Hr. 60
Samskag den 12. MS^
Seife S
KsVâs.
Hanau, 12. März.
SolZssvauSSSsg.
Abermals wollen wir, wenn der Frühlingswind iebkosend über die Hügel der stillen Schläfer geht, m deutschen Land Volkstrauertag halten, daß sie rlle, die für uns starben, licht und hehr vor un- eren Augen stehen. Gewiß, wir, die wir unsere Söhne verloren haben im heißen Ringen der Völ- 'er, wir senden in vielen Stunden unseres Lebens oehmütige Grüße zu ihnen hinaus in die Fremue, n der sie schlafen müssen, wir halten unverbrüch- iche Gemeinschaft mit ihnen, sie gehen still neben ms her, ob uns die Freude winkt, ob uns das 3eib begegnet in aller Unruhe und Unrast der Eage stehen sie immer wieder plötzlich vor uns, in irgend einer Wegbicgung, bei irgend einem Wang und irgend einem Wort. Wir können nie ihne sie sein, uns leben sie alle. Aber unser Volk, las von einem Tag zum andern hastet, das von innrer neuen Dingen belastet und bezaubert wird — ob das für sein Leben den Tod unserer Brüder luswertet, daß ihm reicher Segen daraus erwächst? Nir ifts oft, als hätte unser Volk schnell vergessen, vas sie taten, die einst den Heldentod starben, die ünst ihr junges Leben gaben für die Heimat. Daß liefe Heimat unversehrt blieb durch unserer Söhne Tapferkeit^ daß die Kriegsfurie nicht raste über rutsche Gaue, daß wir still unserem Tun nach- zehen konnten — wer redet von dem allen heute roch, wer hat dafür noch einmal ein gutes dankbares Wort? Wohl stehen hin und her im deut- chen Land Kriegerdenkmäler zur Erinnerung an tie große Zeit des Weltkrieges, aber wo webt die Erinnerung an unsere Gefallenen heimlichen Schein iber unser Leben, wo steht sie in leuchtender Schöne vor unserer Jugend, ihr heldenhaften Sinn in die Seele zu prägen? Im schweren Existenz- fampf, in tausend Wirren und Nöten, in wüstem parteistreit und kindischem Gezänk begräbt das deutsche Volk das Erinnern an seine Toten.
Dolkstrauertag im Vorfrühling — mit ernstem Klocken klang ruft er das deutsche Volk von den verworrenen Pfaden des Alltags in die heiligende Stille des großen Gräberfeldes, auf dem unsere Söhne und Brüder schlafen. Rein und schlackenfrei
ioH ihr Tun vor ergriffenen Seelen stehn — denn es gibt doch nichts Größeres als sein Leben zu lassen für seine Brüder. Daß Opfertod größte Mannestat ist, daß Dornenkrone des Leids eine Königskrone ist — solch' Glaube soll wieder
krnb und erhebend die Herzen des jetzigen Mechts ergreifen. Mag er schlecht passen zu Gewohnheiten und Gedanken des Tags, auf platten Hand liegt niemals, was ein Volk innerlicht und vertieft. Aber die Geschichte
läu»
Geben der ver- der
Menschheit lehrt es immer aufs neue, was wir jünger des Gekreuzigten als sein Vermächtnis in uns tragen: 2lu_> dem Tode blüht neues Leben, die Gefällten und Zerbrochenen find die Sorten besserer Zeit. Im Glanz ihrer Augen muß ja das Schlimme und Häßliche, das unser Leben zermürbt, vergehen und zerstäuben, muß ja alles Große und Hobe wieder Herr werden auch über unsere armselige beWi Zeit, die im Staube wühlt, statt nach den Sternen zu schauen.
Dolkstrauertag im Vorfrühling: Sollen denn nicht, wie die ersten zarten Blüten aus der merbe« frohen Erde emporlugen, auch die kleinen feinen Keime reineren Lebens sich ans Licht wagen? Soll nicht wieder, wenn wir den Gefallenen dankbare Kränze der Liebe winden, all das Schöne und Große, das Deutschland ihnen einst in die Seele gesenkt hat, lebensstark in uns auferstehen? Mögens Vieltausende belächeln und verspotten, weil ihre blöden Augen seine Herrlichkeit nicht sehen können, wir wollen's in unzerstörbarem Bunde mit unseren Toten immer heißer und inniger lieben — all dies Deutsche: Liebe und Treue, Tapferkeit und Heldenmut, Stolz und Wahrhaftigkeit, Selbsttverleugnung und Opfersinn. Der Krieg ist längst zu Ende, aber eine bittere Fehde bleibt, die gegen die Geister der Nacht, die unser Volk bedrohen und schon so vieles in ihm zerstört haben, die mit der Raffiniertheit der Bosheit an seinem
iz^eeaea
d^w ^cât- McnèvMsH.
Roman von Knud Gahwiller.
Aus dem Dänischen übersetzt von E. von Kraatz.
85. Fortsetzung.
(Nachdruck verboten.)
Sie hatte berechnet fünf Schwimmstöße unter . Wasser zu machen. Dann mußte sie dicht hinter der Jolle wieder auftauchen. Noch nie war ihr eine Zeit o endlos lang ocrgctommen, wie jetzt, während ie unter Wasser ihrem unsicheren Ziel entgegen« chwamm. Endlich war sie so weit draußen, wie sie lerechnet hatte, und kam wieder an die Oberfläche. Sobald ihr Kopf wieder über Wasser war, sah sie, daß sie sich mitten vor dem Boot befand, und zwar an der von der Jacht abgewandten Langseite. Es kam ihr jedoch vor, als ob die Jolle nun viel %eHer als zuvor weiterglitte, und vorsichtig und e jeden plätschernden Laut zwang sie ihren Körper zu magerechter Lage und glitt, gelenkig wie ein Fisch, hinter dem immer rascher davontreiben, den Boot her.
Es war nicht so leicht es einzuholen, da sie so ruhig schwimmen mußte, daß keine Bewegung des Wassers sie verraten tonnte, aber mit Aufbietung all ihrer Kräfte gelang es ihr doch, es allmählich zu erreichen. Nach wenigen Minuten konnte sie bereits bie Arme emporstrecken und sich — immer noch an der Außenseite der Jolle, am Rande festklammern. Sie hatte sich vorgenommen, sich hinter dem breiten Achtersteven zu verbergen, den sie für das beste Ver- steck für ihren nackten» weiß durch das dunkle Wasser |d)immernben Körper hielt. Nun ertönten oben an Bord des Schiffes Stimmen, sodaß sie sich nicht zu rühren wagte Sie hatre sich nur mit einem Finger festgehakt, und als dieser so müde wurde, daß sie wechseln mußte, griff sie mit der anderen Hand zu und kam dem Achtersteven dadurch näher. Gleich- zeitig hielt sie die Jolle durch ihre Scheinbewegun- - gen in Fahrt, so daß sie die ganze Zeit versteckt war und dabei noch das Abtreiben der Jolle be« schteunigte
Da sie immer noch Stimmen von der Jacht und
Rasseln von Kochgeschirr aus der Kambüse hörte, wagte sie sich nicht so hoch zu recken, daß sie über bas Doot hinweagucken und zusehen konnte, wie wett es von jetzt der Jacht entfernt war.
Erst als alle Geräusche erstorben und sie nidjts
innersten Mark zehrt. Unzählig« ahnen Laoon nichts in ihrer Traumseligkett oder in ihrem Taumel. Daß die Glocken des Trauertages sie aufrütteln möchten zu Ernst und Entschlossenheit, zu hingebender Ar- beit an Volk und Vaterland.
Dolkstrauertag feiern wir in der Passionszeit, die das» Kreuz unseres Erlösers vor unser Auge stellt und vom Geheimnis seines Todes spricht Mochten gerade in solcher Zeit die vielen Kreuze unserer Gefallenen, um die der Frühlingswind geht, leis« uns winken, in das heilige Land der Er- innerung zu wandern, wo der Tod der Bote neuen Lebens ist, wo tiefdanbare Herzen um ihrer Toten willen immer bewußter und immer geläuterter für das atmen, für das jene einst den stolzen Tod der Freien litten.
A»d«XSs«hu>e mtS toeeBmtieee W
Die aus allen Schulgattungen von Stadt und Land erschienene Lehrerschaft, die die Aula der Eberhardschule gestern füllte, war ein Zeugnis davon wie sehr der Gedanke des Werkunterrichts in der Interessensphäre der heutigen Schule liegt. Die „Einführung in die Grundfragen der Arbettsschule" legte die Notwendigkeit und die Beziehungen des Werk- Unterrichts zu den Sachgebieten klar. Das Arbeits- Prinzip und der Werkunterricht sind ein dringender Faktor zur Erhaltung und Pflege des deutschen Kulturguts. Wesentlich jedoch hierbei ist nicht Jn- tresse an der Sache, sondern die Mitarbeit. Nicht Wissen und Können ist Zweck, sondern das Bemühen um das Können und Wissen. Herr Mittelschullehrer Löber, entrollte ein Bild vom „Werkunterricht im Bildungsplan der Volks- und Mittelschulen" und be. tonte, daß im Werkunterricht allein der ganze Mensch erfaßt wird, und daß gerade hier das Wort seine größte Wahrheit erlangt: Nicht für die Schule, son- dern für das Leben lernen wir. Eine Reihe von Lichtbildern erläuterten das Gebotene noch. Die Aus- führungen des Herrn Studienrat Dr. Wagner, gipfelten in dem Wort: „Eine höhere Schule ist umso moderner, je mehr Werkstätten sie hat." Im Anschluß an diese Vorträge erklärten sich 34 Lehrende bereit, die Ziele und Bestrebungen der „Vereinigung für werktätigen Unterricht" in einer Arbeitsgemein, schaft in der Schultätigkeit zu verwirklichen helfen.
Die Ausstellung der Kursusarbeiten war gut be
teilne
sucht und ist auch noch-am Sonntag von 10 bis 1 Uhr geöffnet. Führung durch dieselbe von Kursus- „ilnehmern unterstützt die Uebersicht. Der Aus
stellungsraum befindet sich im zweiten Stock der Bezirksschule 1. Formarbeiten aus Ton, Ausschneidearbeiten in Buntpapier und Faltarbeiten geben die
Möglichkeiten für die prakti che Arbeit in der Grundschule. Einzelne Sanoreliefs find aus dem Stoff-
schule. Einzelne Sai gebiet der Oberstufe.
Das Weites des nächsten Msche.
Einstweilen keinen Källerückfall.
Die frühlingshafte Witterung dauerte auch in der vergangenen Woche fort, wenngleich die Temperaturen nicht wieder so hoch stiegen wie zu De- ginn des Monats. Aber auch an den kühlsten Ta- gen überschritten sie die Mittelwerte immer noch um 3 bis 4 Grad; an den meisten Tagen wurden 10 Grad Wärme beträchtlich überschritten, und nur im Küstengebiet der Nord- und Ostsee blieben die Temperaturen unterhalb dieses Wertes. Ein ausgesprochener Kälteeinbruch ist bisher nicht erfolgt; das in der Vorwoche über dem östlichen Nordamerika verlagert 'gewesene Hoch ist bald von neu
Mâ! Hetzt seh» mir mm noch das G« sangbuch zuv Aoufiemaii»«. And das evhaltsA tote feite pselSwevt in des Waksenhans-VmtzharMimg. ittomm, last' es uns sofort kaufe«.
mehr vernahm, hob sie sich mit den Armen empor,
um sich zu orientieren. ,6teüi "
„Stella" war schon ziemlich weit weg. Einen Augenblick durchrieselte sie ein panischer Schrecken, als sie die Jacht weiter und weiter entgleiten sah — Nun wurde Jie zu einem Nebelgebilde, aus der ein einzelnes Licht herüberblinzelte — bis auch dies verschwand.
Endlich griff sie jetzt mit beiden Händen und arbeitete sich so das letzte Ende bis zum stersteven hin. Indem sie sich um seine scharfe
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Ecke schwingen wollte, fühlte sie, wie irgendetwas ihren Körver im Wasser streifte. Wieder durchzttckte sie ein lähmender Schreck. Sie dachte unwillkürlich, ob es ein Haifisch sein könne, und das Entsetzen übermannte sie so. daß sie den Bootsrand unbe« wußt losließ und ins Wasser zurückglitt.
Jm selben Augenblick, in dem sie am Versinken war, fühlte sie sich von einem kräftigen Arm gehalten und sah einen Kopf neben dem ihrem zum Vorschein kommen.
„Dick — Dick — bist du's!"
Dann war alles fort, ihr Kopf sank zurück, ihre Glieder erschlafften und sie wußte nichts mehr.
Wie Dick sie, obwohl selbst todmüde vom langen Schwimmen, ins Boot hineingeschafft hatte, wußte er nachher selbst nicht mehr. Unter Aufbietung seiner letzten Kräfte taumelte er schließlich selbst über den Bootsrand und brach neben ihr zusammen.
Lange blieb er regungslos liegen, bis er endlich so weit zu sich kam, daß er den Kopf über den Bootsrand erheben und das Kinn auf die Reeling stützen konnte.
so weit zu Bootsrand
Nichts zu sehen! Nur Meer — Meer auf allen Seiten.
Als er eine Zeitlang so gelegen hatte und wieder etwas zu Kräften gekommen war, wandte er sich ihr zu, die noch immer stumm und still bewußtlos auf dem Boden der Jolle lag.
Bei ihrem Anblick überkam ihn ein sonderbares Gefühl von Hilflosigkeit.
Die Aermste! Ob sie sich verletzt hatte? Ihre Wange lag auf dem harten Holz. Wenn sie nur nicht zu Schaden gekommen war! Er erinnerte sich, daß er hart zugepackt hatte, um den besinnungslosen Körper ins Boot hineinzuschaffen. — Aber er konnte nicht dafür. — Es ging ja für sie beide ums Leben j— Wenn sie doch endlich wieder zu sich kommen wollte!
• Sachte beugte er sich über sie und schob seinen
entstandenen Zyklon«« abgebant worden enb wurde gleichzeitig von dem polaren Kältereserooir durch die sich immer wieder erneuernde nordatlantische Iiefbrucfrinne abgeschnitten. Diese erstreckt sich auch weiterhin quer über den Ozean bis zum amerika- mschen Festland; außerdem bilden sich im südlichen Teil des Golfstroms durch die großen Temperaturunterschiede zwischen seiner Nord- und Südseite fortwährend neue Wirbel, so daß in West- und Mitteleuropa die Vorherrschaft der warmen Aequa- torialfront einstweilen nicht ernstlich bedroht er- scheint.
Die im Bereich der britischen Insel und des europäischen Nordmeeres stationär gewordenen lief» druckgebtlde hatten sich am Ende der Woche stark aufgefüllt; ein nach der südlichen Ostsee gelangtes Minimum führte durch seine südlichen Randwirbel bei uns wiederholt zu kurzen Regenschauern, denen aber schon Donnerstag bei zunehmendem Luftdruck die Wieoeraufhciterung und Beruhigung des Welt- ters folgte. Stärkere Druckzunahme im Raum bei Island wird die Wetterlage bei uns nicht wesentlich zu beeinflussen vermögen, da bie Annäherung neuer ozeanischer Wirbel die Luftzufuhr aus diesem Kältegebiet rasch abricZeln dürfte. Das Hochdruck- und Kältegebiet über Rußland hat an Widerstandskraft Zwar verloren, scheint sich aber einstweilen noch zu erhalten. Jedenfalls ist die Frostgrenze im Laufe der vorigen Woche noch weiter nach Norden und Osten zurückgewichen; Temperaturen unter Null herrschen zurzeit, von einigen unbebeutenben Kälteinseln über Skandinavien und Finnland abgesehen, nur noch jenseits des Polarkreises sowie in Nord- und Ostrutzland. Wir werden aller Voraussicht nach auch in der kommenden Woche auf frühlingshafte, wenn auch veränderliche und zeitweilig regnerische Witterung rechnen können.
3hte«i0i6ttttö mit WaatNchev
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Um das zurzeit in größerem Umfange flüssige Geld des freien Kapitalmarktes in erhöhtem Maße dem Wohnungsbau nutzbar zu machen, haben die beteiligten preußischen Minister jetzt zugelassen, daß auf Antrag von Gemeinden neben den Rückeinnahmen an Zinsen aus den bereits früher aus- gegebenen Hauszinssteuerhypotheken jetzt auch ein begrenzter Teil der laufenden Hauszinssteuerer, trägnisse des Jahres 1927, soweit sie für den Wohnungsbau bestimmt sind, zur Gewährung von Zinszuschüssen sowie zur Anlage von Bürgschaftssicherungsfonds durch die Gemeinden verwendet
werden kann.
Die Zuschüsse, bie aus laufenden Hauszinesteuer- mitteln entnommen werden, sollen nur zur Zinsverbilligung solcher Darlehen dienen, die vom freien Kapitalmärkte (Sparkassen, Hypothekenbanken Versicherungsanstalten usw.) über die normale Grenze yinaus gegeben werden, d. h. unter den augenblicklichen Ver- Hältnissen für Hypotheken, die den Wert von im allgemeinen 40 v. H. der heutigen Herstellungskosten einschließlich des Wertes des Grund und Bodens überschreiten. Voraussetzung für die Be- willgung der Zinszuschüsse ist im übrigen, daß der für den betreffenden Wohnungsbau nach den seitherigen Grunosätzen als Hauszinssteuerhypothek zu gewährende Betrag um die Summe gekürzt wird, bt. vom freien Kapitalmärkte über die normale Beleihungsgrenze hinaus gegeben wird. Wenn hiernach etwa für einn Wohnungsbau bisher eine Hauszinssteuerhypothek von 5000 Rm. in Betracht kam, so wird es künftighin möglich sein, diese auf
Arm unter ihren Kops, damit er nicht mehr direkt
wie in jener einen
auf den feuchten Brettern lag.
Der arme Dick! Noch nie meinte er etwas so Wonniges empfunden — noch nie so viele Sterne am Himmel gesehen zu haben, großen Nackt, die sich nun auf sie herabsenkte.
Das Badehaus war längst wieder eingeholt
worden.
Man saß im Achtersalon, wo Svend mit Hög eine Partie Schach spielte.
„Wo bleibt denn nur Kis?" fragte Molly schließlich. „$at einer von euch sie gesehen?"
Nein, keiner hatte sie gesehen.
Vielleicht war sie nach vorn gegangen, um das Bugsieren zu beobachten.
„Ich werde mal nachsehen", erklärte Holm und ftanb auf.
,,Wäre es nicht besser, ich ginge — falls sie noch in ihrer Kabine beim Anziehen sein sollte —?"
In diesem Augenblick kam eine weißgekleidete Frauengestalt, die vom Unterseeboot zum Deck der „Stella führende Treppe herauf. Kirsten hatte ihnen so viel von der kleinen Japanerin erzählt, daß sie sich gleich dachten, es müßte Chin Uo sein.
Jetzt kam sie heran, verneigte sich und erklärte in ihrem unbeholfenen Englisch, Doktor Uuchitu hätte sie herübergeschickt, damit sie den Damen von jetzt an zur Hand gehen könne.
Högs Gesicht belebte sich, als er vom Schachbrett aufsah.
„Wenn ich diese verdammten Japaner auch bis an den Hals habe — die da ist bei Gott süß!"
Alle lächelten sie an und fanden sie hinreißend, und Molly streichelte ihr freundlich die Wange.
„Ich werde sie gleich mit zu Kis nehmen , sagte sie, indem sie sich erhob. „Sie kann ihr vielleicht beim Ankleiden helfen."
Gleich darauf kam sie atemlos zurück.
Kirsten war nirgends zu finden, weder in der Kabine noch anderswo — nur ihr Zeug lag noch da, sowohl das seidene Gewand, wie die Sachen, die Molly ihr hingelegt hatte.
Man suchte überall, aber sie war und blieb nicht zu finden.
Und erst jetzt stellte es sich heraus, daß auch Dick weg war.
Und da half kein Suchen und Rufen — beide waren spurlos verschwunden.
Während die anderen im Salon beratschlagten, stand Kapitän Ryan allein an der Reeling.
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ieten
3000 Rm. zu senken, sofern durch Jnänspâchnahme des freien Kapitalmarktes dem Bauherrn eine aus Mitteln der öffentlichen Hand zu verbillgende zweite Hypothek in Höhe von 2000 Rm. gewährt wird. Der Zinszuschuß kann im allgemeinen bi s zur Dauer von 5 Jahren zugestanden wer- den, allerdings unter der Bedingung, daß eine Kürzung des Zuschusses erfolgt, sobald und soweit sich aus der Gesamtlage — etwaige Erhöhung der Altmieten, Sinken des Zinsfußes für die auf dem freien Kapitalmärkte aufgenommenen Darlebet für die betreffenden Wohnungsneubauten Mi_____ ergeben, welche die Mieten für entsprechende Altwohnungen nicht erheblich übersteigen.
Ob die Gemeinden aus dem dafür frei« zuaebenden Teile des laufenden Hauszinssteuer, aufkommens die Zinszuschüsse an den Bauherrn für ein von diesem auf dem freien Kapitalmärkte aufgenommenes Darlehen geben, ober aber ob sie unter Inanspruchnahme der für Zinszuschuhgewährung freigegebenen Hauszinssteuermittel ihrer, seits Wohnungsbauanleiihen aufnehmen, um daraus den Bauherren entsprechend verbilligte zweite Hypotheken zu gewähren, ist dem Ermessen der Gemenden überlassen.
Die beteiligten Minister erhoffen von dieser Regelung eine nenenswerte Streckung der für den Wohnungsbau bestimmten Hauszinssteuermittel.
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*Zum Volkstrauerkag. Wie bereits bekannt gegeben findet morgen am Dolkstrauertag in Hanau eine Gedächtnisfeier zu Ehren der gefallenen Helden statt. Die Feier wird aus dem Ehrenfriedhof gehalten. Die teilnehmenden Vereine und Korporationen versammeln sich um 10.45 Uhr auf dem Marktplatz. Um 11 Uhr Abmarsch durch die Nürnberger Straße nach dem Ehrenfriedhof, wo Herr Pfarrer Uloth die Gedächtnisrede hält und Schulmädchen die Gräber schmücken. — Das Konzert des Frankfurter Lehrer- sängerchors in der Johanneskirche beginnt pünktlich um 5 Uhr. Die Kirchentüren werden 4H Uhr (^5) geöffnet. An den Eingängen sind noch Eintrittskarten zu haben; auch werden dort Progrgpune zu 20 Pfg. ausgegeben.
* Neuerung auf der Eisenbahn. Bisher bedien- ten sich die Baumeister zur Prüfung ihres Bahn- Meisterbezirks sogenannter Draisinen, welche durch eine Hebevorrichtung in Betrieb gesetzt wurden. Neuerdings hat die Reichsbahn zur Ueberwachung der Eifenbabnftrecken Motordraisinen in den Dienst gestellt. Diese neuen Draisinen sind mit Schweißapparaten und anderen Werkzeugen ausgerüsttet, so daß sie auch als Rettungswagen benutzt werden können.
* 4000 Polizelvorschriften fallen. Durch die in Vorbereitung befindliche ReichsverkehrsorÄnung werden allein 3000 bis 4000 Bestimmungen, die bisher in den einzelnen Ländern und Gemeinden bestanden, und auch heute noch gelten, beseitigt. Namentlich auf Verkehrsgebieten, aber auch auf Gast- und Schankwirtschaftsverordnungen aus dem Jahre 1774 wurde häufig noch eine Verurteilung oder Bestrafung vorgenommen, obwohl im allgemeinen schon seit 70 bis 80 Jahren von diesen Vorschriften, die ja bereits längst veraltet sind, sonst kein Gebrauch mehr gemacht wurde.
* Denkmalsweihe. Die Feier zur Einweihung des Denkmals für die im Weltkriege gefallenen Angehörigen des ehemaligen Infanterie-Regiments Nr. 97 findet am 30. und 31. Juli d. Js. in Hanau statt, vorausgesetzt, daß die erforderlichen Geldmittel bis zu diesem Zeitpunkt eingehen.
* Neuprägung von Reichsmünzen. Im Monat Februar sind in den deutschen Münzen 964 203 Mk. an Einmark- und 4 565 708 Mk. an Zweimarkstücken neugeprägt worden. Insgesamt befinden sich gegen- wäâig im Umlauf: 291 429 041 Mk. an Ein-, 198 992 412 Mk. an Zwei-, 152 266 356 Mk. an Drei- und 8 421 300 Mk. an Fünfmarkstücken, ferner 2 794 996 80 Mk. an Ein-, 5 000 063,02 Mk. an Zyoei-, 27 681838,30 Mk. an Fünf-, 56 955 206,60 Mk. an Zehn- und 109 835 944,50 Mk. an Fünfzig- Pfennigstücken.
* Die Prämie ist heraus! Die Prämie der Preuß.-Süddeutschen Klassenlotterie in Höhe von 500 000 Mark fiel, zuzüglich eines Gewinnes von 5000 Mark auf das Los Nr. 305 588.
* von den Apotheken hat Sonntags- bezw. Nachtdienst von heute abend 7 Uhr bis nächsten Samstag abend 7 Uhr die Löwenapotheke.
Ihm war plötzlich etwas eingefallen.
Als er vorhin in den Salon hineingegangen war hatte Dick vorm Büfett gestanden. Hastig und fast als ob er gesehen zu werden fürchtete, hatte er eine Flasche Kognak und eine Blechdose voll Schokoladetäfelchen zu sich gesteckt und war dann durch die an« dere Tür hinausgelaufen.
Ryan hatte gleich gestutzt und nicht begriffen, was Dick mit den Sachen wollte. Doch er hatte sich mit dem Gedanken beruhigt, daß er vielleicht irgend jemand damit bestechen wolle, ohne daß jemand drum wußte — und hatte den ganzen Vorfall vergessen.
Und nun waren die beiden spurlos verschwunden. Da fiel es Ryan plötzlich wieder ein, und er begann unwillkürlich daraus Schlüffe zu ziehen.
Seit das Badehaus eingezogen und die Dunkelheit angebrochen war, war ungefähr eine Stunde vergangen. Seit der Zeit waren die beiden nicht ge sehen worden. Und die Jolle draußen aus dem Meer, die gerade um dieselbe Zeit vorübergeglitten war und die man hatte weitertreiben lassen —!
Hatte Dick beim Anblick der Jolle den Plan gefaßt und es glücklich fertig gebracht, ungesehen unterm Schutz der anbrechenden Nacht aus dem Schiff zu entwischen? Das wäre eine Erklärung für den entwendeten Proviant und seine Hast!
Aber Kirsten?
Im nächsten Augenblick erschien Kapitän Ryan bei den anderen im Salon. Hier sah es aus, als ob alle vor Entsetzen gelähmt wären.
Kapitän Ryan chellte.
„Was wollen Sie?"
Er antwortete nicht. Ein,gelber Diener erschien.
„Seien Sie so gut, nach dem Unterseebot hinüberzugehen und Fräulein Braae und Herrn Bradley zu bitten, sofort zu uns zu kommen", befahl Ryan.
Der Japaner verschwand.
„Da können sie ja gar nicht fein!"
„Es ist die einzige Möglichkeit — und sie muß unbedingt untersucht werden."
Gleich darauf kam Doktor Puchitu selbst herein. Er war ruhig, aber seine schwarzen Augen blitzt«« von einem zum andern.
Er teilte Ryan mit, daß drüben niemand wär«, und bat um Aufklärung.
Kapitän Ryan gab sie ihm.
(Fortsetzung folatl
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