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Dienstag den 19. Sufi 1927

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Von Dr. jur. Hugo Lotz, Büdingen.

Unter den Personqngruppen, die heute in öffent­licher Fürsorge stehen, nehmen die Kleinrentner zweifellos eine besondere Stellung ein.'Kleinrentner sind nach der Definition der Reichsgrundsätze über Voraussetzung, Art und Maß der Fürsorge alte oder erwerbsunfähige Personen, die infolge eigener oder fremder Vorsorge ohne die eingetretene Geldent­wertung nicht auf die öffentliche Fürsorge ange­wiesen wären. Die Besonderheit ihrer Lage liegt also in der Ursache ihrer Hilfsbedürftigkeit.

Ohne Inflation hätte ihnen ihr Vermögen.einen von materiellen Sorgen freien Lebensabend ge­währleistet. Sie liegt ferner darin, daß sie einer gegenüber den anderen Hilfsbedürftigen sozial und kulturell höher stehenden Gesellschaftsschicht ange­hören mit höheren materiellen und geistigen Be­dürfnissen, und nun auf einmal ohne eigenes Ver­schulden genötigt sind, ihre Lebensbedürfnisse auf ein Minimum herabzuschrauben, das ihnen die öffentliche Fürsorge gewährt.

Dieser Sonderlage haben die Reichsfürsorge­grundsätze bereits Rechnung getragen dadurch, daß sie den Kleinrentnern ebenso wie den Sozialrent­nern) eine gegenüber den anderen hilfsbedürftigen gehobene Fürsorge zuteil werden ließen. Diese ge­hobene Fürsorge besteht darin, daß bei der Prüfung der Hilfsbedürftigkeit eines Kleinrentners auf die früheren Lebensverhältnisse Rücksicht zu nehmen ist und findet ihren materiellen Ausdruck darin, daß für die Fürsorgeempfänger der gehobenen Fürsorge von den Fürsorgeverbänden ein um 25 Prozent höherer Unterstützungsrichtsatz festzusetzen ist und daß von der Verwertung der noch vorhandenen kleineren Vermögen der Kleinrentner und der Sicherstellung des Ersatzes dann abgesehen werden soll, wenn diese Maßnahmen eine besondere härte für den Hilfsbedürftigen oder seine unterhaltsberech­tigten Angehörigen bedeuten würden.

Mit dieser Regelung sind die Kleinrentner aber nie zufrieden gewesen. Ihr Streben geht dahin, aus der Fürsorge herauszukommen. Sie fordern keine Fürsorgeleistungen, sondern Entschädigung für die durch die Währungspolitik des Reichs er­littenen Dermögensverluste und Anerkennung eines Rechtsanspruches auf eine Rente entsprechender Ver­sorgung der Kriegsbeschädigten und Kriegshinter­bliebenen. Der Rentnerbund, die Vertretung der Kleinrentner, führt diesen Kampf um die Versorgung mit nimmermüder Zähigkeit und es scheint zur Zeit so, als ob ihm der Erfolg in absehbarer Zeit werden solle.

Die Frage, Kleinrentnerfürsorge oder Klein­rentnerversorgung ist in letzter Zeit um deswillen akut geworden, weil sich die wirtschaftlichen Verhält- nisie der Kleinrentner durch die allgemeine Preis­steigerung ohne Frage verschärft haben. Besonders die Mietssteigerung trifft die Kleinrentner im Ver­hältnis zu den übrigen Hilfsbedürftigen schwer, weil sie entsprechend ihren früheren Verhältnissen teuerere Wohnungen innehaben. Nach Feststellungen in der Stadt Hannover bezahlen dort 54 Prozent der Kleinrentner mehr als 500 RMk. Friedensmiete gegenüber nur 6 Prozent der Sozialrentner. Nun werden zwar diese Mietssteigerungen im allge­meinen durch Erhöhung der Unterstützungssätze wenigstens teilweise ausgeglichen, die lOprozentige bzw. die ab 1. Oktober eintretende 20prozentige Erhöhung der Mieten wird aber jedenfalls durch die Unterstützungserhöhungen nicht gedeckt. Gün­stiger stehen in dieser Beziehung die Kleinrentner in Hessen durch die Mietunterstützungen, die aus dem Sondersteueraufkommen fließen? Ein Woh- rungswechsel in eine bescheidenere Wohnung, der als der nächstliegende Ausweg erscheint, ist nicht immer möglich und bei der bestehenden Wohnungs­zwangswirrschaft, zumal für alte Leute, auch mit Schwierigkeiten verbunden. Dabei darf auch nicht übersehen werden, daß gerade das Untervermieten von Wohnräumen eine wenn auch bescheidene Ein­nahme für die Kleinrentner wenigstens bisher be­deutete. In jüngster Zeit ist auch "diese Möglichkeit des Nebenverdienstes dadurch schwieriger geworden, daß durch die Mietsteigerungen auch andere Kreise in erheblichem Umfange genötigt sind, die erhöhten Mieten durch Untervermietungen auszugleichen.

Eine Notlage der Kleinrentner besteht also sicher­lich, und es ist daher zu begreifen, wenn sie mit allen Mitteln eine Besserstellung erstreben. Zurück­zuweisen sind aber die Beschwerden gegen die Durch­führung der Fürsorge durch die Fürsorgeoerbände in der allgemeinen Form, wie sie erhoben werden. Von den Fürsorgeverbänden geschieht, was im Rah­men der Fürsorge mit den zur Verfügung stehenden Mitteln geschehen kann. Damit soll aber natürlich nicht gesagt sein, daß Beschwerden im Einzelfall immer unberechtigt wären. Letzten Endes ist dies auch den Kleinrentnern bekannt und sie fordern, weil sie wissen, daß ihnen im Rahmen der Fürsorge nicht das werden kann, was ihnen nach ihrer Auffassung werden müßte, die Versorgung durch das Reich auf Grund eines Rentenver­sorgungsgesetzes.

Diese Forderung stellen sie in dem Entwurf, den sie dem Reichstag Ende 1926 unterbreitet haben. Darin verlangen sie für die Kapitalrentner, die durch die Inflation ihr Vermögen verloren haben und für die ihnen gleichzuachtenden Personen als Mindestrente ein Kultlurminimum und eine nach der Höhe des verlorenen Vermögens zu berechnendes Entgelt. Ferner Zuschläge für die mit im Haushalt lebenden Angehörigen des Kleinrentners. Als Kapitalrentner betrachten sie nach den Ausführun­gen des Vertreters des Rentnerbundes auf der Tagung des Hauptausschusses des Vereins für öffentliche und private Fürsorge in Berlin vom 25. März 1927, Personen, die mindestens ein Vermögen

von 10 000 Mk. vor der Entwertung besaßen. Sie Deckung der erforderlichen Ausgaben sollen nach ihren Vorschlägen durch Wiedereinführung der Schaumweinsteuer, Erhöhung der Getrankesteuer so­wie der Luxus- und Vergnügungssteuer erfolgen. Bemerkenswert ist an dem Entwurf vor allem, daß als Mindestrente nicht das sogen. Existxnz- minimum, sondern ein Kulturminimum gefordert wird. Was der Rentnerbund darunter versteht, laßt sich aus der Begründung ersehen, die er zu dieser Bestimmung gegeben hat und worin er an die Er­klärungen des" preußischen Ministerpräsidenten Braun und des jetzigen Reichsfinanzminèstcrs Dr. Köhler erinnert, wonach die Beamtenbezüge der Gruppen 1 bis 6 den notwendigen Lebensbedarf nicht deecken würden. Ein Kulturminimum in Höhe der Bezüge eines Beamten der Gruppe 7, denn das ist wohl nach der Begründung und Auffassung des Rentnerbundes das angemessene Kulturminimum, dürfte wohl außer Erwägung bleiben. Vom Stand­punkte der Entschädigung, auf dem ja die Klein­rentner stehen, käme bei einem Mindestkapital von 10 000 Prozent höchstens ein Kulturminimum von 500 Mk. in Frage. Mehr hätte der Kleinrentner bei einer Verzinsung von 5 Prozent ohne Inflation auch nicht gehabt. Diese 500 Mk. entsprechen ungefähr dem gegenwärtigen Durchschnitts-Iahres-Unter- stützungs-Richtsatze für Kleinrentner.

Damit das Ausscheiden aus der Fürsorge auch restlos erfofat, wünschen die Kleinrentner die Fest­setzung und "Auszahlung der Rente durch das zu­ständige Finanzamt. Zweckmäßiger dürfte wohl sein eine Regelung entsprechend dem Vorzugsrentenver­fahren, denn auch bei der Versorgung wird die Prüfung der Hilfsbedürftigkeit erforderlich sein, die ohne Zweifel durch die Bezirksfürsorgestelle am zweckdienlichsten und schnellsten erfolgt.

Mit dieser Frage der Aenderung der Kleinrent­nerfürsorge war der Reichstag gelegentlich der Be­ratungen des Haushaltsplanes für 1927 mehrfach be­schäftigt. Man war sich darüber einig daß etwas für die Kleinrentner geschehen müsse, konnte sich aber nicht entschließen, dem Antrag des Rentner­bundes auf Erlaß eines Rentnerversorgungsgesetzes zu folgen, sondern begnügte sich damit, einen lau­fenden Betrag von 25 Millionen Mk. für die Klein­rentner in den Reichshaushaltsplan einzustellen, der an die Bezirksfürsorgeverbände über die Länder zur Verteilung kommen sollen. Mit der Verteilung dieses Betrages hat es aber eine besondere Be­wandtnis. Die Fürsorgeverbände erhalten nämlich die auf sie entfallenden Summen nur, wenn sie vertraglich Bedingungen bezgl. der Kleinrentnerfür­sorge eingehen, die auf eine Aufhebung der Reichs­grundsätze über Art und Maß der Fürsorge hinauslaufen. Darauf eingehen würde bedeuten, Aufgabe des Grundsatzes der Hilfe nach Maßgabe der Bedürftigkeit des Grundsatzes der Subsidiarität jeder Fürsorge und des Grundsatzes der Rück­erstattungspflicht bezgl. eines Teiles der in Fürsorge stehenden Personen. Tatsächlich hat der Reichstag in diese Bedingungen bereits den Entschädigungsge­danken dadurch ausgenommen, daß er bestimmt, daß die Zuschüsse namentlich für diejenigen Kleinrentner zu verwenden sind, die durch die Geldentwertung besonders schwere Vermögensverluste erlitten haben. In der Fürsorge hat aber der Entschädigungsge- danke keinen Raum. Aus diesen Gründen und auch mit deshalb, weil diese Zuwendung eine nennens­werte Besserstellung der Kleinrentner nicht bedeu­tet, (auf den Kopf würden etwa nur 5 Mk. pro Monat entfallen) haben die Mehrzahl der Bezirks­fürsorgeverbände die Annahme dieser Mittel abge­lehnt. Gegen die Annahme dieser Mittel haben sich aber auch unter schärfstem Protest die Kleinrentner selbst ausgesprochen.

Die Verhältnisse liegen nun also so, daß man es entweder bei dem alten Zustand der Kleinrentner­fürsorge beläßt, der ja eine Besserstellung im Rah­men der Fürsorge nicht ausschließt, oder aber dem Drängen der Kleinrentner nachgibt und die Ver­sorgung der Kleinrentner durchführt.

Daß man im Reichstag den letzten Weg zu gehen beabsichtigt, läßt sich aus der Entschließung ersehen, die der Reichstag im Anschluß an den Beschluß der Einstellung der 25 Millionen in den Haushaltsplan gefaßt hat, und worin die Reichsregierung ersucht wird, in eine Prüfung darüber einzutreten, ob durch ein besonderes Gesetz die Versorgung der Kleinrentner geregelt werden kann, und das Ergeb­nis dieser Prüfung in einer Denkschrift dem Reichs­tag baldmöglichst vorzulegen.

Da sich auch sonst die maßgebenden Körper­schaften und Personen mit Rücksicht auf die Ent­wicklung der Dinge und obwohl sie bisher meist Geg­ner einer Versorgungsregelung waren, nunmehr für eine Versorgung aussprechen, ist mit ziemlicher Sicherheit anzunehmen, daß die Lösung der Klein- rentnerfrage auf diesem Wege erfolgen wird. Schwierigkeiten finanzieller und anderer Art wer­den genug zu überwinden fein.

Runösrmk-PrDgrLmme.

Dienstag, 19. 3uli: 12 Uhr: Uebertragung des Glockenspiels aus dem Darinstädter Schloß; 15.30 bis 16 Uhr- Die Stunde der Jugend (unter Leitung von Mittelschulrektor K. Wehrhan): Aus dem Wun­derlands der Technik, vorgetragen von Oberstudien- üirektor Dr. Oehert:Wie Max Eyth die ersten Dampfpflüge in Aegypten einführte". Für Kin­der vom 10. Jahre an. 16.3017.45 Konzert des Hausorchesters:Franz von Blon". 17.4518.15 Die Lesestunde:Kreisleriana" von E. T. A. Hoff­mann Sprecherin: Margarethe Wolf. 18.3019 Uhr: Uebertragung von Mssel:Die Stunde der Frau": Das Auffrischen von Sommergarderobe", Vortrag von Mathilde Meißel. 18.1518.45 Uhr: Uebertragung von Kassel: Stunde der Kasseler Neuesten Nachrichten. Frl. Annemarie Messing, Kassel:Die Kasseler Presse im Rundfunk". 19.00

bis 19.25 Uhr: (Anleitung zur Betrachtung von Kunstwerken):Altdeutsche Tafelmalerei IV", Vor- trag von Dr. Oswald Götz, Assistent am Städel- chen Kunstrnstitut. 19.2519.30 Uhr: Funkhoch­chule (Abig. Gesunidheitswissenschaft, unter Leitung les Stadtgesundheitsamtes):Sie Grippe", Vor­trag von Oberarzt Dr. Spiro. 20.00 Uhr: Uebertra­gung von der Musikausstellung: Konzert der Streichquartett-VereinigungProt Arte"-Brüssel. Anschließend: Vortragsstunde Fritta Brod. Darauf: Neue Schallpatten.

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AeusAs SlsELesersnMe.

Anläßlich der Stadionweihe in Michelstadt i. O. schlug Sp. Vg. Fürth den Mainmeister F. Sp. V. Frankfurt mit 3:1.

Im Zwischenrundenkampf um die Deutsche Meisterschaft im Mannschaftsringen unterlag in Nürnberg der Titelverteidiger S. C. Maxvorstadt Nürnberg mit 10:4 Heros Dortmund.

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Sie Begegnung der beiden deutschen Amateur- Schwergewichtsmeister im Boxen Jaspers-Stettin (Reichsverband für Amateurboxen) und Swart- Osterfeld t. W. (D. A. S. V. v. 1891) in Nürnberg endete unentschieden.

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Den Fliegerzweikampf Oszmella-Michard auf der Berliner Rütt-Arena gewann der Deutsche, der in zwei von drei Läufen siegte. Der Herausforderungs­kampf Tonani-Dewolf endete mit einem klaren Siege des Belgiers, der sämtliche vier Läufe ge­wann.

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Krewer belegte bei dem Steherrennen in drei Läufen in Paris, nachdem er einen Lauf gewon­nen hatte, den zweiten Platz im Gesamtergebnis gemeinsam mit Linart hinter dem französischen Meister Brünier und vor Payllard, Toricelli und Breau.

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Beim Preiskorso des B. S. R. in Köln wurde R. V. Viktoria-Cronberg in der Gruppe A Abt. 2 (Entfernungen 100200 Kilometer) der erste Ehren­preis zugesprochen.

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Bei den Rahmenkämpfen zu den Amateur- Weltmeisterschaften in Köln siegten Engel-Steffens im Zweisitzerfahren gegen Joksch-Schorn, Abegglen- Knabenhaus, Biochi-Faselli und Gahwaing-Debune.

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Bei der Sechstagefahrt für Motorräder blieben Fischer-Nürnberg auf 250 ccm Zündapp, Pielhauer- Nürnberg auf 250 ccm Zündapp, Sieckmann-Nürn- berg auf 250 ccm Zündapp, Hirth-Chemnitz auf 350 ccm Schütthof, Sollmann-Neckarsulm auf 500 ccm. N. S. U., Weichelt-Berlin auf 750 ccm S. K. W., Pribilski-Berlin auf 500 ccm D.-Rad, Bal­tes- Annen auf 500 ccm Standard, Raft-Stuttgart auf 500 ccm Standard und Mittenzweig-Leipzig auf 350 ccm Schütthof mit Beiwagen als einziger Fahrer strafpunklfrei.

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In Kopenhagen gewann der Berliner Ruderklub ganz überlegen den Ersten Vierer u Ersten Achter gegen schwedische, norwegische und dänische Mann­schaften.

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Beim internationalen Tennistournier in Düssel­dorf schlug Borotra in der Vorschlußrunde Hanne­mann 6:2, 6:3, 1:6, 3:6, 6:1 und im Endspiel Froitz­heim 4:6, 2:6, 6:1, 6:2, 6:1.

Ringen.

Internationale Ringkämpfe im Frankfurter Schumann-Theater.

Samstag.

Nach hervorragendem Kampfe trennten sich Eziruchin ohne Entscheidung. Bahn-Samson be­siegte Paradanoff nach 12:20 Mip. durch Schleuder­drehgriff aus dem Stande. Chevalier besiegte Buchheim nach schönem Kampfe nach insgesamt 51:10 Min. durch Rückreißer aus der Brücke nach vorangegangenem Kopfzug. Griekiß und Petro­witsch trennten nach kürzerem Standkampf die The­aterschlußstunde.

Sonntag.

Stoll besiegte Grünberg bereits nach 5:55 Min. durch Schleuderfallschwung. Spevazek besiegte Löwe nach insgesamt 45 Min. durch Armfallgriff. Chevalier brachte nach glänzendem Kampfe dem bisher gleich ihm selbst noch unbesiegten Russen Cziruchin nach insgesamt 56:12 Min. durch Unter­griff von vorn die erste Niederlage bei. Unent= schieden trennten sich Buchheim und Kley. Dem Kampfe zwischen Schwarz und Bahn-Samson be­reitete die Theaterschlußstunde ein vorzeitiges Ende.

Montag.

Nach insgesamt 2:03:15 Std. besiegte Schwarz den starken Griekiß durch Armzug. Der zweite Entscheidungskampf Kley-Chevalier bot viele spannende Momente, doch reichte die zur Ver­fügung stehende Zeit für eine Entscheidung nicht aus, trotzdem beide Ringer wiederholt ernstlich in Gefahr kamen.

Schwimmen.

Die süddeutschen Schwimmeisterschaslen.

In Frankenthal fanden am Sonntag die sehr gut beschickten süddeutschen Meisterschaften statt, in deren Verlauf sich die besten Vertreter von zirka 40 süddeutschen Vereinen außerordentlich spannende Kämpfe lieferten. Besonders erbittert wurde in den

Nr. 169

...... ...... .1 I!!"".....- - -- 'S. J Staffeln gekämpft, während bei den EinzeUämpf die Niederlage des Meisters Berges durch D (München) im 100 Meter Freistil die Sensation i Tages bildete. Sie erzielten Leistungen können c tröst einen Vergleich mit denen von anderen Vi bandskreisen aushalten. Sie Sprünge und Met kämpfe mußten mißlicher Umstände halber au fallen. Nachstehend die Ergebnisse:

Einzelkämpfe der Herren: 100-Meter-Seite: 1. E.Watrin-Mainz 19( 1:17,1 2. Rehm, Frankfurter S.-Kl. 1:18,3 Mir 3. Heegler, Karlsruhe 1899, 1:18,14 Min. 100-Mete Rücken: 1. Nees, Karlsruhe 1899, 1:20; 2. Fran Nikar Heidelberg, 1:20,8; 3. Kretzschmar, Mani heim, 1:26 Minuten. 100-Meter-Freistil: 1. De D. f. v. Schw. München, 1:06,4 Min.; 2. Berge Jungdeutschland Darmstadt, 1:06,6 Min.; 3. Rinde spacher, Karlsruhe 1899, 1:68,8 Min. 200-Mete Brust: 1. Weiß, Bayern 1907 Nürnberg, 3:04; j i Genner, V. f. v. Schw. München, 3:10,4 Min 3. Englert, Ludwigshafen, 3:12,3 Min. (Stoud Mannheim, mit 3:04 Min. disqualifiziert. 400-Mtr Freistil: 1. Berges, Jungdeutschland, Darmstad 5:46,3 Min. 2. Ihrig, Jungdeutschland Darmstad 5:59,4 Min.; 3. Schellenberg, Wiesbaden 1911 100-Meter-Brust für Herren über 35 Jahren: j Reichle, Cannslatter S.-V., 1:35,7; 2. Groß, Karl- ruhe 1899, 1:37,4 Min. Junior-Brust 100 Meter 1. Holl, Karlsruhe 1899, 1:26; 2. Kaupper, V. f. v Schw. München, 1:29,6 Min.; 3. Rau, Höchst 1893 1:31,8 Min. Junior-Rücken 100 Meter: 1. Nees Karlsruhe 1899 1:20,1; 2. Gerstner Pforzhein 1896, 1:26,4; 3. Arndt, München V. s. v. Schw. 1:26,5 Min. Junior-Freistil 100 Meter: 1. Langohr S.-V. Ludwigshafen, 1:12,4; 2. Müller, Jung, deutschland Darmstadt, 1:13; 3. Rauh, 1. F.-Kl Nürnberg, 1:14,1 Min.

Slasfelkämpse der Herren:

4X100-Meter-Lagenstaffel: 1. V. f. v. Schm München 5:11,8; 2. Karlsruhe 1899 5:13,6 Minuten, 3X100-Meter-Freistil: 1. V. f. v. Schw. München 3:26,6; 2. Jungdeutschland Darmstadt 3:29,2; 3. Nikar Heidelberg 3:33,3 Min. 4X100-Brust für Ver. eine ohne Hallenbad: 1. Poseidon Worms 6:10,4 2. Höchst 1893 6:19,5 Min. 3X 100-Meter-Brust. stafel: 1. Erster Frankfurter S.-Kl. 4:18,4; 2. V. s. v. Schw. München 4:26,6 Min. 3X100-Meter- Junior-Lagenstaffel: 1. Pforzheim 1896 4:14 Min.; 2. Mannheimer S.- V. 3X100-Meter-Junior-Brust. staffel: 1. Höchst 1893 4:46,4; 2. Frankenthal 1897 4:46,5; 3. V. f. v. Schw. 4:43,4 Min., disqualifiziert 3X100- ;Junior-Beliebigstaffel: 1. Jungdeutschland Darmstadt 3:50,4; 2. Hessen Worms 4:00,6 Min.

Damen-Einzelkämpfe:

200-Meter-Brust: 1. Backof, Moenus Offenbach, 3:28,4; 2. Gisinger, Bayern 1907 Nürnberg, 3:31 Min.; 3. Gamuren S. S.-V. München, 3:34,2 Min. 100-Metcr-Rücken für Vereine ohne Winterbad: 1.! Zilles, Hessen Worms, 1:45,9 Min.; 2. Hahnen» berger, Hessen Worms, 1:49,6 Min. 100-Meter- Rücken: 1. Nehmeyer (Bayern 1907 Nürnberg, 1:36; 2. Backof, Offenbach, 1:39,4; 3. Löhrer, Cannstatt, 1:40,6 Min. 100 Meter beliebig für Vereine ohne Hallenbad: 1. Hahnenberger, Worms, 1:30,4; 2. B. Brandt, Höchst, 1:33 Minuten. 100-Meter-Brust für Vereine ohne Halle: 1. S. Brandt, Höchst, 1:39,4: 2. Zilles, Hessen Worms, 1:41,2. 100-Meter-Freistil: 1 Mörschel, Jungdeutschland Darmstadt, 1:22,9; 2 Böhm, Bayern 1907 Nürnberg, 1:23,5; 3 Zjeman-r, D. S. L. München, 1:25,4 Min. «

Staffeln der Damen:

3X100-Meter-Lagenstaffel: 1. Bayern 1907 Nürnberg 4:41,4; 2. D.S.-V. München 4:55,4 Min. : 3X100-Meter-Bruststaffel: 1. S. S. V. München - 5:02; 2. V. f. v. Schw. München 5:05,5; 3. Erster Frankfurter S.-Kl. 5:14,4 Minuten.

ZNarathonschwimmen in Kanada.

Der mit allgemeiner Spannung erwartete erste amerikanische Start des deutschen Kanalschwimmers Ernst V i e r k ö t t e r erfolgte bei dem 24-Meilen- schwimmen (38,6 Kilometer) im Georgesee bei Montreal in Kanada. Um den ausgesetzten Preis von 10 000 Dollar bewarben sich etwa 150 Schwimmer und Schwimmerinnen aus fast allen Teilen der Welt, die am Dienstag mittag 1 Uhr (amerikanische Zeit) von dem ehemaligen Boxweltmeister Jack Dempsey auf die beschwerliche Reise geschickt wur­den. An beiden Ufern standen dichte Reihen Spa­lier; man schätzte die Zahl der Zuschauer auf mehr als lOO 00. Sie sehr niedrige Wasserwärme macht, den Schwimmern viel zu schaffen; mehr als die Hälfte aller Bewerber entstieg schon nach wenigen Stunden dem kalten Element. Die Aussichten des mehrfachen deutschen Strommeisters standen im Anfang sehr günstig, denn er lag bald klar in Füh­rung. Nach Zurücklegung von etwa 12 Meilen (19,3 Kilometer) tauchte jedoch plötzlich der Newyorker Keating neben ihm auf und zog nach kurzem Kamps unwiderstehlich an dem Deutschen vorbei. Der bis­her wenig hervorgetretene Amerikaner legte in gleichmäßigem Tempo seinen Weg zurück, hatte nach etwa 10 Stunden eine Meile Vorsprung vor Vierkötter, und war, als der Kölner nach etwa 12 Stunden den Kampf aufgab, allein auf weiter Flur. Es vergingen Stunden nach feiner Ankunft am Ziel, ehe die nächsten eintrafen. Es waren zwei Da- men: Frl. Diamond aus Brooklyn und die bekannte Langstreckenschwimmerin Lotte Schömel aus New- york. Keating hat mit der von ihm erzielten Zeit von 19 Stunden 25 Min. einen neuen Weltrekord für diese Strecke im Süßwasser ausgestellt. -

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