Einzelbild herunterladen
 
  

Sette 6

zMttwoch den 13. AprN 1927

Kr. 87

1000 LVsvès MneKfG.

Klassizismus und seine Weiterentwicklung. Was brachte der Westen? Die Emanzipation der Um­gangssprache. Chinesische Renaissance. Eigen­tümlichkeiten des Denkens und der Schriftsprache.

Als China eine Republik wurde, wankten viele traditionellen Einrichtungen, darunter auch das Ge­rüst der traditionellen chinesischen Sprache. Aber erst in den letzten Jahren hat man es versucht, die Vorherrschaft dieser klassischen Sprache in Literatur und Wissenschaft zu brechen. Heute noch geht der Kampf weiter, aber er hat alle Aussicht, zu einem vollständigen Sieg zu führen. Klassische Former der Sprache, die durch Jahrhunderte von Gelebrten- generationen gepflegt worden sind, konnten nicht mit einem Male moderneren Formen weichen Es ist gut so; denn durch das schrittweise Vordringen der Umgangssprache in den Schulen und Universi­täten sonnte vermieden werden, daß der Klassizis­mus überhaupt verschwand.

Vom Volk ist die Sprache der Gelehrten wenig beachtet worden, und darum hat sie ein Tigenl-ben geführt, hat sie sogar eine eigene Entwicklung dnrch- gemacht. Es ist vielleicht nicht ganz richtig, von einer literarischen Revolution zu sprechen, vielmehr handelt es sich hier um eine Reformation in großem SM, durch die der schöpferische Erfindungsgeist eines 400 Millionenvolkes erwachte. Das Ziel ist, die gesprochene Sprache des Volkes aus allen Ge­bieten der Kunst, Wissenschaft, des Handels und Verkehrs anzuwenden. Das klassische Chinesisch der Gelehrten ist die Umgangssprache des zweiten Jahr­hundert v. B. (vor Buddha). Es soll nicht verkannt werden, daß in dieser Sprache Großartiges geleistet worden ist, daß eine wunderbare Poesie, daß köst­liche Prosawerke entstanden, deren Blütezeit die Zeit derTang"-Dynastie um 800 v. Chr. war.

Seitdem die hermetische Abschließung des »Reichs der Mitte", insbesondere gegen die Ideen des Westens durchbrochen ist, hat man in China ver­sucht, der Umgangssprache mehr Bedeutung beizu­messen, da man erkannte, wie wenig anpassungs­fähig die klassische Sprache war. Die Uebersetzung europäischer Goisteswerkc bot und bietet heute noch allergrößte Schwierigkeiten, die nicht etwa auf die Sprache an sich zurückzuführer sind, sondern auf die Verschiedenheit der Denkweise. Insbesondere bei der Uebertragung in die klassische Sprache bewahrheitete sich das Wort vom neuen Wein den man in alte Schleuche füllt. Sie war nicht geeignet moderne Ideen in sich aufzunehmen. Man hatte versucht, europäische Werke im Wortlaut wiederzugeben. Um jedoch dem Chinesen das für ihn krause Gewirr der europäischen Denkweise schmackhaft zu machen, mußte man ihn erst mühsam in das Geheimnis des westlichen Denkens einführen. Einigen chinesischen Führern schwebte der Gedanke vor, auf diese Weise die Denkweise der Chinesen selbst umzuformen und sie in die moderne Richtung einzufügen, ein Prozeß, der auch bei konsequenter Durchführung längere Zeit in Anspruch nehmen würde.

Man hat behauptet, das Chinesische, d. h. die Umgangssprache in ihren vielen Abarten fei eine Sprache des Gemüts. Tatsächlich ist sie auch überaus reich an Wendungen, sich z. B. des Zornes zu ent­ledigen. Sie neigt aber, vielleicht gerade deshalb, weil sie von der Gelehrtenwelt vernachlässigt wor­den ist, zu abscheulichen Gemeinheiten. Es ist wirk- lich höchste Zeit, daß sich die Gelehrten um sie küm­mern. Das Ausrufungszeichen ist in der chinesischen Sprache vom Westen her übernommen, zu großem Ansehen gelangt; ein Beweis, wie der Chinese in Ausdrücken, die aus seinem Gefühl heraus geboren sind, schwelgt. Anders die klassische Sprache, die sich in der Selbstbemeisterung und absoluten Ruhe ge­fällt und das blutende Herz nicht ohne einen be­sänftigenden Schleier zu zeigen wagt.

Bei der großen Mannigfaltigkeit der Dialekte und Sprachen des chinesischen Reiches ist es schwie­rig, eine einheitliche Schrift der Umgangssprache zu finden. Viel Erfolg hatte bisher diè SprachePei Hua", in der eine Reihe von Zeitungen erschienen. Andererseits hat man eine Bewegung für phone- ische Schrift ins Leben gerufen, da ja die chinesi- chen Zeichen mehr eine Bilderschrift darstellen. So teilte man ungefähr 1000 Wortzeichen zusammen, sie vom gemeinen Volke beherrscht werden müssen und das Wichtigste enthalten. Seit 1920 sind diese ,1000 Worte Chinesischs in den Schulen einge- ifü^rt

Eâniige Eigentümlichkeiten seien -um Schluß noch erwähnt. Als eine gesprochene Sprache steht das Chinesische in der Welt einzig da, denn sie ist bewußt musikalisch. Nicht so sehr die korrekte Aus- spräche des Wortes, als die richtige Tonlage macht den Sprecher verständlich. Ein einziges Wort kann fünf verschiedene Töne haben, die aber nur von einem feinen Ohr unterschieden werden können, und jedesmal ist die Bedeutung eine andere. Man bittet den eingeborenen Diener, den Hut zu bringen, und er bringt die Katze.

Interessant sind einzelne Zeichen der chinesischen Schrift, die einen Einblick in die chinesische Denk­weise gestatten. Das Wort fürgroß" z. B. enthält das Symbol für das WortMann" oderMensch". Durch den oberen Teil des Mannes wird die Zahl Eins" (ein einfacher wagerechter Strich) geschrie­ben. Die Schlußfolgerung ist, daß der Mensch das erste und größte Wesen ist, daß je auf der Erde er­schaffen wurde. Wird nun über dieses Zeichen die ZahlEins" noch einmal geschrieben, so entsteht das Wort fürHimmel", denn auch der Chinese er­kennt an, daß es etwas Größeres gibt, etwas höhe­res als den Menschen. Das Zeichen fürFeld" ist ein Quadrat, welches durch zwei gekreuzte Striche tn vier Beete zerlegt worden ist. Stellt man links neben dieses Zeichen das Wort für Mann, so hat man den Besitzer des Feldes, den Bauern. Das Wort fürTür" oderTor" ist eine getreue Nach­bildung des chinesischen Tors mit einem darüber- liegenden Gitter. Bringt man an der Tür einen Querbalken an, so hat man einenVerschluß". Zeich­net man einen Mund anstelle dieses Verschluß­balkens, so entsteht das Wort fürBettler", der mit dem Mund an der Tür milde Gaben heischt. Durch ein Ohr an der gleichen Stelle erhält man die Be­zeichnung des Tätigkeitsworteshorchen." Das Zeichen für Wort ist ein Mund, aus welchem der Atem hervorgeht. Ehrlichkeit bezeichnet man durch die VerbindungMann" undWort", also ein Mann, der zu seinem Wort steht. Auch das Zeichen fürFrau" ist eine getreue Nachbildung aus dem des Originals. Verdoppelt man dieses Zeichen, so

Junker & Ruh

Gasherde

Modell 1927

sind ein neuer Erfolg der alten Spezial-Fabrék

die überragende Technik der Brenner und der Heizgasführung verbürgt sparsamsten Gasverbrauch bei Größter Leistungsfähigkeit. 3948

Korvettenkapitän Schüßler sendet uns von der Weltreise des deutschen Kreuzers Emden eine interessante Aufnahme der deutschen Matrosen aus einer Schildkrötenfarm, wäh­rend der Kreuzer Emden vor Port Viktoria auf Manè (Seychellen) lag.

entsteht das Wort fürStreit"; verdreifacht man es, so ist esKlatsch". Nur die Frau, die allein im Hause ist, hält Ruhe. Daher ergibt die Zusammen­stellungFrau" undDach" das WortFriede".

Mrr SNMSV âNA des lu^^M- rrâtr âZmZnâMsâ

Die Wichtigkeit der internationalen Beziehungen zwischen den Zentralstellen der Kriminalbehörden hat die Aufklärung des großen Perlendiebstahls in Paris zustande gebracht. Als man denUru­guayer" Leon Lin in Berlin faßte, weil er geklebte Steine in Pfandleihen versetzte, wußte man nicht, welch großer Fang gelungen war. Der internatio­nale Erkennungsdienst, der in Wien sein Zentral­archiv hat, entlarvte Leon Lin als den übel be­leumdeten Jakos Klinger aus Jaffa und als Samuel Brickner, der sechs Jahre eine Zierde des Gefängnisses in Sing-Sing war; und als Brickner sich entdeckt sah, hat er bei den eingehenden tage­langen Verhören durch Kriminalkommissar Trettin schließlich seine Beteiligung an dem großen Perlen­betrug zugegeben, durch den der indische Juwelen­händler Sa Vai Chand um annähernd 200 000 Mark geschädigt wurde. Brickner ist dabei von seinen Genossen selbst arg betrogen, oder, wie es in der Gaunersprache heißt,getrampelt" worden. Er hatte keinen Grund, sie zu schonen, und hat ihre Namen genannt, so daß man ihnen, die wegen einer Aktienfalschung inzwischen in Paris verhaftet wurden, jetzt auch den Prozeß machen kann. Orlowski und Patnik heißen die beiden aus Ost­europa stammenden Leute, die auch in Berlin eifrig wirkten und hier in verschiedenen Goldan­kaufsstellen das vertrauensselige Publikum hinein­legten. Patnik schleppte die Kundschaft heran und machte auch eigene Geschäfte.

Jetzt, wo die Geständnisse Brickners der fran­zösischen Polizei zugänglich gemacht worden sind, hat diese erneut die Ermittlungen in der Perlen- Betrugsaffäre ausgenommen. Es stellt sich heraus, daß Brickner noch in mehr Affären verwickelt ist und zu den ganz Großen im Reiche der inter­nationalen Betrüger-Gilde gehört. Man ist noch verschiedenen anderen Sachen auf die Spur ge­kommen, die zum Teil in Deutschland zum Teil aber auch ins Ausland spielen, und die jetzt Kriminalkommissar Trettin mit seinem Beamtenstab aufzuklären im Begriff ist. Brickner, der sich zu­letzt in Wien aufgehalten hat, scheint auch dort in seinem Fach tätig gewesen zu sem. Seine Beziehun­gen zu dem internationalen Gesindel, das von Ost­europa aus den Kontinent überschwemmt, haben ihm schnell zu neuen Bekanntschaften verhalfen, mit deren Hilfe er als gewiegter Entrepreneur arbeiten konnte. Bei der Vielseitigkeit dieses Mannes und bei dem oftmals vorgenommenen Namenswechsel war es bisher nicht möglich, ihn zu entdecken. Nun ist feine Persönlichkeit in Berlin einwandfrei fest­gestellt.

Don der Beute in dem Pariser Juwelenschwindel, bei dem 1323 Perlen den Gaunern in die Hände fielen, ist bisher kein Stück aufgetaucht. Das ist um so seltsamer, weil sich darunter mehrere be­sonders charakteristische Perlen befinden, deren Be­schreibung zur Kenntnis des internationalen Ju­welenhandels gekommen ist. Die Perlen müssen in einem sicheren Versteck lagern, oder aber sie sind einzeln verkauft worden. Ein Geschäft, auf das viel Mühe und Zeit verwendet sein muß. Or­lowski und Patnik werden über den Verbleib der Perlen Auskunft geben können. Es ist aber auch nicht ausgeschlossen, daß es ihnen geglückt ist, durch ihre Berliner Jnflaltionsbeziehungen einen Teil der Perlen über Deutschland vorsichtig in den Handel zu bringen.

Die s«oHen Nandevolen- Netvtzsevân.

Berlin, 12. April. Die gleichzeitig in Berlin und Köln begonnenen Ermittlungen betreffend die Be­trügereien und Fälschungen auf dem Gebiete der Zigarettenfabrikation haben einen solchen Umfang angenommen, daß beim Landgericht I in Berlin ein Sonderdezernat eingerichtet wurde. Es handelt sich um Fälschungen von Warenzeichen bekannter Ziga­rettenmarken sowie von Zigarcttenbanderolen. Von den in Berlin verhafteten Personen sind einige wieder aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Arthur Krakauer, der Inhaber der Fabrik Dilia, der noch in Untersuchungshaft sitzt, stand durch die Ge­brüder Wilsa in Berlin mit Hamburg in regster Verbindung. Diese drei und verschiedene andere wurden in Hamburg festgenommen. Schließlich fehlen noch ein gewisser Kuttner und Tabakgroß­händler Karl Bing aus Hamburg, die Hand in Hand arbeiteten und sich zurzeit in Kowno befinden. Die Fabrik, in der die Banderolen gefälscht wurden, ist noch nicht entdeckt. Außer Krokauer ist jetzt auch UJ^^JMIMW^'-^rafa^^^fc^yLili^ " ^" " 'T^rL^-^-

besten Geschäftsführerin, ein Fräulein Moses, ver­haftet worden, die den Verkehr zwischen Hamburg und Krakauer vermittelte und angeblich große Men­gen von gefälschten Banderolen nach Hamburg ge­bracht haben fall. Ferner wurde eine Reihe von Geschäftsleuten festgenommcn, die mit Krakauer in Verbindung standen. In Düsseldorf wurden ein Kaufmann Kohn aus Berlin verhaftet, bei dem man eine ganze Kofferladung gefälschter Banderolen fand. Die ins Ausland geflüchteten Fabrikanten Bing, Brill und Katz können, so lange sie außerhalb der deutschen Grenzen bleiben, nicht verfolgt wer­den, da auf Grund von Zollvergehen eine Ausliefe­rung nicht erfolgen kann. Wegen unrechtmäßigen Herstellens bekannter Zigarctteumarken erfolgten zahlreiche Verhaftungen, und zwar hauptsächlich in Berlin.

Im Verlaufe der weiteren Ermittlungen des Sonderdezernates beim Landgericht I und der Zoll­fahndungsbehörden zur Aufklärung des Millionen­banderolenbetruges scheinen sich neue bisher noch völlig unbekannte Zusammenhänge zu ergeben. Wie dieVoss. Ztg." hört, ist der in den Banderolen­betrug verwickelte Kaufmann Lübeck der Bruder des Hehlers Emil Luoeck, der seinerzeit einen großen Teil der bei dem Banderolneinbruch in das Reichs­finanzzollamt in Berlin-Dahlem erbeuteten Bande­rolen aufgekauft hatte.

Das Eisenbahnunglück in Brünn.

Prag, 12. April. Ein großes Eisenbahnunglück hat,wie bereits gemeldet, heute in früher Morgen­stunde die Bewohner rund um den Brünner Bahn­hof aus dem Schlafe geweckt. Zwei im Broner Hauptbahnhof einfahrende A r b e i t e r z u g e sind aus bisher nicht ermittelter Ursache auseinander- gefahren. Der um %7 Uhr früh in Brünn auf dem rückwärtigen Geleise des dritten Perrons einfah­rende Arbeiterzug aus Austerlitz überfuhr das per­manente Einfahrtsignal, und seine Lokomotive mit dem Dienstwagen geriet über das Ende des Bahn- teiges hinaus bis zu einer Stelle, wo dieser Geleise­trang in den vierten Perron einmündet. Auf diesem Perron kam im selben Augenblick ein anderer Arbei- terzug eingefahren, der mit nahezu unverminderter Schnelligkeit fuhr. Der Austerlitzer Zug stieß mit großer Wucht in die linse Seite des Gegenzuges, dessen vier erste Wagen entgleisten und schwer be­schädigt wurden. Die Ursache des Zusammen- stoßes dürfte ein Versagen der Bremse des Auster- litjer Arbeiterzuges sein. Der Sachschaden ist sehr groß. Sofort getötet wurden drei Personen, verletzt 120, davon 40 schwer. Der Zustand von 11 Schwer­verletzten läßt leider vermuten, daß sich die Zahl der Todesopfer noch erhöhen wird. Bisher sind be­reits drei Schwerverletzte im Krankenhaus gestor­ben, sodaß die Zahl der Opfer sechs beträgt. Im Brünner Bahnhof herrschte wenige Minuten nach der Katastrophe ein unbeschreibliche Panik.

Dr. Unblutige Leiche beschlagnahmt.

Breslau, 12. April. Wie dieBreslauer Neuesten Nachrichten erfahren, ist die Leiche des unter dem Namen Dr. Unblutig bekannten Propagandachefs der Kukirolwerke, des Kaufmanns Paul Dasciewig, von der Kriminalpolizei beschlagnahmt worden, ba der dringende Verdacht besteht, daß Wasiewitz kei­nes natürlichen Todes gestorben ist, sondern an den Folgen einer Kopfverletzung erlag, die er ange­sichts einer Schlägerei davongetragen hatte.

Sprengkapseln auf den Schienen.

Derching, 12. April. Von Unbekannten wurden auf den Schienen der Lokalbahnstrecke Neumarkt Dietfort zwei Sprengkapseln angebracht. Nur der Umsicht des Zugführers, der die Sprengkapseln rechtzeitig entdeckte, ist es zu verdanken, daß ein größeres Unglück verhütet wurde.

Ein Fürsorgezögling als Arzt.

Ein Fürsorgezögling und ehemaliger Sträfling, der auf Grund gefälschter Zeugnisse mehrere Mo­nate hindurch an der Lungenheilstätte Grabowsce bei Oranienburg als Arzt tätig war, ohne jede aka­demische Bildung genossen zu haben, wurde jetzt von der Kriminalpolizei verhaftet. Es handelt sich um einen 25 Jahre alten Schuchardt aus Hildburghausen in Thüringen, der seit langem wegen Kreditschwin­deleien und Unterschlagungen gesucht wurde. Schu­chardt wurde in Wünsdorf bei Zossen, wo er sich unter einem anderen Namen als praktischer Arzt niederlassen wollte, entlarvt und in Haft genommen. Bei der Festnahme machte Schuchardt einen Flucht­versuch, indem er in seinem Wohngebäude über das Treppengeländer in das Erdgeschoß hinabsprang. In lebensgefährlichem Zustande wurde er nach Berlin gebracht, wo er mit Hilfe eines rostigen Na­gels am selben Tage noch einen Selbstmordversuch verübte.

Aumov im«rv«

Auf der Ende Januar stattgefundenen Dre Polizeiausstellung hat die Leitung der Brei hovener Polizei eine Sammlung ^n Witz, jiu und Polizeideutsch aus Anzeigen, Berichten Polizeibeamten usw. gezeigt, aus der hier ein ] Beispiele wiedergegeben werden. Da die Po selbst diese Blütenlese bekanntgegeben hat, bre wohl nicht ausdrücklich betont zu werden, das sich nicht um erfundene Scl)erze, sondern um nackte Wahrheit" handelt. .

Aus einer Anzeige gegen einen Motorrads«? Sein Auspuff arbeitete jo wrf. daß der g> Straßenzug benebelt war." . .

Aus einer Anzeige wegenNlchtrelnrgen Straße":Auf Vorhalt gab sie an: Nu mach kein toums. ,

Ueber Einschreiten gegen Wandervogel: Gitarrenbrigade der Wandervögel spektalzeliert laut aus ihren Geigen, daß ich lediglich mit , Gummi, '.mpen dagegen ankommen konnte."

Aus einer Vernehmung:Die Tatsache, ihr Vater Zahndentift ist, veruht sicher auf ns Wahrheit." v

Aus einer Unfugsanzeige:C. und fern Br verübten dadurch groben Unfug. indem sie sich einer Person laut schimpften, die schließlich in Schlägerei ousartete."

Aus einer Vernehmung wegen schwerer Kor Verletzung:Es kann sich nur um einen Schaben handeln, denn fein Kopf hatte nur 7 Beulen, allerdings von einem stumpfen Gegenstand he rühren schienen. *

Bericht auf einem Strafmandat, das nichts zustellen war:Letztgenannten Datums ist sie, bekannt wohin verzogen abgemeldet, soll aber hauptet haben, daß sie selbiges beglichen wk sobald sie in der Lage komme."

Aus einem Wirtschaftsbericht:In der $ schaft verkehren zweifelhafte Gesellen, sogen« Elemente."

Aus einer Anzeige wegen Unfugs:Die $ jers saßen um ein Bierfaß herum, in dessen Spr loch sie einen vergammelten Weihnachtsbaum < pflanzt hatten. Sie sangen mit unglaublic StimmenaufwandStille Nacht" und ließen. Steinhägerbuddel kreisen. Später wälzten sie in schwerfälliger Weise zwischen den Fäs herum."

Aus einer Anzeige wegen säumigen Straf fegens:Ich merkte, daß Frau S., ein raffelt Mundwerk hatte, denn ich erlebte einen schnipplsi Redeschwall."

Aus einer Unfugsanzeige:W. pflanzte in i getrunkenem Zustande Geranien auf das G feiner Ehefrau, die er in den städtischen Anlo ausgerissen hatte."

Aus einem Unfugsbericht:Als ich dem B. klärte, daß er derart nach Sprit röche, daß er k explodiere, sagte er:So siehste ausl" Er mt dann mit Gewalt dazu bewogen werden, mit Woche zu kommen."

Aus einer Anzeige über einen unbeleucht« Radfahrer: Auf Vorhalt anwortete er:Mach, doch kein Quatsch, ich hab mal en Zug gemacht bin besoffen."

Aus der Schilderung zerrütteter Familienr Hältnisse:Der Ehemann zertrampelte eine K Zigarren und prahlte dabei mit einer Pistole Zimmer herum."

Sott Bee âiKsSMNL.

Afioria-Lichlspiele. ' ' bäuft zum letzten M das Zwei-SchlagerprogrammDer nächliche Kar fer" undDie rasende Venus." Zeigt sich im erf Film Fred Thomson mit seinem Wunderpf Silberkönig wiederum von der besten Seite, so das zweite Werk ein echter Abenteurerfilm Priscilla Dean in der Hauptrolle. Ein Kulturf mit herrlichen Kulturaufnahmen ^jm Lande Mitternachtssonne" und die neueste Trianon-A landswoche beschließen das gute Programm.

----- IIinniTniii in

Gvovt-ÄaÄÄMsn.

verlegter Bezirks- Straßeurenutermin.

Das 50 Klm.-Bezirks- Zeitfahren, das für K o fr ei tag angesetzt war, kann nach einer neu tehenden Verfügung für diesen Tag polizeilich eits nicht genehmigt werden. Wir Hal demzufolge tm Einverständnis mit Herrn Gaurei fahrwart Gustav Schreiber dieses Fahren t Ostermontag den 18. April festgelegt. I fiebrigen bleibt die Ausschreibung bestehen r seither.

Der Wettfahr-Ausschuß. J. A.: Waider

Das neue Spielsystem in Süddeutschland, wichtige Beschlüsse der Spielsyslem-Kommission. vier Bezirke mit je 16 vereinen in zwei Grupp

Die Spielsystem-Kommission im Süddeutsch Fußballverband hielt in Münchey ihre letzte Sitzu ab. Die in dieser Sitzung gefaßten sehr wichtic Beschlüsse werden als Anträge dem außerorde liehen Verbandstag, der im Mai in Mainz sto findet, unterbreitet. Die Kommission beschloß, £ Bezirk Rheinhessen-Saar aufzulösen. Die Sa< vereine sollen dem Rheinbezirk und die Rhe Hessen-Vereine dem Mainbezirk zugeteilt werd Die Zahl der Bezirksliga-Vereine wird in jed Bezirk auf 16 erhöht. Die Mannschaften spiel in zwei Gruppen zu je acht Vereinen. Die a Gruppenmeister spielen sofort in einer Doppelrun um die süddeutsche Meisterschaft. In der Absliec frage einigte man sich auf die folgenden, dem D< bandstag zu unterbreitenden Anträge: Alle Krel meister steigen auf; es findet kein Abstieg statt.

Städtischs Vekauutmachuuse«.

Am Karfreitag, 15. April und Ostermontag, 1 April fällt die Müllabfuhr aus. Der am Freitc ausfallende Bezirk wird am Donnerstag, der Mo tagbezirk am Dienstag zu annähernd den gewoh ten Tageszeiten befahren.

Hanau, 12. April 1927.

Der Magistrat, gez. Ehrich.

Theodor

Escher

Krämerstraße 7

Beachten Sie meine Schaufenster!