General anzeiger für
Kanan Giadt und Land
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Mittwoch den
M. 51
1925
2. MSN
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Das itettefie.
— In England haben sich gestern zwei schwere Grubenkatastrophen ereignet. 65 Tote und Vermißte werden gemeldet.
— Durch eine Schlagwetterexplosion auf der Zeche „de Wendel" bei Hamm wurden 25 Bergarbeiter schwer verletzt.
— Die französischen Schuldenverhandlungen mit Amerika sind gestern durch die Unterzeichnung einer Vereinbarung zum Abschluß gekommen.
— Der deutsche Gesandte Rauscher ist gestern abend nach Warschau zurückgereist.
Fvankvslrhs rtüstungsvolttik
Die französischen Verteidigungsbauten an der deutschen Grenze.
Paris, 1. März. „Petit Parisien" veröffentlicht ein Interview des Kriegsministers Pain- levè über die von Frankreich beabsichtigten neuen Verteidigungsbauten an der deutschenGrenze. Püinlevö erklärte, daß die Vorkriegsfestungen nicht mehr genügten. Sie seien meist zu weit von der Grenze entfernt und diejenigen in Elfaß-Lothringen im Hinblick auf einen Angreifer aus dem Westen gebaut worden. Daß die neue Verteidigungslinie bis jetzt noch nicht errichtet wurde, fei finanziellen Gründen zuzuschreiben, nicht etwa, wie eine böswillige Propaganda behauptet habe, dem Plane Frankreichs, endgültig im Rheinland zu bleiben. Jetzt sei die Zeit gekommen, an diese Arbeiten heranzugehen. Der Plan sei endgültig ausgearbeitet, und der Oberste Kriegsrat habe ihn einstimmig gutgeheißen. Zwei Theorien feien vereinigt worden. Eine fordert eine ununterbrochene betonierte Schützengrabenlinie von Dünkirchen bis Belfort, die andere die Schaffung stark befestigter Plätze. Der endgültig gebilligte Plan stelle eine Verbindung dieser beiden Theorien dar. Die Arbeiten würden schon im Juli dieses Jahres begonnen werden, und zwar auf breiter Grundlage, und würden ohne Unterbrechung fortgesetzt. Ihre Dauer dürfte sich auf mehrere Jahre erstrecken. Die Kosten würden sich sehr hoch stellen. — Painleve schloß nach Bekanntgabe dieser Festungspläne mit einer Hymne an den Frieden.
Dem Beispiel des Kriegsministers Pain- levs folgend ließ sich auch Maüineminister L e y g u e s interviewen, um seine Ansicht über die Notwendigkeit einer Verstärkung und Ausbreitung der französischen Seestreitkräfte auszusprechen. Leygues geht selbstverständlich von der Voraussetzung aus, daß Frankreichs Flotte unzureichend sei, um das mächtige Kolonialreich gegen etwaige Angreifer zu vertei- digen. Er vergleicht die „schwache französische Flotte" mit der gewaltigen Seemacht Groß- britannliens. Leygues benutzt die Gelegenheit, um den Washingtoner Abrüstungsvorschlag als unrealisierbar zu bezeichnen und schildert mit einem gewissen Lyrismus, der ihm aus seiner dichterischen Jugend noch geläufig ist, die großen Aufgaben der französischen KolonialpMtik.
Nach Leygues Ueberzeugung ist es für Frankreich notwendig, in den nordfranzösischen Gewässern und in Ostasien nicht allein U- Boote, Torpedoboote, kleine Kreuzer und Mi- nenwerfer zu unterhalten, sondern auch für den Ausbau neuer maritimer Stützpunkte zu sorgen. Das alles müsse geschehen, um den Weltfrieden aufrecht zu erhalten und die Möglichkeit eines raschen Truppentransports nach . den Kolonien zu erhöhen.
Der Marineminister kündigte Nachtragskredite für die Verstärkung der französischen Flotte an und glaubt, daß er mit 3 Milliarden Franken auskommen werde. Man sieht daraus, wie mächtig das französische Kriegsbudget an* schwillt. Ungefähr 13 Milliarden Franken werden bis zu den Kammerferien Mitte Juli von der Regierung verlangt werden, um den Wün- scheu des obersten Generalstabes und der Ad- miralltät zu genügen.
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Painlevè wie Leygues stellen mit einer Arroganz, die das ganze französische Verhalten in den Fragen der Abrüstung kennzeichnet, die französische Ueberbewaffnung als eine Sicherung des europäischen Friedens hin, während nach derselben Ansicht jeder deutsche Unterstand an der Ostgrenze den Frieden gefährdet. Dieses Rasseln mit dem französischen Säbel ist ganz sicher für die Genfer Verhandlungen nicht von günstiger Vorbedeutung. Man wird unwillkürlich an die heftige Kampagne erinnert, die der französische Generalstab vor ein paar Wochen im „Echo de Paris" gegen Briand führte.
Schwere Grubenèaiastrophen
135 Bevsavbettev in einem ens- iisHen Vevswevk vevstbüitet. - 51 Tote und Vermißte.
London, 1. März. heute vormittag wurden durch eine Explosion in einem Steinkohlenbergwerk in Ebbw vale 135 Bergarbeiter verschüttet. Etwa 60 von ihnen gelang es, sich an die Oberfläche emporzuarbeiten. Mehrere Arbeiter mußten ins Krankenhaus überführt werden. Die Rettungsarbeiten waren bisher erfolglos. Das Schicksal der noch verschütteten Bergleute ist ungewiß.
London, 1. März. Handelsminister Lunliffe Lister teilte im Unterhaus mit, daß infolge der Ex- plosion in der Steinkohlengrube Ebbw vale in einem Stollen 33 Bergleute getötet worden seien. In einem anderen Stollen hätten sich 28 Leute befunden. Es bestehe wenig Hoffnung, sie zu retten.
Ein zweites VngME -14 Mann evtvunke«.
London, 1. März. Bei der Abteufung eines neuen Schachtes in Bilsthorpe (Nottinghamshire) brach ein Wasserrohr, so daß der Schacht überschwemmt wurde. Die von dem Wasser mit nach unten gerissenen Erdmassen verschütteten 17 Mann, die sich im Schacht befanden. Ein Mann ist lebend geborgen worden. Man befürchtet, daß die anderen ertrunken sind. — Line spätere Meldung besagt, daß 14 Mann ertrunken sind.
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London, 1. März. Zu den beiden Bergwerkskatastrophen wird ergänzend gemeldet: Es wird befürchtet, daß mehr als 60 Menschen umgekommen sind. Die erste Katastrophe ereignete sich ungefähr »um 1 Uhr früh im Marinebergwerk, einer der größten Gruben der Ebbw Vale-Gesellschaft in Monmonshshire, die normalerweise ungefähr 1700 Bergleute unter Tage beschäftigt. Ungefähr 1202 Bergleute waren an der Arbeit, als eine Explosion erfolgte. Die Mehrzahl konnte sich an die Oberfläche retten, andere aber waren so tief in der Grube tätig, daß ein Entrinnen unmöglich war. Die Token und vermißten zählen 51. — Das Unglück in Nottinghamshire erfolgte in Bilstorpe bei Mansfield um ungefähr 3 Uhr morgens. Das Platzen eines Wasserrohrs verursachte den Zusammenbruch eines Gerüstes, auf dem eine
.Hranzös.-amerik. Abkommen
Paris, 1. März. Der amtliche Text des zwischen der französischen und der amerikanischen Regierung abgeschlossenen provisorischen Abkommens bezüglich der Schuldenregelung lautet:
„Die französische Regierung wird der Regierung der Vereinigten Staaten am 15. Juni 1927 zehn Millionen Dollar als Abschlagszahlung auf die Schuld der französischen Regierung bei den Vereinigten Staaten zahlen, wobei die Schulden für den Ankauf der in Frankreich verbliebenen amerikanischen Heeresbestände durch dieses provisorische Abkommen nicht betroffen werden. Wenn ein Schuldenkonsolidierungsabkommen vom amerikanischen Kongreß und vom französischen Parlament ratifiziert sein wird, wird die Summe von zehn Millionen Dollar von den in dem künftigen Abkommen vorgesehenen Annuitäten abgezogen werden. Die französische Regierung wird ferner Zahlung zur Abtragung der Schulden für die Uebernahme der in Frankreich verbliebenen amerikanischen Heeresbestände leisten, entsprechend den Bestimmungen der diesbezüglich gegenwärtig in amerikanischem Besitz befindlichen " französischen Obligationen. Es gilt als ausgemacht, daß die vorliegende Regelung in keiner Weise die Ratifizierung des Schuldenkonsolidierungsabkommens, das am 29. April 1926 abgeschlossen wurde, präjudiziert.
Ueber die Gründe, die Poincarè zu seinem Angebot, das jetzt von der amerikanischen Regierung angenommen ist, geführt haben, erhalten wir die folgenden Informationen: PoincarL hat sich nach hartnäckigem Widerstand zu der Auffassung bekehren müssen, daß die endgültige Stabili -
klgem Widerstand zu der Auffassung bekey- ren müssen, daß die endgültige Stabilisierung des Franken ohne ausländische Kredithilfe nicht durchzuführen ist und daß Frankreich auf solche Kredithilfe nicht rechnen konnte, solange ihm der Londoner und Washingtoner Geldmarkt verschlossen blieb. Poin- caré hatte sich deshalb bereits im Spätherbst lebhaft mit dem Gedanken einer Ratifikation der beiden Schuldenabkommen getragen, ihn aber wegen des parlamentarischen Widerstands wieder fallen lassen. Er mußte deshalb nach einem Ausweg suchen, der unter Vertagung der heiklen Frage der Ratifikation ein Arrangement mit . den Vereinigten Staaten ermöglichte, durch das Frankreich die nötigen Kreditquellen eröffnet wurden. Hierbei kam PoincarL ein starkes Einlenken - der amerikanischen Finanz-
«e^M^Memg^
nvvUstunssvomWsags. nach der zusagenden englischen und japanischen und Washlnakon, 1. März. Coolidge hat die Hoffnung der ablehnenden französischen und italienischen Antauf ein Fünfmüchteabkommen über die Einschrän- wort die Möglichkeit derartiger Vereinbarungen
AbvüftttnssvovMSass
Anzahl von Bergleuten mit Absenkungsarbeiten be- ichäftigt war. Das Gerüst stürzte auf den Grund des Schachtes.
GchlaswettevenplostonbeiKamm
Hamm, 1. März. Auf der Zeche Wendel bei Hamm hat sich heute vormittag bei Abdämmungsarbeiten bei einem Grubenbrand, der am 27. Februar ausgebrochen war, eine schwere Schlagwetterexplosion ereignet, bei der 12 Beamte und ein Arbeiter zum teil schwer verletzt wurden. Dieser Explosion war eine leichtere vorausgegangen, bei der zwei Arbeiter durch Einfall verletzt wurden. Die Zahl der Schwerverletzten konnte mit Sicherheit noch nicht fesigestellt werden.
Das Oberbergamt in Dortmund meldet: Bei der Schlagwetterentzündung auf der Zeche „Wendel" bei Hamm find 25 Mann verletzt worden. Der Unfall hat sich im Flöz „Robert" auf der dritten Sohle im Südfelde ereignet. In einem abgedämmten Brandherd hat heute morgen gegen 8 Uhr eine Explosion stattgesunden, durch die der Damm zerstört worden ist. Bei der Wiederherstellung des Dammes sind die Leute gegen 10 Uhr durch eine Explosion von Schlagwettern überrascht worden ,
Hamm, 1. März. Die Verletzungen, die die auf Zeche Wendel heute morgen verunglückten Bergleute erlitten haben, haben sich durchweg als schwerer Herausgestellt, als ursprünglich angenommen wurde. Wenn auch bei keinem der Verletzten Lebensgefahr besteht, so haben sie doch durchweg recht schwere Brandwunden und zum Teil Knochenbrüche davongetragen. Der ausgebrochene Grubenbrand konnte auf seinen Herd beschränkt werden. Aus den bedrohten Nachbarrevieren ist die Belegschaft herausgezogen worden. Die übrigen Belegschaften fuhren nach wie vor ordnungsgemäß ein. •
Knslürk bei der Vbdni« A-G. - 2 Tote.
Dortmund, 1. März. heute nachmittag gegen 2 Uhr stürzte auf dem Stahlwerk Phönix in Hörde eine neuerbaute Mauer von vier Meter Höhe in einer Breite von 15 Meter ein und begrub drei Arbeiter unter sich. Zwei von ihnen konnten nur noch als Leichen geborgen werden, der dritte ist mit dem Leben davongekommen.
und Geschäftswelt zugute. Die großen amerikanischen Banken und Finonztrusts hatten sich sehr bald davon überzeugen müssen, daß die über Frankreich verhängte Kreditsperre für Amerika ein zweischneidiges Schwert war, da der französische Markt der amerikanischen Wirtschaft mehr und mehr entglitt.
• Die entscheidende Wendung trat ein, als es der französischen Regierung gelang, durch Vermittlung der großen Transportgesellschaften, Kommunen und so weiter eine ganze Reihe indirekter Anleihen im Ausland unterzubringen, an denen zwar amerikanisches Geld stark beteiligt war, an denen aber die amerikanischen Banken erheblich weniger verdienten als beim direkten Abschluß des Geschäfts. Schon zu Beginn des Jahres traten deshalb einige amerikanische Finanzgruppen an die französische Regierung heran mit dem Vorschlag, bei Coolidge ihren ganzen Einfluß zugunsten einer Revision der amerikanischen Haltung in der Schuldenfrage geltend zu machen unter der Bedingung, daß die französische Regierung Beweise ihres guten Willens gebe. Sie forderte die Errichtung eines französischen Gold- depots in Amerika, was durch Verschiffung von 25 Millionen Dollar Gold verwirklicht wurde, und die Bezahlung der ersten Annuität des Mellon- Berenger-Abkommens. Auch diese zweite Bedingung ist mit der heute unterzeichneten Vereinbarung erfüllt.
Als Gegenleistung hat sich, wie wir von besonderer Seite hören, die amerikanische Finanzgruppe verpflichtet, die Aufhebung des Vetos gegen die Gewährung öffentlicher und privater Kredite an Frankreich durchzusetzen. Tatsache ist, daß schon in den letzten Wochen der französischen Privatwirtschaft, wenn auch indirekt, beträchtliche amerikanische Kredite zugeflossen sind. Außerdem aber ist, wie erst jetzt bekannt wird, die in der vergangenen Woche aufgelegte Konsolidierungsanleihe von vier Milliarden Franken zur Rückzahlung der im September fällig werdenden Schatzbons fast ausschließlich von amerikanischen Banken gezeichnet worden.
Im übrigen spekuliert man hier bereits sehr stark auf die nächste amerikanische Präsidentenwahl, bei der, wie man annimmt, die Frage der interalliierten Schulden eine große Rolle spielen soll. Man hält es hier für ausgeschlossen, daß Coolidge wieder gewählt wird.
nicht für ausgeschlossen hält. Es wird darauf hinge- wiesen, daß sich der Vorschlag Coolidges lediglich auf eine Rüstungseinschränkung bezog, und daß dabei nicht an Pläne zur Abrüstung gedacht war. Coolidge legt hierauf besonders Gewicht. Er bezweifelt die Durchführung eines Dreimächteabkommens zwischen Großbritannien, den Vereinigten Staaten und Japan.
Das Ergebnis dev letzte» beutst voinifwen Verhandlungen.
Der deutsche Gesandte in Warschau, Ulrich Rauscher, reist wieder auf seinen Posten zurück, nachdem er in Berlin über den Stand seiner Verhandlungen mit der polnischen Regierung berichtet und neue Instruktionèn erhalten hat.' Irgend ein nennenswerter Fortschritt ist bisher nicht erzielt worden. Die polnische Regierung weigert sich, mit uns vertragliche Abmachung^ über die Handhabung ihrer Ausweisungspraxis zu treffen, weil sie sich nicht binden will. Die diplomatische Kunst übt sich infolgedessen in dem Bemühen, eine Formel zu finden, die uns die gewünschten Zugeständnisse macht, ohne daß Polen feste Verpflichtungen übernimmt. An dieser Aufgabe ist bisher aber das diplomatische Handwerk gescheitert und das Ergebnis wird auch bei weiteren Bemühungen nicht anders sein. Infolgedessen will man den Versuch machen, die in Berlin abgebrochenen Verhandlungen über die Niederlassung usw. auf dem Wege diplomatischer Be- sprechungen fortzusetzen. Dabei soll in der Form von Richtlinien ausgearbeitet werden, was man sich gegenseitig in Bezug auf Einreise, Aufenthalt und Niederlassung in positiver wie in negativer Be- Ziehung zugèstehen will. Ueber dieses Thema werden sich auch der Reichsaußenminister Dr. Stresemann und der polnische Außenminister Saleski in Genf unterhalten. Ob man auf diesem Wege die Voraussetzungen schaffen känn, um sich wieder an den Verhandlungstisch zu setzen, muß sich erst noch zeigen. Die Wirtschaftsverhandlungen werden; jedenfalls ruhen, bis diese Frage geklärt ist.
Dr- deutsch - fvanzSk. Pandels yevtvassvevhandlunsen.
Paris, 1. März. Nachdem heute vormittag dis erste Fühlungnahme 'zwischen der deutschen und französischen Handslsvertrqgsdelegotian stattgefun- den hatte, sind die beiden Delegationen bereits am Nachmittag in die fachliche Arbeit eingetreten, um gemäß einem beiderseitigen Wunsch eine beschleunigte Prüfung auf der Grundlage des zur Verhandlung stehenden Vertrages vorzunehmen.
Ein Volksbegehren für Ans- wevtuns?
Berlin, 1. März. Die Reichsarbeitsgemeinschost der Aufwertungsgeschädiglen und Miekerorganisa- tionen hat dem Reichsminister den Entwurf eines „Gesetzes zur Wiederherstellung des Volksvetmö- gens" eingereicht und den Antrag gestellt, ihn zum Gegenstand eines Volksbegehrens zu machen. Die Unterschriftensammlung für den Antrag, die bekannl- l ch im November vorigen Jahres begonnen hat, hat weit mehr Unterschriften als die erforderliche Zahl ergeben.
-kommunistischer Vavteitag.
Essen, 2. März. Wie die „Rote Fahne" melbet, wurde der 11. Parteitag der Kommunistischen Partei Deutschlands durch eine'große Berfbmmhing eröffnet. Nach Ansprachen von Eberlein und Pieck wurden an die Kommunistischen Parteien der Sowjetunion und Chinas gerichtete Begrüßungsresolutionen angenommen.
Rußland und die rkanton-Avmee
Russische Roltruppen unter den Kantonesen. — Der militärische Geheimpakt vom Januar 1927.
Rom, 28. Febr. Wie mir erfahren, ist nach autoritativen Meldungen, die den militärischen römischen Stellen vorliegen, die Anwesenheit russischer Hilfstruppen in den Reihen der Kantonarmee unzweideutig festgestellt. Es handelt sich jedoch nicht um reguläre Truppen der Sowjetarmee, sondern um solche der russischen Fremdenlegionen,
ri reguläre Truppen der.Sowietarmee, solche der russischen Fremdenlegionen, fstellung Rußland schon im Jahre 1925 begonnen hat. Diese Truppen teilen sich in europäische und asiatische Legionen. Die in den Verbänden der Kantonarmee erschienenen russischen Hilfstruppen gehören der asiatischen Legion an, deren Hauptkonzentrationslager Orenburg war, in der jüngsten Zeit aber nach Irkutsk verlegt wurde. Die augenblickliche Stärke der asiatischen roten Legionen wird auf drei Divisionen Infanterie und zwei Divisionen Kavallerie geschätzt.
Schon bei der Aufstellung der asiatischen Fremdenlegionen schwebte den Begründern das Ziel vor Auge, dieselben zu Bahnbrechern der Weltrevolution im fernen Osten und in den englischen Kolonien zu machen. Anfänglich wurden die Legionsverbände ast ausschließlich mit muselmanischen Freiwilligen, Türken, Persern und Afghanen aufgefüllt, was auch )as Vorhandensein zahlreicher türkischer Offiziere in )er Käntonarmee erklärt. Später gelang es den bol- chewistischèn Organisatoren der Fremdenlegionen, auch Japaner, Chinesen und Inder für dieselbe zu werben,'so daß diese heute über eigene lapanyche, chinesische und indische Bataillone verfügen. ym v}as nuar weilte eine Militärdelegation dès Generalstabs )er Kantonarmee in Moskau. Bei dieser Gelegen, )eit kam zwischen dieser und den obersten russischen ^riegsstellen ein Geheimpakt über die Unterstützung der Kontonarmee durch Rußland zustande. Wie mau
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