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Nr. 83
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202. SavLSSNS
Kanan Siads und Land
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Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Telle ist Hanau. ✓ Sei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder aus Rückzahlung des Bezugspreises. / Fürplatzvorschrist u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet., Geschäftsstelle: Hammrrstr.9 / Fernspr. 3956, 3957,3958
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Das Aeneste.
— Qm Prozeß gegen den Mörder Grebenaus ourde heute morgen die Todesstrafe beantragt. Das Urteil wird heute nachmittag gefällt.
— Der Reichstag stimmte dem deutsch-französi- chen Handelsprooisorium zu.
— Der Reichsrat hat den vorläufigen Finanz- usgleich und die Erhöhung der Biersteuerantelle iir Süddeutschland angenommen.
. — Der Auswärtige Ausschuß des Reichstages eschäftigte sich gestern mit Deutschlands Politik in china und der Stellungnahme Deutschlands im lbanischen Konflikt.
— Die Sowjetregierung erwägt den Abbruch der iplomatischen Beziehungen zu Nordchina.
orechineMcheSvagevovdem SlnSwâvsigen Stusschntz.
Die Vorgänge in China haben am Don- erstag in eingehender Aussprache den Aus- )ärttgen Ausschuß beschäftigt. Das Thema lag n sich nahe genug, da die Kämpfe in und um hina sich mehr und mehr zu einer Umwäl- ung entwickeln, deren Bedeutung sich noch arnicht übersehen läßt. Es muß aber doch etont werden, daß der Auswärtige Ausschuß ch nichk deshalb mit der Lage in ‘ China be- häftigt hat, weil wir irgend ein unmittelbares ntereffe an der Entwicklung haben, die die Ünge dort nehmen. Wir werden vielmehr hier och viel stärker als in der albanischen Frage arauf Bedacht nehmen müssen, daß wir unsere öllige Neutralität und Bewegungsfreiheit in nner Weise binden lassen. Man kann anneh- len, daß diese Auffassung auch im Auswär- gen Ausschuß durchweg vertreten worden ist. ne Kommunisten sind die einzigen, die eine nerkennung der Kantonregierung durch Deutschland verlangen. Sie werden aber da- nt nicht einmal von den Sozialdemokraten id) nur im geringsten ernst genommen.
Wir wahren unsere Neutralität, soweit die artesischen Kämpfe eine innere Angelegenheit rs Reiches der Mitte sind, und nicht minder, Weit die Haltung der Großmächte dadurch in Atleidenschaft gezogen wird. Bei den inneren ämpfen Chinas handelt es sich um den Berich, die Einheit des Reiches, die durch den stürz der Mandschu-Dynastie verloren gegan- LN ist, auf dem Wege einer volkstümlichen reiheitsbewegung wiederherzustellen. Dies ist denfalls der geschichtlich denkwürdige Kern er Kämpfe, wie jedes unbefangene Auge ihn hen muß. Die südchinesische Kantonregierung 'ägt in diesem Kampfe das Panier voran und e hat bisher den Erfolg auf ihrer Seite ge= abt. Sie besitzt eine absolut beherrschende Stellung am Jangtse-Fluß und ist bereits er- ügreich darüber hinaus nach Norden vorgerungen. Ihr einziger, militärisch ernst zu neh- tenber Gegner ist Tschangtsolin, der Herr der Mandschurei und Nordchinas. Ob er den Vor- rarsch der Kantontruppen wird aufhalten .innen, ist nach den bisherigen Kampfergebissen zweifelhaft, zumal nach neueren Meldunen der sogenannte christliche General Feng, er mit der Kantonregierung in Verbindung eht, ihn ernsthaft von der mongolischen flanke her bedrohen soll.
In diesem Kampf der chinesischen Gewalten reifen wir in keiner Weise ein. Die deutsche Regierung hat deshalb auch durchgesetzt, daß ie deutschen Reeder sich verpflichtet haben, »de Waffenlieferung nach chinesischen Häfen : U unterlassen. Wir warten in aller Ruhe ab, ne die militärische und politische Entscheidung 1 China ausfallen wird. Dabei legen wir aber och Wert darauf, zu betonen, daß die inneren kämpfe Chinas nicht auf Fremdenfeindschaft urückgehen und mit dem Boxeraufstand auch icht die geringste Verwandtschaft haben. Hiermit berühren wir bereits die Frage, wie sich ie Mächte zu den Vorgängen in China veralten. Die Weltgroßmächte sind zum Teil ^ehr, zum Teil weniger durch die Entwicklung er chinesischen Kämpfe in Mitleidenschaft ge- ogen. Auch dadurch dürfen wir uns in unse- er Neutralität nicht beirren lassen. Die Welt- aächte sehen sich vor die Frage gestellt, ob sie ich in Zukunft damit begnügen sollen, auf n )inesischem Boden Gastrecht zu genießen wie n jedem anderen souveränen Lande, oder ob ie sich dort weiter als Herren in ihren Kon- 1 sssionen betrachten wollen wie bisher. Für )eutschland besteht diese Frage nicht mehr, >enn wir haben China gegenüber auf alle Kon- essionsrechte verzichtet. Wohl aber ist sie für de anderen Mächte brennend geworden, so
AbschtuSarbeisen -es Reichs tases.
SaS deMch-kvamSchKe Zusatz -Adksmm«« geuebmiat.
0*8 A«veits,ett-»»tses«tz.
Berlin, 7. April. Zunächst wurde der zuletzt eingebrachte Antrag der Deutschnationalen, des Zentrums, der Deutschen Volkspartei, der Demokraten und der Bayerischen Volkspartei beraten, wonach der Russen kredit des Reiches für Lieferungsgeschäfte nach der Sowjetunion erneut bis zum Höchstbetrag von 23% Millionen übernommen werden soll.
Auf Anfrage des Abg. Frick (Natsoz.) erwidert Wirtschaftsminister Dr. Curtius, daß die Ausfallgarantien, die hier übernommen werden sollten, mit der Mologa nichts zu tun hätten. Der Antrag wird in allen drei Lesungen angenommen.
Das deutsch-französische Abkommen über die Unterhaltung der Saargrenze wird in allen drei Lesungen ohne Aussprache angenommen.
Außerhalb der Tagesordnung erhält das Wort zu einer Erklärung Abg.,Behrens (DntL): Unter dem Vorwurf, ich hätte es als Ausschußberichterstat- ter an der notwendigen Objektivität fehlen lassen, hat man gestern das.Zündholzgesetz an den Ausschuß zurückverwiesen. Der Vorwurf hat sich heute im Ausschuß als völlig falsch herausgestellt. (Lebhafter Widerspruch links. Rüfe: Der Ausschuß hat ja gar keinen Beschluß gefaßt!) Im Ausschuß hatte niemand daran Anstoß 'genommen, daß mir die Berichterstattung übertragen wurde. Die ganze Zurückverweisung an den Ausschuß ist offenbar nur auf die Absicht zurüstzuführen, die Angelegenheit zu verschleppen. Ich stelle fest, daß tch dem Aufsichtsrat der Nordd. Zündholzgesellschaft nur wenige Monate des Jahres 1925 angehört habe. Ganz unabhängig davon wurde ich im Oktober 1925 in den Aufsichtsrat der Preuß. Hypothekenaktienbank gewählt. Meine Tätigkeit dort beschränkte sich ausschließlich auf landwirtschaftliche Hypothekenbeleihungen und Vertretung der Interessen der Landarbeiter.
'Vorsitzender des volkswirtschaftlichen Ausschusses, Abg. Simon- Franken (Soz.) stellt fest, daß er selbst im Ausschuß erklärt habe, wenn er die Zusammenhänge, die Abg. Heinig (Soz.) gestern im Plenum mitgeteilt habe, vorher gekannt hätte, würde er die schwersten Bedenken gegen die Ernennung des Abg. Behrens als Berichterstatter erhoben haben. (Unruhe rechts.)
In einer persönlichen Bemerkung erklärt Abg. Dr. Wirth (Zentr.): Dr. Frick hat mir im Anschluß an die „Mologa"-Angelegenheit den Vorwurf parlamentarisch politischer Korruption gemacht. (Abg. v .Gräfe (Völk.): Fühlen Sie sich betroffen?) Jawohl! Dr. Frick wird wohl selbst den Mut haben, zuzugeben, daß er Dr. Haas und mich damit gemeint hat. Ich bin niemals an die Regierung herangetreten mit irgendeinem Antrag, die Mologa zu subventionieren, und bitte den Reichswirtschaftsminister, zu erklären, ob ich irgendeinen Versuch unternommen habe, in die sachliche Erledigung der Angelegenheit einzugreifen.
Reichswirtschaftsminister Dr. Curtius: Die Frage des Abg. Wirth kann ich verneinen, soweit ich selbst, mein Amtsbereich und mein Wissen in Frage kommt.
Hierauf wird eine Entschließung des volkswirtschaftlichen Ausschusses angenommen, nach Rückzahlung der Abwicklungskredite zur baldigen Entlastung der Landwirtschaft Mittel bereitzustellen.
Mit Rücksicht darauf, daß die Ausschußbeschlüsse noch nicht gedruckt vorliegen, wird die Beratung des Arbeitszeitnotgesetzes und des deutsch-französischen Handelsprovisoriums auf eine Stunde vertagt.
namentlich für England. Wir haben gar keine Veranlassung, England in ostasiatische Verwicklungen verstrickt zu sehen, aber wir müssen uns trotzdem klar darüber sein, daß die englische Regierung trotz allen platonischen Wohlwollens für die Freiheit des chinesischen Volkes um ihre Machtstellung auf chinesischem Boden kämpft. Infolgedessen hat sich auch ihr Gegensatz zu der Kantonregierung immer mehr verschärft, mag sie auch der Not gehorchend in Hankau Verhandlungsbereitschaft gezeigt und nachgegeben haben. Die englische Presse sucht in Uebereinstimmung mit dem englischen Kabinett den Eindruck zu erwecken, als sei die Kantonregierung eine Filiale des Moskauer Bolschewismus und als seien die Zerstörungen ausländischen Lebens und Eigentums in Nanking nicht die Folge von Kampfhandlungen, sondern beabsichtigte fremdenfeindliche Untaten der Kantontruppen auf höheren Befehl. Die Dinge liegen höchstwahrscheinlich anders. England steht in China, wie ja auch seine fortgesetzten Truppensendungen nach dem fernen Osten beweisen, in der chinesischen Kampffront, und es wird sich deshalb nicht wundern dürfen, wenn Engländer an Leib, Leben sowie an Eigentum Schaden leiden.
In der um 3% Uhr wieder eröffneten Sitzung wird
das Handelsprovisorium mit Frankreich beraten. Namens der Regierungsparteien erklärt Abgeordneter v. Guèrard (Zentr.), das Abkommen habe bei allen Regierungsparteien lebhaftes Bedenken hervorgerufen, weil die Regierung Zugeständnisse für dje Weinzölle gemacht habe, die bei einem Provisorium nicht gemacht werden dürften, und den Abschluß eines endgültigen Vertrages erschwerten. Sogar die Kontingentierung der Einfuhr sei weggefallen. Auch der Schutz des Gemüse- und Obstbaues sei durchlöchert. Ebensowenig erfreulich sei das Provisorium für die deutsche Industrie. Sie brauche eine Stabilisierung der Handelsbeziehungen.
Die französischen Zugeständnisse beschränkten sich zudem im wesentlichen auf die Maschinen- und Elektroindustrie. Leder-, Eisen- und Stahlindustrie seien unberücksichtigt geblieben. Auch habe keinerlei Bindung der französischen Zollsätze erreicht werden können. Wenn sich die Regierungsparteien trotzdem entschlossen hätten (Aha! und Lachen links), dem Abkommen zuzustimmen, so geschehe das nur in der Erwartung (Zuruf, links: „Des Konkordats!" — schallende Heiterkeit), daß ein die deutschen Interessen genügend berücksichtigender, langfristiger, endgültiger Handelsvertrag auf der Grundlage gegenseitiger Meistbegünstigung abgeschlossen wird. 'Die Regierungsparteien erklären schon heute, daß sie der weiteren Einfuhr französischer Weine zu den er- mäßigten Zollsätzen des deutsch-italienischen und spanischen Zollvertrages nicht zustimmen wërdèn^
Das deutsch-französische Handelsprooisorium wird in allen drei Lesungen mit 189 Stimmen der Regierungsparteien gegen 163 Stimmen bei 20 Enthaltungen der Demokraten angenommen. — Die Zollanträge werden gegen die Linke abgelehnt.
Bei der zweiten Beratung des Arbeitszeitnotgesetzes berichtet Abg. Schneider- Berlin (Dem.) über die Ausschußoerhandlungen. Fast alle Aenderungsanträge seien abgelehnt worden, so daß die Vorlage im wesentlichen unverändert sei.
Auf Wunsch der Kommunisten tritt nunmehr eine halbstündige Pause ein, nach deren Ablauf die Anträge dieser Fraktion gedruckt vorliegen sollen.
Um 6.15 Uhr wird die Sitzung wieder eröffnet, das Haus tritt in
die zweite Beratung des Arbettszeitnolgesehes ein.
Abg. Schwarzer-Oberbayern (Bayer. Dpt.) erklärt namens der Regierungsparteien, eine endgültige Regelung der Arbeitszeit sei erst im A r - beitsschutzgesetz möglich. Das Notgesetz bringe aber den Arbeitnehmern wesentliche Verbesserungen, Beschränkung und Zuschläge für die Mehrarbeit. Deshalb stimmten die Regierungsparteien dem Entwurf trotz mancherlei Bedenken zu.
Abg. Grotewohl (Soz.) begründet eine Reihe von Abänderungsanträgen. Vor allem müsse die Bestimmung aufgehoben werden, daß durch Tarifvertrag, also auch durch Zwangsschiedsspruch die Arbeitszeit verlängert werden kann. Grundsätzlich müsse der Achtstundentag verlangt werden.
Die Vorlage wird in ihrer Gesamtheit in zweiter Lesung unter Ablehnung aller Aenderungsanträge in der Ausschußfassung erledigt. — Nächste Sitzung Freitag.
Welches ist demgegenüber die Stellung der anderen Mächte einschließlich Deutschlands? Es läßt sich noch nicht klar erkennen, welche Bedeutung der Pekinger Zwischenfall hat. Wenn chinesisches Militär dort in das Gesandtschaftsviertel eingedrungen ist, um in den alten russischen Militärbaracken zahlreiche Verhaftungen vorzunehmen, so kann das nur unter Duldung Englands geschehen sein. Man will in Peking, wo die Kantonregierung zahlreiche eifrige Anhänger besitzt, ebenso wie in Schanghai vor dessen Uebergang in Kantons Hände die Volksbewegung unterdrücken. Ob außer England auch die anderen Mächte zu diesem Zweck das Gesandtschaftsviertel preisgegeben haben, ist nicht klar zu erkennen. Sicher aber ist, daß der deutsche Gesandte sich an einer Kollektiv-Ermächtigung nicht beteiligt hat. Im übrigen hat England sich bisher vergebens bemüht, aus den Mächten eine einheitliche Front gegen die Kantonregierung zu bilden. In den Vereinigten Staaten lehnt die Presse es einhellig ab, für England die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Es ist England denn auch nicht geglückt, einen einheitlichen Protest gegen die Nankinger Vorfälle zustande zu bringen. Vielmehr überreichen außer ihm Jqyan und die Vereinigten
Staaten der Kantonregierung gesonderte Noten. Amerika bleibt dabei, daß es lediglich ein Interesse daran habe, Leben und Eigentum seiner Bürger zu schützen und Japan sieht zu, wie die Bedrohung der englischen Machtstellung im fernen Osten wächst. Es ist klar, daß aus dieser Lage sich für unsere Gesamtpolitik wichtige Gesichtspunkte ergeben. Soweit aber der chinesische Schauplatz selbst in Betracht kommt, halten wir die Rolle des völlig neutralen Beobachters unter allen Umständen aufrecht.
Auswärtiger ÄnSichutz des Reichstags.
Berlin, 7. April. Der Auswärtige Ausschuß des Reichstages, der heute unter dem Vorsitz des Abgeordneten Wallraf (Dntl.) zusammentrat, überwies zunächst ohne Aussprache den Gesetzentwurf über die zwischen der deutschen und französischen Regierung und der Regierungskommission des Saargebiets vereinbarten Protokolle vom 13. November 1926 über die Unterhaltung der Grenzen dem handelspolitischen Ausschuß des Reichstages. Auch die Zusatzabkommen vom 31. März 1927 zu dem vorläufigen Handelsabkommen und den wirtschaftlichen Vereinbarungen zwischen Deutschland und Frankreich wurde nach kurzer Aussprache der weiteren Beratung dem handelspolitischen Ausschuß des Reichstages überwiesen.
' Der Auswärtige Ausschuß des Reichstages beschäftigte sich in seinen weiteren Verhandlungen mtt der Lage in China und der Stellung Deutschlands im albanischen Konflikt. An der Aussprache beteiligten sich neben den Vertretern des Auswärtigen Amtes Abg. D. Kemnitz (Dntl:), Stöcker (Kom.), Dr. Hoetzsch (Dntl.), Dr. Breitscheidt (SoxO, Frhr. v. Rheinbaben (D. Dp.), Dr. Wirth( Zentr.), Dr. Schnee (D. Dp), Dr. Bredt (W. Da.) und Dr. Haas (Dem.). Beschlüsse wurden nicht gefaßt.
Annahme des StuansauSsleNdS und der Erhöhung der Nierstener anteUe.
Bertin, 7. April. In der öffentlichen Vollsitzung des Reichsrats vom Donnerstag vormittag erklärte sich der Reichsrot mit den Beschlüssen des Reichstags zu dem provisorischen Finanzausgleich einverstanden, ohne Einspruch zu erheben. Ein Antrag Sachsens, Einspruch zu erheben, wurde nicht genügend unterstützt. In einer Erklärung des Vertreters von Hamburg wurden Bedenken gegen den Finanzausgleich erhoben, denen sich Bürgermeister Dr. Scholz namens der Stadt Berlin anschloß. Thüringen und Bayern ließen erklären, daß sie zwar dem Ausgleich zustimmen würden, aber nur in der Erwartung, daß dabei eine etwaige Neuregelung der Beamtenbesoldüng noch nicht mit- berücksichtigt sei. Auch Württemberg schloß sich dieser Erklärung an.
Zu der vom Reichstag beschlossenen Erhöhung der Biersteueranteile Bayerns, Württembergs und Badens beantragte als Vertreter Preu- sens, Staatssekretär Weis mann, Einspruch gegen die Beschlüsse des Reichstags zu erheben, und beantragte namentliche Abstimmung über den Einspruch. Der Vertreter Bayerns, Staatssekretär D. Wolf, der zugleich im Namen von Württemberg und Baden sprach, wies nochmals darauf hin, daß es sich um einen gesetzlich begründeten Anspruch der süddeutschen Staaten handele. Auch Sachsen beantrage, Einspruch einzulegen, ebenso schloß sich Hamburg dem preußischen Antrag an. In namentlicher Abstimmung lehnte es der Reichsrat mit 37 gegen 30 Stimmen ab, Einspruch gegen die Beschlüssee des Reichstags zu erheben. Für den Einspruch traten ein: das preußische «taatsministerium, der Vertreter der Stadt Berlin, die Vertreter der Provinzen Westpreußen, Posen, Sachsen, Hessen-Nassau. Wester stimmten für Einlegung des Einspruchs die Staaten Sachsen Jamburg, Anhalt und Waldeck.
Oie Sausrwsfteuer im Landtag
Annahme der Aenderungsanträge.
Berlin, 7. April. Das Haus erledigte zunächst eine ganze Reihe kleinerer Vorlagen. Dabei werden die zur ersten Beratung vorliegenden Gesetzentwürfe, die 80 Millionen Kredit für die verstärkte Förderung des Wohnungsbaues und 100 Millionen für die verstärkte Förderung der Erwerbslosenfürsorge, insbesondere den Bau von.Landarbeiterwohnungen, vorsehen, dem Hauptausschuß zur Vorbereitung überwiesen.
In allen drei Lesungen und in der Schlußab- stimmung findet ein Jnitiativgeseh der Regierungsparteien Annahme, das eine günstigere Regelung für die Volksschullehrer im Volksschullehrerdiensteiu- kommengesetz bringt.
Darauf beginnt das Haus die zweite Beratung des Gesetzes über das Diensteinkommen der Gewerbe- und Handelslehrer und Lehrerinnen in den Berufsschulen. Der Gegenstand wird auch in dritter Beratung ohne Aussprache angenommen.
Es folgt die dritte Beratung des Urantrages der Regierungsparteien über die
Aenderung dec hauszinssteuer.
Eine allgemeine Aussprache findet nicht statt.
Die Vorlage wird in der Schluhabslimmung gegen die Rechte und die Kommunisten angenommen. Annahme findet auch der Antrag v. Lampe (Dvp.), bei der Heufestfetzung der Richtlinien für die Verteilung