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Himmlische Rose«.

Ehret die Frauen, sie flechten und weben Himmlische Rosen ins irdische Leben!

So verherrlichte Schiller die schönsten Aufgaben : Frau, so sangen es in den verschiedensten Daria- nen die Minnesänger alter Zeiten. Sie wußten ht, daß sich das Frauenideal im Wandel der hrhunderte ändern würde, daß vieles, was einst i höchste Tugend der Frau galt, anderen Anschau- gen weichen würde. Äe konnten nicht ahnen, daß

Frau, deren ureigenste Ausgabe es in ihren gen war, eben die himmlischen Rosen ins Leben I Mannes zu flechten, in einer fernen nüchteren kunft mit sicherem Fuße im Erwerbsleben stehen, 3 sie den Kampf mit dem Leben mutig aufnehmen 6 in mancher Hinsicht mit dem Maäiue in den nkurrenzlampf eintreten würde.

Wenn wir freilich heute von jenen alten Zeiten m und von der Stellung der Frau in jenen ochen, so will es uns oft erscheinen, als fei von n einstigen Frauen ideal aber auch nicht das Ge- gste ubriggeblieben, als hätte der ewige Rhyth- s unserer Tage das liebliche Bild gelöscht und le dafür den neuen Frauentyp erschaffen, den eigenartigen: einmal das Sportsgirl und das lere Mal die im Berufsleben stehende Frau. Ist m nun wirklich die Frau vergangener Iahrhun- te, das Urbild derzüchtigen Hausfrau" für ner verschwunden? Ja und nein. Die Hausfrau T Tochter von früher konnte sich allerdings # bis auf den heutigen Tag erhalten, schon aus n Grunde nicht, well unsere Zeit des Hastens 1 des Jagens, die Zeit des auf die Spitze getrie« ten Existenzkampfes ein wett höheres Maß von forderunoen an unsere Frauenwelt stellt wie dies alter Zeit nötig war. Wir können heute keine tuen mehr brauchen, die einerseits lediglich ein uriöses Spielzeug des Mannes sind, andererseits

in ihrem Interestentreiss nicht über die tagtäg- en Pflichten der Hausfrau und Mutter erheben men. Das atemberaubende Tempo des Jahr, iderts verlangt weit mehr, verlangt vor allem den ringen Kontakt mit den Geschehnisten des Tages, langt Umsicht und weitschauenden Blick, um die »eiligen Erfordernisse des Tages zu erfassen und -zunutzen.

^!Da wären also leider in unserer nur allzunüch- nen Zeit diehimmlischen Rosen" aus dem Leben schwunden? Wären gleichsam zermalmt von er lebentötenden Maschine, die sichZivilisation" mt? Traurig wäre es, wenn es so sein sollte, he der Frau, die sich von einer poesielosen Zeit erjochen läßt, die den Sinn verliert für ihre ur* mste Aufgabe, nämlich das Leben trotz aller ihe und Kämpfe, trotz aller Hast des Tages schön ) wahrhaft lebenswert zu gestalten. Hier darf

allem nicht vergesten werden, daß es in die id der Frauen gelegt ist, eine Generatton heran, iehen, die neben der Arbeit des Lebens auch noch anderes versteht: nämlich das Leben zu leben! te feiern! Dos ist es vor allem, was wir heute sehr verlernt haben!Man muß die Feste feiern,

sie fallen", sagt ein altes Sprichwort. Es ist rbet wohl taum nur die ausgelassene Lustigkeit fchender Bälle und Gesellschaften mit Jazzband I Sekt gemeint; wenige nur verstehen es, ein Fest 1 Fest zu gestalten und es ist außerordentlich be- -erlich, datz gerade hierfür Unseren Frauen das men abhanden gekommen ist. Der von der Be- ^arbeit heimkehrende Mann muß täglich von em sein Heim als Oase in den Stürmen des «ns schätzen und lieben können unb es hängt zum ßen Teile von der Hausfrau ab, das Familien- n zu einem beglückenden und anregenden zu ge- ten. Nur für ferne Gäste ein gemütliches Heim bereiten ist auf die Dauer wenig erquicklich, auch Familienkreise muß jenes Fluidum geistiger Har­rie von der Hausfrau auf die Anwesenden über, en, das das Zusammenleben zu einem angeneh- T macht. Es sei das höchste Ziel jeder Frau, zu ^chen, daß sich chr Gatte täglich auf sein Heim it, daß er es als Mangel empfindet, wenn er ge- mgen ist, einen Abend in anderer Gesellschaft zu bringen als in der seiner Gattin. Hierbei soll ürlich durchaus nicht dem Zurückziehen von icher Zerstreuung das Wort geredet werden. Auch 'egung ist notwendig, um nicht schließlich auf m Punkt geistiger Interesselosigkeit zu gelangen. ' ollem wird eine kluge Hausfrau niemals "den nn mit hm Kleinigkeiten und Kleinlichkeiten der ichen Hausarbeiten ermüden, es ist felbstver- chlich, daß einem Manne hierfür das Interesse eht und Die Stunden, die die Familienmitglieder eigenen Heim vereinigt sehen, sollen der Aus- inung gewidmet sein. 'Daß diese Stunden froh

gemütlich sind, dafür sorgt die moderne Haus- i mit dem angeborenen Taktgefühl der Weiblich-

Josefine Schultz.

AttsKelichs MeELsLett.

Das ist wohl das schlimmste, was einem passieren 1, so meinen viele Hausfrauen, einen unehrlichen rschm im Hause zu haben, und wenn sie ein- in dieser Beziehung mit einer Hausangestellten ?d)te Erfahrungen gemacht haben, dann behaup- sie wohl, daß sie viel lieber in Zukunft alle Ar­allein machen wollten, nur um nicht wieder

3e Unannehmlichkeiten zu haben. Als selbstver- dlich aber gilt es, daß man das Mädchen, das i emes Diebstahls verdächtigt, sofort entlasten 3.

Dies ist alles durchaus verständlich, denn wenn 1 von einem Menschen weiß, daß er einmal un- ich gewesen ist, dann verliert man für alle Zu- ft dgs Vertrauen zu rhin und es ist jetzt eine

Selbstschutz, daß man solche Leute aus seinem ife entfernt, weil man ja nicht wissen kann, ob zunächst vielleicht kleinen Diebstähle nicht nur Anfang sind zu größeren, ob nicht das Mädchen ershelfer besitzt und einem eines schönen Tages ganze Wohnung ausgeräumt wird.

Vielleicht würde man aber doch eine andere Ein­ung zu diesen Unehrlichketten des Dienstperso- > gewinnen, wenn man sich einmal vergegenwär- n würde, wie sie dazu gekommen sind, wie ihre gangenheit, ihre Kindheit gewesen ist und sie zu dem gemacht hat, was sie geworden sind. Es ein sehr trauriges Kapitel, das Kapitel von der wahrlasung der Jugend. Wenn man etwa ein h liest, wie das von Prof. Dr. Werner Runge

D. Otto Rehm (Ueber die Verwahrlosung der «ndlichen" Verlag S. Karger, Berlin) dann wird m klar, wie hier doch nur zu einem ganz ge» ;en Teil von Schuld gesprochen werden kann wie angeborene Psychopathie oder Schwachsinn andererleits das unaünstiae soziale Milieu zu-

Das Neueste.

Dieser Pyjama oder Schlafanzug für junge Mädchen hat eine bedruckte Tunika und ein ein­farbiges Beinkleid. Hals, Armlöcher und der untere Rand der Tunika sind mit Seide in abstechender Farbe eingefaßt. An den Seiten ist eine Schleife angebracht, die der Tunika einen überfallenden

sammenwirken, um das leider so große Heer der verwahrlosten Jugendlichen zu schaffen, die sich nicht in die soziale Gemeinschaft einordnen können und zu ihren Schädlingen werden. Runge und Rehm haben es sich zur Ausgabe gestellt, in einem klinischen und einem sozialen Teil die wichtigsten Ursachen der Ver­wahrlosung der Jugmdlichen und ihre verschiedenen Typen klarzulegen Die Anschaulichkett des Buches wird dadurch erhöht? daß eine ganze Anzahl tat­sächlicher Fälle als Beispiele angeführt werden.

Was den Fall des Vergehens gegen fremdes Eigentum insbesondere anbetrifft, so weist der Ver­fasser darauf hin, daß oft die Vorstufe hierzu ein­faches Staschen bildet oder aber es ist bei den Kin­dern der Trieb ausschlaggebend, sich Spielsachen zu verschaffen. Sehr ungünstig wirkte sich in diesem Sinne das in der Kriegs- und Nachkriegszeit übliche Hamstern aus, das nur zu oft in Bettelet und Dieb­stahl ausartete. Es ist selbstverständlich, daß Kinder, die dazu herangezogen wurden, die dabei gelernten Künste auch bei anderen Gelegenheiten anwandten, denn es war wirklich für sie schwer, einzusehen, wieso diese in dem ersteren Falle erlaubt, sonst aber ein Vergehen sein sollten . . Ueberhaupt stammen diese Kinder, die sich später zu diebischen Jugendlich«, entwickeln, meist aus sehr traurigem Milieu, das ganz und garnicht dazu angetan war, in ihnen die mora­lischen Grundlagen zu legen.

Wenn man dies alles bedenkt, dann wird man nicht zu schnell mit der Verurteilung bei der Hand sein, wenn man eine Hausangestellte bei einer Un­ehrlichkeit ertappt. Sicher ist es, daß man eine solche nicht gut heißen und nicht ohne weiteres durch­gehen lassen kann, denn dies würde eine Ermuti­gung bedeuten. Aber es ist oft auch ein moralisches Unrecht, solch einMädchen sofort aus Dem Dienst zu entlassen, sie brotlos zu machen und sie vielleicht auf diese Weise in Verhältnisse zu bringen, in denen es mit ihr nur gar zu schnell ganz abwärts geht. Man soll sich auch immer fragen, ob man nicht das Mäd­chen selbst in Versuchung'geführt hat, indem man kostbare Sachen offen liegen ließ, Sachen, die zu besitzen vielleicht der sehnlichste Wunsch eines Mäd­chens ist, das immer nur Not und Elend gekannt hat und in dem mm seltsame Gefühle wach werden müssen, wenn es sieht, wie andere in Ueberfluß Ha-

Charakter verleiht und die aus demselben Stoff gemacht, wie die Ränder um den Hals usw.

Das Peignoir, rechts, ist aus bedruckter Foulard­seide gemacht mit einfarbigem Saum um den Hals und die Armlöcher. Die neuesten Modelle werden einfach mittels eines großen Knopfes auf der linken Hüfte geschlossen.

ben, was ihm nur ein Märchentraum zu sein schien. Wenn man aber so nicht allzuleichte Gelegenheit ge­ben soll, eine Unehrlichkeit zu begehen, so ist es nicht minder verkehrt, ein übertriebenes Mißtrauen zu zeigen, wodurch ein feindseliges Verhältnis ent­steht und die Angestellte in ihrer Menschenwürde gekränkt wird. Das ist aber das schlimmste, was man einem solchen, an sich nicht sehr gefestigten Menschen antun kann. Durch ein wirklich einsich­tiges menschliches Eingehen, geschickte pädagogische und osychologische Behandlung wird man es in manchen Fällen erreichen können, daß man dem jungen Menschen, der zu einem ins Haus gekommen ist und für den man so eine gewisse menschliche Verantwortung übernommen ' hat, helfen kann, innerlich fester zu werden und ein sozial wertvolles Glied der menschlichen Gesellschaft zu bleiben oder zu werden.

ÄttsWbSe^ fite Moblsabets- NMSSVittttStt.

Ueber die Anstellungsverhällnisse der Wohlfahrts- pflegerinnen berichtet die ZeitschriftDie Frau" auf Grund der Zahlen des Landesarbeitsamtes Ber­lin für die Zeit von 19241926. Danach sind im Jahre 1924 im ganzen 578 Arbeitsgesuche von Wohlfahrtspflegerinnen vorhanden gewesen (für Gesundheitsfürsorge, Jugendwohlfahrt und Wirt- schaftsfürsorge). Don diesen 578 Gesuchen konnte nur in 255 Fällen voll Genüge geleistet werden, d. h. so viele wurden in ihrem eigentlichen Beruf untergebracht, 15 fanden in anderen sozialen Beru­fen Verwendung, in anderen Berufen wurden 230 untergebracht und 122 Fälle blieben unerledigt. Im Jahre 1926 erhöhte sich die Zahl der Gesuche auf 696, davon wurden untergebracht: 355 im eigenen Beruf, 40 in anderen sozialen Berufen, 39 in nicht sozialen Berufen. Als nicht ausreichend erwies sich die Zahl der in der Gesundheitsfürsorge ausgebil­deten Kräfte, die Zahl der offenen Stellen übertraf hier die Zahl der angebotenen Arbeitskräfte, man mußte sich zum Teil mit nur hygienisch vorgebilde- ten Ersatzkraften begnügen. Für Jugendwohlfahrts­pflegerinnen liegt ein "dauernder Bedarf bei Er­ziehungsheimen und Anstalten vor. Schlechter sind die Aussichten für Berufsberaterinnen.

Atts dem Lede» dee «ette« ^ä«1

Frauenleistunxen, Bestrebungen und Erfolge.

Der Verband für Deutsche Frauenkleidung und Frouenkultur hat die Goldene Medaille der Gesolei für seine Leistungen erhalten.

Eine erfolgreiche Architektin ist Miß Corothy Bervis in London. Sie erhielt bemerkenswerter Weise einen Doppelpreis, und zwar eine goldene und eine silberne Medaille sowie ein Stipendium für eine Studienreise für ihren Entwurf einer Sied­lung für 350 Personen.

Ricarda Huch, die bekannte Dichterin, ist als erste Frau zum Mitglieds der Akademie für Dicht­kunst ernannt worden.

Zum Ehrendoktor der medizinischen Fakultät wurde in Königsberg die Vorsitzende der Vaterlän­dische Frauenvereine vom Roten Kreuz, Gräfin von der Groeben ernannt.

Hauswirtschaftskurse für weibliche Erwerbslose sind in verschiedenen Städten, so in Stuttgart, Bres­lau, Leipzig, Hildesheim u. a. auf Anregung und mit Hilfe dortiger Frauenorganisationen eingerich­tet worden und erfreuen sich guten Erfolges und wachsender Beteiligung.

Für den Schutz der weiblichen Angestellten trat auf der Generalversammlung der Internationalen Vereinigung für sozialen Fortschritt mit bemerkens­werten Ausführungen die Vertreterin des Verban­des der weiblichen Handels- und Büroangestellten, Frl. Mörke, ein.

Die Frau als Turnerin. Nach dem Jahrbuch der Turnkunst für 1927 der D. T. pflegen zurzeit von 12040 Vereinen 5561, also nahezu die Hälfte, das Frauenturnen, und die Zahl der Turnerinnen ist auf 173 327 gestiegen.

Aattswkvtschastliches.

Schneller Butterteig. 200 Gramm Butter, 206 Gramm Mehl, 2 Eigelb, 2 Eßlöffel Milch, 2 Eß­löffel Weißwein und etwas Solz. Die Butter fein- blätttig zu Mehl schneiden, die übrigen Sachen dazu geben und den Teig rasch und gut mit kalten Hän­den verarbeiten, messerdick auswalken und wie But- tertsig zusammenschlagen. Zweimal wiederholen, dann an einem kühlen Ort 24 Stunden rasten lassen. Sehr guter Teig für Apfel- und Nußstrudâ und für Posteten mit Wildhaschee gefüllt.

Kleider, Me aus zwei verschiedenen Stoff« g* macht sind, kehren bei jeder neuen Frühjahrsmoi^ wieder zurück. Sie sind scheinbar ziemlich beliebt Die großen Modeschöpfer behaupten auch, daß füi ihre Entwürfe keine einzige Kombination so meß Möglichkeiten bietet, wie die Zweistoff-Kleider; om ßerdem zeigt alles darauf hin, daß diese Kleidung in dieser Saison sehr populär werden wird.

Taffet und Georgette bild« eine fchr «overnt Kombination für Abemdkbeider und auch Satin mit Sammet bild« viele Möglichketteu. Sehr oft sieht man Kleider aus farbigem Satin, die mit brei­ten Säumen aus Sammet verseh« sind; aber es gibt auch Kleider aus Georgette, die meistens mit Säum« und breiten TaillenoSnderu aus Taffet kul entgegengesetzter Farbe garniert sind. Ost wählt mm»

Nr. 1323 Nr. 1324

auch einfarbiges Cinfaßband für bedruckte oder ans andere Weise verarbeitete Stoffe. Außerdem gibt es noch Kleider, bei den« der obere Teil und der Roch aus verschiedenem Stoff sind, so daß sie einiger* maß« dm Anschein eines Jumper-Kleides geben.

Wie man sieht, sind eine große Anzahl verschie« Dene Modelle und Entwürfe ohne viel Mühe za sinken, und außerdem hat diese Mode noch d« Vor­teil, daß man Reste aus früheren Saisons noch gut verwerten kann.

Nr. 1323 stellt eine Kombination aus einfarbig gern und geblümtem Crepe de Chine dar. Der Stoff ist zum Teil mit Blumenmotiven in Pastellfarbenl bedruckt, die den Rückenteil und die Seitmteile be»

decken. Die Vorderbahn ist aus einfarbigem, blau Crepe. Ein sehr ist um die Taill

bigem, blauem chmâler Gürtel aus gleichem Stoff e gebunden und wirkt auf diesg ngefähr 2,95 m breiter, bedruckt« es Kleid nötig und ungefähr l^

Weise fühlend. I Stoff ist für dies Meter breite, eins

arbige Crepe.

Unter Nr. 1324 find« wir wieder ein Kleid mit überfallender Bluse, das aus bedrucktem Crepe g« macht ist und dessen Garnierung aus einfarbigen Ei« faßdändern besteht, die natürlich mit der Haupifarb«, des bedruckten Stoffes harmonieren müssen. 21/3 Meter Crepe, 95 cm breit, hat man für dieses Klestf nötig und für die Gamierung ungefähr 1,25 m.