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Net 2. Stttti 1622

Das KSRSKS.

ter gestern eröffnete Sylter-Damm erhielt dem jspräsident« zu Ehren den Namen Hinden- dämm.

in Berlin haben gestern Besprechungen von rumsfunktionären über den Fall Wirth ftatt- ad«.

>m Auswärtigen Amt fand der Austausch der fikationsurkund« zu dem zwischen dem Deut- Reich und der Republik Estland am 10. Aug. r in Berlin unterzeichneten deutsch-estnischen kdsgerichts- und Dergleichsvertrag statt. Der rag wird am 1. Juli in Kraft treten.

teichskanzler a. D. Dr. Luther muroe gestern Varmal-Prozeh als Zeuge vernommen.

Sei der Nachwahl zum englischen Unterhaus Bezirk Bosworth haben die Liberalen einen I davon getragen.

Nev Äusammenbvntb « «binesisibe» Aovdavmee.

B e k i n g, 1. 3unL Der Rückzug der Rord- ieen über den Gelben Fluß dauert an. Die " kdeulruppen haben die große Brücke von esui gesprengt, um den Vormarsch Feng- i-ftangs zum Stehen zu bringen. In »engtschau sind chinesische Eisenbahnbeamte rtet worden. Der völlige Zusammenbruch Truppen Tschantsolins steht bevor. Man met mit der baldigen Einnahme Pekings

-â die Südkruppen. '

Nachdem auf dem chinesischen Kriegsschau- tz Mehrere Wochen lang eine auffallende geherrscht hatte, die die beiden Parteien hl zu einer Umgruppierung ihrer Streit- fte benutzt hüben,' kommt nun zu gleicher t aus Peking und Hankau die Nachricht von ex großen Schlacht, die mit einem entschei­den Siege der Südtruppen geendet hat, hdem mehrere Male vorher von großen Er­zen Tschangtsolins gemeldet war. Längere it war die Lage vollkommen ungeklärt, da n nicht wußte, ob Dchiang-Kai-schek, der hrer der Nankingarmee, sich gegen die Radi­en in Hankau oder aber gegen Tschangtsolin nden würde. Im Anfang schien es, als nn er sich an feinen früheren Freund, den f ;igen Führer der Feudalen, anschließen und lammen mit ihm gegen Hankau und gegen ,1 von Westen auf Peking vorgehenden christ- )en General Feng wenden würde. Nach und ch aber fiel der Schleier, man merkte nur genau, daß die Hankaudrmee völlig er- üttert war und daß es sich nicht mehr lohnte, gen diese Kräfte aufzuwenden, auch muß die rtscheidung zwischen dem Norden und Süden, h. zwischen den Feudalen und den Natio- Listen fallen. Dchiang-Kai-schek scheint sich r stark genug zu halten, diesen wichtigen chritt einzuleiten, und nach seinen früheren rfolgen auch mit Recht.

Denn er war, als die Kuomintang gegen n Norden vorging und schon im Sommer <26 den Jangtsekiang überschritten, ganz ent- )ieden die Persönlichkeit, die am meisten her­mtrat. Schon vor Beginn der kriegerischen ewegungen schaute ganz Südchina auf den ich jugendlichen General, der schon so oft Be­eise nicht nur feines persönlichen Heldenmutes nd seiner Tatkraft, sondern auch seines treff- chen Organisationstalentes gegeben hatte, der nach und nach mußte er einsehen, daß vor dem die extreme Linke der Kantonregierung M mit mißgünstigen Blicken ansah und daß or allem deren Anhänger, der General Teng» hengtsi alles in Bewegung setzte, um den von »her als sehr gemäßigt bekannten General )chiang-Kai-schek zu stürzen. Die Vorgänge in Schanghai gaben ihm endlich die gewünschte Gelegenheit. Dchiang-Kai-schek hatte in länge- en Kämpfen die Vortruvpen der Nordarmee inter Tschang Tschung Tschang aus Schanghai vertrieben und einen völligen Sieg errungen, ils die Konferenz der Nationalisten in Hankau tattfand und hauptsächlich auf den Vorschlag »es bolschewistischen Sendboten Borodin die Absetzung des siegreichen Feldherren beschloß. Über dieser war nicht geneigt, ohne Kampf eine Stellung aufzugeben und rückte mit fei­ten Truppen nach Nanking und bildete dort ine neue Regierung der Nationalisten mit ge­näßt gtem Einschlag. Der General war zu die- em sehr folgenschweren Schritte auch durch den Umstand veranlaßt worden, daß die Radikalen n Schanghai den Generalstreik angezettelt und versucht hatten, in den Fremdenniederlassungen

Lhamvevlain übev Aesvvte«.

London, 1. Juni. Im Unterhalts gab heute Cham­berlain eine Erklärung über den englisch-ägyp­tischen Konflikt ab, in der er u. a. ausführte, schon seit langem sei es das Ziel der ägyptischen Warfd- partei gewesen, das ägyptische Heer tatkräftiger zu gestalten und in eine den Interessen der Warfd- partei gefügige politische Waffe zu verwandeln. Da die Verteidigung des Suezkanals zu den lebens­wichtigen Interessen Englands gehört, dem außer­dem der Schutz der Ausländer in Aegypten aufer- legt sei, würden durch diese Pläne englische In­teressen unmittelbar berührt. Es könne nicht zuge­lassen werden, daß Englands Ausgabe in Aegypten durch die Anwesenheit einer bewaffneten Macht er­schwert werde, die unter Umständen eine feindselige Haltung einnehmen könnte. Es bestehe guter Grund zu der Annahme, daß das ägyptische Heer eine der­artige Rolle spielen könnte, wenn die umstürzle­rischen Einflüsse sich ungehemmt auswirken könn­ten. In der am Montag der ägyptischen Regierung überreichten Note sei dargelegt, daß in der gânzen Heeressrage Aegypten und Großbritannien gleich­mäßig interessiert sind und deshalb die Angelegen­heit auf dem Wege einer Vereinbarung zwischen beiden Regierungen geregelt werden müsse. Zur Aufnahme dahingehender Verhandlungen sei Eng­land bereit. Bis aber eine Vereinbarung zustande gekommen sei, müsse England auf der Aufrechter­haltung der derzeit bestehenden Garantien bestehen.

Im weiteren Verlauf seiner heutigen Rede er­klärte Chamberlain u. a. noch: Die Regierung hyt sich entschlossen, drei Kriegsschiffe nach Aegypten zu entsenden in der Annahme, daß ihre Anwesenheit eine beruhigende Wirkung auf jene aufrührerischen Elemente ausüben werde, die eine Hauptaefahr für das Leben und die Interessen der Ausländer bil» den. Besprechungen zwischen Lord Lloyd und der ägyptischen Regierung sind im Gange. Unter biejen Umstünden' scheint es mir nicht wünschenswert, irgend etwas zu meiner Erklärung hinzuzufügen.

Auf die Frage Kenworthys, weshalb es not­wendig sei, im gegenwärtigen Stadium der Lage drei Ueberdreadnoughts nach ägyptischen Häfen zu entsenden, erwiderte Chamberlain, er hoffe, daß ihre Anwesenheit widerwärtige Zwischenfälle verhindern werde, die nur verhängnisvoll auf Aegypten zu- rückwirken könnten.

Kairo, 1. Juni. (Reuter). Der Premierminister Sarwat Pascha, Hot seinen für heute erwarteten

Unruhen hervorzurufen. Um dem General Dchiang-Kai-schek bei den auswärtigen Mäch­ten Verlegenheiten zu bereiten, wurden die bekannten Vorgänge in Nanking von den Ra­dikalen inszeniert, doch geschah dies nur zu ihrem eigenen Schaden. Seither standen sich die beiden Flügel der Nationalisten noch unver­söhnlicher und gehässiger gegenüber als den Militaristen im Norden, zu deren Niederlage sie doch einst gemeinsam ausgezogen waren.

Es dauerte natürlich einige Zeit, bis Dchiang-Kai-schek den Vormarsch von Nanking antreten konnte, da er zunächst die Verpflegung bereitstellen und die Eisenbahn nach Kaiföng ausbessern mußte. Immer schien es, als wenn Tschangtsolin ihm gegenüber im Vorteil wäre, denn seine Truppen stehen nunmehr seit drei Jahren unter den Waffen und sollen auch in mancher Beziehung neuzeitlich ausgerüstet sein. Doch schnelles Vorgehen ist niemals die starke Seite der Südchinesen gewesen; so rückte die Avantgarde nur vorsichtig, gleichsam tastend nordwärts. Die Nordtruppen glaubten die Trennung der Avantgarde und des Gros, die durch das langsame Nachrücken des letzteren eingetreten war, benutzen zu können und grif­fen am 26. Mai in der Gegend von Hsuetschau, einem wichtigen Punkte an der Eisenbahn HankauPeking, an. Es gelang ihnen auch, in schnellem Ansturm einige Teile des Feindes zurückzuwerfen, doch waren die Erfolge der Nordarmee nicht von langer Dauer. Dchiang- Kai-schek trieb seine Hauptstreitkräfte nach Nor­den vor, lieh sie in der linken Flanke des Geg- dann s. Zt. zum überraschenden Angriff gegen Tschangtsolin vor. Dessen Truppen hatten in ners südöstl. der Stadt Hsuetschau vor und ging der Nacht zum Angriffstage die Nachriicht er­halten, daß der General Feng, der bekanntlich auf Peking vormarschierte, dieses Ziel aufge­geben und sich nadj der Provinz Honan ge- wandt habe, um in dre Entscheidungsschlacht ein- zugreifen. Ein Teil der Nordarmee ging, wie das in China ja so gebräuchlich ist, ohne wei­teres zu den Gegnern über, andere Regimenter gaben den Kampf auf unb zogen in ihre Hei­mat ab. An einem Tage war der Ruhm Tschangtsolins auch von Europäern verhältnis­mäßig hoch eingeschätzten Armee dahin. Zwar ist der Kampf noch nicht ganz entschieden, denn nach Nachrichten aus Peking wird noch immer auf dem historischen Boden der Provinz Honan,

Besuch beim britischen Residenten noch nicht abge­stattet. Am Nachmittag hatte er eine Besprechung über die Lage mit König Fuad. Angesichts der Hal- tung des Kabinetts ist nach britischer Ansicht Grund zu der Hoffnung gegeben, daß eine baldige Lösung der Schwierigkeiten erfolgen wird. Der Entwurf der Antwort der ägyptischen Regierung auf die britische Note ist fertig. Man erwartet, daß Sarwat Pascha Lord Lloyd noch heute abend die beabsichtigte Ant­wort mitteilen wird.

Englands Stellung ruv alban. Svase.

London, 1. Juni. Im Unterhaus gab Chamberlain auf eine Anfrage Ponsonbys die Erklärung ab, daß zwischen der britischen Regierung und Italien 'ein stillschweigendes oder offenes Einvernehmen be- tehe, italienische Ansprüche auf politischem, wirt- chaftlichem und diplomatischem Wege zu unterstützen, außer bei Vereinbarungen, über die dem Hause Do­kumente vorliegen. Auf eine weitere Anfrage des Arbeiterparteimitgliedes Mosley über die Zu- smnienkunft Mussolinis und Chamberlains in Livor, no antwortete Chamberlain, daß die albanische Frage bei dieser Gelegenheit vorübergehend erwähnt worden sei und Mussolini erklärt habe, daß die Poli­tik Italiens in keiner Weise die Integrität oder Un- abhängigkeit Albaniens kiedrohe. Er habe diese Er- klärvnq Mussolinis vollauf gebilligt. Die Frage Mos­leys, ob Chamberlain glaube, daß im Vertrag von Tirana diese Integrität gewahrt werde, lehnte Cham­berlain als Unangemessen ab und fügte hinzu, er habe vor der Unterzeichnung des Vertrages keine Kenntnis von seinen Bestimmungen gehabt.

Die SowSetvevtveittus vevlStzt London.

London, 1. Juni. Der stellvertretende Sowjet- geschäftsträger, Rosengolz, teilte in einem an Eham- berlaht gerichteten Schreiben mit, daß er und ein Teil seines Stabes Freitag den 3. Juni, vormittags 11 Uhr aus London abfahren werde. Der übrige Teil des Votschaftsperfonals werde sich gleichfalls auf dem russischen SchiffJoushar" einschiffen. Der Vorsitzende der Handelsdelegation, Khintschuk, und sein Stab würden ebenfalls Freitag vormittag ab- fahren.

wo schon so manche chinesische Entscheidungs­schlacht stattgefunden hat, von beiden Seiten mit großer Erbitterung gekämpft, aber über den Ausgang des schweren Ringens dürfte kein Zweifel mehr bestehen.

Die Zeitungen in Schanghai rechnen daher auch jetzt schon mit einem Rücktritt Tschangt­solins vom Oberkommando, als sein Nachfolger wird bereits General Jang Dju Ting genannt, der ein besonderer Freund Japans ist und sicherlich dort die nötige Unterstützung findet, den völligen Untergang des Nordens zu ver­meiden. Es fragt sich nun, was Dchiang-Kai- schek nach seinem völligen Siege tun und ob er seinen Erfolg in der gehörigen Weise aus­nutzen wird. Da General Feng ohne Schwierig­keiten die frühere Richtung auf Peking wieder .aufnehmen kann und Dchiang-Kai-schek auf dem Wege nach dort kein ernstlicher Widerstand entgegentreten wird, liegt das Schicksal der Hauptstadt in seiner Hand. Es ist jedoch sehr die Frage, ob die fremden Mächte, besonders Japan ihn nicht zum Halten zwingen werden, dieses Mal wird sicher die Regierung in Tokio sehr tatkräftig vorgehen, sie scheint diese Wen­dung der Ereignisse schon vorausgesehen zu haben, als sie vor einigen Wochen starke Land- und Seestreitkräfte nach Tientsin entsandte.

Dev âmvs gegen den ^vres.

Schlußsitzung des Velkverbandes der Völker­bundsligen.

Berlin, 1. Juni. Nachdem gestern der Weltver­band der Dölkerbundsligen bereits eine Ausschußent­schließung angenommen hatte, in der die Universali­tät des Völkerbundes als Ziel ausgestellt wird, wurde in der heutigen letzten Vollsitzung ein von der deutschen Delegation gestellter Antrag, der Kongreß möge den Wunsch aussprechen, daß Argentinien seine Arbeit tm Völkerbund wieder aufnehme, angenom­men. Weiter wurde eine Entschließung einstimmig angenommen, wonach der Völkerbund ersucht wird, Die Möglichkeit eines Kollektivvergleichsvertrages für alle Staat« zu prüfen. Die Mitglieder des Völkerbundes werden aufgefordert, einen allge­meinen Vertrag für das Verbot von Angriffskriegen, die Feststellung des Angreifers und die endgültige friedliche Regelung aller Streitigkeiten abzuschließen. Eine weitere Entschließung besagt, daß die Versamm­lung den größten Wert auf die Festsetzung einer Methode legt, weiche die Feststellung von angeblichen Verlegungen der Abrüstungsabkommen ermöglicht. Es wird der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß in dem Vertragsentwurf für die Erfüllung dieser Forderun­gen aeiorgt wird. Nachdem der deutsche Delegierte.

Graf M o n t g e l a s, und der österreichische Dele­gierte, Dr. Dumba, nachdrücklich betont hatten, daß der in Deutschland und Oesterreich durchgeführ­ten Abrüstung nun auch die Abrüstung der übrigen Länder folgen müsse, beschloß der Kongreß, die Aus­führungen der beiden Delegierten dem Protokoll ein- zuverlechen. Hierauf wurde die Entschließung ein- stimmig angenommen, ebenso eine Entschließung, in der der Wunsch ausgesprochen wird, daß in allen Gegenden der Well, wo Spannungen bestehen kön­nen, die Staaten nach dem Beispiel des Locarnover- träges untereinander Nichtanariffs- und Schiedsoer­träge unter der Kontrolle des Völkerbundes ab­schließen. Auch eine Entschließung, die eine Inter- vention auf dem Baltan festlegt, wurde einstimmig angenommen.

Eine Rede Dv. MirihS.

Koblenz, 1. Juni. In einer vom Reichsbamret einberufenen außerordentlich stark besuchten Ver­sammlung sprachen heute abend die Reichstaas- abgeordneten Sollmann unb Dr. Wirth. Sollmann betonte, daß der Weg zum sozialen Volks- ftaat über die Zusammenarbeit zwischen den Kräf­ten des Christentums und des Sozialismus führ« müsse.

Von stürmischem Beifall begrüßt nahm dann Reichskanzler a. D. Dr. Wirth das W«t und richtete an das Zentrum die Frager wie in Deutschland eine öffentliche poli tische Meinung aufkommen und wie in der Desi Hochachtung für das deutsche Volk Heranwachf« sollen, wenn wir in diesen Jahren seine klaren politischen Linien verfolgen. Ich kann, so sagt Dr. Wirth, nicht hin- und Herschwank« wie ein Bendel. Wir dürfen an einem nie rütteln lasten, an der großen politischen Linie, die der weg zur Freiheit des deutschen Volkes ist. wir sümpfen für die Richt­linien des Zmirums. Ich sann einer Re­gierung nichs geben, ich kann einer Keglernng bas Vertrauen nicht schen­ken, bei der R echtsreattionüre im Justiz- und Innenministerium fitzen. Früher habe ich für das Zentrum an den gefähr­lichsten Orten den Kampf führen müssen. Heute heißt es, der Mohr kann gehen, wenn es so ist. möge man mir es sagen, und wenn die Zentrums- Partei es nicht vertragen kann, daß ich die Reak­tion bekämpfe, wo ich sie antreffe, dann nehme ich Hut und Wander st ab und gehe da- hin wohin meine Pflicht mich ruft.

Die Rede löste nicht end« wollend« Beifall aus. Nach der Versammlung veranstaltete das Reichsbanner zu Ehr« Dr. Wirths einen Fack^zuA

Marx ist verstimmt.

Die Veröffmtlichung des Marx-Briefes an Dr. Wirth hat beim Kanzler Ueberrasthung und Miß­stimmung hervorgerufen. Me wir hör«, hat am Mittwoch nachmittag erst wieder eine Besprechung von Funkionären der Zentrumspartei stattgefund«, in der die Lage eingehend erörtert wurde. In den Kreis« bettachtet man Wirths Vorgehen mit Rube, da man nicht glaubt, daß er irg«d welche Erfolg« haben könne. Die Nachricht«, die aus d« Kreisen des Arbetterbeirats der Zentrumspartei aus dem westlich« Deutschland vorlieg«, lassen erkenn«, daß die katholische Arbeiter- und Angestelltenschaft nicht die ruhige Aufbau-Arbeit der Koalitionspar­teien hinsichtlich der sozial« Gesetzgebung stören will.

Dke mrvSuns desvvoieftes sesett die vofisebübvenevbShttns.

Eine Milderung des Entwurfes zu erwarten.

Der Arbeitsausschuß des Derwaltungsvats der Deutschen Reichspost nahm am Mittwoch feine Be­ratungen über die geplante Erhöhung der Post­gebühren wieder auf. Die Arbeiten schreiten lang- am vorwärts. Der Arbeitsausschuß hat fein Pen- sum in drei Abschnitte geteilt. Zunächst prüft er den Bedarf der Post. Dann untersucht er den Ka­pitalstatus, die Reserven und die Möglichkeit, den Fehlbetrag durch eine Anleihe zu decken. Erst nach Abschluß dieser Beratungen wird die Frage ge­prüft werden, in welchem Grade die Gebühren- erhöhungen vorbenommen werden sollen und wie hoch diese Gebühren anzusetzen sind. Man hofft, die erste Lesung ganz kurz von Pfingsten zu Ende bringen zu können. Die zweite Lesung soll etwa acht Tage später stattfinden. Im letzten Junidrittel endlich wird sich das Plenum des Verwaltungs­rats mit der Vorlage beschäftigen.

Welches Schicksal die Vorlage erleiden wird, läßt sich im Augenblick noch nicht übersehen. Wie bekannt, ist von allen Seiten ein derartig starker Protest gegen bie beabsichtigte Portoerhöhung laut geworden, daß man mit einer Abänderung des Entwurfes unbedingt rechnen muß. Voraussichtlich wird es lediglich bei der Erhöhung des Briefportos auf 15 Pfg. bleiben. Mit einer Zustimmung der Regierungsparteien zu die­ser Erhöhung ist zu rechnen. Dagegen dürfte es ausgeschlossen sein, daß die übrigen oorgeschlagenen Aenderungen der Gebührenordnung in Bausch unb Bogen angenommen werden. So dürfte vor allem eine weitere Belastung des Postscheckverkehrs ab­gelehnt werden. Ebenso ist es außerordentlich zweifelhaft, ob die einheitliche Druckjachengebuhr von 5 Pfg. angenommen wird, da gerade dura: liefe Erhöhung das Geschäftsleben außerordentlich tark belastet würde. Ferner dürfte der Vorschlag ;emacht werden, den sehr regen Päckchenverkeyr dadurch zu erleichtern, daß für den Versand von Päckchen bis zu einem gewissen Gewicht eine ge­sonderte Batettarte nerutnfli wird. Dadurch fall