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Geuevai-Äsysigrv M»

Gan au Stadt und Land

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W. 116

Dormevstas

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de« 16* Mai

B

1623

Das KsNEs.

— In Kassel ereignete sich ein furchtbares t aßenbahnunglück. Bei dem Unglück sind 10 Tote I' 19 Schwerverletzte zu beklagen.

— In Frankfurt a. M. ereignete sich heute mvr- ein Zusammenstoß zwischen einem Zug der ü enbahn und der Straßenbahn. 2 Tote und 6 mundete werden gemeldet.

— Im Reichstag erstattete gestern Abgeordneter Bell den Bericht des Untersuchungsausschusses r die Ergebnisse der Untersuchung über die kerrechtsverletzungen im Kriege.

— Der Preußische Ministerpräsident hat dem ldtag eine „Aufzeichnung über die hauptsächlich- , zurzeit bestehenden Meinungsverschiedenheiten «j schen Reich und Preußen" zugehen lassen.

— Chamberlain und Briand hatten gestern eine terredung über sämtliche internationalen Pro- me.

«Sine StLÄtkevüsuns re deutsche« âvkesfüdvuns

Der frühere Minister Dr. Bell hat gestern Reichstage in seiner Eigenschaft als Vor- ender des dritten Unterausschusses des )ßen parlamentarischen Untersuchungsaus- iffes Bericht über die Verletzungen des Völ- rechtes im Weltkriege erstattet. Der dritte terausschuß hatte sich besonders mit dieser age zu beschäftigen. Er ist dabei von der stigen Voraussetzung ausgegangen, daß es ; nicht nur darum handeln konnte, die geg- 'ifcfjen Vorwürfe gegen die deutsche Krieg- ,rung zu prüfen, sondern daß der Kreis der I tersuchung auch auf die Gegner ausgedehnt rden müßte, damit die zahlreichen Ver- zungen des Völkerrechtes, die hier begangen «rben find, bei einer unparteiischen Abwä- ng mit in die Wagschale gelegt werden n anen.

Die Ergebnisse der Untersuchung bilden in )em der sogenannten Anklagepunkte eine chträgliche Rechtfertigung der deutschen âegführung. Die Frage, ob der deutsche Ein- 1 arsch in Belgien eine Verletzung des Äölker- chts darstellt, ist von dem Ausschuß noch nicht antwortet worden, weil der erste Unteraus- mß das Material noch nicht zur Verfügung stellt hat. Es ist aber, soweit die Kriegfüh- ng in Belgien in Betracht kommt, abschließend stgestellt worden, daß der Kleinkrieg der bei« schen Bevölkerung gegen die deutsche Be- tzung mit dem Völkerrecht im Widerspruch inb und daß deshalb die militärischen beut« )en Führer durchaus berechtigt waren, gegen efen Kleinkrieg mit allen Mitteln oorzu- chen. Die Deportation belgischer Arbeiter im .ahre 1916 und 1917 wurde von dem Ausschuß icht einheitlich bewertet. Jedoch war die Mehrheit des Ausschusses der Ansicht, daß die vangsweise Ueberführung der belgischen Ar- eiter nach Deutschland unter bestimmten Vor- ussetzungen gerechtfertigt gewesen sein kann. Wichtig sind die Feststellungen in Bezug uf den Unterseebootskrieg. Hier ist der Unter- usschuß der Ansicht, daß die Verwendung vsn Unterseebooten auch im uneingeschränkten Ver- chren dem Völkerrecht nicht zuwiderlief, nach- em England durch seine Hungerblockade das Zölkerrecht gebrochen hatte. Der Ausschuß hat amit schon zum Ausdruck gebracht, daß die Irt, wie England den Wirtschaftskrieg gegen Deutschland führte, völkerrechtswidrig war. Die Engländer vertreten zwar die Ansicht, daß m Kriege auch das militärisch unbeteiligte Solf zum Gegenstand der Kriegführung ge= n nacht werden kann. Der Ausschuß hat aber )te kontinentale Auslegung der Haager Land- i !riegsordnung für richtig gehalten, wonach die im Kriege unbeteiligte Bevölkerung mit frie« gerischen Maßnahmen verschont werden muß. st Daß die deutsche Kriegführung durch Völker­rechtsbrüche der Gegner zu ähnlichem Vor­gehen gezwungen wurde, ist auch in anderen Punkten sestgestellt worden. So hat der Aus­schuß als erwiesen erachtet, daß die Luftan­griffe auf Londgn und auf*bie englischen Docks und Arsenale berechtigt waren und auch ledig­lich nach militärischen Gesichtspunkten ausge­führt worden sind. Wenn Paris anders behan­delt wurde, so lag es daran, daß französische Flieger vorher militärisch bedeutungslose Orte im Schwarzwald mit Bomben belegt hatten. Auch im Gaskrieg ist nach den Feststellungen 3cs Ausschusses Frankreich mit unerlaubten Fabrikaten vorangegangen und Deutschland mit Verwendung von Grün- und Gelbkreuz­

Schweres SteaSendah« Unglück in Mattel.

IC Tote - 10 Gchwevvevletzte.

kassel, 18. Wai. Eine furchtbare Straßenbahn- katastrophe ereignete sich tjeute abend gegen 7% Ahr aus der nach dem Druseltal führenden Linie der Großen Kasseler Straßenbahn. Ein an der Endstation haltender Wagen dieser Linie, än dem ein Anhänger angekoppelt werden sollte, stand voll beseht ohne Führer und Schaffner zur Abfahrt be­reit, als ein Junge die Bremse löste. Der Wagen fauste führerlos die steile Brabanterstraße hinun­ter und sprang an der Ecke der Fürstenberg-Straße in einer jcharsen Kurve aus den Schienen. Er fuhr gegen ein eisernes Gerüst, wodurch der obere Teil des Wagens abrasiert wurde; der untere Teil fuhr weiter in einen dort befindlichen Graben hinein. Bisher wurden aus den Trümmern des Wagens zehn Tote und 19 Schwerverletzte geborgen. ,

Eine DavsieUutts dev Stvatzen- babndrvekjion.

Kassel, 18. Wai. Die Direktion èier Großem Kasseler Straßenbahn teilt zu der Straßenbahn- katastrophe mit: Ein Straßenbahnwagen der Gro­ßen Kasseler Straßenbahn ist abends um 7.20 Ahr an der Haltestelle Druseltal auf der abschüssigen Fürsienbergstrahe dadurch in Bewegung geraten, daß ein Junge die Handbremse getost hat. Der Führer hatte den wagen verlassen um auszutreten. Der Schaffner, neben dem Wagen stehend, fertigte gerade einen Fahrgast mit Gepäckstücken ab. Er konnte nicht mehr ouffpringen. Der Wagen ist an der Ecke Fürstenberg- und Brabanterstraße entgleist und umgestürzt. Leider sind bei dem Unglück 10 Per­sonen getötet und 19 schwer verletzt worden. Sani­tätskolonne und Feuerwehr waren sofort zur Stelle, ebenso die Direktion der Straßenbahn, Oberbürger­meister Stadler und Bürgermeister Lahmeyer. Die Ramen der Toten konnten noch nicht sestgestellt werden, da die Leichen bis zur Unkenntlichkeit ver­letzt sind.

wie wir weiter erfahren, war der Straßenbahn­wagen der Linie 5 außerordentlich stark beseht, meist von Ausflüglern, die nach Beendigung ihres Aus­fluges zurückkehren wollten. Außer den oben ge­nannten 10 Toten und 19 Schwerverletzten, die in das Rote Kreuzkrankenhaus und in das Diako­nissenkrankenhaus gebracht wurden, sind noch eine Anzahl Personen, deren Zahl noch nicht feststeht, leichter verletzt. Die Feuerwehr und der Rettungs­dienst sowie eine große Anzahl Aerzte, die von den

Die Ansprüche Vreutzens an das Reich.

Berlin, 18. Mai. Der Preußische Ministerpräsi­dent hat, dem Amtlichen Preußischen Pressedienst zufolge, dem Landtag eine „Aufzeichnung über die hauptsächlichsten zurzeit bestehenden Meinungsver­schiedenheiten zwischen Reich und Preußen" zugehen lassen. Die Aufzeichnung schildert die noch immer ungelöste Frage der an Preußen vereinbarungs­gemäß zurückerstattenden Kriegsschäden, die 3)4 Milliarden G.-Mk. btragen, und auf die das Reich erst 65 Millionen gezahlt hat. Es wird wei­ter gesagt, daß Preußen keinen Ersatz seiner jähr­lich 36 Millionen Mark betragenden Einnahmen aus den Saargruben erhalten hat, die durch die Ueber- lassung an die französische Regierung ausfallen. Ebenso hat das Reich die preußische Forderung nicht erfüllt, ihm für die rund 400 000 Hektar verlorenen Staatsforsten im Werte von rund 1.6 Milliarden RMk. wenigstens als Abschlagszahlung die 6000 Hektar zu übergeben, die das Reich noch von frühe­ren Truppenübungsplätzen her in Preußen besitzt. Preußen kann auf seine Entschädigung nicht ver­zichten, ha für zahlreiche Unternehmungen von höchstem Wert für Preußen und damit auch für das Reich erforderliche Mittel nicht verfügbar zu machen sind. Weiter bringt die Denkschrift Erörte­rungen, über die von Preußen auf Grund des Ge­setzes vom 25. Mai 1843 verlangte Rückgabe des Staatseigentums, das seinerzeit an das Reich über­gegangen war, aber für dieses durch Verminderung und andere Umstände inzwischen entbehrlich ge­worden ist. Ungelöst ist auch noch die Frage des Rückkausgeldes für die Ueberlassung der Staatseisen­bahnen an das Reich und die Aufwertung dieser Summe. Es wird ausdrücklich betont, daß alle Mei­nungsverschiedenheiten natürlich nur Einzelfälle be­treffen und auf die große Linie des Zusammen­

aranaten erst gefolgt, nachdem der Gegner sich gemacht hat, werden von dem Ausschuß mit um das Vökerrecht nicht gekümmert hatte. Entschiedenheit

Die Vorwürfe, die man Deutschland in Be- festgestellt, daß Deutschland auf die Hospital- zug auf die Behandlung der. Kriegsgefangenen schiffe der Gegner in genügendem Maße Rück-

Zivilpersonen sofort alarmiert worden waren, lei­steten die erste Hilfe. Die Feuerwehr richtete sofort nach ihrer Ankunft unter Leitung des Branddirek­tors den umgesiürzten Wagen wieder auf und machte sich an die Bergung der Toten und Schwer­verletzten. Die Toten, zunächst sechs Frauen und drei Wänner, meist ältere Leute, wurden auf eine neben der Straße liegende Wiese gelegt. Aus dem Transport ins Krankenhaus verstarb ein weiterer Fahrgast. Es ist zu befürchten, daß sich unter den Schwerverletzten noch einige Personen in Lebens­gefahr befinden.

Der Regierungspräsident hat eine Bekannt­machung erlassen, wonach diejenigen Personen, die Angehörige vermissen, sich beim Polizeipräsidium melden sollen, um aus diese Weise die Feststellung der Toten und Schwerverletzten zu ermöglichen.

Ein A«se«rettge berichtet r

Großkaufmann Oetzel, der in unmittelbarer Nähe der Unglücksstätte wohnt, gibt der „Kasseler Post" lolgende Darstellung des grausigen Unglücks: Gegen >28 Uhr wurde ich durch einen fürchterlichen explosionsartigen Knall auf die Straße gelockt, wo ich oberhalb meines Hauses zunächst nur eine rie­sige Staubwolke sah. Sofort eilte ich an die Kurve, wo sich mir ein unsagbar schauriger Anblick bot: Ein Straßenbahnwagen der Linie 5 war in höchster Fahrgeschwindigkeit die Stücke von der Endstelle Druseltal herabgefahren, war an der Kurve ent­gleist, etwa 20 Meter weit auf der linken Achsseite über die Straße gefahren und dann, sich über­schlagend, die Straßenböschung hinabgestürzt. Die Räder standen nach oben, während der Wagen völlig zertrümmert neben der Straße lag. Ein an der Straßenkreuzung stehenderWasserhydrant wurde glatt weggerissen und bildete mit den Eisen- und Holzteilen des Wagens einen einzigen Trümmer­haufen, aus dem qualvolle Schreie, herzzerreißen­des Wimmern, Stöhnen und gellende Hilferufe dröhnten. Der erste Anblick war unsagbar trostlos: Die Insassen des Wagens waren in der Mitte des Wagens zu einem unkenntlichen Knäuel zusammen- gedrängt. Auch der Wagen war so zertrümmert, daß man nur den Unterteil, das Fahrgestell, als solches erkennen konnte. Mit hinzueilenden Passanten begab ich mich sogleich ans Rettungswerk. Feuerwehr, Rettungsdienst und Schutzpolizei, die sofort alar­miert wurden trafen baldigst ein und nahmen die Rettungs- und Bergungsarbeiten auf. Branddirektor Bliesener ließ den umgestürzten Wagen mittels Winden wieder auf die Achsen setzen. Nun zeigte sich erst das Bild der grauenvollen Verwüstung in seinem ganzen schrecklichen Umfang.

arbeitens zwischen Reich und preußischer Regierung nach Ansicht der preußischen Staatsregierung ohne Einfluß bleiben müssen.

Die Äsvtvetuns PveutzeuS im Sevwâunssvat dev Reichsbahn

Berlin, 18. Mai. Die in einem Teil der Presse aufgestellte Behauptung, die Reichsregierung weigere sich trotz des Leipziger Urteils, den Anspruch Preu­ßens auf Abordnung eines Vertreters in den Der- waltüngsrat der Reichsbahn anzuerkennen, entspricht keineswegs den Tatsachen. Sofort, als das Leip­ziger Urteil durch die Presse bekannt wurde, ist im Auftrage des Reichskanzlers mit dem preußischen Staatsministerium Fühlung genommen und der Wunsch ausgesprochen worden, nunmehr nach Klar­stellung der Rechtslage eine (Einigung herbeizuführen. Beiderseits wurde aber vereinbart, zunächst das Urteil mit seinen Entscheidungsgründen abzuwar­ten. Einstweilen ist aber das Urteil weder bei der Reichsregierung noch bei der preußischen Staats- regierung eingetroffen.

Ebenso entspricht die Meldung nicht den Tat­sachen, daß der Reichskanzler zur Beilegung der Streitpunkte zwischen dem Reich und Preußen eine besondere Kabinettssitzung für morgen angesetzt und hierzu den preußischen Ministerpräsidenten besonders eingeladen habe. Wie das W. T. B. von zuständiger Stelle erfährt, hat der Reichskanzler bereits vor einigen Monaten in einer eingehenden Aussprache mit .dem preußischen Ministerpräsidenten die vor- handenen Sreitpunkte festgestellt und ihre möglichst baldige Beilegung in mehrfachen Besprechungen des Reichskabinetts und der T sonst beteiligten Stellen in die Wege geleitet.

Entschiedenheit zurückgewiesest. _ Ebenso wird

sicht genommen hat. Auch die Z^rstörungsmaß- nahmen, die die deutsche Oberste Heeeresleituno bei den Rückverlegungen der Fronten in Frankreich durchführte, sind nach den Ermitt­lungen des Ausschusses als militärische Not­wendigkeit völkerrechtlich nicht zu beanstanden. Alles in allem geht aus den jahrelangen Er- mittlungen des Ausschusses hervor, daß die gegnerischen Anklagen in den allermeisten Punkten völlig ungerechtfertigt sind und daß sie dort, wo sie einen Kern von Berechtigung haben, durch die himmelschreienden Verstöße der Entente gegen das Völkerrecht mehr als wettgemacht werden. Es vedient auch hsrvor- gehoben zu werden, daß die amtlichen deut- schen Stellen, so namentlich das Reichswehr- Ministerium und das Auswärtige Amt, dem Unterausschuß alles in Betracht kommend« Material rückhalllos zur Verfügung gestellt haben. Man wird von der Arbeit des Unter­ausschusses keine durchgreifende Wirkung er­warten können. Das Ausland wird uns wohl auf diesem Wege ebenso wenig wie auf dem der Untersuchung der Kriegsschuldfrage folgen. Es ist aber doch immerhin von geschichtlichem Wert, daß eine strenge und völlig unparteiische Untersuchung die deutsche Kriegführung gegen die zahlreichen, zum Teil infamen Verleum­dungen der Gegner gerechtfertigt und den An­klägern die Heuchlermaske vom Gesicht gerissen hat. Deutschland kann auch hier im Vergleich zu seinen Gegnern mit vollen Ehren bestehen.

Leider hat man es gestern im Reichstag er­leben müssen, daß in der Debatte über diesen Bericht Redner auftraten, die trotz der cin- wandfreien Ergebnisse der Ausschußarbeiter die Vorwürfe der Alliierten, Deutschland hab» oft unmenschlich gehandelt, sich zu eigen inacy- ten. Wahrlich ein trauriges Schauspiel, das der Reichstag bot und der Zentrumsavgeord» nete Bell hatte recht, wenn er empört feststellte, diese Reden hätten nicht den Eindruck hervor- gerufen, als ob man sich im deutschen Parla­ment befinde.

Die ^nanzmknifiev-^ottievknr.

Berlin, 18. Mai. Amtlich wird gemeldet: Unter dem Vorsitz des Reichsministers der Finanzen Dr. Köhler fand heute im Reichsfinanzministevium eine Zuifammenkunft der Finanzminister der Länder statt. Die Konferenz beschäftigte sich mit dem zur Zeit dem Reichskabinett vorliegenden Entwurf des Steuervereinheitlichungsgesetzes, feinem Aufbau und feinem wesentlichen Inhalt. Ueber die Ziele und Grundsätze des Entwurfes bestand in weitem Um­fange Uebereinstimmung. Im übrigen fand eine von gegenseitigem Vertrauen getragene Aussprache über eine Reihe von Einzelfragen statt. Es wurde in Aussicht genommen, die' Einzelhellen der vorge- schlagenen Regelung mit den Sachbearbeitern der Lander weiter zu erörtern, und dadurch die Ein­heitlichkeit der Linie für die weitere Behandlung der Angelegenheit zu sichern.

Ablehntttts dev ^ohlenpvsis- evhshung duvch de« Rekchs- kohkenvai.

Berlin, 18. Mai. Der Reichskohlenrat hatte in seiner Sitzung vom 18. Mai sich mit den Preiser­höhungsanträgen des Ruhrkohlensyndikats und der Mitteldeutschen und Ostelbischen Braunkohlensyndi­kate zu befassen. Die Erörterungen haben ergeben, daß die Lage des Ruhrbergbaus sich nicht so günftic darstellt, wie es die Oeffentlichkeit bisher anzu- nehmen pflegte. Trotzdem und mit Rücksicht auf die Gesamtwirtschaft haben sich die Organe der Kohlen­wirtschaft nicht entschleißen können, einer Preiserhö­hung für die Ruhrkohle zuzustimmen. Der Preis- erhöyungsantrag des Ruhrkohlensyndikates wurde abgelehnt. ,, , ,

Bezüglich der Anträge der Braunkohlensyndikate, die ausschließlich auf eine Preiserhöhung des Haus- brandes gerichtet waren, wurden, die zur Begrün dung beigebrachten Unterlagen meist als auSrelchenr erachtst. Es wurden zwei Ausschüsse eingesetzt, hu zunächst in eine eingehende Prüfung darüber cin- treten sollen, ob und inwieweit das von den beiden Braunkohlensyndikaten vorgebrachte Material für eine Preiserhöhung stichhaltig ist.

Eine Äeuvegelung dev âa«ke«- vevftchevuttg bevovfiehend.

Berlin, 18. Mai. Der Reichstcwsausschuß für ziale Angelsgeichellsn setzte die Beratung, der^Ar- bellslosenversicherustg fort. Nach einer ehr erreg* ten Auseinandersetzung mit den Sozialdemokraten einigte sich der Ausschuß auf eine Ew die Reichsrsgierung ersucht, dem Rsi^ ginn der 2. Lesung der Arbeitslose, einen Gesetzentwurf vorzulegen, der:

1. Die Voraussetzungen für die Ersatzkassen zur öffentlichen Reichskra rang neu regelt und zugleich die Rechts uns ten der Ersatzkassen festsetzt:

2. in der Krankenversicherung der zingtW« die Versicherungspflichtgrenze erweitert und Mir sozialen Bedürfnis in Einklang bringt: