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irschetat täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben «lonat RM. 1. -, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trâgerlohn / Einzelnummer 10, Freitag 15, Samstag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Sreite R-Psg^ im Reklameteil von 68 mm Sreite 25 R-Pfg. / Offertengebühr so R»pfg.
tr. 124
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Das Steteste«
— Die russische Antwort, auf Englands Note ist cent veröffentlicht worden.
Der Reichspräsident weilte gestern in Hamburg
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— Der amerikanische Flieger Linib r^h ist gestern, i örüffèl kommend, in Croydon eingetroffen.
— Am Samstag fanden aus Anlaß der Taguyg DölkerbundSgesellschaften im Berliner RathauS und Dr. Stresemann Emplänge statt.
— DaS persische Kabinett ist zurückgetreten.
— Wie der „Exchange Telegraph" aus Colum- X (Missouri) meldet, wurden die Ortschaften rllaville, Pates, Sturgeon und Salisbury von rem Wiroelfturm Hermgejucht. Da sämtliche tlëgraphen-^ und Telephonverbindungen unter- ochen seien, lägen Einzelheiten noch nicht vor, »och sei bisher bekannt geworden, daß in Pates er Einwohner getötet worden seien.
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rtuKe«ko«Mkt und Wett- wWtWÄf <♦
Die enge Verflechtung von Wirtschaft und olitik und insbesondere der innige Zusammen- 5' ischen Polllik und Wirtschaft, in Ruß- nd wftd die - Auswirkungen des Abbruches :r Beziehungen zwischen England und Ruß- nd zunächst auf dem Kampffelde der Wirthen. Andererseits bewirkt rrflechtung der Wirtschaft eines Wirtschaften aller Länder, daß
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Haft erscheinen lasse
3er die enge Verflechtung der Wirtschaft eines andes mit den Wirtschaften aller Länder, daß rr Abbruch der Handelsbèzieüungeuzwischen ngland und Rußland zu einem Weltwrrt- haftsproblem ersten Ranges geworden ist In llen Handelsministerien, in den führenden iänk- und Jndustriekpeisen aller Länder wer- en die Auswirkungeft des Konfliktes aufs leb- aftefte erörtert, und man versucht an Hand es oorliegende.n Zahlenmaterials und der in en Russengeschäften gemachten Erfahrungen ine Lösung der verwickelten Verhältnisse zu .nden. Soviel steht jedenfalls schon fest, daß iußland in weit größerem Maße in seinen -andelsheziehungen auf England angewiesen st, als umgekehrt. Aber anderersells beweist die ♦tebe Baldwins, daß man auch in England ächt daran denken kann, alle Handelsgeschäfte nit Rußland mit einem Schlage radikal zu un- erhinben. Wenn nun Rußland viel brüsker als
Warum «Statt
Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ✓ Lei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Sezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. / Für Platzvorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet./Geschäftsstelle: Hammerstr. 9 / Fernspr. 3956,3951,3958
bett 30» Mai
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Die Antwortnote L ^ruMchen Resisrnug.
Moskau, 29. Mai. Zu Beantwortung der dem Sowjetgeschäftsträger R o s e n g o l; zugeslellten britischen Rote, worin die Aufhebung des Handels- abkommens von 1921 und der Abbruch der diplomatischen Beziehungen zur Sowjetunion milgeteilt wurde, ließ ine Sowjetregiernng dem britischen Geschäftsträger Peters eine Role überreichen, in der es heißt: Der Abbruch der Beziehungen mit der Sowjetunion ist durch die ganze Politik der jetzigen britischen konservativen Regierung vorbereitet worden, die alle Anträge der Sowjetregierung aus eine Regelung der gegenseitigen Beziehungen durch Verhandlungen ableh weist alle Beschul Abkommen von 1921 v
Verhandlungen a b l e h u l e. Die Sowjetregierung weist alle Beschuldigungen, daß sie das Abkommen oop 1921 verletzt hatte, a l s vollkommen unbegründet zurück. Vie 6t- gebnislofigkeil der Durchfu chu n g der Handelsdelegation ist der beredteste Beweis für die Loyalität der offiziellen Agenten der Sowjetunion. Der Hauptgrund für den Bruch ist das Fiasko der Politik der konservativen Regierung in LH ina und der Versuch, dieses Fiasko durch
eine Diversion gegenüber der Sowjetunion zu verschleiern. Die britische Regierung zieht norma- len Beziehungen zu Rußland das System der Gewalttätigkeit und der Feindschaft vor. Die Sowjet- regierung ist aber überzeugt, daß die Zeit nahe ist, wo das britische Volk die Möglichkeit finden wird, sein Streben nach Frieden und Wiederherstellung der normalen freundschaftlichen Bezwungen zu den Völkern der Sowjetunion unbehindert zu verwirklichn.
Deutitbe ÄufenthattS- ss«Lvr»rsu«s ffe LVnvsuov GowSsweamSe.
Berlin, 29. Mai. Wie das „Berliner Tagebl." hört, ist an die Reichsregierung die Anfrage gerichtet worden, ob sie nicht gegebenenfalls einer b e - schränkten Anzahl von -Angestellten der russischen Handelsvertretung in London und der Arcos für etwa vier
bis sechs Wochen die Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland geben würde, damit von hier aus die laufenden englischen Geschäfte von den Ruffen abgewickelt werden können. Die deutsche Regierung hat die Anfrage in bejahendem Sinne beantwortet. Es ist aber bisher noch nicht der formelle Antrag auf Erteilung des Einreisevisums gestellt worden.
In Berliner amtlichen Kreisen herrscht immer noch die Ansicht, daß der Konflikt sich nicht auf andere Staaten ausdehnen wird. Die von Rußland verbreiteten Gerüchte über aktive Angriffsabsichten Rmäniens und Polens werden für propagandistische Meldungen der Moskauer Regierung gehalten. Aehnlich zu bewerten sind die gleichfalls aus, russischer Quelle stammenden Nachrichten, wonach jetzt umfangreiche Aufträge an Deutschland, Italien und Frankreich gegeben werden sollen. In wirtschaftlichen Kreisen betrachtet man diese Nachrichten mit recht großer Skepsis, zumal auch die russisch-englischen Wirtschaftsbeziehungen in Wahrheit keinen allzu großen Umfang gehabt haben und vor allem Deutschland nicht in der Lage ist, die Einfuhrwaren zu liefern, die Rußland bisher von England bezogen hat.
Stbavfe Kontrolle troff« Slsente« drrveh Amerika.
Washington, 28. Mai, Im Staatsdepartement erklärt man, daß die amerikanische Regierung nicht beabsichtige, nach dem Beispiel der englischen Regierung am Sitze der sowjetruststchen Organisationen in Washington und Nëw Park Hausdurchsuchungen vorzunehmen. Sie werde aber die sowiotrusjijchen Agenten, bereit Namen die amerikanische Regierung übrigens genau kenne, noch genauer überwachen wie bisher. Der Vizepräsident' des amerikanischen Arbeitbundes, Well, hat in einer Rede in Washington erklärt, daß die Enthüllungen der englischen Regierung über die aufrührerische Tätigkeit der Sow- setagenten in Nord- und Südamerika durch Dokumente bestätigt seien, die der ArbeitÄmnd besitze.
LVeUvevband tmh VSlkevbtmd^ «gen.
Berlin, 29. Mai. Aus Anlaß der 11 Lollver- sammlung des Weltverbandes der Völkerbunds- gesellschaften veranstalteten der Magistrat und die Stadtverordneten von Berlin gestern mittag im festlich geschmückten Rathaussaale einen Empfang, an dem sämtliche Delegierten teilnahmen. Ferner befanden sich unter den Gästen der Untergenerälsekre- tär des Völkerbunds Dufour-Fèronce, der Leiter der Kulturabteilung des auswärtigen Amtes» Gesandter Freytag, Ministerialdirektor Zech- l i n, sowie Geheimrat v. Bülow, und eine weitere Reihe von Herren des Auswärtigen amtes. Das diplomatische Korps war fast vollzählig erschienen. Auch eine große Anzahl von Parlamentariern nahm an der Veranstaltung teil. Nach einem muffe» kalischen Dortrag begrüßte Bürgermeister Scholtz die Erschienenen mit einer Ansprache, die von seinem Schwiegersohn, Oberstudienrat Dr. Müllev- Lichterfelde, musterhaft ins Französische mb ins Englische übertragen wurde. Bürgermeister Scholtz führte u. a. aus:
„Die Stadt Berlin begeht diesen Tag mit ban feierlichen Gefühl, daß zum ersten Mal nach schwerstem Erleben aus allen Ländern der Welt Männ« und Frauen sich im Berliner Rathaus versammel», welche sich zu dem großen Gedanken des Völkerbu» des bekennen. Der Bund der Völker wird
en auf dem Vertrauen, jetzige Seneration und Jugend der Völker do< Volk zu Volk künftig begegnet. Die jungn Diermillionen-Stadt des neuen Berlin, aus schwer«? Not auferstehend und erfüllt von Hoffnung auf bei* Dölkerfrieden, glaubt Ihnen keinen besseren Glückwunsch zum heutigen Tage entbieten zu könne» als den: Möge Ihnen aus der heutigen und ko»» fit in Ihrem Ringen um die Völkerbund- che Bundesgenossen werden! Darauf ein Glas, daß man sich finde i»
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Seifte des Völkerbundes, von der Arbeit des Weltverbandes geführt- H a »id in Hand in dem großen Gedanke»^ Weltfrieden! Weltarbeitk Glück bef Menschheit!"
Hierauf ergriff Professor Aulard, der Präsident des Weltoerbandes der VölkerbundsgefeÜfchaste^
Lngland das Aufhören jeglicher Geschäftsbegehungen ankündigt, so geschieht das in der öauptiache aus innerpolitischer Opportunität. Gleichzeilig weiß man an leitender Stelle nur zu genau, daß der Verlust des englischen Marktes insbesondere das Versiegen der englischen Kreditquellen die Sowjetwirtschaft auf Jahre zurückwerfen oder ihr vielleicht sogar einen Stoß versetzen würde, von dem sie sich nicht zu leicht erholen könnte. Bei nüchterner Ueber- legung und Abwägung der beiderseitigen Interessen muß man also zu dem Ergebnis kommen, daß zwar die Handelsbeziehungen er= heblich kühler sich gestalten und besonders in der ersten Zell nach dem Bruch fast völlig ein- schlafen werden, daß aber die Wirtschaftslogik, unterstützt durch die Arbeitslosigkell in beiden Ländern, eine allmähliche Anbahnung des Geschäftes erfordern wird.
England steht unter allen Völkern, mit denen Rußland Handel treibt, der Handelskapa- zität nach an erster Stelle. Besonders im letzten Halbjahre gestalteten sich trotz oder gerade wegen der politischen Spannung die Beziehungen noch weit intensiver. Dies mag paradox klingen, aber ist aus der eigenartigen Stellung, die die russische Wirtschaft als Instrument des Staates besitzt, zu verstehen. Je mehr sich der englisch-russische Konflikt zu spitzte und bedroh- llche Formen annahm, um so mehr wollten die Russen durch die Intensivierung des mit ihrem politischen Gegner diesem entschei- dende Handlungen möglichst schwer machen. Man kann nicht sagen, daß diese Politik ganz ohne Erfolg war: denn in der City und in eng= lischen Industriekreisen herrschen starke Strömungen, die auf die schwerwiegenden wirt- schafttichen Folgen des Abbruches hinweisen.
Was setzt England im Rußlandgeschäft aufs Spiel und was verliert Rußland an England? Der Gesamtbetrag des russisch-englischen Handels betrug im Jahre 1925/26 42,4 Millionen Pfund Sterling, wobei 22 Millionen auf die Einfuhr russischer Waren entfallen. Ist auch die Handelsbilanz Englands mit Rußland passiv, so ist doch die Zahlungsbilanz aktiv, da zirka fünf Millionen Pfund aus Einnahmen aus Versicherungen und dem Transportwesen hin-
weise in der Hauptsache Rohstoffe und landwirtschaftliche Güter aus, während England Jndustrieprodukte lieferte. Eine Sonderstellung nimmt das russische Naphta ein, das in stark steigendem Maße auf dem englischen Markte Einlaß fand. So konnte die Llusfuyr russischer Naphta-Produkte nach England in einem Jahre um 39,4 Prozent gesteigert werden. Außerdem beteiligte sich auch die Standard Oil mit einem Betrage von 6 Millionen Rubel an dem Ausbau und an der Modernisierung der Bakumer Erdölvorkommen. In dem Mittelpunkt der Diskussion steht außerdem der 100 Millionen Rubel-Kredit, der von der Midland-Bank in Genf den Russen eingeräumt wurde. Dieser Vertrag fand angesichts der politischen Vorkommnisse schärfste Kriftk, aber, wie es sich jetzt herausstellt, enthält das Kreditabkommen derartige Schutzklauseln auf englischer Seite, daß die Bank mit Hilfe des Prüfungsrechtes praktisch die Kreditierung hintan hallen kann. Trotzdem wird die englische Maschinenindustrie, der die auf Grund des Kredit-Vertrages abgeschlossenen Geschäfte hauptsächlich zugute gekommen wären, wenigstens auf eine teilweise Durchführung der Geschäfte dringen. Auch ist nicht anzunehmen, daß z. B. die Vorverhandlungen mit dem russischen Textiltrust über Lieferung von englischen Textilmaschinen im Werte von 25 Millionen Rubel und die Ver-
besonders geeignet sind, kann nicht geleugnet werden. Und es ist durchaus möglich, daß infolge der Kreditsperre Englands das Kapital den Umwèg über Deutschland sucht.
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zukommen. Was die Art der ausgetaufchten Güter betrifft jo führte Rußland natürlicher.
Handlungen über Lieferungen von Bohrwerk- mäfchinen für die Raphta-Jndustrie in Höhe von 20 Millionen Rubel einfach ohne jede Hoff- ig auf eine spätere Wiederaufnahme der Handlungen abgebrochen werden.
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Deryandlungen abgebrochen werden.
Welche Auswirkungen werden nun voraussichtlich infolge des englisch-russischen Konfliktes für die deutsch-russischen Handelsbeziehungen zu erwarten fern? Bei allem muß gesagt werden, daß infolge ^r schwierigen politischen Situation, in der sich Deutschland befindet, übereilte Schlüsse, vielleicht auch Hoffnungen, durchaus nicht am Platze sind. Und dann darf im Wirtschaftsverkehr mit Rußland nie außer Acht gelaßen werden, daß Geschäfte mit Rußland ganz aus dem Rahmen der sonstigen Exportgeschäfte fallen, daß nach Rußland importieren heißt bei einem immer noch großen Risiko Kredite in einem Ausmaße und für eine Zeit zu geben, wie sie sonst von keinem Volke der Welt verlangt werden. Die Ausgestaltung des Wirtschaftsverkehrs mit Rußland ist also in der Hauptsache eine Kapitalsfrage und eine Frage geschäftlichen Wagemutes. Das die Deutschen infolge der relativ genauen Kenntnis der russischen Verhältnisse für diese schwierige Geschäfte
geschäftlichen Wag infolge der relativ
Verschleierungslaklik des Pariser Auheuamtes.
Paris, 29. Mai. Der Vorsitzende der französi- schen Liga für Menschenrechte, Victor Basch, hatte vor einem Monat den Quai d'Orsay ersucht, ebenso wie die anderen am Weltkrieg beteiligten Staaten die französischen Archive der Forschung zur Fest- stellung der Kriegsursachen zugänglich zu machen. Heute teilt nun Victor Basch im „Oeuvre" die Antwort des Außenministers auf die von der Liga für Menschenrechte erhobene Forderung mit, wobei er gleichzeitig seinem Erstaunen und seiner Bestürzung über die Antwort Ausdruck verleiht. In der Antwort versichert der Kabinettschef Briands, Berthelot, im Namen des Außenministers, daß das Ministerium die eso wichtige Frage nicht aus den Augen verliere und weiterhin die Veröffentlichung der Akten oorbereite. Diese Arbeit mache aber die vorherige Durchforschung von etwa 1600 Aktenfaszikeln notwendig, von denen jeder durchschnittlich 400 bis 500 Dokumente enthalte.
Zu den von den anderen Regierungen ausgegebenen Veröffentlichungen bemerkt Berthelot, daß die meisten sich auf die Vorkriegsperiode beziehen. Die deutschen Aktenpublikationen über die große Politik und die europäischen Kabinette gehen bis zum Frankfurter Vertrag vom Jahre 1871 zurück und mache Halt, zweifellos nicht ohne Absicht, bei der Periode, tn der Deutschland die entscheidende Geste getan habe, die den Krieg unvermeidlich machte, so daß dies als ein Versuch erscheine, seine unmittelbare Verantwortlichkeit durch entferntere, schwerer fest st ellbare und leichter zu verschleiernde Verantwortlichkeiten abzuschwächen. Berthelot gibt der Anschauung Ausdruck, daß sich die vom französischen Außenministerium vorgesehene Publikation auf die Zeit des Weltkrieges selbst beziehen müsse. Sobald die ersten Bände druckbereit sein würden, würden die nötigen Kredite vom Parlament aufgesordert werden.
Diese neue gewundene Erklärung des französischen Außenministeriums, die nur die Absicht bemänteln soch die französischen Archive nicht zu öffnen, vergißt nur das eine, daß die deutsche Regierung von 1919 an Urtier Mitarbeit von Kautzky, Graf Mont- gelas und Professor Schücking die deutschen Dokumente zum Kriegsausbruch veröffentlichte und damit ein Aktenwerk bereits vor acht Jahren der Geschichtsforschung zu- gänzlich machte, während heute noch die authenische französischen Doku- mente gshsimgshaltsv werde».
das Wort unb dankte in bewegten Worten für ben überaus herzlichen Empfang der Stadt Berlin. Er erinnerte daran, daß es der glühend« Wunsch des Weltverbandes gewese» sei, Deutschland als gleichb erech«j tigtes Glied in den Völkerbund ein« treten zu sehen. Für chn selbst bedeute es daher einen der schönsten Augenblicke seines Lebens diesen Empfang durch die Stadt Berlin erleben z» dürfen. Professor Aulard wies schließlich auf bitt Anwesenheit von Dufour-Fèronce hin und sagt^ daß btefe ein Beweis dafür sei, welche große Rolls Deutschland heute im Rate der Völker spiele. Er eo» hob zum Schluß sein Glas auf das Wohl der arbeit» famen Hauptstadt des Deutschen Reiches.
Nunmehr ergriff der Führer der englischest Delegation Dickinson, das Wort, wobei er betonte, daß es eigentlich nicht feine Absicht gewesen fei, das Wort zu ergreifen. Wer seit Locarno sei es Sitte geworden, so führte er in humorvoller Weise aus, daß England parieren müsse, wenn Deutschland befehle, und infolgedessen müsse er schon der Aufforderung des Grafen Bernstorff Folge leisten. Versailles habe manche Fehler gemacht, aber einer der größten Fehler, der damals gemacht worden sei, nämlich einen Bund der Nationen zu schaffen, ohne Deutschland mit aufzunehmen, sei jetzt endlich
leisten.
korrigiert worden. Trotzdem fei der Bund der Völker noch nicht universal. Auf dem Weltverband laste deshalb eine ungeheure Verantwortung. Noch sehnten sich Millionen von Menschen nach Frieden, und es gelte, auch ihnen die Vorteile des Bundes zugänglich zu machen.
Sodann sprach noch der Führer der italienischen Delegation Vilari, der vor allem darauf hinwies, daß es jetzt gelte, die Verständigung der Völker auf dem Wege des gegenseitigen Kennenlernens herbeizuführen. Und schließlich ergriff der schweizerische Nationalrat Dolfus das Wort, wobei er auf die Bedeutung der Schweiz im Völkerbünde hinwies und betonte, daß sich das Schweizer Volk schon seit ‘ 1 '' eigen
je das Wort des großen deutschen Achters zu c gemacht habe: „Wir wollen sein ein einig Volk Brüdern."
Auch der Reichsminister des Auswärtigen, Dr. Stresemann, veranstaltete gestern nachmittag anläßlich der Tagung des Weltverbandes der Völkerbundsligen in Berlin einen Empfang in den Räumen des Palais Prinz Friedrich Leopold, zu dem neben den in Berlin anwesenden Delegierten der verschiedenen Völkerbundsgefellschaften iw Missionschefs und stellvertretenden Missionschefs des hiesigen Diplomatischen Korps geladen waren Unter den Gästen befanden sich u. a. Nuntius Pacelli, der französische Botschafter D e M arge r i e, der englische Botschafter Sir Ronau Lindsay, der italienische Botschafter Aldrovandi, der japanische Botschafter c» g a o k a und der amerikanische Botschafter S ch u r» mann, die Gesandten von Argentinien, Brasilien Columbien, Griechenland, Südflawien, Lettland Litauen, Norwegen, Polen, Portugal uitb bei Tschechoslowakei. Von den führenden delegiertet der Dölkerbundsligen waren u. a. anwesend Bros Auland, Sir W. Dickinson, Lady Gladstone, De Limburg, Daljus, Baron Adelsmaevd. bcarbuy
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