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MsZßftSLPLMDortè GLLèLU

Berlin, 24. Febr. Auf Einladung der Bereinigung sozialdemokratischer Studenten hielt der preußische Ministerpräsident Braun heute in der Universität einen Vortrag über den deutschen Einheitsstaat, in dem er, wie' der Amtliche Preußische Pressedienst meldet, ausführte, es sei der Nationalversammlung gelungen, gewisse Einrichtungen unseres öffentlichen Lebens für das ganze Reich einheitlich zu gestalten. An der Gliederung des Reiches in Einzelstaaten je­doch habe die Verfassung nichts geändert. Der Schaffung eines idealen Förderativstaates ständen vor allem die Größenunterschiede der deutschen Län­der im Wege. Dieser abnormen Gestaltung habe auch im Reichsrat Rechnung getragen werden müssen. Auch in der Weimarer Verfassung blieb die Bestimmung aufrecht erhalten, daß Preußen nicht mehr als zwei Fünftel der Stimmen im Reichsrat habe. Dadurch fei der politische Einfluß des preu- ßschen Volkes in der Reichspolitik erheblich ver­fälscht. Lluch in der finanziellen Leistungsfähigkeit prägten sich diese inkommensurablen Größenoer- Hällnisse aus. Von Preußen werde immer die wei­testgehende solidarische Unterstützung verlangt, aber an Gegenseitigkeit werde nicht gedacht. Das völlig verarmte und von hohen Kriegslasten bedrückte Deutschland könne sich den Luxus eines so teuren und unzweckmäßigen Staatsaufbaues für die Dauer nicht leisten. Wir hätten in Deutschland außer dem Reichsministerium 18 Ministerien mit insgesamt 58 Ministern, zu den noch je 42 Senatoren der drei Stadtstaaten kommen, ferner 17 Landparlamente und 17 Reichsratvertretungen. Das alles kostet dem deutschen Volke etwa 15 Millionen, ferner ein Mehr an Verwaltungsausgaben, das mit dem Zehnfachen dieser Summe fast zu niedrig geschätzt sei. Ob die Länder als Zwischenstufe noch weiter notwendig seien, das sei die Frage, die entschieden werden müsse. Als einzig praktisch durchführbarer Weg schwebe ihm das folgende vor: Das Reich müsse alle Möglichkeiten, die ihm die Reichsverfassung auf legislativem wie administrativem Gebiete gibt, rest. los ausnutzen, was allerdings in einer die Länder finanziell befriedigenden Weif- geschehen müsse. Dann würden die Länder allmählich ihrer Eigen­staatlichkeit entkleidet und beträchtlich zu Verwal­tungsorganen herabgedrückt werden. Sollte die Um­gestaltung Schwierigkeiten machen, so würde eine Volksbewegung gegenüber allen kleinlichen Parti- kularisten entfacht werden können. Das Deutschland der Zukunft müsse nach einem Wotte des Reichs- Ministers Dr. Preuß ein deutsches Deutschland sein.

Die tweutz. Eiedlungspolttkk.

Berlin, 24. Febr. Zu Beginn der heutigen Sitzung des Preußischen Landtags bedauert Präsi­dent Bartels, daß die Beratung des Landwirtschafts­etats so langsam vor sich ginge daß der Landtag sein vom Aeltestenrat aufgestelltes Arbeitsprogramm für diesen Tagungsabschnitt, der am Samstag zu Ende gehen sollte, nicht durchführen kann. Der Präsident gibt der Hoffnung Ausdruck, daß wenig­stens die Beratungen über den Landwirtschaftshaus. Halt noch völlig abgeschlossen werden können.

In der fortgesetzten allgemeinen

Aussprache zum Landwirtfchaftselal gibt Abg. Biester (Deutsch-Hann.) der Hoffnung Ausdruck, daß die Meliorationen und Urbarmachun-

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gen, namentlich der großen hannoverschen Oedlände- reien, intensiver als bisher betrieben werden. Die Tatsache, daß die Steuererhebungskosten in Deutsch­land mehr als dreimal so hoch sind wie in England, "üsse bedenklich stimmen. (Hört, hört! rechts.)

Abg. Gieseler (Völk.) stimmt yamens seiner Freunde dem Landwirtschaftsetat zu.

Abg. Mönke (Dnat.): Wir verlangen, daß die vreußische Regierung sich bei der Rerchsregierung dem Vertragsabschluß mit Polen widersetzt. (Zu­stimmung rechts, Lachen links.)

Abg. Hagemann (Ztr.): Aufgabe des Land- Wirtschaftsministeriums sei es, mit Hilfe einer groß­zügigen Siedlung, namenttich im Nordwesten des Staates, die Landkinder bodenständig zu erhalten. Es fei bedauerlich, daß in Deutschland weite Oed­landgebiete noch nicht in Kultur genommen seien. Besonders seien die Wohnungsverhältnisse für Land- arbeiter zu verbessern. Er trägt einen Fall vor, in dem sich ein Arbeitgeber nicht nur das Kündigungs­recht, sondern auch das Züchtigungsrecht Vorbehal­ten habe. (Hört, härt!)

Landwirtschaftsminister Steiger gibt hierauf die Erklärung ab, daß die Angelegenheit wegen der rechtselbischen Moore so weit gefördert sei, daß als­bald ein Anleihegesetz kommen werde. Im übrigen hätten in diesen Tagen Verhandlungen stattgefunden, um etwa 12 000 Morgen Oedland in Shiltur zu brin­gen. Was das Verhältnis zum Reich angehe, so werde unter Wahrung der preußischen Landeshoheit gemeinsam mit dem Reich gearbeitet werden.

Winisterialdirekior A r t l e n s nahm hierauf das Work, um sich zu dem Meinungsstreit zwischen Reich und Preußen zu äußern. Es handelt sich zunächst um die Frage, dürfe das Landwirlschaftsministerium zu- lassen, dah der maßgebende Einfluß in der landwirt­schaftlichen Siedlung von Preußen auf das Reich übergehe? Ich antworteNein ! Das widerspricht der Reichsversassung. Es widerspricht auch dem ein­mütigen Willen des Landtages, zum dritten wider­spricht es den fachlichen Interessen der Siedlung, die in der Denkschrift des Landwirtschaftsministeriums naher dargelegt Ist. Preußen hat alles getan, um den Gang der Verhandlungen zu beschleunigen. Das Preußische Landwirlschaftsministerium Hal die Aus­zahlung der Reichsgelder nicht schuldhaft verzögert, vielmehr sind beträchtliche Verzögerungen beim Reich fefkzusiellen. Bisher wurden angekauft 26 000 hek- !°?-Z^"."gsfläche $u Lasten des Reichs- und über 15 000 Hektar zu Lasten des preußischen Kredits, was verlangt wird, ist, daß die Siedlungsgefell- ichaften sich auf die ordnungsmäßige sachliche Be- arbeitung ihrer eigenen Siedlungsaufgaben inner- * . K Provinz beschränken, und daß sie nicht, unterstützt durch ihre Spitzenorganisalionen in Ber- leiben. Es müssen hiernach im ganzen die Angriffe auf die preußische Siedlungspolitik zu- ruckgewiesen werden. Preußen muß nach wie vor daraus bestehen, daß seine Siedlungsbetätigung un- ^rl0«^ bleibt. Eine Zusammenarbeit mit den Renhsstellen ist aber durchaus möglich. Es wäre das beste, wenn die Angriffe in der Oesfenklichkeil auf

die Siedluna-volitik her n-Pti&Y*J; è<J / . :' « k / n oenen die Reügwnslehrer in einem ihrer , _ ..........,

zunächst einmal aufbö-fen und ^n^ m^^^n^r"^ i ^^>"lm? entsprechenden Verhältnis vertreten sind, kriegskominandant von Pogegen in die Wahlagi- mal abwarten wunde ob mm ni^ T0« Cl c* s' ^ A Arbeit dieser Beiräte, denen die Förderung! tation der memelländischen Boltspartei eingegriffen, fungser^bniffe zukaa'e l-eten n^-^e ^â , der religiösen Unterweisung der Jugend in Kirche Als auf einer Versammlung der Partei in Pogegen ersten Wale nach dem kriea'- "^dem lebt wm und Schule obliegt, soll maßgebend sein, daß die der memelländische Abgeordnete Iagstald» in einer für SeblmaKnWe tut B- fümml Sfe^r?^1^n bem staatlichen Charakter der Schule die Rede das Verhalten der litauischen Regierung kriti-

Abq Dr Schjf n H S W W^S Verhältnissen entsprechende Regelform,! herfe, verbot der Kriegskommandant bem Rebner, Erhâna und St-i^ daß zur, m der Aufhebung der früherengeistlichen Schul- weiterzusprechen - ~ '

lichen Dr^ landwirt cha t- aufsicht eine folgerichtige Gntmidhmgsftufe im als Zeichen des

m 1 outtton eine das gesamte oolkswirtlcbakt- 1 Werdegang der deutschen Schule erblickt. I Krieaskomman!

Freitag den 25. Februar

Ms SmUßK^KAGiis im KsßDKiÄK

Berlin, 24. Febr. In der heutigen Sitzung des Deutschen Reichstages wurde die zweite Lesung des Haushaltsplans fortgesetzt beim Iustizetat.

Justizminister Hergt dankt dem Abgeordneten Dr. Kahl für die Glückwünsche aus Anlaß des 50jährigen Jubiläums des Reichsjustizministeriums. Er erklärt ferner, es werde seine vornehmste Auf­gabe sein, für die Wiederherstellung der deutschen Justizhoheit im besetzten Gebiet einzutreten. (Bei­fall.) Der Minister beantwortet dann die kommu­nistische Interpellation, die eine Amnestie für die wegen Abtreibung Verurteilten verlangt. Eine Rundfrage bei den Ländern Anfang 1926 hat er­geben, daß die verhängten Strafen zum weitaus' größten Teil an der unteren Grenze des Straf­maßes bleiben. Dom Gnadenrecht haben die Län­

iterium itreten

der weitestgehenden Gebrauch gemacht. Eine er­neute Anfrage beim preußischen Justizminisi ergab, daß die Staatsanwälte nach Jnkrap

der milderen Bestimmungen angewiesen wurden, zu prüfen, ob Gnadenerweise zu beantragen seien. Gnadenerweise sind in weitestem Umfange er­gangen. Danach liegt für eine Amnestie kein Bedürfnis vor.

Den sozialdemokratischen Antrag, das Reichs­gericht von allen Sachen erster Instanz (Hochver­rat) zu entlasten, lehnt der Minister ab, weil das die Rechtseinhett stören würde. Auch die Wieder­herstellung der Schwurgerichte bekämpft er, und alle Länder mit Ausnahme Hamburgs hätten sich für das Erweiterte Schöffengricht ausgesprochen.

Abg. B r o d a u f (Dem.): Wir haben nicht kri­tisiert, daß die Richter die wirtschaf"iche Umstellung zu spät berücksichtigt haben, fonbern nur, daß sie sich nicht auf den neuen Staat einstellen konnten. Die Vertrauenskrise der Justiz kann man nicht mit einer Handbewegung abtun, denn das Mißtrauen aller Republikaner in die Rechtssprechung ist nicht etwa künstlich in das Volk hineingetragen worden. Bezeichnend sei, daß Marx erklärt habe, er sehe von Anträgen auf Strafverfolgung gegen Beleidi­ger ab, nachdem er so schlechte Erfahrungen mit der Justiz gemacht habe. An der Unabhängigkeit der Richter will der Redner allerdings nicht rütteln.

liche Jnterefle wahrende Zollpolitik gehört. Der deutsch-polnische Handelsvertrag dürfe nicht lediglich auf dem Rücken der deutschen Landwirtschaft ge- schlossen werden. Der Redner fordert Erleichterung der Realsteuerbelastung durch Erweiterung des Krei­ses der Steuerpflichtigen, Vereinfachung und An- Passung der Gesamtsteuern an die Leistungsfähigkeit. Die Siedlung dürfe nicht bürokratisch, sondern müsse auch durch die gemeinnützigen Siedlungsgesellschaf- ten mit Heranziehung des Privatkapitals unter staat­licher Aufsicht betrieben werden.

Dke Devhattdlttttge» übev die Ävbertsrektfvass.

Berlin, 24. Febr. Wie das WTB. aus parla­mentarischen Kreisen erfährt, haben die heutigen Verhandlungen des Interfraktionellen Ausschusses über die Neuregelung der Arbeitszeit noch nicht zu einem Abschluß geführt. Im wesentlichen stehen sich zwei Vorschläge gegenüber: Die Deutsche Volkspartei verlangte, daß die Einschränkung der Möglichkeit von Ueberarbeit nicht auf Dorbe- reitungs- und Ergänzungsdienste bei wichtigen An­lässen ausgedehnt wird, wenn eine Schädigung des Betriebes damit verbunden fein würde. Im Zentrum ist man offenbar bereit, hierin ent­gegenzukommen. Die Gewerkschaften ver­langen aber, daß die 25prozentige Zuschlagsbezah­lung, die für die behördlich genehmigte Mehrarbeit vorgesehen ist, auch auf die tarifmäßig zulässigen Ueberstunden ausgedehnt wird. Die Deutsche Volks­partei hat nunmehr beantragt, daß morgen eine neue Sitzung stattfindet, um eine Einigung in die­sem Punkte herbeizuführen, und zwar unter Zu­ziehung des Reichswirtschaftsministeriums der Poft und der Reichsbahn.

Iuv MreivVeZssVhshtttss.

Berlin, 24. Febr. Die sozialdemokratische Reichs- tagsfraftion hat einen Antrag eingebracht, der die Reichsregierung ersucht, den Entwurf einer Verord­nung, wonach dis gesetzliche Miete vom ^. April 1927 ab um 10 Prozent und vom 1. Oktober 1927 ab um weitere 10 Prozent erhöht wird, zurückzu­ziehen.

Evksanksrns des KeMstÄgs- VDißirdsNöe

Berlin, 24. Febr. Reichstagspräsident Löbe ist '-»i'j^ otunue uun;KH|u;en uno orinjaje üteoicr von einer Blinddarmentzündung befallen worden.! die ehemals deutschen Farmen bewirtschaften, haben Heute hat sich fein Befinden so verschlechtert, daß ; sich die deutschen Siedler in Südwest während des - , .

heute nachmittag eine Operation vorgenommen ' ganzen Krieges halten können. Swakopmund, Wind- ^H$*$ ®> Gntmurf regelt die

werden niußte. Die Operation fand zwischen 5 und Hoek und Lüderitzday sind heute noch typische ^^^^vusbildung Jugendlicher mit Ausnahme der- 6 Uhr statt. Sie bestätigte die Diagnose der Arzte deutsche Städte." ' -gen, ^ der Landwirtschaft beschäftigt werden.

6 Uhr statt. Sie bestätigte die Diagnose der Arzte in vollem Umfange. Es handelt sich einerseits um innere Verwachsungen, andererseits um eine frische, aber schwere Entzündung des Blinddarmes mit eite-

i^wcic v/iiiouHuuiiy ue» öLinuuanne» nui eile- jiwuuwh <tj tuu» ein iianer 'Oirom Dcutluier V^ln- t ngen Belägen. Es war auch schon eine kleine Durch- Wanderer eingezogen ist, der noch immer anwächst.

bruchstelle vorhanden. Die Operation, die dreiviertel

Stunden dauerte, nahm einen guten Verlauf, doch der englischen Mandatsverwaltung in Kenya laßt sich natürlich noch nichts voraussagen, zumal früher Deptsch-Ostafrika darauf zurückzuführen im Verlaufe des heutigen Rachmittags die Tempe-! daß sich die nach dem Kriegs reich und mächtig a--- ratur gestiegen war. - - - -

Mehrere Blätter wissen über das Befinden des Mitteln bemühen, Reichstagspräsidenten Löbe zu melden, daß in den ' gsg"'"" fpäten Abendstunden eine leichte Besserung einge­treten ist.

Schuw rmd Mvchs naG A^i. 4ÄH V§v AeMsV-EEM^.

Berlin, 24. Febr. In einer programmatischen ^rflarung zur Neuregelung der Beziehungen zwischen Kirche und Schule fordert der Kirchensenat der altpreußischen evangelischen Kirche, das Organ ofk obersten Kirchenleitung, in den älteren pr6u» bischen Provinzen die Bildung von Beiräten beim Evangelischen Oberkirchenrat (Zentralunterrichtsbei- ral) und bei den Konsistorien (Provinzialunterrichts- beirate unter dem Vorsitz des Generaisuperinten- benten), in denen die Religionsiehrer in einem ihrer

Abg. Hampe (Dtsch.-Hann.): Justizminister Emminger habe durch seine Verordnungen in ganz kurzer Zeit etwas geschaffen, was kein Reichstag je so schnell schaffen könne. Mit dem Bayerischen Bauernbund fordert der Redner die Wiederein­setzung der Schöffengerichte an Stelle der Einzel­richter. Er lehnt jedoch die Wiedereinführung der Schwurgerichte ab. Darauf vertagt das Haus die Weiterberatung auf Freitag 3 Uhr.

Die AerekssevLOLSvvasers èm KeHLsarrstÄutz.

Berlin, 24. Febr. Im Rechtsausschuß des Reichs­tags wurde heute die Beratung des Ee' tzentr urfs über die Amnestie für politische V e r v r e- chen und Vergehen fortgesetzt.

Justizminister Hergt bestritt, daß Ehrhardt ausnahmsweise gut behandelt worden sei und daß aus diesem Grunde den etwas schlechter Behandel­ten geholfen werden müsse. Die Amnestierung von Ehrhardt sei automatisch nach der Annahme des Amnestiegesetzes eingetreten. Der Minister erklärte, er habe sich von selbst entschlossen, die Verurteilun­gen auf Grund des Republikschutzgesetzes einer Nachprüfung zu unterziehen.

Abg. Dr. R o s e n f e l d (Soz.): Das Reichsgericht gehe bei der Entscheidung über Revisionsanträge zu formalistisch vor. So sei eine Revision nur des­wegen verworfen worden, weil der Gerichtsschrei­ber sich als Justizobersekretär und nicht ausdrück­lich als Gerichtsschreiber auf dem Antrag bezeichnet hatte.

Justizminister Hergt erklärte, in dem zuletzt erwähnten Falle habe er sofort eingegriffen und er werde auch in den Fällen, wo das Reichsgericht ähnlich formalistisch verfahre, den Oberreichsanwalt mit den nötigen Anweisungen für die Zukunft ver­sehen. Eine Einmsichung in das Begnadigungsrecht der Einzelländer müsse er ablehnen.

Der Ausschuß nahm schließlich einen sozialdemo­kratischen Antrag auf Vorlegung des einschlägigen Materials über die Reichsgerichtsrecht­sprechung einstimmig an.

England will Denssch-SftaftrMa behalten.

London, 24. Febr. Im Oberhaus gab Lord Cecil eine äußerst interessante Erklärung in der Mandats­frage ab. Lord Parmoor, seinerzeit Englands Völ- kerbundsbevollmächtigter unter Macdonald, fragte den Kabinettsminister Lord Cecil, ob die Regierung die kürzliche offizielle Aeußerung des britischen Gouverneurs des Mandatsgebietes Tanganjika früher Leutsch-Ostafrika einer Eingeborenen-De- putation gegenüber gutheiße, daß nämlich Tangan- lika ein Teil des britischen Reiches fei und bleiben werde. Darauf antwortete Lord Cecil, der auch jetzt noch England in Genf vertritt, daß der Gouver­neur durch feine Erklärung habe ausdrücken wollen, daß die englische Regierung nicht die Absicht habe, die Verwaltung des Mandatsgebietes als Mandat aufzugeben. Was im übrigen den tatsächlichen Be­sitztitel eines Mandatsgebietes betreffe, so habe er, nämlich Cecil, darüber keine ganz klare Ansicht. Die Deutschen hätten ihre ehemaligen Kolonialgebiete im Friedensvertrag an die alliierten Mächte abgetreten und sie seien daher unter die Souveränität der

Alliierten gekommen. Die Alliierten hätten ihrerseits die Souveränitätsrechte an niemanden gegeben. WernunwirklichBesitzerdieserRechte sei, könneer nicht sagen. Aberdie Man­dateseien einmalübertragen und nicht widerruflich.

In der englischen Presse erscheinen von Zeit zu Zeit Alarmrufe über die Besiedelung der früheren deutschen Kolonien durch deutsche Auswanderer. Unter anderem erregt die Ankunft von monatlich 100 Deutschen in Südwestafrika eine gewisse Be­sorgnis, die namentlich in den Zeitungen Südafrikas

zum Ausdruck kommt. Demgegenüber ist ein Bericht j 'v der sächsischen Melallindu st r e der angesehenenAfrican-World" von Interesse, in' leiben Parteien angenommen worden M, ha der dem betont wird, daß die Beunruhigung südafrika- j Verband der Metallindustriellen seinen M.tglied n nischer Kreise in dem Protektoratsgebiöt Südwest ^geteilt, daß die Aussperrung beendet ist und die selber durchaus nicht geteilt wird.Die deutschen i ^^eiwufnahme der Arbeit am heutigen B^itag Siedler sind arbeitsam und sparsam, fährt das Blatt v'chts mehr tm Wege steht. Die Arbeitnehmer haben fort,und spielen eine höchst wertvolle Rolle in °" Donnerstag vormittag nutgete.lt, daß d^ der Kultivierung des Landes. Das Mandat Süd-'^^^^,' des Metallarbeiterverbandes mit dein afrikas wird als vollendete Sache hingenommen, unb j ^chiebsfprud) einverstanden ist.

man hört keine Forderungen, daß das Land an .. , ~. . ...

Deutschland zurückgegeben werden solle. Süwest- a Ar Japan i f ehe Sinan z nu n i st er Dangex afrifa ist heute deutscher, als das frühere Deutsch- 5° H zuruckgetreten infolge der Schwierigkeiten, für Ostafrika je gewesen ist. Während in Tanganyika d'e Regierungsausgaben Deckung zu schaffen.

englische Beamte vorherrschen und britische Siedler...,. . , . . . . ...

hip phpmnt« hnniirkön «av^ Das Reichskabinett hat in seiner gestrigen Sitzung

den Entwurf eines Berufsausbildungs.

Ijemyei I, uic ui vti <zuiujiviii|uju|i vtqu;u| uy i wtrviii Vorgesehen ist weitgehende berufsständige Selbstver- ' waltung auf der Grundlage der Gleichberechtigung der Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Die demokratische Landtogsfraktion in Sachsen hat in ihrer gestrigen Sitzung beschlossen, "ben Ge­heimrat Prof. Dr. Willibald Apelt, Staatsrechts- der Universität Leipzig, dem Ministerprä- ls Kandidaten für das Ministerium des

lehrer an

I] «?w!«° es es iS1 Mitteln bemühen, ihre absolute politische Macht Innern vorzuschlagen, genuber bem deutschen Element zu bewahren. ^ic bi

Ster sind die Deutschen jedoch meist als Angestellte scblosiènen und Arbeiter auf den Farmen tätig, nicht, wie in ab f omn

Südwest, als selbständige Farmer. Die Frage der Verwaltung Kenyas - auch die Regelung des Wahlrechts und eines gewissen Grades von Selbst­verwaltung ist künrzlich im englischen Oberhaus besprochen worden. Im Laufe der nächsten Woche wird der Gouverneur von Kenya, Sir Edward Grigg, in London erwartet: bei dieser Gelegenheit durfte über die Verhältnisse in der früheren deut­schen Kolonie und über die Sage der dortigen Deutschen näheres bekannt werden.

Wie den Blättern zu dem vor kurzem abge«

I deutsch-litauischen Ansatz» a b t o m m e n mitgeteilt wird, handelt es sich hier­bei um ein llebereinkommen über den sogenannten kleinen Grenzverkehr, welches in der Praxis bereits bisher angewandt worden fei. Ueber den Beginn allgemeiner Verhandlungen über Abänderungen des deutsch-litauischen Handelsvertrages werde zur Zeit in Kowno noch gesprochen.

Soweit^ das afrikanische Blatt. Es sei noch er­wähnt, baß auch in den anderen ehemals beiitfcben Kolonien Afrikas ein starker Strom deutscher Ein

3um Beispiel sind die politischen Schwierigkeiten

Des MEsamv? im MemettasrÄE

Nach Vlällermeldungen aus Königsberg hat der

Itr. 47

lung des Wahlaufrufes der memelländischen Volk Partei wurde von dem Kriegskommandanten m hindert.

DvttMWStts ièbev den Nsâvbuu

London, 24. Febr. Bei der heute abend i Unterhaus ftuttgefunbenen Sitzung des parlame torischen Ausschusses für Völkerbundsfragen erklär Chamberlain, das Völkerbundssekretariat, bi so leicht der Herd internationaler Eifersucht und d Argwohns hätte werden können, sei heute e Werkzeug internationaler Eintracht und des Fri dens. Sir Eric Drummond gab eine allgemeii Uebersicht über die Tätigkeit des Völkerbundes. D Völkerbundsrat fei stärker geworden, teilweise i folge des Eintritts Deutschlands, und tei weise wegen der verhältnismäßigen Häufigkc seiner Zusammenkünfte und der so geschaffene Tradition des persönlichen Zusammenwirkens zw scheu seinen Mitgliedern. Die Erhöhung der Zal der Ratsmitglieder von acht auf vierzehn hat keine Schwierigkeiten geschaffen. Alle Locarm Mächte sähen den Völkerbund als Mittelpunkt ur Koordinierungspunkt ihrer europäischen Politik ai Die kantonesische Regierung warte allem Anschei nach auf den Gang der Ereignisse und bisher hat sie sich wenigstens dem Völkerbünde gegenüber nid feindselig erklärt. Drummond wandte sich hierar Amerika zu und erklärte, es bestehe wenig Grünt auf den Beitritt der Vereinigten Staaten zu Hoffer Andererseits hätten sich die Beziehungen zwische dem Staatsdepartement und dem Völkerbünde z ausgesprochener Herzlichkeit entwickelt. Der Gr banse, daß die Monrvelehre die Aktion des Völker bundes in Südamerika behindere, sei vollkomme: grundlos.

Das KsvEentarriezthaus -üv der Bau dreies ^vsurev.

Wafhingtou, 24. Febr. Das Repräsentanten haus hat sich über die vom Präsidenten Coolidg zum Budget vorgebrachken Empfehlungen hinweg gesetzt und durch seine Zustimmung zu den Geld mitteln für den Bau dreier leichter Kreuzer di Haltung des Senats unterstützt.

ÄuissdrÄMuU'Ä dsS Kommunismus in MNe.

Santiago de Chile, 24. Febr. Alle anarchistischer und Kommunist.schon Führer sind verhaftet und ihn Zeitungen verboten worden. Der Premier, Oberst Carlos Ibanez, erklärte, er werde die rote Fahne nicht dulden und werde das Land vom Anarchis­mus und Kommunismus befreien.

^ämNße Lu Marokko.

Paris, 24. Febr. Havas meldet aus Rabat, daß eine französische Abteilung am Donnerstag im Ge- birge ein. Abteilung Dissidenten umzingelt und an­gegriffen habe. Di Dissidenten weigerten sich, sich zu ergeben und nach schwerem Kampfe wurde die Distidentenabteilung aufgerieben. Sie hat neun Tote und vier Verwundete hinterlassen. Drei auf französischer Seite kämpfende Eingeborene wurden getötet und zwei verwundet. Die Franzosen erbeu­teten zehn Schnellscuergewehre und mehrere tau­send Patronen.

Gies dev AvbsèZevpEèsr

659 «StoUVÄLWM.

Loudon, 24. Febr. Bei der Nachwahl in. Skov bridge siegte der Kandidat der Arbeiterpartei mit einer Mehrheit von über 3000 Stimmen über den konservativen Bewerber. Bei der vorigen Wahl hot­ten die Konservativen über eine Mehrheit von fast 2000 Stimmen verfügt.

London, 25. Febr. Die Niederlage der Konser- vativen sndet in der Presse große Beachtung. Das ArbeiterblattDaily Herold" schreibt, die Wähler sind das System Baldwin überdrüssig. Die konservativeM o r n l n g p ost" führt die Nieder, läge auf wirtschaftliche Unzufriedenheit zurück. Das 3 'Parteien-System arbeite den Arbeiterparteien in die Hände.

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Nachdem der Schiedsspruch über die Arbeitszeit

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Miere Sieb-. her religiösen Unterweisung der Jugend in Kirche Als auf einer Versammlung der Partei in "Bogeaen ---- .................. der memelländische Abgeordnete Iagslaldt in einer

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i. Die Versammlung wurde darauf -,... Protestes gegen die Maßnahme des I Ktiegsfommanbanlcn geschlossen. Auch die Derlei

Familiendrama.

Nürtingen, 25. Febr. Der Metzger Brandls aus Altenried hat infolge von Fami ftrettigkeiten seinen Schwiegervater, den Bauer lka erschos­sen und seine Schwiegermutter und Schwägerin durch mehrere Schüsse schwer verletzt. Seine Frau konnte sich noch retten. Nach der Tat erschoß sich Brandle selbst.

Gefährliches Spiel

Eni vierzehnjähriger Knabe in Chaumont in urantreld), der einmalrichtig" Indianer It m wollte, stahl seinem Vater ein Gewehr unD gaM nachts in einem Park mehrere Schüsse ab. Gin I Nachtwachter rief ihn an und tötete den Knab^., Da i-er die Flucht ergriff, durch einen Reooloerschutz.