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X HS Montas bes

Das KsrreKe.

Italien hat bezüglich des italienisch-südslawi- Konfliktes in Belgrad, Paris, London und 1 Noten überreichen lassen. Der englische Ge­ir in Belgrad hat sich der Demarche seines chMschen Kollegen angeschlossen.

Die Engländer haben vor Schanghai Ver- ungsstellungen gegen die heranrückenden Kan- rppen bezogen.

Auf dem Bahnhof Berlin-Lichterfelde kam t einer blutigen Schlägerei zwischen Kommu- i und Nationalsozialisten.

Der Reichstag hat den Jnnenetat bis auf kleinen Rest, der noch heute aufgearbeitet wer- oll, bewilligt.

Ssteueova.

Don Dr. Paul Ostwald.

Angesichts der Gerüchte über ernsthafte Spannungen zwischen Polen und Litauen wird der nachstehende Artikel besonderes In­teresse finden.

Die durch die chinesischen Ereignisse ver­te englisch-russische Spannung hat die ge- en osteuropäischen Probleme vom Schwar- Meer bis zur Ostsee in eine akute Span- g getrieben, ein Zeichen, wie wenig gefestigt die Verhältnisse sind, und wieviel bei den densschlüssen versäumt worden ist. In ge- kter Weise sucht nun heute die englische lomatie aus diesen Versäumnissen Nutzen sich zu ziehen, um den russischen Gegner, dem es im fernen Osten, in Indien und in èren asiatischen Gebieten nach wie vor zu en hat, von Osteuropa her neue Schwierig­en zu verschaffen, und wie immer hat es englische Politik auch hier verstanden, die eressen anderer Mächte mit den ihrigen zu rinden. Ausersehen sind dazu Italien und en, von denen das erste vom Südosten aus : im englischen Interesse arbeitende Mächte- sttion bilden soll, während Polen eine gleiche gäbe im Nordosten gestellt ist.

War an einer engeren englisch-italienischen ammenarbeit, besonders seit den Be- rchungen zwischen Chamberlain und Musso« in Livorno im Herbst des vorigen Jahres liefe nicht mehr zu zweifeln, so haben wir ste die Gewißheit, daß die italienische Poli- eine antirussische Wendung genommen ha* in immer hatte sich Italien aus Rücksicht auf ßland davor gehütet, die Unterschrift zu dem rifer Vertrag aus dem Jahre 1920 zu geben, Bessarabien Rumänien zusprach. Noch in n im August des vorigen Jahres abge- lossenen rumänisch-italienischen Freund- aftsvertrage hatte Mussolini nur ganz*. nein gehaltene Versprechungen über Bessa-, nen gegeben, und wenn jetzt trotzdem die, lienische Ratifikation erfolgt ist, die der Vuka- ter Regierung nun auch zu der formellen An-. fennung des bessarabischen Besitzes verhalfen t, wenn vor allem die italienische Rattfi- tion in diesem Augenblick besonders starker glisch-russischer Spannung erfolgte, so kann iS nur nach einer besonderen Vereinbarung aischen Rom und London geschehen sein. Alle bschwächungsversuche von feiten Mussolinis, e formelle Anerkennung des bessarabischen andes zugunsten Rumäniens sei nicht gegen tosfau gerichtet, können nicht darüber hin- egtäuschew daß Italien tatsächlich sich gegen ußland und für England entschieden hat. Erst tzt hat der italienisch-rumänische Freundschafts­ertrag seine feste Grundlage erhalten und talien ist auf dem von ihm erstrebten Ziele, iner Vorherrschaft auf dem Balkan um ein bedeutendes näher gekommen. Ziehen wir wei- ;r den italienisch-albanischen Vertrag, die alienisch-ungarische Annäherung in Betracht, ) zeigt sich am politischen Horizont tatsächlich ine Mächtekolonie unter italienischer Führung, ie bei der Abhängigkeit Italiens von England vohl dazu geeignet ist, Rußland vom Südosten Luropas her zu bedrohen.

Nicht so günstig stehen für England die Dinge m Nordosten. Denn Polen besitzt weder das Ansehen noch die Anziehungskraft auf seine Nachbarstaaten wie Italien. Es hat sich durch fein herausforderndes Benehmen wie durch eine eigene Mißwirtschaft um das Vertrauen nicht nur bei Litauen, sondern auch bei den Kleineren baltischen Staaten gebracht. Dennoch darf auch hier das englisch-polnische Vorgehen als nicht ganz aussichtslos beurteilt werden, trotz des bestehenden russisch-litauischen Ver­trages, trotz des Strebens der drei baltischen Staaten nach einem Ausgleich mit Rußland, dem es bekanntlich sogar vor kurzem gelungen ut mit Lettland einen Sicherheitspakt zu ver-

Die tta«e«.südftawtsche di die

Rom, 20. März.Giornale b3falia meldet aus Tirana: Die albanische Regierung trift im Hinblick auf die Vorbereitungen Südslawiens Verteidigungs- maßnahmen. Pläne für eine Zusammenziehung von Slreilkrästen im Norden werden mit Beschleunigung fieprüft. Die Borbereifungen Südslawiens treten be- onders südlich von Djakova in Erscheinung. Sie be­gannen mit der angeblichen Fahnenflucht von Offi­zieren. die die Bergbewohner zum Ausstand und zur Bandenbildung ausreizen. Die südslawische Regie­rung ließ an der albanischen Grenze ein Plakat an­bringen mit der Aufforderung an alle Gegner der Regierung von Tirana, sich von der Grenze zu ent­fernen. Damit will die Regierung Europa beweisen, daß sie alles getan hat, um einen Aufstand oder Marsch von Ausständigen gegen Tirana zu ver­hindern.

Eètie ttattsrüsche LVsvtmns.

Rom, 20. März. Unter dem TitelWarnung" veröffentlicht das faschistische Verordnungsblatt fol­gende, offenbar von Mussolini selbst stammende Rote:

Mil unbedingter Ruhe verfolgt das faschistische Italien die hetze der serbischen Militärkamarilla, an deren Spitze einige unberechenbare und von großen Plänen eingenommene Lerrte stehen. Seiner Kraft und seines Rechtes bewußt, hat Italien seine Kalt­blütigkeit nicht verloren und wird sie nicht ver­lieren. Mit der gleichen Kaltblütigkeit betrachtet Ita­lien die Solidaritälcbezeugungen und weiß, woher Belgrad Hilfe und Rat holt. Ganz mit seinem wirt­schaftlichen Wiederaufbau und den gewaltigen An­strengungen zur Schaffung des neuen Regimes be- fchäfUgt, beabsichtigt das faschistische Italien, in kei­ner Weise den europäischen Frieden zu stören. Die ganze Welt weiß das, aber die ganze Welt muh auch wissen, daß das faschistische Italien keine Dro­hungen, Erpressungen oder Attentate dulden wird. Nachdem dies ein für allemal festgeskellt ist, werden wir nicht mehr mit nutzlosen Worten auf dises Ar­gument zurückkommen und unser Losungswort bleibt:3m stillen handeln."

Englischs u-ttaSrenlschs Demarche in Belgrad.

Wien, 19. März. Wie aus Belgrad gemeldet wird, hat der italienische Ge s a n d t e gestern abend im südslawischen Außenministerium eine Note überreicht, die sich inhaltlich mit der Note deckt, die die italienische Regierung in London und anderen Hauptstädten überreichen ließ. Heute morgen stattete der englische Gesandte dem südslawischen Außen­minister Dr. Pe ritsch einen Besuch ab, und dabei schloß er sich der Demarche des italienischen Gesand­ten an.

Die italienische Regierung erklärt in der Note, daß sie aggresiven Absichten Südslawiens gegenüber nicht neutral bleiben könne. In der Note werden zahlreiche Momente aufgeführt, die beweisen sollen, daß Südslawien eine O f f e n - s i ve gegen Albanien vorbereite und aktiv die albanische Revolution unterstütze. Außenminister Dr. Peritsch erwiderte dem englischen und italienischen Gesandten, daß die in der italienischen Note ange­führten Informationen größtenteil unrichtig seien und daß Südslawien keinen Anlaß habe, sich in die inneren Angelegenheiten Albaniens einzumischen.

Mne ttattenische Mitte«««» in Sedin.

Berlin, 19. März. Zu den letzten Presferneldun- gen über Schritte der italienischen Regierung im Zusammenhang mit der Frage auf dem Balkan er­fährt das WTB. von unterrichteter Seite, daß ein facher Schritt der italienischen Regierung auch bei der deutschen Regierung erfolgt ist. Die italienische Regierung hat dabei darauf hingewiesen, daß nach Pren Beobachtungen in Südslawien starke militärische Borbereitungen mit Bezug auf Alb a= n i e n getroffen würden. Die italienische Regierung beabsichtige ni Ht, hierauf mit militärischen Gegenmaßnahmen zu antworten. Sie werde ober der deutschen Regierung ebenso wie den übri­gen am Balkan interessierten Mächten zur Entkräf- tlgung der im Zusammenhang mit diesen Rüstun­gen gegen Italien eingeleiteten Kampagne alsbald ?^.?lührliches Material vorlegen, das die tatsächliche Lage aufkläre.

Die südslawische Resievuns vev- lanst auüevovdetttl. DoUmachten

Rom, 20. März.Secolo" meldet aus Belgrad, die südslawische Regierung habe von der Kammer außerordentliche Vollmachten verlangt, und die Er­ledigung des Kriegsbudgets auf dringlichem Wege gefordert, das eine fünffache Erhöhung gegen bis­her bedeute. Da die Opposition Schwierigkeiten machte, habe ein Ministerrat einige kleine Abstriche vorgenommen, um die schleunige Erledigung der Budgets zu ermöglichen. Die Kammer halte drei Sitzungen am Tage ab. Es fei auch die Bildung einer nationalen Konzentrationsregierung in Vor­bereitung, der auch die beiden nationalistischen

Litauens in dem englisch-russischen Gegensatz Litauen eine Anleihe von 2 Millionen Pfund. uen öianüt)unnE,ieui i;uuc,

bedenklich stimmen muß, ist nämlich die schlechte Sterling zu geben und der Direktor der Lltau-, daß das Schicksal dieses Gebietes ausschUeßlich durch wirtschaftliche Lage des Landes, die zu einer ifchen Staatsbank verhandelt gegenwärtig da- , die freie Willensäußerung seiner Bevölkerung ent» <w^#..t.«s*Ä*A* oFMrtfrtnh krttfirh bereit erröteten, rüber in London. Daß England eine Anleihe schieden werden kann. Tie rumänische Regierung

nicht an einen Staat geben wird, der sich poli­tisch ihm nicht zur Verfügung stellen will, ist selbstverständlich und so ist es nicht ausge­schlossen, daß Litauen sich in irgend einer Weise in die polnisch-englische Kombination einglie­dern muß, gegebenenfalls unter einem starken polnischen Druck. Daß allerdings ein polnisch­litauischer Ausgleich unter der gegenwärtigen Regierung Woldemaras erfolgt, ist kaum denk­bar, doch wer will behaupten, daß diese Regie­rung wirklich am Ruder bleibt, wenn sich Schwierigkeiten ergeben.

Bei den drei anderen baltischen Randstaate», haben gerade zwei Ereignisse in der letzten Zeit gezeigt, daß die Solidarität, die noch im Januar auf ihrer Rigaer Konferenz zutage trat, doch Nicht so fest gegründet ist, wie man annehmen konnte. Einmal hat Lettland, ohne sich weiter um die Revaler und Helsingforser Regierung zu kümmern, den schon erwähnten Neutralitäts­pakt mit Rußland verabredet, und weiter hat Estland ttotz seiner erst vor kurzem mit Lett­land geschlossenen Zollunion selbständig einen Handelsvertrag mit Polen geschlossen, in dem von einer russischen Klausel überhaupt nicht die Rede ist, und in dem eine baltische Klausel sich nur unvollkommen findet. Das selbständige Vorgehen Estlands in diesem Falle erklärt sich nur durch feine starke wirtschaftliche Abhängig­keit von England, die es der Revaler Regie­rung doch geraten erscheinen ließ, sich dessen Wohlwollen weiter durch ein Entgegenkommen den polnischen Wünschen gegenüber zu sichern. Es muß infolgedessen unter diesen Umständen heute sogar zweifelhaft erscheinen, ob man sich in Reval dazu entschließen wird, in Bezug auf Rußland dem Beispiel Lettlands zu folgen, auch wenn die sozialistische finnische Rygissrung nnt Moskau einen NeutraKtäts- und Sicherhetts» pakt nach dem lettischen Muster mit Rußlmü» eingehen würde. Auf jeden Fall werden di« englischen und polnischen Bindungen Estlands immer so stark bleiben, daß es der Londoner Politik gelingen wird, von Reval aus einen Keil in die von Moskau erstrebte antienglischs Front der drei bEischen Staaten zu schieben« und das ist das Entscheidende.

Die Stellung, die wir zu diesem Ringen zwischen England und Rußland um die ost­europäischen Randstaaten einzunehmen haben, kann nur, wie schon oft betont, die völliger Neu­tralität sein. Dennoch werden wir die Augen offen zu halten haben und allen Wendungen dieses Ringens folgen müssen, um nicht in einq für uns gefährliche Situation gedrängt zu wer­den. Die politischen Rückwirkungen der west­lichen, d. h. der englischen Orientierung Italiens und Polens werden nicht ausbleiben^ und nicht umsonst hat man sich in Genf jetzt gerade von englischer Seite für einen deutsch- polnischen Ausgleich eingesetzt, gegen den an sich im Sinne erträglicherer nachbarlicher Be­ziehungen nichts gesagt sein soll, mit dem aber zweifellos von englischer Seite aus noch weiter­gehende Absichten verbunden werden. Auch uns liegt an einer Befriedung Osteuropas und einer Lösung der dortigen machtpolitischen Probleme, aber für uns ist ein Weg einseitiger Entscheidung nicht denkbar, sondern nur ein Weg, der unserer zentralen Lage zwischen West- und Osteuropa gerecht wird, und der dazu führt, das Unrecht wieder gut zu machen, das uns in Versailles bezüglich unserer Ostgrenzen ange- tan wurde.

Die EnglSndev in DsVierdrsEgs- tteNuns vov SEanshak.

London, 20. März. Die Besetzung von Hankau und Schanghai durch die Kantontrüppen steht unmittel­bar bevor, da der größte Teil der Schantungtruppen, auf das schärfste verfolgt von den Truppen der Süd- armee nach Norden abgezogen ist und nur kleinere, in Auflösung befindliche Truppenteile, die nicht im­stande sind, irgend einen geschlossenen Widerstand zu leisten, auf Schanghai zurückfluten, wo die in starken Verteidigung-stellen stehenden engüischen Truppen alle Vorbereitungen getrofen haben, um. sie zur Verhinderung von Ruhestörungen energisch zu entwaffnen. Die englischen Soldaten beherrschen alle Zugänge nach Schanghai und sind mit schwerer Artillerie ausgerüstet worden. Nur geordneten, gut disziplinierten Truppenteilen der Kantondegierung wird der Einmarsch in die Chinesenstadt von Schanghai gestattet werden.

Die üttififthe Kots übet die befsavaMBe Svage.

Führer Pritschewisw und Davidowitsch angehören sollen, die einander nicht mehr bekämpften und nun angeblich vor der Versöhnung stehen.

Aushebungen in Albanien.

Rom, 20. März. DasGiornale d'Jtalia" meldet über die albanischen Maßnahmen gegenüber den militärischen Vorbereitungen in Südslawien, zum ersten Male sei in Albanien die Aushebung zur Schaffung eines regulären Heeres anstelle der frü-, Heren Bandenbildung im Gange. Außerdem würden Truppenoerschiebungen nach der Nordgrenze vorbe­reitet.

LuvüMaltung in Vavis.

Paris, 20. März. Havas veröfentlicht folgende offiziöse Mitteilung: Die sranzsische Regierung hat von der italienischen Regierung eine Note ähnlichen Inhalts wie die, die in London über die Lage in Al- banien erreicht wurde, erhalten. In der augenblick- lichne Krise hat die frnazsische Regierung nicht aufge­hört, in Belgrad Mäßigung anzuempfehlen und sie wird nicht rmangeln, diese Ratschläge bei der jugo- slavischen Regierung zu erneuern. Die französische Diplomatie ist aber andererseits davon überzeugt, daß Italien die Politik der Großmächte annehmen und si chum einen Ausgleich bemühen wird. Was die Anklagen betrifft, die vomGiornale d'Jtalia" gegen die Tätigkeit erhoben wurden, die einige Fran­zosen zu Gunsten Südslavicns ausgeübt haben sollen, so beruhen diese auf einer realen Grundlage. Die italienische Regierung hat von dem französischen Botschafter bereits eine Versicherung in diesem Sinne erhalten.

pyris, 20. März. Die Presse bespricht die italie- nisch jugslawijche Snannung und erklärt zum Teil, daß diè Nachrichteri über militärische Vorbereitun- gen Iugoslaviens in Frankreich, das die friedlichen Absichten der Regierung von Belgrad kenne, mit außerordentlicher Reserve ausgenommen würden. Die meisten Blätter fordern das Eingreifen Frank­reichs und Englands.

DasOeuvre" schreibt: Frankreich, auf das man in Belgrad hört, muß Geduld anempfehlen und England, auf das man in Rom hört, muß Ratschläge zur Mäßigung geben.

DerF i g a r o". äußert sich in gleichem Sinne, erklärt jedoch, daß alles das bcdauerswerte Ergeb­nis eines Irrtums sei, den Frankreich mit seinem Prestige im Mittelmeer bezahlen werde. Paris und London müssen sich verständigen, um eine für den Frieden Europas gefährliche Erregung zu mildern, wo die Agenten der geheimen Kräfte die Zeit ge­funden haben, ihr verhängnisvolles Werk zu vollen­den. Einzelne Blätter sprechen auch von der Mög­lichkeit, daß der Völkerbund sich mit der Angelegen­heit beschäftigen werde und loben die italienische Regierung, daß sie bereits die Großmächte mit der Angelegenheit befaßt habe. Im großen und ganzen zeigt sich jedoch eine gewisse Beunruhigung über den weiteren Verlauf der Angelegenheit.

Dev Konflikt vov den Dblkev- bundsvat 7

Paris, 21. März. Nach derChikogo Tribune" faßte das südslawische Kabinett nach erregter Bera­tung gestern nachmittag den Beschluß sich wegen des Konfliktes an den Völkerbund zu wenden.

Paris, 21. März. Die Haves Agentur berichtet, daß Botschafter von Hoesch mit Berthelot verhan­delt habe, um festzustellen ob anläßlich der italienisch­jugoslawischen Differenzen die Einberufung des Völ­kerbundsrates erforderlich sei. Briand werde heute nach Paris kommen, um den italienischen Botschafter zu empfangen. Es habe auch schon ein Gedanken­austausch zwischen den Großmächten stattgefunden. Vielleicht sei es nicht nötig den Völkerbundsrat in Bewegung zu setzen, da dadurch die Spannung nur verschärft werde.

Erneutes südslawisches Dementi

Belgrad, 21. März. In der Skupschtina führte Außenminister Peritsch über die außenpolitische Lage aus: Alle Gerüchte über Schwächung der kleinen Entente seien unbegründet. Die Politik gegenüber Italien gründe sich auf den ehrlichen Wunsch nach guten nachbarlichen und freundschaft­lichen Beziehungen. Gegenüber Frankreich bestehe eine vollständige Uebereinstimmung der Anschau­ungen und Interessen. Wir hoffen, fuhr der Mini­ster fort, daß England uns in unseren Bemühun- Deutschland sind unsere Beziehungen sehr gut und Handelsvertragsverhandlungen werden bald begin­nen. Es ist schwer festzustellen, ob der Zustand Sowjet-Rußlands hinreichend geordnet und gesichert ist. Unter Bezugnahme auf die kürzlich veröffent­lichten Meldungen über Rüstungen in L> ü d s l a w i e n führte der Minister aus: Ich er­kläre feierlich, wir würden eine Enquëte der ganzen Welt wünschen, durch militärische oder andere Fach­leute, die feststellen würden, daß unsereDertei- digung nicht den Charakter des nor­malen Standes überschreitet.

Moskau, 19. März. Die heute veröffentlichte Ant­wort auf die Mitteilung der italienischen Regierung über die Ratifizierung des Bessarabischen Abkom­mens durch Italien führt u. a. aus, daß die Sowjet­regierung stets sich auf den Standpunkt gestellt habe.