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— Die Hanauer Stadtverordnetenversammlung hat gestern den Stadthallenbau beschlossen.
— Die „America" ist heute morgen etwa 200 Meter von der Küste bei Ver im Departement Calvados ins Meer gestürzt. Byrd und seine Mannschaft find gerettet.
— Der Reichstag hat gestern die Verlängerung des Sperrgesetzes abgelehnt.
— Reichsminister des Aeußern Dr. Stresemann legte gestern nachmittag an der vor dem Gebäude des Nobel-Institutes stehenden Büste Nobels einen Lorbèerkranz nieder.
— Wie die Agence Jndo-Pacifique aus Peking meldet, hat die Pekinger Regierung beschlossen, aus Sparsamkeitsgründen die meisten chinesischen diplomatischen Vertretungen und Konsulate in Europa und Amerika aufzuheben.
Dev LVAle «mH Sviedsu und vevftSudksuus.
Wie zu erwarten war, ist der letzte Tag des Juni abgelaufen, ohne daß es zu einer Erneuerung des deutsch-französischen Handels- provisoriums gekommen wäre. Auch das Abkommen über den Warenverkehr zwischen dem Saargebiet und dem deutschen Zollgebiet hat sein Ende erreicht, wenngleich hier auf Grund gegenseitiger Verabredungen keine Lücke eintreten, sondern zunächst stillschweigend der bisherige Zustand weiter aufrecht erhalten werden wird. Zwischen Frankreich und Deutschland herrscht aber nunmehr auf dem Gebiete des Warenaustausches der oertra.qlose Zustand, der auf deutscher Seite durch den autonomen Zolltarif, auf frânzösischer bagegen durch den Maximaltarif gekennzeichnet wird. In der gemeinsamen Mitteilung, die die deutsche und die französische Handelsdelegation in Paris noch kurz vor Toresschluß ausgegeben haben, fällt bedauerlicherweise auf die deutsche Haltung in dieser wirtschaftlichen Angelegenheit ein etwas falsches Licht. Es wird dort festgestellt, daß die deutsche Regierung trotz wiederholter Vorstellungen der französischen Regierung zu ihrem Bedauern aus technischen Gründen das deutsch- französische Handelsprovisorium und das Saarabkommen nicht unverändert habe verlängern können. Diese Fassung erweckt den ganz falschen Anschein, als trage Deutschland die Schuld an dem vertraglosen Zustand. Dabei hat gerade die deutsche Handelsdelegation sich alle Mühe gegeben, den Aolau' wenigstens des Saarabkommens zu verhindern Unb wenn aus parlamentarisch-technischen Gründen eine Erneuerung des Handelspromsormms in den letzten Tagen des Juni unmodVd) war, so trifft dieser Umstand Frankreich genau ebenso gut wie Deutschland. Tatsache ist. daß Deutschland gerade auf dem Gebiet der Wirtschostsverhand- lungen das große Ziel der Verständigungspolitik nie aus dem Auge verloren hat und daß zumindest ein langfristiges vorläufiges Handelsabkommen längst unter Dach und Fach sein könnte, wenn Frankreich denselben Willen gezeigt hätte.
Die deutsche Handelsvertragspolitik reiht sich vollständig in das Bild ein, das Außenminister Dr. Stresemann in Oslo von der gesamten deutschen Außenpolitik entworfen hat. Seine Rede war ein Plaidoyer für den deutschen Verständigungswillön, aber sie war keine Verteidigungsrede in dem üblichen.Sinne. Es bedurfte der Verteidigung nicht, weil die Schilderung, hie Dr. Stresemann von der geschichtlichen Entwicklung der deutschen Außenpolitik gab, der beste Tatsachenbeweis war, den man sich denken konnte, Böswillige, falsche Anschuldigungen kommen dagegen nicht auf. Vortrefflich war die Gegenüberstellung, daß Briand die Kunde von der Widerstandskraft Verduns gegen deutsche Angriffe als die stolzeste Erinnerung seines Lebens gerühmt hat und daß deshalb DeutschlanL keinen Vorwurf verdient, wenn auch wir die Erinnerung an große Kriegstaten aufrecht erhalten. Daß Deutschland den Geist der Locarnopolitik in die Tat umgesetzt hat, konnte Dr. Stresemann in Oslo den Zuhörern als eine unbestreitbare Tatsache vor Augen stellen. Er konnte die Frage anfügen, ob das Besetzthalten deutschen Bodens durch fremde Truppen mit diesem Geiste vereinbar sei. Damit war die Bilanz der Locarnopolitik auf deutscher und auf der Gegenseite gezogen.
Wie schon gesagt, spiegelt sich diese Bilanz auch in den deutsch-französischen Wirtschafts- verhandlunasn. Es läßt sich garnicht ver-
Die „WRSâÄ^ i»s Msee gestürzt.
Vvvd und feint ME«frhafß sevetteS.
Paris, 1. Juli. Auf dem Flugplatz Le Bourget ist bei der Hafendirektion ein offizielles Telegramm eingetroffen, das mitteilt, daß die „America" heute oormitag 5,45 Uhr etwa 200 Meter von der Küste bei Ver im Departement Calvados ins Meer gefallen, nachdem sie gegen 3 Uhr die Gegend von Paris überflogen hatte. Byrd und feine Mannschaft sind gerettet.
Paris, 1. Juli. Die Mllitärpräfektur in Cherbourg bestätigte die Meldung, daß die „America" 5.40 Uhr bei ver etwa 200 Meter von der Küste entfernt aufgefunden worden sei. Byrd hat Hilfe verlangt, um fein Flugzeug an Land bringen zu können.
Meldungen von Dee SlugsiveBe,
Paris, 30. Juni. Nach einer Meldung aus New- york wurde von den amerikanischen Funkstationen um 11.39 Uhr WEZ. ein Funktelegramm Byrds aufgefangen, wonach starker Nebel über Neufundland herrsche, der.es ihm nicht einmal ermöglichte, bas Ende der Flügel des eigenen Flugzeuges zu sehen. Das Fliegen werde durch entgegengesetzte Winde bebinderti Byrd hat seinen Mechaniker angewiesen, sofort an Bord des „Präsident Roosevelt" nach Europa zu fahren, um in Paris das Flugzeug zu prüfen. Er beabsichtigt, wieder auf dem Flug weg nach Amerika zurückzukohren.
Bremen, 30. Juni. Nach einer beim Norddeutschen Lloyd in Bremen eingegangenen Radiomeltun g wurden an Bord des Atlantikidampfers „Berlin" heute vormittag 8 Uhr 20 Minuten Mitteleuropäischer Zeit Radiostguale des Byrdschen Flugzeuges „America" gehört. Mit Hilfe des Funkpeilers wurde festgestellt, daß das Flugzeug sich nördlich des Dampfers „Berlin" in einer Entfernung von 50 Seemeilen auf 49 Grad nördlicher Breite und 25 Grad westlicher Länge befand. Von der „Berlin" aus wurde versucht, Radioverbindung mit Byrd herMstellen. Das Flugzeug konnte aber den Anruf des L-loyddampfers nicht hören.
Paris, 30. Juni. Der Flug Byrds über den Atlantischen Ozean nimmt unter ungünstigen Witte- rungsverhältnissen, d. h. bei dichtem Nebel und starken Regenfällen seinen Verlauf. Die Meldung des Lloyddampfers „Berlin" ist durch einen Funkspruch des Dampfers „Paris" bestätigt worden, der das Flugzeug um 9.15 Uhr wahrnahm. Belfast teilte um 12.30 Uhr mit, daß der Radioposten Dalentia stets deutlicher werdende Signale des Flugzeuges auf fange.
Paris, 30. Juni. Nach Meldungen der Stiften« stationen hat Byrd um 18 Uhr 45 Min. die französische Küste passiert. Um 21 Uhr 25 wurde die „America" über St. Brieux in der Bretagne ge
sichtet. Das Flugzeug flog in östlicher Richtung in sehr großer Höhe. Die Geschwindigkeit wurde mit ungefähr 120 Kilometer geschätzt. Von Bord des Flugzeuges kam keinerlei Nachricht. Das Motorgeräusch war normal. Die Leuchttürme und Blink- des Flugplatzes Le Bourgèt, des Mont n, sowie die von Bequoais, Post und Abbeville sind von 20 Uhr ab in Tätigkeit getreten,
euer
Valerien, sowie
strömen
um Byrd die Richtung anzuzeigen. Bei strömendem Regen erwartet eine große Menschenmenge auf dem Flugplatz von Le Bourget seit 20 Uhr abends geduldig die Ankunft der amerikanischen Flieger. Auf dem Flugplatz seltzst sind nur offizielle Persönlichkeiten und die Presse zugelasien. Die Regierung wird durch Handelsminister Bökanowski und Marinminister Leygues vertreten.
Le Bourget, !. Zull. (Telunion.) Am 12.45 Uhr traf ein drahtloses Telegramm von Byrd ein, daß er Paris suche. Um 1 Uhr wurde ein Funk- spruch ausgenommen, der besagt, daß Byrd sich verirrt hat. Sein Kompaß sei zerbrochen, er wisse nicht, wo er landen sollen Ec verfüge noch über einen Benzinvorrat von drei Stunden.
1.30 Ahr. Byrd ist noch nicht gelandet. Es herrscht strömender Regen und es ist stockdunkel.
Paris, 1. Juli. Um 1.40 Uhr wird gemeldet, daß sich das Flugzeug infolge Versagens des Kom-
kennen, daß von deutscher Seite aus bei Liesen Verhandlungen das rein wirtschaftliche Interesse, niemals ausschlaggebend gewesen ist, sondern sich der Rücksicht aus die politische Wirkung untergeordnet chat. Wir haben uns immer wieder auf ein kurzfristiges Provisorium eingelassen, obgleich Frankreich dabei stets in höherem Maße seine Rechnung gefunden hat, als wir. Wir haben bei der letzten Erneuerung des Provisoriums den Franzosen ein recht erhebliches Weinkontingent zugebilligt, das von den Franzosen vollständig ausgenutzt worden ist, während die deutschen 3n=
passes in die Gegend südlich vou Paris verirrt hat. Der Führer bittet radiotelegraphisch um Angabe eines Landungsplatzes außerhalb von Paris und teilt mit, daß er noch Betriebsstoff für drei Stunden hat.
Paris, L Juli. Um 5.50 Uhr liegt bei Havas über den Flug der „Amerira" keine zuverlässige Nachricht vor. Einige kleinere Radiostationen wollen gegen 3 Uhr S. O. S.-Rufe von der „America" vernommen haben. Um 3.30 Uhr versuchte die Funkstation von Le Bourget mit dem Flugzeug in Verbindung zu treten, erhielt aber keine Antwort. Inzwischen hat das Regenwetter an Heftigkeit angenommen.
Die „Awevica" über Sawbuvs seAsssn7
Fremdenblatt" mitteili, ist heute nacht 1 Uhr über Hamburg ein Dreimotoren-Flugzeug gesichtet worden, von dem man annahm, daß es sich um Byids Flugzeug handelte. Auf dem Hamburger Flugplatz ließ man Raketen hochsteigen und zündete Blinkfeuer an. Nach kurzer Zeit war von dem Motorengeräusch nichts mehr zu hören. Wahrscheinlich hatte das Flugzeug die Absicht, sich über Hamburg M orientieren.
Nvvv «Nd seine "Ämeviea.*
Der brii '^ Heger, der es wagte den Ozean zu dczwi^ . ^ lein. unbekannter Mann Kommandeur Byid überflog als erster den Nordpol
und vollbrachte damit' eine fliegerische Grüßtat allerersten Ranges. Man wußte, daß man von ihm noch Großes zu erwarten hatte und nur einem widrigen Schicksal hatte er es zu verdanken, daß andere ihm bei einem non stop Flug über den Ozean zuvorkamen. Er war bereits mit seinem dreimotorigen Fokker gestartet, als sein Flugzeug infolge der starken Belastung stürzte und er sich bliche Verletzungen zuzog. So mußte er feiern und zusehen, wie andere sich :T-_:„ :::::j geglückten Transozean,
nicht unerhebliche Verl!
gezwungen s mit den Lorbeeren eines
fluges schmücken konnten. Aber seine ehrgeizigen Pläne gab er dadurch nicht auf, sondern er setzte seinen Stolz darein, aus dem Transozeanflug als einem sportlichen Ereignis den praktischen Dauerflug erstehen zu lassen.' So gingen denn alle seine Vorbereitungen und Absichteü darauf aus, durch die Wahl des Flugzeuges, durch feine Ausrüstung mit einer großen Sendesttrtion, durch die Mitnahme eines reichen Venzinvorvats und großer Lebens- Mittelvorräte und durch die Beförderung von Post und Passagieren den Beweis zu erbringen, daß mit seinem Fluge eine neue Aera der Flugmöglichkeiten begonnen habe.
Byrds Flugzeug „America" ist ein dreimstori- der Fokkerapparat, vom selben Typ, den er zu seiner Nordpolüberquerung benutzt hat. Damit ist die Forderung erfüllt, die auch von deutscher, sachverständiger Seite als unerläßliche Notwendigkeit für einen Transozeanflug von praktischem Werte bezeichnet wurde. Erst durch die Vielzahl der Motoren erlangt der Flug die Sicherheit, die er haben muß, um zu einer ständigen Einrichtung ausgebaut werden zu können. Alle Flüge auf so weite Strecken über Wasser, die mit einem einmotorigen Flugzeug ausgeführt werden, sind mehr oder weniger dem Zufall anheimgegeben. Sie sind kühne Taren beherzter Männer, aber von nicht allzu großem praktischen Wert. Die „America" ist mit drei luftgekühlten 200 PS starken Wright-Motoren ausge- ftattet. Die Benzintanks fassen insgesamt 600 Liter, übte zu einem Flug von SOftünlbiger Dauer aus- -reichen. Das Gesamtgewicht des Apparates beträgt 44.500 englische Pfund. Außerdem führt er ein sechssitziges Faltboot an Bord, . das bei einem Versagen aller drei Motore, den Flieger und die Passagiere über Wasser halten kann. ' Die Tragfähigkeit dieses Fokkerapparates ist so groß, daß neben den drei Passagieren noch Post mitgenommen werden konnte und auch eine Sendestation vorhanden ist, die imstande ist, stündlich Flugbulletins auszusenden. Das Faltboot dürfte den Fliegern bei dem Sturz des Flugzeuges ins Meer große Dienste geleistet haben.
duftrielieferungen, die als Ausgleich dienen sollten, hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben sind. Die dauernde Passivität der deutschen Handelsbilanz ist sicher nicht zuletzt auf diesen Umstand zurückzuführen. Vom rein wirtschaftlichen Gesichtspunkte aus schien es deshalb der beste Ausweg aus den Verhand- lungsschwierigksiten zu sein, wenn man einmal den vertragslosen Zustand eintreten und sich auswirken ließ. Das brauchte und sollte selbstverständlich nicht zum Handelskrieg führen, hätte aber den Franzosen doch wahrscheinlich zum Bewußtsein gebracht, daß Frankreich weit I
mehr Veranlassung hat, als Deutschland, einem vertraglosen Zustande durch einen endgültigen Handelsvertrag und bis zu bessert Abschluß durch ein langfristiges vorläufiges Handelsabkommen vorzubeugen. Dieser Anschauungsunterricht hätte deshalb Frakreich garnicht schaden können, denn es wäre vielleicht durch Schaden klug geworden.
Wie die in Paris lMsg .gebenL gemeinsame Mitteilung der deutschen unb der französischen Handelsdelegation beweist, hat indessen Deutschland auch diesmal wieder nicht das rein wirtschaftliche Interesse sprechen lasten. Die beiden Delegationen sind übereingekommen, ein neues Provisorium abzuschließen, das möglichst schon am 15. Juli in Kraft treten soll. Das Saarabkommen läuft zunächst vorläufig weiter, soll ebenfalls erneuert werden und von französischer Seite kündbar sein, wenn das neue Provisorium noch nicht am 31. Juli in Kraft getreten ist. Die Verhandlungen gehen also in Paris weiter. Es wird nichts dagegen einzuwenden sein, daß Deutschland auch hier wieder seinen Willen nach Frieden und Verständigung beweist, von dem der deutsche Außenminister in Oslo gesprochen hat. Nur wird man verlangen müssen, daß mit der Methode der kurzen Provisorien gebrochen und eine vorläufige Regelung getroffen wird, die in Kraft bleibt, bis die Voraussetzungen für den Abschluß eines
LSader
Pari» 30. 3imL Havas oeröffeuNicht fotopit. den Kommentar ju dem gemeinsamen der beiden Delegationen über die deurfch-fcaa scheu tzandelsvertragrverhc-ndlangen: Aus
LommuniguL gehr hervor, --.-ß «»e Der* .gelang des z. 3t bestehenden prom,. '. ns atcht mehr in Frage kommt. Vom L btt zum 15. Susi, dem Zeit- puutt, an dem die beides Delegationen ein Lues Abkommen fertiggestellt zu habe« hoffen, wird der Güteraustausch auf der Grundlage des allgemeine» Tarifes beider Länder erfolgen. ArHererfeits sollen
strecken und
die beiden Delegationen, falls sich eine Verständigung erzielen läßt, beabsichtigen, das neue Abkommen auf eine größere Anzahl von Artikeln zu er- j auf etwa ein Jahr abzuschllehen.
Wie wir ergänzend erfahren, ist man in Paris ommen, die Saarabkommen zunächst
Wie wir
übevemgekommen, „
weiterbestehen zu lassen und für eine Verlängerung sobald als möglich um parlamentarische Eonehmi- gung rmchzusuchen. Dadurch erleidet der Handelsverkehr zwischen dem Saargebiet und Deutschland
feine Unterbrechung. Kommt bis jum 31. Juli das neue deutsch- französische Provisorium nicht zustande, so erhält die fvanzösische Regievrag das Recht, die .(Saarabt ommen wieder zu kündigen.
Dev tVWevva« des Stede GtvefemattrrS èn Svankvokch.
Paris, 30. Juni. Die Rede Stresemanns in Oslo wird hier auffällend wenig beachtet. Es sind in der französischen Presse aüch' nur ganz unzureichende Auszüge daraus veröffentlicht worden. Zum großen, vielleicht größten Teil trägt an dieser Jnter- essenlosigk-eit schuld, daß in diesen Tagen die Köpfe der Parlamentarier- und Politiker in Frankreich angefüllt sind von dem bevorstehenden Kampf um die Wahlrechtsreform, neben, der etwas anderes kaum mehr Platz findet. Nur der „T e in p s" behandelt die Stresemannsd}e Rede etwas ausführlicher.
An der Aufrichtigkeit des deutsches! Ministers des Aeußern in seiner Friedenspolitik könne man, so meint das Blatt, um so weniger zweifeln, als er sich mit der „neuert" Politik so völlig identifiziert habe, daß deren Scheitern auch feine eigene Laufbahn als Staatsmann jäh abbrechen würde. Er habe es offenbar für dringend notwendig gehalten, das Mißtrauen, das gewisss deutsche Kundgebungen dem Ausland einstößten, möglichst zu zerstreuen. Es sei sehr kühn, wenn er nun behaupte, daß der Kampf zwischen dem alten und dem neuen Deutschland zwar noch nicht beendet sei, daß aber niemand in Deutschland daran denke, die Vergangenheit wieder herzustellen. Die Deutschnationalen , richteten doch all ihr Bemühen darauf, einschließlich ihrer Machenschaften gegen die jetzige, auswärtige Politik, eine derartige Lage im Innern zu schaffen, ,daß die Monarchie der Hohenzollern wieder aufgerichtet werden könne. Die Bedeutung, die Stresemann der Präsidentschaft Hin'denburgs beimißt, wird von dem Blatt aufs entschiedenste be- ..ftrfitten. Die Wahl des hervorragendsten Heerführers zum Reichspräsidenten sei geradezu ein Sinnbild für die langsame, aber sicher» Aufsaugung des demokratischen und friedlichen Deutschland durch das reaktionäre Deutschland, das nach voller Rachegelüste sei. Diese Wahl sei die erste schwere Verfehlung gegen die Politik der Wisderversöhnung, der Entspannung und Verständigung gewesen. Die zweite größere habe in der Beteiligung der Deutsch nationalen an der Regierung bestanden. Niemand wolle den Patriotismus der Deutschen bestreiten, I aber in den Worten Stresemanns sei ein Eiaae-