Einzelbild herunterladen
 

/eilt 8

Montag den 27. Juni 1927

Xr. 147

Des Iso den NÄVGMers.

Massenaufzucht nützlicher Schmarotzer. Englands böser Feind: das gefräßige Infekt. Lin furcht­bares Zerstörungswerk. Der Daumwollkapfel- kâfer richtet in einem einzigen Jahr für 800 Mil­lionen Mark Schaden an. Die gefährliche Schmeißfliege.

In dem in der englischen Grafschaft Buckingham gelegenen Städtchen Barnham Royal ist soeben'ein Laboratorium für die Aufzucht und Beobachtung vonnützlichen Parasiten" eröffnet worden. Das mit staatlicher Unterstützung gegründete Institut be­steht unter Kontrolle desImperial Bureau of En- tomology" und wird von den Doktoren Marshall und Ne-aoe geleitet. Anläßlich dieser b^edeutungs- vollen Gründung weist Major Walter Elliot in den Times" auf die großen Aufgaben hin, deren Lö­sung man von der Arbeit des Instituts erhofft. Kem« Gattung von Lebewesen gliedert sich in so viele Arten wie die der Insekten", schreibt der sach­kundige Verfasser.Nahezu eine halbe Million von Jnsektenvarietäten ist in der Welt zurzeit wissen­schaftlich eingeteilt und beschrieben, aber viele Tau­sende bleiben namenlos. Auf dem ganzen afrikani­schen Kontinent ist auch nicht ein einziger Zoll Landes insektenfrei. Behauptet man doch, daß das Tonnen­gewicht aller in Afrika lebenden Insekten größer sei als das aller Säugetiere. Mit welch phantastischer Schnelligkeit das Insektenleben gerade in den Tro­pen, dank seiner unbegrenzten Mtalität wuchert, zeigen deutlich die Beobachtungen auf der zwischen Java und Sumatra gelegenen Insel Krakatau, auf der durch den vulkanischen Ausbruch im Jahre 1883 alles organische Leben vernichtet worden war. Gleichwäst konnten im Jahre 1921 bereits wieder vierhundert verschieden« Arten von Insekten auf der Insel festgestellt werden, obwohl diese von der näch­sten SÉüfte rund 20 Kilometer entfernt ist. Nicht minder schrecklich als ihre Zahl ist aber das Zer­störungswerk dieser winzigen Lebewesen, die bei d«r Dernichtungsorbèit unermüdlich sind. Ein Zehntel der gesamten Welternte dient dazu, die schädlichen Infekten durchzufüttern. In den Tropen steigert sich dieser auf Insektenfraß entfallende Prozenstatz sogar aus ein Fünftel der Ernte.

Der Daumwollkopselkäfer, um nur ein besonders drastisches Beispiel zu nennen, richtet während eines einzigen Jahres in den Daumwollpflanzungen einen Gesamtschaden an, der aus 40 Millionen Sund Sterling geschätzt wird. Für das britische lonialreich ist daher die Frage der Insekten­bekämpfung besonders brennend. Liegt doch nahezu Ne Halste des Kolonialbesitzes in der tropischen Atme, während anderseits die landwirtschaftliche Produktion in den Dominions besonders geschädigt wird. Der Schaden, den das britische Reich auf diese Weise an den Ernteerträgen durch die In- Lektenarmee erleidet, entzieht sich jeder Berechnung. Aber man kann ohn« Uebertreibung behaupten, daß iéber, der einen Laib Brot, ein Stück Fleisch, ein Pfund Obst, einen baumwollenen Rock oder einen Gummireifen kaust, gezwungen ist, ein Test zum vnterhatt der Infekten im britischen Imperium bei- zutragen, denn alle diese Artikel des täglichen Be­darfs erfahren naturgemäß eine Preissteigerung durch die Verwüstungen ^te die Insektenplage in den zur Erzeugung dieser Artikel dienenden Roh­stoffen anrichtet.

Die Offensive gegen die schädlichen Insekten, M« in dem obengenannten Saboratorium vorbereitet wird, verfolgt zwei Hauptgesichtspunkte: Mit der ersten Methode, die man als chemischen Krieg be- z«chnen kann, haben wir hier nichts zu tun; die Eleite, ineBiologische Kontrolle", ist der Weg, den s jetzt eröffnete Institut verfolgen will. Es ist die Aufgabe diesesPavasiten-Zoo", die Schma­rotzer, die die Zahl der Insektenschädlinge unter Druck hält, in ihren Lebensgewohnheiten und Er- aährungsbedingungen zu erforschen und zu züch­ten und über das ganze Reich zu verbreiten, eine Aufgabe, mit deren Lösung die Bereinigten Staaten von Amerika bereits erfolgreiche Pionierarbeit ge­leistet haben. Man wird die dort gemachten Erfah­rungen nützen und in den Kolonien einen regel­mäßigen Hilfsdienst einrichten. Man hat in Farn­um Insektarien eingerichtet und in großen Gärten Bäume und Sträucher gepflanzt, die der Ernährung der Insekten dienen. Man kennt bereits zahlreiche Parasiten eines gegebenen Insekts. Es wird nun Sache des experimentellen Studiums sein, in jedem Einzelfall festzustellen, welche dieser Parasiten sich in dem überseeischen Land, für das sie bestimmt find, am nutzbringendsten erweisen. Der Apfel­blütenstecher beispielsweise ist ein Insekt, das ein- ghender Beschäftigung würdig ist. Diese europäische pezialität hat gegenwärtig ihren Weg in die mei­sten äpfelproduzlerenden Länder gesunden. Dor einigen Jahren wurde ein angeblicher Parasit die­ses Insekts von Spanien aus in die Vereinigten Staaten eingeführt täuschte aber durchaus die Er­wartungen, die man hinsichtlich der Vernichtung des Apfelblütenstechers auf ihn gesetzt hatte. Es gibt nun aber mindestens ein halbes Dutzend anderer diesem Insekt feindlicher Parasiten, und von diesen sind gewiß mehrere wert, daß man einen Versuch mit ihnen macht. Die Schmeißfliege ist ein anderes Insekt, das der Forschung dankbare Aufgaben stellt. Hat doch diese Fliege in Australien Millionen von Schafen getötet. Eine neuerliche Schätzung beziffert den durch sie bedingten Schaden in Neu-Südwales allein auf 2 Millionen Pfund Sterling im Jahr. Es gibt aber einen allgemeinen verbreiteten Para­siten dieser Fliege, der für die australische Schaf­zucht großen Nutzen verspricht. Die Regierung von Neu-Südwales hat sich denn auch bereits mit dem britischen entromologischen Institut in Verbindung gesetzt, um die Frage der Nützlichkeit des Para­siten, der mitunter so groß wie eine Wespe, gewöhn­lich aber kleiner ist, zu klären. Die Forschungs­arbeit ist angesichts der großen Zahl der Versuchs­objekt und der mikroskopischen Methode schwierig und nimmt lange Zeit in Anspruch. Sie ist bisher ergebnislos geblieben, weil es vor allem an geschul­ten Kräften für diese Forschungsspezialität fehlte. Diesem Uebelstand wird durch das neugegründete britische Forschungslaboratorium abgeholfen, dem sich hier iy großes Arbeitsfeld eröffnet.

Fernrut 2305

NCirnbergerstraße 22

Tei. 2629

Sternstrasse 35,

Ausführung

Phönix

Salzstraße 30

Fernruf 2038

Auto- und Wagen- Lackier -Werkstätte

Wertheim

Nähmaschinen

wascht a. bügelt

Kragen, Mansche»., Dor- und Ober-

Hemden

elektrischer Licht- und Kraft- Anlagen jeder Art

Stuttgart

innerhalb einer Woche wie neu.

Annahmestelle Hanau:

. Eckert, Altstädter Markt 7, II

Sattlerei Münch

Nürnhergerstr. 13 u Telephon 2325

Reparat urwerkstätte fachmännisch reell

ISI eli f rohaus Ml affff Hanau, Römerstrasse 7 Tel. 2434.

DM§§. ZWäßE

Chemikalien, Droge» Farben, Lacke, Pinsel

W. Kress $ Sohn

Uhren, Goldwaren, Trauringe

Reparaturen

Hanau a. M. Hospitalstr. 7

Filiale s Norcflstr. 8.

öeorg Brech

Am Heumarkt.

Steinbrau

Brauerei Stein, Alzenau Nacht. A. Zieglwalner

Vertreter für Flaschenbiere Stadt und Land

Eugen- Sieg

Möbel aller Hrt kaufen Sie günstig im größten

^ÜMMW Nil

bei der 5767

MEvât^ ^www'.

E.Sie haben Ibre Sache ganz broo ^'macht. War wollen S' denn hernach noch von mir?

Ich wollte Ew. Exzellenz bitten, denFaust" zur Aufführung bringen zu dürfen."

Den Faust?" Was ist denn dös für an Stück?"

Den Faust von Goethe, Exzellenz".

Goethe. Goethe? Was isn dos für an Goethe?"

Johann Wolfgang von Goethe, der große deutsche Dichter und frühere großherzoglich wei- marische Minister."

Ah Minister? So, schau, schau".Na, darf denn das Stück hiernicht gegeben werden, Herr v. Sterzelhuber?" fragte er seinen Sekretär". Was is'n des mit dem Stück vom Minister v. Goethe. Warum darf denn dös Stück nicht bei uns gegeben werden?"

Zu Befehl, Ew. Exzellenz. Es ist ein gefähr­liches Stück."

Nun warf sich der Schauspieler ins Zeug.

Aber mein Herr", sagte er erregt", das Stück wird in Wien im Hofburgtheater schon lange auf­geführt und es nimmt niemand Anstoß daran."

Ja, wenn S' mir dös beweisen könnten", meinte der Stadthalter, und kraute sich verlogen am Ohr.

Ew. Exzellenz brauchen nur die Güte zu haben, an die Direktion des Hofburgtheaters tele­graphieren zu lassen".

,. Das ist hall zu umständlich, aber was kommt denn in dem Stück vor?"

Der Teufel kommt darin vor", beeilte sich der Sekretär zu versichern.

Der Teu--der Teufel? No, dös wär a schön G'schicht, den Teufel auf das Theater zu bringen. O je, So san g'wiß an guter Schauspieler und a braver Mann, aber mit solchenen G'schichten dürfen S' mir halt nit komme. Den Teufel? Das wär a schöne G'schicht. Haben S' kan anderes Stück" Etwas, was die Leut sich gern anschaun?"

Anstatt GoethesFaust" setzte Sr. Exzellenz HalmsSohn der Wildnis" an.

Das g'fiel den Leuten halt!

In der Münchener Straßenbahn sitzt vor mir eine einfache Frau, unter deren Küchenschürze sich etwas bewegt. Der Schaffner fragt sie, was sie dort verberge, und sie zeigt eine lebende Taube, die sie am Markt gekauft hat. Dann müssen S' bei der nächsten Haltestell' aussteigen, denn das Mitnehmen von lebenden Tieren in der Straßenbahn ist ver­boten. Do die Frau aber nicht aussteigt, stellt sie der Schaffner zur Rede und sie sagt: I hob koa lebendiges Tier mehr, i hob eahm cm Krag'n urn- draht.

*

Beamter: Erlaube mir, Ihnen die Mittellung zu machen, Herr Amtsvorsteher, daß ich in nächster Zeit heiraten werde! Amtsvorsteher: Ich habe es sehr gern, wenn meine Herren heiraten! Wißen Sie, man ist dann viel lieber im Büro!

Rundfunk-Programme

Frankfurt (428,6 Meter) und Lassel (272,7 Meter)

Montag, 27. 3unL 12: Uebertragung des Glockenspiels aus dem Darmstädter Schloß. 16.30 bis 17.45: Konzert des Hausorchesters: Neue Tanz­musik. 17.4518.05: Die Lesestunde. Aus dem Ro­man:Die Kartause von Parma", von Stendahl Sprecher: O. W. Studtmann. 18.1518.45: Ibsen", Vortrag von Dr. Ludwig Marcuse. 18.45 bis 19.10:Probleme der modernen Opernbühne", Vortrag von Oberspielleiter Dr. Erhardt, Stuttgart. 19.1519.30: Englische Literaturproben. 19.30 bis 20: Englischer Sprachunterricht. 20: Uebertragung aus dem großen Saal des Saalbaues: Synogogen- musik, ausgeführt von den Chören der dre» Frank­furter Gemeindesynagogen. Anschließend: Frank­furter Mundart-Abend.

Ludwig Steinnökel

Mainzer 8 Brachfeld

Damen,- Herren- und Kinderwäsche, Tischtücher, Handtücher, Bettwäsche, Teppiche, Vorhänge, Koltern, Steppdecken, Reisedecken.

I Spez : Brautausstattungen.

KornöBel- ii. Kerbmarenhaus

Schloßstr. 1 ^lgjmrg Hanau a. M. ,

empfiehlt

Reisekörbe Verandamöbel Liegestühle Hängematten Waschkörbe Waschselle sowie

Garnituren und Einzelmöbel äußerst billig "»..... ^mmamwm

Fahr­straße 1

Fahr­straße 1

Spezialgeschäft Schlinger Stahlwaren Waffen und Munition = Hohlschleiferei =

H

Der vevboieue ^aufi^.

Ein heiteres Zensurstückchen berichtet ein Ber- finer Schauspieler von einer Gastspielreise, die er wenige Monate vor Ausbruch des Krieges durch Oesterreich gemacht hatte. Er war in einer größeren Stadt bereits an einem Abend aufgetreten und wollte sich nun noch in seiner Glanzleistung alsFaust" zeigen. Er begab sich zu dem Polizeigewaltigen und wurde von ihm empfangen.

34 hob S' gestern g' sehen," sagte Freiherr v.

SreislporlolleMoii

5776

mündelsicher bietet für GvareZäse« zeitgemäße beste Verzinsung.

MBW

Mr helfen Ihren Füßen! Unter dieser Devise hat die Firma Heinrich Pfersdorf am Marktplatz seit längerer Zeit in ihren Geschäftsräumen ein Su- pinatorium eröffnet, um allen denen, die an müden und schmerzenden Füßen leiden und deren Versuche mit sogen. Plattfußeinlagen erfolglos blieben, wirk­lich und nachhaltig zu helfen. Kostenlos^und unver­bindlich werden durch eine Supinator-Schwestep die überlasteten und geschwächten Stellen der Füße im May-Fußspiegel festgestellt. Auskunft erteilt und die geeigneten Supinator-Hilfsmittel versuchsweise, auch nach ärztlicher Vorschrift, angewandt. Ein Besuch dieses Supinatoriums ist jedermann zu empfehlen. (Siehe Anzeige.)

Severrsr, ÄeV-ÄMmßswsett.

Gemeinnützige Eigenheimstedluna e. G. m. b. H. Mittwoch, 29. Juni, abends 8.30 Uhr, General­versammlung RestaurationZur Rosenau".

Weinr'scher Gesangverein. Heute 20V, Uhr, letzte Singstunde vor den großen Sommerferien. Vollzählige» und pünktliches Erscheinen dringend er­wünscht, da wichtige Besprechungen und anschließend Ständchen. 986

Rheintour Gesangverein Fröhlichkeit. Unsere Rheinlour findet auf alle Fälle am kommenden Sonn­tag den 3. Juli statt, und erwarten wir vollzählige Beteiligung. Die Deranstallung des Waldfeste» der Bereinigten Gesangvereine hat ketnerleb Einfluß auf die Abhaltung der Rheintour. Meldeschluß für Mit- glieder morgen abend in der Gesangstunde. Parole am Sonntag für jedes Mitglied: Rheintour.

tyM&w UW

auf Gesundheit und gutes Aussehen durch öftere chemische Reinigung Ihrer Garderoben

Koflüme,MSntelAnzüge>re durch die altrenommierte saso»

<$W#$#tMM' OUWW^

Hospitalstr. 4

Tel. 2490.

Unserer heutigen Gesamtauflage liegt ein Pw- spett betr. Union-Brikett bei.

Setan.a.rin» nu Utriaa unb Druckerei . pau- Ji ad, iw Oeo rebaftioneltu ®ti umfingst-. Richard 6 u H f 4; fâr «niesen unb jttftamta: «>g»ß 3r»bk eflt hi charav. Rataison^drua der Dalse»daa«dvchdr»ckeret Hanau. 3«I8*WW Xr. 3QS& SM, 3953 - Postscheck $rartffuri » M. Str. 2665» Sa«K»Ä»i «ckaüsche Le««t Sa«.

Bade-Hrtlkel

I. Hermann

Hammerstraße 13

Telephon Nr. 3919

Mtstr. 4-6 u. Lindenstr. 7 Tel. 2236

8

Anzüge, Mützen, Schuhe, Frottier-Tücher, Mäntel u. Capes in großer Auswahl.

Werde totaler beste Systeme yilh.Roedioer

Telephon 2584

Schnurstr. 14

GWMxM lisfuhefzHgs - ööäiUlreeriFmtonr Hirschstraße 24 Ecke Langstraße

HerrenAbsätze 1.-

Damen Absätze 0.70

O Kinderstiefel je nach Größe ©

In Ei I f ä 11 e n kann darauf gewartet werden.

Mr

Gummistempel

Emailschilöer

liefert schnellstens und billigst

Ludwig Gmiiei

Papierhandlung

Violinen, Mandolinen, Lauten und Gitarren billigst durch

Gd. Schaaf

Komm.-Ges.

Marktplatz 15. Teleph. 2144.

SavI Lucht

Zentralheizungen

Jnstallationsgeschäft für sanitäre u. elektrische Anlagen

Dachdeckerei Brunnenbau

Baufpenglere^ Erdbohrungen

Mainzer & Brachfeld Kleiderstoffe, Seidenstoffe, Samte, Anzugstoffe, Unter­zeuge, Taschentücher. Größte Huswahl erprobter Qualitäten.