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LS. Sebruar 192g
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Das MASttr.
— Der Generalsekretär des Völkerbundes hat em Dölkerbundsrat den Bericht der Regierungs- amniission des Saargebietes über die Fragen der h Sicherheit des Transportes auf den saarländischen r'jsenbahnen übermittelt. Der Bericht schlägt die lmwandlung der Besatzungstruppen in eine Eisenahnschutztruppe vor.
— Im englischen Oberhaus erklärte Lord Cecil, aß England nicht an die Rückgabe des ehemaligen Zeutsch-Ostafrika denke.
— In der gestrigen Justizdebatte des Reichs- ages lehnte Justizminister Hergt die Wiedereinfüh- ung des Schwurgerichts als verfrüht ab.
— Reichstagspräsident Loebs ist gestern operiert vorden. Sein Befinden ist den Umständen nach be- riedigend.
— Die Kantontruppen besinden sich im siegle, chen Vormarsch auf Schanghai. In Schanghai elbst herrscht Ruhe. Der Generalstreik ist beendet. Rach einer bis jetzt unbestätigten Meldung ist Gene- ml Suntschuanfang ermordet worden.
— Die englische Regierung hat beschlossen, einen Kreuzer nach Nicaragua zu senden.
GnsMck v«MOe Ssch- spaunung.
In der Protestnote, die das englische Kabinett an die Sowjetregierung gerichtet hat, wird mit dem Abbruch der Handels- und der diplomatischen Beziehungen gedroht, wenn die russische Regierung Anlaß zu weiterer Beschwerde gebe. Zwischen London und Moskau ist damit eine offene Fehde ausgebrochen, deren weitere Entwicklung sich noch nicht übersehen läßt. Alle Wahrscheinlichkeit spricht indessen dafür, daß die Spannung sich weiter verschärfen wird, »udenn das konservative Kabinett Baldwin und die russische Sowjetregierunq sind geschworene Feinde, die sich bisher nur mit innerem Widerstreben gegenseitig vertragen haben. Man er- i innert sich, daß die englischen Konservativen ihren überwältigenden Wahlerfolg über die englische Arbeiterpartei deshalb davontrugen, weil sie die Wahlparole gegen Moskau ausgegeben hatten. Macdonald war auf dem besten Wege, nach der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zu Rußland die Beziehungen zwischen England und der S>ow- jetunion durch den Abschluß eines regelrechten Handelsvertrages und durch erhebliche Kreditgewährungen an Ruhland noch fester zu knüpfen. Die konservative Agitation setzte es schlieh- lich durch, daß der englische Wähler zum Richter über diese Politik angerufen wurde und mit dem konservativen Wahlsieg kam der russenfreundliche Kurs Ramsay Macdonalds zu einem jähen Ende. Seitdem haben sich die Beziehungen nicht eben gebessert. Der Streik der englischen Kohlenarbeiter, der Englands Wirtschaft so schwere Wunden schlug, ist in der ■ Hauptsache durch russische Unterstützungsgelder genährt worden. Und die Triumphe, die Herr Cook, der Führer der englischen Bergarbeiter, dann bei einem Besuche Moskaus erlebte, fanden in dem bürgerlichen England natürlich ein sehr unfreundliches Echo. Die Beziehungen zwischen London und Moskau waren schon seit langem außerordentlich gespannt.
Die Vorgänge in China haben dann dazu geführt, daß die diplomatische Fehde zu offenem Ausbruch kam. Die englische Protestnote stellt die Behauptung auf, daß die Angriffe auf britische Interessen in China von der Sowjetregierung angestiftet und geleitet seien. Die Note versichert zwar, es sei zwecklos, etwas Derartiges zu bestreiten, das hindert aber nicht, daß diese Behauptung sehr lebhaft bestritten wird. In der letzten großen Unterhausdebatte über China hat sich Lloyd George bereits über die Manie der Konservativen und ihrer Presse lustig gemacht, überall rot zu sehen. Man hat sich in der Tat in den konservativen Kreisen Englands daran gewöhnt, hinter all den schweren Schlägen, die sich das englische Prestige in China gefallen lassen muß, die Sowjetregierung als Urheberin zu suchen. Man weist darauf hin, daß Agenten der Sowjetregierung in Kanton tätig seien und man nennt in diesem Zusammenhang namentlich den Kommunisten Michael Borodin, der auf der amerikanischen Havard-Um- versität seine Studien gemacht hat. Es ist aber zum allermindesten übertrieben, wenn man diesem angeblichen Agenten Moskaus einen entscheidenden Einfluß auf die Kantonregie- rung. beimißt. Die diplomatischen Vertreter einer Reihe von Mächten haben auf Grund ihres genauen Einblicks in die chinesischen
ämpvomiS in der Gaartruppenkrage. 800 Mann sollen als Vahnsrhutz verbleiben.
Genf, 24. -Febr. Das Völkerbundssekretariat veröffentlicht heute abend den Bericht der Saarregierung an den Völkerbundsrat über die französische Truppenbesatzung im Saargebiet. Der Bericht ist von dem Präsidenten Stephens unterzeichnet und wird dem Völkerbundsrat im März zur Entscheidung über diese, bereits mehrfach im Rat vertagte Frage vorliegen. Unter Bezugnahme auf die Ratsbeschlüsse des vorigen Jahres schlägt die Saarregierung zur Ueberwachung und zum Schutze des Transportes und des Transits auf den saarländischen Eisenbahnen folgende Regelung vor:
1. Die E i s enb a h n k o mmi ssion her Saarregierung bleibt bestehen und arbeitet weiterhin im direkten Zusammenhang mit den Militärbehörden des besetzten Gebietes des Rheinlandes. Ihre bisherigen Aufgaben bleiben auch weiterhin bestehen.
2. Es wird eine internationale Bahnschutztruppe geschaffen, über die die Saarregierung in Uebereinstimmung mit den Besatzungs- Mächten des Rheinlandes verfügt und die der Ueber- wachung und dem Schutze der Transporte und des Transites auf den saarländischen Eisenbahnen die- nen soll, ohne jedoch das Recht zu haben, sich in die! Aufrechterhaltung der Ordnung oder in den Schutz von Personen zu mischen, es sei denn, daß es sich um die Sicherheit und Aufrechterhaltung des Eisenbahn-, Telegraphen- und Telephondienstes handelt. Diese Bahnschutztruppe soll durch ein besonderes Abzeichen kenntlich gemacht werden und 800 Mann betragen.
3. Die Eisenbahnkommis fi o n steht zur Verfügung der Saarregierung, und falls diese das Einschreiten der Kommission zur Ueberwachung des Eisenbahnnetzes im Saargebiet für erforderlich hält, kann die Kommission nicht nur über die internationale Bahnschutztruppe verfügen, die den Schutz des Bahnhofes von Saarbrücken und der Eisenbahnlinie Saarbrücken—Mainz über Neunkirchen, übernimmt, sondern auch über zwei Bataillone, von denen das eine in Forbach die Linie Saarbrücken- Trier über Merzig, das andere in Saargemünd die Linie Saarbrücken—Homburg überwachen soll.
4. Im Falle des Versagens des Eisenbahnpersonals soll die Eisenbahnkommission von der Saarregierung beauftragt werden, den Betrieb unter Mithilfe von technischem Personal zu sichern, das entweder bereits zur Verfügung der Saarregierung steht, oder in begrenztem Umfang hinzugezogen werden soll.
5. Durch die Beibehaltung der Eisenbahnkommission und die Schaffung der internationalen Bahnschutztruppe soll für das Saargebiet keinerlei besondere finanzielle Belastung entstehen.
Verhältnisse erklärt. daß der Einfluß Sowjet- Rußlands ganz geringfügiger Natur sei. Der amerikanische Botschafter in China, Mac Murray, hat kürzlich Kanton einen Besuch ab- gestattet, und dabei festgestellt, daß sich in der chinesischen Nationalregierung nur ganz wenig bolschewistischer Einfluß bemerkbar macht. Gegen die Behauptung der englischen Protestnote spricht es ja auch, daß Sir Miles Lampson, der neue englische Botschafter in Peking, die Aufnahme von Verhandlungen mit der Kantonregierung empfohlen hat, was er sicher nicht getan hätte, wenn Kanton unter dem beherrschenden Einfluß Moskaus stünde.
Die Sowjetregierung wird in ihrer Antwort auf die englische Protestnote ganz sicher die Anklage des englischen Kabinetts als un= berechtigt zurückweisen. In dem Roten Parlament, das gegenwärtig in Moskau tagt, hat Larin Anfang dieser Woche erklärt, es sei eine „bewußte und gemeine Lüge", wenn die englische Regierung der Sowjetregierung vorwerfe, sie ergreife Partei für Kanton. Kein englischer Staatsmann könne auch nur den Schatten eines Beweises dafür erbringen, daß die Sowjetregierung als solche sich in die Vorgänge in China einmische. Auch Litwinoff hat in Erwartung der angekündigten englischen Note namens des Kommissariats für Außenpolitik zu den englischen Vorwürfen Stellung genommen. Er hat erklärt, die Sowjetregierung sei gerne bereit, sich mit der englischen Regierung über Konflikte und Mißverständnisse zu unterhalten. Aber „ungebührliche und unerträgliche Drohungen" würden sicher nicht dazu beitragen, die normalen Beziehungen wiederherzustellen.
Man sieht also schon, wie die diplomatische Fehde sich weiterspinnen wird. Zu einem ersprießlichen Ende wird es nicht kommen, denn das imperialistische England und Sowjetruß
In dem Bericht wird weiter grundsätzlich erklärt» daß die Saaregierung mit ihren Vorschlägen entsprechend den Wünschen des Völkerbundsrates bestrebt gewesen sei, sowohl die Freiheit des Transportes und Transits auf dem saarländischen Eisenbahnnetz zu sichern, als auch die Lasten der Bevölkerung auf ein Minimum herabzusetzen.
Nach der Durchführung dieser Vorschläge stehen, so heißt es in dem Bericht weiter, einer Zurückziehung der französischen Garnisonen aus dem Saargebiet durch die französische Regierung, die bereits am 18. März 1926 in Aussicht gestellt worden sei, nichts mehr im Wege.
Die „Saarbrücker Zeitung" bemerkt zu dieser Lösung, daß man aus der Tatsache, daß das Generalsekretariat des Völkerbundes die Note nicht veröffentlichen wolle, gewisse Rückschlüsse ziehen könne. Zwischen der Lösung vom 1. Ptai 1926, die vom Rate nicht angenommen worden sei und der jetzigen bestehe kein wesentlicher Unterschied. Das Blatt spricht sodann die Befürchtung aus, daß Stresemann sich villeicht auf der Märztagung des Rates mit dieser Lösung im Interesse des deutsch- französischen Ausgleichs einverstanden erklären werde. Ob eine derartige Stellungnahme, die keinesfalls von der Saarbevölkerung gebilligt werde, von dieser verstanden werde, bleibe dah ngestellt. Die Saarbevölkerung begrüße eine deut ch-französische Annäherung, doch dürfe diese nicht auf Kosten eines klaren Rechtsanspruches des Saargebietes vor sich gehen.
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Zu der Ueberreichung des Berichts der Regierungskommission des Saargebiets über die An- wesenheil fremder Truppen lm Saarlande an den Völkerbund bemerkt die „T ä g l. R u n d s ch a u", daß die Reichsrcgierung in dieser Frage den gleichen Standpunkt emnchmen wetde, der in dem umfangreichen Rokenwcchstl schon zu einer Zeit nie- dergetegt worden ist. als Deutschland noch nicht Mitglied des völkcrbundsrales war. Gegen die jetzt geplante Umwandlung der französischen Besatzung in einen Eiscnbohnschutz hat sich die deutsche Regierung schon früher grundsätzlich gewandt, da sie nichts weiter als die dauernde Anwesenheit französischer Truppen im Samaebicl nur unter anderem Ramen bedeute. Die deutsche Regierung wird jetzt versuchen, in diplomatischen Vorvcchcndiungen ihren Rechls- standpunkt zu vertreten, damit diesmal in Genf eine endgültige Entscheidung in der Frage getroffen werden kann.
land stehen sich als unversöhnliche Gegner gegenüber. Es ist ganz natürlich, daß sich daraus im südlichen China gewisse Sympathien für Sowjetrußland ergeben, die überall da, wo ein Kampf umfreier Völker gegen die beherrschende Macht Englands entbrannt ist. Ein Teil des englischen Kabinetts hält es für das Richtige, nach dieser Rchtung klare Verhältnisse zu schaffen und mit Rußland zu brechen, während ein anderer Teil des Kabinetts noch zögert und neue Gefahren Heraufziehen sieht, wenn Rußland und England erst einmal in offenerklärter Feindseligkeit sich gegenüberstehen sollten. Die Protestnote ist ein Kompromiß dieser beiden Richtungen, eine halbe Lösung, die wohl bald weitere Schritte nach sich ziehen wird.
Die bvMMe Stete an Rußland dorr dem ÄntevhauS.
London. 24. Febr. Der Arbeiterführer Clynes bezeichnete die in der gestrigen britischen Note an Rußland enthaltene Warnung der Regierung als bedauerlich. Er sagte, der Zeitpunkt fei dafür nicht geeignet gewesen. Es wäre besser gewesen, wenn der britische Minister mit den russischen Vertretern die britischen Beschwerden erörtert hätte. Die Politik der Regierung sei zu bedauern vom Standpunkt de^ sich bessernden englisch-rusischen Handels. — Macdonald sagte, die britische Note gleiche mehr einem Leitartikel, als einem Dokument des Foreign Office. Es handele sich in Wirklichkeit um die Frage, ob dies der erste Schritt zur Regelung, der Schwierigkeiten oder zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen sei. Wenn letzteres der Fall sei, so warne er die Regierung und das Land in der feierlichsten Weise, da dies nur zu immer größeren Schwierigkeiten führen würde. — Der konservative Abgeordnete Locker Lampson, der bekanntlich der Führer der Bewegung für den Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit der Sowjetregierung ist, erklärte, eine solche Note fordere nur zu neuen Beleidigungen auf. — Der Bergarbeiterführer Cook sagte,
es sei klar, daß die britische Regierung die russische Arbeiterregierung zu vernichten suche.
Bie Lase ist «khlrra.
Der Vormarsch der kantonesischer Arm«. — Die Schlacht um Schanghai hat begonnen.
Schanghai. 24. Febr. Rach übereinstimmenden Meldungen von der Front hat das Gros der gegen Schanghai vorrückenoen kantonesischen Armee bereits Fasching weil hinter sich gelassen und rückt n Eilmärschen gegen die letzte Verteidigungsstellung der Schanghai verteidigenden Trappen. Sun- kiang, vor. Sunkiang wird von schätzungsweise 50 000 Mann Truppen verteidigt, deren Wert nach sachverständiger Ansicht jedoch nur gering ist, und die sich den ihnen zwar an Zahl unterlegenen, aber besser bewaffneten und disziplinierten kantonesischen Truppen gegenüber nicht halten dürften, falls es überhaupt zu einem Kampf in Sunkiang kommt. Dies dürfte vorwiegend davon abhängen, ob es den ebenfalls in Eilmärschen heranrückenden Kerntrup- pen Tschang Tschunglschaags gelingen wird. Sunkiang noch vor den Südtruppen ;n erreichen. Sollte ihnen dies gelingen, so dürfte es bei Sunkiang zu einer größeren Schlacht kommen, da die durch Russen verstärkten SchEtungtruppe« ebenfalls ausgezeichnet bewaffnet und gut geführt sind.
London, 24. Febr. Die erste Phase in der Schlacht um Schanghai hat mit einem vollständigen Sieg derKantonesen geendet, die nun, die Stadt F e n k s ch u n an der Schanghai- Hangtschau-EiseNbahnlinie 40 Meilen südlich von Schanghai erreicht haben und den linken Flügel der neuen Derteidigungsfront Suntschuanfangs vernichtend geschlagen haben.
Schanghai soll verteidigt werden.
London. 25. Febr. Lin Telegramm der „Lhi kago Tribune" aus Schanghai besagt, daß General Tschan-Tschung-Tschang in Schanghai eingettoffen sei. 2000 Mann von ihm sind heute mit der Bahn aus Ranking eingetroffen. Tschan-Tschung-Tschang wird den Oberbefehl der nördlichen alliierlen Ltteit- träfté übernehmen. Er wird mehr als 3000 Mann zasammenziehen. darunter 2000 europäische Russen. Die Ankunft Tschan-Tschung-Tschangs beweist, daß er die Absicht hat. die Stadt zu halten. Eine Schlacht um Schanghai wird unmittelbar erwartet.
Conbon, 25. Febr. „Daily Mall" meldet aus Schanghai, ein nördliches Schlacht-Geschwader aus 16 Schiffen verschiedener Größe bestehend, ist aus Tsingtau nach Schanghai unterwegs. In Schanghai ist alles ruhig.
Ruhe in Schanghai.
London, 24. Febr. Nach Reutermeldungen aus Schanghai hat General Lipatschang, der Der« teidigungskommissar in Schanghai, eine Proklamation veröffentlicht, die seine Befehle bezüglich der Hinrichtung von Personen, die beim Halten von Reden, Verteilung von Flugblättern und im Besitze aufreizender Schriften betroffen werden, oder Personen verdächtigen Charakters a u f h e b t. Zum Schluß ersucht er die Arbeiter, ihre Tätigkeit wieder aufzunehmen. Eine weitere Meldung besagt: Wenn der Vormarsch der Südtruppen andauere, so werde es vielleicht ein Rennen zwischen Tschangtschuanfang und den Nationalisten um Schanghai geben, Die ausländischen Behörden in Schanghai treffen Vor- sichtsmaßregeln. Alle verfügbaren Streitkräfte wer- den in Bereitschaft gehalten. Die Arbeiterunion in Schanghai hat eine Kundgebung erlassen, in der es heißt, der fünftägige Generalstreik habe einen be- trächtlichen Erfolg gehabt. Die Beendigung des Streiks bedeute keineswegs, daß die Bewegung vorüber fei, weil die Union ihre Anstrengungen fortsetzen werde, um ihr Ideal zu erreichen.
China entschuldigt sich wegen der Beschießung.
Schanghai. 24. Febr. (Reuter) Das amerikanische Transportschiff „Chaumont" ist mit 1200 Marinesoldaten an Bord hier eingetroffen. Die chinesischen Marinebehörden haben sich gegenüber den Vertretern Frankreichs und Großbritanniens wegen der Beschießung der Konzessionen entschuldigt. Der Ver- tcidigungskömmissar von Schanghai hat seine An Weisungen für die Hinrichtung von Agitatoren gib rückgezögen.
Streit und Engländerboykott in Jtschang.
Schanghai, 24. Febr. (Reuter.) Die Lage in Jtschang bessert sich nicht. Der Streik der Angestellten im britischen Dienste dauert fort. Den britischen Einwohnern wird die Lieferung von Lebensmitteln und anderen Notwendigkeiten vorenthalten. Am letzten Sonntag kam es am Ufer zu einem Zusammenstoß zwischen einigen Mitgliedern des Kanonenbootes „Gnat" in Jtschang und chinesischen Agitatoren. Auf beiden Seiten gab es mehrere Leichtverletzte.
GinmrMuns Englands m Meavagua.
Rewyork, 24. Febr. Der britische Geschäftsträger in Nicaragua überreichte heute dem dortigen amerikanischen Geschäftsträger eine Note, in der die englische Regierung die Entsendung eines englischen Kriegsschiffes nach Nicaragua ankündigt, da nach ihrer Meinung bei weiteren Straßenkämpfen der Schutz des britischen Eigentums nicht genügend gewährleistet fei.
Die englische Note rief in Washington die größte Ueberraschung hervor, und man spricht offen bis Möglichkeit ernster Verwicklungen aus.