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EMUGeneras-ÄttzeigeV ^^yy^<m<m Stadt und Land

Anzeiger

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Gamstag

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de« 28. Mal

was

Die britische Kote an Rutztand

Deutschland ubevulmmt den Schutz bet Kusse» in «Ausland.

Die WoÄö.

Die Kote überreicht.

London, 27. Mai. Die heute vom Außensekretär imberlain dem russischen Geschäftsträger Roien- ) übergebene Note ist nunmehr veröffentlicht iben. Die Note nimmt Bezug aus die Durch- lung des Sowjetgebäudes, die bewiesen habe, von dort aus militärische Spionage und um« zlerische Propaganda betrieben wurde. Die Note die Geduld der Regierung habe : e Grenze erreicht und sie müßte sich jetzt precheyd dem Wortlaut des Handelsabkommens frei von den Verpflichtungen dieses Abkommens machten. Die vom Leiter der Handelsdelegation I seinen Gehilfen gegebenen Vorrechte seien da­aufgehoben und ihre Abreise aus England müsse wdert werden. Dem rechtmäßigen Handel zwi- n beiden Ländern werde die Regierung keine

Der Kammerpräsident teilte darauf mit, daß der

sozialistische Abg. L s o n B l u m ein Interpella­tionsgesuch eingereicht habe, in dem er zu wissen wünsche, ob die französische Regierung ihrerseits ßland abzubre-

wünsche die B

ungen zu R u

chen gedenke. Lèon Blum forderte die sofortige Dis­kussion. Briand widersetzte sich aber diesem Wunsch. Poincars erklärte, daß er eventuell die Vertrauensfrage stellen werde. LLon Blum erklärte darauf, daß er nicht mehr auf der sofortigen Dis­kussion bestehe. Die Debatte wurde auf den nächsten

Dienstag verschoben.

nicht mehr auf der sofortigen Dis- Oie Debatte wurde auf den nächsten

dernisse in den Weg legen, und die Arcoge ell- yft könne ihre Tätigkeit fortsetzen unter den gieb t Bedingungen wie andere Handelsgesellschaften England. Eine Anzahl Angestellter, deren Na- 1 mitgeteilt werden sollen, würden Erlaubnis alten, in England zu bleiben.

Die Note schließt: Endlich hat die Regierung er Majestät beschlossen, daß sie nicht länger omatische Beziehungen mit einer Regierung auf- iter halten kann, die solch einen Stand der Dinge, er enthüllt worden ist, duldet und ermutigt. Die ehenden Bedingungen zwischen den beiden' Län- n sind hierdurch aufgehoben und ich habe die cderung zu stellen, daß Sie sich selbst und r Stab aus England innerhalb der

and innerhalb der

chsten zehn Tage zurückziehen, weife den Vertreter Seiner Majestät in Moskau

Rußland mit seinem Stade zu verlassen und rbe mich freuen, wenn Sie Ihre Regierung er- )en würden, ihm, Mister Preston in Leningrad ) Mister Paton in Wladiwostok die notwendigen eichterungen für ihre eigene Abreise und die rr Gehilfen zu gewähren. Genaue Vorkehrungen, r deren Einzelheiten Ihnen ordnungsmäßig tteilung gemacht werden wird, werden für I ) Ihres Stabes Abreise aus England und die russischen Mitglieder der Handelsdelegation ge-

Innenminister Sarraut erklärte ferner, die Kommunisten arbeiten überall gegen die nationalen Interessen Frankreichs. Sarraut verwahrt sich da­gegen, daß er die Meinungsfreiheit beschränke. Wenn die Kommunisten nur die Auswüchse gewisser impe- riatistischer Richtungen brandmarken würden, würde man nichts dagegen zu sagen haben. Aber wenn sie sich selbst außerhalb des Gesetzes stellten, wenn ihre revolutionäre Propaganda von verbrecherischen Sa­botageakten und dem versuch begleitet sei, die Kraft des Heeres und der Marine zu brechen, und wenn endlich dieses Werk der Zerstörung Frankreichs nicht im Ramen des französischen Proletariats sondern aus Befehl und zum Rutzen eines ausländischen Im­perialismus erfolge, dann sei das ein Verbrechen und keine Meinungsäußerung. An dieser ungesetz­lichen Campagne seien die kommunistischen Abgeord­neten beteiligt Die kommunistischen Abgeordneten könnten nicht behaupten, daß in Frankreich und feinen Kolonien nicht zum Bürgerkrieg und zur Re­volution gehetzt werde. Die antimllilaristischen In­struktionen für die französische kommunistische Par­tei feien durch die Dritte Internationale erteilt wor­den. Sarraut s.....

Sovtsag Du Stresemann.

Tübingen, 27. Mac. Auf Einladung desHoch­schulrings Deutscher Art" sprach heute nachmittag im Schillersaal des Museums Reichsminister Dr. Stresemann von der Studentenschaft und in Anwesenheit zahlreicher Universitätsprofessoren so- wie sonstiger hervorragender Persönlichkeiten, häu­fig von Zustimmungskundgebungen unterbrochen, über das ThemaDie Stellung des Akademikers zum und im neuen Staat". Der Dortrag fand stärksten Beifall.

SluSschlüN« aus de« Ä. v. D.

Die kommunistische Bezirksleitung Berlin-Bran­denburg schloß lautRoter Fahne" 34 Parteimitglie­der, darunter auch den preußischen Landtagsabge- ordneten Gustav Müller wegen parteischädigenden Verhaltens und wegen fortgesetzter bewußter Ver­stöße gegen Parteibeschlusie aus der Partei aus.

âresSmrniftev a. D. v. Stein sestovbeu.

Brandenburg a. b. h^ 27. Mai. In der Nacht zum Donnerstag verstarb in Lehnin (Mark) der Kriegsminister a. D. und erste Generalquartier­meister im Weltkriege, General der Artillerie Exz. Dr. D. Stein,im 73. Lebensjahre. General Hermann o. Stein wurde 1854 zu Wadderftöck als Sohn eines Pfarrers geboren. Er wurde Leutnant in einem Feldartillerie-Regiment, besuchte die Kriegsakademie und wurde 1888 und wiederum 1894 in den Gene-

schloß, indem er zu den Sommunt- seiner weiteren uerles: 2hr behauptet gegen den mar ér Abteilu

sten gewendet au er le

Krieg zu sein und Ihr seid dabei .

Ihr beutet die Rationalisten aus. Ihr schmäht den

denn

ire

ssen werden.

ie Wahrnehmung dervnlMchen Interessen tn England.

Berlin, 27. Wat Der Botschafter der Union sozialistischen Sowjetrepubliken, Krestinski, ach heute im Auswärtigen Amte vor, um den unsch feiner Regierung zu übermitteln, daß die ilcksregierullg angesichts des Abbruchs der Ziehungen zwischen der britischen und der Sowjet- lerung die deutsche Botschaft in London mit der ahraehmung der russischen 3 n t e r- en in England beauftragen möge. Die richsregierung hat diesem Wunsche ts prochen.

Die Uebernahme des diplomatischen Schutzes der fischen Interessen in England durch den deutschen tschafter in London ist ein Höflichkeitsakt und ne Demonstration. Es war naheliegend, daß sich ißland an eine europäische Macht mit seiner Ditte mdte und unter den europäischen Mächten kam r allem Deutschland deshalb in Frage, weil die yalität seiner Gesinnung außerhalb jedes Zwei- s steht Daß die Rothermerepresse aus diesem Bor» ng Kapital schlagen wird, dürfte keinen vernünf- en Menschen irretieren.

rttommnnlsteudebatte ln der svanrdMchen âammev

Paris. 27. Mai. In der Kammer hat der Abge- dnete Ca ch i n heute nachmittag die angekündigte iterpellationsrede über die antikommunistische rde des Innenministers Sarraut in Constan­ze in Algerien gehalten. Er stellte fest, daß die »de Sarrauts gewissermaßen den Auftakt zu der oßangelegten e n a l i s ch - s r a n z ö s i s ch e n O f- n s i v e gegen den Kommunismus dar­ille. Das internationale Proletariat werde den

Völkerbund, der sich dafür einsetzt, die Konflikte zu beschwichtigen und zu verhüten! Ihr wollt den Krieg, weil Moskau nicht den Frieden will, um seine Macht sicherzustellen. Da machen wir nicht mit. Um das Vaterland zu verteidigen brauchen wird lediglich das Gesetz ohne Schwäche anzuwenden. Wir werden gegen alle Provokationen vorgehen, gleichviel ob sie von Ausländern oder von Inländern ausgehen.

ralstab berufen, dem er von da an im größten Teil ' "1 Dienstlaufbahn angehörte. Seit 1903

_____ Abteilungschef, 1910 wurde er unter Beför­derung zum Generalmajor Oberquartiermeister des 1. Korps in Deutsch-Eylau. Zu Beginn des Krieges wurde General v. Stein Generalquartiermeister und dann erlangte fein Name historischen Klang, denn er unterzeichnete die Depeschen vom Kriegsschauplatz, besonders während des Vormarsches auf Paris. Im November 1916 wurde er preußischer Kriegsminister und blieb es bis zum Oktober 1918.

Reichs- und Preußenparlament haben sich bis nach dem Pfingstfest vertagt, so daß wir innenpolitisch wieder eine kurze Ruhepause zu verzeichnen haben. Anders auf außenpoliti­schem Gebiet. Hier hat der von der englischen Regierung am Dienstag angekündigte Abbruch der Beziehungen zwischen London und Mos-

der Beziehungen zwis, kau, der inzwischen durch den Unterhausbe­schluß vom Donnerstag und die gestern erfolgte Ueberreichung der Abbruchsnote eine prak­tische Tatsache geworden ist, Europa in große Aufregung versetzt und dem politischen Leben des Abendlandes seinen Stempel auf­gedrückt. Der Schritt der englischen Regierung, sanktioniert vom Unterhaus, bedeutet zweifels­ohne eine der einschneidendsten Entscheidungen in der Weltpolitik nach dem Kriege. Als am 14. Mai die ersten Nachrichten über die am Tage zuvor vom britischen Innenminister ver­anlaßte Haussuchung in den Räumen derAll­russischen Kooperativen Gesellschaft" in Lon­don, genanntArcos", verbreitet wurden, da ahnte wohl niemand, daß diese Polizei-Razzia den Bruch zwischen England und Rußland nach sich ziehen würde und heute, nachdem die­ser Bruch vollzogen ist, läßt sich die Tragweite dieses Schrittes für Europa nicht absehen. Zwar wird in diplomatischen Kreisen Londons wie Moskaus versichert, ^ der diplomatische Bruch nicht allzu ernst zu nehmen sei und daß keine der beiden Parteien ernste Konsequenzen ziehen . werde also nicht an Krieg denke, da es sich nur um einen geistigen Kampf um Prinzipien und Systeme handle, doch das hindert nicht, darauf hinzuweisen. daß aus dem englischen Entschluß große

chdehandschuh aufzugreifen verstehen. Jnnenmmi- »r Sarraut erklärte, daß er nur bedauern könne, ine Rede nicht schon früher gehalten zu haben, ie Regierung werde auf den Kampf, den man ihr

ige, diè Antwort zu geben wissen. Das Land sich darüber entscheiden müssen, ob es sich if die Seite der natinoalen Gesinnung oder auf e Seite der Umstürzler stellen solle, die ihr Lo- ngswort aus dem Auslande erhielten. P o i n« a r é erklärte in einer kurzen Zwischenbemerkung, er die Stellungnahme des Innenministers zum ommunismus voll und ganz billige. Sarraut er- ärte weiter, daß die Tätigkeit der Kommunisten ch besonders auf drei Gebieten bemerkbar mache: den Kolonien, in der Armee und durch die Spio-

itüntrige,

erde

Servittgevung Herr Khernlaud- be-atzttns.

Sin Gutachten über den Abzug von 10 000 Wann gefordert.

Parts, 27. Mai. Wie wir von unterrichteter Seite hären, hat das Ministerium des Auswärtigen von dem Generalstab der Rheinarmee ein Gutachten ein­gefordert darüber, wieweit eine Reduzierung der Desatzungstrupven um 10 000 Mann mit der allge­meinen Sicherheit der Besatzungskorps sich verein­baren lasse. Die Antwort der militärischen Sachver­ständigen ist noch nicht bekannt, doch steht fest, daß die französische Regierung sich über die oorzuneh- menbe Reduzierung bereits schlüssig geworden ist und daß sich diese auf 10 000 Mann beziffern werde.

Gese« KütSsabe unsevev Kolonien«

Parts, 27. Mai. Der Abgeordnete Archimbault, früherer Minister und derzeitiger Kolonialbericht­erstatter, Vizepräsident der radikalen Sozialistischen Partei, erklärte in einer Unterredung zur Frage der Zuteilung eines Kolonialmandats an Deutschland u. a.:Die französische Oeffentlichkeit würde gegen die Ueberlassung eines Mandats an Deutschland, so­weit es sich um die Aufgabe französischen Mandats- besitzes handle, energisch protestieren. Von einer Rückerstattung -von Togo und Kamerun könne nie­mals die Rede sein. Eine französische Regierung, die darauf ausginge, würde innerhalb 24 Stunden ge­stürzt werden.

Etwas anderes wäre es, wenn England sich zu der Ueberlassung eines Mandats an Deutschland entschtie- ßen würde. England stehe es zu, in dieser Sache den ersten Schritt zu tun.

Man könne gewiß nicht in Abrede stellen, daß Deutschland in der Verwallung seiner Kolonien große Umsicht und Begabung gezeigt habe und sicher das moralische Recht auf Zuteilung von Kolonien habe. Togo und Kamerun wären aber mit dem französi­schen Kolonialreich innig verwachsen!^

GorlaldemoSvatlschev Savteltas.

Berlin, 27. Mai. Der Sozialdemokratische Partei­tag beschloß, eine Kundgebung an den Botschafter der Vereinigten Staaten in Berlin, Schurmann, zu senden, in der es u. a. heißt:Der Sozialistische Par­teitag in Kiel richtet an Eure Exzellenz die Bitte, dem Herrn Gouverneur von Massachussets das Ge­such zu einer nochmaligen gründlichen Untersuchung der Beschuldigungen gegen Sacco und Vancetti zu unterbreiten."

Reichstagsabgeordneter Dr. Breitscheid wies im weiteren Verlauf der Tagung, die in einem Antrag der Groß-Thüringer Sozialdemokraten enthaltene Kritik an der Außenpolitik Stresemanns zurück, da damit auch die Politik der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion angegriffen werde. Stresemanns Außenpolitik liege zwar durchaus im Interesse der von seiner Partei vertretenen Kreise, aber die So­zialdemokratie müsse jede Politik unterstützen, die geeignet ist, Konflikte zu vermeiden und eine fried­liche Verständigung herbeizuführen.

Noch einem Schlußwort Crispiens wurden die Ab- stimmungen vorgenommen. Dabei wird die Reso­lution Breitscheid-Crispien-Hermann Müller ein­stimmig angenommen, die erklärt: Die Sozialdemo­kratie erblickt in dem Völkerbund ein unter den ge­gebenen Verhältnissen brauchbares Mittel zu friedlichen Ausgleich der Streitigkeiten zwischen den Staaten. Siè fordert die Ausdehnung der obliga­torischen Schiedsgerichtsbarkeit auf alle internatio­nalen Konflikte und verlangt eine wirklich ernst zu nehmende Einschränkung der Rüstung.

einem

Den Bericht der Agrar-Kommission über das Agrar-Programm erstattet darauf der Reichstagsab­geordnete Schmidt-Köpenick. Unter Ablehnung aller Programm einstim- Schlußwort des Par- Parteitag geschlossen.

geordnete Schmidt-Kopemck. Unter : Abänderungsanträge wird das Pro mig angenommen. Nach einem <

teioorsitzenden Wels wurde der

Das Schlußwort des Parteivorsitzenden Wels

age. Die Tätigkeit in den Kolonien werde am iften durch die Agitation des Abg. Doriot in Marokko und in Indochina beleuchtet. Innenminister i a r t h o u erklärte, daß die Regierung unter allen mstänoen die Eröffnung eines gerichtlichen Der- ihrens gegen die angeschuldigten kommunistischen bgeordneten fordern und nötigenfalls die V e r- rauenefraa# CMIen werde.

Diese Anerkennung unserer kolonialen Begabung freut uns, tröstet uns aber nicht darüber, daß Frank- reich unsere koloniale Begabung aus das von Eng­land besetzte Feld verweist: Möchten sich Frankreich und England nicht zu sehr über den ersten Schritt in dieser Sache streiten, möchten sie ihn gemeinsam tun.

Die JevfiSvuns bet Off. befeftisunse«.

General v. Pawelsz hat laut .Hokalanz." der Reichsregierung einen kurzen Bericht über die Zer­störung der Unterstände in Ostdeutschland vorgelegt. Ein ausführlicher Bericht wird dem Reichskabinett erst Anfangs Juni zuaeben.

enthielt u. a. die Feststellungen: Die Kieler Partei- woche sei zu einem Erlebnis für die Partei und für jeden Parteigenossen geworden. Besonders die De­batte des gestrigen Tages habe das der Partei inne­wohnende Leben gezeigt. Die Partei treibe keinen Personenkult, danke aber besonders Männern wie Severing und Otto Braun für ihre Tätigkeit in ex­ponierten Stellungen der Republik. Wels erklärte weiter:Wir bekennen uns zu dem Staat, weil wir ihn besitzen wollen. Wir schützen ihn, well er ein

ihn besitzen wollen. Wir schützen ihn, well gastliches Haus werden soll für uns und er

. . rft ,«M

ür die kommende Generation. Wir werden die Ein-

Heitsfront des deutschen Proletariats erreichen unter den Fahnen des Sozialismus. Es lebe der Kampf, der Sieg, die internationale, die völkerbefreiende Sozialdemokratie! (Stürmischer Beifall.)

Nach dem Gesang des Sozialistenmarfches wurde der Parteitag geschlossen. Im Anschluß an den Par­teitag findet eine besondere Frauentagung statt

Schwierigkeiten entstehen können. Wie kam es zu diesem Bruch? Gegensätze zwischen England und Rußland haben von jeher bestanden, doch die heutigen können nicht mit der alten Rivali­tät zwischen Albion und dem Zarenreich ver­glichen werden. Es hätte zwischen dem alten russischen Reich und England niemals zu einer Konflittslage kommen können, wie sie heute z. B. im fernen Osten besteht, aus dem ein­fachen Grunde, weil beide Großmächte zwar Rivalen, doch beide Anhänger eines und des­selben außenpolitischen, nämlich imperialisti­schen Prinzips waren. Anders heute. Bereits in den Uranfängen der sowjetrussischen Orient­politik hat Trotzki in einem Briefe an den persischen Gesandten in Petersburg erklärt, daß Sowjetrußland gewillt sei, auf alle herrschaft­liche Position in den Orientländern und die sich daraus ergebenden Vorteile zu verzichten. Was in diesem Briefe zunächst nur als Absich! angekündigt worden war, wurde später in den Verträgen mit Persien, mit der Türkei, mit China verankert. Doch diese Politik bedeutete keineswegs ein Desintereüsment an den Orient­ländern, ganz im Gegenteil: das Epoche­machende an ihr war ein Sich-Solidarisieren der Sowjetmacht mit diesen Ländern. Daß hierin eine teils versteckte, teils übrigens schon damals offen zugegebene Spitze gegen die eng­lische Kolonialmacht lag, leuchtet ein. Es war aber nicht mehr eine einfache Rivalität, wie in der Vorkriegszeit, es war, eben infolge der neuen Methode ein innerer, grundsätzlicher Kampf. Und dieser Kampf ist bis aus den Heu tigen Tag geführt worden und er hat sich nicht nur auf England als Kolonialmacht beschränkt, sondern Sowjetrußland hat versucht, England auch im Innern zu bekämpfen, und zwar durch Stärkung und RadikaNsierung feiner Arbeiter­bewegung. Hier ist denn auch die neuerliche Zu­spitzung der engl.-russischen Spannung zu suchen. Wiederholt haben die Diehards vor der Frage gestanden, ob es nicht an der Zeit sei, angesichts der sowjetrussischen Revolutionsminierarbeit, der umstürzlerischen Tätigkeit der Moskauer die Beziehungen mit Rußland völlig abzu­brechen. Oft haben die Antiroten, d. h. die streng konservativen und besonders scharf über die Weltrevolution denkenden Mitglieder des englischen Kabinetts, an ihrer Spitze der In­nenminister Hicks, mit energischen Worten die Abberufung des englischen Botschafters aus Petersburg und den Bruch mit den Sowjets verlangt das letzte Mal gelegentlich der Vor­gänge in China, doch immer wieder hat man sich mit warnenden Noten begnügt, allerdings hauptsächlich aus dem Grunde, weil sich En^ land anderweit zu sehr engagiert hielt, um sich in weitere Abenteuer zu stürzen. Diesmal es nun den Diehards gelungen, ihr schon längst gehegtes Vorhaben durchzusetzen und jetzt Hall man die Zeit für günstig, um den russischen Erbfeind" entlarven au können. Wesbaw