welchem die zerquetschten Beeren nach der stürmischen Gärung leicht herausgefüllt werden können, so kann man folgendermaßen verfahren: Man besorgt sich vom Weinhändler ein gebrauchtes Rotweinfaß, aus welchem man den Deckel herausnimmt. In das offene, aufrechte Faß kommt der Ansatz, bestehend aus den zerquetschten Beeren, Wasser und Zucker gelöst. Würde man diese Masse gären lassen, so kämen die zerquetschten Beeren leicht nach oben, bildeten dort einen sogenannten Hut und gäben Veranlassung zu Essigstich. Um dieses zu vermeiden, müssen die festen Bestandteile unter der Oberfläche der Flüssigkeit gehalten werden, und zwar durch den herausgenommenen Deckel, von dem man ringsherum so viel fortgenommen hat, daß er bequem in das Faß geht. Außerdem wird er mittels Bohrer siebartig durchlöchert, damit bei der Gärung Kohlensäure und Saft, nicht aber die Beerenmasse, nach oben steigen können. Damit der Siebdeckel die Masse nach unten drückt und nur Flüssigkeit hindurchläßt, muß er durch hölzerne Knacken einige Zentimeter unter der Oberfläche heruntergedrückt werden. Die Knacken sind von außen so anzunageln, daß die eisernen Nägel mit dem Gär- ansatz nicht in Berührung kommen, da sonst der Wein schwarz werden kann. Zur Beförderung der Gärung find auf 100 Liter etwa 40 g Chlor- emmonium hinzuzusetzen. Der Zucker muß un» geblaut sein. Er wird zunächst in dem Wasser aufgelöst, welches zur Verdünnung des Beerensaftes dient. Eine größere Verdünnung, wie angegeben, empfehle ich nicht, der Wein wird sonst leicht krank und mißfarbig. Nach der ersten stürmischen Gärung wird abgepreßt. Die Flüssigkeit kommt sofort in ein Gefäß und wird, wie bei Beerenweinen üblich, mit Gärröhre zu Ende vergoren. Ein Wein nach dieser Art vergoren, ist kräftig und fiesdunkel.
Neues aus Stall und Hof.
Euterbrand und ansteckende Euterentzündung der Schafe. Durch die Anwendung der neuen Grundsätze der Zellular- bzw. spezifisch-nichtspezifischen Heilkunde ist, wie die Bereinigung zur experimentellen Erforschung und Bekämpfung "von Tierseuchen mitteilt, ein Weg gefunden worden, um den gefährlichen Euterentzündungen der Schafe rasch und sicher ent- aegenwirken zu können. Auch die Behandlung der nicht ansteckenden Euterentzündungen bei anderen Tieren, auch Stuten, sowie der so« genannte Milchfehler, ist auf diese Weise in ein neues Stadium getreten. Massieren, Be- firMn, Bätzungen usw. des Euters sind in den meisten gälten keine ausreichenden Methoden, im die Leiden schnell und sicher zu beheben. Oft oerder die Leiden infolge zu später Behandlung zu chronischen! Die Drei- oder Zwei- Kichigkeir vieler guter Milchkühe und Zucht- tikre ist durch die Verschleppung des Leidens enrstander Landwirte und Schafzüchter, macht Euch im Interesse Eurer Zuchten bzw. der Erhaltung wertvoller Zuchttiere diesen neuen Fott- chritt der Wissenschaft zunutze!
Dae Schwein braucht zur Mast hochverdauliche AMnmMf solche, die zu 80 Prozent verdaulich find Hierzu gehören unter anderen auch Kar- toffeln, die sogar zu ungefähr 95 Prozent verdaulich find, dann Gerstenschrot mit 80 Prozent Verdaulichkeit. Die Gerste kann man allenfalls zum kleinen Teil durch Roggen ersetzen. Mais zeigt ungefähr 90 Prozent Verdaulichkeit, aber trotzdem darf von ihm nicht zuviel gegeben werden, besonders nicht nach dem Ende der Mast hin., V st . r dann einen weichen, gelben Speck erzer gen würde. Magermilch ist selbstverständlich gleichfolls in hohem Grade leichtverdaulich. Es vermas ein Liter Magermilch 100 g eines eiweißreich« Kraftfutters zu ersetzen. Sie darf nur -anz fuß »der ganz sauer gegeben werden, da st. sonst 5 rchfall veranlassen würde. 20 bis SC g tchümmkreide sollte man stets beigeben, sUMal bei der kalkarmen Kartoffelmast. W.
Kaulucheu nicht zu mastig füttern. Die Verdauungsorgane des Kaninchens sind auf die Verarbeitung großer voluminöser Futtermassen eingestellt. “ Deshalb ist auch gesundes, stisches Grünfutter die natürlichste und bekömmlichste Nahrung für diese Tiere. Selbst ein tau- oder regennasses Futter schadet den Tieren nicht, wenn es nur sofort frisch verfüttert werden kann. Erst durch die unsachgemäße Aufbewahrung wird das Futter unbekömmlich, aber auch nur solchen Tieren, die durch die dauernde Stallhaft in engen Stallungen widerstandsunfähig und krankheits- anfällig geworden sind. Wilde Kaninchen, Mie überhaupt das Wild, fressen nasses Futter mit Vorliebe; und es bekommt ihnen vorzüglich, weil ihre sonstige Haltung naturgemäß ist. Auch dem Kaninchen müßte weit mehr Bewegungsfreiheit geschaffen werden. Wer Grünfutter den Tieren gibt, darf außer ihm kein anderes eiweißreicheres Futter, wie Hafer oder Gerste, beifüttern. Es würde eher schaden als nützen. Ws.
Neues aus Feld und Garten, Treibhaus und Vlumenzimmer.
Darum der Regenwurm bei Regeuweller in die Höhe komml, die Frage scheint endlich ihre Lösung gefunden zu haben. Nach einem warmen Regen beobachtet man den so lichtscheuen Regenwurm auf der Erdoberfläche umherkriechen, wo er doch allerlei Gefahren ausgesetzt ist, besonders durch verschiedene Vögel, unter denen die Drosseln ihm wohl am eifrigsten nachstellen. Dieses Indiehöhekommen ist nicht etwa die Sehnsucht nach Feuchfigkeit, sondern es ist die Atemnot, die ihn dazu veranlaßt. Das hmad- fickernde Wasser verdrängt nämlich aus den Bodenschichten schnell die Atmungsluft. Es mangelt dann dem Regenwurm der Sauerstoff. Das Wasser enthält nun zwar auch Sauerstoff, aber der wird sehr rasch von der Kleinlebewelt des Bodens verbraucht. Es bleibt zu wenig für größere Geschöpfe übrig. Ist nun der Untergrund weich und nachgiebig, dann kann sich der Regenwurm durch schnelles Hinabsteigen retten. Bei hartem Boden aber, wie unter sest- getretenen Wegen, ist das unmöglich. Er muß nach oben, an die frische Lust. Angenehm ist ihm das keineswegs, denn das grelle Licht und die Wärme trocknen feinen Körper aus unb_ verursachen ihm große Qualen, Der zartbehäutete Wurm wird dadurch so gelähmt, daß er nur noch lanaiam umberiutriechen vermag. Gelangt der
Wurm dabei in eine Wasserpfütze, so sucht er sie durch Schlängeln zu trüben und sich dadurch vor dem Licht zu schützen, um sobald tls irgend möglich sich wieder in den Boden hinab- zubegeben, wo er sich am wohlsten fühlt. Gr.
Das Gclbwerden der Blätter der Myrte im Sommer ist eine nicht selten uuftretenüe Erscheinung. Es ist das beste Anzeichen, daß man entweder beim Gießen etwas versäumt hat oder der Standort den Pflanzen nicht zusagt. Gartenfreunde begehen oft den Fehler, Topfpflanzen durch starkes Gießen eine Wohltat erweisen zu wollen. Es ist immer erst dann zu gießen, wenn die Oberfläche des Topfes trocken geworden ist. Bei holzartigen Gewächsen, also auch bei der Myrte, ist dies ganz besonders zu beachten. Das Gießen soll soviel wie möglich nur von ein und derselben Person geschehen; denn wenn diese solches allein besorgt, so kann sowohl einem allzu verschwenderischen als auch unzureichenden Gießen am besten vovgebeugt werden. Gießen dagegen zwei oder mehrere Personen, so erhält eine Pflanze bald zu viel, halb zu wenig Wasser. Bekommt sie zu viel, so versauert die Erde und die Pflanze bekommt gelbe Blätter; erhält sie ober zu wenig Wasser, so daß der Erdbällen gänzlich austrocknet, so schrumpfen di>e Zweige und Blätter ein, und die Pflanze verdorrt. Bei allzu sonnigem und heißem Standort kann sich ein solcher Vorgang bei jungen Myrtenpflanzen, zumal wenn sie in sehr kleinen Töpfen stehen, binnen ein oder zwei Tagen vollziehen. Myrten, namentlich jüngere, sind des- halb an heißen Tagen an einem kühlen Platz unterzubringen. Oesters liegt auch der Grund der Krankheit einer Myrte in der Notwendigkeit ^tnet Umtopfung. Die Wurzeln haben das ganze Erdreich durchzogen und finden keine Nahrung mehr. Die verfilzten Wurzeln werden dann ringsum abgeschnitten, und der Ballen mit einem spitzen Hölzchen zwischen den Wurzeln gelockert. Die Pflanze wird dann in einen neuen Topf gesetzt, der ein wenig (2 bis 3 cm) größer als der frühere fein muß. Der Ballen muß vor dem Einsetzen in den Topf durchfeuchtet werden. Rdt.
Neues aus Haus, Nüche und Keller.
Verschiedene Kittarten für Glas und Porzellan. Zwei Teile fein pulverisiertes Gummiarabikum werden mit wenig Wasser aufgelöst, dieser Lösung zwei Teile gute Weizen- oder Reisstärke und ein halber Teil weißer Zucker hinzugemischt, darauf im Wasserbade vollkommen klar zu einer dickflüssigen Masse gebockt. Um diesen Kitt vom Abspringen und Abblättern freizuhalten und nicht spröde werden zu lassen, fügt man ein kleines Stückchen Kampfer oder feines Oel hinzu. Ein Kitt, der der Einwirkung des Wassers und der Hitze widerstehen soll, besteht aus 100 g Silberglätte und 50 g Bleiweiß, die gut vermischt und mit gekochtem Leinöl und Kopallack drei zu eins zu einem knetbaren Brei an- gemacht werden. Ungelöschter Kalk, Topfen und Eiweiß wird fein verbunden und bamii die zu bittenden Gegenstände bestrichen und zusammengefügt. Die erwärmten Bruchstellen werden mit Wasserglas bestrichen, fest aneinandergefügt und zusammengebunden, darauf einige Tage lang ruhen gelassen. Dann erst wird die "Umwicklung gelöst und alle Unebenheiten an den Bruchstellen vorsichtig mit dem Messer entfernt. Ein Teil Gummiarabikum und vier Teile gebrannter Gips werden zusammengemischt und damit' die Bruchstellen bestrichen und zusammengefügt. Dieser Kitt ist besonders für Glas zu empfehlen. Ein trefflicher Porzellan- kitt besteht aus Wasserglas und Kreide, zu gleichen Teilen vermischt. Dier Teile gebrannter Gips und ein Teil Gummiarabikum, beides pulverisiert, werden gemischt, in einem Glas gut verkorkt und bis zum Gebrauch verwahrt. Tr.
Rosenkohl. 1 kg Rosenkohl wird von den losen Blättern befreit, damit nur die festen Köpfchen bleiben, gewaschen und in Salzwasser etwa 45 Minuten gekocht. Dann werden sie auf einen Durchschlag geschüttet, und nach Ab- laufen des Wassers in Butter geschwenkt. E. v. B.
Leberknödel. Dazu gehören: 125 g Rinds- oder Kalbsleber, sechs Semmeln, eine große Zwiebel. drei Eier, eine halbe Tasse Milch. ein Bündchen Petersilie, etwas Salz, Pfeffer, der Saft einer halben Zitrone, ein Eßlöffel Butter. Die Leber wird durch die Maschine gedreht, die Semmeln werden fein geschnitten und mit der Milch befeuchtet, Zwiebeln und Petersilie werden fein gewiegt und in der Butter ge- dünstet, dann alle anderen Zutaten darunter gemischt. Man formt von der Masse längliche Klöße,' die in kochendem Wasser zugedeckt 15 Minuten ziehen müssen und zu Sauerkraut gereicht werden. ^- in L.
Aeberbackenes Ragout. Hierzu lassen sich alle beliebigen Fleischreste verwenden: Suppen- fleisch, Braten, Schinken, auch Pilze. Man schneidet alles in Würfel, auch etwas Salz, oder Pfeffergurken. Mittels einer Mehlschwitze und etwas Brühe stellt man eine dicke Soße her, gibt Pfeffer. Salz, eine Prise Zucker, Zitronensaft und einige Löffel Kapern dazu, tut die Fleischwürfel hinein und läßt alles auf- kochen. Dann stellt man unter Zugabe von Milch und Butter einen schönen Kattoffelbrei her. Damit bedeckt man den Boden einer gefetteten Puddingform und schichtet darauf abwechselnd Ragout und wieder Kartoffelbrei, den man mit geriebener Semmel bestreut und mit Butterstückchen belegt. Dann wird das Gericht im Ofen zu schöner Farbe gebacken. E. S.
Stacheweergrütze. Man putzt und wäscht ein reichliches Kilogramm reife Stachelbeeren, überbrüht fie schnell mit kochendem Wasser, läßt sie abtropfen und setzt sie mit 2,50 Liter kochendem Wasser, etwas Zimt und Zitronenschale zum Feuer. Wenn sie zerkocht sind, streicht man sie durch ein Sieb. Nun bringt man den Brei mit 500 g Zucker aufs Feuer, rührt 500 g Perlsago m ein halbes Liter kaltem Wasser glatt und dann unter die kochende Stachelbeermasse, die so lange kochen muß, bis die Sagokörnchen klar sind. Die fertige Speise gießt man in eine mit Wasser ausgespülte Form und reicht sie erkaltet und ge- stürzt mit einer Banillenttrnke. Frau A. in L.
Frage uns Antwort.
Ein Ratgeber für jedermann.
Bedingungen für die Beantwortung von Anfragen.
Der größte Teil der Fragen muß schriftlich beantwortet werden, da ein Abdruck aller Antworten räumlich unmöglich ist. Deshalb muß jede Anfrage die genaue Adresse des Fragestellers enthalten. Anonyme Fragen werde« grundsätzlich nicht beantwortet. Außerdem ist jeder Frag, ein Ausweis, daß Fragesteller Bezieher unseres Blattes ist, so. wie ein PortoaateU von 30 Pfg. beizufügen. Werden mehrere Fragen gestellt, so sind ebensoviel Portoanteile, als Fragen gestellt sind, mitzusenden. Im Briefkasten werde- nur rein land, wirtschaftliche Fragen behandelt; in Rechtsfragen oder in An» gelegenheiten, die sich nicht dem Rahmen unseres Blattes anpassen, kann Auskunft nicht erteilt »erben. Di, Schristleituug.
Frage Nr. 1. Meine vierjährige Stute hat seit einem Jahre die periodische Augenentzündung am rechten Auge und ist jetzt erblindet. Ist Gefahr vorhanden, daß das linke Auge auch erkrankt? Was wäre dagegen zu tun? W. St. in G.
Antwort: Mit der Möglichkeit, daß der krankhafte Prozeß auch auf das gesunde Auge übergreift, ist immerhin zu rechnen. Vorbeugend können Sie erst eingreifen, wenn Sie am gesunden Auge die leisesten Anzeichen (Lichtscheue, Tränen) dieser tückischen Krankheit bemerken und durch Ihren Tierarzt rechtzeitig Einspritzungen machen lassen, die die Krankheit gar nicht erst ttchtig zur Entwickfilng kommen lassen. Vet.
Frage Nr. 2. Meine Kuh läßt, sobald man mit Melken anfängt, Urin. Dies hält während des Melkens an. Was ist dagegen zu tun? E. in B.
Antwort: Es handelt sich wahrscheinlich um nervöse Erscheinungen. Lenken Sie die Kuh beim Melken ab, indem Sie ihr die Hörner klopfen oder ein Bein hochheben lassen. Eventuell kann es sich auch um Stiersucht handeln, und zwar infolge eines Eierstockleidens, das jedoch nur durch tierärztliche Untersuchung festgestellt werden kann. Dr. F.
Frage Nr. 3. Innerhalb fünf Wochen ist mir das zweite Kalb an Kälberlähmung ein« gegangen. Woher rührt die Krankheit, was ist dagegen zu tun? H. W. in D.
Antwort: Gründliche Nabelpflege und ausgiebige Etalldesinfektion! Die Krankheit wird durch einen besonderen Erreger hervorgerufen. Schicken Sie einen Kadaver an das bakteriologische Institut der nächsten Landwitt- schastskammer. Don da wird Ihnen dann näherer Bescheid zugehen, eventuell wird Lott gegen die Krankheit ein stallspezifffcher Impfstoff hergestellt. Dr. F.
Frage Nr. 4. Meine drei Monate alten Schweine husten, sind aber sonst munter und fressen gut. Was ist die Ursache? A. M. in A.
Antwort: Husten kann hervorgerufen werden durch Krankheit des Kehlkopfes, der Luftröhre und deren Verzweigungen, der Lunge und des Brustfells. Da die Tiere aber munter sind, dürfte wohl nur eine starke Erkältung vorliegen, und gegen sie gibt es kein besseres Mittel, als daß Sie die Tiere täglich mehrere Stunden lang Hinauslossen, damit sie sich hort auslaufen, sich sonnen, wühlen, Erde fressen können, weil das nun einmal ganz unbedingt erforderlich ist, wenn man gesunde Tiere aufziehen und Glück in der Schweinezucht haben will. Bei dem dauernden Eingesperttsein müssen ja Ihre Tiere verkümmern, verweichlicht und krankheitsanfällig werden. Dann im Stalle trockenes Lager, allenfalls auf Holz- pritfche, kein Betonfußboden, Futter nur in Form eines steifen, kalten Breies n-sim, das Getränk erhalten die Tiere vor b ‘J Fressen. Lassen Sie sich vom Verlage von I. Neumann in Neudamm Nm., Provinz Brandenburg, das kleine Buch „Lemke, Schweinezucht", kommen, Preis 1 RM, die kleine Ausgabe macht sich bestimmt
bezahlt.
Dr. Ws.
Frage Nr. 5. Mein? ^hn Wochen alten Ferkel schnaufen seit drei ^jen durch die Nase, deren Eingänge fast verstopft sind. Freßlust hat
nachgelassen.
F. R. in I.
Antwort: Solcher Katarrh der Nasenschleimhaut wird bei Schweinen sowohl als selbständiges, durch Erkältung entstandenes Leiden, wie auch als Begleiterscheinung andèrer Krankheiten beobachtet. Bei einfachem Katarrh, bei dem das Befinden wenig gestört ist, dürfte genügen, wenn Sie die Tiere jeden Tag für Tag mehrere Stunden lang hinaus ins Freie lassen, damit sie sich dort ordentlich auslaufen, sich sonnen, wühlen, Erde fressen können, weil das ganz unbedingt erforderlich ist, wenn man gesunde Tiere behalten und Glück in der Schweinezucht haben will. Infolge des dauernden Eingesperrtseins in den Stall müssen ja schließlich die Tiere verkümmern und krank werden. Sonne und Bewegung hingegen Hellen. Dann trockenes Lager, womöglich auf Holzpritsche, kein Betonfußboden, Futter stets in Form eines steifen, abgekühlten Breies geben, Schlämmkreide zufüttern; das Getränk erhalten die Tiere vor dem Fressen. Sollte aber die Krankheit schon weiter vorgeschritten sein und auf tuberkulöser Basis beruhend, sich die sogenannte Schnüffellrankheit entwickelt haben, dann dürste
wenig zu hoffen sein.
Dr. Ws.
Frage Nr. 6. Meine junge Ziege frißt kein Gras und Heu, dagegen viel Stroh und auch Papier und Holz. An den Ohren und auf dem Rücken befinden sich kahle Stellen. Ferner hat sie beim Melken Schmerzen; das Euter sieht sonst gesund aus, nur der eine Strich ist feiner und läßt sich schwerer melken. Was ist zu tun? O. in G.
Antwort: Nach Ihrer Beschreibung leidet die Ziege an Lecksucht. Geben Sie viel eiweißreiches Futter, wie Getreidekörner, Malzkeime, Ölkuchen, Kleie, Kleeheu, Erbsen- und Bohnenstroh. Auch Melasse hat sich bewährt. Sehr zu raten ist die Zuziehung eines Tierarztes, der gegen dieses Leiden eine Einspritzung macht, di- häufig erfolgreich ist. Die kahlen Stellen sprechen für Räude. Gründliche Stalldesinfektion ist dringend nötig. Reiben Sie die Stellen mit einer Teer- oder Schwefelsalbe ein. Die augenscheinlich stark empfindliche Zitze ist vorsichtig und öfters gut auszumelken und auch mit Vaseline einzu-
reiben.
Dr. F.
Frage Nr. 7. Mein dreijähriger, kräftiger Kater erbricht seit einigen Wochen jede feste Nahrung und nimmt große Mengen Milch zu sich. Der Harn sieht dunkelbraun aus, der Kot kalkweiß. Gehacktes, rohes Rindfleisch behält er bei sich und verdaut es auch. Seit etwa acht Tagen sind die Drüsen am .Halse und in der Leistengegend geschwollen unb heiß. Er schreit oft vor Schmerzen und schläft fast pn-
unterbrochen. Mit großer Gier beleckt er die Steine und fttßt Erde. Die sichtbaren Schleim- Häute und die Haut sind zittonengelb. Könnte er vielleicht Gift ausgenommen haben? Wie kann dem Tiere geholfen werden? Frau B. in E
Antwort: Ihr Kater leidet an Gelbsucht oder an Leberentzündung, die möglicherweise durch "bie Aufnahme von Phosphor ent« standen sein kann. Die Aussichten auf Heilung sind sehr gering. Günstige Anzeichen sind: Helleriverden des Harnes, beginnende Lebhafttg- keit und allmählicher Rückgang der Gelb- färbungen. Füttern Sie nur fettfreies Fleisch und geben Sie täglich drei Teelöffel voll einer Lösung Karlsbader Salz (10 g auf 150 g ab. gekochtes Wasser). Schwächezustände sind mit Kaffee und mit Wein zu bekämpfen. Vet.
Frage Nr. 8. Eins unserer Hühner leidet anscheinend an Legedarmerkrankung. Äußere An- Zeichen: Drängen und Drücken des Asters, so daß das Hinterteil nach hinten herunterkommt, und das Tier den Schwanz als Sitzfläche benutzt. Seit acht Tagen Freßunluft, geringe gelbliche Ent- leerung. Wie kann ich nun dem Tier Hilfe bringen? I. G. in N.
Antwort: Wir nehmen nach Ihren An- gaben an, daß die Henne an Legenot leidet. Oder sollte Eileitervorfall vorliegen? Bei Lc^mot: Fleißiges Einspritzen von lauwarmem Wasser oder Einströmenlassen von Kamillen-Dämpfen in den Eileiter. Man bringt auch das Tier in die Rückenlage und massiert den Unterleib. Auch kann das Ei angebohrt und zertrümmert und dann entfernt werden. Alle Gegenstände, die in die Öffnung eingeführt werden, sollen in einer zwei- prozenfigen Cellokrefollösung desinfiziert werden. Handelt es sich aber um kein besonders wertvolles Tier, dann schlachten Sie es. Kl.
Frage Nr. 9. Ich habe auf Sandboden zu Kartoffeln reichlich Stallmist gegeben und gleichzeitig 300 kg Kalk angewendet, alles zusammen untergebracht und dann die Kartoffeln gelegt. Verträgt sich der Dünger mit dem Kalk? Welche Düngung ist jetzt noch erforderlich? W. v. H. in H.
Antwort: Es wäre richtiger gewesen, wenn Stallmist und Kalk getrennt gegeben worden wären, da ohne Zweifel dieser aus dem Mist einen Teil des Stickstoffs ausgetrieben hat. Da ohne ausreichende Stickstoff- und Kalidüngung befriedigende Kartoffelernte nicht zu erwarten ist, muß das Versäumte schleunigst nachgeholt werden. Deshalb dürfte es sich besonders empfehlen, nach dem Legen der Kartoffeln auf das Viertelhektnr 1 Zentner schwefelsaures Ammoniak oder Leunasalpeter zu geben und einzueggen. Dann darf allenfalls noch auf die gleiche Fläche 1 Zentner 50 pro« Heutiges Ehlorkalium gegeben werden, für die übrigen Kalisalze ist es jetzt deren hohen Chlorgehaltes wegen zu spät geworden. Wohl aber darf noch 1 Zentner Thomasmehl verabfolgt werden. Die Kartoffeln reifen dann besser aus und halten sich besser im Winterlager. A-r Kalk dürfen einige Zentner kohlensauren Kalacs auch noch bei trockenem Wetter und nicht Icjiu- oder regennasser Pflanze, um Aetzwirkungen/ zu vermeiden, ausgestreut und einaebracht werden, obgleich auf Sandboden die Kalkwirkuira oft) zu Kartoffeln zweifelhaft ist. Aber all die Düngung wird nur dann voll ausgenutzt, wenn ebne ihr entsprechende ergiebige Sorte, die für dortige Gegend paßt, angebaut wird. Auskunft darüber erteilt Ihnen unentgeltlich die nächste landwirtschaftliche Schule. ' Dr. Ws.
Frage Nr. 10. Ich habe einige Morgen Acker, die mit Roggen bestellt sind. Der Roggen hat stark durch den Drahtwurm gelitten. Im Frühjahr 1928 will ich Kartoffeln auf dieses Ackerstück bringen und auch Kunstdung geben. Welche Kun'stdüngersorte muß im Frühjahr angewendet werden, um gleichseitig auch den Drahtwurm zu bekämpfen? A. S. in O-
Antwort: Zu Kattoffeln Frühjahr 1828 verfahren Sie wie folgt: Sobald der Roggen abgefahren ist, wird auf die Stoppel fünf Zentner kohlensaurer Kalk gestreut und sauber untergeschält. Vor Winter wird tiefere Furche zu Kartoffeln gepflügt, dann mit umgedrehter Egge glatt ge« schleppt. Im zeitigen Frühjahr wird abgemistet und der Mist flach untergebracht. Zehn Tage vor dem Pflanzen streuen Sie je Morgen einen Zentner Nitrophoska 2. Der Dünger wird etngeeggt, zehn Tage später gepflanzt. Einige Tage, bevor Sie den Kartoffeln die letzte Häufelfurche geben, streuen Sie auf die trockenen Pflanzen als Kopf- Dünger einen Zentner Kainit und häufeln diesen mit'an. Der Sainit hält den Drahtwurm in Schach. Wir raten, die Kainit-Kopfdüngung beizu- behalten, bis Sie sehen, daß der Drahtwurmschaden zurückgeht. Die Kalkdüngung ist alle vier Jahre zu wiederholen. Wenn wir Ihnen für die nächste Bestellung der Früchte eine andere Düngung angegeben haben, als gegenwärtig für Kattoffeln, so darf Sie das nicht stören! Von Nittophoska würden Sie jetzt keinen Nutzen haben! Die Dünger, welche wir Ihnen genannt haben, kaufen Sie am besten bei der Düngerstelle der DLG., Berlin SW 11, Dessauer Straße 14, oder bei der Landbund- oder Raiffeisengenossenschaft. Da werden Sie richtig beliefert. Und nun probieren Sie die Vorschrift! Sie sollen sehen, Roggen und Kattoffeln werden nächstes Jahr anders aussehen. Dr. E.
Frage Nr. 11. In meine geräucherten Fleischvorräte kommen jeden Sommer Würmer, verursacht durch kleine Fliegen. Wie kann ich das Uebel bekämpfen und wie muß ich das Fleisch aufbewahren? I. S. in E.
Antwort: Es ist unbedingt nötig, geräuchertes Fleisch gegen Fliegen, aus deney nachher die Maden kommen. zu schützen. Sowie die Räucherei beendet ist, zieht man über jedes Fleischstück einen Beutel aus ganz dünnem Stoff, den man in jedem einschlägigen Geschäft erhält. Oben wird ganz fest zugeounden, damit keine Fliege hindurch kann. An einem kühlen, trockenen Orte bewahrt man alles hängend auf. Eine andere Aufbewahrungsort, die sich sehr gut bewährt hat, ist die in Kleie. Die Fleisch- stücke werden abwechselnd mit Kleie in eine Kiste geschichtet — oberste unb unterste Schicht bildet Kleie. Es ist zu beachten, daß das Fleisck
Kleie. Es ist zu beachten, daß das Fleisck cht berührt und daß es in tadellosem Zu
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stände eingeschichtet wird, andernfalls diese Aus bemahrunasart. Lwecklosstst. L. 6.
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