1922
Donnerstag
den 2, M
rrv. 156
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Das Kerrâ.
— Aus der Harz-Querbahn ist gestern zwischen asserode und Schlierke ein Zug entgleist. Bis tzt sollen 9 Tote geborgen sein.
— Der Reichstag nahm gestern das Kriegs- »rätegesetz in zweiter und dritter Lesung an.
— Prinz Friedrich Sigismund von Preußen, der m Montag in Luzern gelegentlich des internatio- alen Pferderennens einen Sturz erlitten hatte, ist inen schweren Verletzungen erlegen.
— Der württembergische Staatspräsident a. D. Silhelm Blos ist gestern gestorben.
— Der Verwaltungsrat der deutschen Reichsahn hat auf seiner Tagung in Dresden die Be- ntigung von Härten in den Gütertarifen beschlossen.
— Im Strasserprozeß wurde der Angeklagte >egen Mordes in zwei Fällen zweimal zum Tode erurteilt.
— Im englischen Unterhaus wurde ein Miß- rauensantrag der Arbeiterpartei gegen die Re- ierung abgelehnt.
Die nationale Bewegung in dev iWeatne.
Wie fast jedes Grenzgebiet hat auch die »urchweg von Kleinrussen zu beiden Seiten >es Dnepr bewohnte Ukraine dem russischen Zarenreich von je her große Schwierigkeiten »ereilet. Die zahlreichen Reibungspunkte wür- »en noch dadurch vermehrt, daß das Gebiet ^nächst teilweise und mit völlig unbestimmter Abgrenzung an Rußland kam und sich der
Macht der Großrussen lange nicht fügen wollte ^^be^örd^ Äme^
^«r-^ 5 ^' -^^^ Zweiten ^iilung polens der katastrophe aus, die in kurzer Zeit den Thumkullen- i>pfritcf)e Tekt dem Zarenreiche einverleibt dach zu einem reisenden Strom anschwellen ließ, ourbe, blieben die Schwierigkeiten bestehen, Das Wasser staute sich vor dem Bahndamm und sie Sonderverwaltung, die man dem Lande trat über sein Bett weit hinaus. Es bildete sich
ahrzehntelang gelassen hatte, hatte einen chweren Stand und war nicht in der Lage, Jie unbotmäßige Bevölkerung zu bändigen. Schließlich sah sich die russische Regierung gezwungen, mit aller Schärfe vorzugehen und richtete anstelle der „Hetmanschaft" vier Gou- □ernements ein, an deren Spitze sie stets be- onders scharfe Beamte stellte.
Naturgemäß benutzte die Ukraine am Ende des Weltkrieges die Verlegenheit Rußlands and machte sich selbständig. Sie wurde in diesen Bestrebungen von Deutschland unterstützt, der damalige Hetman weilte mehrere i läge zu Besprechungen im Großen Haupt- i quartier, deutsche Soldaten fochten Schulter an j j Schulter gegen die Bolschewisten. Die Hoffnungen, die man bei uns auf die reichen Vor- räte der Ukraine gesetzt hatte, erfüllten sich lkicht, die Bolschewisten drangen mit besonders starken Kräften in die Ukraine ein, nur mit größter Mühe gelang den deutschen Truppen im November 1918 der Rückmarsch in die Heimat. Gerade hier tobten die Kämpfe i, zwischen der Roten und Weißen Garde am heftigsten, nur an wenigen anderen Stellen Rußlands ist so viel Blut im Bürgerkriege geflossen wie am Dnepr. Erst allmählich gelang
es den Sowjets, die Ukraine mit ihren Ansichten zu durchdringen, die dort ans Ruder gekommene Regierung schloß sich der allrussischen Föderation an, behielt aber sowohl bei der Verwaltung wie auch später bei der Bildung der Roten Armee besondere Vorrechte, ja, bis zu einem gewissen Grade sogar eine Selbständigkeit. Das Verhältnis zwischen Charkow und Moskau ist. von Anfang an nicht das Beste gewesen, sehr häufig wurden die Beziehungen schwer getrübt, aber die Machthaber im Kreml mußten darauf Rücksicht nehmen, daß die Ukraine von jeher eine der größten Kornkammern Rußlands gewesen ist. Seit zwei Jahren machen sich in der Ukraine Anzeichen geltend, daß das Nationalbewußtsein der Kleinruffen immer mehr erstarkt. Die Bevölkerung steht, wie es nicht anders zu erwarten ist, in sehr engen Beziehungen zu den kleinrussischen Gebieten, welche an Polen gefallen sind und hat in den schweren Hunger- jahren, unter denen Rußland mehrfach zu leiden hatte, von dorther wirksame Unterstützung bezogen.
e an Polen ge
Rykow und Stalin haben mit dem ihnen eigenen Scharfblick die Bewegung frühzeittg erkannt und die ukrainischen Volkskommissare gewarnt, doch haben sie sich wohl gehütet, öffentlich von einer nationalistischen Opposition n der Ukraine zu sprechen. Die Bewegung ist nun aber in der letzten Zeit so stark geworden, daß sie sich nicht mehr verheimlichen läßt. Ueberall spricht man davon, daß man Anschluß
«Schweres Eisenbahnunglück im Karz.
Vkshev neu« Lote sestseftellt.
Magdeburg, 6. Juli Heute abend um 6.30 Uhr entgleiste ein Zug der harzquerbahu infolge Hochwassers im Thumkullenlal zwischen Hasserode und Schierke an dem steilen Abhang, der den Harzreiseudea durch seinen wunderbaren TalbNck bekannt ist. Die harz- querbahn hatte bereits alle Vorsichtsmaßregeln getroffen und zur Beobachtung der Strecke einen Regierungsbaumeister und einen Techniker der Harz- querbahn^auf der Lokomotive mitfahren lassen.
Die Lokomotive und einige wagen stürzten den Abhang herunter.
Der Lokomotivführer, der Regierungsbaumeifier, der Heizer und der Techniker find tot Man kann jetzt schon annehmen, daß auch einige Reisende um- gekommen sind. Mehrere Reisende, die verletzt wurden, fanden Aufnahme im Krankenhaus in Wernigerode. Der Vizepräsident der Reichsbahndirektion Magdeburg, Riemann, hat sich au die Unfallstelle begeben.
Wernigerode, 6. Juli. Die Direktion der Nordhausen —Wernigeroder Eisenbahn meldet zu dem Eisenbahnunglück im Harz: heute, Mittwoch, den
6. Juli, nachmittags 17.40 Uhr, entgleiste infolge Dammrutsches ein Teil des Zuges 105 von Nordhausen —Bonneckenstein—Braunlage. Gegen 15 Uhr
vor dem Bahnübergang eine Wasierstauung Wasserwirbeln, wodurch vermutlich der
mit
Unterteil des Dammes unterspült
wurde, sodaß im Augenblick des Darüberfahrens des Zuges der unversehrt scheinende Bahndamm nachgab. Mit Rücksicht auf gemeldete Hochwassergefahr und die teilweise Ueberflutung der Schienen war die Lokomotive von Station Dreiannen —Hohne ab außer mit dem Maschinenpersonal noch mit einem Regierungsbaumeister und einem erfahrenen Bautechniker besetzt morden. Der Zug wurde in langsamer Fahrt zu Tal geführt, trotzdem hat diese
Vorsichtsmaßnahme das Unglück nicht verhindern können.
Das Lokomotivpersonal, Lokomottvführer Gierke und Heizer Schmidt aus Nordhausen, Regierungsbaumeister Meyer, Bautechniker Bothe, beide aus Wernigerode, fanden ihren Tod durch den Sturz der Maschine in den Fluten.
Außer der Maschine sind ein Packwagen und ein Personenwagen ab gestürzt.
Leider sind auch aus dem Personenwagen einige Personen • tödlich verunglückt. Im Krankenhaus Wernigerode sind zehn Verletzte untergebracht. Die Verletzungen sind im allgemeinen leichter Natur. Nach Auskunft soll Lebensgefahr bei keinem der Verletzten vorliegen. Mehrere Leichtverletzte konnten nach Anlegung von Notverbänden wieder entlassen werden. Durch das langsame Fahren und die schnelle Bremswirkung sind die übrigen Wagen sofort zum Stehen gebracht morden, sodaß Verletzungen in diesen Wagen nicht vorkamen. Die sofort behördlicherseits angeordnete Hilfsaktion hat es ermöglicht, daß die Verletzten sehr schnell dem
suchen will an das bürgerliche Europa und der Vergewaltigung durch die Bolschewisten wie schon im Jahre 1919 recht überdrüssig ist Stalin hat nunmehr den ukrainischen Volkskommissaren Chweljebow Maksimowitsch und vor allem Schumski, der längere Zeit oberster Volkskommissar der Ukraine gewesen ist, vorgeworfen, daß sie eine rein ukrainische Politik trieben und der offiziellen Parteileitung in Moskau nicht nur Schwierigkeiten bereiteten, sondern sie sogar öffentlich bekämpften. Auch hat man es ihnen verübelt, daß sie mit den weißruffischen Kommunisten in Polen in Verbindung stehen.
Die ukrainische Parteileitung hat den ihr zugeworfenen Fehdehandschuh ausgenommen und steht nunmehr ebenso wie Trotzki und Sinowjew auf der Seite der Opposition. Zwar haben diese beiden
nichts miteinander Krisis in Moskau
zu tun, aber es ist doch recht bezeichnend, daß beide in demselben Augenblick zum Gegenstoß vorgehen. Stalin und Rykow haben daher offiziell das Vorhandensein der Opposition zugegeben und werden bei dem Kongreß der Kommissare beantragen
Krankenhaus Wernigerode zugeführt werden konnten. Ueber die tödlich Verunglückten können zurzeit Personalangaben noch nicht gemacht werden, weil die Wasserfluten Feststellungen verhindern.
Wernigerode, 6. Juli. Außer einigen nach Anlegung von Notverbänden wieder Entlaßenen sind neun Personen mehr oder weniger schwer verletzt dem Krankenhaus zugeführt morden. Ihre Namen sind: Frau Kabelik aus Guthleben bei Nordhausen, Frau Frieda Balke aus Berlin-Köpenick, Herr Rosenhagen aus Berlin N. 15, Frau Salomon aus Wittenberg (Bez. Potsdam), Herr Leonhardt aus Lingen a. Ems, Herr und Frau Prabant aus Wittenberg (Bez. Potsdam) und der 18jährige Willi Hilder aus Hildesheim. Lebensgefahr scheint bei keinem der Verletzten zu bestehen.
Von einem Ansenrensen
der die Fahrt mit dem verunglückten Brockenzug mitgemacht hat, wird folgende SchiDerung gegeben: Der Brockenzug, der neben dem Packwagen noch sieben Waggons mit sich führte, fuhr kurz nach 6 Uhr von der Station Dreiannen-Hohne in langsamer Fahrt ab. Hinter dieser Station befindet sich ein großer Tunnel. Der Zug hatte eben diesen Tunnel passiert, als die Lokomotive plötzlich ins Rutschen geriet und bei einer Biegung aus dem Geleise heraussprang. Ich selbst stand auf der Plattform des dritten Wagens, als der Wagen zweiter Klaffe nor mir r«b loslöste und mitsamt der Lokomotive und dem ^ackmagen die Böschung hinab- stürzte. Gleichzeitig legte sich der Wagen, in dem ich war, langsam zur Seite und kippte um. Ich fiel von der Plattform herunter und blieb wie durch ein Wunder unverletzt. Das Umschlagen des Wagens, in dem ich mich befand, hatte glücklicherweise verhindert, daß die fünf wetteren Wagen, die alle voll besetzt waren, ebenfalls die Böschung herabstürzten. Im nächsten Augenblick, als der Wagen umgestürzt war, entstand eine furchtbare Panik. Alle Fahrgäste liefen aus den Wagen ins Freie und rannten laut schreiend umher. Von der Lokomotive, dem Packwagen und dem Wagen zweiter Klasse sah man tief unten, mehr als 100 Meter unterhalb der Unfallstelle, die Trümmer aus dem Wasser ragen.
9 Tote.
Magdeburg, 7. 3ufi. Zu dem Eisenbahnunglück wird von amtlicher Stelle mitgeteilt: Bis 10 Uhr morgens wurden an der Unfallstelle sieben Leichen gefunden, und zwar die von vier Eisenbahn- beamten und drei Reisenden. Es wird aber vermutet, daß noch einige Getötete im Wasser liegen. Da das wasser die Toten vollständig entkleidet hat. war es bisher nicht möglich, die Personalien feslzu- stellen. Man hofft aber, daß es im Laufe des vormittags möglich sein wird, die Toten zu identifizieren.
Blankenburg. 7. Juli. wie ein Augenzeuge des Zugunglücks der Harz-Querbahn berichtet sollen bisher außer den 4 Personen vom Personal 5 Passagiere tot geborgen worden sein. Die Wasser- masseu des Thumkullenbach haben die Leichen Hunderte von Bietern weit weggespült.
daß auch hier mit allen Mitteln vorgegangen wird, ein Kompromiß ist nicht mehr möglich, es muß in den Reihen der Bolschewisten reiner Tisch gemacht werden.
Naturgemäß hat die Nachricht von dieser Kampfansage Rykows an die nationalistische Ukraine in London nicht geringe Freude hervorgerufen, man gibt sich sogar nicht einmal die Mühe, die Schadenfreude zu bemänteln, sondern glaubt, daß diese neue innerpolitische Schwierigkeit der Sowjets wiederum einen Schritt vorwärts auf dem Wege zu ihrem Ende ist. Wer die Kampfweise der Engländer gegen ihre Feinde kennt, und weiß, wie sie ollen Fäden nachzuspüren verstehen, der kann sich wohl denken, wie eifrig man in London diese Bewegung verfolgt und welche Bedeutung man ihr zumißt. Die Ukraine ist sicherlich eines der Gebiete Rußlands, in denen, wie man in London hofft, gleichzeitig Aufstände gegen die Sowjets einsetzen werden. Man wird sicherlich schon Mittel und Wege finden, diese Bewegung zu schüren und in englischem Interesse auszunutzen.
(Bitt treues Qussisewerrft.
Berlin, 6. Juli. Einer Einladung des englischen Kriegsministeriums folgend, haben sich dieser Tage zwölf Reichswehroffiziere und zwei Marineoffiere nach England begeben, wo sie den englischen Flug-
zeugmanöveru als Gäste beiwohnen werden. Das „Echo de Paris", begleitet diese Reise unsrundlichen Bemerkungen, indem es
„Echo de Paris", begleitet diese Reise mit einigen unsrundlichen Bemerkungen, indem es Deutschland Vorhaltungen darüber macht, daß diese Reise der Offiziere eine Verletzung des Artikels 179 des Versailler Vertrages bedeute, worin Deutschland die Entsendung von Mllitärnusiionen in fremde Staaten verboten ist. Pertmar fabelt von einer nuen
Auferstehung des deutschen Militarismus und malt alle möglichen Schreckgespenster an die Wand. Die vierzehn Offierziere, die je# nach England gereist sind, noch dazu in Zivil, fini dort Gäste des einladenden Kriegsministeriums uni werden dort keine andere Rolle spielen als jeder englische oder fremde Zuschauer, der für ein geringes Entgelt sich das Recht der Teilnahme an den öffentlichen Manövern der Fliegertruppe erwerben kann. Zu internationaler Beunruhigung fit dies ei Fall recht wenig geeignet.
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Der Vorstoß des französischen Politikers Per- tinax, ist offenbar bestellte Arbett des französischen Generalstabs, der gegen die Zulaffung deutscher Militärattaches Stimmung zu machen versucht. Diese Frage ist zur Zett gerade Gegenstand diplomatischer Verhandlungen zwischen Deutschland und den ehemaligen Ententestaaten. Sie ist für uns eine Frage der Gleichberechtigung, die nach unserem Eintritt in den Völkerbund noch mehr als vorher unbedingt Zielpunkt unserer auswärtigen Politik sein muß. Die Verhandlungen über diese Angelegenheit sind nach dem Abzug der Milttär- kontrollkommiffion in Gang gekommen. Damals ließen die Staaten, die in der Kontrollkommission vertreten waren, einen Offizier als militärischen Sachverständigen bei ihren diplomatischen 'Vertretungen in Berlin zurück. Die deutsche Regierung unterließ nicht darauf hinzuweiisen, daß sie nichts gegen die Wiedereinstellung von Militärattaches bei den diplomatischen Missionen in Berlin einzu wenden habe, daß aber nun auch die Zulassung deutsche Militärattaches von der Gegenseite ausgesprochen werden müsse. Die Forderung hat bei einigen der früheren Ententestaat eu sehr rasch Verständnis und Billigung gefunden. England hat sich inzwischen bereit erklärt, deutsche Militärattache zu akkreditieren und hat diese Zulassung auch auf die ehemaligen Bundesgenossen Deutschlands im Weltkriege ausgedehnt. Auch Italien ist bereit, die deutschen Militärattaches anzuerkennen. Dagegen erheben die anderen ehemaligen Ententestaaten noch Einwendungen, so namentlich Frankreich. Sie versuchen sich auf den Artikel 179 des Versailler Vertrages zu berufen. In diesem Artikel ist bestimmt, daß Deutschland keine Militär-Missionen im Auslande unterhalten darf. Nach dem allein zulässigen Sprachgebrauch versteht man darunter die Entsendung von Instruktions- oder Ausbildungsoffizieren, die in irgend einem ausländischen Staate militärische Dienststellen antreten. Eine solche Mission unterhielten wir vor dem Kriege unseres Wissens nach in der Türkei. Gegenwärtig betätigt sich Frankreich in demselben Sinne in Polen und Rumänien. Der Versailler Vertrag wollte offenbar durch den Artikel 179 Deutschland daran hindern, durch die Einstellung von Offizieren in eine ausländische Armee sich einen größeren militärischen Apparat zu schaffen, als der Versailler Vertrag ihm zuläßt. An die Militärattaches hat aber sicher niemand bei der Abfassung des Artikels gedacht. Wenn man den Artikel jetzt in diesem Sinne umdeuten wollte, so könnte das nur auf Grund einer böswilligen Auslegung geschehen, die den Versailler Vertrag selbst noch zu übertrumpfen versucht.
Wie der französische ©yieralftab über die Frage denkt, läßt Pertinax in seinem Artikel deutlich
genug erkennen. Man wird abwarten müssen, ob ès die französische Regierung wirklich fertig bringt, sich dieser Auffassung anzuschließen. Die deutsche Regierung hat die Absicht, zunächst eine Entscheidung aller in Betracht kommenden Staaten abzuwarten, ehe sie praktische Folgerungen zieht und zur Entsendung von Militärattaches übergeht. Es ist also auch in London noch kein Militärattache der dortigen deutschen Botschaft beigegeben worden. Man wird aber erwarten können, daß die Ein-
ig wirklich fertig bringt, ifchließen. Die deutsche zunächst eine Entschei-
stellung nur noch eine Frage der Zeit ist, denn mit dem Artikel 179 des Versailler Vertrages kann man uns den Weg nicht versperren.
Dev ^amvf um den Dev- fasLunsstas.
Berlin, 7. Juli. Der Interfraktionelle Ausschuß der Regierungsparteien beschäftigte sich gestern nachmittag mit der Frage des Verfasiungstages. Wie das „B. T." zu melden weiß wurde eine Einigung nicht erzielt. Es wurde vielmehr beschlossen, heute im Rechtsausschuß des Reichstages bei der Weiterberatung des gemeinsamen Antrages der Demokraten und Sozialdemokraten für den 11. August und des Zentrumsantrages wegen der christlichen Feiertage die Vertagung der ganzen Frage zu beantragen, und darüber einen Mehrheitsbeschluß herbeizuführen. Es ist also unter diesen Umständen kaum noch damit zu rechnen, daß der 11. August in diesem Jahre als gesetzlicher Feiertag begangen