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und Land
Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Lei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung ober Nachlieferung oder aus Rückzahlung des Bezugspreises. / Für Platz Vorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet.^Geschäftsstelle: Hammerstr. S / Fernspr. 3956, 3957,3958
4. Kedmrav 1628
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Das Regierungsveogramm.
Schutz und Sichtung dev Vevsassung. - GutvolttMevuug dev W-shomachL. - StettsKott der SluSeuvovtS. - «So, late md wivtschafitiche Süvsovgematzuabme«. - Gèedlungs- und NovStSevunssvoUttS. - Gkus rtechtSauuKbemms dev ^ultuvstaateu. - MttztvaueuSautvSse dev âommunists«, SortaidemoSvateu und Demokraten.
Berlin, 3. Febr. Das Programm, mit dem der Reichskanzler Dr. Marx als der Führer eines bür» erlichen Mehrheitskabinetts vor den Reichtstag trat, >ar in seinen wichtigsten Teilen im Voraus be» innt. Deshalb fehlte der heutigen Reichstagssitzung mes Moment der Spannung, das bei der Erwar- mg parlamentarischer Ueberraschungen verstanden u ,ein pflegt. Die Tribünen waren überfüllt, das laus wies große Lücken auf. Präsident Löbe er« ffnete die Sitzung um 2 Uhr. Reichskanzler Dr. liarx und Vizekanzler Hergt, sowie die anderen Mitglieder des Kabinetts erschienen im Saal und ahmen am Reqierungstische Platz. Der Präsident erlas die amtliche Ministerliste. Bei den Namen der eutschnationalen Minister machen die Kommunisten öhnische Zurufe. Bor Eintritt in die Tagesordnung -erlangt der Abg. Rädel (Komm.) die Behandlung er kommunistischen Interpellation über Wohnungs- lot und den Achtstundentag. Abg. T o r g l e r (Kom.) orderte die Behandlung der Konkordatsfrage. Eine Verbindung dieser Fragen mit der Regierungser- lärung war unzulässig. Das Haus trat dann in die Tagesordnung ein: Entgegennahme de r Regierungserklärung.
AeMSkÄNZtss Dv« Wat titelt sofort das Wort zu feiner Erklärung. Sie nutete:
Meine Damen und Herren! Die Reichsregierung, Me am heutigen Tage vor die deutsche Volksvertretung tritt, ist sich einig, daß die Grundlage unserer Politik, die
Anerkennung der Rechlsgültigkeit der in der Verfassung von Weimar gegründeten repu« blikanischen Staatsform,
auch für die Arbeit der neuen Regierung volle Geltung behalten soll. Sie wird entsprechend der feierlichen Erklärung des Herrn Reichspräsidenten in dem an mich gerichteten Brief vom 20. Januar, daß die neue Reichsregierung getreu der geltenden Weimarer Verfassung für das Wohl des Vaterlandes arbeiten solle, ihr gesamtes politisches Handeln einstellen. — Dank dem gesunden Sinn für Ordnung und dem ungebrochenen Lebenswillen des deutschen Volkes kann unser wiederaufgerich- totes deutsches Staatswesen heute als innerlich gefestigt angesehen werden. So soll es auch bleiben.
Es ist der feste Wille der Reichsregierung, für den Schutz, die Achtung und die Ehre unserer geltenden Verfassung in ihrer Gesamtheit. ihrer Organe und ihrer Reichsfarben. wie sie in Artikel • der Reichsver- fassung festgelegt sind, mit Tatkraft einzu- treten. Die Reichsverfassung ist durch Be- . schluß der Nationalversammlung rechtmäßig zustande gekommen. Es ist daher auch die selbstverständliche Auffassung aller in der gegenwärtigen Regierung zusammengeschlossenen Fraktionen dieses hohen Hauses, daß Abänderungen von Einzelheiten der bestehenden Verfassung auf dem verfassungsmäßig vorgeschriebenen Wege vorgenommen werden müssen. Jeden versuch gewaltsamer oder sonst ungesetzlicher Abänderung wird die Reichsregierung als Hochverrat ahnden. Insbesondere wird sie auch gegen alle verelni- Sngen, die den rechtswidrigen und gewalt- nen Umsturz der bestehenden Staatsform bezwecken, vorgehen.
Wie sie von allen Deutschen Achtung der Reichsoerfassung verlangt, so gilt diese Treupflicht — selbstverständlich unter Wahrung des verfassungsmäßig gewährleisteten Rechtes auf freie Meinungsäußerung — vor allem für Beamte. Diesen ist die Beteiligung an den vorgenannten Vereinen und Bestrebungen zu verbieten.
Der tatkräftige Schutz der Weimarer Verfassung schließt keineswegs aus, der großen Vergangeuheit Deutschlands mit Achtung zu gedenken.
Noch vor wenigen Wochen hat in diesem Hohen Hause und an dieser Stelle einer der Herren Abgeordneten mit Recht darauf hingewiesen, daß ein Volk, das feine Geschichte nicht ehrt, nicht wert ist, daß es noch einmal zu einer geschichtlichen Bedeutung kommt. Deshalb soll nach der einmütigen Auffassung der Reichsregierung auch der Vergangenheit und ihren Symbolen Achtung und Ehre gezollt werden. Wenn uns in diesem Zusammenhang ein weiterer Blick in die Vergangenheit gestattet sei, so sehen wir, daß unsere ganze heute bestehende Kultur auf christlicher Grundlage er- wachsen ist. Aus diesem Mutterboden heraus muß sich der Geist des deutschen Volkstums immer wieder erneuern.
Solche Gedankengäna« »erben ihre Auswir
kung finden bei dem von dec Reichsregierung in Aussicht genommenen
Reichsschulgeseh.
Die Grundlage dieses Gesetzes ist die Reichsverfassung; nach deren Wortlaut und Sinn müssen auch die Freiheit des Gewissens und die Rechte der Eltern gewahrt und die Erteilung des Religionsunterrichtes in Uebereinstimmung mit den Grund- sätzen der betreffenden Religionsgesellschaft, unbeschadet des Aussichtsrechtes des Staates, gesichert werden. Auch ist für eine grundsätzliche Gleichstellung der in Artikel 146 der Reichsverfassung vorgesehenen Schularten zu sorgen. Der tatkräftige Schutz und die gewissenhafte Beobachtung der Vor- schriften der Reichsverfassung, insbesondere die Uebertragung ihrer Grundsätze in das praktische Leben, liegt in besonderem Maß in den Händen der Beamtenschaft. Die Reichsregierung vertraut aus ihre altbewährte und treue und unentbehrliche Mit- Hilfe. Die Reichsregierung ist sich der schwierigen Lage sehr weiter Schichten der Beamten durchaus bewußt. Ihre Rechte und Interessen und auch ihr materielles Wohl nach Kräften zu fördern, betrachtet ^ deshalb als eine selbstverständliche vornehme
Was die
srnaurlase des HeidbeS
angeht, so ist es im vergangenen Jahre das Ziel der Reichsregierung gewesen, die Arbeit der Wirtschaft am Wiederaufbau Deutschlands zu fördern, yhne daß die Grundsätze einer gesunden Finanzgebarung zurückgestellt zu werden brauchen. Auch in Zukunft wird es das Bestreben der Reichsregierung bleiben, die Interessen des ermerostätigen Volkes in allen feinen Schichten mit denen der öffentlichen Wirtschaft in Einklang zu halten. Freilich bedarf es dazu äußerster Sorgfalt, um nicht gegenüber den vorhandenen Einnahmemöglichkeiten in Schwierigkeiten zu kommen. Der Herr Reichs- minister der Finanzen wird Gelegenheit nehmen, bei der ersten Lesung des Haushaltsplanes 1927 auf die hiermit in Zusammenhang stehenden Probleme näher einzugehen.
In dem Rahmen der allgemeinen Finanzlage wird auch
das Problem des Finanzausgleiches einzufügen sein, das eine innerpolitische Frage von hervorragender Bedeutung darstellt. Dem Hohen Hause liegt der Entwurf eines Gesetzes über einen provisorischen Finanzausgleich vor, dessen baldige Verabschiedung dringend erwünscht erscheint. Darüber hinaus wird es das Ziel der Reichsregierung sein müssen, eine Uebereinstimmung mit den Ländern über die Gesamtheit des Finanzausgleichproblems möglichst bald herbeizuführen. Die Reichsregierung hat dabei volles Verständnis für die Wünsche der Länder und ihrer Gemeinden auf ein gesundes Eigenleben, wie sie andererseits auf das Verständnis der Länder für die finanziellen Notwendigkeiten des Reiches rechnet. Gerade durch feine Glieder steht ja das Reich nach feiner Auffassung in organischer Verbindung mit dem Volksganzen und seinen lebendigen Kräften. Es ist dadurch eine Selbstverständlichkeit, daß es niemals Aufgabe der Reichs- regierung sein kann, auf den Umwegen über die finanziellen Beziehungen des Reiches zu den Ländern diesen die Selbständigkeit, die ihnen durch die Reichsoeilafsung gewährleistet ist, zu unterhöhlen. Der
Wehrmacht
wird die Reichsregierung ihre besondere Aufmerksamkeit und Fürsorge widmen. Sie wird mit größtem Nachdruck bemüht sein, das Vertrauen des deutschen Volkes zu seiner Wehrmacht in allen Schichten und in allen Parteien zu festigen. Das Heer muß dem politischen Kampf ein für allemal entzogen werden.
Das von mir an dieser Stelle am 16. Dezember 1926 entwickelte Programm einer endgültigen Lösung der Reichswehr von aller Politik wird ohne Einschränkung zur Ausführung gebracht. Ich wiederhole im einzelnen, daß Sorge getragen werden wird, die Unterbindung jeglicher Beziehung von politischen oder politisierenden verbänden, zu denen die sogenannten wehrverbände aller Richtungen und Formen in erster Linie gehören, zur Wehrmacht auf die Dauer sicherzustellen. Die Verordnung des Herrn Reichspräsidenten vom 31. Dezember 1926 über un- gesetzliche Einstellungen wird strengstens durchge- führt werden.
Es werden ferner der Oeffentlichkeit in nächster Zeit ernnni-'nb? Ana^dnnnaen bekanntaegeben werden, nach denen beim Rekrutierungsverfahren die Be : luaiichiig. --o -auei vecsaßungülreuen tioirstrei|e |o» (wie unter Milwirkuna der Verwaltungsbehörden
der Länder durch tatsächliche Auskünfte der ausnahmslose Ausschluß aller verfassungsfeindlichen Elemente bei der Einstellung von Soldaten gewährleistet sind.
Daß ich bei der Verkündung und Verwirklichung dieses Programms
' in vollster Uebereinstimmung mit dem Reichswehrminister und den Herren Lhess des Heeres und der Marineleitung zusammenarbeite, stelle ich mit allem Nachdruck fest. Ich richte andererseits an alle Parteien, denen die Gesundung unseres staatlichen Lebens am Herzen liegt, und an die gesamte deutsche Oeffentlichkeit die Aufforderung, auch ihrerseits unserer Wehrmacht das Vertrauen entgegenzubringen, das sie sich durch ihre selbstlose Aufbauarbeit unter den schwersten Be- dingungen verdient hat und weiter verdienen soll. Es wird und es muß durch solch wechselseitiges Verständnis gelingen, die Wehrfragen, die noch in der letzten Vergangenheit so tiefgehende und schädliche Gegensätze in unserem Volke aufgerissen haben, als Streitpunkt in naher Zeit vom politischen Kampfplatz verschwinden zu lassen. Auf keinem Gebiet ist die Stetigkeit in den Zielen der Reichsregierung in höherem Grade die Voraussetzung fruchtbringender Arbeit, als auf dem Gebiete der Außenpolitik.
Das suBsnNsSMML WvossaMm.
Diese Stetigkeit ist die Grundlage des internationalen Vertrauens. Deutschland würde die Schwierigkeit seiner Lage ins Unabsehbare vergrößern, wenn seine Politik gegenüber den anderen Staaten durch den Wechsel innerer Konstellationen in ihrer organischen Fortentwicklung beeinträchtigt würde.
So versteht es sich von selbst, daß die Reichsregierung die bisherige Außenpolitik im Sinne der gegenseitigen Verständigung weiter verfolgen wird.
Diese Linie ist klar und eindeutig ersichtlich aus den mit Zustimmung der verfassungsmäßigen Instanzen getroffenen Entscheidungen der letzten Jahre. Die Außenpolitik, welche die Reichsregierung seit Kriegsende ohne Unterlaß unbeirrt verfolgt und die schließlich zu dem Londoner Dawes-Abkommen, zum Vertragswert von Locarno und zum Eintritt in den Völkerbund geführt hat, ist gekennzeichnet durch den Verzicht auf den Gedanken der Revanche. Ihre Tendenz ist vielmehr die Herbeiführung einer gegenseitigen Verständigung. Wie auch immer die Hoffnung einzelner Parteien in der Vergangenheit gewesen sein mag, für die Zukunft können die durch jene Akte begonnene Entwicklung und die dadurch geschaffenen Grundlagen allein maßgebend sein. Im Sinne dieser Entwicklung muß die Außenpolitik weitergeführt werden. Es bedarf dabei nicht des Hinweises darauf, daß in der Person des Reichskanzlers der nach der Verfassung die Richtlinien der Politik zu bestimmen hat, und in der Person des Außenministers. dem die Durchführung der Außenpolitik obliegt, kein Wechsel eingetreten ist.
Reichskanzler und Außenminister würden dem an sie ergangenen Rufe zur Uebernahme ihrer Aemter nicht entsprochen haben, wenn sie nicht durch die geführten Verhandlungen über die Regierungsbildung die feste Gewähr dafür besähen, daß die bisherige Außenpolitik im Sinne der gegenseitigen Verständigung von allen Mitgliedern des Kabinetts einmütig gebilligt wird, und daß hinter dieser einmütigen Billigung diejenigen Fraktionen stehen, welche die Regierung unterstützen.
In diesem Sinne sind alle Mitglieder des Kabinetts einmütig in dem Entschluß, auf der eingeschlagenen Bahn voranzuschreiten, um durch eine Politik des Rechts und des Friedens und durch den ehrlichen Willen zur Verständigung und zur Zusammenarbeit mit den anderen Nationen für den politischen und wirtschaftlichen Aufbau Deutschlands und darüber hinaus Europas zu wirken.
Auf dem Wege dieser Politik liegen hinter uns die Befreiung des Ruhr- und Sanktionsgebietes, die Räumung der nördlichen Rheinlandzone und die Beendigung der Tätigkeit der fremden Militärkontrollkommission in Deutschland sowie die noch in den letzten Tagen erzielte Ectedigung der beiden letzten Restpunkte der Entwaifnungssrage, näimich der Frage des Kriegsmaterials und der Düfracen. Auf dem gleichen Wege aber liegen vor uns noch immer schwere Aufgaben, an deren Lösung wir alle unsere Kräfte zu setzen haben. Unser Anrecht auf moralische und politische Gleichberechtigung unter allen Völkern kann nicht in Zweifel gezogen werden. Diese Politik auch LuiueMi) durchziehen, ist Aufgabe unserer polnische i Arbeit. An erster Stelle steht dabei die Aufgabe,
die freie Ausübung der Saunet an* tät über das deutsche Staatsgebiet wieder herzustellen. I
Solange die zweite und Dritte Rheinlandzene noch von fremden Truppen besetzt bleiben, sind die jetzt dort bestehenden Zustände vor allem auch eine dauernde Gefahrenquelle für die günstige Entwicklung zu unieren Nachbarländern im Westen und lassen sich mit dem auf der Gleichberechtigung beruhenden Vertragswerk von Locarno nicht vereinigen. Die Rerchsreaierung muß erwarten, daß sich auch bei der Lösung dieser Aufgabe die Politik der gegenseitigen Verständigung bewähren wird.
Ich kann davon absehen, alle die übrigen Aufgaben unserer Außenpolitik im einzelnen anzuführen, da auch an chrrr Lösung im gleichen Sinne wie bisher weitergearbeitet werden wird.
Die bevorstehenden Verhandlungen über den Haushalt des Auswärtigen Amtes werden dem Herrn Außenminister Gelegenheit geben, sich über alle hierher gehörenden Einzsisragen zu äußern. Wenn ich den Kreis der Fragen, der durch den Begriff der Locarno- und Völkerbundspolitik umschrieben wird, besonders betont habe, so bedeutet das keine Herabminderung unseres Interesses an der Pflege unserer sonstigen internationalen Beziehungen zu den großen außerhalb des Völkerbundes stehenden Staaten, usbelendere zu den uns benachbarten U. S. S. R. und zu dem grcßen Volke der Vereinigten Staaten von Amerika.
Das sozial- und wkstschaftS- vottMche Nvogvamm.
Wenn wir uns nunmehr der inneren Lage Deutschlands in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht zuwenden, so stehen wir vor der Tatsache, daß der Weltkrieg mit allen seinen schlimmen Folgen eine tiefgreifende soziale Umschichtung in unserem Dolle geschaffen hat. Die Zahl der Unselbständigen und Besitzlosen hat sich vermehrt, und die Notwendigkeit, auf den inneren Zusammenhalt in unserem Volke bedacht zu sein, besonders fühlbar gemacht. Alle wirtschafts- und sozialpolitischen Maßnahmen der Reichsregierung müssen von dem Streben zeugen, nach aller Möglichkeit, die ungeheure Zahl der Arbeitslosen zu verringern und die Lage dieser Unglücklichen zu verbessern. Wie schon der Herr Reichspräsident in seinem an mich gerichteten Brief vom 20. vorigen Monats ausgeführt hat, wird es die neue Reichsregierung als ihre besondere Pflicht ansehen, die berechtigten Interessen der breiten Arbeitermassen zu wahren.
Die
Arbellslosigkest
in ihrem gegenwärtigen Ausmaß kann durch staatliche Mittel allein nicht beseitigt werden, Doch kann eine geeignete, möglichst wertschaffende Sozialpolitik dazu beitragen, die Not zu lindern. In dieser Erkenntnis wird die Regierung nach wie vor auf dem Gebiet der produktiven Erwerbslosenfürsorge wertschaffende Arbeiten fördern. Sie wird die Umsiedlung von Arbeitslosen in Gebiete ermöglichen, die ein besseres Fortkommen gewährleisten. Das im vergangenen Sommer aufgestellte Arbeitsbeschaffungsprogramm wird zielbewußt zu Ende geführt werden; doch betrachtet die Regierung damit ihre Tätigkeit auf diesem Gebiet nicht für abgeschlossen, vielmehr wird sie auch weiterhin bemüht sein, durch öffentliche Aufträge, namentlich der Reichspoft und der Reichsbahn, die Arbeitsmöglichkeiten zu vermehren, den inneren Markt zu stärken und zur Gesundung unserer Wirtschaft das Ihrige beizutragen. Eine wirksame Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist ohne eine wohlorganisierte und tatkräftige Arbeitsvermittlung nicht denkbar. Insbesondere wird darauf hinzuwirken sein, daß die Leistungsfähigkeit der Arbeitsnachweise gestärkt und ihr Wirkungsgrad erhöht werden. Hoher Wert wird auch in Zukunft — namentlich im bevorstehenden Frühjahr — aus die vermehrte Vermittlung städtischer, vor allem jugendlicher Erwerbsloser in ländliche Arbeitsstellen zu legen sein. Um die Dermittlungsmöglichkeiten der Arbeitslosen zu vermehren, wird die Reichsregierung auch in Zukunft Umschulungs- und Fortbildungsmaßnahmen insbesondere zugunsten der jugendlichen Erwerbslosen und der Angestellten unterstützen. Die Zeit der erzwungenen Muße soll möglichst zur beruflichen Ertüchtigung der Arbeitslosen ausgenutzt werden. Als besonders wirksames Mittel brachliegende Volkskraft nutzbringend zu verwenden, wird die Reichsregierung das landwirtschaftlich« Siedlungswerk in den dünn bevölkerten Gebieten nachhaltig fördern. Nicht nur Bauernsöhne und Landarbeiter der Siedlungsgebiete, sondern daneben auch Siedler aus der bäuerlichen Beoölke - rung im Westen und Süden Deutschlands sollen so Arbeit und Heimat auf eigener Scholle finden. «