Erklärung darüber gewünscht, was das Staots- ministerium diesen Forderungen gegenüber zu tun gedenke. Die Antwort des preußischen Finanzministers enthält eine Zusammenstellung der an de possedierte Fürsten und ehemalige Standesherren zu zahlenden Jahresrenten und gibt als Gesamtbetrag der Ansprüche in Papiermark die Summe von 1831570 Papiermark an. Diese verteilen sich wie folgt:
1 „Hohortsrentöll", zugesichert für den Verlust der Landeshoheit: insgesamt 981 720 Papiermark.
2. „Sdandesherrliche Renten", zugesichert für den Verzicht auf den durch Artikel 14 der Wiener Bun- Üesakte vom 8. Juni 1815 gewährleisteten und im Anschluß daran in den deutschen Ländern durch Landesgesetze geregelten „standesherrlichen Zu stand": 206 670 Papiermark.
3. „Reichsschlußmäßige" oder „Rhein-Oktroi- Renten", zugesichert für die Abtretung linksrheinischer Hoheitsgebiete an L«mkre«b im Jahre 1801