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Geneval-Älnzeiger für^
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Dienstag den
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Das iMt.
— In der Herzegowina hat ein Erdbeben Verwüstungen angerichtet. Acht Menschenleben sind zu jetlagen.
— Im „Temps" wird an die deutsche Regierung das Ersuchen gerichtet, die Räumungsfrage dilato- risch zu behandeln.
— Wle aus Helsingfors berichtet wird, stürzte in der Nähe von Frederikshapen ein Flugzeug des finnischen Heeres ab. Führer und Mechaniker wurden getötet.
— Das „Petit Journal" meldet aus Nizza, daß der Außenminister Dr. Stresemann mehrere Zimmer in einem Hotel in Cap d'Antibes in der Nähe von Nizza bestellt hat.
— Seit drei Wochen wird Japan von schweren Schneefällen und Stürmen heimgesucht. Es werden zahlreiche Todesfälle infolge der Kälte gemeldet. Auch wurden große wirtschaftliche Schäden angc- richtet.
Dee Wweeball »0« Soolidses neuem Ab- vüftuussvovsMag.
Wenig Gegenliebe in Paris und Rom.
Der erneute Abrüstungsvorschlag des Präsidenten Coolidge hat überall große Ueberraschung her- vorgerufèn, umso mehr, da er selbst für Amerika völlig unerwartet gekommen ist. In allen Kreisen jedoch, die dem Präsidenten nahestehen, wird der Vorschlag gebilligt und Coolidges Friedensliebe in allen Farben hervorgehoben. Es ist dies allerdings auch deswegen nötig, uls die Vorgänge in Nicaragua und Mexiko noch in aller Erinnerung sind, bei denen man von amerikanischer Friedensliebe nur sehr wenig gemerkt hat, umsomehr aber der amerikanische Imperialismus in die Erscheinung getreten ist.
Auch in Amerika verkennt man die Schwierigkeiten nicht, unter den jetzigen Verhältnissen eine neue Friedenskonferenz einzuberufen, vor allem, da für Mitte März die ersten Sitzungen für die allgemeine Abrüstungsvorkonfernz an Genf vorgesehen sind. Man erkennt es daher in ganz Amerika als besonders geschickt an, daß Coolidge darauf ver- - zichtet hat, die Konferenz nach Washington zu berufen, sondern sich der Tagung in Genf in der Weise anschließen will, daß die Vertreter der einze'nen Seemächte mit besonderen Vollmachten ausgestattet werden. Man kann es Coolidge nachfühlen, daß er Wert darauf legt, nochmals eine Seeabrüstungskonferenz zu berufen, denn die erste von ihm veranlaßte Tagung, die vom Oktober 1921 bis zum Februar 1922 in Washington stattfand, hatte auf dem Gebiete der Abrüstung nur einen halben Erfolg. Auf Veranlassung Frankreichs, das warm von Italien unterstützt wurde, wurde die Beratung der Landabrüstun- • gen völlig fallen gelassen. Schließlich einigte man sich nur über die Verhältniszahlen der Tonnage der Großkampfschiffe und der Flugzeugmutterschiffe, während alle Nationen für den Bau der Kreuzer, Zerstörer und Unterseeboote freie Hand behielten.
Und doch hatte Amerika auf der Konferenz sein eigentliches Ziel erreicht, wie die anderen Seemächte im Laufe der Zeit immer mehr eingesehen haben. Amerikas Bestreben ging von jeher darauf hinaus, England an Seestreitkräften gleich zu werden. Das großzügige Flottengesetz im Jahre 1916, das eine gewaltige Vergrößerung der amerikanischen Seestreitkräfte vorsah, wurde nach Kriegsende nicht weiter fortgeführt, dagegen erreichte Amerika durch geschickte diplomatische Verhandlungen sein Ziel, seine und Englands Flotte wurden gleichgestellt. Ein weiterer Erfolg der Konferenz war, daß England Japan fallen ließ und die japanische Flotte so herab- . gefetzt wurde, daß ihr Einfluß im Stillen Ozean nur noch gering ist. Endlich wurden auch Frankreich und Italien trotz ihres Widerspruchs zu Seemächten zweiten Ranges herabgedrückt, sodaß sie für die Folge kaum mitzureden hatten.
Der Eindruck, den der neue Vorschlag Coolidges bei den anderen Seemächten gemacht hat, ist so ausgefallen, wie man vermuten konnte. In England sieht man den weiteren Ereignissen auf diesem Gebiete mit größter Ruhe entgegen. Hat Amerika auch dieselben Streitkräfte an Schlachtschiffen wie Eng- i land, so ist doch die englische Kreuzerflotte bedeutend stärker, so leicht wird Amerika den britischen Vorsprung nicht einholen und England wird alles in Bewegung setzen, um die gegenwärtige Zahl seiner Kreuzer beibehalten zu können. An Gründen dierkür Mrd H ihm picht fehlen und das englische
G»g<. Truppen in Schanghai
Schanghai, 14. Febr. Zum ersten Mal seit dem Boxeraufstande sind euroväische Truppen hier gelandet worden. Zwei englische Regimenter zogen mit Musik und Fahnen durch die Hauptstraßen von Schanghai. Der Marsch, der über eine Strecke von insgesamt einem Kilometer Länge zu den vorgesehenen Quartieren ging, Halle riesige Menschenmassen angezogen. Die Truppen wurden von den Europäern mit jubelnden Kundgebungen empfangen. Die chinesischen Kaufleute begrüßen ihr Erscheinen mit sichtlicher Erleichterung. (?) Zwischenfälle sind nicht vorgckommen.
Die Devdaudluttse« zwischen Tschen u. S'LNaUev abgebvochen.
London, 14. Febr. Reuter meldet: Zwischen dem Außenminister Tschen und dem britischen Unterhändler O'Malley ist bisher ein llebereinkommèn nicht erzielt worden. Die Verhandlungen zwischen den Vertretern der britischen Regierung und Kanton scheinen vollständig abgebrochen zu sein.
Gchavfev Protest des chinesischen Gesandten beim Völkerbund.
Berlin, 14. Febr. Der chinesische Gesandte beim Völkerbund hat nach Meldung der „Tägl. Rundschau" soeben einen außergewöhnlichen Schritt unternommen. Er hat an die Pressevertreter eine schriftliche Mitteilung gesandt, die eine Antwort auf die Note Chamberlains an den Generalsekretär des Völkerbundes darstellt. Es heißt darin:
„Ich verurteile natürlich auf das Schärfste die Entsendung britischer Truppen nach China. Wir hören mit Erstaunen, das England 20 000 Mann Truppen, Kriegsschiffe, Unterseeboote und Flug- zeuge nach China schickt. Die Entsendung einer solchen Streitmacht kann nicht nur defensiven Interessen dienen. Das ist eine bewaffnete Demonstration, von der man vielleicht glaubt, daß sie China schrecken wird. Ich erkläre feierlich, daß die 400 Millionen Chinesen, welche die chinesische Souveränität verteidigen, niemals der Waffengewalt weichen werden. Ich muß daher sagen, daß die Atmosphäre, trotz allem Friedensqerede kriegerisch ist. Es wurde über- sehen, daß Schanghai nicht englisches Gebiet ist. Wenn die Anwesenheit dieser fremden Streitmacht zu Verwickelungen führen sollte, so wird die Verantwortung sicherlich nicht auf China fallen." Die Note hebt dann mit besonderem Nachdruck hervor, daß die öffentliche Meinung mit den Erklärungen der eng'ischen Opposition übereinstimmt und schließt: „Es wurde von mancher Seite angeregt, daß sich der Völkerbund mit dieser internationalen Kontroverse beschäftigen sollte. Ich erkläre hiermit, daß ich das ganze chinesische Reich zu vertreten berechtigt bin; hinter mir stehen 400 Millionen Chinesen, der Norden scwohl wie der Süden, ^ir Chinesen mögen innerhalb unseres Landes Differenzen haben, aber in der internationalen Frage, die jetzt unsere Souveränität und Unverletzlichkeit berührt sind wir einig."
Ministerium hat bei der Zusammenkunft der Ministerpräsidenten der Dominions im Herbst 1926 schon vorgebaut: im Kriegsfälle bedarf das Weltreich einer Kreuzerflotte, welche sämtliche Meere umspannt.
Sieht man in London mit gewöhnlicher Ruhe der Weiterentwickelung der Angelegenheit entgegen, so hat der Vorschlag von Coolidge in Paris wie eine einschlagende Bombe gewirkt. Es fand sofort ein Ministerrat statt, in dem der Außenminister Briand sich auf den Standpunkt stellte, daß das Abrüstungsproblem überhaupt nur noch durch den Völkerbund diskutiert werden könnte, nachdem dieser einmal diese Sache in die Hand genommen habe. Es sollen bei den Beratungen nicht allzu sanfte Redewendungen über die Amerikaner gefallen sein, denen man mit Recht, wie schon so oft, wieder vorwarf, daß sie den Völkerbund aus der Taufe gehoben hätten, ihm aber nachher ferngeblieben wären, weil sie sich nicht binden wollten. Die Antwort an Präsident Coolidge wird bereits am 15. Februar ab« gehen und wird nicht gerade sehr freundlich ausfallen. Vor allem will Briand darauf hinweisen, daß bereits die Abrüstungsvorkonferenz ihre vorbereitenden Kommissionen einberufen hätte, die schon in den nächsten Wochen mit ihren Beratungen begännen. Man macht ebenso wie in Rom Coolidge den Vorwurf, daß seine Pläne hauptsächlich den angelsächsischen Interessen dienen sollten. Außerdem weist man ihn immer wieder darauf hin, daß die Ab- rüstung nur in ihren drei Bestandteilen, nämlich zur See, zu Land und in der Luft revidiert werden könnte und daß ferner dabei alle Faktoren berück- sichttgt werden müßten, die für die Rüstung eines Landes von Bedeutung sind. Besonders der französische Vertreter in Gènf, Senator Paul Boncour, hat mehreren Journalisten erklärt, daß er den amerikani- schez Standpunkt einer alleinigen Abrüstung aur
Meiteve Lvnvveniandunsen in Schanghai.
Schanghai, 14. Febr. Heute mittag sind weitere englische Truppen, darunter das 10. Durhäm-Regi- ment hier eingetroffen und mit klingendem Spiel nach ihren Quartieren marschiert. Während die weiße Bevölkerung die Truppen lebhaft begrüßte, hielt die chinesische Bevölkerung sich demonstrativ zurück. Weitere Truppen werden im Laufe der nächsten Tage erwartet. Nach Meldungen aus Hangtschau ist es an der Front zu mehreren kleineren Gefechten zwischen der Vorhut der Kantonarmee und Tsche- kiangtruppen gekommen.
Ruhland schickt Artillerie an die chinesische Grenze.
Kopenhagen, 14. Febr. Wie aus Moskau berichtet wird, hat der russische Artilleriegeneral Bod- jonny vom Kriegs- und Revolutionsrat Befehl erhalten, sich mit drei- Artilleriedivisionen an die chinesische Grenze in der Mandschurei zu begeben. Der General hat bereits Moskau verlassen.
Die Kämpfe in Ehlna.
Paris, 14. Febr. Nach einer Meldung der Agentur Indo Pacific soll General Puang-Duting, der Generalstabschef der Mukdenarmee, vorgestern in Peking eingetroffen sein. Seine Anwesenheit in Peking wird damit begründet, daß bedeutende Aenderungen in den Operationen im Honangebiet vorgenommen würden, da die Mukdentruppen Weisung erhalten hätten ,t>ie Wupeifu ungetreuen Truppen zu bekämpfen und daß dieser selbst nach Peking mar» schieren solle. In der Pekinger Gegend wird seit drei Tagen gekämpft. Die Lage der Nordtruppen in der Gegend von Tschekiana werde als kritisch angesehen.
Poris, 14. Febr. Wie die Agentur Indo Pacific aus Peking meldet «hat der Generalstabschef der Mukdenarmee, General Puang-Juting, erklärt, daß die Streitkräfte für die Aufrechterhaltung dès Friedens im Süden neu eingeteilt würden und zwar in sechs Armeekorps und daß den Truppen moderne Waffen gegeben würden. Nach feiner Ansicht bestehe nicht die Notwendigkeit, Schanghai zu neu« tralifieren, denn die Verbündeten hätten genügend Truppen für eine Eventualität. Wegen des zwischen den Roten Lanzenreitern und den Aufständischen im Honangebiet herrschenden Kleinkrieges habe Tschangtsolin seinen Truppen Weisung erteilt, unter keinem Vorwand Häuser von Bauern zu beziehen Haussuchungen abzuhalten oder Kontributionen einzutreiben.
Tschongsolln dementiert seine Ausstellung als Präsidentschaftskandidat.
Paris, 14. Febr. Wie die Agentur Indo Pacific aus Peking berichtet, dementiert Tschangtsolin kategorisch die Nachricht aus japanischer Quelle, der zufolge er seine Kandidatur für die Präsidentschaft aufstellen wolle.
See unter feinen Umständen billigen könnte, da sich eine Kommission des Völkerbundes auf Vorschlag Frankreichs bereits mit dem ganzen Abrüstungsproblem beschäftige. Nur dann, wenn die Arbeiten dieser Kommission zu keinem Erfolg führen würden, könnte der amerikanische Vorschlag berücksichtigt werden. Das sei aber nach allen Erfahrungen des letzten Jahres nicht der Fall. Denn die Arbeiten der Kommission seien auf bestem Wege und würden sicherlich der allgemeinen Abrüstungskonferenz, die in diesem oder im nächsten Jahre bereits einberufen werden soll, als Grundlage dienen.
Auch in Rom beurteilt man den Vorschlag Coolidges sehr skeptisch. Auch hier weisen die meisten Blätter darauf hin, daß der Vorschlag hauptsächlich im Interesse der angelsächsischen Völker gemacht wäre, dagegen nicht die Seegestaltung und die geographische Lade Italiens berücksichtige. Bei seiner langen Küstenentwicklung müsse Italien eine bedeutend stärkere Flotte besitzen als ihm bei der Konferenz in Washington zugesprochen wäre. Da diese ihre Beschlüsse nun aber einmal gefaßt habe, müsse man sich in Rom durch eine Verstärkung der Kreuzerflotte sowie der Torpedo- und Unterseeboote schadlos halten. Auf diesem Gebiete könne Italien unter keinen Umständen seine Rüstungen herabsetzen, im Gegenteil es müsse noch mehr rüsten wie bisher.
Der Vorschlag Coolidges ist gut gemeint, wird aber, wie die Verhältnisse heute liegen, nicht den geringsten Erfolg haben, denn weder Frankreich noch Italien noch auch Japan denken an Abrüstung und auch England und Amerika selbst sind eifersüchtig darauf bedacht, daß ihre Seestreitkräfte nicht allzu sehr geschwächt werden. Es ist also bei der Abrüstung der übrigen Mächte stets dasselbe Lied. Nur Deutschland hat seine Entwaffnung bis zum Aeußer-
Üey durchführen müssen^
Aava« und das amerikanische MemovandtttU.
Paris, 14. Febr. Die Agentur Indo Pacific meldet aus Tokio, daß ein außerordentlicher Ka- binettsrat sich gestern mit dem Vorschläge des Präsidenten Coolidge über die Seeabrüstung beschäftigt habe. Die japanischen Behörden seien der Ansicht, daß Japan an einer solchen Konferenz teilnehmen könne, seien aber dagegen, daß die Gesamtformel für die Abrüstung auf die Kreuzer Anwendung fänden. Gewisse Publizisten erklärten, Japan müsse vor Zusammentritt der Konferenz die Entwaffnung der Flottenstützpunkte von Hawai und Singapore ver- langen. Die Zeitungen heben hervor, daß der Erfolz der Konfernz von der Haltung Frankreichs und Italiens abhänge. Eine Verständigung zwischen Ja- pan, England und den Verinigten Staaten würd« nicht annehmbar sein.
Englands Slbneisuns.
Die „Morning-Post" veröffentlicht einen Leitaufsatz, der deutlich zeigt, daß die britische Admiralität Coolidges Vorschlag durchaus ablehnend gegenübersteht. Coolidge scheine die falsche Ansicht zu teilen, daß der Besitz einer starken bewaffneten Macht an sich einen Anreiz zum Kriege bilde, während England im Besitz einer mächtigen Flotte immer die beste, wenn nicht einzigste Garantie zur Erhaltung des Friedens gesehen habe.
Die «Daily Chronicle", die Coolidges Vorschlag mit großer Sympathie behandelte, hält heute doch ein Abkommen zwischen den drei Mächten unter Beteiligung Frankreichs für England unmöglich.
Dev dentschvolnische r^onsliki im Sviesel dev -vanzös. Nvesse.
Paris, 14. Febr. Die französische fresse wird von Warschau aus seit einigen Tagen mit einseitigen Nachrichten über die Unterbrechung der deutschpolnischen Handelsvertragsverhandlungen über, schwemmt.
Als Beweis dafür, wie selbst ein linksstehendes Blatt, das ehrlich und aufrichtig für die deutschfranzösische Verständigung kämpft, irregeführt wer- den kann, ist das „Oeuvre" anzusehen, das gestern mit den gleichen Argumenten wie die nationalistische polnische und französische Presse gegen Deutschland vorgeht, das die Ausweisung deutscher Untertanen als absolut berechtigt bezeichnet und das nicht einmal anerkennen will /daß Grundlage für jeden vernünftigen Handelsaustausch die Sicherung des Niederlassungsrechtes der Bürger eines Staates ist, mit dem man einen Handelsvertrag abzuschließen gedenkt.
Die deutsch-polnische Angelegenheit wird von einem Teil der Presse in absolut durchsichtiger Weife an Bedeutung über den amerikanischen Vorschlag be« treffend Einberufung einer Seeabrüstungskonferenz gestellt. Hinter dieser Pressekampagne steht offenbar die Absicht, neue Argumente gegen die Räumung der Rheinlande vorzubringen.
Der „Temps" kommt zu dem Schluß, die erste Handlung des neuen deutschen Kabinetts lasse klar die Tendenz erkennen, die Abänderung der deutschen Ostgrenze als erste Forderung aufzustellen.
Noch weiter geht die „Liberte", die nicht nur einen deutschen Versuch, Polen zu erdrosseln, feststellen zu können glaubt, sondern auch davon spricht, nach Polen solle die Tschechoslowakei in Frage kommen.
Der „Soir" schreibt: Hinter dem deutsch-polni- schen Konflikt steht ein politischer Konflikt. Der Abbruch der Handelsvertragsverhandlungen bedeutet eine weitere Verwicklung in den europäischen Beziehungen. Die Tatsache, daß in Warschau ein Kabinett mit militärischen Tendenzen im Amte ist und daß das neue deutsche Kabinett von der Rechten beherrscht wird, wird jedenfalls die Regelung bee Streitfalles nicht erleichtern.
Das deutsch-fvanrös. Handels vvovisovium vevlângevt.
Pari s, 14. Febr. Die Besprechungen des hiesigen deutschen Botschafters Dr. v. Hoesch mit dem französischen Außenminister Briand und Handelsminister Bokanowsky haben ergeben, daß die franz. Regierung heute mitleilte, daß sie mit der Verlänge- erfahren. heute mitleilte, daß sie mit der Verlängerung des Handelsprovisoriums auf der bisherigen Grundlage und zwar auf drei Monate einverstanden ist. Die Mitteilung der französischen Regierung ist noch heute telephonisch an die zuständigen deutschen Stellen weikergeleitet worden. Es steht nach unseren Informationen außer Zweifel, daß die deutsche Regierung diesem Ersuchen Frankreichs entsprechen wird.
Dvohendev Stveik in Saavsebiet
Paris, 14. Febr. Nachdem vor einigen Wochen der Saarländische Arbeitgeberverband die Tarifverträge gekündigt hatte, haben nunmehr heute die ein- zelnen Werke der Schwerindustrie und der weiter verarbeitenden Industrie auch die einzelnen Löhne zum 28- Februar gekündigt. Damit ist die Lohnftage im Saargebiet in ein akutes Stadium getreten. Unter den Arbeitnehmern besteht Neigung zum Streik,
DaS Ende dev Revolution in NovtusaS.
Paris, 14. Febr. Die Pariser Presse neröffenfe licht heute die ersten ausführlichen Sonderberichtch über die Revolution jg Portugal. Danach tw