Einzelbild herunterladen
 

scheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben ionat RU., für den ganzen Monat RM. 2. ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag 15, «mstag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise- Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite A-Pfg- im ReNameteil von 68 mm Breite 25 R-Pfg. / Offertengebühr 50 R-pfg.

* Hl Mittwoch de«

202. Liadvsattg

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Lei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. / Fürplatzvorschrift wErscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet./Geschäftsstelle: Hammerstr.9 / Fernspr. 3956,3957,3958

192?

2O. ÄpvU

und Land

Das LLeseGK.

- Der Osterartikel des Reichsaußenministers Dr. uitfemann über die politische Lage, der auch von veröffentlicht wurde, findet in der Pariser se starke Beachtung.

- Auf dem Kongreß der Sozialistischen Partei rkreichs erklärte gestern Reichstagsabgeordneter tscheid, die Räumung des Rheinlandes und des rgebietes sei unbedingt notwendig für die end- ge Wiederherstellung des Friedens.

- Reichswirtschaftsminister Dr. Curtius besuchte Mailänder Messe; sein Aufenthalt ist jedoch 'r[et offizieller Natur.

- Die Regierung in Hankau verkündet die Ent- ng Dchiang Kai-scheks von seinem Posten als befehlshaber der Südarmee und fordert feine »aftung und Bestrafung. Die kantonesische Regie, I hat weiter eine sofortige Offensive gegen ang Kai-schek angeordnet.

- Das japanische Kabinett ist von General in Tanaka gebildet worden.

Steas VarkaKkvrmvmrs?

Zn Jugoslawien hat ein Kabinettswechsel gefunden. Das Kabinett Usunowitsch ist ^getreten und an seiner Stelle das Kabi- Wukitschewitsch gebildet worden. Dieser ierungswechsel hat nichts mit der Balkan- nung zwischen Italien und Jugoslawien nn. Er geht vielmehr lediglich auf inner- ^sche Gründe zurück. Das Kabinett, das dyefra&n ist, inu^g befürchten, im Parla- 1 von einem Teil seiner eigenen Anhänger Stiche gelassen zu werden, nachdem die all­eine Erregung über die rigorose Hand- ing der Polizügewalt eine starke Mißstim- g gegen die Regierung geschaffen hatte, (erinnert sich, daß die Opposition vor für» einen von der Polizei blutig geschlagenen in in der Skupschtina vorführte. Um dem rz zu entgehen, trat das Kabinett zurück, snpolitisch bleibt der Kurs derselbe, wie . der Umstand beweist, daß der bisherige enminifter als Minister ohne Portefeuille Kabinett bleibt. Der neue Außenminister inkowitsch gilt als außerordentlich befähig- Politiker und außerdem als ein gemäßigter in. Den Stempel der Mäßigung trägt im ZSN das gesamte Kabinett. Es setzt sich lich aus Radikalen und Demokraten zu- nen. Die Kroaten und Slowenen, die in schärfsten Kampfstellung gegen Italien n, sind an der Regierung nicht beteiligt, außenpolitische Lage har bei der ganzen 5 nur insofern ein Wort mitgesprochen, )ie Lösung sehr rasch erfolgte. Durch Ber- ng des Parlamentes bis zum 1. August illen innerpolitischen Verwicklungen fürs vorgebeugt.

luf jugoslawischer Seite hat sich die Lage geändert. Dagegen gehen seit einigen

;n Alarmmeldungen über die Haltung Jta- - in die Welt. Es wird behauptet, Musso­verweigere jede Verhandlung mit Jugo- ien über den Vertrag von Tirana, durch Albanien bekanntlich sehr eng an Italien tet worden ist. Unbestreitbar ist jedenfalls, die italienische Presse einen recht scharfen entschiedenen Ton anschlägt, und da sie r Staatsaufsicht steht, so führt sie ihre pagne gegen Jugoslawien sicher auf höhere img. Es kann aber doch wohl bezweifelt jen, ob man darin unter allen Umständen Vorspiel einer neuen Zuspitzung des Bal- onfliktes sehen muß. Bekanntlich ist in dem ilikt zwischen Italien und Jugoslawien eine dung eingetreten, als England aus Rück- auf seine schwierige Lage in Ostasien von ien Zurückhaltung und Bereitschaft zu un- elbaren Verhandlungen mit Jugoslawien ingte. Diesem Verlangen hat sich Mussolini gefügt. Er hat vor Ostern mit den Ver­llungen nicht beginnen wollen, weil ihm Karwoche ungeeignet dazu erschien. Jetzt dem Feste steht dem Beginn der Berhand- jen kein Hindernis mehr im Wege, wenn i auf beiden Seiten guten Willen hat. Die nes" scheint anzunehmen, daß der Wille italienischer Seite fehlt, denn sie greift ssvlini heftig an, wirft ihm Widerstand n die englischen Vermittlungsvorschläge und droht ihm mit der Anwendungan» r Mittel". Es ist möglich, daß diese scharfe ache des englischen Blattes lediglich eine wort auf die aggressive Tonart der italie- )en Presse darstellt. Es pflegt ja vor dem ünn von mündlichen Verbandlunaen immer

chanöau gegen Nanking.

Schanghai, 19. April. Ans chinesischen Quel­len wird gemeldet, daß die chinesische Regierung in hankau drei Erlasse veröffentlicht habe. 3n dem ersten wird Dchiang Kai schck von seiner Stel­lung als Oberbefehlshaber der naiionalisli- fchen Armee enthoben und seine Verhaftung und Bestrafung gefordert. 3n dem zweiten wird Feng Nutz siang zum Oberbefehlshaber er­nannt und ihm Teng Seng tschi, der INilitärgou- verneur von hohnau, beigegeben. Teng Seng tschi erhielt den Befehl, auf Nanking zu mar- schieren und Dchiang Kai schek anzugreifen. 3m dritten Erlaß wird der Abbruch aller Be­ziehungen mit Nanking vnd Schang- h a i angekyndigt.

Ehne von Dchiang Kai schek einberufene Kuominiang-Konserenz verkündete gestern in öffent­licher Sitzung die formelle Errichtung einer neuen Regierung in Nanking. An die verschiedenen Orga­nisationen und an die Schanghaier Gilden und die Handelskammer sind Befehle übersandt worden, heute zur Feier der neuen Regierung eine Ver­sammlung abzuhalten. 3n hankau befürchtet man einen Angriff Dchiang Kai scheks. 7000 Mann Truppen sind nach Wuhu entsandt worden, um einem solchen versuch zu begegnen.

Zur Feier der Proklamation Ranktngs als Sitz der neuen nationalistischen Regierung wurde heute eine Maissenversammlung abgehalten. Es wurden Entschließungen angenommen, in denen die A u s - stoßung der Kommunisten aus der national!stischen Partei und die Beseiti­gung der sogenannten einseitigen Verträge mit fremden Mächten proklamiert wurde. Anschließend veröffentlicht Genekal Dchiang Kai schek eine Pro­klamation, in der es heißt, die Kommunisten würden fair behandelt werden, bis auf einer Plenarsitzung des Vollzugsausschusses des nationalistischen Ver­eins über das Problem des Kommunismus im all­gemeinen Beschluß gefaßt worden sei.

Die von Dchiang Kai schek verkündeten Grundsätze pnb:'

1. Wiederherstellung des Kuomin- tang nach konservativen chinesischen Grundsätzen,

2. Fortführung der R evolution, um alle Chinesen um die nationalistische Flagge zu scharen,

3. Fortführung desFeldzuges gegen den Norden mit dem schließlichen Ziel der Ein­nahme Pekings,

4. Aufhebung der einseitigen Ver­träge und Rückgabe der ausländischen Konzessionen an die Chinesen durch Verhandlungen.

London, 19. April. Dchiang Kai schek hat eine Konferenz seiner Anhänger nach Nanking ein­berufen. Seine Maßnahmen gegen seine politisch ertremen Gegner sind in allen Provinzen an der Küste erfolgreich gewesen. In Kanton setzten seine Anhänger ein Verwaltungskomitee von fünf Mitgliedern ein. Nach Nachrichten aus guter Quelle wird die neue Regierung die ursprüngliche Kanton­fahne (weiße Sonne in blauem Felde) wieder auf­nehmen und das rote Feld, das seitdem hinzugefügt worden sei, fortfallen lassen. Nanking wird die Hauptstadt werden. Man sei im Begriff, ein Mini­sterium zu bilden. Man spreche davon, daß das Außenministerium der dem rechten Flügel der Kuo­mintangpartei angehörende S i s i w u übernehmen würde. Aus Hongkong wird gemeldet, daß der Kampf gegen die kommunistische Organisation in der Provinz Kwantung fortgesetzt wird. Alle Orga­nisationen in den kleinen Städten sind geschlossen worden. Die unter der Leitung von Bauern stehen­den Landesorganisationen leisten den gemäßigten Elementen noch Widerstand.

Paris, 19. April. Der Sonderberichterstatter der Havasagentur meldet aus Schanghai, die Aus­länder nähmen im allgemeinen die Ereig­nisse mit einer gewissen Skepsis auf. Gewisse Kreise nähmen an, daß es sich um -in tak­tisches Vorgehen handle, um die Wachsamkeit der Mächte einzuschläfern. Diese Kreise bezweifelten,.daß die Gemäßigten über die tatsächlichen Machtmittel verfügten.

so zu sein, daß die Presse sich gegenseitig mit heftigen Worten bekämpft. Man hat deshalb auch die Erwartung noch nicht aufgegeben, daß die Vertreter von Italien und Jugoslawien sich an den Verhandlungstisch setzen und fürs,erste eine Verständigung suchen. Mussolini durfte kaum geneigt oder imstande sein, einem ernst gemeinten englischen Druck Widerstand zu leisten, weil er weiß, daß er in einem Balkan­konflikt nicht gegen Frankreich und England zugleich kämpfen kann.

Was Deutschland anlangt, so stehen wir den streitenden Parteien nach wie vor mit voller Neutralität gegenüber. Es wird be­hauptet, Frankreich, Deutschland und England hätten in Rom einen gemeinsamen Schritt unternommen, um den Widerstand Mussolinis xu brechen. An dieser Nachricht ist kein wahres

London, 20. April. DieTimes" meldet aus Schanghai vom 19. April, trotz der Versprechungen Dchiang Kai-scheks ist die Lage in Nanking nicht besser geworden als früher. Kein Ausländer kann an Land gehen und das Plündern nimmt seinen Fortgang. Es würde ein großer Fehler sein, von Dchiang Kai-schek größeres Entgegenkommen zu erwarten, oder daß er seine Versprechungen besser halten würde, als die Kommunisten. Alle Fremden werden morgen Nanking verlassen um nach Schang­hai zu gehen.

ÄuevtvSsttche IustSnde in Ganka«.

London, 19. April. Die plötzliche Entsen­dung britischer Kreuzer nach Hankau wird in Schanghaier Meldungen damit begründet, daß die Angriffe der Chinesen auf dort vorüber­fahrende Schiffe zunehmen. Da aber anderseits das britische Konsulat in Hankau an Bord eines Fluß­dampfers verlegt worden ist, verstärkt sich hier der Eindruck, daß für den Fall, daß Tschen auch auf die nächste Note der fünf Dertragsmächte keine befrie­digende Antwort erteilen sollte, eine Flotten- kündgebung vor Hankau und vielleicht die Wiederbesetzung der den Engländern abgenommenen Niederlassung geplant sind, wodurch, wie man hier sogen hört, Großbri­tannien am wirksamsten sein Gesicht wiedergewin- nen würde, das es durch die Preisgabe der Nieder­lassung verloren habe. Zu dieser Theorie würde auch stimmen, daß die 300 noch in Hankau verblie­benen britischen Staatsangehörigen reisefertig am Ufer versammelt worden sind, und daß die dortigen Amerikaner ebenfalls auf einem britischen Dampfer fortbefördert werden sollen. Gleichzeitig wissen die britischen Berichterstatter zu melden, daß die Z u - stände in Hankau immer unerträg­licher würden. Die Sperre des Silbergeldes in den Banken durch die südchinesische Regierung habe zu einer Hungersnot geführt und die Volks- maffe in große Erregung versetzt, weshalb der japa­nische Konsul in Schanghai auf Sonderdampfern Lebensmittel nach Hankau sende. Auch aus anderen Orten im Gebiet der südchinesischen Regierung kom­men alarmierende Meldungen. In K i u k i a n g und N a n t s ch a n g soll ein Schreckensregi­ment der Kommunisten herrschen, und es soll überhaupt die ganze Provinz Kiangsi der Herrschaft Dchiang Kai scheks entglitten und in die Hände der radikalen Gei st er ge­rate n sein. Es ist natürlich unmöglich, zu prüfen, wie weit alle diese Nachrichten den Tatsachen ent­sprechen und wie weit sie ausgeschmückt und über­trieben worden sind, um den gegebenenfalls zu er- warrenden militärischen Kundgebungen der Machte nach Möglichkeit einen moralischen Hintergrund zu geben. Nach einer neueren Zählung sind rund 40 Kriegsschiffe gegenwärtig vor Hankau versammelt.

ArrLVeSsemsets an hie Gowdet- boiMaft.

Peking 20. April. Das Hauptquartier Tschanq- tsolms melbet, daß sich unter den in der russischen Botschaft beschlagnahmten Papieren Anweisungen an die Sowjet-Botschaft befunden hätten, in der es hecht:

Das <Wefiichc Volk müßte mit allen Mitteln 3U. Gewalttätigkeiten gegen Europäer im Allge­meinen und Engländern im Besonderen a u f g c - reizt werden, um internationale Interventio­nen in Lhma herbeizuführen. Auch die Plünderung und Ermordung von Ausländern sind empfohlen.

Die «eus SMWMSÄte-Äete vs» Äawtptk

London, 19. April. Reuter teilt mit, daß in der der angekündigten neuen Note an die natio­nalistische Negierung mit einer beträchtlichen Ver- âogerung zu rechnen ist, da die Pekinger Gesandten der Machte zunächst den Wortlaut gemeinsam ent­werfen und sich dann mit ihren Regierungen ins Einvernehmen setzen müssen.

Wort. Deutschland muß es den Nächbeteiligten und in zweiter Linie England und Frankreich überlassen, die Dinge am Balkan ins Reine zu bringen.

Das SrrsMattMGe AabSneLt ausssWattet.

Belgrad, 19. April. Die angesagte Sitzung der Kammer fand unerwarteterweise nicht statt Die ur­sprüngliche Tagesordnung enthielt zwar eine Be­sprechung der demokratischen Anklage gegen die früheren Minister, die allerdings infolge des Ein­tritts der Demokraten in die Regierung gegenstands­los geworden war. Doch war für heute wenigstens die Verlesung eines Ukas über die neue Regierung und eine Vertagung erwartet worden. Während die meisten Parteien einschließlich der Raditsch-Par- tei die neue Situation mit großer Zurückhaltung beurteilen, bezeichnet Pribicewitick, der Führer der

selbständigen Demokraten, den letzten Regierungs­wechsel als einen maskierten Staatsstreich. Durch ein heute veröffentlichtes Dekret ist die ordentliche Tagung der Skupschtina geschlossen und das Parla. ment auf den 1. August vertagt worden.

Wien, 19. April. Zu der Bildung des neuen jugo­slawischen Kabinetts berichtet dieNeue Freie Presse" folgende Einzelheiten aus Belgrad: Außer dem bosnischen Moslem Dr. Spaho sind alle Mit­glieder der neuen Regierung Serben, was zweifel­los eine Schwäche der Regierung bedeutet. Die fünf Portefeuilles, die jetzt nicht besetzt wurden, sollen angeblich später durch slowenische und kroatssch« Minister besetzt werden. Vier Minsster find Nicht- Parlamentarier, und zwar der Kriegsminister, ba Finanzminister, der Derkehrsminister und der Mi- nister für yorftmefen, Dr. Kumanudi, der gleich­zeitig Bürgermeister von Belgrad ist Don den 350 Stimmen in der Skupschtina verfügt die Regierung über 190. Es scheint aber, daß sie vorläufig oh« das Parlament regieren will.

Ättbehagen ht Gresland.

London, 19. April. DieTimes" hatten sich über« zeugt, daß eine Vogel-Strauß-Politik gegenüber dem Wiederaufkommen der italienisch-südslawischen Krije nichts hilft, und geben heute in einem Leitauffatz zu, das brutale und herzlose Stomrnimiqué, welches klüg­lich in Rom ausgegeben worden fei, zeige, daß man mit einer Hinausschiebung der erhofften Besserung in den Beziehungen zwischen Italien und Südslo- mien rechnen müsse. Das Blot kritisiert Ton und Sprache dieses Kommuniques in der amtllchen ita­lienischen Presse als durchaus ungeignet, diese Be­ziehungen zu bessern, und erklärt, daß beide den Eindruck erwecken, als ob die italienische Regierung impulsiv bestossen habe, Südslawiens Diplomaten vor der Türe warten zu lassen, was eine Verschie­bung der vorgeschlagenen Unterhandlungen auf un­bestimmte Zeit und eine weitere Deischärfung der Beziehungen zwischen Italien und Südslawren be­fürchten lasse. Mussolini und seine Räte scheinen die Schluffe zu sehen, welche man sicher aus ihrer Wei­gerung ziehen werde, irgendwelche Diskussionen des Tirana-Vertrages zuzulassen. Eine der ersten Dir. fuitgen dieser Weigerung sei die Bildung der neuen Koalitionsregierung in Belgrad gewesen.

DieTimes" konstatieren dann, die Enttän- s ch u n g über die Vereitelung der Hoffnung auf eine baldige Verständigung zwischen den beiden adria­tischen Mächten sei in London besonders groß, wo man Grund zu dem Glauben gehabt habe, daß Chamberlains Dermittlungsvorschlag von Mussollni, nach vorausgegangener Kritik, angenom­men worden sei. DieTimes" mahnen aber Musso­lini, daß man einen anderen Weg finden müsse wenn Dtussolini auf seiner unbeugsamen Haltung beharre, womit dieTimes", wie der ganze $u sammenhang zeigt, die Heranziehung des Völker­bundes meinen.

Paris, 19. April. ImEcho de Paris" kommt Pertinax bei Besprechung der südslawisch-italienischen Spannung zu dem Schluß, daß die südslawische Re­gierung offenbar beabsichtige, die Angelegenheit der» Völkerbund zu unterbreiten. Der Derfasser sieht vor­aus, daß in diesem Falle Genf bewegte Tage sehe« würde, denn, wenn der Tag von Tirana aüfgerolll werde, dürften bei der gleichen Gelegenheit auch alle anderen Verträge besprochen werden, die im Wider- spruch mit dem Völkerbundspakte stehen. Südslawien täte aber besser daran, wenn es zunächst die Aktive Chamberlains abwarten würde. DerM a t i n" da­gegen kommt zu dem Schluß, daß die Angelegcnbeü ohne Verzug dem Völkerbund unterbreitet werder sollte. Der Ton, den die italienischen Zeitungen ge gen Südslawien anschlagen, lasse deutlich erkennen daß der Augenblick für die Vermittlung des Völker­bundes als gekommen erachtet werden müsse. De' Konflikt könne nicht durch Schweigen aus der We' geschafft werden. Wenn dies auch geschehe, so würde er morgen mit doppelter Gewalt wieder ausbrechen und so könnte es für den Frieden zu spät sein.

Für den Grad der Spannung zwischen Italien und Jugoslawien ist ein Artikel desI in per v" charakteristisch, der sich aus Zara melden läßt, daß die südslawische Regierung für^ben Fall eines Nva f.iktes mit Italien bereits heimlich Verfügungen ge i rossen habe. So müßten die Wehrpflichtigen b" Inseln sich im gegebenen Augenblick aufs Festland flüchten. Zweck dieser Maßnahme sei nicht nur. ivüc Leute einer Isolierung durch die ital. Marine zu ent ziehen, sondern die Möglichkeit sofortiger Trupven bildung zu schaffen, ohne das Dekret einer allge­meinen Mobilisation abwarten zu müssen.

Die âsrsivoßSs d§V &$?h^o waffenhsEeMms.

Amerika beharrt auf feiner Forderung.

Genf, 19. April. Im Redaktionsausschuß für bis Abfassung des Abkommensentwurfs über die Kon­trolle der privaten Waffenherstellung, der unab­hängig von dem Vorbereitungsausschuß für die Ab rüstungskonferenz heute unter dem Vorsitz des Gra­fen Bernstorff wieder zusammentritt, war der amerikanische Vertreter nicht erschienen. In einem Schreiben begründete er sein Fernbleiben damit, daß Amerika unbedingt darauf beharrt, daß auch die staatliche Wassenherstellung miteinbezogen werde. Ein Ergebnis der Arbeiten ist unter diesen Um» ständen nicht zu erwarten, da, wie die heutige Sitzung sofort zeigte, die Japaner und Italiener sich ausdrücklich gegen die Mitrechnung der staat­lichen Herstellung wenden. Die für November ge­plante Konferenz für die Kontrolle des Waffenhan­dels wird daher ebenso ins Wasser fallen, m--- große Abrüstungskonferenz