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âwoch den 15. Juni 1921

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Jir. 137

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Hlungslisten geführt. Dabei hatte er falsche eh über feinen eigenen Viehbestand gemacht, n klage wegen Urkundenfälschung, die dem -meister mindestens ein Jahr Juchthaus ein- it hätte, konnte nicht aufrechteryalten werden, sich hier um keine Urkunde im Sinne des s handelt. Er wurde hingegen wegen Be- zu einer Geldstrafe von 200 Mark verurteilt. Metzingen, 14. Juni. Während eines schwe- «witters schlug der Blitz kurz vor 8 Uhr 5 in den Kamin eines Bahnwärterhauses. am in trennte sich im unteren Stockwerk zwi- Schlafzimmer und Küche. Durch die Kraft des > wurden die Kapseln der Feuerung sowie efen fortgerissen und durch das Fenster ge» iwrt. Di« Familie saß während des Gewitters - Küche. Das Kind wurde von dem Lufwruck die Wand geschleudert. Der Bahnwärter und fj Kind erlitten einen schweren Nerven- I Die Verletzungen des Kindes sind so l blich, daß es nach dem Kranken- I überführt werden mußte, Durch den f Hlag entstand ein Brand, der von den etwa ersonen, die in dem Hause Unterstand gesucht i, gelöscht wurde. Der Blitz schlug auch das Meter vom Wärterhaus entfernte Läutewerk »m Bahnkörper entzwei.

aanheim, 14. Juni. Der Kaufmann Paul rt aus Magdeburg hatte sich heute wegen Ver- militärischer Geheimnisse vor der Großen U kammer als Berufungsinstanz zu verantwor- Früher bei der Reichswehr und dort wegen theil entlassen, war Eschert immer tiefer ge- n, bis er nach einer Unterschlagung bei einer bei der Fremdenlegion unterzukommen suchte, negativem Erfolg besuchte er zunächst Mainz; auch in Ludwigshafen fand man ihn dienst­äglich. Trotzdem setzte er seinen Verkehr mit örtlichen Besatzungsbehörde fort und, seinem >en Geständnis gemäß, fragte man ihn als iren Reichswehrsoldaten über die Organisation Reichswehr aus. Ein französischer Major schickte nach seinem Heimatort Magdeburg, wo er mit Hausangestellten eines Generals ein Liebes- ältnis anknüpfen sollte, um sich so in dessen inung wichtiger Papiere bemächtigen zu können, ter hielt er sich auch bei der Reichswehr in Wei­ll nd in einem Dresdener Vorort auf, wo eine I Unteroffiziervorschule errichtet ist. Die ße Strafkammer verwarf die Berufung gegen Urteil Des Großen Schöffengerichts, das auf 1 Monate Gefängnis gelautet hat, gestaltete ' insofern das Urteil günstiger, daß zwei Strafen Dessau und Magdeburg in eine Gesamtstrafe 10 Monaten einbezogen wurden, von der drei nate und 2 Wochen Untersuchungshaft ab gehen. Lauterbach, 14. Juni. Am vergangenen Sonn­wurde in Lauterbach der Tag festlich begangen, dem vor 400 Jahren der Junker Hermann Ried- 0u Eisenbach die Reformation in Lauterbach tm ehemals riedeselschen Lande einführte. In ~ Festversammlung in der Turnhalle sprach Prof. Becker-Darmstadt in einem großangelegten Vor- 1 über die geschichtlichen Ereignisse, die der Re- mationseinführung zu Grunde liegen. Die Glück­asche der Patronatsherren überbrachte Baron arg Riedesel Freiherr zu Eisenbach. Für die Be­hen sprachen Superintendent Oberkirchenrat -gner-Gießen, Kreisdirektor Dr. Michel-Lauter- h, der Bürgermeister von Lauterbach und Ober- rrer Döckner.

Pforzheim. 14 Juni. Nach Verhandlungen ischen dem Arbeitgeberverband und den Gewerk- rften ist folgendes Ueberstundenabkomen zu- mdegekommen: Vom 1. Juli ab beträgt der derstundenzuschlag für die 49. bis 53. Stunde der Woche 10 %, für die 54. und jede folgende -unde 20 %, für Nachtarbeit und für Arbeiten i Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen 50 % s jeweiligen Stundenlohnes.

Thaleischweiler, 14. Juni. Das vier Jahre alte Mädchen des Heizers Käfer von hier, das einzige >nd, fiel in einem Nachbarhaus in einen Kessel it kockendem Wasser, auf dessen Deckel es sich ge­ht hatte. An den erlittenen Verbrennungen starb is Kind.

46« Sauvivevsammlung des VoselSbevsev Ä-henelubS.

Am vergangenen Samstag und Sonntag fand 1 Kassel die 46. Hauptversammlung des Gesamt- * H. C. statt. Der Samstag sah zuerst geschäftliche Sitzungen, dann am Abend im großen Stadtpark- 'iale Begrüßungsfeier und Festkommers. Der Bor­kende des Zweigvereins Kassel, Oberpostii'spektor fritzies, begrüßte die Erschienenen, insbesondere den Vertreter der Stadt Kassel, Bürgermeister Dr. Lah- aeyer, und die Abgesandten der übrigen Gebirgs- »ereinc. Bürgermeister Lahmeyer überbrachte die vrühe der Stadt und ihres z. Zt. abwesenden Ober- 'ürgernreisters, und fand freundlich« Worte für den ßogelsberg seine Schönheiten und seine Bewohner, ür. Walbert sprach für den Hessischen Gebirgsver- â; ?rste Vorsitzende der Vogelsberger, Dr. Bruchhäuser aus Ulrichstein, verbreitete sich zunächst über die Entwicklung des Clubs, gedacht« in war­men Worten unseres so früh verschiedenen Justiz- mts Wenning und dankte für die gute Aufnahme in Raffel Seine Rede klang aus in einem .Frisch­auf" auf bie Einigkeit unter den verschiedenen Wan- dervereinen. Im weiteren Verlauf der Feier wurde ein sehr reichhaltiges und abwechslungsreiches Pro- gramm abgewickelt, sodaß von Anfang bis zum Ende Hochstimuno bei den Erschienenen herrschte Sonntag früh eröffnete Dr. Bruchhäuser die Haupt- sitzuna, in der zunächst Professor Bender aus Frank- furt, der allbeliebteVater Bender", über die Iu- gendbeweaung im D. H. C., feine Fürsorge für die erholungsbedürftige Jugend, He-rbergswesen, insbe- andere dar Jugendheim auf der Herchenhainer Höhe usw. sprach. Der Vorsitzende erstattete den Ge- chäftsbericht, den er als erfreulicher als den vor- ährigen bezeichnen konnte, berichtete über das rege Leben in den Zweigvereinen und spendete dem Zweigverein Raffel Worte hoher Anerkennung für die tadellose Vorbereitung der Tagung. Schriftsteller Ide brachte die Grüße des Hessischen Gebirasvereins und sprach tteffl-iche Worte über die Aufbauarbeit der Gebirgsvereine, die nicht nur nach amerikani­schem Muster in einseitigem Sportbetrieb den Kör­per kräftigen, sondern auch die deutsche Seele pfle­gen wollten. Er erinnerte an die Ausbauzeit vor 200 Jahren unter dem großen Lairdgrafen Karl und mahnte, den Altvordern in energischer Arbeit fürs Vaterland nachzueifern. Den Schluß der Sitzung bildete die Erörterung und Annahme des Voran­schlags für das nächste Jahr, aus dem besonders die Absicht der Beheizung der Unterkunstshäuser im Vogelsberg heroorzuhwen ist. Mit Spaziergängen und Ausflügen in Kallels Umgebung schloß gestern

die schön verlaufene Tagung, die dem Organisation talent der Kasseler Ortsgruppe alle Ehre machte.

SauptveHammluns des

Der Einladung des Frankfurter Zweigvereins die diesjährige Hauptversammlung fernab der eigent­lichen Heimat, in Frankfurt am Main abzuhalten, waren viele hundert Mitglieder aus fast allen Zweigvereinen des Rhönklubs am Samstag und Sonntag gefolgt. Selbst von den vorgeschobensten Posten des Klubs, aus Nürnberg, Dortmund und Stuttgart, warenRhöner" erschienen. Nachinittags versammelten sich die Abgeordneten der Zweig­vereine in der Geschlechterstube des Römers zu der eigentlichen Hauptversammlung, die von Justizrat Dr. Pfeiffer (Fulda) geleitet wurde. An den Ver­handlungen nahmen auch Vertreter des Bundes der deutschen Gebirgs- und Wandervereine, des Wester­waldvereins und des Taunusklubs teil.

Dem Geschäftsbericht zufolge zählt der Klub mehr als 11000 Mitglieder, Die sich auf 73 Zweig­vereine verteilen. Besondere Sorgfalt wird jetzt allerorten der Gründung und Pflege von Jugend­gruppen gewidmet. Der Bericht des Gebirgswarts über die Neueinrichtung von Hütten und Unter- kunftsorten und über die Instandhaltung der Wege­zeichen bot ein Bild erfreulicher Wiederaufbauarbeit. Der Antrag des Hauptvorstandes auf Bewilligung der Mittel zur Einrichtung einer eigenen Geschäfts­stelle für den Klub wurde angenommen. Der ge­samte Vorstand wurde wiederaewählt. Oberlehrer Straub-Würzburg hielt zum Schluß einen Vortrag überJugendpflege".

Samstag abend vereinigte sich der Frankfurter Zweigverein mit feinen Gästen im Zoologischen Garten zu einem Begrüßungsabend, der überaus stark besucht war. Nach einer Begrüßungsansprache des Vorsitzenden des Frankfurter Vereins, Herrn Burck, entbot Stadtrat Jaspert der Festgesellschaft den Gruß der Stadt Frankfurt. Lehrer Wissenbach. Frankfurt sprach für den Verband deutscher Ge- birgs- und Warchervereine, C. Ritter-Frankfurt für die Frankfurter Gruppen der Wandervereine, Heinz Röding-Frankfurt über die Bedeutung der Berg- wacht für die heimischen Wälder und zugleich auch für den Taunusklub. Justizrat Dr. Pfeiffer-Fulda als Vorsitzender des Rhönklubs feierte die Schön­heit der Rhön.

Der Sonntag brachte eine Reihe geschäftlicher Sitzungen für die Abgeordneten. Es folgten Besich­tigungen der Frankfurter Sehenswürdigkeiten, Fest- fahrten auf dem Main, später ein gemeinsames Essen im Zoologischen Garten und abends in der Weißen Lilie" ein Gartenfest. Für den Montag waren Wanderungen in die nahen Gebirge und Rheinfahrten vorgesehen.

Aus aller Wett.

OevVeoretz segen dleDursbnesev SN-vdevin.

Duisburg, 14. Juni. In dem sensationellen Prozeß Hagedorn wurden heute vormittag die Zeugenvernehmungen fortgesetzt. Während der Rek­tor der Schule, die die Hagedorn besucht hatte, über das Mädchen nichts Schlechtes aussagen tonnte, bezeichneten verschiedene Hausnachbarn der Ange­klagten die Hagedorn als wild und ungezügelt. Kriminaloberkommissar Busch wollte die Mordtat mit den mißlichen Verhältnissen im Hagedornschen Hause in Zusammenhang bringen. Die Tat selbst sei auch nach seiner Ansicht nur aus einer plötz­lichen Wallung heraus zu verstehen.

In den Nachmittagsverhandlungen des Prozesses gegen die Kindermörderin Hagedorn wurden die Zeugenvernehmungen fortgesetzt.

Die Angeklagte machte heute einen bedeutend lebhafteren Eindruck als gestern. Während die Eltern der getöteten Kinder vernommen werden, bekommt man das Gesicht der Angeklagten über­haupt nicht zu sehen, weil sie es weinend im Taschen­tuch verbirgt.

Bis jetzt lauten die Aussagen der Zeugen, so­weit sie ein Werturteil darstellen, im allgemeinen für den Charakter der Angeklagten sehr günstig. Selbst die Eltern der getöteten Kinder wollen und können ihr kein schlechtes Zeugnis bezüglich ihres früheren Betragens ausstellen. Auch die Bekun­dungen sexueller Art belasten die Angeklagte nicht außergewöhnlich.

Die Tragödie im Finanzamt Neukölln.

Berlin, 14. Juni. Heute morgen begann vor dem Schwurgericht des Landgerichts 2 unter Vorsitz von Landgerichtsrat Dr. Bockenheimer der Tot- schlagsprozeß gegen den Hauptmann Paul Hackbusch, der angeklagt ist, vorsätzlich, aber ohn? Ueberlegung seinen 12% jährigen Sohn Ro f erschossen und an dem Obersteuersekretär Hesse vom Neuköllner Finanzamt einen Totschhrgsversuch verübt zu haben. Zu Beginn der Verhandlung wurde der Angeklagte eingehend über fein Vorleben befragt. Das er­schütternde Bild eines Kaufmannes, der dauernd mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, entrollte sich da. Hackbusch hatte lange Zett in Ostsibirlen gctebt. Der Krieg hatte seine Existenz vernicklet. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland im Jahre 1923 versuchte er es mit Radioartikeln, was infolge der ungün- stigen Verhältnisse febiging. Dazu kamen die nach seiner Meinung unerhörten Ansprüche der Steuer- behörde, bie ihm wegen seiner schlechten Buchfüh­rung obendrein nicht traute. Völlig verzweifelt wollte er nun dem Leben seines mutterlosen Kindes und feinem eigenen Leben ein jähes Ende bereiten. Als der Steuersekretär Hesse ihm ttotz der drohen- den Pfändung eine nochmalige Prüfung seiner Ge- schäflsbücher verweigerte, wollte er auf dem Finanz­amt in völliger Nervenzerrüttung seinen Sohn und sich selbst mederschießen. Aber nicht den Steuer- beamten. Der Angeklagte bemerkte, daß der Revol­ver, als er ihn gegen die eigene Schläfe führte, versagt hab«.

Berlin, 14. Juni. Das Schwurgericht verurteilte den Kaufmann Karl Hackbusch wegen vorsätzlicher Tötung und unerlaubten Waffenbesitzes unter Zu­billigung mildernder Umstände zu der gesetzlichen Mindeststrafe von sechs Monaten einem Tag Ge­fängnis. Die Untersuchungshaft wurde voll ange­rechnet. Für den Rest der Strafe erhielt der Ange- klagte Bewährungsfrist. Das Schwurgericht hat es verneint, daß der Angeklagte die Tat in einem Zu­stand krankhafter Geistesstörung oder Berufslosig- kett verübt hat. Aus seiner ganzen Persönlichkett heraus wurden ihm im weitesten Maße mildernde Umftänbe zugebilNgt.

Beleidigungsprozeh des Reichsbankpräsidenten.

Berlin, 14. Juni. Vor dem Amtsgericht Neukölln wurde heute der Führer der sogenannten Reichs­bankgläubiger, der Leipziger Betriebsanwalt Winter, wegen fortgesetzter öffentlicher Be­leidigung zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt.

Winter hatte in einem Vortrag in Neukölln über die Auswertungsmöglichkeiten der rotgestempelten Tausendmarkscheine den Reichsbankpräsidenten des Falscheides bezichtigt. Dr. Schacht, der sich dem Verfahren als Nebenkläger angeschlossen hatte, be­tonte, daß das Reichsbankgesetz juristisch durchaus haltbar und die Aufwertung der alten Tausendmark­scheine unmöglich sei.

Landesverralsprozeß Stickelmann.

Leipzig, 13. Juni. Der Mechaniker Hermann Stickelmann, der Leiter der Marinesicherheitsabtei­lung in Frankfurt während der ersten Zeit der Revolution gewesen ist, stand heutee vor dem fünf­ten Strafsenat des Reichsgerichts unter der Anklage des Landesverrats. Stickelmannn pflegte wahrend feiner Frankfurter Zeit sehr gute Beziehungen zu den Franzosen; die Anklage wirft ihm vor, daß er drei Deutsche, die im Auftrage des Deutschen Nachrichtendienstes in der neutralen Zone tät'g fein sollten, den Franzosen ausgeliefert habe. Rechts­anwalt Dr. Levi, M. d. R., als Verteidiger hatte beantragt, daß drei französische Offiziere als Zeugen geladen oder wenigstens in Frankreich durch diplo­matische Einwirkung ihre Vernehmung angeftrebt werden solle. Dieser Antrag wurde abgelehnt. Da­rauf hat Rechtsanwalt Dr. Levi erklärt, daß er die Verteidigung niederlege. Man habe ihn schon vor (Eintritt in die Verhandlung tm Verkehr mit seinem Klienten behindert. Unter solchen Umständen könne er eine Verteidigung nicht führen. Die Verhandlung wurde auf Freitag vormittag 9 Uhr vertagt.

Der Vuchdruckerlarif allgemein verbindlich.

Der am 2. März für das Buchdruckergewerbe abgeschlossene Mantel- und Lohntarif ist mit Wir­kung vom 1. April 1927 vom Reichsarbeits- mimfterium für allgemein verbindlich erklärt worden.

Erfindung einer Geldzählmaschine.

Berlin, 14. Juni. DemB. T." zufolge hat ein Studierender des Technikums in Nürnberg, Ludwig Eiffländer, aus Königsberg (Unterfranken) je eine Geldzählmaschine für Hart- und Papiergeld erfun­den. Die Reichsbank hat ihm für das Patent 1,6 Millionen geboten, eine Newyorker Firma 6 Millionen Dollar.

Auf der Spur Nungessers und Lolis.

Q ueber, 14. Juni. Am 12. Juni nahm ein Forst- beamter gegen 8 Uhr abends am Saguenay-Fluß im Norden der Provinz Quebec drei geheimnisvolle Signale wahr, die durch Raketen gegeben wurden. Man nimmt an, daß sie vielleicht von Nungesser und Coli ausgingen. Die Raketen wurden von vier Per­sonen in einer Gebirgsgegend wahrgenommen, wo sich außer Indianern kaum jemand aufhalten kann. Da die Raketen moderner Art waren, so hätt man es für möglich, daß Nungesser und Coli sich nach ihrer Notlandung in die abgelegenen Gebiete ver­irrt haben. Die Regierung von Quebec hat dem ge­samten Forstpersonal telegraphisch Weisung erteilt, aufs schärfste aufzupassen.

Betrügerische Kanaldurchquerung.

Paris, 14. Juni. Die vor einigen Tagen aus tschechoslowakischer Quelle gemeldete Kanaldurch- schwimmung Speceks hat sich als eine Mystifikation erwiesen. Specek hat nicht weit von der Küste ein auf ihn wartendes Schiff bestiegen und auf diesem den größten Teil des Weges zurückgelegtt

Drei Todesopfer einer Gasvergiftung.

Aus Passau wird berichtet: Eine Tragödie spielte sich in der Jlzestadt ab. In Abwesenheit des auf einer Dienstreise befindlichen Lotsen und Sängers Unrecht strömte in dessen Schlafzimmer Leuchtgas aus. Frau Unrecht wurde mit ihrem sechsjährigen Sohn morgens tot im Bett aufgesunden. Der zweite 16jährige Sohn, der nachts die Gasausströmung be­merkt hatte und vor dem Bett feiner Mutter zu­sammengebrochen war, wurde zwar noch lebend ins Krankenhaus gebracht, starb aber dort leider Mon­tag nacht.

Absturz zweier Rekordflieger.'

Paris, 14. Juni. Die französischen Flieger Pelle­tier Deisy und Gonin, die heute nachmittag 4 Uhr in Le Bourget aufgestiegen waren, um den Luft- rekord im Langstreckenflug zu schlagen, sind, nach­dem sie erst vier Kilometer zurückgelegt hatten, abgestürzt. Das Flugzeug ging in Flammen auf. Die beiden Flieger konnten sich rechtzsitig in Sicherheit bringen.

Alle neun Minuten ein Verbrechen in Newyork.

Eine von den Newyorker Behörden durchge­führte Statistik der Verbrechen zeigt, daß die Be­völkerung sich durchaus nicht gebessert hat. So wird jede neun Minuten in Newyork ein Raubüberfall ein Einbruch usw. verübt. Don 60 000 Einbrechern, die im vergangenen Jahre mit Erfolg ihrem Be­ruf nachgegangen sind, konnten jedoch von der Polizei nur ein Fünftel festgenommen werden, was kein günstiges Licht auf die Arbeit der Newyorker Polizei wirft. Schwer gelitten haben unter den Einbrüchen die Versicherungsgesellschaften, die für 6000 Einbrüche zweieinhalb Millionen Dollar zah­len mußten. An der Spitze stehen die Einbrüche in Juwelierläden, deren es im Jahre 1925 1000, 1926 600 gab.

Pferde als Zeugen. *

So geschehen im Verwaltungsmittelpunkt Paring Uralgediet. Ringsum dichte Wälder, keine Fahr­wege. Ueberoll liegt tiefer Schnee. Die Häuser ai weit voneinander entfernt. Bei 40 Grad verläßt niemand seine Hütte. Jeder Verkehr hot aufgehört. Der Rätekommissar von Paring hat den Befehl erhalten, sein Amt einem andern zu übergeben. Bei dieser feierlichen Handlung müssen aber unbedingt Mitglieder der Regierung oder min- bestens für diesen Fall zusammengetretene Volks- kommifsionen anwesend sein, die zu schreiben ver­stehen, Leute, die politisch zuverlässig, d. h.über­zeugte Kommunisten" sind. Solche aber gibt es in der Nachbarschaft nicht: Die Schulen sind im Ge­biet spärlich vorhanden, die Bauern samt und son­ders des Schreibens unkundig. Vor allem aber der Schnee, die Kälte, die EntfernungI Was tun? Die streng vorgeschriebene bürokratische Formalität muß unbedingt erfüllt werden. Der pflichttreue Räte­beamte stellt also folgendes Dokument auf:Akt!" »Am 12. Februar 1927 habe ich, der Endesunter­zeichnete, Vevwaltuvgschef von Paring, Bezirk Ta-

gilsk, auf Grund der gesetzlichen Verordnungen Ni 1110 dem neu ernannten Genossen W. M. Spitzln die Amtsführung übergeben in Gegenwart dreier, der Verwaltung gehöriger Pferde." Leider gibt die Rätezeitung, der dieses Kuriosum entnommen ist nicht an, welche Unterschriften dieses Schriftstück trägt.

âveMasr.

(Unter Verantwortung des Einsenders.)

Der Bulausteg.

Im Jahr 1905 war es m. W., als durch Errich­tung eines Bulausteges ein angenehmer Verbin­dungsweg zwischen Lamboywald, Scheuer und Bulau hergestellt wurde. Seit geraumer Zeit ist dieser Steg den Weg alles Irdischen gegangen, die einen sagen, das häufig auftretende Hochwasser hätte seine Grundpfeiler so unterwuhlt, daß das Ge­lände zusammengebrochen wäre, andere meinen, unnütze Hände hätten ihr Möglichstes getan, das Zerstörungswerk zu vollenden. M. E. wäre es an der Zeit, diesen so angenehm empfundenen, dringend notwendigen Steg wieder herzustellen. Das Wan­derleben ist wie jeber andere Faktor den Gesetzen der Dringlichkeit und Bequemlichkeit unterworfen. Nun ist unsere Bulau ein unvergleichlich schöner Wald, der sich dank der Bemühungen unserer Touristenvereine in recht schönem Zustand befindet. Da ist die gesamte Oeffenttichkeit tn hohem Maße an Verkehrserleichterungen interessiert, und es sollte nicht schwer fallen, die Mittel für bie Wiederherstel­lung des Steges unitis irribus aafzubrinzen, der allerdings so angebracht werden müßte, daß er für unabsehbare Zeit dem blinden Walten der Element« und menschlicher Leidenschaften trotzt.

Ein Wanderfreund.

Unsere Friedhofsavlagen.

In Nr. 135 vom 13. Juni brachten Sie einen Artikel:Zur Verschönerung Hanaus", dessen Aus­führungen, unsere Friedhofsanlagen betreffend, doch nicht ganz unwidersprochen bleiben sollen.Den Toten zur Ruhe, den Lebenden zur Erholung" hat einmal der Leiter unseres Friedhofes in einem Artikel geschrieben. Wer sich die Anlagen tn ihrer jetzigen Rosenpracht besieht, wird doch zugeben müssen, daß sie eine Sehenswürdigkeit bilden. Für viele ist es ein Erholungsspaziergang. Unbelästigt von Motorgeräusch und Autostaub ergehen sich viele dort, die nicht in der Lage sind, weite Spaziergänge zu unternehmen und man hört nur Stimmen des Lobes und der Anerkennung über die Anlagen. Soll man denen, die dort ihr Liebstes zur letzten Ruhe geleiten das Gemüt durch Anlagen dunkler Bäume und Laubengängen noch mehr verdüstern? In dem Nutzgarten befinden sich noch Dbftbäum# von früher. Hemüse wird dort N'cht mehr ange pflanzt. m.

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FuhbaU.

heute Mittwoch 1860er Platz.

93 94.

Um den Pokal der Ortsgruppe Hanau des RfL.

In dem heute abend 6.30 Uhr auf dem 60er Platz an der Blücherstraße stattfindenden Derby 93 94 dürfte aller Voraussicht nach die Entscheidung in der Hanauer Pokalrunde fallen. Gewinnt Hanau 93, dann haben sich die Weißblusen den wertvollen Po­kal nach dreimaligem Siege gesichert. Den Gang der Ereignisse könnten jedoch die Mannen aus der Frei­gerichtstraße entscheidend beeinflussen, falls sie heute abend als Sieger hervorgehen würden. So ist dem heutigen Kampfe eine erhöhte Bedeutung beizu­messen und die Frage nach dem Sieger unter Be­rücksichtigung der gegebenen Momente offen zu lassen. Dem Ausgang des Kampfes wird daher all­seits mit größter Spannung entgegengesehen.

Rundfunk-Programme.

Frankfurt (428,6 Meter) und Lasset (272,7 Meter).

Mittwoch, 15. Juni. 12.00: Uebertragung des Glockenspiels aus dem Darmstädter Schloß. 15.30 bis 16.00: Die Stunde der Jugend:Wie eine deutsche Kaiserwahl vor sich ging". 16.3017.45: Konzert des Hausorchesters: Nordische Musik. 17.45 bis 18.05: Die Bücherstunde. 18.1518.30: Ueber­tragung von Kassel:Die Stunde der Frau". 18.30 bis 19.00: Die Schachstunde. 19.30 bis 20.00: Steno- graphischer Fortbildungskursus. 20.00 bis 20.15: Senckenbergviertelstunde:Kakteen", Vortrag von Privatdozent Dr. Kräusel. 20.3022.15: Ueber­tragung a. d. Mannheimer Besprechungsraum: Fest- konzert kurpfälzischer Hofmusik d. 18. Jahrhunderts

oeveiue. SevsämmIunseit.

Gefangverei« Tonblüthe. Heute abend pünkt­lich 8.30 Uhr Singstunde. Wir bitten die Sänger um vollzähliges Erscheinen.

Turnaemeinde (Gesangabtetlung). Heute abend l/z9 Uhr Singstunde. 917b

Evangel. Kasino. Heute findet im Dereinshaus um 8 Uhr ein Vortrag Über die Sterbevorsorge statt. Wir bitten, daß unsere Mitglieder dem Vortrag an- wohnen. 916b

Ziegenzucht«Verein. Heute abend 8'/, Uhr Monatsversammlung. Betreffs Körung und Verbands- aurstellung ist es dringend erforderlich, daß alle Mitglieder erscheinen.

Kath. Kirchenchor. Morgen 3/48 Uhr Singst, p Gastwtrte-Jnnung. Donnerstag den 16. d. Mts., ^4 Uhr nachmittags, außerordentliche Versammlung bet Kollege Müller, Sandeldamm.

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SlmMche Vekanntmachunsen.

Grasverkauf Oberförsterel Hanau.

Am Samstag den 18. Juni 1927, soll die dies­jährige Grasnutzung in der großen Horst, Jagen 16 in 55 Losen und am Franzosenloch, Jagen 8 in 6 Losen, an die Hächstbietenden öffentlich ver­steigert werden. Zusammenkunft nachmittags 4 Uhr an der Fallbachbrücke und für die Wiesen am Franzosenloch, nachmittags 6% Uhr, daselbst.

Unserer heutigen Gesamtauflage liegt ein Pro- spekt der Firma Mey u. Edlich, L^'pziZ-Plagwitz, betr. Meys Stoffwäsche bei.