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W. 426
Mittwoch
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D«s ÄSKâ.
— Dr. Wirth veröffentlicht das an ihn gerichtete reiben des Reichskanzlers Dr. Marx und seine viderung.
— Reichsaußenminister Dr. Stresemann hielt einem Bankett der Völkerbundsgesellschaften
> Rede über die Idee des Völkerfriedens.
— In Berliner' politischen Kreisen wird mit her Bestimmtheit erklärt, Reichswehrminister zler wolle zurücktreten.
— Der preußische Handelsminister vertritt die sicht, daß der gegenwärtige Zeitpunkt für eine »öhung der Postgebühren sehr ungünstig ist.
— In Bielitz in Oberschlesien haben polnische fständischen-Derbände bei einem Fest gehaust wie ndalen.
luslaubs GKwSerisSetteu in Aössvts«.
Die Verhältnisse in Aegypten spitzen sich eder einmal in englandfeindlichem Sinne zu. , scheint wieder eine Bewegung hochzukom- m, die England schon viel Sorge bereitet hat. r ägyptische Staatsmann und Parteiführer rghlul Pascha hat sich längere Zeit ruhig ver- ltèn. Man erinnert sich, daß er einmal im wdergrund stand, als er als ägyptischer Mini- rprästdent, getragen von einer überwältigèn- n Mehrheit, eine Reise nach London unter- chm, um dem damaligen englischen Minister- äsidenten, Ramsay Macdonald, dem Führer
h»™^i.nh n^ einbar sei mit der Unabhängigkeit Aegyptens, meu
damals und gipfeln auch heute in der die offiziellen Kreise darauf hin, daß man diese des Sudans ay Aegypten und Die These, wenn man sie anerkennen würde, mit demselben Recht auf alle anderen Gebiete der britischen
ückgflbe des Sudans an Aegypten und die urückziehung der englischen Truppen vom jyptischen Boden. Die Forderung der vollen yuoeränität Aegyptens richtet sich selbstver- tndlich auch gegen das Verbleiben des eng- -'chen Sirdars in seinem Amte als Oberbe- hlshaber aller, auch der ägyptischen Truppen uf ägyptischem Boden. Dieser Sirdar ist das iel besonders heftiger Angriffe. Bekanntlich t der Vorgänger des jetzigen Amtsinhabers
rmordet worden.
Das Doppelgesicht der englischen Politik rigt sich vielleicht nirgends so deutlich wie in legypten. Auch Mac Donald blieb ihm treu. :r täuschte damals sämtliche Hoffnungen der gyptischen Nationalisten und Zaghlul Pascha tutete unverrichteter Dinge wieder abziehen, heil Mac Donald die englischen Interessen in Aegypten genau so rückhaltslos vertrat wie die nglischen Konservativen. Die Anhänger Zagh- ul Paschas erfochten zwar bei den ägyptischen Neuwahlen einen überwältigenden Sieg, aber Zaghlul mußte von der politischen Bühne ab- reten, weil unter dem Druck der englischen Militärmacht seine politische Stellung unhaltbar war. Aegypten hatte zwar an Stelle des türkischen Khediven einen angeblich unabhängigen König erhalten, es hatte auch ein Parlament mit demokratischem Wahlrecht. Trotzdem aber konnte der König nur ein Kabinett berufen, das den Engländern zu Gefallen war. Selbstverständlich hat die ägyptische Freiheitsbewegung sich bei diesem Zustand nicht beruhigt, sondern im Stillen gearbeitet. Sie gärt, wie es scheint, heute heftiger denn je, so daß England sich veranlaßt gesehen hat, drei Kriegsschiffe von Malta in die ägyptischen Ge- wüster zu entsenden. Es ist die Rede von ungestümen Forderungen des ägyptischen Parla- mentes. Der britische Oberkommandierende soll beseitigt und die Leitung des Heeres in die Hände eines ägyptischen Befehlshabers gelegt werden. England wird sich an diese Forderungen diesmal ganz gewiß ebensowenig kehren wie früher und es ist anzunehmen, daß die drohende Sprache seiner Machtmittel sich als stärker erweisen wird, als alle Reden des ägyptischen Parlaments.
Die «,siu»e Hole au aeeWett.
In der Umgebung von Whitehall erklärt man, daß die englische Note an die ägyptische Regierung in sehr freundschaftlichem, aber festem Tone gehal. ten sei. Sie enthülle keine Drohung, gebe aber klar zu verstehen, daß England die Vorschläge Hinsicht- lich der militärischen Organisation Aegyptens nicht übernehmen könne. Ferner betone die Note die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit zwischen Großbritannien und Aegypten, um eine wirksame Verteidigung Aegyptens zu gewährleisten, und er. klärt, bi? Entsendung der drei -nglischen Kreuzer in die ägyptischen Gewässer sei nicht als ein Ein- schüchterungsoersuch zu betrachten, sondern als eine Vorsichtsmaßnahme für den Fall plötzlich eintreten, der ernster Zwischenfälle. — Gegenüber dem Stand« punkt Der chgypüschey Extremistin, daß di» eng-
Der Briet Marx an Wirth
Dr. Wirth veröffentlicht in seiner Zeitschrift „Deutsche Republik" einen Brief, den er von dem Vorsitzenden der Zentrumspartei, Reichskanzler Dr. Marr, in Sachen der am 15. Mai ds. 3s. auf der Reichsbannerversammlung in Königsberg gehaltenen Rede bekommen hat. In diesem Schreiben wird erwähnt, daß von Mitgliedern der Deutsch- nationalen Partei Beschwerde gegen die Ausführungen Wirths erhoben worden ist. Weiter wird ausgeführt: Es geht nicht an, daß ein hervorragendes Mitglied der Partei Angehörigen einer anderen mit der Zentrumspartei in Koalition befindlichen Partei den Vorwurf einer Gesinnungslumperei macht. Ganz unbegreiflich ist es, wenn Sie die Aufforderung an die Versammlung gerichtet hätten, die nicht republikanische Regierung im Reiche mög-
einen unerhörten Angriff gegen die Regierung, die wirklich noch nicht im geringsten etwas getan hat, was den Vorwurf rechtfertigen könnte, sie verhalte sich feindlich gegen die bestehende Staatsform der Republik. Die Bemerkung ist aber vom Standpunkt des Zentrums aus unerträglich, weil das Zentrum, nachdem die Sozialdemokratische Partei die Bildung einer Regierung mit ihr unmöglich gemacht hatte, die jetzt im Amt befindliche Reichsregierung aus wohlerwogenen staatserhaltenden Gründen mit geschaffen hat. Das Schreiben erbittet Mitteilung darüber, ob die erwähnten Ausführungen tatsächlich gemacht worden sind. Es erklärt im Falle der Bejahung, daß der Vorsitzende im Interesse des Ansehens und der würde der Zentrumspartei sich ge-
lische Kontrolle über das ä<
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Kontrolle in Aegypten anwenden könnte. England werde niemals den ägyptischen Drohungen nachgeben und der Posten des Sirdars werde weiterhin durch einen englischen Offizier besetzt werden, der wie bisher einen Sitz im obersten Kriegsrat und die Vollmachten eines Generalinspekteurs haben werde. Die Zahl der gegenwärtig in Aegypten befindlichen englischen Soldaten wird mit 7000 angegeben.
Kairo, 31. Mai. Das Kabinett trat heute vormittag zusammen, um die britische Note zu erörtern. König Fuad hat feine für Donnerstag beabsichtigte Reise nach Alexandrien auf unbestimmte Zeit verschoben. General Haking ist nach England abgefahren und hat General Strickland den Befehl über die britischen Truppen in Aegypten übergeben.
Stutzlanddebatie im Sbevbaus.
London. 31. Mai. Im Oberhaus eröffnete Lord Parmoor eine Debatte über Ruhland. Er betonte, daß man auch die Erklärungen der Russen hätte anhören und erwägen müssen. Der Abbruch der Beziehungen sei eine zwecklose Geste, wenn darauf nicht eine praktische Aktion folge. Die einzige Aussicht auf Stabilisierung des Friedens fei, daß England feinen gesamten Einfluß aufbietet, um Rußland innerhalb des Einflusses der freundschaft- lichen Atmosphäre des Völkerbundes. zu bringen. Lord Balfour, der für die Regierung erwiderte, erklärte, er fei bestrebt gewesen, die Beziehungen nicht abzubrechen, bis eine Duldsamkeit vollkommen unmöglich geworden sei. Er bedauere den Abbruch der diplomatischen Beziehungen, aber eine Diplomatie, die in nichts anderem bestehe, als falsche Versprechungen zu machen, sei eine Diplomatie, die zu nichts gutem führen könne. Die russische Regierung habe alles getan, um die Unruhen in China zu vermehren, weil sie glaube, daß sie durch China Großbritannien schlagen könne. Großbritannien habe die Sowjetregierung nicht provoziert Die Herausforderung sei von feiten der Sow. jetregierung gegenüber Großbrckannien ausgegl gen. Der Handel mit Rußland brauche, soweit England in Bettacht komme durch das Geschehens nicht unterbrochen zu werden. Was die möglichen internationalen Wrrkungen der diplomatischen Aktion betreffe, so habe der Schritt, soweit er beobachten könne, keinerlei schÄiliche Folgen hervorgerufen. Der liberale Lord Reading erklärte: Es würde politisch klüger gewesen sein, die Leute, die an der Propaganda teilgenommen haben, aus dem Lande zu weisen, der Handelsdelegatton ihre Vorrechte zu nehmen oder irgendeinen anderen Schritt zu tun.
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Die 3bw des OHlkevfvZederrs.
Sine Rede Stresemann» bei der Völkerbuudsliga.
Berlin, 81. Mai. Die Deutsche Liga für den Völkerbund veranstaltete heute abend ‘m Esylanado anläßlich der 11. Tagung des Kongresses der Böl- kerbundsgesellschaften ein Bankett, bas noch ein- mal die Delegierten in ihrer Gesamchest versam- melle. Unter den Erschienenen sah man den Reich«, minister Dr. Stresemann und eine große SLua'bl von Gästen, unter ihnen den ehemaligen Reich«-- minister des Innern Dr. Külz und zahlreiche Palamentarier.
Zunächst begrüßte der Führer der deutschen Delegation, Graf Bernstorsi, die Erschienenen wobei er insbesondere darauf hmwies, daß im Dâufe der letzten Tagung viel von Locarno big Red« gs-
nötigt sehen mürbe, die Ihm erforderlich erscheinenden Maßnahmen zu treffen, falls Dr. Wirth mcht die Schritte tut, die sich in einem solchen Fall von
selbst verstehen. . ~
Dr. Wirth erklärt in einer Bemerkung zu diesem Schreiben. Er könne in dem angeblichen Wortlaut seiner Aussührungen, den er weder an- sicht noch zugibt, nur etwas politisch zulässiges sehen, wenn man, wie er im vorliegenden Falle, zu einet Regierung in Opposition stehe, so sei es selbsiver- - ...... ^ ' - '------- möglichst rasch so schließt Dr. die kommenden
fländlich, daß man diese Regierung gestürzt sehen wolle. Ich werde, Wirth, schon jetzt alles tun, um für Reichstagswahlen die Republikaner zu wecken.
Das ansebUGe renivumSvavtLk- ssvicht.
Berlin, 31 Mai. Offiziell wird von der Zentrumspartei folgendes mitgeteilt: Die Presse berich. tet, daß in dieser Woche eine Sitzung des Reicks- Parteivorstandes einberufen worden sei, in welcher über Herrn Reichskanzler a. D. Dr. Wirth ein „Parteigericht" abgehalten werden soll. Es ist Tatsache, daß eine Sitzung des Reichsparteivorstandes stattfinden wird; die Einberufung der Sitzung ist nicht durch die Erörterungen über die Königsberger Rede des Herrn Dr. Wirth, sondern durch laufende Angelegenheiten der Partei veranlaßt worden. Die Angelegenheit selbst steht nicht auf der Tagesordnung. Laut „B. T." soll die Dorstandssitzung am Freitag stattfinden.
wesen sei, und daß es deshalb allgemein begrüßt würde, wenn er jetzt den Minister bitte, das Wort zu ergreifen, der die Initiative von Locarno unternommen habe.
Hierauf ergriff Reichsaußenminister D r. Stresemann das Wort. Er dankte für die Begrüßung und überbrachte den Dank des Reichspräsidenten für das Begrüßungstelegramm des Kongresses, das der Reichspräsident mit besonders starkem Interests entgegengenommen habe. Der Minister gab sodann seiner Freude und Genugtung darüber Aus- druck, daß der Weltverband der Völkerbunds- gesellschaften Berlin als Tagungsort gewähll Habs. Er sei überzeugt, daß die Delegierten hier Gelegen- heit gefunden hätten, um über die Einstellung der deutschen Oeffentlichkeit zu den Arbeiten des Völkerbundes sich zu unterrichten. Die große Mehrzahl der führenden Männer Deutschlands fei aufrichtig gewillt, an der Aufgabe des Völkerbundes mckzu- arbeiten. Der Weg habe von der Ablehnung zur Skepsis, und von der Skepsis zum Vertrauen geführt. Freuen wir uns, daß Deutschland den Weg zum Völkerbund und der Völkerbund den Weg zu Deutschland gefunden hat.
Für Jeden, der beim Empfang der deutschen Delegation in der Völkerbundsversammlung in Genf zugegen war, wird dieser Augenblick unser- geßlich bleiben. Es hieße an der Wirksamkeit mensch- licher Ideale verzweifeln, daß solche Ereignisse nicht entscheidende Wirkungen auf die Beziehungen zwischen den Völkern haben sollten. Er erblicke die Hauptbedeutung des Völkerbundes in dem psychologischen Wert der persönlichen Fühlungnahme der leckenden Staatsmänner. Man dürfe nie vergeßen, welche Wirkungen von der Persönlichkeit, von dem Menschen als Träger der 9bee ausgehe. Jeder aber, der für eine Idee kämpfe, brauche Menschen, die zusammen mit ihm diese Idee weckertragen. Diese geistige Armeq des Völkersriedens sei der WeltvÄ:band der Völkerbundsgesellschaften. Wenn es bisher leider nicht möglich gewesen sei, die Abrüstung der Waffen durchzuführen, so müsse umso mehr die Aufrüstung des Geistes und der Idee betrieben werden. Das Ergebnis der gegenwärtigen Tagung sei eine Etappe in dem Gesamtwirken des Verbandes für diese Idee.
Der Reichsminister schloß mit dem Wunsche, daß das Gesamtwirken des Verbandes in Verbindung mit den Arbeiten des Völkerbundes selbst den Völkern das gebe, wonach sie alle verlangen: Friede und Verständigung. Dies feien die Voraussetzungen für den geistigen und wirtschaftlichen Fortschritt eines jeden Volkes.
Nach der Rede Dr. Stresemanns dankte Prof. A u l a r d dem Vorsitzenden des Gesamtverbandes der Liga, der deutschen Liga und ihrem Vorsitzenden, Graf Bernstorff, für die vortreffliche Vorbereitung und Anordnung der Tagung.
Lady G l a d st o n e als Sprecherin für die englische Liga hob den insularen Geist hervor, der nicht nur, wie früher, den Engländern vorgeworfen wurde, in ihrer Heimat, sondern in jeder einzelnen Nation geherrscht habe, bevor regelmäßige Zu. fammentünfte nach dem Beisviel der gegenwärtigen Ta^un^ existierten. Sie schloß mit einem form- schonen und lebhaft aplaudierten Appell an die edlen En Windungen der Menschheit als Träger der großen ^Entwicklung. Als dritter Redner sprach Theodor Warburg für die amerikanische Liga.
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Berlin. Ji Mat. Bereits vor nnige 3dt, â b<--aUf i M-' kâ daß man in politiiche^ ßbu mH eine n »»ack.-M Mier» Hz rbfehb^ bett
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rechnet. Es wurde auch der volksparteiliche Abgeordnete Admiral Vrünninghans als Nachfolger genannt. Nun wird in politischen Kreisen erneut und zwar diesmal mit großer Bestimmtheit erklärt, der Kelchswehrminister Geßler wolle zurücktreten. Dagegen scheint es, als ob die Kandidatur Brünninghaus nicht mehr aufrechterhallen wird. Es scheint an entscheidenden Stellen die Absicht zu bestehen, keinen früheren Militär zum Reichswehrminisler zu machen. 3m übrigen kann man annehmen, daß bei einem tatsächlichen Rücktritt Geßlers die Deutsche Volksparlei aus das Reichsweyrministerium An sprach erheben wird.
Krndettbttvsierge dev Lovdmavè.
Flensburg, 31. Mai. RLichspräsident v. Hürden- bürg, der gestern abend an Bord des Linienschiffes „Schlesien^ von Kiel abgefahren war, traf heute früh in Mürwik ein, wo er in der Marineschule an einer Gedächtnisfeier der Skagerrakschlacht tetl- nahm und im Anschluß daran einen Kranz niederlegte. Um ^ll Uhr erfolgte die Weiterfahrt nach Flensburg. Hier war aus der ganzen Umgebung, vor allem auch aus dem abgetretenen Gebiet, zahlreiches Publikum eingeftrömt. Um 11X Uhr erfolgte die Ankunft des Reichspräsidenten vor dem Rachaus. In den Zufahrtsstraßen bildeten Schulen, Krieger- und Milttärvereins Spaller. Im Rat- Haussaal sand sodann ein Empfang statt, wobei Oberbürgermeister Dr. Tadsen den Reichspräsidenten an der Nordgrenze des Deutschen Reiches herzlich willkommen hieß. Er wies darauf hin, daß auf den Abfttmmungskampf 1920 ein noch immer anhaltender Kampf kultureller Art gefolgt fei, wobei die dänischen Bestrebungen von der Opferwilligkeck weitester dänischer Kreise gestützt würden. Die Grenzmarkbevölkerung bedürfte deshalb des Rückhaltes am deutschen Volk und her tatkräftigen Hilfe von Reick und Staat gegen kulturelle Verluste und zuw Wiederaufbau des Wirtschaftslebens.
Der Reichspräsident gab in seiner Erwiderung seiner Freude Ausdruck, in der Nordmark zu weilen, im äußersten Randgebiet unseres Vaterlandes, das, so weit es auch räumlich von der Mitte Deutsd)lanbs entfernt liege, immer dem Herzen und der Seele aller Deutschen besonders nahe gewesen sei. Der Reichspräsident erinnerte daran, daß das gewaltige Treubekenntnis bei der Abstimmung 1920 ein Lichtblick und die seelische Kraft der Nordmark im Drangsal der damaligen Zeck für viele Deutsche Stärkung und Beispiel gewesen sei. Die tatkräftig« HUfe von Reich und Staat für das Grenzgebiet werde der Bevölkerung auch in der Zukunft nichs fehlen. Der Reichspräsident gab zum Schluß dem Vertrauen Ausdruck, daß Nordschleswig und in ihm die Stadt Flensburg in eine Bahn ruhiger und kraftvoller Weiterentvttcklung eintteten werde.
Hierauf wurde eine Rundfahrt durch dis Stadt unternommen. Auf der Höhe vor Jnsburg nahm der Reichspräsident einen Vorbeimarsch der Reiter- vereine des Kreises Flensburg entgegen. Nach einem Frühstück in der Neuen Harmonie machte der Reichspräsident eine Fahrt durch die Umgebung und nach der Grenze, worauf die Weiterreise nach Schleswig angetreten wurde. Die Bevölkerung jubelte dem Reichspräsidenten überall begeistert zu. Gegen 4^ Uhr traf der Reichspräsident im Auto in Schleswig ein, wo er auf Annettenhöhe beim Grafen Brockdorff-Rantzau Wohnung nahm.
Die RerchSdreuttftvafovdstuns.
Berlin, 31. Mai. Der Reichstagsausschuß für Beamte nangelegenheiten setzte die dritte Lesung des Entwurfs einer Reichsdienssttraf- ordnung fort. Der Ausschuß stimmte ohne wesentliche sachliche Aenderung den Besttmmungen über die Anwesenheit des Beschuldigten, über die Oeffentlichkeit des Verfahrens und über die Sitzungspolizei zu. Für den Gang der Hauptverhandlung wurde beschlossen, daß die Paragraphen 224 und 225 der Strafprozeßordnung, die die Benachrichtigung der Beteiligten usw. umfassen, entsprechend gelten sollen. In dem Teil, der sich mit der „Beratung und Abstimmung" beschäftigte, wurde die Bestimmung eingefügt, daß die Beisitzer nach ihrem Dienstalter in der Reichsdienststrafkammer, bei gleichem Dienstalter nach dem Lebensalter stimmen; der jüngere stimmt vor dem älteren. Die Beisitzer aus dem Beamtenstand stimmen vor den richterlichen Beisitzern, der Berichterstatter stimmt zuerst, der Vorsitzende zuletzt. Die Mitglieder der Reichsdienststraskammer sind verpflichtet, über den Hergang bei der Beratung und Abstimmunc Stillschweigen zu beobachten. Die Weiterberatunx wurde dann auf Mittwoch vertagt.
Dev vveuH. LKaudelsmkEev segen dreNoftsebübvenevhHhnns
Berlin, 31. Mai. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst auf Grund der Antwort des preußischen Handclsmrnisters auf eine Anfrage einiger Lano- tagsabgeordneter mitteilt, ist die Staatsregierung der Ansicht, daß der gegenwärtige Zeitpunkt für eine Erhöhung der Postgebühren sehr ungünstig ist. ine Entscheidung über die Erhöhung der Postgebühren Kt nach dem Reichspostfinanzgesetz in erster Linie
i bei der Deutschen Reichspost bestehenden Verwaltungsrate zu, auf dessen Entscheidung Preußen nur einen beschränkten Einfluß hat. Die Staatsre- gierung wird jedoch nach Möglichkeck daraus ym- virkey, daß zur Zeit von einer Gebuhrenerhoyung Abstano genommen wird,