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Samstag den 23. ApiÄ 1927
Nr. 94
Aus Alte Wett.
Das Asiett im IKnibonk-RsoZetz.
Rom, 22. April. Das Sondergericht zur Verteidigung des Staates ist am Freitag abend %10 Uhr unter dem Vorsitz ds Generals Freri zur Urteils» Verkündigung im Prozeß gegen Zaniboni, Capello and die übrigen Mitangeklagten zusammengetreten. Das Urteil gegen die Hauptangeklagten lautet wie folgt:
Für den sozialistischen früheren Abgeordneten Zaniboni die gesetzliche Höchststrafe von 30 Jahren Zuchthaus wegen Verschwörung gegen die Staatsgewalt, qualifizierten Mordversuches und verbotenen Waffentragens unter lebenslänglicher Ab- trfennung der Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher llemter, für General Capello ebenfalls die gefetz- 8che Höchststrafe von 30 Jahren Zuchthaus wegen Mittäterschaft an der Verschwörung und Teilnahme im qualifizierten Mordversuch unter gleichzeitiger lebenslänglicher Aberkennung der Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter, für Ursella, der landesflüchtig ist, 30 Jahre Zuchthaus wegen Mitschuld an der Verschwörung und qualifizierten Mordversuches.
Einigung in den Verhandlungen mit den Reichsarbeitern.
Berlin, 22. April. Der Reichsminister der Finanzen, Dr. Köhler, hat heute vormittag Vertreter der am Tarifvertrag für die Reichsarbeiter beteiligten Organisationen empfangen. Die Aussprache hatte das Ergebnis, daß heute nachmittag eine Vereinbarung über eine ab 1. 4. 1927 in Kraft tretende neue Regelung der Arbeitszeit und der Lohnsätze unterzeichnet wurde.
Arbeitszeitschiedsspruch im mitteldeutschen Braun- kohlenbergbau.
Berlin, 22. April. In den Arbeitszeitstreitigkeiten lrn mitteldeutschen Braunkohlenbergbau wurden Noch zweitägigen Verhandlungen im Reichsarbeits- minifterium ein Schiedsspruch gefällt, der mit Wirkung vom 1. Juli ab eine Verkürzung der Schicht- ?eit im Gruben- und Abraumbetrieb von 12 auf 0% Stunden, in Brikettsfabriken, Schwelereien, Kesselhäusern und anderen durchlaufenden Betrieben vom 1. Oktober ab eine Verkürzung der Schicht- xeit von 12 auf 11 Stunden vorsieht. Diese Regelung läuft unkündbar bis zum 30. Juni 1928 und ist von Da ab mit sechswöchiger Frist zum Dierteljahresschluß kündbar. Die Parteien haben sich bis zum 25 April über Annahme oder Ablehnung des Schiedsspruches zu erklären.
Schwerer Grubenunfall auf Zeche „Shamrock".
Donne-Eickel, 22. April. Heute nachmittag ereignete sich im unterirdischen Betriebe der Zeche „Shamrock" durch Zubruch^ehen einer Strecke ein schwerer Grubenunfall. Beim Verbauen löste sich eine schwere Steinschicht und durchschlug die Hölzer. Die hierbei beschäftigten Arbeiter gerieten unter die stürzende Gesteinsmasse. Ein Bergmann wurde ge- lötet, einer erlitt lebensgefährliche, ein dritter leichtere Verletzungen.
Jährunglück.
Prag, 22. April. Aus Preßburg wird gemeldet: Durch die Regengüße der letzten Zeit sind die Flüße der Slowakei stark angeschwollen. Als eine zwölf- 1 fiebrige Arbeitergruppe mit einem Kahn den Hron- fluß bei Hronske Docokany übersetzen wollte, schlug der Kahn um. Vier Personen, drei Frauen und ein Arbeiter, sanden hierbei den Tod.
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Kochen der Wäsche
^<3 Weichmachen d. ^^^S Bereitung des Wassers â der Waschlauge _ .
sichern den erfolg Die locker in die fertig bereitete fogjtg ^ersil/auge ge legte Wäsche wird bei langsamem Erwärmen der £au> ge und öfterem Umrühren einmal eine Viertelstunde gekocht und nach Gbkühlen zuerst gut warm, danach kalt gespült.
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Henkel
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Die reitbffett MSnnev her Mett. ! Einer Plauderei des Washingtoner Korre
spondenten des „B. 2.“ ist zu entnehmen:
Als Neunundzwan^gjähriger baute Henry Ford bereits einen Motorwagen, der nicht Luxusgefährt, sondern Mossenprodukt, ein Verkehrsmittel für den kleinen Mann sein sollte. Es war ein wunderliches Fahrzeug, mit dem er damals durch Detroits Straßen kutschierte. Die Schutzleute trauten dem absonderlichen Chauffeur nicht über den Weg, und auch dem Publikum war keineswegs geheuer. Die ersten zehn Jahre des Geschäftsbetriebes der „Ford Motor Company" waren nicht leicht. Manche der Freunde, die den Grundstein mit gelegt hatten, fielen ab und ließen sich ihre Einlagen zurückzahlen. Im elften Jahre waren nur noch sieben Gesellschafter beteiligt. Und im sechzehnten kaufte Henry Ford selbst sämtliche Anteile auf — für 80 Millionen Dollars.
Jetzt erst hat das Publikum von allen diesen Dingen gehört. Einer von Fords ursprünglichen Teilhabern, der Senator James Couzens, hat einen Kampf gegen die Steuerbehörde auszufechten, der auf den seinerzeitigen Verkauf seines Anteils Ford zurückzuführen ist. Seine Einlage vor Jahren betrug 2500 Dollars (und Teil dieser Summe war auch noch pumpt!), die er später auf 10 000 höhte. Don 1903 bis 1919 erntete Couzens
an 24 ein ge- er- an
Jahren betrug Teil dieser ëi
Dividenden allein die runde Summe von fünf Millionen Dollars. Mit anderen Worten: er ver- zweitausendfachte sein Kapital! Dazuhin vermochte er noch die Gesamtheit seiner Anteile für 35 Mill. Dollars bares Geld zu verkaufen. In 24 Jahren waren aus 2500 Dollars 40 Millionen geworden. Ueber sieben Millionen Dollars hatte ^ouzens damals an Steuern zu entrichten; aber s:. "egierung hat entdeckt, daß sie dabei zu kurz ge.ammen ist, und fordert nun eine nachträgliche Steuerzahlung von-weiteren 9% Millionen. Der Prozeß ist noch nicht entschieden. Mit Ausnahme der ersten fünf die Ford in den Jahren des Aufbaus ihr Vertrauen nicht bewahrten, sind alle übrigen Teilhaber Multi- Millionäre geworden.
Heute ist Henry Ford und sein Sohn Edsel die alleinige Inhaber der Firma. Im Geschäftsjahr 1925 wurde ein Nettogewinn von 115 129 000 Dollars erzielt. Die Produktion betrug im gleichen Jahre 1 990 995 Ford-Wagen, 104168 Motor- traktoren und 8415 Lincoln - Automobile (Fords Luxuswagen). Mit Einberechnung der voraussichtlichen Gewinne des vergangenen Geschäftsjahres ergibt sich, daß die Gesellschaft seit ihrer Gründung einen Nettoverdienst von rund einer Milliarde Dollars aufzuweisen hat. Der Realwert der Ford- schen Unternehmungen einschließlich des Betriebskapitals wird auf 1,2 Milliarden Dollars geschätzt, und rückt damit an die erste Stelle unter den Krösussen des Erdballs.
Eine Aufstellung jüngsten Datums in den „Neuyork Ximes" ergibt folgende Reihenfolge der „reichsten Männer der Welt"
Henry und Edsel Ford, die Auto- mobilkönige" ....... John Rockefeller, Vater und Sohn die „Petroleumkönige" . . . Anderw Mellon, der Finanzmmi- ster in Washinton und sein Bruder ........
Der Herzog von Westminster
1 200 000 000
600 000 000
200 000 000
(England) " ...... 200 000 000
Edward und Anna Harkneß, Pe- troleummaanaten ..... 200 000 000
Sir Basil Zaharoff, der britische
Kapitalist . ....... 125 000 000
Das ist:sichtiges Waschen und das ist "zügiëjch mrfschafHiehes Waschen / Millionen Hausfrauen machen es so. warum nicht auch Sief Jn jedem Falle aber müssen Sie Persil allein und ohne Zusatz nehmen, und. wie gesagt, immer ka Haus lösen!
100 000 000
100 000 000
100 000 000
100 000 000
100 000 000
Der Geakwar v. Baroda (Indien) 125 000 000
Payne Withney, amerikanischer Eisenbahnmagnat ...... 100 000 000
George F. Baker und Sohn, Bankmagnaten in Neyork .... 100 000 000
Vincent Astor ....... F. W. Vanderbilt ......
Alfred Loewenstein (Belgien) . . . Baron H. Mitsui, japan. Reeder . Simon Patino (Bolivien) . . .
I P. Morgan, der Neuyorker
100 000 000
Bankier
Wahrscheinlich könnte die Liste noch vervollstän- digt werden durch Namen wie Rotschild, Guggenheim, Du Pont, Dodge, Thomas Lamont, Cyrus Curtis und andere, deren Vermögen auch zur 100» Millionen-Dollar-Klasse gehören dürften. Ganz zu schweigen von den 11000 Millionären, deren sich Amerika heute erfreut, die aber bei derartigen Uebersichten schon gar nicht mehr genannt werden, weil als „Millionär" jetzt nur mehr gilt, wer zum mindesten über ein jährliches Einkommen von einer Million Dollars verfügt.
Des KoâftÄSSes des KsrrdvoSS.
Amundsen besucht Look im Zuchthaus.
Ein Name, vor vielen Jahren in der Alten und Neuen Welt gleich berühmt, seither jedoch halb und halb in Vergessenheit geraten, tauchte dieser Tage in den Spalten der großen amerikanischen Blättern wieder auf. Es handell sich um den Polarforscher Frederik A. Cook, einen Mann^der durch eine damals noch unerhört kühne Forschungsexpedition Millionen und Abermillionen Menschen viele Monate hindurch in Atem gehalten und sich viele Jobre als Entdecker des Nordpols, als der einzige Mensch, dem es gelungen war, die Regionen des ewigen Eises zu erschließen, sich in Europa und Amerika halle feiern lassen. Er schrieb Bücher, hielt Vorträge und setzte den rasch erworbenen Ruhm mit seltener Findigkeit in Geld um. Er war bereits Herr eines kleinen Vermögens, als sich plötzlich herausstellte, daß Cook ein gewöhnlicher Schwindler sei. Er war nie auf dem Nordpol. Seine Angaben, die er in Büchern publizierte, waren freie Erfindungen und die angeblich von der Polargegend mitgebrachten Photographien erwiesen sich als geschickte Fälschungen. Mit dem Ruhm Frederik Cooks war es. nun mit einem Male zu Ende. Der Betrug war jedoch so geschickt durchgeführt, daß sich keine strafgerichtliche Handhabe bot, Cook zur Verantwortung zil ziehen. Zumal Frederik Cook lange Zeit hindurch daran festhielt, daß die Behauptung, er sei nie auf dem Nordpol gewesen, nur eine Verleumdung feiner neidischen Gegner darstellte.
E-ne Wendung in Cooks Schicksal erfolgte, als sich der angebliche Polarforscher im Zujammonhang mit einem Aktienbetrug größten Formats als ein ge- möhnlicher Hochstapler entpuppte. Es handelt sich um einen Betrug mit Oelaktien, die von Frederik Cook und einer Anzahl seiner Komplizen um viele Millionen verkauft worden sind. Die Aktien waren völlig wertlos, da die Gesellschaft, deren Name auf den Papieren stand, überhaupt keine Oelfelder besaß. Cook wurde verhaftet und abgeurteilt. Die Strafe lautete auf vierzehn Jahre Zuchthaus. Jin Zricht- Haus Leavenworth führte sich Cook vorbildlich auf. Vor einiger Zeit glaubte daher der Richter James Wilson, einem Gesuch des Häftlings entsprechen und seine Strafe auf fünf Jahre suspendieren zu können. Das ainerikanische Gesetz sieht solche Strafurlaube vor. Ist die Urlaubszeit verstrichen, muß der Häftling, der während der ganzen Zeit unter polizeilicher Kontrolle bleibt, ins Getgngenenhaus zurückkehren, wenn der Präsident der Bereinigten Staaten nicht mit einem Gnadenakt die restliche Strafzeit tilgt. Die
Suspendierung der Strafe bedarf jedoch der Zustie' mung der Staatsanwaltschaft. Die Entscheidung d. Richters James Wilson öffnet daher die Tore b, Gefängnisses vor dem Polarforscher nicht, da d Staatsanwalt seine Zustimmung zu der richterlich, Entscheidung verweigerte. So bleibt Cook tu eitert) im Gefängnis, das voraussichtlich erst nach der A bühung seiner Strafe, also in seinem fünfundsiebzi zigsten Lebensjahr, verlassen wird.
Frederik Cook hatte übrigens vor einiger Z, im Zuchthaus zu Leawenworth einen interessante Besuch erhalten. Ein wirklicher Polarforscher such den falschen an dieser traurigen Statte ar Amundsen erinnerte sich des Häftlings und beg< sich nach Leavenworth, um ihn zu sehen. Co schenkte Amundsen ein prachtvoll gesticktes Tasche tuch. Der einst erfolgreiche Hochstapler verbrin nämlich die Zeit im Zuchthaus mit Handarbeit und hatte namentlich in der Dersertigung di kunstvoll gestickten Taschentüchern eine große 6 wandthcit erworben. Amundsen soll mit Tränen; s den Augen das Zuchthaus verlassen haben.
Einen Teil seiner Zeit verwendet Frederik Co auf Verfassung von Aufsätzen, die für die Woche chrift der Zuchthäusler, betitelt „New Aera" l ttmmt sind. Er befaßt sich in diesen Zeitungsai ätzen hauptsächlich mit sozialen Problemen. ! einem seiner letzten Artikel gab Cook eine origine Anregung. Er wies auf die Vergeudung der $ beitskraft hin, die dadurch geschieht, daß niedril Arbeiten oft durch hochwertige Kräfte verricht werden. Vollwertige Menschen sollten nicht io Diener, Lakaien, Hausgehilfen usw. bedienstet w, den. Man sollte vielmehr die Tausende von Zwl gen, die in Dirgin-Jsland ein primitives Nomade leben führen, zuammenfangen und sie allmähb zur Verrichtung dieser primitiven Arbeit Hera ziehen. Mit solchen oder ähnlichen Gedanken m treibt sich Dr. Frederik Cook die Zeit, die ihm in è Zelle des Zuchthauses zu Leavenworth offenb viel zu lang ist.
152 000 Z'ga 'iien beschlagnahmt.
Berlin, 22. April. Wie die „Doss. Zttz." erfâh haben die Untersuchungsbehörden, die mit der Ai klärung des riesigen Banderolen- und Zigarette fälschungsbetruges betraut sind, in der vergangen Nacht zu einem neuen entscheidenden Schlage at geholt. Es gelang, eine der größten Fälscht .
geholt. Es gelang, eine der größten Fälschung zentralen, in der vorzugsweise beliebte Mark zweier großer Berliner Fabriken gefälscht würd« festzustellen. Ein Fuhrwerk, das sich auf dem We von der Fälscherwerkstatt zu dem Hauptabnehrr
befand, wurde in der Metzgerstraße von den 2 amten beschlagnahmt. 152000 gefälschte Zigarctt konnten sichergestellt werden. Mehrere Verhaftung, sind erfolgt.
Eine Dahnsinnskal.
Liebau (Kr. Landeshut), 22. April. Im benai barten Ullersdorf tötete heute der schwachsinni: Sohn eines Stellenbesitzers durch Axthisbe fein Vater. Der Täter wurde in die Irrenanstalt übt
WÜSTEN
Wacholder wirktWunder!
Ihr „Wacholder-Extrakt" hat del meinen rheumatischen Schmerzen Wunder gewirkt. Ich suhle mich letzt wie neu geboren. Ich kann laufen wie eine Diene. Schmerzen in meinen Gelenken ver püre ich überhaupt nicht mehr. Datch mich nun als gemein fühle usw. Berlin, 14. 9.26. 2t. W. So schreiben Diele über Reichel'» Wacholder-Exirakt. dee' , in Drag, und Apvlh. erhältlich ist, der vielen Aachap-nungsn " wegen achte man ober genau aut die „Mark« Medico* und ßinna Dito Reichel, Berlin Sy, Eilsndohnstrab« 4
J. Müller. Drogerie, Hanau a. M,
Zum Weiehmaehen des Wassers verrührt man vor Bereitung derJSauge einige ßandvoll ßenko 21 eich-Soda im 'Jfesset.r Gueh zum binweiehen istßenko ßleieh -Soda unübertroffen.
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