scheint täglich mtt Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Le zugs preis: Für den halben? nd RM. 1-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag 15, mstag 12 5t»Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Äreiie %»pf^ im Reklameteil von 68 mm Äreite 25 R-Pfg. / Offertengebühr 50 R-Pfg.
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Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ✓ Lei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Sezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Sezugspreises. / Fürplatzvorschrist u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet./Geschäftsstelle: Hammerstr. 9 / Fernspr. 3956,3957,3958
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. Im Reichsrat wurden die Anträge der fisch«! Regiétimg zum RepvbMschutzgesetz an- «men.
- Reichspostminister Schätzel wandte sich gegen Serüchte, wonach die Reichspost zur Ermög. tg der Dawesabgaben in ein Prioatunter- en umgewandelt werden solle.
- Der Vorbereitungsausschutz für die Ab- ngstonferenz behandelte gestern die Frage der rwachung des künftigen Rüstungsstandes.
- Die systematische Ausweisung von Beamten, tat memelländischen Behörden nicht genehm t# wird fortgesetzt.
See TsudemviroreS von âolmav.
)as französische Parlament hat einen Tag rr als der deutsche Reichstag die Oster- n angetreten. Die letzten Verhandlungswaren nur von ganz geringem politischen resse. Man hat davon abgesehen, kurz vor -n noch wichtige Beratungsgegenstände in riff zu nehmen. So sind die drei großen ;èn, die die französische Oeffentlichkeit schon Anfang des Jahres beschäftigen, das tärgefetz, der neue Zolltarif und die Wahl- m für die Sommertagung aufgespart )en, die am 10. Mai ihren Anfang nehmen . Auch über das Zündholzmonopol wird i die Entscheidung fallen, denn Poincarë entschlossen, die Regierungsvorlage trotz - Ablehnung durch den Finanzausschuß der imer aufrecht zu erhalten. Die Frage der lreform ist in der Ausschußberatung nur sam vom Flecke gekommen, so daß sich ihre Gestaltung und den Termin über ihre ibschiedung durch die Kammer noch nichts 1 läßt.
)as politische Interesse, das die Kammer- andlungen nicht zu fesseln vermochte, ist von dem Kolnlarer Prozeß in Anspruch mmen worden. Man hat in Paris die landlungen mit denkbar größter Span- 1 verfolgt, obgleich man sich über den Aus- I des Prozesses von Anfang an kaum im aren war. Es war an sich schon ein großer . daß Abbe Haegy, der Vorkämpfer der ischen Autonomiebewegung, seine Sache den Schranken des Gerichts zu verteidigen : (tatsächlich war er und nicht sein Beleidi- n den Augen der französischen Oeffentlich- ber Angeklagte). Dieser elsässische Priester t in Wort und Schrift in seinem Heimat- e eine hervorragende Rolle. So gibt er rere Zeitungen und Zeitschriften in deut- Sprache heraus. Auch auf der Gegenseite )en bekannte Figuren. Die Beklagten M das „Journal,,, eine bekannte Pariser ung, und ihr Korrespondent Edouard ey, der in dem genannten Organ vor n Vierteljahr eine Reihe von Artikeln über Elsaß erscheinen ließ und darin dem Abbe st) vorwarf, er werde ebenso wie seine Bema von deutschem Gelde finanziert. Der üsche Geistliche erhob Klage auf Zahlung Schadenersatz und auf Bestrafung wegen idigung sowohl gegen den Verfasser der °el wie auch gegen die Zeitung. So kam u den Verhandlungen vor dem Kolmarer vurgericht, die sich zu einem politischen ^enzprozeß ersten Ranges entwickelten.
)ie Verteidigung der Pariser Zeitung schierte in großer Form auf. An ihrer J je stand Henri-Robert, einer der bekann- a Pariser Rechtsanwälte und zugleich Mit- ) der Kammer. Ein früherer Minister und anderer Abgeordneter waren daran betei- Richt weniger als 77 Zeugen waren ge= a, um zu beweisen, daß Abbe Haegy, wie „Journal" behauptet hatte, ein Feind nkreichs, eine Gefahr für nationalen Frie- und Sicherheit und ein Helfershelfer der schen Revanche sei. Natürlich hat die genvernehmung von alledem nicht das ge= ste bewiesen. Darauf kam es dem Pariser t und seinen Hintermännern auch garnicht Der Zweck des ganzen Prozeffes war, die fische Autonomiebewegung an den Pran- zu stellen. In den letzten Monaten hat ! Vewegüng immer mehr Boden gewon- Jm Anfang hat sie der französischen entlichkeit keine großen Sorgen bereitet. 1 war auf gewisse Schwierigkeiten der Vermag in Elsaß-Lothringen gefaßt, glaubte • sie rasch überwinden zu können. Tatsäch- aber wuchsen die Schwierigkeiten von Jahr >ahr und es zeigte sich immer mehr, daß die eration. die obne Derübruna mit Krank-
rrüftuttgskontroUe des Vöwe«- bundeS?
âer«e AbvüAutts dsv FZvèttssM^ÄVS. - A^8ehrrts«s dmr RUMnss- kontvoAe des LSASksvbrtsrdes durch ÄMssWa. - AutvÄse dev deuLWeu DeSesairors.
Genf, 13. April. Die vorbereitende Abrllstungs- kommission schloß heute vormittag die Debatte über die
Beschränkung der Luslrüstungeu ab. Es wurde ein rumänisch-französischer Antrag behandelt, der die Veröffentlichung sämtlicher Angaben über die im Laufe eines Jahres hergestellten oder eingeführten Zivilflugzeuge fordert.
Graf Bernstorff
gab hierbei eine Erklärung ab, in der er unter anderem betonte, der französisch-rumänische Antrag gehe von dem Gedanken aus, der jedes zivile Flugzeug und jeden Zivilflieger als eine Reserve für das militärische Flugwesen im Kriegsfälle auffasse. Deutschland und Amerika schätzen jedoch den militärischen Wert des zivilen Flugwesens als militärischer Reserve gering ein. Der militärische Wert hänge davon ab, wie man ausschließlich militärische Faktoren, die die a u s g e b i l d e,t e n R e s e'r- D i ft e’n und das Flugmate rial bei der Ab- rüstung erfasse. Die von dem Antrag geforderten Maßnahmen seien jedoch geeignet, die Entwickelung der zivilen Luftfahrt zu hemmen, und brächten schwere Gefahren für die allgemeine Wirtschaftslage mit sich. Es werde damit der Beginn eines neuen militärischen Wettrüstens erreicht werden. Die deutsche Delegation müsse sich ihre endgültige Stellungnahme hierzu vorbehalten, bis der deutsche Antrag über die Beschränkung des entscheidenden militärischen Faktors der ausgebildeten Reservisten und des Kriegsmaterials gefallen sei.
Der amerikanische Delegierte Gibson schloff sich voll der deutschen Erklärung an und unterstrich nochmals die bereits von Graf Bernstorff geschilderten Gefahren, die der Antrag mit sich bringe. Gibson legte sodann einen Abänderungsantrag vor,- nach dem nur der tatsächliche Bestand an zivilen Flugzeugen veröffentlicht werden soll. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen.
Die Kommission trat dann in die Beratungen der Bestimmungen des französischen Konventionsentwurfes über die
Schaffung eines ständigen internationalen Kontrollorganismus
ein, dem die Durchführung der Abrüstungskonvention übertragen werden soll. Der Kommission sollen Vertreter der Ratsmitglieder und der im Völkerbund nicht vertretenen Staaten angehören. Der Kontrollorgnismus soll den Rüstungsstanü der Staaten kontrollieren und das Recht zur Anordnung einer Untersuchung an Ort und Stelle haben.
Die heutigen Verhandlungen begannen mit einer
Erklärung de» amerikanischen Delegierten,
der die Schaffung eines internationalen Kontroll- syslems im Jlamen ‘her amerikanischen Regierung kategorisch a b l e h n t e. Die amerikanische Regierung könne sich als Richtmitglied des Völkerbundes weder einer Jurisdiktion von Organen des Völkerbundes unterstellen, noch einer Konvention zuftim- men, die eine internationale Kontrolle der Rüstungen bezwecke. England, Japan, Schweden, Italien und Chile hätten bereits in den Verhandlungen der Unterkommission der vorbereitenden Abrüstungskom- miffion das internationale Kontrollfyslem, da es undurchfuhrbar fei und lediglich eine
reich ausgewachsen war, sich heftig gegen ein Aufgehen in die französische Verwaltung sträubte. Sie hing sehr stark an dec Elsässer Mundart und nahm an der französischen Verwaltungs- unÄ Gerichtssprache Anstoß. Sie hing ebenso an der Religion und wollte von der Verweltlichung der Schulen nichts wissen. Dazu kam die Abneigung gegen die Verwaltungsbeamten, die als Stockfranzosen der Bevölkerung auf die Nase gesetzt wurden, eine ausgesprochene Günstlingswirtschaft trieben und für einheimische Verwaltungsorgane keinen Platz mehr ließen. Aus allen diesen Quellen der Unzufriedenheit hat die Autonomiebewegung starke Nahrung gesogen und deshalb hielt man es in Paris durchaus für notwendig, eine Gegenkampagne zu führen und dem Führer der Bewegung einen Schlag zu versetzen.
Diese Absicht ist trotz der tendenziösen Führung des Prozesses und trog des parteiischen Urteils, das unter allen Umständen zu erwarten war, in jeder Beziehung mißlungen. Mit einer solchen Prozeßkomödic kann man der elsässischen Autonomiebewegung keinen Schaden antun. Man konnte wohl der französischen t Oeffentlichkeit einen blauen Dunst vormachen.
Atmosphäre des Argwohns und des Mißtrauens schaffen würde, abgelehnt.
Hierauf ergriff
Paul Boncour
das Wort. Er erklärte, er halte es nicht für möglich, der amerikanischen Erklärung Rechnung zu tragen. Eine Abrüstungskonvention ohne ein Kontrollsystem sei undenkbar. Die französische Delegation sei bemüht gewesen, eine Formel zu finden, um die Kontrolle der Rüstungen einem Organismus zu übertragen, der ausschließlich internationalen Charakter trage und nicht ein besonderes Organ des Völkerbundes darstelle. Angesichts der amerikanischen Erklärung halte er es für das Gegebene, zunächst den Versuch zur Schaffung einer
Kontrolle unter Ausschluß der vereinigten Staaten
zu machen. Die allgemeine politische Lage und die langsame Entwickelung der internationalen Verträge im Geiste von Locarno mache die Schaffung politischer Garantien für die Sicherheit der Staaten notwendig. Paul Boncour schlug zum Schluß noch vor, den Plan der Schaffung einer ständigen Abrüstungskommission zur Kontrolle der Rüstungen zu einem späteren Zeitpunkt noch auf einer besonderen Völkerbundskonferenz zu erörtern.
Die deutsche Delegation hat heute der vorbereitenden Abrüstungskommission einen Antrag einaereicht, nach dem die Präambel für den Entwurf der Abrüstungskonvention anstatt des Wortlautes des englischen und französischen Entwurfes folgende Fassung erhallen soll: „In Anbetracht der Tatsache, daß die großen Rüstungen der Staaten die größte Gefabr für den Weltfrieden bedeuten und daß eine allgemeine Herabsetzung der R üstungen in Artikel 8 des völkerbundspakles gefordert wird, haben die Unterzeichneten beschlossen, eine Abrüstungskonven- tion abzuschließen, um in dieser Beziehung den ersten Schritt zu tun, dem weitere folgen sollen, um auf dem Wege der Abrüstungen weitere Etappen herbeizuführen."
BS^SGSZN MSV dss â^eöstZs des AhVÄsZZrrsgsdesÄÄRdIWKgsrß.
Genf, 13. April. Paul Boncour gab heute abend bei einem Empfang der internationalen Presse der Meinung Ausdruck, daß die Auseinandersetzung über das Abrüstungsproblem für die nächste Zeit außerhalb des Vorbereitungsausschusses und vor allem bei den Regierungen selbst liegt. Angesichts der augenblicklichen Lage, in der weder in der See- noch in der Kontrollfrage das Kernproblem Sift, warnt Paul Boncour vor jedem „banalen lismus", obwohl er anderseits der Meinung ist, daß die bestehenden, allerdings noch tiefgreifenden Unstimmigkeiten überwunden werden können. Er glaubt, daß die geegnwärtigen Abrüstungsverhandlungen am meisten durch den Umstand belastet werden, daß die Sicherheitsfrage, die eine Voraussetzung für die Durchführung der Abrüstung sei, seit dem Abschluß des Loxarnovertrages noch keine weiteren Fortschritte gemacht hat. Nach seiner Auffassung hätten, da das Genfer Protokoll nicht zustande kam, wenigstens die regionalen Sicherheitsoerträge auf den Balkan, das Baltikum und das Mittelmeer ausgedehnt werden müssen.
man konnte alle möglichen Zeugen zitieren, die beweisen sollten, daß Deutschland die Revanche vorbereite und die feste Absicht habe, das Elsaß zurückzugewinnen. Im Elsaß selbst weiß die Bevölkerung ganz genau, daß ihre Beschwerden nicht auf reichsdeutsche Propaganda zurückgehen, sondern in der Bevormundung durch die französische Verwaltung ihren Ursprung haben. Deshalb werden die Tendenzaussagen dieses Prozesses auf sie ganz ohne Eindruck bleiben. Man muß wohl auch auf französischer Seite den Eindruck gewonnen haben, daß der Prozeß trotz des Tendenzurteils verloren sei, sonst hätte man es nicht für nötig gehalten, das Urteil selbst hinter dem Theatereffekt einer rührsamen Versöhnungsszene zurücktreten zu lassen.
Das GOo dss fvarrrö?. Messe.
Paris, 13. April. Das Echo der französischen Presse zum Ausgang des Kolmarer Prozesses ist äußerst vielfältig. Der „Petit Parisien" schreibt: „Der Prozeß von Kolmar, von dem man bis heute befürchten konnte, daß er in den Herzen mancher, selbst patriotischer Elsäster einige Bitterkeit zurücklassen würde, enbet mit Erleichterung. Eine allgemeine Versöhnung ist eingetreten, die ohne Zweifel im Auslande als auch in Frankreich einen
starken Eindruck Hervorrufen wird." Das französische Auge ist zu sehr von tränenseliger Rührung getrübt, um klar sehen zu können, daß der Zwischenfall Hel- sey-Haegy vielleicht beendet ist, daß aber der Mißmut im Elsaß nach wie vor besteht. Man höre, mit welchen Worten der Angeklagte und Freigesprochene selbst in seinem Blatte, dem „Journal", den Schlußeindruck zusammenfaßt:
„Alle Welt weinte. Geschworene, Präsident, Staatsanwalt, Verteidiger weinten. Alle hatten ihr Taschentuch hervorgenommen, wie auf den Bildern unseres guten Hansi. Alle fanden aus der Tiefe ihres Herzens die gesunden, die fröhlichen Tränen vom November 1918 wieder, und als der Abbë mit einer ergreifenden Bewegung den Blumenstrauß bot, den seine Freunde ihm mit einem Trikolorenbande gebunden hatten, da konnte ich, ich gestehe es, ein Schluchzen nicht zurückhallen. Deutschland hat gestern in einer blendenden Klarheit das wahre Gesicht des Elsaß gesehen. Das Elsaß ist französisch, tief innerlich, von Grund auf unerschütterlich französisch."
Das „O e u v r e", das ebenso wie die übrigen Linksblätter einen leisen Mißklang in dem „Dive la France!" des Abbö Haegy zu hören glaubt, schließt: „Sicher ist in der gegenwärtigen Stunde, daß man nicht länger die französische Sache mit dem Anti- klerikalismus zu verwechseln vorgeben darf. Ueberall muß man anerkennen, daß offensichtlich ist, nämlich, daß das laizistische Frankreich seinen vornehmsten Ehrgeiz darein setzt, die Gewissensfreiheit als die kostbarste aller geistigen Freiheiten zu beurteilen und zu verwirklichen."
Sehr scharf kritisiert der sozialistische „Popu- l a i r e" den Abbe Haegy und seine Gesinnungsgenossen: „In Wirklichkeit sind sie Anhänger einer Vorherrschaft der klerikalen Reaktion im Elsaß. Sie wissen gut, daß der Gebrauch der französischen Sprache und die Durchdringung chres Landes mit demokratischen Ideen die Arbeiter der kleinen Zentren, die unsere Propaganda schwer erreichen kann, und die Landarbeiter zum Sozialismus führen wird. Sie wollen diesem Schreckensgespenst die Autonomie entgegensetzen, welche ihnen die Herrschaft über das flache Land erlaubt/ Das elsässische Proletariat wird daraus die Lehre ziehen: Mit Frankreich, um einen neuen Krieg zu verhindern, dessen Opfer die Arbeiterklasse sein würde."
Der „Figaro" schreibt: „Das Geschwür ist ge» leert, die Mißstimmung dauert an. Man muß sie heilen. Das Kartellkabinett hat diese Mißstimmung durch seine antiklerikalen Ungeschicklichkeiten vertieft und vermehrt. Damit der Unmut verschwindet, damit das wunde Elsaß beruhigt werde, müssen wir seine Klagen hören, müssen wir seinen Kindern im wiedergewonnenen Vaterlande den lieblichsten Platz vor. behalten. Sie müssen sich frei und geliebt fühlen. Die Regierung muß ihree Aufmerksamkeit dem Verwaltungspersonal zuwenden, dem sie unten eme besonders empfindliche Aufgabe anvertraut."
Ebenso denkt der „I n t r a n s i g e a n t": „Wir müssen verstehen, daß Maßnahmen zu ergreifen sind, daß ein Aufbauprozeß durchMführen ist, um die tiefen und wohlbegründeten Sympathien eines Dol- kes zu gewinnen, das man gegen uns beeinflußt hat. Ist es nicht notwendig, einer Persönlichkeit, Staatssekretär oder Minister, der nur diese eine Aufgabe hat, die Leitung der elsaß-lothringischen Angelegenheiten anzuvertrauen?"
Der „T e m p s" stellt fest, was nicht unwichtig ist, daß niemand Abbe Haegy verdächtigt habe, eine Art von Agent Deutschlands an der Spitze einer sepzaratistischen Bewegung zu sein, daß niemand einen großen Teil des elsässischen Klerus verdächtigt habe, auf die Trennung des Elsaß von Frankreich hinzuarbeiten und schließlich, daß niemand gesagt habe, daß unter dem elsässischen Klerus ein zwischen Berlin und Moskau verabredetes Komplott bestehe. Das Blatt stellt Abbe Haegy das beste Zeugnis aus und zweifelt seine Loyalität nicht an. Es fordert ihn aber auf, sich von seinen Mitarbeitern Rosse-Faß- hauer und Bink zu trennen und außerdem müsse sich die Katholische Volkspartei im Elsaß öffentlich von dem Heimatbund lossagen. Dann werde das elsäs-
Ke Unbehagen gleich verschwinden, aber auch hier-
ch würden noch nicht allell Probleme, die sich im Elsaß und Lothringen stellten, gelöst sein. Eine Lö- sung aber würde erleichtert, wenn alle sich zur Mitarbeit bereit fänden.
Das Journal des Debats" findet, daß der sentimentale Ausgang des Kolmarer Prozesses sachlich nichts gelegt habe; eine tatsächliche und wirkliche Lösung, so schreibt das Blatt, könne nur die Frucht einer langen, geduldigen und energischen Arbeit sein, einer Arbeit der Leiter der öffentlichen Meinung im Elsaß, der verantwortlichen Führer der politischen Parteien, der Regierung und aller derer, die im Elsaß und in Lothringen durch ihren Berus und ihr Amt dazu verpflichtet seien.
^smmUtrifiSMe MMen- bstndgev««g.
Berlin, 13. April. Die So m m u "'?- Part'ei veranstaltete heute abend im Lustgarten eine Massenkundgebung zu den Vorgängen in China. Nach dem Aufmarsch wurde in zahlreichen Reden u. a. zum Kampf gegen den englischen Im- perialismus aufgefordert.
Beim Abmarsch der Demonstrontenzüge aus dem Lustgarten wurden Beamte in der Schloßfreiheit von Demonstranten mit brennenden Fackeln geschlagen. Außerdem wurde am Schloßplatz ein Beamter zu Boden geschlagen und durch berittene Beamte befreit. Es fanden fünf Zwangsgestellunge» statt. Die Sistierten werden der Abteilung U rin*