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^r. 44

Dienstag den 22. Ievruar

Seife 3

LskÄleS.

Hanau, 22. Februar.

^rndevkvèes.

Es scheint fast unvermeidlich zu sein, daß Kinder an bestimmten Orten zusammenfinden und im- rr wieder treffen, auch wenn sie von dort verjagt :rden. Kaum hat sie jemand fortgewiesen, so sind wieder da und haben vergessen, daß man sie hier cht haben wollte. Mit einer naiven selbstverständ- hkeit haben sie sich die Straße angeeignet und wer- 1 jedem furchtbare Blicke zu, der chr Recht schmä- rn will.

Im beginnenden Frühjahr führen sie Krieg. Da aucht man Plätze und Vorgärten, auch eine lange ahn, auf der man möglichst ungehindert auf seinen weckenschuhen dahinsausen kann. Mit unendlichem eschrei scharen sie sich zusammen, johlen, pfeifen, tschen mit Stöcken an den eisernen Geländern, gern die Schoßhündchen, die frische Luft schöpfen id geraten derart aneinander, daß selbst geachtete ehrerpersönlichkeiten in solchen Situationen sich iten, ihre Autorität aufs Spiel zu setzen.

Sie haben kleine Fähnchen, Schwerter aus Holz, litzbogen, Jndianerrüstungen, Bälle, Kriegsbeile, ) und zu auch Gummiknüppel. So ziehen sie 'geneinander los. An Führung fehlt es nicht we- gstens solange nicht, bis die Haufen in Kampf- jhe herangekommen sind. Wenn die Gefahr be- nnt, bildet sich die Etappe. Köstlich ist das Rück- lgsmanöver der Vorsichtigen-, erst mit den Augen, inn mit dem Munde, zuletzt mit den Beinen. Im avonlaufen stoßen sie noch tapfere Schreie aus. 'ie Kühnsten gehen aufeinander und richten sich manchmal übel zu. Ich habe schon erlebt, daß sie sich nt Bierflaschen verprügelten, und daß dann die Zcherben herumlagen. Die Schupos lächeln manchmal.

Das Frühjahr lockert langsam den Saft in den Säumen und die Abenteuerlust in den Köpfen. Daß e gerade deine Straße zum Schlachtfeld ausersehen aben, ist an sich natürlich unangenehm. Vielleicht der hast du das Glück, daß der Anführer morgen ch auf eine andere Kampffront zurückzieht. Auf ndere Weise wirst du den Kinderkrieg kaum los.

dem doch der ganze Ernst der großen Sache mit­schwang, erzählte er, immer von Persönlichem aus auf die Aufgabe hinweisend. Das, was den Vortrag besonders anziehend machte, war die Art, wie er mit feinem Verständnis auf das religiöse Gut Chinas hinwies. Herr Pfarrer Goebels schloß die Versammlung mit Gebet und Segen und dem Wunsch, daß die Sache der Mission neue Freunde gewinnen möchte.

nem Frankfurter Wirkungskreis heraus entsprang verständlich die versprochene Wolle noch nachlleferte. ...... ~ - - ' " 1 Dec Angeklagte gab lediglich den Wolldiebstahl und den begangenen Betrug zu, während er den Dieb­stahl des Rucksackes und den Einbruchsdiebstahl bei dem Bäckermeister bestritt. In letzterem Falle^konnte auch kein zur Verurteilung ausreichender Schuld- beweis geführt werden, sodaß Freispruch erfolgte. Im übrigen aber hielt das Gericht die Schuld des Angeklagten für erwiesen und verurteilte ihn ein« züglich der bereits verhängten Strafe zu einer Ge­samtstrafe von 2 Jahren 9 Monate Zuchthaus, er­kannte ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 10 Jahren ab und sprach die Zulässigkeit

Dev Gt^nd des GvwevbsloKgSeU

im Monat Januar 1927 in der Stadt Hanau.

Hauptunterstützungs­empfänger

c

£ £ O

S GQ

männltdj

weiblich

über

unter

über

unter

21 Jahren

Bestand am

5. 1. 1927 Zugänge

1214

182

209

17

343

96

91

34

1857

329

Summe

1396

226

439

125

2186

Aogange Bermiltelt . . Ausgeschied n .

150

141

44

18

111

5

13

318

164

Summe der Abgänge

291

62

116

13

482

Bestand am

2. 2. 19 7

1105

164

323

112

1704

noch dieser ihm zur Last gelegte Betrugsfall und es war dayer menschlich verständlich, daß der An­geklagte in Rücksicht auf seine neue Existenzgrün­dung alle Hebel in Bewegung setzte, um den Glau­ben an seine Fähigkeiten in Dörnigheim zu erhalten, zumal man dort allgemein mit seiner Tätigkeit zu­frieden zu sein schien. Der Angeklagte veranlaßte daher seine Ehefrau an einen ihm gut bekannten Mannheimer Dentisten einen Brief zu schreiben, in dem dieser gebeten wurde, bei einer eventuell ge- richllichen Anfrage zu bestätigen, daß ihr Mann seine Lehrzeit bei ihm absolviert habe. In dem frag­lichen Briefe wurde der gestern als Zeuge vernom­mene Dentist noch ausdrücklich darauf hingewiesen, daß es sich lediglich um eine Gefälligkeit handele und die Sache ja völlig unkontrollierbar sei, zumal

ZMMoEesi.

Am Sonntag feierten die evangelischen Gemein- »en von Hanau-Stadt und -Land ein Missionsfest. Lingeleitet wurde es durch einen Missionsgottès- üenst in Kesselstadt. Um 11 Uhr versammelten sich nie Kinder aus den Kindergottesdiensten der Jo- -annes-, Marien- und Kesselstädter Gemeinden in ter Johanneskirche. Es mögen nach oberflächlicher Zählung wohl 500 und darüber gewesen sein. Herr Missionar Müller aus Wiesbaden hielt den Got­tesdienst und verstand es, der gespannt lauschenden Schar d'e Sache der Mission begreiflich zu machen und ans Herz zu legen. Um 2 Uhr fand in der Marienkirche ein Missionsgottesdienst für die Kon- irmanden der drei Gemeinden statt, den wiederum Herr Müller hielt. Leider hatte Herr Pfarrer Probst ms Frankfurt abgesagt, so daß auch im Missions- Gottesdienst für die Gemeinde um halb 4 Uhr Herr Müller erneut einspringen mußte. Aber die zahlreich versammelte Gemeinde ist wohl nicht enttäuscht ge­wesen. Der Herr Missionar verstand es sehr gut, die Motive, die zur Mission führen und den Inhalt des Mlssionsgedankens mit eigenen erlebten Bei­spielen aus der praktischen Arbeit des Missionars zu verbinden. Die Gemeinde dankte durch eine gute Missionssammlung, die es zum Teil ermöglichen will, Mittel bereitzustellen, daß im Frühjahre einige Missionare wieder in neu eröffnete Gebiete ausge­sandt werden können. — Abends um halb 8 Uhr versammelte sich eine zahlreiche Gemeinde im Evan- ge'ischen Vereinshaus. Alt und Jung füllte den Saal und die Empore. Herr Pfarrer i. R. Goebels, der langjährige Vorsitzende des Mis­sionsoereins, leitete die Versammlung ein unter Hin­weis auf das Evangelium des Sonntages Sexa- gefimae vom Säemann und wünschte, daß in den Herzen der Gemeinde die Saat aufgehen m"chte als in gutem Ackerland. Herr Missionar Müller führte die Anwesenden in das interessanteste Mis­sionsgebiet, China, mit ausgezeichneten Lichtbildern ein. Er selbst hat im Inneren Südchinas 8 Jahre lang als Missionar gearbeitet. Im Plauderton, in

Zusch'^gsempfänger waren vorhanden: am 5. 1. 1927: 1905 Personen -'m 9. 2. 1927: 1837 Perionen

In der K r i s e n f ü r so r g e befanden sich: am 5. Januar 1927: 454 männl., 41 weibl. Personen, mit 697 Zuschlagsempfängern, am 2. Februar 1927: 608 männl., 57 weib'. Personen mit 901 Zuschlags­empfängern.

Der Bestand an Hauptunterstützungsempfängern (Erwerbslosen- und Krisenfürsorge) betrug am 5. Januar 1927: 2352 mit 2602 Zuschlagsempfängern, am 2. Februar 1927 - 2369 mit 2738 Zuschlags­empfängern.

AuS dem GevSMssaal.

Ein Ehezwist und seine Folgen.

Zu erregten Auftritten kam es in der Nacht vom 20.—21. Dezember gegen 1 Uhr in der Sternstraße. Ein 21jähriger junger Arbeiter hatte mit seiner Ehe- frau Streit bekommen, der in Tätlichkeiten auszu­arten drohte. Die sich bedroht fühlende Ehefrau lief laut um Hilfe schreiend die Sternstraße hinunter, verfolgt von ihrem Manne. Ein sich in der Nähe be­findlicher Polizeibeamter eilte herbei und hielt den Verfolger auf, der sofort wütend mit einem harten Gegenstand auf ihn losschlug. Zum Glück kam noch ein Passant dem Beamten zu Hilfe und es gelang mit vereinten Kräften unter erheblichem Kraftauf­wand den renitenten Mann festzuhalten. In dem­selben Augenblick sprang der 24jährige Bruder des Festgenommenen hinzu und schlug mit einem Bretterstück auf den Beamten und seinen Helfer ein, sodaß diese notgedrungen den Sistierten freigeben mußten. Wegen dieser Taten hatten sich die beiden Gebrüder gestern vor dem hiesigen Schöffengericht zu verantworten, das gegen einen jeden der Ange­klagten wegen tätlichen Widerstandes gegen die Stâatsoewält unter Annahme mildernder Umstände aus 1 Monat Gefängnis erkannte.

Ein glücklicher Freispruch.

Mit einem blauen Auge davongekommen ist ein in Dörnigheim seine Praxis ausübendes Dentisten- ehepaar, das sich wegen versuchter Verleitung zum Meineid vor dem hiesigen Schöffengericht zu, ver­antworten hatte. Gegen den Ehemann, der wie es sich herausstellen sollte ohne die vorgeschriebene Vorbildung den Beruf eines Dentisten ausübte und mit seiner Gattin — einer gelernten Dentistin — gemeinsam die Praxis betrieb, lief ein von einer sich betrogen fühlenden Patientin angestrengtes Betrugs­verfahren, in dessen Verlauf auch Erhebungen über die Ausbildung des Beschuldigten angestellt wurden. Es war dies anfangs August v. I., kurz nachdem der Angeklagte das Feld seiner Tätigkeit von Frankfurt nach Dörnigheim verlegt hatte. Aus ser-

er ja nur anzugeben brauche, ihr Mann habe erst jeweils nach Beendigung seiner Arbeitszeit um vier Uhr nachmittags, seine Lehrstelle bezogen. Der Mit­angeklagte Ehemann hatte seiner Frau erzähst, er sei fast täglich bei dem bewußten Herrn gewesen und habe ihm bei der Praxis zugeschaut und daraus gelernt. Bei der folgenden Vernehmung des Ehe­mannes erklärte dieser, er habe durch das Bekannt­werden mit seiner heutigen Frau den Gedanken ge­faßt, Dentist zu werden und sich ratsuchend an den erwähnten Zeugen, durch den dann späterhin der Stein ins Rollen kommen und die Anzeige wegen versuchter Anstiftung zum Meineid erstattet wer­den sollte, gewandt. Ein von ihm früher bereits ver­langtes Zeugnis über abgelegte Lehrzeit habe der Zeuge ihm nicht gegeben, da er angegebenermaßen schon einmal hereingefallen sei, dagegen ein Blanko mit Stempel zur Selbstausstellung eines Zeugnisses. Auf letzteren Umstand will sich der Zeuge, der im übrigen bekundet, daß der Angeklagte nie praktisch bei ihm tätig war und ihn nur drei bis vier Mal als Nachbarn besuchsweise aufsuchte, nicht mehr entsinnen können. Der Vertreter der Anklage hielt die Schuld beider Angklagten für erwiesen und be­antragte, auf die gesetzliche Mindeststrafe von je 1 Jahr Zuchthaus zu erkennen, die bürgerlichen Ehrenrechte ihnen auf die Dauer von zwei Jahren abzusprechen und Haftbefehl zu erlassen. Demgegen­über erkannte das Gericht nach langer Beratung und obwohl es weit davon entfernt war, die An­geklagten für nicht schuldig zu halten, auf Frei­sprechung, da dennoch Zweifel bestehen konnten, ob die Angklagten sich des ihnen zur Last gelegten Verbrechens bewußt gewesen waren und nicht viel­mehr glaubten, es handele sich im Falle eventuell in Mannheim eingezogener Erkundigungen lediglich um eine gerichtliche Anfrage, die keine Vereidigung des angeblichen Lehrherrn nach sich gezogen hätte. Im übrigen war zur Zeit der Begehung der Tat ein Termin für die Hauptverhandlung in dem erwähn­ten Betrugsfalle noch nicht angesetzt und kam da­mals eine eidliche Vernehmung des gestrigen Zeu­gen noch nicht in Frage. Allerdings, so betonte das Gericht noch einmal ausdrücklich, war die ganze Handlungsweise der Angeklagten sehr dazu angetan, auch weiterhin noch einen starken Verdacht wach zu halten.

Ein Gewohnheitsdieb.

Ein unverbesserlicher Dieb stand gestern in der Person des 34jährigen aus Oberschlesien gebürtigen Schmiedes Stephan Klotz wegen zweier einfachen, eines schweren Diebstahles und eines Betrugs­deliktes vor dem hiesigen Schöffengericht. Der Ange­klagte treibt sich, ohne festen Wohnsitz zu haben, im Lande umher und benutzt jede sich bietende Ge­legenheit, sobald er sich gerade einmal in Freiheit befindet, um neue Diebstähle und Einbrüche zu be­gehen. Sein Dorstrafenregister hat eine ansehnliche Länge erreicht, von 1917—1924 saß er ununter­brochen im Zuchthaus und auch gestern erschien er aus der Strafhaft vorgeführt, da er gegenwärtig 2 Jahr 1 Monat Zuchthaus wegen schweren Dieb­stahles im Rückfall und Hehlerei zu verbüßen hat. Die Anklage legt ihm zur Last im Juli v. I. in Elm einem Landwirt, bei dem er vorübergehend beschäf­tigt war, zirka 4 Pfund Rohwolle und einen Ruck­sack und des weiteren einem dortigen Bäckermeister nach Erbrechen der Scheune ein Herrenfahrrad und eine Pferdedecke gestohlen zu haben. Die gestohlene Wolle hatte er dann in Schlüchtern in einer dor­tigen Wollspinnerei zum Verkauf angeboten und als ihm sein Vorhaben nicht glückte, gegen eine Strick­weste eingetauscht. Auf diese hatte er noch ein Draufgeld von 4 Mk. zu zahlen, das ihm auf falsche Angaben hin kreditiert wurde, ohne daß er selbst-

der Polizeiaufsicht aus.

Ein rabiater Zeitgenosse.

In den späten Abendstunden des 1. Weihnachts» feiertages wurde die Polizeiwache von dem In­haber einer hiesigen Gastwirtschaft um Entsendung einiger Beamten gebeten, da es im Lokale zu einer Schiagerei gekommen war. Bis zum Eintreffen eines'Beamten hatten die Unruhestifter bereits die Gasträumlichkeiten verlassen und randalierten auf der Straße vor der Wirtschaft weiter. Der Beamte schritt zur Feststellung der Personalien einiger Störenfriede, worauf sich die übrigen schnell ver- zogen. Die Feststellung gelang auch bis auf zwei Falle, in denen sich die Betroffenen weigerten ihren Namen anzugeben und zur Wache verbracht werden sollten. Der eine der Sistierten war dann auch sa vernünftig, um wenigstens mitzugehen, während der andere äußerst rabiat wurde, tätlichen Wider- stand leistete und eine Flut von Beleidigungen auf den Beamten niederprasseln ließ. Inzwischen war ein zweiter Beamter auf der Bildfläche erschienen und feder nahm einen der Widerspenstigen in seine Obhut. Der Beamte, dem die Aufgabe zuteil wurde, den sich besonders rabiat gebärenden und gestern wegen Widerstandes, Beleidigung und Derubung von ruhestörenden Lärmes zur Verantwortung ge­zogenen Angeklagten, nach der Wache zu befördern, hatte keinen leichten Stand. Der Angeklagte ist nämlich, trotzdem er in seiner Kindheit infolge einer Knochenerkrankung das rechte Bein verloren und seither auf die Benutzung einer Krücke angewiesen ist, als ganz rabiater, körperlich sehr starker und ge- wandter Mensch bekannt, der sich schon oft zu s-hwe. ren Gewalttätigkeiten hat Hinreißen lassen. Bisher mag ihn immer seine Jugend — er ist raum 20 Jahre — und besonders sein körperliches Gebrechen vor einer empfindlichen Strafe bewahrt haben, doch dürfte sich erst gestern wieder bewiesen haben, daß Nachsicht bei ihm nicht angebracht ist. Auf dem Wege zur Wache legte der Sistierte ein derartiges Benetz« men an den Tag, daß es zu einem folgenschweren Zu« ammenstoß mit dem Beamten notgedrungen kom­men mußte. Dieser blieb denn auch nicht aus, denn als der Beamte schließlich Gewalt anwenden mußte, um ihn an Ort und Stelle zu verbringen, setzte sich der Angeklagte derartig zur Wehr, daß es zu einem förmlichen Ringkampf auf dem Paradeplatz kam, der einen größeren Menschenauflauf verursachte. Der Angeklagte biß und trat wie toll um sich uni» konnte nur mit Mühe von zwei weiteren hinzuge­kommenen Beamten und einigen Passanten geban- digt werden. Auf der Wache gebärdete er sich wie ein Toller und muhte in eine Einzelzelle verbracht werden. Der rabiate Angeklagte wurde zu insgesamt 3 Wochen Gefängnis zuzüglich 3 Tage Haft ver- urteilt und den beleidigten Beamten die einmalig« Publikationsbesugnis im „Hanauer Anzeiger" ein« geräumt. __________

* Frauenhilse der Johanneskirche. Heute abend 8 Uhr Zusammenkunst im Sälchen der Johätmès« ^ '^ Die Anmeldungen in den kaufmänKWen Schulen werden täglich von 10—12 Uhr in der Eberhardschule entgegengenommen. (Näheres siehe unter städt. Bekanntmachungen.) ,

* Skisilmvorsührung. Die Skiabteilung des Rhon- klub sieht sich veranlaßt durch den riesigen Beifall den der letzte Skifilm gefunden hat, am 2. Marz im Schulkino den zweiten Teil des Wunder des Schneeschuhs „Eine Fuchsjagd durch das Engadin" vorzuführen. Dieser Teil, der in Bezug auf land­schaftliche Schönheiten den ersten Teil, den ausge­sprochenen Lehrteil um ein weiteres übertrifft, findet gewiß auch wieder ein ausverkauftes Haus wie der erste Teil. Karten sind laut Inserat bereits jetzt zu haben. Die Schülervorstellung findet diesmal als geschloffene Vorstellung statt. Karten hierzu werden durch die städtische Schulbehörde verteilt.__________

^E ^V^ W^$pU&

Roman von Knud Gahwiller.

Aus dem Dänischen übersetzt von E. von Kraatz.

19. Fortsetzung.

(Nachdruck verboten.)

„Trinken Sie doch aus, Mensch!" wandte er sich an Svend. „Sie scheinen ja ganz außer sich über diese kleine Historie zu sein!"

Svend leerte mechanisch das Glas.

„Also—" Ryan gab dem Chauffeur durch eine Handbewegung zu verstehen, daß seine Anwesenheit nicht länger nötig sei —" wir rechnen wie gesagt auf Ihre Diskretion. Und um Ihnen zu zeigen, wie sehr man ihr Benehmen anerkennt, werden Sie in

ehrerbietig. „Aber es fehlt ein Glas, und ich kann

es nicht finden."

„Nun ja," sagte Molly schließlich, Sie es nur bis morgen." Sie brannte der mit Holm und Dick allein zu sein, spräch fortsetzen zu können.

Der Diener verließ das Zimmer.

dann lassen

darauf, um das

wie- Ge-

„Es ist das Portemonnaie Ihrer Schwester, ja — , ^. ------ „_.„.,. .

bas unterliegt keinem Zweifel!" stellte Hög fest. „Der den nächsten sechs Wochen jeden Montag zehn Chauffeur erzählte mir nun in ruhiger und zuver- Dollar ausbezahlt bekommen, wenn Sie sich hier lässiger Weise, was geschehen war — und daß er einfinden wollen."

schließlich beim Nachhausekommen die Visitenkarte j Der Chauffeur machte einen Diener und ver- mit der draufgekritzelten Adresse gefunden und sich schwand.

unn an mich gewandt habe, um zu dem fehlenden j Kaum hatte sich die Tür hinter ihm geschlossen, Fahrgeld zu kommen." ■als Hög dem Kapitän auch schon gegenüberstand.

„Las klingt fast zu gut, um wahr zu sein!" warf Er knirschte vor Wut geradezu mit den Zähnen.

~ ‘ m = „Gestatten Sie mir, Sie meiner tiefsten Verach-

nicht ganz unterhal- tung zu versichern" keuchte er, „wegen des fau= ien selbst zu sehen, mäßigen Gedankenganges, den Sie verraten

lässiger Weise, was geschehen war schließlich beim Nachhausekommen

Kapitän Ryan munter ein, als Hög mit seinem Be­

richt zu Ende war. „Würde es i .„ tend sein, den jungen Menschen selbst zu sehen, Herr Bradley! Aber kein Wort davon, wer ich bin!"

Dick verschwand und kehrte gleich darauf mit dem Chauffeur zurück.

Es war ein junger, freimütig pussehender Mensch, der nun auf Ryans Aufforderung hin nochmals ge­nau über seine nächtliche Fahrt berichtete.

„Vortrefflich!" fiel der Kapitän ein, als der andere ,.^.. ...

fertig war. „Ihr Geld sollen Sie selbstverständlich „Nein, keine Minute, lautete seine ruhige Ant haben — bitte schön, hier sind die fünf Dollar! Dann---* möchte ich aber gerne noch eins wissen: Wer war es, den die junge Dame diese Nacht verfolgte? Haben Sie eine Ahnung davon?"

Der Chauffeur erwiderte, davon wisse er nichts.

„Nun dann nicht . . . Aber nicht wahr, Sie begreifen, daß es wohl eine kleine Liebesgeschichte war, die sie vorhatte — und daß wir aus gewissen Gründen auf Ihr Schweigen rechnen!" Er wandte sich an Molly: „Ich glaube auch, daß wir alle etwas durstig sind, — der Chauffeur gewiß auch . . . Würden Sie vielleicht die Güte haben —?" Molly schellte und ließ Whisky kommen. Kapitän Ryan hob fein Glas.

„Besten Dank, Chauffeur! Es ist immer erfreu­lich, einen Mann zu treffen, der Verständnis dafür

haben—"

Aber Kapitän Ryan bewahrte wollkommene, un­erschütterliche Ruhe.

Jetzt gesellte sich auch Svend dazu.

„Glauben Sie etwa wirklich an solche Beweg- gründL seitens meiner Schwester, Herr Kapitän?"

fragte er.

wort. „Aber diese Sache muß in der Stille gehand­habt werden — und wenn der Chauffeur ein Ver­brechen ahnte —"

Er leerte fein Glas und wandte sich dann an Svend: „Würde es Sie vielleicht interessieren, mich nach Hause und in mein Laboratorium zu begleiten und sich meine Vergrößerungen von Fingerab­drücken anzusehen? Ich glaube, Sie würden nicht enttäuscht sein."

Gleich darauf hatten sie beide das Haus ver­lassen, und . mit ihnen Hög, der am nächsten Tage wieder Vorfragen wollte, ob es Neues gäbe.

„Ich komme norm Abendessen nach Hause," rief Svend noch vom Auto aus, das sich rasch entfernte.

Die Zurückgebliebenen saßen schweigend da, während der Diener die Gläser und Flaschen zu-

na), einen Alarm zu treuen, oer neriianonis uuiui . . £ ; V ;'". i. 1(. i..;. o;u

hat, wozu ein romantischer Sinn eine junge Dame samEnraumte. Er brauchte dazu heutel nge Zeit, i.jL... ..........« '^ M& Wnssn ImliPniTsh imnphiiima dUStief 2 ..AVer 10

Was geht hier denn nur vor?

rief sie

aus,

sobald sich die Tür hinter ihm geschlossen hatte. „Droht uns irgendeine Gefahr? Und weshalb ist Kirsten verschwunden?"

Holm war der erste, der sich etwas zu fassen ver­mochte. , _ _

„Aber als er das hörte — als Sie ihm Ihre Be­weise vorlegten — was sagte der arme Kerl da —« und was für Erklärungen —?"

Kapitän Ryan schüttelte den Kopf.

„Erklärungen —? — Gar feine! Ganz einfach weil er keine Erklärung dafür geben konnte."

„Oder nicht wollte —?"

„Wie ich Ihnen sagte — nicht konnte. Ihr junger Freund ist kein Verbrecher. Erst dachte ich, er wäre vielleicht ein Schlafwandler, aber nachdem ich alles vorliegende Material mit ihm durchgenom- men habe, bin ich schließlich zu einer ganz anderen Schlußfolgerung gelangt."

„Und die besteht darin —?"

„Daß Ihr Freund in der Hypnose gehandelt hat, ohne selbst zu wissen, was er tat — und zu irgend­einem verbrecherischen Zweck, der mir noch nicht bekannt ist."

Eine Sekunde lang verlor Ryan die Selbst­beherrschung.

Aber daß jener Marquis — jener satanische Japaner den Schlüssel zu dem Geheimnis in den Händen hält —" er ballte die Fäuste — „Ich weiß nicht, was ich darum gegeben hätte, wenn dieser Teufel nicht ertrunken wär, und ich ihn eines Tages auf den elektrischen Stuhl bringen könnte."

Darauf berichtete er noch, daß Svend vorläufig in einer Nervenklinik untergebracht sei, wo er unter ärztlicher Aufsicht ganz abgesondert von der Welt leben werde, und fügte hinzu, daß fein Zustand vor­läufig keinen Anlaß zur Besorgnis gäbe."

XII.

Kirsten erwachte mit dem angenehmen Gefühl, ausgeschlafen und völlig gesund zu sein. Ein paar« mal atmete sie tief, reckte sich und lag dann ein Weilchen mit halboffenen Augen und blickte zu der kleinen seidenen Ampel über ihrem Bett empor.

Es war ganz still, und sie war nahe daran, wie­der einzuschlâfen, als ihr plötzlich war, als ob an der Ampel etwas gewesen wäre, was sie wach machte. Sie wußte mit einem Male, daß sie sie noch nie gesehen hatte — eigentlich war sie hübsch, und nun sah sie, daß ihr mattes, sanftes Licht auf einen Pla­fond mit sonderbaren Intarsien und Verzierungen fiel.

Sie sperrte die Augen immer weiter auf — uns mit einem Male fuhr sie im Bett empor.

(Fortsetzung folgt.)

Es wurde Abend — wurde spät. Der Tisch war gedeckt, und man wartete nur auf Svend. Endlich hielt ein Auto vorm Hause.

Aber es waren nicht Svend. Der Diener meldete Kapitän Ryan, und dieser trat allein ins Zimmer.

„Was haben Sie denn mit unserem jungen Freund angefangen?" Holm versuchte einen scher­zenden Ton anzuschlagen. „Oder ist er etwa wie feine Schwester verschwunden?"

Kapitän Ryan war sehr ernst, als er erwiderte: „Ja, Ihr junger Freund ist wirklich verschwunden. Aber vorläufig nur für Sie — nicht für mich."

Alle verstummten, bis Holm schließlich fragte: „Sie wißen also wo er ist?"

iSoll das heißen, daß er festgenommen worden ist?"

Kapitän Ryan zuckte die Achseln: „Jedenfalls be­findet er sich in Gewahrsam und wird es bleiben, bis ich meine Untersuchung beendet habe."

Nach einer kleinen Pause setzte er hinzu: „Ich hegte einen Verdacht gegen ihn und habe die Rich­tigkeit meines Verdachtes bereits feststellen können."

Bei diesen Worten holte er ein Whiskyglas aus der Tasche und stellte es auf den Tisch.

„Ich bat vorhin etwas unbescheiden um Whisky! — Indem er sein Glas berührte, verriet Herr Braae, daß er nicht nur die geheimnisvolle Person ist, die hier bei Nacht eingebrochen ist — sondern auch der­jenige, den seine Schwester auf ihrer nächtlichen Autofahrt verfolgte."

Wie gelähmt saßen feine Zuhörer da.

„Was ich Ihnen sage, ist wahr! Zuhause in meinem Laboratorium hat Ihr Freund soeben selbst festzustellen vermocht, daß die Fingerabdrücke an dem von ihm benutzten Glas genau mit denjenigen übereinftimmen, die der „Einbrecher" in der ver­flossenen Nacht am Türbeschlag hinterließ."

bis Molli) schließlich ungeduldig ausrief: „Aber so

treiben vermag. vis wiuuy |u/ucqhuj uuyvuuiuiy

Sowohl Svend wie Hög gerieten über diese kalt- beeilen Sie sich doch etwas, James,

zu treiben vermag

blütig ausgesprochene Erklärung in heftige Erre-

gung und waren im Begriff, eine scharfe Einwen- gesucht zu haben, dung zu machen, aber Ryan kam ihnen zuvor: „Gnädige ora

Der Diener richtete sich auf — er schien etwas

Frau wollen verzeihen", erwiderte er