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Anzeiger für

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^auau ©labt und Land

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den 12» SM

1928

Dsss Liersä.

- Dem Verwaltungsrat der Reichspost ist die Vorlage über die Gebührenerhöhung Zu­ngen.

- Unwettermeldungen liegen heute vor aus in und Frankreich.

- In der gestrigen Sitzung des Reichskohlen­andes und des Großen Ausschusses des Rcichs- nrates wurden die Preiserhöhungsanträge der hiedenen Syndikate abgelehnt.

- Der falsche Hohenzollernprinz Domela wurde Éi Monaten Gefängnis verurteilt.

- Im englischen Unterhaus fand gestern eine apolitische Debatte statt.

- Wie derMotin" berichtet, sind die deutsch- zösischen Handels?e^7:^Verhandlungen 'rweit -dert, daß orte Enhheidung über die Möglich- des Abschlusses eres langfr-'''ig-n Hamels- äsoriums heute oder morgen fallen wird.

Dis GssâKMnss- «fevemr auf «ubssKmmis Jett vevtast.

3enf, 11. Juli. Die für heute nachmittag ein« ifene zweite Vollsitzung der Seeabrüstungskonfe- , ist auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Das retariat der Konferenz veröffentlicht eine kurze teilung, nach der die Ermordung des t r« ldifchen Ministers als Ursache für Vertagung der Sitzung anzusehen

. Tatsächlich geht die Vertagung auf den Wunsch 8 englischen Delegation zurück. Lord Bridgeman am gestrigen Spätabend bei dem Präsidenten Konferenz die Vertagung bar Sitzung bean« 5t war jedoch hierbei auf den Widerstand der rikanifchen Delegatfon gestoßen, die die Verant- frtftq fßr eine Vertagung der Sitzung auf unbe- rf mie Zeit nicht übernehmen wollte. Erst nach fimmung der japanischen Delegation wurde be« offen, die Sitzung auf unbestimmte Zeit zu ver- 'n. In Delegiertenkreisen wird der Wunsch der lischen Regierung mit den bevorstehenden Er- / ungen Chamberlains in der Unterhaussitzung in ammenhang gebracht. Im Laufe des Sonntags en fortlaufend vertrauliche Aus­rachen zwischen den Delegationsführern statt« inben, um ein Kompromiß zu finden, das eine iterführung der Verhandlungen ermöglichen soll.

B ? verlautet, ist jedoch in den Verhandlungen am in tag zunächst kein wesentlicher Fort­ritt erzielt worden.

Die Berichte namentlich der englischen Blät- aus Genf lassen erkennen, daß man dort eits am Samstag den ergebnislosen Aus- ig der Seeabrüstungskonferenz am Montag raussah. Man nahm an, daß man die Mon- fssitzung nur anberaumt habe, um den Fehl­lag in aller Oeffentlichkeit festzustellen. Ganz sipd die Dinge nicht gelaufen. Man hat da- jf verzichtet, die öffentliche Sitzung, die ontag nachmittag stattfinden sollte, über« upt abzuhalten. Es wäre auch etwas sehr inlich gewesen, wenn man vor allem Volke tte zugeben müssen, daß die ganze Ab- stungsdebatte der drei Seemächte Amerika, igland und Japan verlorene Liebesmühe ge= 'sen ist. Man hat deshalb zu einem Vorwand griffen, um die Sitzung auf unbestimmte Zeit rtagen zu können. Die Ermordung des ir= ndischen Ministers O'Higgins, eines früheren legierten der Konferenz, hat dazu herhalten ästen, die Verlegenheit der Verhandlungs- ächte notdürftig zu verhüllen. Aus Rücksicht st diesen tragischen Fall sind die Verhand- ngen abgebrochen worden und die Erschütte- mg der Genfer Delegierten durch die Mordtat ird wahrscheinlich so stark sein, daß man die eratungen bis auf weiteres ruhen läßt.

Das Problem der Genfer Konferenz lag on Anfang an so klar und einfach, daß man otz aller Geheimverhandlungen und Ver- hleierungsversuche ganz genau weiß, wie es im Bruch gekommen ist. Coolidge hat die ieeabrüstungskonferenz einberufen, um das Ausmaß der Kreuzerrüstung ebenso fest zu be- renzen, wie es auf der Washingtoner Konfe- enz mit den Großkampfschiffen geschehen ist.

I )abei war vom ersten Tage an eine unverrück- are amerikanische Forderung, daß die amert« anische und die englische Flotte auf dieselbe kreuzerstärke festgelegt werden sollten. Die Imeritaner schlugen 300 000 Tonnen als die Höchstgrenze vor. Sie hätten auch über 400 000 èonnen mit sich reden lassen, aber sie ließen einen Augenblick die amerikanische Forderung lach völliger Gleichstellung Englands und Ame- nkas in Zweifel ziehen. An diesem Punkte kam ;s sehr bald zu einem unlösbaren Konflikt zwi­schen den englischen und den amerikanischen I Delegierten. England wollte die Gleichstellung grundsätzlich" zugestehen, verlangte aber prak­tisch eine reckt bemerkenswerte Ausnahmestel-

Die LVeiieekaiaKvophe im GaMe«.

Ä«nübev«d 200 Todesovfev.

Dresden, 11. Juli. Die Verlustliste der loten und der Vermißten, die wahrscheinlich zu den Toten zu zählen sind, ist bereits bei der amtlichen Zahl 156 angelangt. Es handelt sich dabei um die Orte Berggießhübel, Gottleuba, Weesenstein, Köttewitz, Hartmannsbach, pirna, Glashütte und Zwiesel. Die verunglückten aus Lauenstein, Fürstenwalde, Rott­werndorf und Raundorf find in der Liste noch nicht enthalten, doch dürfte es sich schätzungsweise um dreißig Personen handeln, die in den genannten Ortschaften tödlich verunglückt sind, so daß sich die Gesamtzahl der der Katastrophe zum Opfer gefallenen Wenfchen auf 185 bis 190 erhöhen wird.

Dresden, 11. Juli. Rach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis betrug im Hochwassergebiet des Vlüglih- und des Gottleubatales der angerichtete Schaden gegen siebzig Millionen Mark. Die Reichsbahn allein soll einen Schaden von etwa 10 Millionen Mark erleiden, abgesehen davon, daß mit der Wiedereröffnung des Eisenbahnverkehrs vor einem halben Jahr nicht zu rechnen ist. Alle Eisenbahnbrücken sind zerstört, und augen­blicklich ist man mit dem Bau der Rolbrücken für den dringlichen Verkehr beschäftigt. Behörden und Private sind bis an die Grenze des Möglichen be­müht. die Spuren der Katastrophe zu beseitigen und die noch immer vermißten Opfer zu bergen.

Berlin. 11. Juli. Der Umfang des furcht­baren Unglücks im Erzgebirge läßt sich erst jetzt einigermaßen übersetzen. Alle Eisenbahnbrückea und Fahrstraßen, dreißig Kilometer lang von Pirna aus gerechnet, sind so zerstört, daß zu ihrer Wiederher- stellung einige Monate nötig sind, zumal auch alle Brücken vollständig zerstört worden sind. Die beiden Städtchen Gottleuba und Berggieshübel mühten ganz neu projektiert werden. Sieben oder acht Fa­milien in Berggieshübel sind vollständig aus- gerottet. Rich ein Mitglied ist gerettet. Hier klingt das Lied vom braven Mann, dem es schon gelungen war, sechs Frauen zu retten und der dann beim ver­such, die siebente zu retten, von den Fluten weg- gerissen wurde und ertrunken ist.

p i r n a a. E l b e. 12. Juli. Gestern nachmittag wurden in Berggießhübel die ersten Opfer der ent­setzlichen Katastrophe bestattet. In der Trauer­gemeinde gingen viele Leute, die nur mit Fetzen von Kleidern angetan waren, die sie von allem ge­rettet hatten.

Hilfsaktionen.

Ein Aufruf der sächsischen Regierung.

Dresden, 11. Juli. Die sächsische Regierung hat an alle Bewohner Sachsens einen Aufruf erlassen, in dem sie zu einer großen privaten Hilfs­aktion im ganzen Lande auffordert. In dem Auf­rufe heißt es:

In der Nacht zum 9. Juli ist das Gottleuba- und Müglitztal von einer Unwetterkatastrophe heim- gesucht worden, die in ihrer Furchtbarkeit und Schwere in unsern Breiten ohne Beispiel ist Wol­kenbrüche haben Städte und Dörfer zerstört, was Menschenfleiß in mühsamer Arbeit in langen Jah­ren aufbaute, in Trümmer gerissen. Weit schmerz­licher als die Vernichtung noch ungemessener ma­terieller Werte ist die Tatsache, daß die Katastrophe, soweit sich bis jetzt erkennen läßt, an die 150 Todes­opfer gefordert hat. Eltern beweinen den Tod ihrer Kinder, unmündige Kinder find zu Waisen ge­worden. Ganze Haushaltungen sind den reißenden Fluten zum Opfer gefallen. Hunderte unserer Volks­genossen stehen verzweifelt vor dem Nichts."

Die sächsischen Banken, Sparkassen und Giro­kassen sowie alle Zeitungsredaktionen im Lande werden um die Einrichtung von Sammelstellen ge­beten. Im Arbeits- und Wohlfahrtsministerium ist eine Zentrale hierfür geschaffen worden e

Spende der Reichsregierung.

* Berlin, 11. Juli. Das Reichskabinett beschloß in seiner heutigen unter dem Vorsitz des Reichskanzlers abgehaltenen Sitzung auf Antrag des Reichsfiuanz- ministers, dem Reichsminister des Innern zunächst einen Betrag von 2 Millionen Reichsmark

lung. Die englischen Delegierten machten einen scharfen Unterschied zwischen den großen Kreu­zern, die für die Seeschlacht bestimmt sind und den kleineren und raschen Kreuzern, mit denen England seine Polizeigewalt zur See aufrecht erhält. Gerade auf diese kleinen Kreuzer legt England großen Wert, wenn es sich auch in

Genf den Anschein gab, als handele es sich da­bei um eine Klasse minderwertiger Schiffe. Die Vereinigten Staaten haben nach englischer An­sicht die kleinen Kreuzer nicht nötig, da sie im Kriegsfälle von der Zufuhr ausländischer Lebensmittel und Rohstoffe ziemlich unabhän­gig sind, während England diese Zufuhr nicht entbehren kann. England fürchtete nun nach einer festen Begrenzung der Tonnenzahl für ', daß Amerika die gesamte Zahl auf tu von großen Kreuzern verwenden

Kreuzer den La

für die Linderung der schweren Unwetterschäden, die weite Gebiete Sachsens und einige Gebietsteile Preußens betroffen haben, zur Verfügung zu stellen.

LVolkenbvSthe übev Bevtt«.

Berlin, 11. Süll Die stundenlang anhaltenden Gewitter, die teilweise mit außerordentlicher Hef­tigkeit beute nachmittag über Berlin uiedergingen, haben hauptsächlich in den südlichen, südwestlichen und westlichen Vororten erhebliche Wasserschäden angerichtet, wo die herabströmenden Wassermengen in den tiefer gelegenen Stadtteilen und am Fuße von abschüssigen Straßenzügen, an Eisenbahnunter­führungen usw. große Ueberschwemmungen verur­sachten. Ueberall mußten die Dampf- und Motor­pumpen der Feuerwehr in Tätigkeit treten, um das in Wohnungen und Lagerräume eingedrungene Wasser herauszupumpen.

Ueberaus starke Verwüstungen hat der Regen, besonders in Tempelhof und Mariendorf, angerich­tet. An den Böschungen des Teltowkanals sieht man stellenweise mehrere breite Löcher, die sich das abfließende Wasser gegraben hat. Alle Bretter­zäune und Drahtgitter sind niedergerissen. Die Schienen der Treidelbahn am Teltowkanal find unterspült, so daß die Bahn ihren Verkehr ein­stellen mußte. Auch die Gleiskörper am Bahnhof Tempelhof wiesen an vielen Stellen Beschädigungen auf, die eine Sperrung der Strecke notwendig mach­ten. Im Schacht der neuen Untergrundbahnstrecke, die an das Tempelhofer Feld grenzt, stand das Wasser etwa einen Meter hoch. Die Siedlungen in der Nähe von Tempelhof stehen fast ganz unter Wasser. Hier sind auch viele Säume nieder gerissen worden. Am Teltowkanal in Tempelhof lockerte der ununterbrochene Regen an mehreren Stellen die Erdmasten der Dämme des Kanals, die lawinen­artig ins Master stürzten. Zwei Arbeiter, die am Ufer beschäftigt waren, wurden von herabstürzen­den Erbmassen verschüttet. Der Feuerwehr gelang es, die beiden Arbeiter zu befreien. Auf ber Strecke Potsdamer Bahnhof-Sudende verursachte der Wol­kenbruch eine Verkehrstörung, die den regelmäßigen Fernverkehr auf ungefähr zwei Stunden völlig lahm legte. Der Fernverkehr Berlin-Halle, der über das- selbe Gleis führt, wurde über Tempelhofer Ran­gierbahnhof und Anhalter Güterbahnhof umgeleilet

GGweves Gewttiev übev Navis.

Paris, 11. Juli. Heute abend ist über Paris und Umgebung ein ungewöhnlich schweres Gewitter niedergegangen, das in verschiedenen Stadtteilen beträchtlichen Schaden angerichtet hat. In zahl­reichen Häusern wurden die Keller und Geschäfts­räume unter Wasser gesetzt, so daß die Feuerwehr die Bewohner befreien mußte. Auf den Straßen erreichte das Wasser eine Höhe bis zu 70 Zenti­meter. Bei einigen Häusern besteht Einsturzgefahr. Viele Fernsprechanschlüsse sind infolge der Ueber« schwemmung in den Büroräumen unterbrochen.

Änwetiev auch in London.

London, 12. Juli. Gestern nachmittag wurde auch London von einem schweren Gewitter heim­gesucht. Zahlreiche Häuser wurden vom Sturm ab« gedeckt. Zahlreiche Teile der Stadt sind überschwemmt. Bisher wurden 2 Tote gemeldet, die ertrunken sind. Trotz des UnwefterS ist die deutsche Fliegerin Thea Rasche und die englische Fliegerin Lynn von Croydon nach Goton geflogen.

ÄsbevfchwemmuusssaLastvoAbe in KuüSand.

Moskau, 12. 3uli. 3n der Stabt i>'oiar.ow im Gouvernement Ri hui-Rowgorod, die von einem schweren Wirbelsturm heimgesucht wurde, wurden während einer lleberschwemmung der Stabt durch den Teschafluß Dutzende von Menschen, Hunderte von Wohngebäuden, einige Brücken und eine große Anzahl Vieh bu r d) das Hochwasser weggeschwemmt.

werde. England werde dann so wurde wei­ter argumentiert gezwungen fein, dieselbe Zahl großer Kreuzer zu bauen, um gleich stark zu bleiben. Für den Bau kleiner und rascher Kreuzer werde dann aber nicht mehr eine ein­zige Tonne zur Verfügung stehen. Mit andern Worten: England will seine Ueberlegenheit an kleinen und raschen Kreuzern unbedingt auf­recht erhalten und damit Herr der Meere bleiben.

Die englische Seepolitik richtet chre Spitze hauptsächlich gegen Frankreich und Italien und im gewissen Maße auch gegen Japan. Denn die schnellen Kreuzer setzen England instand, überall sofort mit der Kreuzerwaffe zuzuschla­gen, ehe die schwerfälligeren Schlochtformatio- nen in Gang kommen. Deshalb wäre es auch _____, ______ _ _

eine Umgehung des ganzen Kouterenzzweckesl Aussagen Glahns tsm

gewesen, wenn man den englischen Forderun­gen nachgegeben und lediglich für den Bau der großen Kreuzer eine bestimmte Tonneazalst festgelegt hätte. Die Vereinigten Stachen ver­langen eine Festlegung der Kreuzerrüstung aus der ganzen Linie, weil auch sie verhindern wol­len, daß die raschen englischen Kreuzer ihrer Marine über den Kopf wachsen. Ihre Dele­gierten hätten aber auch, ganz abgesehen von diesemheUigen Egoismus", die englische For­derung schon im Interesse einer wirklichen Ab­rüstung zurückweisen müssen. Denn ohne die Bindung des gesamten Kreuzerbaues an eine bestimmte Tonnenzahl bleibt die Seeabrüftung nur ein Scheinmanöver. Es ist deshalb im In­teresse einer Klarstellung der gesamten Rüstungsfroge nur erwünscht, wenn es in Genf nicht zu einem faulen Kompromiß getan»

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Man konnte nach dem Fehlschlag der Gen­fer Konferenz versucht sein zu sagen, daß im Punkte der Seeabrüstung England ebenso sehr geneigt ist, auszuweichen wie Frankreich, wenn es sich um die Landrüstung handelt. Aber man darf doch nicht oergeffen, daß m Genf Frank­reich und Italien nicht vertreten waren und daß England sich nicht m Bezug auf die kleinen Kreuzer die Hände binden laßen konnte, wenn Italien und Frankreich vollständig freie ganb behielten. Deshalb haben die englischen ---- gierten zuletzt auch angeregt, eine Zwischen­lösung bis 1931 zu versuchen und dann auf der zweiten Washingtoner Konferenz die Frage der gesamten Seerüstung unter Mitbeteikigung Frankreichs und Italiens aufzurollen. Im Sinne der englischen SeepÄiti^ ist dieser Bor­

Dele-

Zweck verfehlt hat und daß die Kreuzerbe- schränkung allein in dem Dreimächterahmen EnglandAmerikaJapan nicht durchzusetzen ist Das Wettrüsten kann wetten gehen.

Die deutle tsetoweebe in Sefiffel.

Berlin, 11. Juli. Ueber den Stand der deutschen Beschwerde wegen der bekannten Erklärungen des belgischen Kriegsministers de Broqueville über die deutsche Reichswehr erfahren wir folgendes: Die bel­gische Regierung hat den deutschen Gesandten in Brüssel wissen lasten, daß die in Frage stehen­den Erklärungen in der Presse nicht richtig wiedergegeben sind. Der authen­tische Wortlaut der Erklärungen ist bedauerlicher­weise in Brüssel noch nicht veröffentlicht worden, so daß die Aeußerungen des belgischen Kriegs­ministers, wie sie zunächst veröffentlicht wurden, den Tatsachen widersprechen, daß insbesondere die Behauptung einer vertragswidrigen vorzeitigen Ent­lassung von Reichswehrangehörigen unwahr ist. Die von einem Teil der ausländischen Presse an die ersten Meldungen geknüpfte Kommentare sind hier­nach ohne weiteres hinfällig. Die deutsche Be­schwerde wird auf diplomatischem Wege weiter­verfolgt.

Nev Nlauenev Nvozetz.

Plauen, 11. Juli. Im Plauener Prozeß teilte heute zunächst Rechtanwalt Rietsch mit, daß er einen Leipziger Kaufmann als Zeugen gegen die Wahrheitsliebe und VertragstreueLitwins im Brelowgeschäft geladen habe. Rechtsanwalt Dr. Kunz erklärte, er" habe den früheren Leiter der Reichstreuhandgesellschaft als Zeugen und Sachver­ständigen gegen den Sachverständigen der Vertei­digung Dr. Glahn geladen. Darauf wurde der Sach­verständige Dr. Glahn vernommen. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob ihm bei Durchsicht der Akten irgend etwas aufgefallen fei, daß die Evapora­tor Kriegsmaterial ausgeführt habe, er­widerte der Zeuge, er käme nach dem vorliegenden Matertal zu dem Schluß, daß die Evaporator ein besonderes Interesse daran hatte, statt des italie­nischen deutsches Schrott auszuführen. Er nähme an, daß dafür Gründe des materiellen Gewinns maßgebend seien. Nach dem Versailler Vertrag durste Kriegsmaterial, nicht ausgeführt werden. Der Sachverständige, Hauptmann Wolter hätte jedoch erklärt, die beschlagnahmten Granaten wären sehr leicht wieder gebrauchsfähig zu machen

geführt Wolter

des Dr.

gewesen.

Hierauf wies der Angeklagte Müller daraus hin, daß nach den Bekundungen Knolls in erster Instanz, die er sich zu eigen machte, tatsächlich auch im Sahe der Evaporator ein Ketten­handel vorläge, aus dem sich eine Benachtei­ligung des Reiches im Betrage von 3% Millionen Mark ergeben habe. Von der Vertei­digung wurde dann die Vernehmung des früher bei der Reichs-Treuhandgesellschaft beschäftigten Majors Wehmann als Sachverständigen, sowie früheren Generaldirektors der Rsichs-Treuhaud Bötzges als Sachverständigen und Zeugen ab­gelehnt, mit der Begründung, daß die beiden Sach­verständigen nicht als objektiv anerkannt werden könnten. Der Staatsanwalt und der Vertreter Dr.

Stresemanns beantragten Ablehnung des Antrages der Verteidigung. Der Sachverständige Bötzges wies hierauf die gegen ihn erhobenen Vorwürse zurück, worauf der Vorsitzende feslstellte, daß die