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StASKi

den 16, Mai

1922

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Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ^ Lei unverschuldetem Ausfall ter Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung deck Bezugspreises. / Fürplahvorschrlft u.Erscheinungütag« der Anzeige wird keine Gewähr geleistet.^Geschäftsstelle: Hammerstr.9 / Fernspr. 3956,395^,3955

üe Londoner Besprechungen

lmkveich erwartet, datz Bviand und Lhambevlarn die deutschen Kherntandfpvdevunsen ablehnen werde.

er französische Staatspräsident Doumer- wird am heutigen Nachmittag in Beglei- des französischen Außenministers Briand mdon zum Besuche des Königspaares ein- n. Die Reife dient zunächst nicht einem nmten politischen Zweck, sie ist vielmehr seit längerer Zeit angesagt und in Aus­genommen und kommt reichlich verspätet llusführung. Man wird sich vielleicht um ößere Mühe geben, den französischen Prä­nr in der englischen Hauptstadt und am schen Königshofe als willkommenen Gast npfangen und herzlich zu begrüßen. Mäh­der drei Tage, die Doumergue in London , nürd man die englisch-französische mdschaft in allen Tonarten preisen, bei Bankett im Königspalast ebenso wie am woch bei dem Frühstück in der Guildhall. das Echo in der Pariser Presse freudig laut sein wird, versteht sich von selbst, seits und jenseits des Kanals wird in der m Hälfte dieser Woche die so oft getrübte inerung an die schöne Zeit der Entente von m wieder aufleben.

Die Reise Briands nach London in der Be- ung des französischen Staatspräsidenten de uns wahrscheinlich sehr viel kühler N, wenn vorher noch dem deutschen ische nach einer Herabsetzung der Rhein- besatzung auf die Normalziffer in aller m Rechnung getragen worden wäre. So es ist, wird man sich der Befürchtung nicht chließew können, daß bei der Zusammen- 4 Briands mit Chamberlain keine für tschland günstige Lösung vorbereitet oder immengebraut wird. Die Befürchtung er- mt um so gerechtfertigter, als dieTi- s" gewissermaßen als Auftaktzu dem such des französischen Staats- ä s i d e n t e n einen reichlich unfreundlichen tikel gegendie deutsche Reichs- g i e r u n g veröffentlicht. Das Reichskabi- c wird beschuldigt, es treibe seit der Auf- >me der Deutschnationalen in die Regierung r andere Außenpolitik und suche durch eine äuschvolle Aktion Vorteile im Rheinlande erlangen, eine Methode, die schwerlichzuge- en werden könne. Jedes Wort zur Wider- ung dieser Behauptung ist überflüssig.

Obwohl derTemps" sich^gestern in einem mbar nicht ohne Fühlungnahme dem Quai ilrsay geschriebenen Artikel gegen die Be- iptung wendet, daß der bevorstehende Be- h Doumergues in London der Äusgangs- 'nkt einer vollkommen neuen englisch-franzö- hen Politik sei, für die Deutschland und die stitik für Locarno die Kosten tragen müßten, d erklärt, daß es sich vielmehr um eine Höf- »keitskundgebung und um eine Bestätigung r niemals verleugneten englisch-französischen eundschaft handle, so wird man sich vor der usion hüten müssen, als ob die Reise Bri­ds nach London von günstigem Einfluß auf ! deutsch-französischen Besprechungen sein 'rde, zumal von anderer Seite zugegeben rd, daß Chamberlain und Briand wichtige rsprechungen führen und dabei versuchen erden, ihre Ansichten über die aktuellen poli- chen Fragen in Uebereinstimmung zu brin- n. Man beobachtet in London augenblicklich ne außerordentlich große Zurückhaltung, rchdem man bemerkt hat, daß der franzö- che Generalstab einer Herabsetzung der ruppenstärke im besetzten Gebiete doch recht hebliche Schwierigkeiten bereitet. In der timmung des festlichen Empfanges wird man 5 jedenfalls doppelt vermeiden, Fragen auf- twerfen, die dem Besuchsgaste wahrscheinlich, icht gerade sehr angenehm sind. Außerdem ,ird der englische Außenminister, der sich im- ier in einer franzosenfreundlichen Politik ge» lUen hat, erheblichen Wert mindestens auf die iplomatische Unterstützung Frankreichs auf em Schauplatz der chinesischen Ereignisse egen. Es kommt ein weiteres Moment hinzu, as sich nicht gerade zu unseren Gunsten aus- oirft. Die Londoner Polizei hat mit echt eng- ischer Rücksichtslosigkeit einen schweren Kon« likt mit der russischen Handelsdelegation in London durchgekämpft. Sie hat trotz des hef­igen Einspruchs des russischen Geschäftsträ­gers Stahlkammern der Handelsdelegation ge« prengt, um sie nach gestohlenen Dokumenten tu durMchen. Der rufsrsch-engrtsche G^M»

satz hat sich erheblich verschärft und man spricht von einem Abbruch aller Handelsbeziehungen. In einer solchen Lage wird man in London den französischen Gast sehr pfleglich behandeln, während man wahrscheinlich keinen Anlaß steht, im Hinblick auf den deutsch-russischen Vertrag sich für deutsche Wünsche besonders zu erwärmen. Es läßt sich nicht verkennen, daß die deutsche Außenpolitik zur Zeit mit ungünstigen Konstellationen zu kämpfen hat. Es ist im höchsten Grade verwerflich, wenn die Linkspresse dafür in Uebereinstimmung mit feindlich gesinnten Kreisen des Auslandes dieRegierung des Bürgerblocks" verantwort- ich machen will. Denn die Forderungen, die üe deutsche Außenpolitik vertritt Vermin­derung der Besatzung und alsbaldige Gesamt­räumung sind keine Angelegenheit eines Tinzelkabinetts, sondern werden immer bis zu ihrer Erfüllung Forderung des gesamten deut­schen Volkes ohne Unterschied der Parteien sein.

Die geplanLen Ompfangs- fsèevUchikerie«.

Paris. 15. Mai. Die Abreise des Präsidenten der Republik Doumergue und des Außenministers Briand nach London ist auf morgen früh 8.15 Uhr angesetzt. Kurz vor mittag trifft der Sonderzug im Bahnhof von Calais ein, wo von den Behörden der Stadt ein kurzer Empfang veranstaltet wird. Hier­auf werden Doumergue und Briand mit ihren- Ge­folge den DampferInvicta" besteigen, der unver­züglich nach Dover abfahren wird. Drei Tupedo- bootszerstörer, drei Torpedoboote, sowie sechs Wasserflugzeuge werden bem Dampfer das Geleite bis zur Mitte des Kanals geben und dann von einer englischen Flotte der gleichen Zyjsammensttzung abgelöst werden. Die Ankunft in Dover ist auf 1 Uhr vorgesehen. Der englische Kronprinz und der französische Botschafter in London werden den Gästen an Bord ihres Dampfers den Willkommen- gruß des Königs von England überbringen. UH «" Uhr wird der Sonderzug in London eintreffen, wo der König, umgeben von den Mitgliedern der könig­lichen Familie seine Gäste erwartet.

Das weitere Programm dieses Besuches, der drei Tage dauert, sieht eine ununterbrochene Reihe glan­zender Festlichkeiten, Banketts und Empfänge vor Schon im letzten Jahre hatte Doumergue geplant, der Einladung des Königs von England Folge zu geben. Die innerpolitischen Schwierigkeiten in beiden Landern führten jedoch zu eiium Aufschub der Reise. Sie gewinnt unter den heutigen politischen Umstän den eine ganz besondere Bedeutung. Zwischen de-- Zeiten des offiziellen Programms können wichstae Besprechungen herausgelesen werden, die für d e Beziehungen zwischen den beiden Ländern und die Lösung der sie interessierenden Probleme au. '-g- gebend sein würden. Unter diesen dürsten aa erster Stelle die Rheinlands.derungen Deutschlands stehen. In Paris hofft man, cs werde Briana ge­lingen, Chamberlain für bi- Unterstützung d"s un­nachgiebigen französischen Standpunkts zu ge­winnen.

Me Rhernlattd-vase als Gaswi- vevhandlunasseaenfiand.

London, 15. Mai. LautObserver" werden Briand und Chamberlain anläßlich der Reise des Präsidenten Doumergue nach London, die am mor­gigen Montag stattfinden wird, vor allem über bi? Frage der Rheinlandräumung unterhandeln. Der Observer" schreibt, daß biee Angelegenheit im Zu­sammenhang mit der Locarnopolitik stehe. Strese­mann werde als einer der Stützpfeiler dieser Poli­tik angesehen. Man lege sich in englischen politischen Kreisen Rechenschaft davon ab, daß Stresemanns innere Position und damit die Locarnopolitik durch Unnachgi.ebigkeit in der Räumungsfrage bedroht würden.

DerG a u l 0 i s" schreibt, die 1. Frage, die in London zu lösen sei, sei die Frage der Rheinland- räumung, die Deutschland ohne Garantie für mili­tärische Sicherheit und Reparationszahlungen for­dere. Frankreich werde, wenn man es mit Deutsch­land allein lasse, den schlimmsten Druckmiteln des deutschen Nationalismus ausgesetzt fein, der seine Revanche vorbereite. Wenn England zu Frankreich stehe, werde Frankreich alle Garantien, die es haben muß, erlangen.

NvtattdS Attiwovt vertagt.

Paris, 15. Mai. Die Gerüchte, daß Außenminister Briand heute die Antwort auf die verschiedenen Demarchen des deutschen Geschäftsträgers erteilen werde, sind falsch. Die Antwort auf die deutschen Demarchen ist aller Wahrschemstchkert nach der Lon­doner Reise zu erwarten.

Gegen die ÄukveGtevhaèirmg Vee RhetntandvsßsGnng.

Paris, 15. Mai. Professor Victor Basch, der Vorsitzende der Liga für Menschenrechte, veröffent­licht einen Artikel, in de mer beweist, daß die Auf­rechterhaltung der Rheinlandbesetzring eine politische 'Anomalie ist. Er schreibt: Der Pakt von Locarno und die Verhandlungen von Thoiry stehen im offen­kundigen Widerspruch zu der Besetzung eines Ge­bietsteiles des einen Kontrahenten durch den ande­ren. Der Gintritts Deutschlands in den Völkerbund, der nicht nur angenommen, sondern ausdrücklich von den alten Alliierten gefordert wurde, ist völlig un­vereinbar mit der Besetzung. Tatsächlich können nur souveräne Staaten Mitglieder des Völkerbundes werden, d. h. Staaten, die übe£ eine völlige Unab­hängigkeit verfügen. Aber ein ^taat, von dem auch nur das geringste Stück seines Gebietes durch einen anderen Staat besetzt ist, wird eines Teiles seiner Souveränität beraubt. In dritter Linie eiidlich, und das ist das Argument der linksstehenden Deutschen, würde die Räumung des Rheinlandes den Rationa­listen den Todesstoß versetzen, deren hauptsächlichstes Propagandamittel darin besteht, ein Deutschland zu zeigen, das durch die frenide Besatzung erniedrigt wird, und ein Frankreich aufzuzeige'n, das in zyni­scher Weise seinen besiegten Gegner erniedrigt. Basch sieht die Lösung der Besetzungsfrage in einer Ver­ständigung mit Deutschland.

Was Rede NvlueavLs.

Paris, 15. Mai. Der Kongreß der nationalen Vereinigung der Frontkämpfer, der in Chermont Ferrand stattfand, ist heute mittag nyt einem Ban­kett abgeschlossen worden, dem außer Ministerpräsi- denk Poincare der Innenminister und der Pensions- minister beiwohnten. P 0 incar è hielt eine Rede, in der er die Außenpolitik Frankreichs nicht berührte, sondern nur zur Einigkeit mahnte und er­klärte, es fei die Aufgabe der Front- känrpfer, den Gedanken des Vater- l a n d e s gegen diejenigen z u verteidigen, die ihn zu öerbnnfeln suchten. Frankreich wolle im Völkerbund mit den anderen Söffern zusammen­arbeiten, damit es aber den Einfluß ausüben könne, auf den es ein Anrecht habe, müsse Frankreich, Frankreich bleiben und es dürfe sich nicht selbst ver­leugnen.

Gegerr eten Dezriich-vokEGen ÄnnShevunssveviuch.

Warschau, 15. Mai. Der nach Meldung der pol­nischen Presse von demokratischen Gruppen deutscher Parlamentarier ausgehende Gedanke einer Ein­ladung polnischer Sejmabgeordneter nach Berlin findet in der hiesigen Presse keine günstige Auf­nahme. Der linksdemokratischeKurjer Poranny" hält den gegenwärtigen Augenblick nicht für ange­bracht, eine Abordnung polnischer Parlamentarier noch Berlin zu entsenden, um damit gute Beziehun­gen zwischen dem Deutschen Reichstag und den Ab­geordneten des Warschauer Sejms zu manifestieren. Ein solcher Ausflug könne als Unterstützung der jetzigen Regierungskoalition oder als Versuch, sie zu entzweien, aufgefaßt werden. Die nationaleGa­zeta Warszawska" tritt diesem Gedanken ebenfalls entgegen. Das Blatt meint, man müsse, um diesen Gedanken realisieren zu können, noch etwa 15 Jahre warten, bis Deutschland eingesehen haben werde, wie ungerecht seine gegen die jetzige deutsch-polnische Grenze gerichteten Gelüste und wie nutzlos seine Verleumdungen und Intrigen gegen Polen seien. Die öffentliche Meinung Polens wende darüber wachen, daß unzeitgemäße Entgleisungen verhindert würden.

Soweit das W. T. B feststellen konnte, ist in hiesigen politischen Kreisen von einer solchen Ein­ladung nichts bekannt. Die unfreundliche Aufnahme durch die polnische Presse zeigt aber, daß derartige Versuche einer deutsch-polnischen Annäherung zur Zeit in Polen mit lebhaftem Widerspruch zu rechnen haben.

<Sine Wi«ih ««d- auf der Tagung des Gaues Ostpreußen des Reichs­banners Schwarz-Rol-Gold.

Königsberg, 15. Mai. Der Gau Ostpreußen des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold hielt am Sams­tag und Sonntag feine vierte Tagung in Königsberg ab. Am Sonntag nachmittag fand im Tiergarten eine republikanische Kundgebung statt. Bei der Be­grüßung der Gäste und der Vertreter der Behörden, soweit sie erschienen waren, wurde mitgeteilt, daß der Befehlshaber des Wehrkreises I der Einladung nicht Folge geleistet habe und daß den beiden für heute verpflichteten Militärkapellen durch den Stadt­kommandanten die Mitwirkung verboten worden sei.

Nachdem Bundespräsident Hörsjng, der Füh­rer des lettischen Arbeiter- und Schutzbundes, K a - l i H, aus Riga, und für die demokratische Partei Landtagsabgeordneter Dr. Grzimek gesprochen hatten, führte Reichskanzler a. D. Dr. Wirth u. a. aus: Die äußere Form der Republik ist solange gesichert, als wir auf dem Posten stehen. Entschei­dend ist jedoch der Geist, den wir in diesem Staate aufbringen. Die politische Entwicklung hängt ab von dem Charakter, den die deutschen Republikaner haben. Wir haben versucht, die ersten, Brücken zu ftVÄÄtfj-Ä WMMKMned, Was wir-gesät HobMitzaben^W«

dere geerntet. Ich habe aber das Gefühl, mit dem Tage, wo die deutschen Republikaner aussenpolitisch nicht mehr säen, können die Reaktionären nicht mehr ernten. AußenpoliüiÄ will es scheinen, daß die Reichsregierung von «»hu ;n einer Sackgasse steckt und daß nur durch reMdlikanische Führung und Arbeit diese Stagnation überwunden werden kann.

Eine Denkschvift des Reichs« bannet# Gchwavr Rot - Gow an den Neentz. Landtag.

Den Fraktionsvorständen der republikanischer Parteien im preußischen Landtag und sämtlichen Mitgliedern des preußischen Kabinetts ist, wie der Montagmorgen erfährt, im Laufe des Sonntags eine Denkschrift des Bundesvorstandes des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold zugegangen, in der eine Reche ernster Beschwerden über dienoch immer mangel­hafte Republikanisierung der preußischen Verwal­tung" znsainmengefaßt sind. Es handelt sich um die gleiche Beschwerdeschrift, die der Bündesvorschnk des Reichsbanners vor einigen Tagen dem preu­ßischen Ministerpräsidenten Braun übergeben hat

WèMtts-SeVboi aneb in G^Me«

Wie dieMontagspost" aus Dresden berichtet, hat der sächsische Minister des Innern beschlossen, den Wicking-Bund auch in Sachsen zu verbieten. Eine 'Anregring dazu sei bereits unter dem früheren Minister des Innern Müller erfolgt, doch habe die­ser davon abgesehen, weil der Prozeß gegen.Wickmg und Olympia noch nicht entschieden war. Nachdem jetzt der Staalsgerichtshos das Verbot des Wick-ng in Preußen bestätigt hat, wird Sachsen in den nächsten Tagen eine Bekanutnwchung erlaßen, wo nah der Wicking auch in Sachsen verboten wird.

j^ommttnMMe SsZ^wolitZs.

Berlin. 15. Mai. Als ein Opfer der kommu­nistischen Zentrale bezeichnet sich der frühere ver­antwortlich.- -Redakteur derRoten Fahne ,

Llese, in einem offenen Brief, aus dèm der ,'Vor- wärts" einige höchst charakteristische Einzelheiten mitteiit- Die Zentrale hatte Liese vor drei Jahren als Sitzredakteur engagiert: Er sollte die preßgesetz­liche Verantwortung für dieRote Fahne über, nehmen. Liese ging infolge her Notlage, in der er sich befand, auch auf den Vorschlag em. Anfang Jul 1925 ersuchte er den damaligen Chefredakteur, der Abgeordneten Hermann Remmele, ihn von der wei terèn Zeichnung zu entbinden, da sich die gegen ihn anhängigen Strafverfahren auf mehr al- 4C augehäuft hatten. Trotz seines Einspruchs murbi sein Name noch bis 6. Dezember als verantwort­licher Schriftleiter veröffentlicht. Durch die Amnestie des Sommers 1925 waren die 40 Strafverfahren eingestellt worden. Bis Ansang Dez. 1925 betrug die Zahl der neuen gegen ihn geführten Strafver fahren schon wieder 34. Da er Verhaftung befürch­tete, ersuchte Liese, wiederum ohne Erfolg, die Be­seitigung seines Namens.

Endlich wurde ihm von dem Abgeordneten Pieck, der Führer der Fraktion des preußischen Landtags, in Aussicht gestellt, daß er im Ausland verwendet werden würde. Als er dem Abg. Pieck, weil man dieses Versprechen nicht einhielt, im Landtag Vor­haltungen machte, ließ ihn Pieck durch einen Amts- diener aus dem Hause entfernen. Schließlich wurde er nach Prag verschoben, wo er als Steinkarrer feir Leben fristen mußte. Der Mohr hatte seine Schul- bigfeit getan und konnte gehen.

DerVorwärts" urteilt:Es ist die von Rußlonk nach Deutschland importierte Methode der Bolsche wisten, die hier angewendet wird. Die Arbeiter sind die mißachtete Masse, die für die bolschewistischen Zwecke angewendet wird wie ein fühlloses Werkzeug das. man nach Gebrauch zum alten Eisen wirft."

&nnbaebnna des ZEesr- bttbanbe# dev AKsefLeAiâ

Köln, 15. Mai. Der Zentralverband der An­gestellten hatte heute nachmittag anläßlich des 3 Verbandstages zu einer Kundgebung aufgefordert die in b6n überfüllten Sälen des Zoologischen Gar­tens stattfand. Als Redner sprachen der Verbands­vorsitzende Otto Hahn und die Reichstagsabgeordnc- ten Frau Klara Bohm-Schuch, Sollmann und Scheide­mann. Anstelle des Direktors des internationalen Arbeitsamtes Sfibert Thomas, der durch die Genfer Beratungen verhindert war, sprach der Sektionschci im Internationalen Arbeitsamt Berger über die großen Gedanken der internationalen Sozialpolitik.

SuttdevtrahVfeisv dev Gvrdidrefe KveLduvs.

Areiburg. 15. Mai. Die anläßlich des 100jährigen Bestehens der Erzdiözese Freiburg vorgesehenen Feierlichkeiten lockten viele tausende katholische Gläu­bige in die festlich geschmückte Stadt. Nunüu- Pacelli zelebrierte am Vormittag im Münster das Pontifikalamt, während der Erzbischof die Predig' hielt. Die Hauptseiery fanben im Laufe des Nach mittags unter ungeheuerem Andrang der Be»^ rung im Münster statt. In den Festreden wurden auf die geschichtliche Entwicklung der Erzdiozes eingegangen. In den Versammlungen spendete de, Nuntius den Gläubigen den päpstlichen Segen.

Areiburg, 15. Mai. Staatspräsident Dr. Trunk überbrachte im Laufe des Sonntaas dem Erzbtjiyy