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Sine neue polnische Kevans- soedeeung.

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erlin, 12. April. Dor einigen Tagen ging durch stesige Presse die Mitteilung, in polnischen [en trage man sich mit der Absicht, gegen den schlesienfilmLand unterm Kreuz", dar jetzt ) alle deutschen Städte geht, Einspruch zu er- n. Gestern wurde bekannt, daß bereits zwi- den zuständigen amtlichen Stellen Deutsch-

5 und Polens Anfang dieser Woche eine rredung stattgefunden habe, in der dieses na gestreift wurde.

seute mittag wurde aus Warschau gemeldet, nach amtlicher polnischer Mitteilung der pol- e Gesandte in Berlin der Reichsregierung eine rolestnote der polnischen Regierung gegen e Ausführung des FilmesLand unterm

Kreuz"

reichen werde. Der Oberschlesienfilm ist be- itlid), wie selbst polenfreundliche Blätter in schland feststetlen, eine durchaus untendenziöse stoss Aneinanderreihung von Bildern', die die jche Pot Oberschlesiens, seines Volkes und sei- Wirtzchaft zeigt.

Kr Film wurdet bevor er freigegeben wurde, Zetlitz erst dem Auswärtigen Amt oörgeführt, ihn für einwandfrei erklärte. Die 'unerhörte eitigkeit der polnischen Beschwerde wird beson- klâr, wenn man als Vergleich hierbei die Tat- : in Betracht zieht, daß

ltcr Öre Augen der polnischen Regierung leit lochen alle antideutschen Hetzfilme ununter­brochen aufgeführt

è, die die polnischen Ftzmunternshmer über- 4 -in der Welt austreiben können. In War- i z. B. wird seit Mehr als drei Jahren der zösische HetzfilmDie große Parade" vor aus- luften Häüsern gezeigt, worin die Deutschen chimpflichster Weise alsBärbarsn" hingestellt den. Der Fall steht nicht vereinzelt da. In sschau liefen fast alle Hetzfilme, die in der >kriegszeit von französischen und amerikanischen lschenhetzern hergestellt wurden.

Jer Kurzem wurde in dem größten Warschauer stpeater der berüchtigte HetzfilmDie vier apo- ptischen Reiter" vorgeführt, wobei das pol- Publikum sich in stürmischen Kundgebungen 'Hetzrufen gegen Deutschland erging. Auch in Kritiken der polnischen Presse wird die Deut- chetze fortgesetzt. Die Hetzfilme werden natür- auch in den Provinzkinos mit dem gleichen Er- gezeigt.

Die wir hören, ist die polnische Protestnote e nachmittag in der Tat in Berlin dem Llus- :igen Amt überreicht worden. Es ist selbstver- dlich, daß der polnische Protest ohne jeden Er- bleiben wird.

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Zerlin, 12. A^ril. Der dorische Gesattdre Rauscher or einigen Tagen wieder nach Warschau zurück- hrt, um nach einem -Zwischenbericht in Beritn Verhandlungen wegen der Riederla.sungsfragcn die Handelsvertrugsoerhandlungen wieder fort- -hren. Wie es scheint, will die polnische Regie- z die in Genf eingegangenen Derpftichlungen t recht einhösen, da positive Ergebnisse der Ak- Rousers noch nicht verbucht werden können, polnische Außenminister Zaleski, der sich an- nend in keiner angenehnien Lage befindet, hat schleunigst den Vertreter des ParilecExcslsior" Hrieben und diesem gegenüber wegen der Hart- gkeit Deutschlands Klage geführt und behauptet, sei dank des Widerstandes Deutschlands noch m Schritt weitergekommen. Es liegt natürlich der Hand, daß er für die Verzögerung Deutsch- verantwortlich machen möchte, während die ge umgekehrt wohl richtig gezeichnet sind. Dieses iS Zwischenspiel zeigt aber wieder einmal deut- daß Polen weder Takt genug besitzt, um der- ge Aktionen nicht durch Aeußerungen in der sie zu stören, noch überhaupt große Lust zu ha- scheint, von dem Ergebnis der Genfer Aus- che zwischen Stresemann und Zaleski auszu- >n. Daß wir ehrlich eine Verständigung mit en wünschen, geht wohl am besten aus unseren losen Bemühungen hervor, endlich den Handels- rag zustande zu bringen. Polen darf sich aber $ esichts seiner übertriebenen Forderungen und es Zickzackkurses über unsere Borsicht und un- n WiderstaiG nicht verwundern. Wie wir hören, I die Verhandlungen bis zu den Handelsttrrif- zen noch garnicht gekommen.

K Neuer Sovstotz VevnftovM.

Auch die Reserven müssen abgerâstel werden.

Geus, 12. April. Die vorbereitende Abrüstungs- nnission setzte heute vormittag zunächst das A r = itsprogramm für die nächsten Tage fest, ch Beendigung der Restpunkte in der Frage der ftabrüstung soll am Mittwoch oder Donnerstag internationale Kontrollfrage behandett rden. Nach Ostern soll am Dienstag und Mittwoch -er dem Vorsitz Graf Bernstorffs das Redaktions- alles für die Vorbereitung der privaten Waffen- ritations-Konierenz zujarnmeutretLN. Die vor­

bereitende Abrüstungs-Kommission wird am Don­nerstag nach Ostern noch einmal eine Sitzung ab­halten, um den vom Büro der Kommission inzwischen ausgearbeiteten Bericht über die 1. L e s u n g ent­gegenzunehmen, worauf die vorgesehene Ver­tagung der Abrüstungs-Kommission entschieden wird.

Den gegenwärtigen sachlichen Diskussionen der vorbereitenden Llbrüstungskommission muß ange­sichts der TatsiHe, daß

in allen grundlegenden Fragen eine Einigung innerhalb der Kommission nicht zustande gekommen ist, nur untergeordnete Bedeutung beigemessen wer­den. Die Stimmung während der heutigen Verhand­lung war außerordentlich niedergeschlagen. Es wurden heute zunächst einige Restpunkte' der Flottenabrüstung erledigst Dabei wurde der englische Vorschlag auf Uebernahme der in den Ar­tikeln 1318 des Washingtoner Abkommens ent­haltenen Grundsätze angenommen, die im Kriegsfälle die Wiedereinstellung außer Siehst gestellter Schiffe und' die Verwendung für fremde Rechnung in Bau befindlicher Kriegsschiffe verbieten. Ferner wurde erörtert die bereits früher behandelte Frage der Mannschaftsbeschränkung in der Marine. Auch hierin kam es wiederum zu keiner Einigung zwischen der englischen und der französischen Auffassung und diese Frage wurde schließlich, wie es jetzt hier üblich geworden ist, auf die spätere zweite Lesung verscho­ben. Frankreich will nämlich den Verzicht auf Unter­scheidung zwischen Offizieren und Mannschaften nur dann zugestehen, wenn diese Unterscheidung auch für die Landstreitkräfte wegfällt. Auch in der Frage der Begrenzung der Effektive der Luftwaffe bestehen die gleichen Gegensätze Lord Robert E e c i l gab be­kannt, daß die englische Regierung bereit sei, einer Beschränkung des Personals der Luftstreitkräfte zu­zustimmen unter der Bedingung, daß eine Tren nung zwischen Offizieren und Mannschaften nicht vorgenommen wurde. Dein englischen Standpunkte schlossen sich die Delegierten von Amerika und Japan an. Zum Schluß erklärte

Graf Bernstorff,

daß die Frage der Einbeziehung der ausgebildeten Reservisten in die Rüstungsbeschränkungen für die deutsche Delegation eine prinzipielle Frage von größ­ter Vedeutung darstelle. Es bestehe für die d e u t s ch e Delegation keine Möglichkeit, einer Kon­vention z u z u st i m m e n, die nicht auch die aus­gebildeten Reservisten, sowohl der Land-, der Luft- als auch der Seestreitkräfte umfaßt.

Graf Bernstorff meldete ferner einen Vorbe­halt zwecks Wiederaufnahme der Frage der Be­grenzung des Materials der Luftwaffe für die Zweite Lesung an. Für Zivilaviatik erklärte er, daß die deutsche Delegation den Grundsatz nicht annehmen kann, nachdem die Abrüstungskonvention auf dem gegenwärtigen Stand der Zivilaviatik aufgebaut sein soll.

Auch der argentinische Delegierte lehnte jede Ver­bindung zwischen Militär- und Zivilaviatik ent­schieden ab.

Ms amssWem- GeeäViMtzrssgs- VSWßSNSM E SS. AumZ to WE

London, 12. April. Die englische Admiralität hat ihren Vorschlag für die amerikanische Dreimächte- Konferenz der Staaten Amerika, Japan und Eng­land, die sich mit der Abrüstung zur See besassen soll, fertiggestellt. In amtlichen Kreisen verspricht man sich von einer solchen Konferenz große Erspar­nismöglichkeiten, wie sie keine Genfer Abrüstung;- Verhandlung bringen forme. Die Konferenz mird am 20. Juni in Genf statpinden.

GvkoSse des LLovdiVSSSvett Zn ®Im»

Schanghai, 12. April. (Reuter.) lieber die Offensive der Rordtruppen gegen die kantonesen wird berichtet, daß General Tschangtschungtschang bis vor Pukau steht. Seine Flugzeuge bombar­dierten gestern Nanking. General Suntschuanfang steht gegenüber Tschiankiang auf der Nord eite des Flusses. Die Eisenbahn Sckanghai-Ranking wird noch immer von den Kantonesen gehalten.

Schanghai, 13. April. Die Rordtruppen haben Pukau besetzt ohne Miderstand zu finden.

Zur Rote an die Konlonregierung.

Washington, 12. April. Wie verlautet, hegt man in hiesigen Regierungskreiscn die Erwartung, daß die Kantonesen die Forderungen der Fünf-Mächte- Rote erfüllen werden. Man erwägt daher keine Maßnahmen, um die Erfüllung der Note gegebenen­falls zu erzwingen.

Lava« und EHSua.

Paris, 13. April. Der Berichterstatter desPetite Parisien" in Schanghai hat eine Unterredung mit dem japanischen Konsul gehabt, der sich wie folgt über die Lage in China aussprach: Wenn mehr als die Hälfte des chinesischen Volkes für den Kommu­nismus fein wird, gut. Jedes Volk muß das Recht, seine Geschicke selbst zu bestimmen haben, selbst durch Selbstmord. Aber es handelt sich hier um eine Hand voll Agitatoren, die die soziale Ordnung

im ganzen fernen Osten umstürzen wollen und Japan direkt bedrohen. Wir haben gegen die Nationalisten in China nichts einzuwen­den und menschlich genommen wünschen wir, daß dieses große Volk aus feinem Chaos herauskommt. Wenn die Südregierung dieses Werk durchführen kann, werden mir ihr dabei helfen, aber wir werden nicht zulassen, daß Kommunisten unterder Maskeder Nationalisten die japanische Macht stürzen.

London, 13. April. Dem Korrespodenten des Daily Telegraf" in Tokio zufolge, melden die ja- mnischen Blätter, daß der russische Geschäftsträger )em japanischen Außenminister ausdrücklich ver- ichert habe, Moskau werde in der Lage der Mand- churei, soweit japanische Interessen in Frage kämen, unter keinen Umständen schwieriger gestalten. Trotz­dem herrscht aber bei den Japanern Unbehagen und man sei der Ansicht, daß alles davon abhängen werde, welche nächsten Schritte gegenüber Peking unternommen werden.

Die in Detine WlaoiraMen «»eiftftöfte.

Paris, 13. April. (Reuler). Die Ankuoschun (Rordparkci) hak heule abend eine amtliche Erklâ- rung über die bei der Haussuchung in der Sorojef- botschaft in der vorigen Woche beschlagnahmten Schriftstücke ausgegeben. Die Erklärung besagt, daß sich unter den Schriftstücken u. a. befinden ein­gehende Pläne für die Ausrüstung und Organifa- jiion von Kavallerie in Eharbar, in der Mogolei -und Mandschurei unter dem Befehl des bisherigen General Fengyuhsiang durch die Sowjelregierung, Berichte von Agenten des militärischen Geheim- dienstes der Sowjets aus Hanau, Ehensi und an­deren Orten, militärische Pläne der Fengtfien- und Huomintang-Armee, vertrauliche Briefe und Be­richte des russischen Befchlshabers der Armee Feng Puhsiaings, ein Briefwechsel zwischen dem von Mos­kau ernannten militärischen Sachverständigen und dem Führer der Kuomintang-Truppen.

SthaVfs -KvMk a« EhmrGrUs Budget.

Loudon, 12. April. Snowden hat heute im Unterhaus Churchills Budget in einer zweistündi­ge Rode erbarmungslos zerpflückt. Die E i n- c1 a? m »? seie" zu hoch angesetzt worden, die lau- fenden Ausgaben zu niedrig. Für die großen Kosten der China-Expedition sei keine Deckung vor­gesehen und die Konversionsoperationen, die den -Nominalbetrag der Schulden erhöht hätten, hätten noch nicht zwei Millionen Pfund an Zinsen ein- gefpart. Die Abschaffung der drei neuen Ministerien lt "ur eine Scheinersparnis. Bei einem Budget non ^ Millionen auf der Ausgabenseite würden nur 10 Millionen Pfund jährlich durch Zusammen­legung der Ministerien gespart. Ch u r ch i ll sei ein kostspieliger Luxus des englischen Volkes ge­worden. Als Finanzminister sei er der ungeheuer- h^fte Versager, den man sich denken könne. Churchill erstes Budget, so erklärte Snowden, habe er als das Budget im Interesse des reichen Man­nes kennzeichnen müssen, das zweite Budget habe er das Budget des Verschwenders genannt. Auch dieses dritte Budget sei das Budget eines Ver­schwenders, aber man müsse hinzufügen, zugleich das Budget eines Taschenspielers und eines Roßtäuschers.

Der konservative Abgeordnete Owen Ioung be­zeichnete das Budget als Flickwerk, kritisiert die schwankende Politik in der Tilgungsfrage und sagte rund heraus, daß England weit über feine Verhällyisfe hinauslebe. Es habe kei­nen Zweck, einen neuen Ersparnisausschuß einzu­setzen ,besser wäre es, wenn der Schatzkanzler ge­meinsam mit einigen Ministerkollegen rigorose Er­sparnisse durchführen würde. Es sei ein kläglicher Trost, darauf hinzuweisen, daß nur wenige neue Steuern vorgesehen seien, weiin die bestehenden Steuerlasten für die englische Volkswirtschaft be­reits viel zu hoch sei.

Während führende Citymänner Churchills Bud­get sehr skeptisch beurteilen, reagiert die Effekten­börse mit einer leichten Aufwärtsbewegung der Kurse, da die Neustaffelung der Stempelsteuer Fu­sionen erleichtert und nur die Einkommensteuer- leistungen des Hausbesitzes, der an der Börse nicht vertreten ist, erhöht wurden. DerStar" nennt das Budget ein Robinson Crusoe-Budget, denn Chur­chill habe, wie jener Schiffbrüchige, alle angespül­ten Trümmer züsammengesucht und sich daraus ein zweifelhaftes Notobdach gezimmert.'Evening Standard" stellt fest, daß Churchill weder die Zu­sicherung gegeben habe, die Ausgaben einzu- schränkey, noch dauernde Einnahmen geschaffen habe, um dauernde Ausgaben zu decken. Snowden, der das neue Budget imEvening Standard" be­spricht, nennt es das Budget eines Gauklers und die Deckungsvorschläge von Churchill Taschen­spielerkunststücke, die nichts an der finanzpolitischen Wirklichkeit ändern könnten.

126 Personen durch einen Wirbelsturm gelötet.

San Antonio (Teras), 13. April. Rach einem Telegramm aus Rod spring wurden dort 126 Personen durch einen Wirbelsturm getötet.

ÄlttkettvoUtsiche ttsÄs

Von Prof. Dr. Otto Hoetzsch, M. d. R.

Wenn auch die Fernwirkungen, des chinesischen Problems Europa nur indirekt erreichen, es ist unter den Sorgen der großen Politik doch das gewaltigste, das unberechenbarste. Nicht nur wen niemand weiß, was aus dieser elementaren chine­sischen Nationalbewegung schließlich wird, sonoer i weil in ihr zugleich der wiederaussteigende englisn)- russische Gegensatz gipfelt, weil in ihr zugleich so­zusagen das Problem des englischen Weltreiches überhaupt gestellt wird und weil schließlich das ganze Verhällnis der Europäer, überhaupt der Weißen zu dem chinesischen Volke, vielleicht über­haupt zu allen Völkern, die sich vom Imperialismus und der alten Kolonialpolttik bedrückt fühlen, min­destens sehr stark berührt wird.

Auf der einen Seite die Eroberung von Schang­hai und der Nankingzwischenfall, auf der anderen der Vorstoß der Penkinger Regierung gegen die Russen das zeigt, daß die Entwicklung in China dem Höhepunkt der Krise entgegentreibt. In jenen Vorgängen ringen die beiden Flügel der Kuomin­tangpartei miteinander und verschärft sich die eng­lische Politik gegen die Südregierung. Bei dem überraschenden Vorstoß in Peking aber stellt sich überhaupt die Frage, ob die Fiktion einer chine­sischen Zentralregierung noch aufrecht erhalten wer­den fanr. Denn wer hat diese Verletzung der Ex- toriatität durchgeführt? Die Pekinger Polizei? Die Pekinger Zentrâegierung unter Wellington Koo? Oder die novdchinesische Regierung, also Tsang So Lin? Und wer steht dahinter in dem Konflikt, der so mit Rußland geradezu absichtlich heraufgeführ^ wird? Auch Engumd? Oder auch Japan? Oder dieses allein?

So vereinfacht sich das chinesische Wirrsal, aber mit dieser Vereinfachung wächst gerade die Größe der Krise, die Gefahr der ganzen weltpolitischen Auseinandersetzung dort überhaupt. Deutschlands Stellung darin bleibt nach wie vor klar und ein­deutig gegeben, aber was in der Theorie einfach ist, kann m der Praxis schwer werden. Im Süden kann eine fremdenfeindliche Bewegung auch die Deutschen treffen und verletzen. In Peking wieder ist die Position der deutschen Gesandten heikel und schwierig. Sie erfordert ungewöhnliche Festigkeit und ungewöhnlichen Takt, wenn wirklich das diplo­matische Korps sich in dieser Auseinandersetzung nicht neutral verhält, sondern auf die Seite des Nordens tritt. Die Fiktion der Zentralregierung ist damit zerrissen, aber dann hat das diplomatische Korps in Peking, das bsühmteGejandschafts- viertel", das sowohl eine gesicherte Wohnstätte inner­halb der Residenz wie ein völkerrechtlicher Begriff ist, seine Existenzberechfigung verloren. Strikte Neutralität ist nach wie vor für Deutschland geboten und einzuhalten, und von einer Anerkennung der Südregierung, die die Kommunisten bei uns for- dern, kann natürlich heute noch feine Rede sein.

Uns aber interessiert daran immer mehr die Rückwirkung auf England. England kämpft in China um den alten europäischen Imperialismus und die Vorzugsstellung der Europäer und kämpft um eine der wichtigsten und wertvollsten Stellen in seinem Ueberseehandel. Es fürchtet die Rück­wirkungen dieser chinesischen nationalen Bewegung auf Indien und andere Telle seines Weltreiches. Es hat keinen Bundesgenossen, nicht an Amerika, nicht an Japan und auch nicht an Frankreich. Es kann in diesem Kampf auf eine reale Unterstützung von Seiten seiner großen Kolonien nicht zählen. So steht es in einem schweren Kampf um seine Weltstellung überhaupt.

Und dieser Kampf spielt sich ab bei starken so­zialen Spannungen daheim und angesichts eines Defizits in dem eben eingebrachten Budget von 36 Millionen Pfund. Noch mehr, die Niederlage der Arbeiter im Bergarbeiterstreik will das Kabi­nett ausnutzen in einem Gesetz, das die Gewerk­schaften treffen, die Verbindung von Politik und Lohnorganisation lösen will, in einer sogenannten Reform, von der die gewerkschaftlichen Arbeiter behaupten, daß sie ihnen ihr Recht beschneide und ihnen den Kampf um ihre Interessen schwerer mache. Sicherlich wird über das damit behandelte Problem von Gewerkschaft und Partei, Staat und organisierter Lohnbewegung theoretisch zu reden sein. Daß das Kabinett jetzt damit vorstößt und in. dieser Gesamtkrise eine Kraftprobe^ herausfordert, das zeugt nicht gerade von weitem Blick, dos stärkt in ihm wieder den Flügèl, der drinnen uni draußen glaubt, mit sogenannten Scharfmacher­gesten die Sache vorwärtsbringen zu können.

Scharf gegen China, scharf gegen Rußland, scharf gegen die Arbeiter daheim, mit dem Mittel der Macht das wird immer mehr die Parole in diesem konservativen Kabinett, in dem Cham­berlain in der Außenpolitik deutlich erkennbar und Baldwin in der Innenpolitik weniger deutlich er­kennbar den Kampf der gemäßigten und besonne­nen Elemente dagegen führen. Diese ganze Lage aber drängt leicht in einen Wohlkampf hinein, der mit imperialistischen Schlagworten gemacht werden soll und für den die Konservativen erwägen, durch Herabsetzung des Wahlalters der Frauen mehrere Millionen Stimmen neu zu schqffen und zugleich für sich zu gewinnen. Das aber ist reines Hasard­spiel und das konservative Kabinett ist in Gefahr, eine große Chance für den konservativen Gedanken Englands zu verspielen und zugleich England selbst sehr zu gefährden.

Schließlich: Ist denn das britische Königreich trotz feiner ungeheuren Reserven auf die Dauer