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f^mm Giadi und Land
Das neueste,
—- Stresemann und Prof. Dr. Cassel-Stockholm sprachen auf der Tagung des deutschen Maschinen- iaus über Weltwirtschaftsfragen.
s' *— Zwischen Stresemann und Bttand hat ein Telegrammwechsel stattgefunden.
K — Tschangtsolin hat 21 Kommunisten, welche er bei der Razzia auf die Sowjetbotschaft hatte verhaften lassen, hinrichten lassen.
, — Der Rat der Volkskommissare beschloß, daß Ruhland an der Wehtwirtschaftskonferenz nicht teil- rehmen werde, falls bis Samstag dieser Woche eine teile Einladung in Moskau nicht eingetroffen sei.
— Mussolini ist zur freundschaftlichen Aussprache nit Belgrad bereit, will aber den Tirana-Vertrag nicht zur Erörterung stellen..
Wo bleibt die «olonial- volit» ?
Von Dr. P a u l L e u t w e i n.
Seit einiger Zeit ist es in Regierungs- kreisen wieder merklich still um die Kolonial- frage geworden. Und doch scheint es gerade jetzt angebracht, die Kolonialpolitik nicht ruhen zu lassen, wollen wir irgend welche Aussicht haben, endlich zu einem Mandat zu Kommen. Ohne Zweifel ist die Räumung des 'Rheinlandes die uns näher liegende Angelegenheit. Es ist indessen eine alte Erfahrung, dgß<'jede politische Frage, die man einschlafen läßt, mit Naturnotwendigkeit dazu, führt, die Rechtslage zu verschlechtern. In diesem Falle wird für die Mandatsmächte eine Art Gewohnheitsrecht geschaffen, auf das sie sich berufen, um die deutschen Ansprüche endgültig abzulehnett. Zumal bie Engländer sind eifrig an der Arbeit, ein Protektoratsrrcht über Ostafrika zu konstruieren. Und zwar hängt das eng zusammen mit der sich verschlechternden Stellung Eng- 1 lands in Ostasien.
Wie die Dinge in China liegen, hüt England ein Interesse daran, seine Stellung in Afrika zu verstärken. Hier ist die weitblickende Politik Englands schon geraume Zeit an der Arbeit. Der stärkste Vorstoß war wohl die englisch-italienische Protektoratserklärung über Abessinien im Frühjahr 1926. Dieses Vorgehen setzt England in den Besitz des Tanasees, womit es alle Quellflüsse bezw. Sammelbecken des Nils in seine Hände bringt. Damit wird nun wieder seine Machtstellung in Aegypten verstärkt, denn England könnte durch seine im Bau befindlichen Staubecken im Sudan und Abessinien Aegyptens Lebensader, den Nil, unterbinden. Mit Aegypten befindet sich England feit der Ermordung des vorigen Sirdar beständig in latentem Konflikt. England hatte daraufhin die feierliche Unabhängigkeitserklä- rung Aegyptens aufgehoben, konnte aber nicht verhindern, daß die angeblichen Mörder des Sirbar freigesprochen wurden. Jetzt hat Zaglul Pascha einen neuen Vorstoß unternommen, in- 3em er verlangt, daß England seine Truppen östlich des Suezkanals konzentriert, Aegypten also frei wird von englischer Besatzung. Dieser Vorstoß wird wohl noch keinen Erfolg haben, ist aber wieder ein Beweis, daß Englands An- s sehen durch Ostasien überall zu sinken beginnt.
Aus diesem Grunde ist England an der Arbeit, sich ein zusammeichängendes Kolonialreich in Nordostafrika zu verschaffen. Einer der Eckpfeiler dieses Reiches soll Deutsch-Ostafrika werden. Das gesamte Gebiet würde dann bestehen aus dem Sudan, Abessinien, Uganda, Vritisch-Somaki, Britisch-Ostofrika, Deutsch- Ostafrika, Zanzibar und Nyassaland. Zusammen ein Komplex von fast fünf Millionen Quadratkilometer mit rund 30 Millionen Einwohnern. Vor allem der Sudan und Uganda sind vorzüglich zum Anbau von Baumwolle geeignet, während Deutsch-Ostafrika für verschiedene Produkte in Frage kommt, Haupt- Achlich Kautschuk, Oelfrüchte und Sisalhanf. Vermutlich hat Deutsch-Ostafrika auch reiche Schätze an Metallen.
Wenn Deutschland wieder zu Kolonien kommen will, darf es nicht schweigen. Es darf aber auch nicht allein vorgehen. So bedauerlich das Vorgehen Mussolinis in Südtirol ist, so sind in kolonialer Beziehung Deutschland und Italien auf einander angewiesen. Mussolini hat England in Abessinien lediglich Vorspann- Dienfte geleistet, für die der Lohn noch aussteht. Außer dem relativ unbedeutenden Jubaland hat er durch den Wellkrieg keine Kolonien dazu erwerben können. Die im ganzen ziemlich großen italienischen Gebiete in Afrika verfehlen insofern ihren Hauptzweck, als sie Ms Siedlungsland nur in geringem Maße in Frage
Lebensiragen der Wett- tvMM
Gtresemann und Mel bei des Tagung des OetatMett MÄßMuesrdaues.
Berlin, 28. April. Der Verein Deutscher M a s ch l n e n b a u a n st a l t e n, der Spitzenverband der gesamten deutschen Maschincnindustrie, hielt am Donnerstag in Berlin unter ungewöhnlich starker Beteiligung und im Beisein zahlreicher Regierungsvertreter seine diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung ab. Der Vorsitzende des Vereins, Generaldirektor Dr. h. c. Reuter, hob in seiner Eröffnungsansprache hervor, daß in den gegenwärtigen schwierigen Zeiten jede Industrie auf Verständigung und Vereinbarung mit ihren Mitgliedern und mit den benachbarten Industrien angewiesen ist, wobei jedoch stets das Wohl des Ganzen im Auge behalten werden müsse. Dieser letztere Gesichtspunkt hat auch
die Haltung des Deutschen Maschinenbaues in der Frage des internationalen Eifenpaktes bestimmt, denn wenn auch dieser. Pakt im gewissen Sinne zu einer Monopolisierung der Eisenindustrie' führen muß, hat die eisenverarbeitende Industrie doch im Geiste der furchtbaren Zusammenarbeit innerhalb der deutschen Wirychaft und im Vertrauen auf die ihr von den Führern der Eisenindustrie gegebenen Zusagen dem Abschluß des Paktes keinen Widerstand entgegengesetzt.
Die auf dem Gebiete der. Handelsverträge erzielten Fortschritte sind zu begrüßen, aber die berechtigten Wünsche der Maschmenindüstrie sind keineswegs voll erfüllt worden. Erne meitere Besserung der Wirtschaftslage wird baotTh abhänaen, daß nicht neue Belastungen durch Lohnerhöhungen und Preissteigerungen geschaffen werden. Der Verbands- mäßige Zusammenichluß ber Maschinenindustrie zum Zwecke der gegenseitigen Hilfeleistung soll durch möglichst gleichmäßige Verteilung der Arbeit auf die noch bestehenden Betriebe die Existenz der leistungsfähigen Maschinenfabriken erhalten, bamit der deutsche Maschinenbau in Zukunft d'e ihm gestellten Aufgaben zu lösen vermag.
Hierauf entwickelte
KörchsauHekrmßnMes Ws. GLrrsss- MarsK
seine Ansichten über die künftige Gestaltung der internationalen Wirtschaftspolitik. Die nächste Zeit wird die Entscheidung bringen, ob nach dem bisherigen, nicht zu bezweifelnden Foitscyritl dec deutschen Handelsvertragspolitik die Zukunft weitere Fortschritte, einen Stillstand oder einen-Rückschritt bringen wird.
Dr. Stresemann betonte dann die Notwendigkeit der Erkenntnis hier und draußen, daß nur in der gegenseitigen Verflechtung des Staatenverkehrs und des Güteraustausches der Nutzen und Gewinn aller Volkswirtschaften gefunden werden kann. „Wir müssen uns", so fuhr er fort, „frei machen von dem Gedanken, als gäben Verluste und schlechte Absatz- nerhältniske im Exporthandel den Jndustrieen dèr Länder ein ausschließliches Recht auf den heimischen Markt. Wollten wir die inneren Märkte durch Einfuhrverbote und Zollschranken vollkommen abschließen, so würden sich die europäischen Länder bald in den tiefsten und engherzigsten Protektionismus verstricken.
Die Weltwirtschaft ist ein einheitliches Ganzes und es ist eine Auswirkung dieser von wirtschaftlichen Gesetzen beherrschten Zwangsgemeinschaft aller Glieder der heutigen Weltwirtschaft, daß ein jedes an dem wirtschaftlichen Gedeihen des anderen ein Interesse und Anteil hat".
Dr. Stresemann zitierte dann einen Wschnitt aus der Denkschrift, die- der Verein für die Weltwirtschaftskonferenz vorbereitet hat und worin gesagt wird, „daß der gegengensettige Austausch der maschinenerzeugenden Länder untereinander wesentlich wichtiger ist als die Ausfuhr nach den sich industrialisierenden Ländern".
„Leider hat sich", fuhr der Minister fort, „dieser Gedanke der internationalen Verflechtung und Arbeitsteilung noch nicht überall bei den Industriestaaten Europas durchgesetzt. Im Gegenteil scheine eine große Anzahl, insbesondere junger Staaten, durch hohe Zolltarife ihren Markt abschließen zu wollen, um neue Industrien großzuziehen, zu denen ihnen die Grundlage fehlt. Die Zollmauern, die diese Staaten um sich errichten, werden meistens als „Erziehungszölle bezeichnet. Man soll jedoch auch in der Zollpolitik ein Maximum des Lebensalters für den Abschluß der Erziehung festsetzen."
Auf die bevorstehende Wirtschaftskonferenz eingehend, betonte Dr. Stresemann, daß die nach Genf entsandten Vertreter nicht Delegierte, sondern Exponenten der deutschen Wirtschaft seien.
Die Hoffnung auf ein Gelingen der Konferenz sei begründet.
Wenn die Konferenz auch praktisch nur kleine tat- sächliche Ergebnisse bringe, so konnten auch diese doch von wichtigen Folgen sein, und wenn sie nur
kommen. Italien braucht aber Siedlungsland dicht wie die deutsche. Die Auswanderung im gleichen Maße als Deutschland. Seine jetzt Italiens ist noch größer als die deutsche Aus- 42 Millionen zählende Bevölkerung ist ebenso Wanderung. Reuerdings machen sich auch An-
Der.
in einem zukünftigen besseren, gegenseitigen stehen beständen. Auf die verschiedenen Hemmungen, unter denen die deutsche Wirtschaft leidet, insbejon- der auf das Erwerbslosenproblem eingehend, betonte der Minister die Gefahr dieses Problems, auch wenn man m der Lage sei, den Erwerbslosen finanziell helfen zu können. Angesichts des Verlustes an Rohstoffen, des Mangels an eigener finanzieller Fumüeruno müsse man in Deutschland das Letzte tun, um die innere Balanzierung und die Stellung Deutschlands, in der Vorkriegszeit wieder zu erlangen. Die frühere Weltmarktstellung sei aufgebaut gewesen im wesentlichen auf der Grundlage der verarbeitenden Industrie und der privaten ungebunde- nen Einzelwirtschaft. Diese müsse chre Dorkriegs- stellunq zurückgewinnen. Im übrigen wünsche man in Deutschland keine Autarkie, keine Abschließung von der übrigen Wett, sondern man sei hier mehr denn anderswo von der Notwendigkeit der großen
weltwirtschaftlichen Zusammenhänge überzeugt.
Nach der bedeutungsvollen Begrüßungsrede Dr. Stresemanns ergriff
ResßeNos Gustav EaNeS- GtsâoSm
das Watt zu einem groß angelegten Vortrag. Wenn man von den Störungen auf dem Gebiet des Geldwesens absieht, die jetzt größtenteils überwun» den sind, so sind in erster Linie die Störungen des internationalen Handels für die Notlage der Weltwirtschaft in der Nachkriegszeit verantwortlich. Durch hohe Zölle, Ein- und Ausfuhrverbote, Sub- "entt^nrn und zahlreiche andere Mittel der Handelspolitik ist ein freier Wettbewerb und eine natürliche Arbeitsteilung zwischen den Nationen weit stärker dem Kriege behindert. Die tieferen Gründe sind in einer Reihe von weit verbreiteten
als vor
hierfür sind ... ....„ — — - - -
fälschen Vorstellungen über wittschaftliche Zusam- menhänge zu suchen, so zum Beispiel in der Vor» stellung, daß die Kaufkraft der Well im Verhältnis zur Produktion zu gering sei und dies die Absatzschwierigkeiten verursache.
In Wirklichkeit deckt sich die Gefamtkraufkrast stets mit der Gesamtproduktion.
Ein anderer, den Protektionismus fördernder Irr» tum besteht darin, daß man einen höheren sozialen Standard gegen einen niedrigeren durch Schutzzölle verteidigen zu müssen glaubt. Dabei ist die Einfuhr umso vorteilhafter, je billiger sie ist, ganz gleich aus welchen Gründen. Schließlich spielt auch der Gedanke noch immer eine verhängnisvolle Rolle, daß es für das eigene Land vorteilhaft sei, Produktton mininer ^r t und Handel anderer Länder zu unterdrücken. So-1 geantwortet-
lange solche wirtschaftliche Wahnvorstellungen nicht ausgerottet sind, ist auf eine dauernde Gesundung der Weltwirtschaft nicht zu hoffen, denn derartige grundlegende Irrtümer führen zu Maßnahmen, die die Produktion vermindern und die Beweglichkeit der produktiven Kräfte hemmen.
Der Wonopo Ismus als das Bestreben, für gewisse Jnteres en eine bevorzugte wirtschaftliche Lage auf Kosten anderer zu schaffen, ist der große hemmende Faktor der Weltwirtschaft und die wichtigste Ursache ihrer gegenwärtigen Notlage.
Dlonopolistische Politik wird heute sowohl von den Kartellen und Syndikaten der Unternehmer, wie auch von den Gewerkschaften der Arbeiter getrieben. Die künstliche Hochhattung der Arbeitslöhne in gewissen Zweigen ist auch eine Ursache der anhaltenden . Arbeitslosigkeit in Europa, deren Fortdauer außerdem durch die staatliche Arbeitslosenunterstützung gefördert wird. Zu hohe Lohn- und Preis- forderungen und monopolitische Abschließung ge» wisser Berufe haben auch charakteristische Veränderungen in der Preisbildung ausgelöst. Die Produktionskosten sind umsomehr gestiegen, je höher die Produktionsstufen sind. Bei den . Fertigwaren ist somit die Verteuerung am größten. Das hat dazu geführt, daß die Kolonialgebiete weniger europäische Fertigwaren, insbesondere weniger Produktionsmittel kaufen können. Im Zusammenhang mit der verminderten Kapitalsbildung in Europa hat sich ferner die Kapitalsoersorgung der Kolonialgebiete verschlechtert, sodaß auch hier durch die wirtschaftliche Entwicklung der Rohstoffgebiete gehemmt worden ist. Eine Aenderung in dem Verhältnis zwischen Europa und der Kolonialwett ist heute eines der ernstesten und bedeutungsvollsten weltwirtschaftlichen Probleme.
Der Geschäftsführer des Vereins, Direktor Karl Lange, warnte in feinen Ausführungen zur Bilanz und Kritik der deutschen Wirtschaftskrise vor einer vorzeitigen Ueberbelastung der deutschen Wirtschaft, die sich noch im Zustand der Rekonvaleszenz befinde.
Professor Schmalenbach sprach sodann über die geschäftliche und finanzielle Seite der Rationalisierung für den einzelnen Bettteb.
8
Zeichen einer Wandlung der italienischen Politik Deutschland gegenüber bemerkbar. Italien greift sogar noch weiter, indem es die natürlichen Freunde Deutschlands, Ungarn und Oesterreich, in den Bereich seiner Interessen zieht. Dazu ist es, abgesehen von der Kolonialpolitik, auch durch die Lage auf dem Balkan gezwungen.
In kolonialer Beziehung hat die sonst erfolgreiche und zielbewußte Politik Mussolinis seit der Erwerbung von Iubaland im Sammer 1924 keine Erfolge mehr erzielen können. Abessinien kann man nicht als solchen buchen. England nimmt die Ausnutzung der Wasser- fräste des Landes in die Hand. Sonst wird noch viel Zeit vergehen, ehe eine europäische Macht aus Abessinien Vorteile ziehen kann. Der Abessinier arbeitet bekanntlich nicht, ist aber sehr kriegerisch. Mussolinis Versuch, in die Tangerkonferenz zu fommen, ist gescheitert. Nicht nur England, auch Frankreich tritt ihm hindernd in den Weg. So wird Italien gezwungen sein, mit der Macht zusammenzugehen, die nächst Italien kolonial am ungünstigsten gestellt ist, Deutschland, dessen Kolonien von der Entente gestohlen wurden. Mussolini hat auch vergeblich versucht, für Italien ein Mandat zu erhalten. So sehr in diesem Vorgehen eine Nichtachtung der Rechte Deutschlands steckt, muß der Realpolitiker doch einsehen, daß Deutschland nicht hoffen kann, bald seine ganzen Kolonien wieder zu erhalten. Da ist es immer noch bester, auch Italien erhält neben Deutschland ein Mandat. Das würde mindestens bedeuten, daß der Versuch Englands und Frankreichs, aus ihren Mandaten Protektorats zu machen, erstickt wird. So sehe ich also in einem deutsch-italienischen Zusammenwirken für beide Mächte nur Vorteile auf dem Gebiete der KoloniatpoMik.
TereseammweMer zwischen Vviand Knd Givefeman«
Paris, 28. April. Reichsaußenminister Dr. Stresemann hat an Außenminister Briant anläßlich seines 25jährigen parlamentarischen Jubi läums folgendes Glückwunschtelegramm gerichtet:
Sehr geehrter Herr Briand! An dem heutigen Tage, an dem es Ihnen beschieden ist, auf 25 Jahre eines an Ehren reichen politischen Lebens zurückzublicken, übersende ich Ihnen meine aufrichtigsten Glückwünsche und spreche die Hoffnung aus, daß Ihnen noch viele Jahre fruchtbringender Tätigkeit beschieden sein mögen.
AußenministerDriandhat Reichsaußen» minister Dr. Stresemann mit folgendem Telegramm
Sehr gerührt über Ihre Wünsche, danke ich Ihnen dafür sehr aufrichtig. Wenn ich den während 25 Jahre politischen Lebens durchlaufenen Weg zurückblicke, zähle ich die letzten beiden Jahre zu den fruchtbringendsten meiner Tätigkeit, während welcher wir im Interesse unserer beiden Länder und des Weltfriedens in gemeinsamer Verständigung dasselbe Ziel verfolgt haben.
Auch die Stadt Locarno hat Außenminister Briand zu seinem Jubiläum Glückwünsche über- mittelt.
Oie ^ottSovdassvsVhandörmseu.
Eine Entschließung des Evangelischen Landeskirchen- tags Württemberg.
Stuttgart, 28. April. Der Evangelische Landeskirchentag beschäftigte sich heute mit der Konkordatsfrage. In der Erörterung wurde darauf hingewiesen, wenn Vereinbarungen zwischen Staat und Kirchen über bestimmte Fragen getroffen werden, so entspreche das ber jetzigen Rechtslage des Verhältnisses zwischen Staat und Kirchen." Aber solche Vereinbarungen dürfen nicht mit Gegenleistungen andrer Art verknüpft werden. Der Vereinbarung von Konkordaten bedürfe es nicht, jedenfalls könne man in Württemberg Konkordate wie das bayrische nicht brauchen. Es wurde daraufhin einstimmig folgende Entschließung angenommen:
Die Ankündigung, daß Verhandlungen mit dem Päpstlichen Stuhl zum Abschluß von Konkordaten im Gange sind, hat in weiten Kreisen lebhafte B e - unruhigung hervorgerufen, zumal Umfang und Inhalt der geplanten Vereinbarungen nicht bekannt sind. Der Handeskirchentag spricht die bestimmte Erwartung aus, daß keine Abmachun -
aus, daß keine Abmachun
g e t r o f f e n werden, w o d u r ch d i e e v a n - gelischen Belange mittelbar oder unmittelbar beeinträchtigt werden, und daß nichts festgesetzt wird, was geeignet ist, den konfessionellen Frieden zu stören. Im übrigen behält sich der Landeskirchentag seine Stellungnahme vor.
Nach der Abstimmung gab der Kirchen- präs ident eine Erklärung ab, in der die würt- tembergische Staatsregierung gebeten wird, dahin zu wirken, daß die- Frage eines Reichskonkordats bald dergestalt ihre Lösung finde, daß der Beunruhigung des evangelischen Volksteils ein Ende gemacht werde.
gen