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GEVM-ÄUZMMV M

Kimms GiÄvi und Land

1928

Dienstas den

19, SlprU

scheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Sezugspreis: Für den halben onat Jmi.-, für den ganzen Monat IM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag is, amstag 12 5t»pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite R-Pfg.. im ReNameteil von 68 mm Breite 25 R-Pfg. /Ofsertengebühr50 R-Pfg.

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Bei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. / Für Platzvorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet./Geschäftsstelle: Hammerstr.9 / Fernspr. 3956,3957,3958

Das UeveKe.

Aus Anlaß des fünften Jahrestages des Ab- iiffes des Rapallo-Vertrages erfolgte ein Tele- nmwechfel zwischen Litwinow und Stresemann. In Wien fand im Rahmen eines großen irtfeftes eine Anschlußkundgebung statt.

Das japanische Kabinett hat demissioniert, nso ist die aegyptische Regierung zurückgetreten, er das Belgrader Kabinett. Letzteres ist bereits gebildet.

Nach Berichten aus Mexiko ist der nord- ikanische Staat Chibuahua im Aufstand gegen Bundesregierung Calles. Der Gouverneur des ates habe sich an die Spitze der Aufständischen üt, die sich anschiâten, den Bundestruppen in Bergen bei San Buenaventura Widerstand zu en.

' -ekâR KZ Ns sMMKMÄS- 8« Sss ZreMMssi.

Ein rechtsstehendes Blatt, dieDeutsche tung", hat kürzlich die Behauptung aufge-, t, es fei beabsichtigt, neue Einnahmequellen den Rahmen des sogenannten Dawesplanes zubeziehen. In diesem Zusammenhang wur- besonders aufgeführt ein angeblich beab- tigtes Tabaksmonopol, die Erweiterung des mntweinmonopols, dis deutsche Zuckerpro- tion und die Reichspost. Es war, wie sofort h amtlich versichert wurde, ein falscher trm. Von keiner Seite ist auch nur der ge- zste Versuch gemacht worden, den Dawes- n nach irgend einer Seite zu erweitern. Da rtschland feinen Verpflichtungen stets pünkt- und genau nachgekommen ist, so liegt auch )t der 'geringste Grund vor, Pläne dieser 'überhaupt zu erwägen. Man kann des- b der halbamtlichen Versicherung wohl mben schenken, daß es sich bei der erwähn- Alarmmeldung um eine ganz haltlose nbination handelt. Die Diskussion hat aber h dazu beigetragen, die Aufmerksamkeit auf Reichspost zu lenken. Aus diesem Grunde g der Reichspostminister Schätzel es für not- ndig gehalten haben, in einer Unterredung, veröffentlicht worden ist, auf die Notwen- keit einer rein staatlichen und vollständig abhängigen Postverwaltung hinzuweifen, r Minister hat dabei auf die Behauptung Deutschen Zeitung" Bezug genommen ? sie als unbegründet zurückgewiesen, üchwohl hat er dieser Frage, die nun einmal geworfen worden ist, doch so viel theore- j he Bedeutung bergemessen, daß er näher auf eingegangen ist. Man wird daraus schlie-

1 können, daß der Reichspostminister es für gf ig hält, beizeiten ein Warnungssignal für jenigen zu errichten, die etwa einmal auf t Gedanken kommen sollten, die Reichspost va in ähnlicher Weise als unmittelbare Trä- ;s rin von Entschädigungsleistungen in An- uch zu nehmen, wie es mit der Reichsbahn chehen ist.

Der Reichspostminister hat hervorgehoben, ß die Post Aufgaben zu erfüllen hat, die eine

) 'vate Erwerbsgesellschaft niemals erfüllen nn, und daß sie deshalb überall in den $än= n des Staates" liegt. Er zählte dazu dis Wah- ng des Briefgeheimnisses, des. Telegramm- Heimnisses, des Fernsprechgeheimnisses und tter die Aufrechterhaltung von Betriebs­eigen, die im allgemeinen Interesse liegen, e z. B. die Briefbestellung nach dem flachen mde, der Postscheckverkehr und anderes mehr, ! aber mit Verlust arbeiten. Auch der Zei- ngsvertrieb wurde von dem Minister in die- n Zusammenhang erwähnt. Allen diesen 'ünden ist sicher entscheidendes Gewicht bei­messen. Man hat in der Tat nur die Wahl, man die Post als eine reine Erwerbsgefell- aft betrachten will, die nur nach dem Ge- Htspunkt des Geldverdienens arbeitet, oder man ihr auch kulturelle Aufgaben zuweist, s nicht nach rein geschäftsmäßigen Gesichts- mkten gelöst werden können. 3m Interesse r Allgemeinheit muß man sich unbedingt für e zweite Wahl entscheiden. Und da sich die eichspost in diesem Punkte doch recht erheblich 'N der Reichsbahn unterscheidet, so ist in der at der Gedanke an eine Privatisierung der ostverwaltung zu irgendwelchen Zwecken von herein mit aller Entschiedenheit zurückzu- eisen.

Bei dieser Betrachtung fällt noch ein ande- T Punkt ins Gewicht, auf den der Reichspost- linister nicht eingegangen ist. Wir haben bei er Annahme des sogenannten Dawesplanes ns damit einverstanden erklärt, daß ausser

Ms deutM-vM. Nsrishunse«

Telesvammwschfel rwttchert LS-wirrsw rZKd Girresemantt.

Berlin, 17. April. Der stellvertretende Volkskom­missar des Auswärtigen der Sowjetunion, Herr L i t w i n 0 w, hat gestern an den Reichsminister des Auswärtigen, Dr. Stresemann, das nachstehende Telegramm gerichtet:

Am fünften Jahrestage der Unterzeichnung des Rapallovertrages, welcher die Grundlage der freund­schaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und der Union festgslegt hat, betrachte ich es als meine angenehme Pflicht, Sie, Herr Reichsminister, sowie die Reichsregierung zu begrüßen. Unsere beiden Regierungen haben stets an den Prinzipien des Rapallovertrages festgehalten, was besonders auch beim Abschluß des Vertrages vom 12. Oktober 1925 und des Berliner Vertrages vom 24. April 1926 zum Ausdruck gekommen ist. Die Regierung der Union ist der vollen Ueberzeugung, daß die Be­festigung und der Ausbau der freundschaftlichen Zu­sammenarbeit zwischen Deutschland und der Union vollkommen den Interessen beider Länder entspre­chen. Ich bin fest überzeugt, daß die im Laufe der fünf Jahre sich so gut bewährten Grundsätze des Rapallovertrages auch im weiteren die Voraus­setzung für die günstige Entwicklung der sowjet­deutschen Beziehungen bleiben und für die Wäh­rung des Friedens, der für die Völker der ganzen Welt so nötig ist, dienen werde."

Der R ei ch s a u ß e n m i n i st e r hat Herrn Litwinow darauf mit falzendem Telegramm geant­wortet:

Für die freundlichen Worte, die Sie, Herr Volkskommissar, aus Anlaß des fünften Jahrestages des Vertrages von Rapallo an mich gerichtet haben, danke ich Ihnen verbindlichst. Sie können überzeugt sein, daß die Gedanken, die Sie in Ihrem Tele­gramm zum Ausdruck bringen, nicht nur bei mir persönlich, sondern auch bei der Reichsregierung lebhaften Widerhall finden. Ich teile Ihre Ueber­zeugung, daß die auf der Grundlage des Vertrages von Rapallo eingeleitete und durch den Vertrag vom 12.'Oktober 1925, sowie durch den Berliner Vertrag vom 24. April 1926 bekräftigte freundschaft­liche Zusammenarbeit zwischen der Sowjetunion und Deutschland, den Interessen der beiden Länder dient, und hege den aufrichtigen Wunsch, daß die in jenen Verträgen festgelegten Grundsätze sich auch in Zu­kunft bewähren und zur Erhaltung des allgemeinen Friedens beitragen möge."

Ms GUAUNAKS âsss £ Mie- SsttÄveffes.

Moskau, 18. April. Heute wurde der vierte Räte­kongreß der Sowjetunion durch Kalinin im großen Staatstheater eröffnet. In der Diplomatenloge sah

den Mitteln des Etats noch bestimmte Ein­nahmequellen für Entschädigungszahlungen verwandt werden. Dieser Kreis darf unter keinen Umständen erweitert werden, wenn wir in der Lage bleiben sollen, auch nur notdürftig für unsere eigenen Lebensinteressen zu sorgen. Das trifft nicht zuletzt auf die Postverwaltung zu. Die Post ist bekanntlich aus dem allge­meinen Reichshaushalt ausgeschieden. Sie hat hat ihren eigenen Haushaltsplan, den sie nicht nur nach fiskalischen, sondern auch nach kauf­männischen Gesichtspunkten aufstellen und durchführen soll, und steht nur noch durch einen parlamentarischen Verwaltungsrat mit dem Reichstag in Verbindung. Das bedeutet aber nicht, daß das Reich auf Einnahmen aus der Postverwaltung verzichten könne oder verzich­ten wolle. Das Gegenteil ist der Fall. Unsere gespannte Finanzlage wird uns voraussichtlich dazu zwingen, die Post mehr als bisher für die Ausgaben des Reiches in Anspruch zu neh­men. Bisher hat die Post jährlich 70 Millionen zu den Reichsausgaben beigesteuert, ein Be­trag, der gewissermaßen als Verzinsung des in der Reichspost angelegten Kapitals betrachtet wurde. Es ist sehr die Frage, ob das Reich sich weiter mit einem solchen Betrage begnügen kann. Vor der endgültigen Verabschiedung des Voranschlages für 1927 hat der Reichsfinanz­minister Dr. Köhler in voller Uebereinstim­mung mit den Regierungsparteien angekün­digt, daß dringende Aufgaben, wie z. B. die Erhöhung der Beamtenbesoldung und die Er­höhung der Kriegsbeschädigtenfürsorg, noch in diesem Jahre erfüllt werden sollen. Ueber die Deckung der neuen Ausgaben ist man sich noch im Unklaren. Es ist aber schon ernsthaft über den Vorschlag diskutiert worden, die Reichs­post in Zukunft statt mit 70 mit 200 Millionen im Jahrb zu den Reichsausgaben heranzu­ziehen. Der Post wird es dann Vorbehalten bleiben, den Mehrbetrag von 130 Millionen etwa durch Portoerhöhung aufzubringen. Ob dieser Plan praktische Gestalt gewinnen wird.

man sämtliche Vertreter der fremden Staaten, dar­unter den Doyen des diplomatischen Korps, den deutschen Botschafter Graf Brockdorff-Rantzau. Die Versammlung nahm die Wahl der Präsidiumsmit­glieder durch Akklamation vor. In dem von Rykow abgegebenen Regierungsbericht wurden die Lage in China und die Haltung Rußlands gegenüber den jüngsten Ereignissen in Peking unter Betonung der friedlichen Bestrebungen der Sowjetunion ausführ­lich erörtert.

Die VokßswivèMaft in dev SoMäMssr.

Moskau. 16. April. Der Vorsitzende des Rates der Volkskommissare, Rykow, hat in seiner Rede auf dem Allrussischen Rätekongreß über die Wirt­schaftslage in der Sowjetunion folgendes aus­geführt:

Die Anbaufläche beträgt nunmehr 105 Prozent der des Jahres 1916; der von dieser Fläche erzielte Ernteertrag beläuft sich auf 92 Prozent. Der Anbau technischer Kulturen hat eine Ausdehnung erfahren und übersteigt die Vorkriegsnorm um ein beträcht­liches. Im Jahre 1925/26 waren insgesamt 2 Mil­lionen Hektar angebaut. In der RSFSR, waren 1925/26 rund 13 000 Traktoren in Betrieb. Die Er­zeugung von landwirtschaftlichen Maschinen ist gegen die Vorkriegszeit um 20 Prozent gestiegen. Zur Bekämpfung der Dürre sind für das Jahr 1926/27 17 Millionen Rubel gegen 12,7 Millionen Rubel im Vorjahre angesetzt.

Im laufenden Jahre wird in der Industrie der RSFSR, ein Zuwachs von 22,6 Prozent zu ver­zeichnen sein. Für die Industrie der RSFSR, ist für das Jahr 1926/27 eine Kapitalsanlage in der Höhe von 190,5 Millionen Rubel gegen 158,7 Mil­lionen Rubel im Vorjahre angesetzt worden. Von den 643 iMllionen Rubel, die in der Industrie der Sowjetunion investiert werden sollen, entfallen über 340 Millionen Rubel auf dieJndustrie der RSFSR. In diesem Jahre wird zum Bau großer Fabriken, wie z. B. einer Landmaschinenbauanstalt in Rostow a. D., einer Traktorenfabrik in Stalingrad und einer metallurgischen Fabrik in Kertschr geschritten werden. Es werden Vorarbeiten zum Bau einer Fabrik auf dem Berg Magnitnaja im Ural aus­geführt: in Tuapfe werden Naphta-Destillierwerke errichtet usw. Zu den größten Anlagen, die in die­sem Jahre in Angriff genommen werden sollen, ge­hört die Semiretschensk-Eisenbahn, die von großer Bedeutung für die Entwicklung der Industrie ist. Eine weitere Riesenanlage ist der Wolga-Don- Kanal; diesem Plan schenkt die Regierung die größte Beachtung.

steht noch dahin. Sicher ist aber auf jeden Fall, daß wir die Reichspost nicht nur für Staats­zwecke, sondern auch für Staatsausgaben un­eingeschränkt nötig haben und daß deshalb von irgend einer anderen Zweckverwendung nie und nimme r die Rede sein kann.

Girr KmeâKZrsv KbeZ dieKsvMon to DatVssraMtMÄSn.

Newyork, 16. April. Professor James Shot­well, der Inhaber des Carnegie-Lehrstuhles für internationale Politik an der Berliner Hochschule für Politik, ist nach Scmesterschluß nach Newyork auf Urlaub zurüügekehrt.

lieber seine Eindrücke in Deutschland befragt, er­klärte er, daß Hindenburgs Prestige im Wachsen sei, während das des Kaisers abnehme. Die deutsche öffentliche Meinung trete für den Völkerbund ein. Shotwell warnt seins Landsleute davor, daß die Stimmung in Deutschland die Wage der Stim­mung Europas gegen Amerika noch mehr senke, wenn nach 1929 die Daweszahlungen weiter wüch­sen und nicht Vorkehrungen getroffen würden, um die Last zu erleichtern.

Oie Aw DSB âs«iVoAe des

Der Berliner Korrespondent desJournal" hatte am 15. April berichtet, die alliierten Militärattaches in Berlin hätten bei der Botjcl-afterkonferenz gegen die Haltung der deutschen Militärbehörden ^pro­testiert, weil diese ihnen nicht gestatteten, den Fort­gang der Zerstörungsarbeiten an den Festungen von Königsberg, Küstrin und Glogau an Ort und Stelle zu verfolgen. Der Reichswehrminister habe ihnen geantwortet, daß die Kontrolle beendet sei, und daß nun ein deutscher Offizier nach Ausführung der Zerstörungsarbeiten einen Bericht ausarbeiten werde, in dem Deutschland den Alliierten mitteilen würde, daß es die letzten Cntwaffnungsbestimmun- gen erfüllt habe.

Hierzu berichtete die Agentur Havas am Abend des 15. April, es sei richtig, daß die alliierten mit- tärischen Sachverständigen, die mit der Kontrolle der Durchführung der letzten Entwasfnuugsklaujcl in Deutschland beauftragt seien, Schwierigkeiten bei der Verfolgung der Zerstörungsarbeiten an Ort und Stelle beaeanet seien. Die alliierten Vvrirbatter

in Berlin hätten bei den deutschen 58d)örben pro« testiert.

Hierzu erklärt das Wotffbureau: Die Meldung desJournal" entspricht nicht ganz den Tatsachen. Es ist bekannt, daß von den im Dezember und Ja­nuar endgültig geregelten Restpunkten der Entwosf- nungsfragen einige, wie namentlich die vereinbarten Zerstörungsarbeiten an den Ostfestungen, praktisch noch der Durchführung bedürfen. Die Durchführung ist im Gange und nimmt ihren normalen Verlauf. Von einer Kontrolle der deutschen Maßnahmen in der Form, wie sie von der JMKK. ausgeubt wurde, kann nach der Zurückziehung dieser Kommission keine Rede sein. Dagegen entspricht es der Natur der Sache, daß über die Durchführung der deutschen Maßnahmen eine authentische Feststellung erfolgt. Hierüber finden fortwährend diplomatische Erör­terungen statt, an denen auch die auf Grund des Genfer Protokolls vom 12. Dezember den beteiligten hiesigen Botschaften zugeterlten Sachverständigen be­teiligt sind.

Ergänzend hierzu wird aus Paris gedrahtet: Offiziös wird mitgeteilt, daß der Znüjchenfall an­läßlich der interalliierten Kontrollienrng über die Schleifung der deutschen Ostfestungen beigelegt ist Nachdem der französische und engi-sche Dotickiafter in Berlin bei der deutschen Regierung vorstellig ge­worden waren, sei den Militärattaches ike notwen­dige Erlaubnis erteilt worden die Kontrâeiuch, vorzunehmen.

ÄlttfMEttttdsebuns dev SstetweSthisGen Sozialifteu

Wien, 18. April. Im Rahmen eines großen Sportfestes veranstaltete die Sozialdemokratische Partei eine Anschlußkundgebung. Das sportliche Er­eignis war ein FuUuill-Länderkampf zwischen aus­gewählten sozialdemokratischen Mannschaften Deutschlands und Oesterreichs, wobei Deutschland mit 3:1 siegte. In seiner Ansprache während einer Spielpause erklärte Nationalrat Deutsch: Wenn ein Habsburger den ungarischen Königsthron besteige, so ist auch in Oesterreich die Republik be­droht. Dann aber ist die sofortige Proklamierung des Anschlusses die einzig mögliche Rettung. Reichs- ranjler a. D. Hermann Müller führte in seiner Rede u. a. aus: Wir kennen auch Grenzen, die nicht trennen. Angebllch sollten die Verträge von Ver­sailles und St. Germain das Selbstbestimmungsrecht der Völker lösen, aber für das deutsche Volk ist dieser Gedanke nicht durchgeführt worden. Ich kann Ihnen versichern, daß im alten Reich alle Par­teien von rechts bis links im Ziel zum Anschluß einig sind. Man soll aber die Ge­duld des deutschen Volkes nicht zu lange mißbrau­chen. Die Republik in Dsitschland steht fester denn je. Wir wollen ein freies Reich der Deutschen, in welchem sich nach dem Anschluß ein jeder Oester- reicher wohl fühlen soll.

D!e âottivolle bet? betonten 2taftnnd0-3nbnrtt!ie.

Genf, 18. April. Morgen tritt hier unter Vorsitz des deutschen Mitgliedes Graf Bernstorff die Kom­mission zur Vorbereitung einer Konvention für die Kontrolle der privaten Rüstungs-Industrie zusam­men. Wie erinnerlich, sollte zu diesem Zweck im No­vember dieses Jahres eine besondere Konferenz vom Völkerbund einberufen werden, falls nicht bis dahin die allgemeine internationale Abrüstungskonferenz zustande gekommen ist. Da dies zurzeit als ausge­schlossen gilt, beanspruchen die Arbeiten der genann­ten Kommission ein besonderes Interesse, weil von ihrem Verlauf der endgültige Beschluß des Völker­bundsrats im Juni abhängen wird, ob es zu der Sonderkonferenz für die Kontrolle der privaten In­dustrie für Munition und Kriegsmaterial kommt. Die Aussichten dafür scheinen aber nicht glänzend zu sein, weil die Amerikaner auf ihrer Forderung beharren, daß die staatliche Rüstungsindustrie in Kontrolle einbezogen werden soll, was von mehre­ren anderen Kommissionsmitgliedern abgelehnt wirk und überdies auch die vom Völkerbundsrat umschrie­benen Aufgaben der Kommission übers d)reiter würde.

M<to&M$imMe& des MWt. Vaviek â'arâeWs.

Paris, 18. April. Gestern hat in Lyon der 24 Nationalkongreß der französischen sozialistischen Par­tei begonnen. Es nehmen etwa 400 Delegierte da­ran teil. Der sozialistische Abgeordnete Paul-Bon­cour hat der Presse mitgeteilt, daß er den Verhand­lungen nicht beiwohnen wird. Eine Reihe auslän­discher sozialistischer Delegierter verfolgt die Arbeiten des Kongresses, barunter bie Reichstagsabgeordnelen Breitscheidt und Kurt Rosenfeld, ferner Delegierte aus Schweden, Belgien, Georgien, Südslawien, Palästina und der Tschechoslowakei. Bereits in bei gestrigen Vormittagssitzung unternahm ein Dele­gierter des Seinedepartements einen Vorstoß im Falle Paul-Boncour, ein Fall, der nach der Ge­schäftsordnung erst am Mittwoch zur Verhandlung kommen soll, indem er eine vom sozialistischen Be­zirksverband des Seincdepartements angenommene Entschließung, den Mitgliedern der Partei zu ver­bieten, eine bürgerliche Regierung im Völkerbund zu vertreten, dem Kongreß unterbreitete. Man müsse, so begründete der Redner die Entschließung, an die Folgen dken, die sich für den Sozialismus aus den Aktionen imperialistischer Regierungen ergeben könnten, die allein im Völkerbund Stimme hätten und deren gefährliche Haltung allen Machenschaften die Tür offen liefe. Ein weiterer Redner vertrat den