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Sie Königskerze eignet sich am besten zur Lusnutzung von Unland in sonniger Lage Die Fortpflanzung geschieht durch Samen in Reihen- entfernung von 50 bis 60 cm, damit man bequem beim . Pflücken hindurchgehen kann. Während des Wachstums ist Hacken angebracht. Düngung mit Kunstdung auf Unland empfehle ich nicht, wohl aber Gründung im vorher- gehenden Jahre und Überfahren mit verdünnter Imiche.

Nach dem Pflücken trocknet man die Blüten dann schnell auf einem luftigen Trockenboden oder einer Darre. Bei der Aufbewahrung muß jur Vermeidung von Schimmelbildung jedwede Feuchtigkeit serngeholten werden. Man ver­wendet am besten Fässer, deren Boden handhoch mit ungelöschtem Kalk bedeckt ist.

Neues aus Stall und Hof.

Über Behandlung dec Mauke beim Pferde. Die Mauke, auch Fußräude genannt, besteht bekanntlich in einer flechtenartigen Entzündung der Fessel- und Schienbeinhaut, besonders an den Hinterfüßen. Diese Erkrankung darf keines- wegs leicht genommen, fonbern muß gleich beim ersten Austreten richtig behandelt werden. Ältere Mauia. jst sehr schwer heilbar, da es sich dann um einen dauernden Entzündungszustand der Haut handelt. Zudem kann die wunde Stelle leicht mit Starrkrampfbazillen infiziert werden, was natürlich zum Tode führt. Zunächst ist so- fort für trockenen, sauberen Stand zu sorgen, wie «berhaupt in den ersten Wochen Nässe und Schmutz von der erkrankten Stelle fernzuhalten sind. Dann wird nach F. 3. Dogt-Kamitz ge- löschtet Kalk mit Wasser zu einem dicken Drei gerrührt und in dicker Schicht auf die erkrankte Stelle aufgetragen. Um ein Abfallen zu ver- hindern, wird das Gelenk mit Leinwandstreifen dick umwickelt. Des Morgens wird der Kalk entfernt und dann die kranke Stelle eingefettet. Ein noch einfacheres und sicher helfendes Mittel ist bei frischer Mauke die Anwendung des Kar. toffelmehls, der Kartoffelstärke. Um das kranke Gelenk wird ein Säckchen gebunden, das mit Stärke vollständig angefüllt wird, so daß diese die entzündete Stelle vollständig einhüllt, wobei ein Hinabrutschen vermieden werden muß. Bei frischen Fällen macht sich schon nach wenigen Tagen eine Heilung bemerkbar. Während somit frische Mauken leicht durch Desinfizieren oder aus- trocknende Pulver zu beseitigen sind, sind veraltete Fälle um so schwerer zu behandeln, weil dabei gewöhnlich Hautwucherungen auftreten, die nur durch Ätzmittel, nötigenfalls sogar durch operativen Eingriff, entfernt werden müssen. Solche bös. artige Form der Mauke erfordert dann eine lang, andauernde Behandlung. Die Hinzuziehung eines Tierarztes ist immer geboten, zumal die Der- Wedenartigkeit der Mauken auch verschiedener Behandlungen bedarf. Denn mit einem Mittel kommt man bei chronischer Mauke nicht zum Ziele. Es muß je nach dem Fortschreiten des langwierigen Heilungsprozesses mit der Arznei gewechselt werden. Sz.

Die Zwei- und Dreistrichigkeil vieler Lühe eine Folge von Enlerenlzündung. Die Verödung eines Luterviertels wird meistens durch eine schleichend verlaufende Euterentzündung verursacht, die wiederum durch Bakterien veranlaßt wird. In den weitaus meisten Fallen wird diese Erkrankung zu spät erkannt, oft erst dann, wenn schon erheb­liche krankhafte Veränderungen, wie Schwellungen, knotige Verdickungen, Verhärtungen am befallenen Luterviertel sich bemerkbar machen. Dabei lassen die Tiere sich an dem befallenen Viertel nur ungern melken, und nach dem Melken fällt hier das Euter niemals so stark zusammen wie ein gesundes. Auch die Milch hat eine anormale Beschaffenheit angenommen; sie ist ost schleimig, gelblich oder rötlich gefärbt und im Geschmack bitter und salzig. Und in einem Glasbehälter (Reagenzglas) bemerkt man schon nach wenigen Stunden einen mißfarbenen Bodensatz. Heilung kann nur erzielt werden, wenn die Krankheit sehr ftüh im ersten Stadium erkannt und bekämpft wird. Aber leicht ist das nicht. Durch Einlauf mit geeigneten Desinfektionsmitteln und Haut­einspritzungen sucht man dagegen onzukämpfen. Auch Impfungen können Besserungen schaffen. Ist aber die Entzündung schon chronisch geworden, so bleibt nichts anderes übrig, als das befallene Viertel baldigst trocken zu stellen, indem man es in immer länger werdenden Zwischenräumen und schließlich nach einer Woche gar nicht mehr aus- melkt. Dadurch wird wenigstens die Gesahr der Westerverbreitung der Seuche vermindert. Weiter- hin ist erforderlich, auch die leicht erkrankten Tiere zusammenzustellen und erst nach den gesunden zu melken. We.

Raufen für Grünfutter im Schweiaestall. Ob- gleich es vorteilhafter ist, wenn die Schweine ihr Grünfutter draußen aus der Weide zu sich nehmen, jo können doch Fälle eintreten, in denen man genötigt ist, es den Tieren im Stalle vor- zulegen. Wird nun das Grünfutter in den Trog getan, bann wird viel daraus auf den Boden ge­zerrt, zertreten, beschmutzt und ungenießbar gemacht. Deshalb sollten im Schweinestall Grünfutterraufen angebracht werden, wie sie bereits vereinzelt im landwirtschaftlichen Betriebe mit bestem Erfolge eingeführt worden sind. Sie lassen sich leicht an. fertigen. Die senkrechten Stäbe brauchen nicht weiter zu, sein, als daß die Schweine gerade ihren Rüssel knapp durchstecken können. Und bei der SEßinterfütterung kann man in denselben Raufen den Schweinen auch das Hülfenfruchtstroh auf. stecken. Grünfutter spielt heute in der Schweine- Haltung eine bedeutsame Rolle. Es ist erwiesen, daß schon verhältnismäßig geringe Grünfutter- zugaben zum übrigen Futter ganz erheblich dazu beitragen, dieses zur besseren Ausnützung zu bringen. Und bei dem großen Eiweißmangel im Schweinestall darf auch nicht die geringste Menge Brünfutter ungenutzt verkommen. Dr. Gr.

Neues aus Feld und Garten, Treibhaus und Blumenzimmer.

Schartiger Roggen. Wer kurz vor der Ernte, wenn der Roggen zu reifen beginnt, durch ein Roggenfeld geht und die Aehren durch bie Hand gleiten läßt, der wird häufig auf eine Erscheinung aufmerksam werden, auf bie et bisher vielleicht noch nicht geachtet hat. Es

ist die Schartigkett. Man versteht darunter beim Getreide das Fehlen von Körnern in der Aehre, wodurch dann Lücken, Scharten, ent­standen sind. Sie können auf zwei Ursachen zurückgeführt werden: auf ungünstige Witte- ruWseinflüsse und Blasenfüße (Thrips-Arten) und dann auf Vererbung. Der Witterungs- einiluß hat nicht immer die ihm zugeschriebene Bedeutung, denn bei ungünstiger Witterung pflegt Roggen nicht zu blühen, seine Blüte nicht dem Regen auszusetzen. Erst wenn das Wetter sich gebessert hat, vollzieht sich an einem milden, frühen Morgen die Bestäubung, die dann das ganze Feld in eine gelbe Wolke einhüllt. Tritt dann aber plötzlich Regen ein, können immerhin viele Narben nicht befruchtet werden, und die Schartigkeit ist gegeben. Ferner macht sich eine lückenhafte Befruchtung dann bemerkbar, wenn, vielleicht infolge zu starker einseitiger Düngung, der Roggen lagert. Deshalb vergesse man auch zu ihm nicht die Kali- und Phosphorsäuredüngung. Ist es doch von Kali zur Genüge nachgewiesen, daß es den Halm kräftigt und somit einem Lagern wirksam vordeugt. Diese bisher beschriebene Schar- tigkeit vererbt sich nicht. Die zweite Ursache der Schartigkeit beruht auf erblicher Deraiv- lagung. Sie tritt dann bei derselben Sorte in jedem Jahre, oft mit zunehmendem Grade, ein. Weil in einer schartigen Aehre die Körner im geringer Zahl vorhanden sind, diesen somit mehr Raum und mehr Nährstoffe zur Verfügung stehen, so haben sie sich übermäßig groß aus. gebildet. Dadurch aber erregen sie den Verdacht, aus schartigen Aehren herzustammen, sie sind deshalb durch Siebe zu entfernen und niemals auszusäen. Denn sonst ist die Gefahr vor- Handen, daß im folgenden Jahre sich ein noch größerer Prozentsatz von schartigen Aehren vor­findet, was immerhin einem beträchtlichen Ernte­ausfall gleichzusetzen ist. Das ererbte Schartig- sein des Roggens vererbt sich mit großer Sicherheit weiter. Dr. Ws.

Eehölzschnitt nach der Blüte. Fast alle unsere Sträucher haben den Fehler, daß sie im Laufe der Jahre zu hoch und unten kahler werden, wodurch sie ihre charakteristische Form verlieren. Ein Verjünaungsschnitt läßt sich daher nicht vermeiden. Hierdurch gehen jedoch die meisten Blutenknospen verloren, so daß im Frühjahr ihr Blütenschmuck fehlt. Man kann aber diesem Uebel ab helfen, indem man die Ziersträucher, die im Frühjahr blühen, meg» schneidet, sobald sie verblüht sind. Dieser Schnitt nach der Blüte darf sich natürlich nur auf die jungen einjährigen Triebe erstrecken, an deren Ende noch einige gut ausgebildete Augen verbleiben müssen. Vorteilhaft ist es, den Sträuchern nach diesem Schnitt mit einer Düngung und bei trockener Witterung auch mit Bewässerung zu Hilfe zu kommen. Ohne Ge­fahr kann dieser Schnitt angewandt werden bei Ribes sanguineum = die rotblühende Jo­hannisbeere, den frühblühendtn Prunus- und Jasmin-Arten und, falls c-'orderlich, bei Deutzien- und Spireen-Arten. le diese früh­blühenden Gewächse bringen dann doch willig einen neuen Iahrestrieb, der bis zum Herbst ausgereift und wieder mit neuen Knospen besetzt ist. Im kommenden Frühjahr aber wird er wieder seine Blütenpracht entfalten, ohne sonder­lich größer geworden zu sein oder seine charakte­ristisch« Form verloren zu haben, was besonders für Kronenbäumchen wertvoll ist. Wz.

Neues aus Haus, Rüche und Retter.

Grüne Erbsen za trocknen. Die frischen, grünen Erbsen werden, nachdem man sie aus- gekernt hat, in kochendes Wasser gelegt. Ohne einen Zusatz von Salz läßt man sie darin ein. mal stark auswellen, nimmt sie wieder heraus, läßt sie auf einem Sieb gut abtropfen und breitet sie endlich auf einem Leinentuch zum völligen Trockenwerden aus. Dort verbleiben sie, bis sie vollkommen burdjgetroctnct sind. Jetzt nimmt man eine saubere Pappe und schiebt sie daraus in einen mäßig angewärmten Bratofen, um sie darin langsam zu dörren. Die Hitze muß nach Verlauf von fünf Minuten nach dem Ein­schieben nachgeprüft werden. Sie darf niemals zu stark sein, da sonst die Erbsen leicht an- brennen. Sind die Erbsen durchgetrocknet, so werden sie in Gläser oder Beutelchen gefüllt und an trockenem Ort aufbewahrt. Vor dem Ge- brauch werden sie erst zwölf Stunden lang in Wasser gelegt, um sie dann in üblicher Weise zu kochen. Tr.

Salas von Druanenkresse. Die Sahne wird, je nach der Menge der Kresse, mit einem oder mehreren Eigelb, Essig, Pfeffer, Salz, Zwiebel oder Schnittlauch tüchtig verquirlt und dann der Salat gut mit der Soße vermischt. L. M.

Ochsenschwanz mit jungen Gemüsen. Der Ochsenschwanz wird abgebrüht, abgetrocknet und in Stücke geschlagen. Diese werden in Butter von allen Seiten angebraten; dann gibt man etwas Wasser, Salz, Zwiebelscheiben, auch junge Karotten dazu und dämpft das Ganze langsam weich. Kurz vorher gibt man etwas Rotwein dazu. Junge Erbsen und Spargel kocht man weich und schmeckt sie mit Butter und gehackter Petersilie durch. Kleine runde Kartoffeln werden halbgar gekocht und dann hellbraun gebraten. Der Ochsenschwanz wird in der Mitte der Schüssel angerichtet und die Gemüse abwechselnd im Kranz herumgelegt. Die Soße wird nebenher gereicht. E. S.

Nußhörnchen. 200 g Weizenmehl wird in vier Teile geteilt. Ein Viertel wird mit 125 g Butter tüchtig durchgeknetet. In die anderen drei Teile Mehl kommen 15 g Hefe, drei Eß­löffel süße Sahn«, ein ganzes Ei und ein Gelbei, Zucker nach Geschmack und etwas Salz. Beide Teigmassen werden nun zusammen ge­knetet und in kleine Stücke ausgerollt, die wie ein Kartenblatt groß sein müssen, aber recht, eckig. Auf dies« Stücke legt man folgend« Füllung: 60 Stück Walnüsse werden auf­geknackt und die Kerne fein gemahlen. Sie werden mit drei Eiweiß und etwa IK g Zucker vermischt und ein Teelöffel von der Masse auf jedes Teigstückchen gelegt. Die Teig­stückchen rollt man zusammen und gibt ihnen die Form von Hörnchen. Sie müssen an warmer Stelle etwas gegen, eh« sie schön hell­braun gebacken werden. Frau A. in L.

Frage und Antwort.

Ein Ratgeber für jedermann. Bedingungen für die Beantwortung von Anfragen

Se* gtStte teil der präge* mut schriftlich beantwortet werden, de ein Abdruck «Her Antworten räumlich unmöglich ist. teilest mut jede Anfrage die geuaue Adresse bei Fragesteller« enthalten. Anonyme Fragen «erde» grundsLblich atcht beantwortet. Außerdem jeder Frag, ein Aukweir, bat Fragesteller Bezieher unseres Blattet ist, so. ieie ein Portoonteil »oa 80 Psg. »eijufügen. Werden mehre« Stegen gestellt, so sind ebensoviel Port-anteile, all Fragen ge­eilt find, mitzusendeir. Im Brieflasten werben nur rein land­wirtschaftliche Fragen behandelt; in Rechtsfragen oder in An- aelegenheiten, die sich nicht dem Rahmen unsere» Blatte« anpaffen, mm Auttunit nicht erteilt werben. Sie Schristleitung.

Frage Nr. 1. Meiner Stute schwillt seit acht Tagen über Nacht der linke Hinterfuß an. Bei der Arbeit vergeht die Anschwellung fast vollständig wieder. Die Stute hat keine Schmerzen und geht auch nicht lahm. Was kann ich gegen das Leiden tun? U. K. in T.

Antwort: Legen Sie um den linken Hinterfuß alle Wende eine elastische Bandage an. 3m übrigen hat diese vorübergehende Schwellung nicht viel zu sagen. Sie tritt sehr häufig bei Pferden auf, die einen Tag Stall­ruhe gehabt haben. Bei genügender Bewegung verschwindet sie dann wieder. Det.

Frage Nr. 2. Wird der Milchertrag einer Kuh dadurch beeinflußt, daß Kuh mit Pferd und Schwein in einem Stalle stehen? Genügt zur Trennung dieser Tiere ein Bretter- verschlag oder muß eine dichte Wand gezogen werden? H. D. in 3.

Antwort: Es ist wohl anzunehmen, daß unter dem starken Ammoniakgeruch, der im Pferdestall herrscht und der aus der schnellen Entweichung des Ammoniakstickstoffs aus dem Pferdtdung herrührt, bas Befinden der Kuh leidet und somit auch der Milchertrag be­einträchtigt wird, der bekanntlich sehr von dem Wohlbefinden des Tieres abhSnât. Erheblich vermindert wird der Ammoniakgeruch durch Torfstreu, besonders dann, wenn im Pferdestand eine 20 cm hohe Torfstreumatratze yergestellt wird, gegen deren Heruntergescharttwerden hinten ein Balken angebracht ist. Ist Torfstreu nicht möglich, kann nur eine dicht« Trennungs- wand guten Abschluß schaffen. Dann ist zu beachten, daß im Kuhstall außer den Futter- zeiten und dem Ausdüngen möglichst Ruhe herrschen soll, weil davon die Futterausnutzung und der Milchettrag ganz wesentlich abhängt. Das ist aber nicht möglich, wenn Pferde In demselben Raume stehen. Schweine sollten zur Not nur dann im Kuhstall stehen, wenn die üble Naßfütterung, SuppenMerung, endlich abgefchafft ist und das Futter in Form eines adgekühlten steifen Dreies und das Getränk vor dem Fressen gereicht wird. Im anderen Falle kommt mit den Schweinen zu viel Wasserdampf in den Kuhstall, in dem «s ohne- hin feucht genug ist. Gute Hinweise und Rat­schläge über zweckmäßige Ernährung, Pflege und Wartung des Rindes gibt die vom Verlag I. Neumann, Neudamm zu beziehende Broschüre Kur« Anleitung zum Betriebe der Rindvieh- zücht' von Tierzuchtinspektor Voigt. Preis 0,50 RM. Schaffen Sie sich dies« Broschüre an. Sie werden aus derselben noch manches andere entnehmen können, was im Rahmen einer Briefkasten-Antwott nicht mitzuteilen ist Dr. Ws.

Frage Nr. 3. Ist eS ratsam, Bierhefe an Schweine und Rindvieh zu verfüttern? Welchen Nährwert hat sie, in welcher Form muß sie ge­geben werden? A. M. in G.

Antwort: Frische Bierhefe enthält 15 bis 20 v. H. Trockensubstanz und etwa 9 v. H. ver­dauliche Eiweißstoffe. Soll sie zur Verfütterung an die genannten Tiere dienen, so ist zunächst streng darauf zu achten, daß die Hefe wirklich frisch und unverdorben ist, da sonst Vergiftung^, erscheinungen eintreten können, auch müssen erst durch Kochen oder Dämpfen die Hefepilze ab- getötet und somit die Gärwirkung aufgehoben werden. Man hat auch vorgeschlagen, in der Brauerei der flüssigen Hefe etwas Weinsäure zuzusetzen, um dadurch ihr Verderben zu ver- zögern. Infolge ihrer leichten Verdaulichkeit und ihres hohen Vitamingehaltes wirken schon ganz kleine Hefemengen vorteilhaft auf die Produktion der Tierkörpers ein. Man kann hier schon mit geringen Mengen viel erreichen und einen etwaigen geringen Eiweißgehalt der Station wesentlich erhöhen. Ein ganz vorzügliches Futtermittel bildet die Trockenhefe mit etwa 42 v. H. verdaulichem Eiweiß. Von ihr darf je Kopf und Tag gegeben werden: an junge, wachsende Schweine bis 200 g, Mastschweine bis 400 g, Rinder bis 1 kg. Es empfiehlt sich aber, die Trockenhefe niemals allein, sondern mit anderen Kraftfuttermitteln, in erster Linie mit Fischmehl, zu geben, um dem Steifwerden der Tiere vorzubeugen. Dr. Ws.

Frage Nr. 4. Mein im März gekauftes Ferkel hustet und versagt jetzt auch das Futter. Wie ist es zu behandeln? K. in P.

Antwort: Halten Sie das Ferkel warm, lassen Sie täglich mehrere Male Heusamen- dämpfe (Bähen) einatmen und bringen Sie es viel in die Sonne. Da der Verdacht her Schweineseuche vorliegt, ist die Zuziehung eines Tierarztes erforderlich. Dr. F.

Frage Nr. 5. Mein vor zwei Monaten erworbenes Schwein ist noch zu klein, hustet, hat beschleunigte Atmung, bricht manchmal das Fressen aus und zittert zeitweise. Was ist zu tun? 3. S. in D.

Antwort: Die genannten Erscheinungen können die Folge sein von umichtiger Haltung und Ernährung und von Krankheit. Lassen Sie das Tier jeden Tag mehrere Stunden hinaus ins Freie, damit es sich ordentlich auslaufen, Erde fressen, wühlen und sich sonnen und suhlen kann, das ist die beste Medizin für kränkelnde Tiere. Durch das dauernde Ein- oefperrtwerden muß das Tier ja schließlich krank werden. Dann trockenes Lager, vielleicht auf einer Holzpritsche, kein Detonfußboden. Dann füttern Sie das Tier wahrscheinlich zu arm an Eiweiß und Kalk, weshalb es dann nicht gedeiht. Geben Sie jetzt Grünfutter, soviel es fressen will, und noch von folgender Mischung täglich 500 g bis 1 kg: 45 kg Ge- treideschrot, 4 kg Fischmehl, 500 g Trockenkef« und 500 g Schlämmkreide Das Futter erhält das Tier in Form eines steifen Dreies, das Ge­tränk wird vor dem Fressen in einem be- sonderen Trog gegeben, keine Suppenfütterung.

Die krankhaft beschleunigte Atmung »arm von Lungenentzündung (Schwein<seuche), Herzkrank­heit ober auch von Vergiftung herrühren. Sollte Schweineseuche vorliegen, dann hat die Impfung nur dann Erfolg, wenn einwandfrei diese Krankhett durch den Tierarzt sestgestellt worden ist. Vielleicht rührt aber der Husten nur von Erkältung her, und dann ist die oben beschriebene Haltung das beste Mittel dagegen. Dr. Ws.

Frage Nr. 6. Junger Jagdhund hat seit einiger Zeit eiternde Augen und bekommt jetzt auf der Nase und an beiden Oberlippen flechten- ortigen Ausschlag mit leichter Geschwulst. Was ist dagegen zu tun? H.H.in U.

Antwort: Zunächst wäre der eiterige Bindehautkatarrh durch zweiprozentige Borsäure- Spülungen zu beseitigen, da der absließende Eiter höchstwahrscheinlich den Ausschlag auf der Nase und an der Oberlippe verursacht. Den flechten- artigen Ausschlag betupfen Sie mit Jodtinktur. Sollte der Bindehautkatorrh schon chronisch fein, ist ein Arzt hinzuzuziehen. Det.

Frage Nr. 7 Meine Hühner leiden an Kropfanschwellung, sie fressen langsam, aber ver. bauen nicht. Es ist daher der Kropf voll, und es findet keine Verdauung statt. Die Leber und das Fleisch zeigen keine Veränderung. Um was könnte es sich hier handeln? Die Krankhett bauert ungefähr 14 Tage, dann gehen bie Hühner an derselben ein. Das Futter besteht aus Weizen und Hafer, und es ist großer Auslauf im Garten vorhanden. Was kann ich gegen diese Krank­heit tun? I. S. in G.

Antwort: Ihre Hühner leiden an einer Kropskrankheit, jedenfalls an hartem Kropf, eine Folge von einer Kropfverstopsung. Es kann aber auchweicher Kropf" vorliegen. Oft erreicht man durch wiederholtes Massieren etwas. Beim weichen Kropf muß der Kropf-Inhatt durch den Schnabel entleert werden. Für kurze Zeit hätt man das Tier mit dem Kopfe nach unten und knetet den Kropf. Beim harten Kropf ist das Entleeren so unmöglich. Kneten hilft auch hier! Geben Sie den Tieren einen Teelöffel voll von einer einprozentigen Salizylsäure-Lösung. Am wirksamsten ist eine Kropfoperation, die aber nicht leicht ist, die Sie am besten von einem Fachmann« ausführen lassen. Wenn mehrere Tiere an den Leiden erkrankt sind, besteht der Verdacht, daß du Tiere etwas fressen, was die Ursache bildet, uni zwar allgemein z B. können Gras- und Heuholm« die Verstopfung Hervorrufen. Kl.

Frage Nr. 8. Meine wilde Turteltäubin legt schalenlose Eier, trotzdem ich sehr reichlich Eierschalen, Muscheln und Holzkohlen füttere. Kalkmangel liegt allem Anschein nach nicht vor. Beim Eilegen flattert sie ängstlich umher und scheint dabei große Schmerzen zu haben. Wie kann ich diesem Uebel abhelfen? R. F. in G.

Antwort: Daß die Täubin unter dem Anzeichen großer Schmerzen umherflattert, ist eine Folge der Legenot, ebenso das gesträubte Gefieder. Die schalenlosen Eier sind eine Folg« einer Erkrankung der eierbildenden Organe. Kalkmangel kommt nicht in Betracht. Es scheint sich in vielen Fällen um eingebrungenä Krankheitserreger zu handeln. Eine besondere Behandlung bürste bisher kaum in Frage kommen. Sind bie Tauben vielleicht reichlich fett, dann müssen Sie so füttern, daß ein nor­maler Zustand eintritt. Kl.

Frage Nr. 9. Auf meiner Wiese zeigen sich einige Steilen von 20 bis 30 qm Große, die durch Engerlinge vollständig vernichtet sind, trotzdem in der Wiese sehr viele Maulwürfe sind. Was muß ich tun, um die Grasnarbe für das künftige Jahr zu erneuern, und wie kann ich die Engerlinge vertilgen? F. M. in N.

Antwort: Don den Engerlingen voll­ständig durchwühlte Böden und an den Wurzeln abgenagte Grasflächen müssen umgegraben und neu besät werden. Daß alle herauskommenden Larven vernichtet werden müssen, ist selbst­verständlich. Weiter läßt sich leider nichts da­gegen tun. Die Heguna der natürlichen Feinde ist wichtig, und das sind Maulwürfe, Spitz­mäuse, Füchse, Stare und Eulen. A.

Frage Nr. 10. Wann wird der Samen von Winterrettichen ausgelegt? Welche Sotten sind die besten? I. R. in K.

Antwort: Die Rettiche verlangen einen fetten, aber nicht frisch gedüngten lockeren und etwas feuchten Boden, weshalb sie bei trockener Witterung häufig begossen werden müssen. Der schwarze, runde und lange Erfurter ist zu einp fehlen. Aussaat­zett ist von Anfang bis Ende Juni. Der Samen wird auf 20 om Abstand in ungefähr 3 bis 5 cm tiefe Rillen gelegt, am besten nach Regen. Bei Dürre werden die Rillen zweimal mit Wasser angegossen und, nachdem dasselbe eingezogen, zwei bis drei Körner hineingelegt. Man kann dann jedenfalls immer noch auf eine Pflanze rechnen. R.

Frage Nr. 11. Wann ist die beste Zeit, Grünkohl zu bestellen und erneut Kohlrabi für den Winterdedarf? Kann ich Abortdung ver­wenden? E. K. in H. .

Antwort: Grünkohl ist im Gemüsebau sehr beliebt, und zwar aus dem einfachen Grunde, weil er sowohl anspruchslos in jeder Beziehung ist, als auch, weil er als Nachfrucht zu einer doppelten Nutzung des Bodens verhilft. Sie können getrost jetzt Grünkohl pflanzen. Der letzte Termin ist das Ende des Monats Juli. Boden und Klima spielen dabei weniger eine Rolle. Freilich, je zeitiger die Pflanzen an Ort und Stelle gevracht werden, um so größer pflegt crich die Ernte auszufallen. Grünkohl gedeiht am besten nach frühen Erbsen, Mai­rüben, Kohlrabi, Spinat. Stalldünger braucht man, sofern der Boden einigermaßen ist, nicht zu geéen, aber er macht sich auch bei dieser Kohlatt bezahlt. Zuviel davon ist jedoch zu vermeiden. Besonders Abvttdünger, der sonst bei Kohl in geringen Mengen günstig wirkt, ist hier im Interesse des Wohlgeschmacks zu vermeiden. R.

wegen ungenauer Adressen gelangen zahlreiche unserer Antworte» allum* bestellbar" immer wieber an nn» zurück. Genaue Angabe von Name, Stand, Wohnort, weun nötig auch Straße uub Postori, sowie eine klare, deut­liche Schttft bei ««frage» sind Torbenen gen, die im eigenen Interesse der Einsender mtbeblngt gestellt werden müsse». Die Gckriktleituua.