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General-Anzeiger für«

§ Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben : Monat RM. 1.-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag 15, SamStag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 R-Pfg.^ im ReNameteil von 68 mm Breite 25 R-Pfg. / Osfertengebühr 50 R-Pfg.

Dom«rstas ve«

1922

10, FeVsmsv

EBB

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Lei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. / Für plahvorschrist u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet.,Geschäftsstelle: Hamm<rstr.9 / Fernspr. 3956,3957,3958

NaS neueste.

— Der deutsche Botschafter v. Hösch hatte gestern abend nach seiner Rückkehr aus Berlin eine Unterredung mit Außenminister Briand.

— Reichsminister Dr. Stresemann ist gestern in San Remo eingetroffen.

^ — Der Aeltestenrat des Reichstags hat gestern geschlossen, die kommunistische Interpellation über

)ie Angelgenheit des Reichsinnenministers

v.

: ikeudell auf die Tagesordnung der Freitagssitzung ! W setzen.

— Der Finanzausschuß der französischen Kam­mer hat sich für den Grundsatz einer Besteuerung der Produktion auf sämtliche Lebensmittel ausge- jprochen. Das Finanzministerium soll diese Frage ! prüfen.

— Gestern nachmittag hat die erste Fühlung- : 1 nähme zwischen der französischen und der spanischen - Delegation für die Tangerverhandlungen stattge­funden. Am Montag wird der französischen Dele­gation das spanische Memorandum überreicht werden.

— Die Nachrichten aus Portugal sind wider­sprechender Natur. Einerseits wird erklärt, ganz Portugal werde von den Aufständischen beherrscht, während anderseits gemeldet wird, daß die Regie- ! ij rungeparteien Herr der Lage seien.

Des nette Kutsch in Kvvtusal

Seit fast zwei Jahrzehnten ist Portugal nicht zur Ruhe gekommen. Dauernd tobt der Kampf zwischen den Konservativen und Demo­kraten und wirft seine Schatten auf das ge= | timte wirtschaftliche Leben des Landes. 3m» ttter mehr spitzt sich der Streit zwischen Marine und Landheer zu, immer mehr lausen die In­teressen des Nordens und des Südens ausein­ander. Es fehlt auch in Portugal die starke Hand, die die Gegensätze abschleifen und alle Kräfte des Landes zusammenfassen könnte, um dem ewigen Finanzelend ein Ende zu machen.

Wohl war es den republikanischen Ver­schwörern am 1. Februar 1908 gelungen, König Emanuel I. und seinen ältesten Sohn, den Kronprinzen Luiz, zu beseitigen, aber die ge­hoffte allgemeine Erhebung des Volkes trat nicht ein, das Königreich blieb zunächst be­stehen, wenn es auch schwer geschädigt und auf das Höchste gefährdet war. Der junge König Emanuel II. war weder nach seiner Veran­lagung noch nach seiner Erziehung die Persön- keit, die der Schwierigkeiten Herr werden konnte. Solange er unter dem Einfluß seiner tatkräftigen Mutter, der Königinwitwe Amalia stand, konnte er sich halten. Als sich in den ersten Oktobertagen 1910 die Republikaner von neuem erhoben und zum Losschlagen geschickt die Abwesenheit der Königin benutzt hatten, ergriff der junge König die Flucht und begab sich sofort nach England. Ein vorläufiges Direk­torium von vier Mitgliedern übernahm unter dem Vorsitz des Präsidenten Praga die Regie­rung, doch konnte es sich auf die Länge der Zeit nicht halten, da es ganz in englischem Solde stand und nur tat, was ihm von London aus befohlen wurde.

Nach heftigen Kämpfen wurde dann im August 1911 d'Arriaga Präsident des Direk­toriums, der sich durch die Aufdeckung der großen Unterschlagungen der Konservativen große Verdienste erworben hatte. Das Direk­torium hielt sich über 5 Jahre, menn es auch mehr als einen Müiiärau'stand in jedem Jahre nroderzuwer'en hatte. Da es nad, wie vor völlig unter englischem Einfluß stand, kennte es nicht Wunder nehmen. daß Portugal im Fruhjabr 1916 auf die Sr'^e der Entente tral President d Arriaga, der sein Land vor einem Krieg be­wahren wollte, legte sein Amt nieder, sein Nachfolger wurde General Pimente de Castro, der ebenso ehrgeizig wie rücksichts­

los war. Er ließ sofort nach seiner Wahl 36 deutsche Schiffe in portugiesischen Häfen be­schlagnahmen und nahm auf die Vorstellungen Deutschlands hin eine geradezu herausfor­dernde Haltung an. Darauf erklärte Deutsch­land den Krieg an Portugal, das von seinen 8 Divisionen zwei mobil machte und unter Be­fehl des Generals Homez da Costa an die fran- zösch-englische Front schickte. Die Portugiesen haben sich jedoch sehr wenig bewährt, ebenso­wenig haben sie in Südwestafrika und in Ost- afrika Ruhm geerntet.

Nach dem Weltkriege begannen in Pc gal die Militäraufstände von neuem.

der Hauptstadt des Landes Lissabon war es

ortu-

eben

vor allem die zweitgrößte Stadt Oporto, in der diese Revolten immer wieder auftraten. Heer

Die Äbinspotttik der englischen Negierung.

Gitte Rede Lloyd Georges.

London, 9. Febr. Die Debatte über die Adresse zur Beantwortung der Thronrede wurde heute im Unterhaus fortgesetzt. Lloyd George gab seiner großen Befriedigung über die gestrigen Er­klärungen Baldwins zur chinesischen Frage Ausdruck. Er sagte, dies bedeute, daß England in den chinesischen Streitigkeiten wirklich strikt neutral sein werde.

Chamberlains Verhallen gereiche nicht nur ihm selbst, sondern auch England zur Ehre.

Chamberlain habe ehrlich und aufrichtig versucht, eine friedliche Regelung der britischen Probleme mit China zustande zu bringen. Er habe vollkommen klargestellt, daß er nicht auf irgendwelchen unhalt­baren Vorrechten bestehen werde. Wenn die Zeit, die Chamberlain dazu verwandt habe, die Mitwir­kung anderer Mächte herbeizuführen, vergeudet sei, so sei es nicht Chamberlains Schuld. Die augenblick­liche Lage sei auf die Tatsache zurückzuführen, daß die Beschlüsse der Washingtoner Konferenz nicht ver­wirklicht worden seien. Wenn irgendeine wirkliche

Ge f a h'r in Schanghai bestehe, so sei die ' andeln. Sie

Regierung gezwungen zu h« habe die Verantwortung für eine R«

äumung nicht

übernehmen können, ohne der britischen Stellung im Osten einen ernsten Schlag zuzufügen. Nach den Geschehnissen in Hankau sei es unmöglich, die bri­tische Bevölkerung in Schanghai abzutransportiren.

Lloyd George gab der Hoffnung Ausdruck, daß es möglich sein werde, eine Truppenlandung in Schanghai zu vermeiden. Er erklärte, Japan könne gut sagen, daß es noch keine Truppen ent­sende, da seine Entfernung von China verhältnis­mäßig gering ist. Desgleichen höre er^ daß Amerika seine Truppen nicht sehr weit von Schanghai ent­fernt halte. Trotzdem habe er einige Besorgnis. Er lenkte besonders die Aufmerksamkeit auf die Be­hauptung des Pariser „Temps", wonach das ge­samte Konsularkorps in Schanghai die Entsendung von Truppen mißbilligt habe. Er fragte, ob dies der Fall fei und ob O'Malley und Lampson um die Landung ersucht hätten. Ueber den angeblich bol ° schewistischen Einfluß in China sprech erklärte Lloyd George, China sei nicht bolschewis

„ China sprechend, oyd George, China sei nicht bolschewistisch. Die chinesische Bewegung sei im wesentlichen n a - t i o n a l i st i s ch. Rationalismus und Bolschewis­mus paßten nicht gut zusammen, wie dies die Bol­schewisten entdecken würden, sobald der russische Na­tionalismus beginnen würde aufzuwachen.

Er wies auf den großen Unterschied hin, der zwi­schen dem bolschewistischen Rußland vor 5 Jahren

und dem Rußland von heute bestehe und sagte, er gebe die Hoffnung nicht auf, daß das bolschewistische Rußland, das sich allmählich in an­deren Richtungen entwickele, wie es dies auch in Be­zug auf die Wirtschaftspolitik getan habe, und Groß­britannien dahin kommen würden, sich die Hand zu reichen. Zum Schluß betonte Lloyd George seine Unterstützung der friedlichen Politik Chamberlains und gab der bestimmten Zuversicht Ausdruck, daß Chamberlain seinen Kollegen nicht gestatten werde, den Triumph dieser Politik zu verhindern.

EhttvchM als Gvverhev der Regierung.

London, 9. Febr. Churchill, der in der heutigen Unterhausdebatte für die Regierung antwortete, er­klärte zur Lage in China unter Hinweis auf die Politik der Regierung, die Regierung wiße, daß sie auf ein sehr großes Maß von Unterstützung über die Grenzen ihrer eigenen Partei hinaus rechnen könne, solange ihre Politik beschränkt sei auf den Schutz des britischen Lebens, und nicht von irgend­welchen anderen Gründen bestimmt werde. Die Be­wegung der Truppen werde in Uebereinstimmung mit dem Rat der britischen Vertreter an Ort und Stelle erfolgen. Es sei ihnen jedoch gesagt worden, daß ihre Verantwortlichkeit beschränkt ist auf den

und Flotte standen sich schon seit längerer Zeit rung so an die Unruhen gewöhnt, daß sie das feindlich gegenüber, vor allem war der gegen- Losschlagen der Aufrührer oft gar nicht merkte

fettige Haß der Offizierkorps sehr groß. Im Sommer 1919 gewannen plötzlich dank den

im Geheimen betriebenen Vorbereitungen die Konservativen die Oberhand; in Lissabon wie in Oporto wurde König Emanuel II. wieder zum König ausgerufen, doch gelang es den Demokraten, die Bewegung schnell niederzu­werfen, sodaß der Putsch beendet war, ehe der aus England herbeigeeilte König landen konnte.

Im folgenden Jahre versuchten einige Kom­munisten, die reichlich von Moskau aus mit Geld unterstützt waren, die Räterepublik ein­zurichten, doch gelang es der Regierung, bald die Ruhe wiederherzustellen. Fast in jedem Vierteljahre war während der nächsten Jahre ein Militärputsch an der Tagesordnung, in Lissabon und in Oporto hatte sich die Bevölke-

Schutz britischen Lebens und daß sie mit Truppen für diesen Zweck versorgt werden, aber nicht für einen Zweck irgendwelcher anderen Art.

Die Lage in China sei unsicher

und die Regierung könne kein Urteil darüber ab» geben, was in den Kämpfen geschehen werde, Die im Gange sind, Und die sich wahrscheinlich zwischen den Kantontruppen und den Streitkräften des Ge­nerals Sun entwickeln werden. Niemand könne im voraus sagen, was in Schanghai geschehen werde. Das Urteil über die tatsächliche Gefahr für britisches Leben in Schanghai müsse den britischen Vertretern an Ort und Stelle überlassen werden. Man duxfe nicht versuchen, von England aus die tatsächliche Lage in Schanghai zu beurteilen. Wenn keine un­mittelbare Gefahr für Schanghai bestehe, so würde die Regierung durchaus bereit sein, die Truppen in Hongkong zu lassen.

Churchill sagte weiter, Großbritannien werde nur nach seinen eigenen Angelegenheiten in Schang­hai sehen. Gegenüber all den verschiedenen in China streitenden Kräften sei die britische Politik, Versöh­nung anzubieten und zu versuchen, Gerechtigkeit und angemessene Berücksichtigung für die britischen Un­tertanen zu erhalten, aber nicht irgendwelche vorge­faßten oder europ. Meinungen mitwirken zu lassen. Die Frage müsse von den Chinesen allein geregelt werden. Am Schlüsse seiner Ausführungen befaßte sich Curchill mit der

Stellungnahme Großbritanniens gegenüber

Rußland und dem Bolschewismus.

Er sagte, die gesamte Lage sei in der letzten Unter» Haustaguna von Staatssekretär des Äußeren bar» gelegt worden, der damals nachgewiesen habe, daß die Regierung sich keiner Illusion darüber hingege­ben habe, was vorgehe, und das es nicht an Pro­vokationen mangele. Aber er habe die Gründe er­klärt, weshalb Die Regierung bisher der Ansicht war, daß die diplomatischen Beziehungen zu Ruß­land ausrecht erhalten werden sollen. Churchill sagte, die britische Regierung habe ihre Stellung­nahme nicht geändert, obr'"^ Prüfung auf Grund der äu_

fälle erfordere. Wenn Lloyd George die Politiker verurteile, die sich mit den roten Kriegen und der

gleich diese Frage eine lßerst häufigen Zwischen-

roten Drohung befaßten, so wolle er ihn daran erinnern, wie der liberalen Regierung 1914 vorge­worfen wurde, daß sie das Land nicht ins Ver­

Churchill erklärte unter

trauen gezogen

lautem Beifall auf der Regierungsseite, die Regie­rung sei der Ansicht, daß sie das Ziel einer heim­tückischen feindlichen Propaganda in einem großen Teile der Welt sei und sei entschlossen, wenn dies

sortdauere oder zu irgend einer Zeit zum Ausbruch komme (come to a head), dieser durch eine öfsenl- liche Meinung zu begegnen, die wisse, »was vorge­gangen ist", bereit zur Aktion und bereit sei, der Gefahr zu begegnen, wenn sie kommt.

Meilers ettgliMe Truvtzen- transvovie nach GEaughai.

Hongkong, 9. Febr. Das zweite Bataillon der Durhan-Light-Jnfanterie ist heute an Bord des Transportschiffes „Taklima" nach Schanghai abge­fahren. Das Bataillon ist hier vor zwei Tagen aus Kalkutta eingetroffen; ebenso ist das zweite Batail­lon des Gloucestershire Regiments an Bord des Transportschiffes „Vasna" nach Schanghai abge­gangen.

Savan und die Stantottvesieruns

Tokio, 9. Febr. Reuter. Der Chef des Vertrags­büros des japanischen Auswärtigen Amtes, Saburi, der nach längeren Untersuchungen über die chinesische Lage soeben nach Tokio zurückgekehrt ist, hat der Presse erklärt, daß er der Ansicht ist, daß der Ein­fluß der Kantonregierung in ganz China etabliert werden wird und daß infolgedessen Japan und die übrigen Mächte es sich nicht länger leisten könnten, die Lage unberücksichtigt zu lassen.

und erst nach Niederwerfen des Putsches er­fuhr, um was es sich handelte. Einen größeren Umfang nahm der Putsch vom 28. Mai 1926 an, der seit den ersten Monaten des Jahres im Norden durch den General da Costa, im Süden von General Carmona vorbereitet war, mäb- rent) in der Hauptstadt der Oberbefehlshaber der Marine Cabecadas die Bewegungen leitete Der Präsident Machada trat in den ersten Ta' gen des Ium zurück und übertrug seine Ge- schafte dem Führer der Flotte. Damit waren ledoch da Costa und Carmona sowie ihre An­hänger nicht zufrieden, sie verlangten, daß dem Landheere entsprechend seiner Stärke ein größ^ Ier Einfluß eingeraumt würde. General da Costa gab dem Drängen seiner Offiziere nach und marschierte nach Lissabon, blieb aber, um Blutvergießen zu vermeiden, mit seinen

Truppen außerhalb der Stadtumwallung liegen und begann mit dem Ministerpräsidenten Verhandlungen. Diese hatten den Erfolg, daß die drei Offiziere unter dem Präsidenten Cabe- cadas ein Triumvirat bildeten, das in den letz­ten Jahren schon so oft die Lösung der gefähr­deten Lage bedeutet hatte.

Von langer Dauer konnte diese Regierung jedoch nicht fein, umso weniger, da die Demo­kraten Cabecadas vorwarfen, im Herzen An­hänger der konservativen Partei zu sein. Da­her kam es in den nächsten Monaten häufiger zu kleineren Militärputschen, die jedoch bald niedergeschlagen wurden.

Nun ist in Portugal ein neuer Militärputsch ausgebrochen. Ueber die näheren Ziele und über den Verlauf der Revolution kann man sich nur schwer ein klares Bild machen. Die Führer der revolutionären Truppen geben die republikanische Parole aus. Sie wollen angeb« lich die Freiheit der Republik wiederherstellen. Die Aufruhrbewegung scheint auf Grund dieser Parole auch in Lissabon ein gewisses Echo ge­funden zu haben. Man hat dort den General­streik erklärt und es wird berichtet, daß revo­lutionäre Matrosen durch die Straßen der Stadt ziehen und ebenfalls für die Republik demonstrieren. Die aufständischen Truppen stehen unter dem Befehl des Generals Diaz und des Obersten Almeida.

Wie der Ausgang der Kämpfe auch fein mag — irgend ein Wechsel des politischen Re­gimes wird man davon nicht erwarten können. Wie in den bisherigen Fällen sucht aus dies­mal ein portugiesischer General einem ande­ren die Herrschaft streitig zu machen und sich an seine Stelle zu setzen. Gelingt die Revolte, so wird General Diaz wahrscheinlich eine ebenso rücksichtslose Diktatur ausüben, wie es General Carmona bisher getan hat. Es wird also in Portugal alles beim Alten bleiben, auch wenn General Carmona, wie vorausgesagt wird, schließlich der militärischen Revolte zum Opfer fallen sollte.

Ganz Novtttgal in den LSSude« der MMif^ett?

London, 10. Febr. Daily Mail meldet aus San Sebastian. Primo de Rivera teilte Pressevertretern mit, die letzten Rachrichten aus Portugal lauteten schlecht. Die Bewegung der Aufständischen breite sich aus. Ganz Portugal sei in den Händen der Anf- skändischen.

Paris, 10. Febr. Aus Bajadoz wird gemeldet, daß trotz der widersprechenden Nachrichten fest stehe, daß Lissabon von den Aufständischen beschossen werde. Die in Porto befindlichen Regierungstruppen marschierten auf Lissabon. Die Besatzung der in Lissabon liegenden Schiffe hat sich geweigert die Aufständischen zu bekämpfen. Nach weiteren Mel­dungen sind die Zahl der bei den Kämpfen um Porto ums Leben gekommenen mit 100 angegeben Verletzte gab es 300.

Der VvSfident der Revttblik se-attgen?

In Lissabon spielten sich seit 40 Stunden er­bitterte Kämpfe ab, über deren Ausgang noch keine bestimmten Nachrichten vorliegen. Rach einer in letzter Stunde eingetroffenen aber noch nicht be­stätigten Nachricht soll der Präsident der portugie­sischen Republik gefangen genommen worden sein.

*

Mit obiger Meldung steht nachstehende Meldung der portugiesischen Gesandtschaft in Paris im Widerspruch.

Paris, 9. Febr. Die portugiesische Gesandtschaft in Paris veröffentlicht durch die Havasagentur eine amtliche Depesche, die sie heute vormittag aus Lissa­bon erhalten erhalten hat. Danach seien die Regie­rungstruppen vorgestern mit dem Kriegsminister an der Spitze in Oporto eingezogen und hätten die revolutionäre Bewegung niedergeschlagen. Das ganze Revolutionskomitee sei festgenommen wo'-- den. In Lissabon hätten sich einige Soldaten und drei Kompagnien der Republikanischen Garde sowie einige Zivilisten im Marinearsenal verschanzt. Sie würden von den Regierungstruppen angegriffen. Im übrigen herrsche vollkommen^ Ruhe im Lande

Warum Dr WirN, mit „Uefa" stimmt»

In dem am Freilag erscheinenden heft der Zeit schrist „Deutsche Republik" schreibt Dr. Wirth über seine Haltung bei der Abstimmung über das Ver­trauensvotum:

Das „Nein" war wohl erwogen und wohl be­dacht. Ich stehe zu diesem „Nein". So wie mein „Nein" als Wort lautete, so stehe ich auch innerlich zu dieser Regierung. Ich stehe ihr nicht nur ab­lehnend und fremd gegenüber, sondern ich begegne ihr mit Mißtrauen west es für mich als Republi­kaner unmöglich ist, dieser Regierung mein Der- trauen zu geben. Wan präsentiert uns Wanner, die für die Republik eine Provokation sind. iflil „Wenn" und „Aber", mit „Vorbehalten", mit Die-