Lâe 4
Montag den 18. Juli 1927
irr. 165
GommssmüdrsZeiL.
Ich sah gestern ein junges Mädchen, ein hauchzartes Kleid, ein hauchfeines Gesicht, dunkle bewegliche Augen, ein blanker edler Scheitel. Und sie rug einen Arm voll der herrlichsten Lilien, die so !öm,glich silbern waren, daß ich an alte Wappen- childer denken mußte. Ich hätte mich gern umge- chaut nach diesem Bild voll Reiz und Jugend. Meine Seele war frisch geworden. Ich fühlte kaum mehr die Sommermüdigkeit.
Es ist das ein seltsam Ding: man ist so matt, schläfrig wie vom Gesumm der Bienen. Der schattige Sommer lullt uns ein. Immer sind Wolken oben am Himmel und bilden kühle halbdunkle Lichtträume, burd) die die Vögel hineilen. Schwalben schlagen große herrliche Bogen. Der Blick folgt chnen. Augen und Nacken werden müde. In den Knien spürt man die leise Trunkenheit des reifen Jahres, denn dieselbe Sonne, die mit verhüllten Strahlen die Aehren reifen läßt, macht doch auch unser Blut kochen, ob wir es gleich nicht spüren.
Alle Menschen klagen so über Sommermüdig- keit. Man liegt nachts wie ein Toter. Der Schlaf ist tief und fest: aber reiche Traume hat diese Zeit. Vielleicht Duft der Linden oder Heliotropen, der uns berüdt. Vielleicht das Geheimnis der Sternen- welt, das gerade in diesen Tagen absonderlich zu uns spricht. Große Sommermüdigkeit rieselt uns durch Nerv und Blut, läßt uns tief aufatmen, läßt uns träumerisch versinken.
Der Lärm der Straße Wngt gedänmpft zu mir herauf. Fliegen umsummen mich. Leise Melancho- lle rührt mich an. Ich höre das monotone Spiel eines Kindes, das Etüden auf dem Klavier übt. Ganze Gedankenzüge schleppen sich durch mein Bewußtsein und ermüden mich durch ihre Gegenwart. Es ist nicht Frühling, es ist nicht Sommer, es ist auch nicht Herbst. Wohl schon ein welkes Blatt, das der Wind geknickt hat; es hängt wie in Gold getaucht, als erste Herbstahnung.
Sommermüdigkeit hält mich leise gefangen . . .
Die größte Schlangensendung dieses Jahres tm Frankfurter Zoo. Das Aquarium des Zoologischen Gartens hat einen großen Teil des Schlangenimportes übernommen, den Herr Lorenz Hagenbeck, Stellingen, kürzlich persönlich von seiner süüamerikanischen Reise mitbrachte: darunter befindet sich u. a. die prachtvolle rot und schwarz geringelte giftige Korallenotter und zwei Arten der chr außerordentlich ähnlichen, aber ungiftigen Ko- kallennatter. Korallenottern und Korallennattern gehören zu den farbenprächtigsten Schlangen. Die Sendung brachte außerdem eine neue Schauerklapperschlange und eine der gefürchteten südameri- konischen Bmcymeisterschlangen. Sie enthält außerdem eine Anzahl der schönsten südamerikanischen ungiftigen Nattern u. a. Hackennatter, Gelbschwanz- nattcr, Strumpfbandnatter u. a. m. Bemerkenswert ist noch ein riesiges Exemplar der räuberischen Alli- gatoMirdulbtrö/en von bisher noch nie gesehener Größe.
Die Ziegenzucht des Kreises Hanau auf der Vezirkstierfchau in Fulda. Auf der in der letzten Woche in Fulda stattgehabten Bezirkstierschau, in per nahezu 1700 Tiere aller Gattung in bester Zuch- form zur Prämiierung standen, ist es dem Ziegen- zuchtverband des Hanauer Kreises, der mit 42 Tie- ren vertreten war, gelungen, Resultate zu erzielen, wie sie uns im Kreise mit Stolz erfüllen dürfen. So erzielte der Verein Roßdorf zwei erste Preise (Heinrich Kopp III.), Bruchköbel zweimal den dritten Preis (Mitglieder Johann Heck und Fischer) und der Verein Langenselbold vier erste und einen zweiten Preis, Milglied Friedrich Bassermann II., einen ersten Preis Adolf Weidner; je einen ersten Preis Wilhelm Jong und Chr. Dreuth, zwei zweite und zwei dritte Preise Friedrich Bassermann I., je einen zweirm Preis, Heinrich Jäger und Konrad Kohlhepp und zwei zweite Preise Heinrich Hügel. — Der Ziegenzuchwerein Langenselbold erhielt für sâen ausgest-llten Bock den zweiten Preis und die Kammermehaille. Die Staatsmedaille für die driti- i este Sammlung erhielt in Klaffe 7 für Ziegen Friedrich Bassermann II. in Langenselbold.
* Ausstellung für Lehrlingsarbeilen. Die Damen- schneiderzwangsinnung hatte am Samstag und
Gommev dev M«W.
5. Fest der Internationalen Gesellschaft für neue Musik.
Frankfurt a. M„ 16. Juli. Im Rahmen dieses konzertgesegneten Somers fand vom 29. Juni bis 4. Juli das „5. Fest der Internationalen Gesellschaft für neue Musik" statt. Es wurde eröffnet mit einer Festaufführung des nachgelassenen Bühnenwerkes „Doktor Faust" von Ferruccio Busoni. Es war Busoni nicht vergönnt, die Partitur zu vollenden; sein Schüler Philipp Jarnach hat das mit feinem Einfühlungsvermögen getan. Busoni hat sein Textbuch selbst gedichtet. Er hat sich von Goethes „yaufr vollkommen frei gemacht und schließt sich dem alten Volksbuch vom „Doktor Faust" an. So ist kein psychologisches Drama entstanden, sondern lediglich eine lose zusammengefüqte Reihe von Episoden aus dem Leben des berühmten Zauberers. Busonis Musik widersetzt sich der Beschreibung durch das Wort. Es will uns unmöglich dünken, einen Begriff davon zu vermitteln. Auch ist es unmöglich, sie nach einmaligem Hören zu beurteilen. Sie trägt überall den Stempel des Einmaligen, des ganz Eigenen, doch gar manche Szene, gar mancher Monolog Fausts ist zu breit geraten. Die Wiedergabe im Opernhaus überwältigte durch ihre grandiose Vollkommenheit. Professor Clemens Krauß ließ seine ganze, große Kunst über der klanglichen Gestaltung >er Partitur walten: Der Klangkörper, der in die- em Sinne Solisten, Chor und Orchester umfassen oll, schuf schlechtweg Vollendetes. Dr. Lothar Wallerstein hatte die Szene mit lebetidgewordener Mystik erfüllt, deren Atem auch über die seltsamen Bühnenbilder Ludwigs Sieverts gehauchi schien. Adolf Permann gab dem Faust überlegene Größe, strmmlich ausgezeichnet disponiert. Grandios spielte Hans Brandt den Mephistopheles; eine schauspiele- nf^e Leistung von solch geschlossener Gewalt, wie man sie bei Sängern nur ganz, ganz selten findet. A",„oen zahlreichen kleinen Rollen boten Franz Volker, Else Gentner-Fischer und Franz Schneider ausgezeichnete Leistungen. Die auswärtigen Gäste
L ^bes voll, trotzdem sie mit Beifall überraschend gekargt hatten.
Die beiden Orchestennusiabende ergaben nur ge- ringen Gewinn. Henry F. Gilberts „The Dance in ilje Place Kongo entpuppte sich als banales, raffiniert instrumentiertes Machwerk. Josef Matthias Hauers atonale „Siebente Suite" und Bela Bar- iods -Konzert für Klavier und Orchester" ließen den
Sonntag in zwei Räumen der ehemaligen Hilfsschule Arbeiten von Lehrlingen der Damenschneider- innung ausgestellt, die von der Damenwelt sehr beachtet wurde. Es lohnte sich aber auch ein Gang in die Ausstellung, denn es zeigte sich, daß die jungen Schneiderinnen ausgezeichnetes geleistet hatten. Die saubere, elegante Qualitätsarbeit bei den Kleidern und Stickereien fiel angenehm auf und dürfte manche Hausfrau wieder für die Handarbeitskleider gewonnen haben. Die Ausstellung war Dank der Arbeit von Frau Kloha zustande gekommen. Der Ausstellung angegliedert war eine Abteilung der Firma Singer, in der Maschinen und feine Stickerei vorgeführt wurde. Die Firma hat auch sonst dazu beigetragen, daß die Ausstellung so gut gelingen konnte. Für den gärtnerischen Schmuck hatten die Gärtnereien Möller und Jäger gesorgt.
WeiLeVbeviGL.
Ueber der Ostsee ist es zur Ausbildung von kleinen Tiefdruckstörungen gekommen, die unsere Witterung zunächst noch nicht beeinflussen werden. Es ist jedoch mit der Fortdauer der mäßig warmen und zu Niederschlägen neigenden Witterung zu rechnen.
Vorhersage bis Montag abend: Heiter, zeitweise auch bewölkt, vereinzelte Regenfälle, mäßig warm, schwache nördliche Winde.
Aussichten für Dienstag: Meist bewölkt, vorwiegend trocken, mäßig warm, schwache Luftbewegung.
La«dk«sks Sana«.
Großauheim, 18. Juli. „Fest d e r H e i m a t." Um ein würdiges Gefallenen-Denkmal zu beschaffen, tauchte hier vor Monaten der Gedanke auf, ein Fest großen Stils zu begehen, an dem ganz Großauheim, gleich einer großen einigen Familie, mitwirken sollte. Die Idee fand Anklang und seit vielen Wochen wurde in Ausschußsitzungcn und Vereinen fieberhaft gearbeitet, um das Gelingen des Festes zu sichern. Am Samstag abend nahm die Veranstaltung ihren Anfang. Unter Borantritt einer Musikkapelle bezogen Festleitung, der Ehrenausschuß und verschiedene schon am ersten Festtag mitwirkende Vereine den herrlich gelegenen Festplatz, der sich inzwischen schon mit zahlreichen Teilnehmern gefüllt hatte. Nach einigen Musikstücken hielt der Festleiter, Herr Wilhelm Alig, die Begrüßungsansprache, entbot den Willkommengruß, gedachte der 140 Gefallenen, denen ein stilles Gedenken unter den Klängen von „Ich hatt' einen Kameraden" geweiht wurde und feierte die Heimatliebe als Grund zur Festesfreude. Bald setzte ein lustiges Leben und Treiben ein. Die Gesangvereine wetteiferten mit Chören, Freiübungen der Jugendturner und Darbietungen der Mädchenabteilung sorgten im Verein mit Kunstfahren des Radfahrervereins für abwechselungsreiche Unterhaltung. — Am Sonntag kündete früh morgens ein Weckruf der beiden Trommlerchore den großen Festtag an. Um 2 Uhr nachmittags ordnete sich der Festzug, an dem insgesamt 49 Gruppen von Ortsvereinen teilnahmen. Drei Polizisten (alte und neue Zeit), Fanfarenbläser zu Pferde, ein Standartenreiter mit dem Alt-Auheimer Wappen eröffneten den Zug. 6 Germanen folgten, die auf die ersten germanischen Ansiedlungen Hinweisen sollten. Der Festwagen, die Pforte darstellend, führte zurück bis ins 15. Jahrhundert. Auheims Vergangenheit war in dem Festwagen: Fischerzunft, die Leinreiter, der Hergersborn, die Tabakindustrie, Feuerwehr einst und jetzt, Gelberübe-Wagen trefflich gezeichnet. Auch die übrigen Gruppen zeugten von großem Kunstverständnis und origineller Idee. Einen solchen Festzug hat Auheim noch nie gesehen und niemals waren so viel Zuschauer auf den Straßen Auheims, als gestern. Auf dem Festplatz „Lindenau" wimmelte es von Menschen. Die Festrede hielt Herr Bürgermeister Weber. Schlimme Zeiten liegen hinter un^. Freude soll heute diejenigen unserer Mitbürger erfüllen, die das Glück haben, als Erben und Nachkommen jener ersten Ansiedler auf altererbtem Grund und Boden hier in lll>!a^tll^^^:g'iaw^wtW-Wa^w»^M>MSmW«S«^!w.mljriHaaa^^
Hörer vollkommen kalt. Nielsens „Fünfte Symphonie, op. 50" zeigt zwar starke Abhängigkeit von Brahms, klang aber doch in ihrem gesunden Melos erlösend auf. Claude Delvincourts „L'Offrande â Siva" bedarf der choreographischen Ausdeutung: über den optischen Eindruck überhört man dann die langweilige Musik. Der starke Erfolg des „Cantique au Soleil" dürfte nur auf das Konto der brillanten Sopranistin Mac Arden zu setzen sein. Vollkommen berechtigt erscheint dagegen der Riesenerfolg des „Konzert für Klavier und Orchester, op. 38" von Ernst Toch. Hier eint sich starkes melodisches Erfinden mit reifstem technischen Können: das Werk fesselt vom ersten bis zum letzten Ton. Brillant gespielt (Solist Walter Frey-Zürich, Dirigent Hermann Scherchen-Berlin) löste es schon nach dem ersten Satz spontanen, begeisterten Beifall aus. Auch Emil Axmanns „Zweite Symphonie" vermochte lebhaft zu interessieren.
Aus den Vortragsfolgen der drei Kammermusikabende sei nur Heinrich 'Kaminskis ausdrucksstarkes „Magnificat" für Solosopran, Solobratsche, Orchester und kleinen Fernchor hervorgehoben. Das a capella- Oratorium „Leben und Gedächtnis der heiligen Brüder und Slawenapostel Cyrill und Methodius" von Bozidar Sirola ist zu lang, um nicht ermüdend zu wirken trotz des prachtvoll disziplinierten und herrlich klangreinen Chorgesang der Kroatischen Gesangsvereinigung „Kolo" aus Zagreb.
W. W. Gg.
Me Mevvaddvemfe.
Eine luftige Skizze von Troll.
Karl Reul, der Prokurist der Schuhfirma Eidechse, hat sich (auf Teilzahlung)'eine hübsche rassige Viersitzerlimousine angeschafft, die mit allen Chikanen, Lichtanlasser, Vierradbremse usw. ausge- ftattet ist.
Erste Ausfahrt in die Umgebung! Karl Reuls Schwager, Max Schneider, fährt mit.
Vor dem Einsteigen erklärt Karl seinem Schwager, der keine Ahnung von der Konstruktion eines Autos hat, den Motor.
„Und hier, lieber Schwager, ist dis Vierradbremse. Eine großartige Sach«. Ein Hebeldruck und bei der größten Geschwindigkeit steht der Wagen auf der Stelle. Ich werde es dir gleich zeigen. Steig ein!"
„Fahr nicht so schnell", entgegnet Max, „Du weißt, icy liebe mein Lebens"
Großauheim zu sitzen. Das heutige Fest der Heimat soll aber auch ein Fest der Freude sein für diejenigen, die hier eine Heimat gefunden haben. Möge das heutige Fest aber auch der Auftakt sein für eine glücklichere Zukunft, möge das Heimats- und Gemeinschaftsgefühl in uns und in unserer Jugend immer mehr geweckt und gestärkt werden. Möge die heutige Veranstaltung ein Markstein ein in der Aufwärtsbewegung unserer Heimat. Nach Beendigung der Festrede boten die Gesangvereine wieder Perlen ihrer Kunst, die Musik spielte fröhliche Weisen, Tennisklub und Bayernverein unterhielten durch ihre Aufführungen. Gehobene, freudige Feststimmung herrschte überall und hielt bis in die späten Nachtstunden an. Ein großes Volks- und Kinderfest bildet heute den Abschluß des großzügig angelegten „Festes der Heimat".
Mvsès Vüdiuse«.
Bekanntmachung.
Die Straßensperre auf der Provinzialstrahenorts- durchfahrt Heuchelheim bei Reichelsheim i. W. wird ab Donnerstag, den 21. Juli 1927 wieder aufgehoben.
Gießen, den 12. Juli 1927.
Hess. Provinzialdirektion.
Verordnung, die Hegezeit für Enten betreffend. Vom 6. Juli 1927.
Auf Grund des Artikels 29 des Iagdstrafgesetzes vom 19. Juli 1858 wird hiermit in Abweichung von der Bestimmung in § 2 Ziffer 7 der Verordnung, die Ausführung des Iagdstrafgesetzes, insbesondere Anordnungen wegen der Hegezeit betreffend, vom 29. April 1914 bestimmt, daß für das laufende Iagdjahr die Hegezeit für Enten bereits mit dem 14. Juli 1927 endet.
Darmstadt, den 5. Juli 1927.
Das Ministerium des Innern. I. V.: Dr. Reitz.
Betr.: Wie oben.
An die Bürgermeistereien des Kreises.
Wir empfehlen Ihnen, die Interessenten auf vorstehende Verordnung hinzuweisen und das Feld- und Horstschuhpersonal entsprechend zu verständigen.
Kreisamt Büdingen: Dr. Gaßner.
Atts Kva«4fuvt M. M.
7. kreissest im Frankfurter Stadion.
: Den Auftakt zum 7. Kreisfest des Arbeiter- Turn- und Sportbundes 9. Kreis, das vom 16. bis 18. Juli im Frankfurter Stadion stattfindet, bildete der Empfangsabend in der großen Kampfbahn, umrahmt von Freiübungen, Gesang, Spiel und Tanz, zu dem u. a. auch der Reichskanzler a. D. Dr. Luther, Regierungspräsident Ehlert-Wiesbaden, Staatspräsident Ulrich-Darmstadt und Polizeipräsident Zimmermann-Frankfurt a. M. erschienen waren. 15 000 Zuschauer wohnten der im Rahmen des Empfangsabends im Freilichttheater aufgeführten Verwandlungsgruppe „Die Arbeit" bei. Schon in den frühen Morgenstunden des Sonntags war das Stadion von fröhlichen Menschen bevölkert. Ein buntes Leben und Treiben herrschte auf allen Kampfbahnen und Anlagen des Stadions. Um 10 Uhr traf der aus 7000 Turner und Turnerinnen bestehende Festzug, der sich durch die Hauptstraßen der Stadt bewegte, im Stadion ein und wurde dort von Stadtrat Schmude im Auftrage des Magistrats der Stadt Frankfurt a. M. begrüßt und willkommen geheißen. Um 12 Uhr begannen dann die Wettkämpfe auf allen Gebieten des Sports, die bis zu den frühen Abendstunden auch durch die günstige Witterung außerordentlich gefördert wurden. Die abendlichen Kämpfe waren durch das einsetzende Regenwetter stark in Mitleidenschaft gezogen. Der dritte und letzte Tag des Festes, der Montag ist ausschließlich den Arbeiterkindern gewidmet, die sich auf den weiten Gefilden der Stadionanlage in lustigem Spiel ergehen können.
Rosenschau im Palmengarlen.
: Im Palmengarten wurde gestern eine Rosenschau eröffnet, die den Zweck hat, zu zeigen, daß auch die Rose deutscher Herkunft sich ruhig neben
„Hab keine Sorgen. Siehst du dort etwa 500 Meter von hier auf der Landstraße das große weiße Stück Papier liegen? Ich fahre jetzt im 60 Kilometertempo darauf los, bei dem Papier ziehe ich die Vierradbremse. Siehst du . . . ein Ruck . . und der Wagen steht bei dem Papier."
Max Schneider nickte.
„Siehst du dort etwa 600 Meter von hier rechts an der Landstraße das einsame Gehöft. Ich fahre jetzt 80 Stundenkilometer. Vierradbremse. Wir stehen am Tor des Bauernhofes."
Max nidte.
„Und jetzt fahre ich 100 Kilometer. Direkt auf den Bahndamm zu. 900 Meter von hier. Siehst du: „Dort b r a u ft der D-Zug Frankfurt- Berlin heran. Wir fahren, als ob wir den D-Zug überfahren wollten."
Der Wagen raste. Der Wind schnitt Max ins Gesicht. Sein Hut flog vom Kopf. Der D-Zug Frankfurt-Berlin war eben über dem Auto. Max schloß ängstlich die Augen.
„Hier — wenige Schritte vom Bahndamm entfernt — Vierradbremse. Siehst du, Max, der Wagen steht'."
Der D-Zug fuhr in seinen, ihm vorgeschriebenen Geleisen weiter. Man sah nur noch den letzten 'Wagen und den weißen Rauch der Lokomotive, die Lämmerwölkchen in den blauen Himmel hinein- malten.
Max hat sich ängstlich in das Lederpolster hinein gepreßt. Er sah bleich wie der Tod aus.
Karls Augen leuchteten. Seine Wangen waren leicht gerötet vor Freude. Er freute sich über seinen neuen Wagen, den guten Gang und das tadellose Funkttonieren der Vierradbremse.
Jubel lag in seiner Stimme, als er Max fragte:
„Ist das nicht etwas Großartiges, diese Vierradbremse? Viele Autounfälle werden durch sie vermieden."
Max der da saß wie ein Häufchen Unglück, flüsterte mit zaghafter Stimme:
„Das mit der Vierradbremse ist gut. Aber, lieber Schwager, wenn du mir einen großen G e - fallen tun will st, fahre zu'rück, dort, wo auf der Land st raße das große Stück Papier liegt."
Karl lachte, wie er noch nie gelacht hatte.
Und steuerte heimwärts.
den Rosenblumen anderer Länder sehen lassen kc Andererseits gibt sie einen Begriff von dem { men- und Farbenreichtum der Rosen unserer < i Was in den letzten Jahren Neues und Brauchbc: in den Handel'gekommen ist, tritt hier in die scbeinung. Rosen aus dem Frankfurter Boden, dem Taunus, aus dem Rheingau vereinigen sich einem Ganzen von großem Reiz und ansehnlu Reichhaltigkeit des Sortiments, wie man es , selten beisammen sehen wird. Die oberen Säle Gesellschastshauses im Palmengarten haben Schau ausgenommen. Man ist bei der Anordm i von dem Grundsätze ausgegangen, die Blun durch sich selbst wirken zu lassen, sie nicht durch vieles Beiwerk in ihrer Wirkung zu beeinträchtig Den Besuchern der Schau, deren Blumenmate, inbezug auf die Qualität allen Ansprüchen genü wird viel Anregung geboten. Diele werden sich bi oder jene Sorte, die ihnen bis je^t nicht bekai war, merken, um sie in ihrem Garten anzupflanz andere werden sich an dem wechselnden Farbenst der Blumenschau erfreuen und Veranlassung tu men, der Rosenblume als Zimmerzierde die j bührende Beachtung zu schenken. Alle aber soll sich davon überzeugen, daß die Rosenzucht; Deutschland auf einer Stufe steht, die uns I Pflicht auferlegt, der deutschen Rose den ihr { bührenden Platz im Garten und Heim zu gebt
Ein Leichenfledderer.
: In letzter Zeit ist hier ein Leich enfledde« aufgetreten, der bei Angehörigen Verstarb eit unter Vorzeigung gefälschter Quittungen des Fri« Hofsamtes die Bestattungskosten erhoben hat. Dr Publikum wird gebeten, bei erneutem Auftreten 0 Festnahme des Schwindlers zu veranlassen.
Erwischler Fahrradmarder.
: Der Kriminalpolizei ist es gelungen, im StÄ Pfandhaus einen gefährlichen Fahrrad-dieb fest# nehmen. Es handelt sich um den 23jährigen Hans lungsgehilfen T. aus Darmstadt. Bis jetzt konnt« ihm zehn Diebstähle nachgewiesen werden.
Anerkennung der INayschen Bauweise. — Ein« 500 000 Mark-Spende.
: Der Verwaltungsrat der Reichsforschung« gesellschaft für wirtschaftliches Bauen hat beschlossei der Stadt Frankfurt a. M. 500 000 Mk. zur Er probung des Frankfurter Montageverfahrens vt Stadtrat May in einer Groß-Siedlung zur Verfu gung zu stellen Außerdem soll der Stadt ein W trag von 50 000 Mk. für Baumaschinen zur Durch führung dieses Verfahrens zur Verfügung gestell werden.
Ein Kind tolgefahren.
: Freitag abend gegen 6 Uhr wurde am Ziegel Hüttenweg im Stadtteil Sachsenhausen ein sechs jähriges Mädchen von einem Lastauto überfahret und so schwer verletzt, daß der Tod auf der Stell« eintrat. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt, l
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AttS KM und FMM.
Vater und Sohn verschütlel.
Bochum, 17. Juli. Samstag ging auf der ii
Wattenscheid gelegenen Zeche „Holland" ein TeU einer Strecke zu Bruch. Von den Heroinbrechen!? 1 Gesteinsmassen wurden zwei Bergarbeiter, D.^" und Sohn, verschüttet. Die sofort aufgenomm^'ll^ Rettungsarbeiten hatten nach drei Stsnden ^M keinen Erfolg. Lebenszeichen von den Verungrc/äten werden nicht mehr vernommen, so daß Mit ihrem
Tode zu rechnen ist.
wie insbesondere bei Erkrankungen neuralg. it. katarrha- prompt u. zuverlässig ßermosankapsein. Die auffallend rasche und zuverlässige Wirkung beruht auf der spezifischen Zusammensetzung (Amldophenaz. 0,15 + Phenaz. sal. 0,45 + Chin. 0,01 + Cotf. 0,1). In a en r-potheken erhältl ch. Schachtel 1 Mk. 5883p
*
I ärmst und Wissenschaft.
o Zur Geschichte der Orgel in der Marienkirche wird von Herrn Dr. Bernges noch mitgeteilt:« Ratsprotokoll vom 2. Juli 1696: Wurde vom Konsi- 8 ftorium vorgetragen, welcher Gestalten davon ge- 8 halten würde, daß die Orgel aus dem Chor hinweg I und über den Herrschaftsstand transportiert wer- ß den solle. Weilen demnach die Orgel in bessern ‘ Stand kommen kann alss hätt' E. E. Rat nichts dagegen u. ist deputiert H. Vogdt und H. Neuber : solch E. H. Schmitten zu überbringen. 21. Dez. I 1696: Soll dies neu Orgelwerk dahie gesetzt werden, i wo oer es E. E. löbl. reformiertes Konsistorium 1 nebst denen Ratsüeputierten H. Vogdt und H. Kirch- j vermalter gut finden werden. 15. Juni 1700: Die- 1 weilen die neu Orgel besichtiget werden solle und ‘ darum H. Werkmeister von Halberstadt zu diesem ; Enidt (vom) Konsistorio beschrieben worden alß | feint deputiert zu dieser Sach H. Bürgermeister und 1 H. Diebelii solcher Besichtigung beizuwohnen. j 10. Juli 1705: Bittet der Organist Piskator unter Ueberreichung eines Memorials und eines Briefes von Andreas Werkmeister aus Halberstadt sich seiner anzunehmen, damit er nicht ab geschafft würde. Dem Gesuch soll entsprochen werden.
o von den Heidelberger Festspielen. Der Schauspieler Carl Ebert, der bei seinem Abschied vom Berliner Staatstheater Gegenstand besonderer Ehrungen war, spielt, bevor er die Generalintendanz des Hessischen Landestheaters übernimmt, den Grafen Wetter vom Strahl in den Schloßhofauf- führungen des „Käthchen von Heilbronn" bei den Heidelberger Festspielen.
Spielplan der Frankfurter Theater.
Schauspielhaus. Montag, 18. Juli, 8 Uhr: Der Gesandte Sr. Majestät. Dienstag, 19. Juli, 8 Uhr: Leonce und Lena. Mittwoch, 20. Juli, 8 Uhr: Leonce und Lena. Donnerstag, 21. Juli, 8 Uhr: Der Rastelbinder. Freitag, 22. Juli, 8 Uhr: Der Rastelbinder. Samstag, 23. Juli, 8 Uhr: Der Rastelbinder. Sonntag, 24. Juli, 8 Uhr: Der Rastelbinder. Montag, 25. Juli, 8 Uhr: Der Rastelbinder.
Heues Theater. Montag, 18. Juli, 8 Uhr: Müllers. Dienstag, 19. Juli, 8 Uhr: Klubleute. Mittwoch, 20. Juli, 8 Uhr: Klubleute. Donnerstag, 21. Juli, 8 Uhr: Klubleute. Freitag, 22. Juli, 8 Uhr: Müllers. Samstag, 23. Juli, 8 Uhr: KlubleutL Sonntag, 24. Juli. 3^ Ubr: Müllers; 8 Uhr: Klubleute.