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FSmou Giâ und Lund

de« 22. M

1922

Grettas

e. 169

SS

hbint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben tat RM.1.-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag 1L, nSlag 12 R«pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite r«pfg., im Rsklaineteil von 68 mm Breite 25 R«Pfg. x Offertengebühr 50 R«pfg.

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. Bei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch aus Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung deS Bezugspreises. / Fürplahvorschn'ft u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet./Gefchäftsstelle: Hammrrstr.S / Femspr. 3956,3951,3958

GeuevaS-ÄnZeLger für

VaS AssssKs.

- Im Reichsrat legte der preußische Minister- )ent energische Verwahrung ein gegen die Er- 9[ ngen von Keudells in der letzten Sitzung.

- Prinz Carol von Rumänien will an den Bei- igsfeierlichkeiten in Bukarest teilnehmen.

- Pariser Rechtskreise betreiben eine systema- Hetze gegen Deutschland und die Locarno- ik.

- Die Frage der Entsendung deutscher Militär- hès ist, wie man in Berlin versichert, noch nicht hieden.

- Der hessische Justiz- und Innenminister v. itano ist gestorben.

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Gehwegs GVZVÄSLZsssrs

-es GvotzfüvKerr Eolak LlZSsßarewMch.

Der erste russische Oberbefehlshaber im Weltkriege.

Aus Paris kommt die Nachricht, daß der > dem Weltkriege wohlbekannte russische oßfürst Nikolai Nikolajewitsch erkrankt ist. Hat zwei schwere Ohnmachtsanfälle erlitten, bei seinem hohen Alter und seiner ohnehin chwächten Gesundheit zu den schlimmsten denken Anlaß geben.

Großfürst Nikolai Nikolajewitsch wurde am November 1856 in Petersburg als Sohn 5 Großfürsten Nikolai, des dritten Sohnes 5 Zaren Nikolaus I. und der Großfürstin exandra, geborene Herzogin von Oldenburg, * baren. Sein Vater führte im rustisch-tür- chen Kriege 1877/79 den Oberbefehl über das ssische Heer und wurde für seine Erfolge er vielmehr für die seiner Unterführer, zum meralfeldmarschall befördert. Später fiel er ;gen der Teilnahme an betrügerischen Mili- rlieferungen beim Zaren in Ungnade und urde wegen seiner Rechtfertigungsschrift, die hlreiche russische Würdenträger stark bloß- Me, im Jahre 1880 abgesetzt.

Da der junge Großfürst schon früh große j ilitärische Fähigkeiten zeigte, erhielt er eine hr sorgfältige Erziehung. Bei Beginn des issisch-türkischen Krieges wurde er, noch nicht i Jahre alt, als Hauptmann und General­absoffizier dem General Radetzki zugeteilt, »r einen Teil der Belagerungsarmee von lewna führte. Für persönliche Tapferkeit chielt der junge Großfürst das russische leorgskreuz, sowie die höchste preußische Aus- eichnung, den Orden pour le mértfe. Nach em Kriege befehligte er sechs Jahre lang das ^eibgarde-Husarenregiment und leitete die rste militärische Ausbildung des damaligen öroßfürsten-Thronfolgers, späteren Zaren Ni- olaus II., auf den er seither einen bedeutenden, 'ft allerdings auch schädlichen Einfluß aus- ibte. Im Jahre 1890 erhielt der Großfürst )en Befehl über die erste Garde-Kavallerie- Oivision und wurde fünf Jahre später zum Zeneraladjutanten und Generalinspekteur der gesamten russischen Kavallerie, einschließlich der Kosaken ernannt.

Mit der ihm von jeher eigenen Tatkraft, die den Untergebenen gegenüber oft sich aller­dings bis zur Brutalität steigerte, widmete sich der Großfürst seiner besonders schwierigen Stellung und brachte die russische Kavallerie auf eine anerkannt hohe Stufe reiterlicher und praktischer Ausbildung. Es war sicherlich das Verdienst des Großfürsten, daß die russische Reiterei überall einen besonders guten Ruf hatte und daß sie auch die einzige Truppen­gattung war, die im russisch-japanischen Kriege nicht versagt hat. Im Weltkrieg konnte sie bei ihrer ungeheuren Stärke zwar manchen Erfolg buchen, besonders im Anfang der Kämpfe, doch war sie der trefflichen Ausbildung der deutschen Kavallerie nicht gewachsen; sehr zum Bedauern der deutschen Reiter wichen die russi­schen Kavallerie-Divisionen stets dem Kampfe mit der Lanze aus.

Bald nach dem russisch-japanischen Kriege wurde der Großfürst, der inzwischen bei einem Besuch am Berliner Hofe auch zum Chef des Magdeburgischen Husaren-Regiments Nr. 10 in Stendal ernannt worden war, zum Vor­sitzenden des Landesverteidigungsrates er­nannt und trat bald darauf an die Stelle des Großfürsten Wladimir als Oberbefehlshaber des Petersburger Militärbezirks, sowie als kommandierender General der russischen Garden.

Bei Ausbruch des Weltkrieges wurde Großfürst Nikolai Nikolajewitsch, auf dessen Fädigkeiten und Kenntnisse das russische Heer genommen worden.

MinèKeMEdent Veaun gegen denNeichsinnenmüüfter Eine EvALvuns im AerchsvaL - NveuHen vevlangt Iuvütknahme Dev Vovwüvfe gegen Dv. Badt.

Berlin, 21. Juli. In der öffentlichen Vollsitzung des Reichsrates, die am Donnerstag abend unter dem Vorsitz des Reichsfinanzministers von Keu- d e l l stattfand, gab vor Eintritt in die Tagesordnung der preußische

flliniftee»e««>e«f De. Deaun

eine. Erklärung ab, in der es u. a. heißt:

Der Herr Reichsminister des Innern hat am Schluffe der letzten Vollsitzungen des Reichsrates scharfe Angriffe gegen den preußischen Reichsrats- Bevollmächtigten Ministerialdirektor Dr. Badt ge­richtet, dem er Bruch der Vertraulichkeit der Sitzun­gen der Reichsratsausschüsse und Irreführung der Oeffentlichkeit durch Verschweigen einer Tatsache vorwarf. Diese Vorwürfe bezogen sich auf Erklä­rungen, die Ministerialdirektor Dr. Badt in einer Sitzung des Rechtsausschusses des Reichstages vom 8. ds. Mts. abgegeben hat.

Ich muß zunächst in aller Form Verwahrung dagegen einlegen, daß in einer öffentlichen Reichs- ratssihung Beschwerden und Angriffe gegen einen Vertreter der preußischen Staatsregierung vorge­lragen werden, ohne daß zuerst der preußischen Staatsregierung Mitteilung gemacht und dadurch Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben wird. Die­ses Verfahren widerspricht allen bisherigen Ge­pflogenheiten.

Das Vorgehen des Herrn Reichsministers des Innern bedauere ich umsomehr, als eine Fühlung­nahme mit mir ihn voraussichtlich sofort davon über­zeugt haben würde, daß sämtliche gegen den Ver­treter der preußischen Staatsregierung erhobenen Vorwürfe auf irrigen Voraussetzungen beruhen und daher jeder Berechtigung entbehren. Zu den Vor­würfen selbst stelle ich folgendes fest: Von einem Bruch der Vertraulichkeit der Sitzung der Reichs­ratsausschüsse kann keine Rede sein. Der Herr Reichsminister des Innern hat nach dem amtlichen Protokoll der Sitzung des Reichstagsausschusses in seiner Erwiderung auf die Ausführungen des Ministerialdirektors Dr. Badt selbst zweimal betont, der Vertreter der preußischen Regierung habe keine Mitteilung von dem Gang der vertraulichen Bera­tung im Reichsratsausschuß machen können. Er hat also am 8. Juli

im Reichstage ausdrücklich das korrekte ver­hallen des preußischen Vertreters anerkannt, um eine Woche später im Reichsrat wegen des gleichen Vorfalls schwere Verwürfe zu erheben.

Im gleichen Umfange ist der Vorwurf unberech­tigt, Ministerialdirektor Dr. Badt habe durch Ver­schweigen einer Tatsache die Oeffentlichkeit irrege­führt. Ministerialdirektor Dr. Badt soll die Tatsache verschwiegen haben, daß die zuständigen Ausschüsse des Reichsrates bereits am 30. Juni die Angelegen­heit beraten haben, also eine Woche vor dem Ab­schluß im Plenum. Ich stelle hierzu fest: Unmittelbar bevor Ministerialdirektor Dr. Badt im Rechtsaus- schuß des Reichstages das Wort ergriff, hatte der Herr Reichsminister des Innern von Keudell selbst zur Beantwortung der Frage des Abgeordneten Dr. Rosenfeld das Wort ergriffen. Er hat dabei nach dem Bericht des Nachrichtenbüros des Vereins Deutscher Zeitungsverleger wörtlich folgendes aus­geführt:Vor acht Tagen ist die Angelegenheit auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung gefetzt wor­den. Bis dahin haben sich die Ausschüsse des Reichs­rates damit beschäftigt". Er hat also selbst am 8. Juli die Tatsache erwähnt, die er am 14. Juli als verschwiegen bezeichnet hat. Zusammenfassend stelle ich fest:

Die angeblich verschwiegene Tatsache ist zwei­mal in öffentlicher Sitzung und zweimal in der Sitzung des Rechtsausschüsses des Reichstages vorgetragen worden, darunter einmal von dem Herrn Reichsminister des Innern selbst. Auch im übrigen war die sachliche Darlegung, die Ministerialdirektor Dr. Badt im Reichstag gab, objektiv in allen Punkten zutreffend.

Bei dieser Sachlage, darf ich die bestimmte Er­wartung aussprechen, daß der Herr Reichsminister

wie auch das Volk die höchsten Hoffnungen setzte, zum Generalissimus der russischen Streit­kräfte ernannt, und begab sich sofort an die Westfront. Aber die auf ihn gesetzten Erwar­tungen erfüllten sich.nicht. Nach anfänglichen kleinen Erfolgen wurde die Narew-Armee unter General Samsonow bei Tannenberg ent­scheidend geschlagen, der Großfürst erkannte den Vormarsch Hindenburgs gegen die Masu­rischen Seen zu spät, die Wilna-Armee unter General Rennenkampf wurde am 10. Septem­ber 1914 bei Angerburg geworfen. Deutsche Reiter nahmen sofort die Verfolgung aus, es fehlte nicht viel, dann wäre der Großfürst in Insterburg von preußischen Ulanen gefangen

des Innern seine Vorwürfe an der gleichen Stelle zurückziehen wird, an der er sie erhoben hat, zumal sie inzwischen in einem Teile der Presse zu maß­losen Angriffen gegen den preußischen Vertreter ge­führt haben. Ich lasse mich selbst als preußischer Ministerpräsident bei allen Handlungen von dem Bestreben leiten, ungeachtet sachlicher Meinungsver­schiedenheiten ein gutes Verhältnis zwischen Reich und Preußen zu pflegen. Vorfälle aber, wie der hier erörterte, sind geeignet, diese Bemühungen der preußischen Staatsregierung in ihrer Wirkung scharf zu beeinträchtigen."

ReichSmSnisiev des Snnernr von

Auf Beschluß des Reichsrates wird diese Frage zur Zeit in den Ausschüssen geprüft. Die soeben gehörte Erklärung bietet mir daher keine Veran- lassung, in diesem Stadium der Angelegenheit und an dieser Stelle meinen Erklärungen von neulich ein Wort hinzuzufügen.

Auf Antrag des bayerischen Gesandten von Pre- ger wird auch die Erklärung des preußischen Ministerpräsidenten dem GeschästsordnungsausscAih überwiesen.

Auf der Tagesordnung steht zunächst eine Er­gänzung zur Verordnung über die Gemeindebier­steuer. Es handelt sich um die Berechnung der Steuer für ausländische Biere. Der Reichsrat stimmt dieser Ergänzung zu. Für den

Reichskottrat

hat der Reichsrat ein ordentliches und ein stellver­tretendes Mitglied neu zu ernennen. Die Ausschüsse schlagen die Wiederernennung des bisherigen badi­schen Vertreters als ordentliches und des thürin­gischen Vertreters als stellvertretendes Mitglied des Reichskalirates vor. Der Vertreter der anhaltischen Regierung beantragt, den ordentlichen Sitz mit einem anhaltischen Vertreter zu besetzen. Der Antrag An­halts wird nicht genügend unterstützt, der Vorschlag der Ausschüsse angenommen.

Reichsminister des Innern von Keudell: Soeben wird mir die erschütternde Mitteilung gemacht, daß der hessische Minister von Brentano entschlafen ist. Er hat in früheren Jahren hier im Reichsrat mit­gewirkt und es bleibt unvergessen, was er damals für seine engere Heimat und für das ganze deutsche Vaterland an exponierter Stelle geleistet hat. Ich danke Ihnen, daß Sie sich zu Ehren des Verstor­benen erhoben haben.

Eine Verordnung über die Beteiligung der Län­der an den Gesellschaftsgründungen bei wirtschaftlich gebotenen Betriebszusammenschlüssen und die Äus- führungs- und Durchführungsbestimmungen zum Kapital-Verkehrssteuer-Gesetz werden vom Reichs- rat mit - einigen vom Ausschuß beschlossenen Aen­derungen angenommen. Die Reichsregierung nimmt eine Ausdehnung der 1925 und 1926 beschlossenen Finanzstatistik der Länder und Gemeinden auch für die kommenden Jahre vor. Die Verordnung da­rüber wurde vom Reichsrat in etwas abgeänderter Fassung gegen die Stimmen Bayerns und Württem­bergs, die gegen eine Verewigung der Statistik pro­testierten, angenommen.

Aewbel wavtej dieNeüfungduvch die ReisdseatsausschMe ab.

Berlin, 21. Juli. Die vom Ministerpräsidenten Braun heule im Reichsrat abgegebene Erklärung befaßt sich mit einer Angelegenheit, welche auf Be­schluß des Reichsrales zur Zeit von dem zuständigen Ausschuß des Reichsrates geprüft wird. Mit Rück­sicht aus dieses schwebende Verfahren, welches die Angelegenheit nach der tatsächlichen und rechtlichen Seite klären soll, sieht sich der Reichsminister des Innern zur Zeit nicht in der Lage, dem preußischen Ministerpräsidenten auf dem von ihm beschrittenen Wege zu folgen und seinerseits zu dem dem Reichs- ralsausschuh vorliegenden Material in der Oeffent­lichkeit Stellung zu nehmen.

Doch die schweren Niederlagen vermochten die Tatkraft des Großfürsten nicht zu brechen. Mit einem wahren Feuereifer ersetzte er die in den Heeren entstandenen Lücken und stampfte geradezu neue russische Heere aus dem Boden. Anfangs November 1914 begannen nicht weniger als 45 russische Korps, darunter viele sibirische Kerntruppen, den Vormarsch nach Westen, von dieserDampfwalze", so rechnete man bei der Entente, mußte das deutsche Heer zermalmt werden. Doch es sollte anders kommen! Durch die Schlachten von Lodz und Lowitsch kamen die russischen Streit­kräfte zum Stehen, bald darauf begann auch im Osten der Stellungskampf. Noch im Fe­bruar 1915 erlitten die Russen in der Winter- Gebübrenvorlage von einschneidender Bedeutung W

schlackt in Masuren eine schwere Niederlage und büßten eine ganze Armee ein; im Som­mer 1915 begann dann die allgemeine Offen­sive der Verbündeten, die im Oktober 1915 erst vor Wilna und den ausgedehnten Sümpfen südlich davon zum Stehen kam.

Inzwischen war der Großfürst seiner Stel­lung als Generaliffimus enthoben worden, da er die auf üm gesetzten Hoffnungen nicht er­füllt hatte und von weiten Kreisen des rusti- schen Volkes für die schweren Verluste verant­wortlich gemacht wurde. Der Rat, den der Großfürst dem Zaren gab, den Oberbefehl selbst zu übernehmen, war nach der Ansicht der meisten russischen Generale geradezu ver­derblich und sollte der erste Schritt für den Untergang des Zarentums sein. Der Groß­fürst wurde zum Vizekönig des Kaukasus er­nannt und übernahm den Befehl über die

russischen Truppen, die von den Türken schwer bedrängt wurden. Eine völlige Wandlung trat jedoch durch den Großfürsten Nikokm Nikolajewitsch schon bald auf diesem Kriegs­schauplätze ein. Nachdem er das Heer in seinem Sinne ausgebildet hatte, ging er gegen die Türken vor und nahm im Februar 1916 das schon so oft umstrittene Erzerum ein. Bald darauf fiel auch Trapezunt, ebenso hatten die Rusten auch im Taunusgebirge Erfolg, wo sie Anfang März 1916 Bitlis und Musch einnahmen. Alsdann begann auch hier der Stellungskrieg, der bis zum Jahre 1917 dauerte.

Nach dem

1917 machte

Fürst Lwow den Vorschlag, den im Kaukasus aufs beste bewährten Großfürsten Nikola Nikolajewitsch an die Spitze des russischen Heeres an die Westfront zu berufen, doch widersprach hauptsächlich der Kriegsminis ter Kerenski diesem Plane. Der Großfürst leu^ daraufhin auch den Oberbefehl im Kaukos^ nieder und begab sich nach Paris, wo er heute seinen Wohnsitz hat. In jungen Jak wollte der Großfürst eine Dame nichtfürstlicken Geblüts, die bei Hofe in hervorragender SteL- lung tätig war, heiraten, doch widersprach dem der Zar Alexander IIL Fast 50 Jahre alt, heiratete er dann die Prinzessin Anastasia Nikolajewna von Montenegro, die in erster Ehe mit dem Fürsten Romonowsk verheiratet ge­wesen war. Der Ehe sind Kinder nicht ent­sprossen.

Großfürst Nikolai Nikolajewitsch ist ent­schieden ein tüchtiger Soldat, wenn auch nicht immer glücklicher Feldherr gewesen. Er güt allgemein als einer der fähigsten Köpfe Ruß- lands, der allerdings seinen ganzen Einfluß, besonders auch auf den Zaren zur Hetze gegen Deutschland eingesetzt hat. Ihm ist entschieden ein großer Teil der Schuld am Ausbruch des Weltkrieges zuzusprechen, wenn auch die Ge­rüchte, daß er den Krieg ebenso wie die übri­gen russischen Großfürsten aus persönlichen Gründen herbeigesehnt hätte, nicht stichhaltig sind. Heute gilt der Großfürst als Chef des Hauses Romanow; die meisten Emigranten sehen in ihm den Nachfolger des Zaren. Die Zahl der Rusten, welche dem Großfürsten Kyrill Gefolgschaft leisten, ist verhältnismäßig gering. Jedenfalls ist Großfürst Nikolai Niko­lajewitsch ein besonders scharfer Gegner der Bolschewisten und wird von diesen auch, mehr als alle anderen, gehaßt.

Sov -ev Gnistheidung um das RerOsehveumal.

Mainz, 21. Juli. Wie wir aus unterrichteter Quelle erfahren, steht die Frage des Reichsehrenmals kurz vor der Entscheidung. Rach langwierigen Ver­handlungen über die platzfrage haben sich die Ver­bände auf wenige Projekte geeinigt, unter denen sich Berka und Lorch an erster Stelle befinden. Die Einigung der Verbände aus ein bestimmtes Projekt soll noch vor der Dezembertagung des Reichstage; erfolgen.

^fctf^ft^ aesen

DasB. T." glaubt annehmen zu dürfen, daß der Reichswirtschaftsminister Dr. Curtius im Rahmen einer gesamten Preispolitik gegen die Pläne des sieichspostministers Schätzel über die Erhöhung der Postgebühren Stellung genommen habe. Wie das Blatt weiter hört, wird in der heutigen Vollver- ammlung des Verwaltungsrates der Reichspost, die ich mit der vorgeschlagenen Gebührenerhöhung be- chäftigen wird, der Antrag gestellt werden, die Weiterberatung der Postgebühren zu vertagen, do sie Stellung des Reichswirtschaftsministers zu der Aebübrenvorlage von einschneidender Bedeutung see-

ich mit der vorgeschlage chäftigen wird, der A