Einzelbild herunterladen
 

tft

y 203. sabvsarrs

MnauergnMee

MVVenevat Swzeigee fürX^rwaiMm Stadt und Land

Cattau Stadt und Land

rf^tint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / SezugSpreis: Für den halben tonat RM.1.-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag ich -amstag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Sreite R-Psg.. im ReNameteil von 68 mm Sreite 25 R-Pfg. / Offertengebühr so R-Pfg. r . " ;---"' " -------------------------------------------.

ir. 428

Frettas de«

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. Sei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Sezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. / Fürplatzvorschrift u-Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet./Geschästsstelle: Hammerstr.9 / Fernspr. 3956,3937,3958

3. Lmü

1525

Das ÄsttsKs.

Das Reichskabinett hatte gestern Besprechungen den deutschen Sachverständigen der Weltwirt- stskonferenz.

Schwere Wirbelstürme haben tm Emsgebiet, Oldenburg und Mecklenburg großen Schaden lerichtet und zahlreiche Todesopfer gefordert.

Der des Mordes angeklagte Arzt Dr. Bröcher gestern zum Tode verurteilt worden.

In Sachsen sind die Verhandlungen mit den üschnationalen über die Regierungsbildung ge= itert.

Im Moskauer Sowjet bezeichnete Rykow den ich Englands mit Rußland als ersten Schritt v: Kriege.

Belgrad hat wegen des albanischen Zwischen- s eine Drohnote an Albanien gerichtet.

Vee deutsche Süden und «Südoften.

DmrtsGe M von dev nnv wenige wissen.

Regensburg. 2. Juni. Ein geschichtliches Ereig­nis stellte das Referat des Landeshauptmanns- Stellvertreters des Burgenlandes. L e e s e r, eines bekannten österreichischen sozialdemokratischen Füh­rers. über die Lage des deutschen Burgen­landes auf der heutigen Sitzung des deutschen Schutzbundes dar. Rack-^

u r g e n=

Dev evfèe SEE rum âvisse.^

'ie veaAische Auswirkung dev WMwiviMaktS- ksnfevenz.

Berlin. 2. 3unL Das Reichskahinell be- jfe sich in seiner heutigen Sitzung mit ver- edenen lausenden Angelegenheiten. Unter Lerem fand eine erste Besprechung über den lwurf des Steuervereinheitlichungsgesetzes kl. 3m Anschluß an die Kabinettssitzung hmen die anwesenden Reichsminister den indlichen Bericht der deutschen Delegation 7 Wetkwirkschaftskonserenz entgegen. Der ichskanzler sprach namens der Reichsregie- ig der Delegation für ihre Genfer Tätigkeit d den Herren v. Siemens, Graf kayfsrlmg d n Trendelenburg für ihren Bericht feinen M aus . , . .

Wie wir zu der obigen Meldung weiter er= )ren, ist anzunehmen, daß es sich bei der stprechung nicht lediglich um eine Behänd­ig der Konferenzergebnisse gehandelt hat, iDern auch um die Frage, wie man den Ent- ließungen der Konferenz eine praktische Aus- rkung sichern kann. Deutschland hat an die- ' Frage ein gewisses Interesse und man kann 5 sicher aynehmen, daß man sich auch im sichstage und im Reichswirtschaftsrate mit efer Frage beschäftigen wird. Voraussichtlich ird man es zu ermöglichen versuchen, daß der eichswirtschaftsrat gemeinsam mit dem han- sispolitischen Ausschuß des Reichstages das Hema der Weltwirtschaftskonferenz erörtert tb der Reichsregierung auf Grund einer sol- en gemeinschaftlichen Stellungnahme Mate- ol zur Verfügung stellt, das dann im Sinne ner Fruchtbarmachung der Genfer Beschüsse eiter benutzt werden kann.

Nach Ansicht der deutschen Sachverständi- m geben die in Genf gefaßten Entschließun- m über die Befreiungen des Handels von emmniffen, über Zolltarife und Zollverträge are Richtlinien für die künftige Gestaltung s internationalen Handels im Sinne größe- *r Handelsfreiheit. Die Konferenz hat ihre eberzeugung dahin ausgesprochen, daß dis tückkehr zur tatsächlichen Freiheit des inter- ätionalen Handels eine der hauptsächlichsten Vorbedingungen für die Wohlfahrt der Welt t. Die Weltwirtschaftskonferenz hat darauf erzichtet, ein eigenes Organ zu schaffen, um ie theoretischen Entschließungen nun auch in ie Praxis umzusetzen. Sie hat diese Aufgabe em Völkerbund überlassen und es wird jetzt arauf ankommen, daß der Völkerbund sich ieser Aufgabe auch annimmt. Nach der Vorl trbeit, die vom Reichswirtschaftsrat und dem handelspolitischen Ausschuß zu leisten ist, wird sie deutsche Delegation im Völkerbundsrat in )er Lage sein, sich für die praktische Arbeit im Sinne der Weltwirtschaftskonferenz einzusetzen. Der Völkerbundsrat besitzt einen ständigen wirtschaftlichen Ausschuß, der seiner ganzen Zusammensetzung nach wohl imstande ist, sich mit dem von der Weltwirtschaftskonferenz hin­terlassenen Aufgaben zu beschäftigen und der bis zum Frühjahr des nächsten Jahres wohl Das Material durcharbeiten und dann über die Schritte berichten könnte, die der Völkerbund tun muß, um die Arbeit der Weltwirtschafts.' konferenz fortzusetzen. Deutschland wird also das Seine tun und es wird nicht unsere Schuld sein, wenn die Weltwirtschaftskonferenz ohne praktische Folgen bleiben sollte.

Gewisse Folgewirkungen der Genfer Ver- yandlungen sind wohl schon gegenwärt-g zu verspüren. Man kann damit rechnen, daß un­sere Lage in den Wirtschaftsverhandlungen mit Frankreich sich gebessert hat, nachdem die Wett­

bad) längerer historischer jahrhundertelange Be­drückung dieser halben Million Deutscher im Bur­genland durch die Ungarn kam der Referent auf die jetzigen Verhältnisse zu sprechen. Er betonte, daß man die Tatsache, daß die Verträge der Pariser Vororte als einziges Gut dem Burgenlande die nationale Freiheit gebracht haben, nicht überschätzen dürfe, da

Darstellung über die

Die Magyaren sich auch heule noch nicht mit dem Verlust des Burgenlandes abgefunden haben. Noch immer ist der größte Teil des Groß­grundbesitzes im Besitze ungarischer Magnaten, und der Terror, der von diesen Magnaten auf die deutsche Bevölkerung ausgeübt wird, obwohl sie sich im österreichischen StaatsverbanLe befinden, kennt kaum Grenzen. Die Wühlarbeiten einzelner Agen­ten Ungarns im.Burgenland hat die günstigsten so- zialpotilischen VvraussStzungen, die Gutshöfe und ihre Beamten, aber auch ein großer Teil der katho­lischen und evangelischen -Geisllichkeit sind Träger der ungarischen Agitation. Selbst der apostolische Administrator für das Burgenland, der Wiener Kardinal Piffh ist infolge des notorischen Red­nermangels nicht in der Lage, die notwendige Ab­hilfe Lurch Entsendung deutscher katholisches Geist­licher zu Raffen. Der Stebner sortierte. Latz ru deutscher Seite den Interessen des Burgenlandes mehr als/ bisher Rechnung getragen werde. Er wies auf die bekannte Rede des Grafen Bethlen über den Anschluß Oesterreichs an Deutschland hin und legte ay Hand dieser Rede die magyarische Bur­genlandspolitik dar. :

Die Ungarn fordern die Rückgabe des Burgen- landes an Ungarn als Kompensation für den

Anschluß Oesterreichs an Deutschland.

Sie verstehen sogar, dieser Forderung noch einen nationalen Mantel umzuhängen, indem sie behaup­ten, wenn die 300 000 Burgenländer erst wieder Ungarn würden, würde es der dadurch vergrößer­ten deutschen Minderheit in Ungarn besser gehen können als jetzt.

Demgegenüber forderte der Redner, daß man von Deutschland und von Oesterreich aus niemals auf das Burgenland verzichten dürfe, auch bann nicht, wenn es als Kaufpreis für den Anschluß Oester­reichs an Deutschland gefordert werden würde. Zugleich betonte er unter minutenlangem Bei- jall der verfammlung, daß das deutsche Burgen- land niemals auf die 150 000 deutschen Volks­genossen verzichte, die durch die Komödie der Führer der feinerseitigen Volksabstimmung trotz ihres wahreu Bekenntnisses zum Deutschtum mit der bisherigen Hauptstadt des Burgenlaudes zu Ungarn geschlagen wurden.

Der Redner wies darauf hin, daß das Burgen­land trotz jahrhundertelanger Unterdrückung dem deutschen Volkstum große Männer und Frauen ge­schenkt habe. Er betonte, daß von den Komponisten Haydn und Franz Liszt, ferner eine Fanny Elster und ein Rudolf Kainz tm Bupgenlands geboren und aufgewachsen seien.

In der anschließenden Diskussion erklärte Dr. v. L o e s ch, daß

bet Schutzbund niemals zustimmeu werde, daß das Burgenland als Kaufpreis für ben An­schluß Oesterreichs an Deutschland an Ungarn zurückfalle

und daß man niemals auf die endgültige Anglie­derung an Oesterreich und damit an das Deutsche Reich verzichten werde. Er betonte ferner, daß für die Verhandlungen auch die Unterstützung des deut­schen Reichstages, der einzelnen Parteien und der Reichsregierung zu erwarten sei.

Hierauf erstattete Rektor Matras von der

Hauptleitung Les deutschen Schulvereins Südmark über die Minderheiten der Tschechen und Slowenen Bericht. Redner wies darauf hin, daß seit den Ta­gen des Umsturzes die Pläne der Slowenen aus Aufteilung Deutsch-Oesterreichs niemals zum Schweigen gekommen seien. Die Siedelungspläne werden von den Slowenen geschickt benutzt, um die historischen Ansprüche auf Nieder- sowie Ober- Oesterreich aufrecht zu erhalten. Seit 1918 sei von den Tschechen eine bewunderswerte Schulorganisa- tron in Deutsch-Oesterreich ausgebaut worden. Die tschechischen Gesandten hätten die Organisation des tschechischen Schul- und Dolkswesens stets unter­stützt, zum Teil geradezu geführt. Ueber 300 Ver­eine dienten der tschechischen Propaganda, an ihrer Spitze der tschechische Minderheitsrat für Oesterreich. Stark sei der Geburtenüberschuß und das Ein­dringen der Landarbeiter. Der ungemein sta * Stoßkraft der Tschechen und Slowenen in Oe

reich müsse ein werden.

irten

Tschechen und Slowenen in Oester­fester Abwehrwille entgegengestellt

Der Zusammenschluß mit dem Reich sei ein Ge­bot der Notwendigkeit, da sonst das Zustande­kommen der nord-südslawischen Brücke drohe, womit der weg für das deutsche Volk zerstört würde.

Hierauf folgten Referate des Reichsministers a. D. Emminger über den Stand der Rechtsanglei- ' Enüers-

chung, sowie Les Unterstaatssekretärs Wien über praktische Anschlußarbeit b<

bei den Wirt-

schastssragen.

Der Nachmittag war einer Sitzung des ersten Ua Schusses bei. Schutzb unids» gemibmet, her sich mit den Verhältnissen in den österreichisch-ungarischen Nachfolgestaaten beschäftigte. Oberstleutnant a. D. Mylius, ein genauer Kenner der südtiroler Ver­hältnisse, gab eine Schilderung der Zustände in Südtirol. Einleitend betonte er, daß es notwendig sei, der Antwort Mussolinis auf die Entscheidung der Völkerbundsligen mit einer Fanfare zu antwor­ten. Durch Beschluß der Friedenskonferenz in Pa­ris sei Südtirol

nur aus strategischen Gründen Italien i gegeben

worden. Nunmehr versuche Mussolini angebliche historische Rechte Italiens durch Geschichtsfätschung und bewußte Lüge ins Feld zu führen, um Südtirol ständig bei Italien zu behalten. Mnlius gab dann eine interessante historische Darstellung über die Entstehung der heutigen Bevölkerungsvsrhältnisse Südtirols.

Heute sei dort die deutsche Sprache im Amts­verkehr, in Ler Schule, ja in Kinderb erocchranstalleu und auf Grabsteinen verboten und Dr. N o l d i n, der sich nicht gegen italienische Gesetze vergangen habe, sondern nur ein offenes Bekenntnis zu seinem Deutschtum abgelegt hat, sei auf eine stiditalienische Insel verbannt worden.

Die südtiroler Landsleute müßten moralisch ge­stärkt werden, indem wir chnen, so fuhr Mylius fort, den Beweis erbringen, daß wir Südtirol nicht aufgeben, indem wir bekennen, daß wir diejenigen Männer verachten, die aus einer gewissen Hochach­tung vor dem Faschismus glauben, Südtirol opfern zu müssen. Italien ist in Südtirol unser Erbfeind und wir dürfen die Hoffnung nicht verlieren, daß der Tag der Befreiung dieses Gebietes in der Welt­geschichte nicht mehr fern ist, und daß das in einem einzigen Staate geeinte deutsche Volk auch Südtirol in seinen Grenzen finden wird.

Frau Abg. Rosa Kempf erzählte dann in der Diskussion Einzelheiten über das Schicksal Dr. Nol- dins. Dieser sei bei seinem Eintreffen auf der Ver­bannungsinsel nicht seiner Fesseln entledigt wor­den. Der zweite Punkt der Tagesordnung enthielt ein Referat des Staatssekretärs I e p k e l aus Bu­dapest über die

Lage des Deutschtums in Ungarn.

Es sprach dann noch ein Vertreter des Deutsch­tums in Großrumänien; vor allem über die täglich schlechter werdende Lage der 850 000 Deutschen Großrumäniens.

Moskau, 2. Juni. Im Plenum der Moskauer Sowjets sagte der Vorsitzende des Rats der Volks­kommissare, Rykow, über den englisch-russischen Bruch, die Tatsache und die Ereignisse der letzten zwei Monate rechtfertigen den Bruch nicht. Die erhobenen Beschuldigungen beruhten auf gefälsch­ten Dokumenten. Die Erklärung der engli­schen Regierung habe keinerlei richtige Beweise enthalten. Er wies darauf hin, daß der Bruch mit der Tagung der Weltwirtschaftskonferenz, auf der selbst Balfour die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit der Sowjetunion mit den kapitalistischen Staaten anerkannte, zusammenfiel. Von der Spionage Eng­lands in Rußland stellte Rykow fest, daß die eng­lische Mission sich in den letzten Tagen damit be­faßt habe, Schriftstücke zu verbrennen, obgleich die Sowjetunion nicht daran denke, llebev- fâlle auf exterritoriale Räumlichkeiten vorzuneh» men. Der Bruch sei ein Versuch der englischen Re­gierung, über die Mißerfolge der Innen- und Außenpolitik hinwegzutäuschen und Lie Offensive gegen die Arbeiterklasse zu bemänteln. Er fei der erste Schritt zum Krieg. Die HoK- nung Baldwins, die Handelsbeziehungen ohne> lomatische Beziehungen aufrecht zu erhalten, fd durchaus illusorisch. Der Kriegsgefahr werde die Sowjetunion eine unser-« rückbare Friedenspolitik entgegen­setzen. Der Bruch sei letzten Endes kein SchlcH gegen die Sowjetunion, sondern gegen EuSco» gewesen.

Das Plenum der Moskauer Sowjets nahm zum Referat Rykows eine (Snf' rin die Handlungen der S Erhaltung des Friedens gerichtet sind, restlos ge­billigt werden und die Bereitschaft ausgesprochen wird, alle Maßnahmen zum Schutz der Sowjet­union zu unterstützen. Die Bevölkerung wird zur Organisierung eines mächtigen finan» Stellen Selbstschutzes imrch die Sicher­stellung einer erfolgreichen Realisierung der Staats- anleihen aufgerufen. Die Sowjetregierung tost keinerlei Anträge auf Regelung der materiellen An­sprüche britischer Staatsangehöriger zur Prüfung entgegennehmen, bis die vollständigen diplom»- tischen Beziehungen zwischen der Sowjetunion und Großbritannien wiederhergestellt sind und die brr tische Regierung hinreichende Genugtuung für die der Sowjetunion zugefügten Beleidigungen Md materiell«! Schäden gegeben haben wird.

ließung au, wo- erung, die auf die

mtd Retsevevkehv.

London, 2. Juni. (Unterhaus). Der JmrenmiufttN teilte auf eine Anfrage mit, daß die Regierung rächt den Wunsch habe, dem Handel zwischen Rußland und England ftgeuL welche Schwierigkeiten in den Weg zu' legen, und daß Rusten, die zwecks Bona ide-Handels nach England kommen möchten, die- elben Erleichterungen erhallen wie die Untertanen eder anderen auswärtigen Macht. Inbezug auf Me Visen- und andere Angelegenheiten würde dieselbe Maschinerie wie bisher angewandt mit der einen Ausnahme, daß in Zukunft kein Paßbearnter in Rußland sein werde. Auf die Frage, ob die nor­wegische Regierung oder ihre Vertreter das Recht haben werden. Pästen von Leuten, die nach Eng­land zu kommen wünschen, Sichtvermerke zu ers­tellen, erwiderte der Innenminister, diese Frage sei noch nicht geregelt. Auf eine weitere Anfrage, ob angesichts der Tatsache, daß Norwegen und Deutsch­land den regelmäßigen Konsulardienst in den russi­schen Häfen unterhalten, britische Geschäftsleute nicht sicherer gehen würden, wenn sie norwegische oder deutsche Schiffe gebrauchten, erwiderte der Innen­minister, er glaube das nicht. Locker Lampson brachte in der Antwort auf eine andere Frage zum Ausdruck, daß der Beschluß der britischen Regierung, die diplomatischen Beziehungen mit der Sowjft- regierung abzubrechen, nicht die Rechtslage bezüglich ihrer Anerkennung dieser Regierung berühre. Das Haus vertagte sich dann bis zum 13. Juni.

Wirtschaftskonferenz einstimmig für die Ge­währung größerer Handelsfreiheit Partei er­griffen hat. Es war also richtig, die Verhand­lungen mit Frankreich bet der Genfer Konfe­renz ruhen zu lassen. Wenn unsere Unterhänd­ler kurz nach Pfingsten nach Parts zurück­kehren und die Verhandlungen zwischen dem 8. und 10. Juni wieder aufnehmen werden, so wird Frankreich auch schon wegen der wach­senden Widerstände im eigenen Lande nicht mehr so rigoros wie früher an seinen Hoch­schutzzöllen festhalten können. Auf der anderen Seite steht auch Deutschland vor einer wich­tigen zolltariflichen Entscheidung. Der gegen­wärtig bestehende Zolltarif läuft am 31. Zull ab. Es wird wohl möglich und auch angebracht

fehler des Tarifs zu beseitigen. Man wird im übrigen aber wohl bei der Erneuerung des Tarifs durch eine Novelle auf wesentliche Aen­derungen verzichten müssen.' Denn wenn wir uns für die Durchführung größerer Handels- frecheit im Sinne der Genfer Beschlusse ein­setzen und Zollermäßigungen von Frankreich verlangen, so werden wir nicht gut zu beweiben Zeit erhöhte Zollsätze in Kraft setzen können. Es ist bekannt, daß im Hinblick auf den Ablauf des Zolltarifs zahlreiche Wünsche nach Er­höhung der Zollsätze geäußert worden sind. Ob man ihnen Rechnung tragen kann, ist indessen nach Lage der Dinge sehr zweifelhaft.

GttqNstb-SsvvwtbeEttLrvanurms

Katco. 2. Juni. Das ägyptische Kabinett scheint zu zögern, eine der in der britischen Note aufge­stellten Forderungen anzunehmen. Dies ist nicht darauf zurückzuführen, daß die ägyptische Regie rung nicht geneigt wäre, im Sinne Großbritanniens der Lage gerecht zu werden, sondern darauf, daß sie anscheinend nicht geneigt ist, die Form zu adop- ieren, worin das englische Ersuchen an die ägyp- ische Regierung gerichtet worden ist. Das Slabmen st infolgdessen heute abend erneut zusammengc- reten. Es wird versuchen, eine Formel zu finden, die für beide Teile annehmbar, ist.

Kairo. 3. Juni. In Erwiderung einer Anfrage wegen der Krise sagte gestern abend der Premier­minister, es sei nicht der geeignete Augenblick, von >er Regierung irgendwelche Einzelheiten über die Ierhandlungsn zu erhalten, da eine Vereinbarung tm Gange sei. Der Premierminister fügte hinzu: Auch ich bin der Meinung, daß eine Entsendung von Kriegsschiffen in die ägyptische Gewässer auf eine irrtümliche Auffassung zurückzufuhren ist. da es in Aegypten keine Bewegung gibt, die das Leben und die Interessen von Ausländern bedrohen. Friede und Sicherheit herrscht überall. Es besteht heute Hoffnung, daß dieser Konflikt bald im Geiste der Freundschaft, die die englisch-ägyptischen Be­ziehungen beherrscht, beendet wird.

Kairo, 2. Juni. Premierminister Sarwat Pascha

mürbe heute vom Oberkomwistar Lord w ®