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Selke 0

Mittwoch den 2. Februar

Mr. rr

ibrr eichender Gesichtspunkt zutage getreten, der den Interessierten Wirtschaftskreisen Anlaß zu Beun- mhigungen geben kannte." Was die Frage des Ab­stellbahnhofes anbelangt, so haben, wie wir er­fahren, zwischen Stadt und Reichsbahndircktian aleichfalls Besprechungen stattgefunden; irgend ein festes Projekt zu einem neuen Abstellbahnhof besteht darnach heute noch nicht.

Die Frankfurter Messe wird weiter abgehalten.

: Die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung hatte heute über das Schicksal der Frankfurter Messe zu entscheiden. Die Vorlage des Magistrats, die die Bereitstellung von 400 000 Mark für das Messejahr 1927 vorsieht, wurde nach bewegten Auseinander­setzungen mit der knappen Mehrheit von zwei Stim­men gegen Kommunisten, Sozialdemokraten und Arbeitnehmer angenommen. Ein kommunistischer Antrag auf Wi^erholung der Abstimmung wegen eines Fehlers beim Abzählen der Stimmen wurde zurückgewiesen. Ein Voranschlag für das Jahr 1927 sieht für die Messe Gesamtausgaben in Höhe von

836 000 Mark und Einnahmen in Höhe von 417 000 Mark vor, sodaß also der Betrag von 400 000 Mark als Zuschuß ausreichen dürfte.

Aus «ab und Ke««.

Bad Homburg, 1. Febr. In der vergangenen Woche brannte, wie erinnerlich, das Mousonsche Jagdhaus im Wehrheimer Forst ab. Das Feuer wütete trotz aller Löschversuche mit so elementarer Gewalt, daß das Haus binnen kurzem vernichtet wurde. Mit Hilfe zahlreicher Minimaxapparate ge­lang es lediglich, die Nebengebäude vor einem Ueber­greifen des Feuers zu schützen. Bei diesem Brande verlor die Frau des Jagdaufsehers infolge des Schreckens über^den Brand die Sprache. Gestern geriet nun das Fell einer dicht neben der Frau fitzenden Katze durch ein achtlos weggeworfenes Streichholz in Brand. In helle Flammen gehüllt sprang das Tier durch die Stube. Da schrie die Frau vor Schreck laut auf und hatte ihre Sprache wieder­gefunden.

Wiesbaden, 1. Febr. Wie uns aus Leipzig be­richtet wird, verurteilte der Strafsenat des Reichs- gerichts den Bäcker und Dolmetscher Ernst Brückner aus Wiesbaden wegen Spionage zu 7 Jahren Zucht­haus und 10 Jahren Ehrverlust. Der Angeklagte hatte in den Jahren 1925 und 1926 Schriftstücke und Nachrichten, die im Interesse der Landesverteidigung geheimzuhalten waren, einer feindlichen Macht aus- aeliefert. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt.

Marburg, 1. Febr. Der Iubiläumsbau für die 400-Jahrfeier der Universität steht jetzt unter Dach und Fach und man ist eifrig mit der inneren und äußeren Ausgestaltung beschäftigt. Der Magistrat hat beschlossen, weiteres Gelände zur Verbesserung des nördlichen Zugangsweges stiftungsweise zur Verfügung zu stellen. Ferner sollen einige kleine Alleebäume in der Frontlänge des Gebäudes ent­fernt und an besonders markanten Stellen durch Pappeln ersetzt werden.

Neunkirchen, 1. Febr. Wegen Unterschlagung von Lohngeldern im Betrage von 400000 Franken wurde der Buchhalter I. Stuppi vom Neunkirchener Eisen­werk zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt.

Frankenthal, 1. Febr. Gegen den Landwirt H. Hanstein Don Großniedesheim, der im August v. I. auf den Feldern einiger Bauern des Ortes in die Rüben Stecknadeln gesteckt hatte, wurde vor dem Schöffengericht Frankenthal verhandelt. Der Ange­klagte wurde für seine abscheuliche Tat zur höchst­

zulässigen Strafe für Sachbeschädigung zu 2 Jahren Gefängnis und zu den Kosten des Verfahrens ver­urteilt. Die Untersuchungshaft wurde nicht ange­rechnet.

âü«ftlerS Leide« und Svende«.

Als Richardson, der meistgelesene Schriftsteller des 18. Jahrhunderts, seinen RomanPamela" schrieb, wurden beim Bekanntwerden des glücklichen Ausgangs des Romans in Slough, wo er die Hel­din seines Werkes beheimatet fein ließ, alle Glocken geläutet. *

Haydn wurde während seines Aufenthalts in England sehr gefeiert. Da die Konzerte aber in der Regel unmittelbar nach der Hauptmahlzeit statt- fanden, kam es nicht selten vor, daß zu des Kom­ponisten Leidwesen die Zuhörer bei sanften, leisen Stellen einschliefen. Daraufhin komponierte Haydn eine Symphonie mit einem ganz zarten Andante. In einem Pianissimo aber ließ er nach einem dröh­nenden Paukenschlage alle Instrumente wieder ein­setzen, und die eingeschlafenen Engländer fuhren entsetzt empor.

Gv«eMaaS.

(Unter Verantwortung des Einsenders.)

Auswertung bei Grundstücksverkäufen in der Inflationszeit.

Durch den Verkauf von Grundstücken in der In­flationszeit find viele Verkäufer zu Schaden gekom­men. Mancher früher gut situierte Mann, der da­mals glaubte, einen besonderen Vorteil zu erlangen, hat einsehen müssen, daß der Verkauf ein Unglück, ein nicht wieder gut zu machender Fehler war. In den allerwenigsten Fällen wird es dem Verkäufer möglich sein, den Verkauf nachträglich vorteilhafter für sich zu gestalten. Die Verhältnisse werden meist so liegen, daß der Käufer aus dem gewonnenen Grundbesitz selber nur so wenig herausgewirtschaf- tet oder erzielt hat, daß ihm die Leistung einer bil­ligen Entschädigung (Aufwertung) an den Verkäu­fer außerordentlich schwer fallen wird und ihm solche deshalb nicht gut zugemutet werden kann. Und doch sollte jeder damalige Käufer, dessen Ver­mögens- und wirtschaftliche Lage es auch nur eini­germaßen gestattet, alles daran setzen, dem Verkäu­fer vielfach werden es Personen sein, die früher das Rückgrat in Stadt und Land waren, auch ge­meinnützige Anstalten, Stiftungen usw. eine Nachzahlung zu bewilligen. Der Vorteil eines be-

sonders billigen Kaufs muß dem Käufer verbleibe nur darf die Bereicherung nicht auffallend kr, fein, während auf der anderen Seite unter Ui ständen große Not vorhanden ist und frühere Dr pflichtungen nicht mehr erfüllt werden können, n weil man aus gewissen Gründen, sei es, daß mi zu bem Verkauf überredet, sei es, daß man dm die in der Inflationszeit bestandenen traurigen V« Hältnisse dazu gesungen wurde, das Grundsti oder seinen ganzen Besitz hergegeben hat. Mög | diese Zeilen eine Anregung dazu geben, eine Ar Wertung in solchen Fällen zu gewähren, in dem es zu tun Halbwegs möglich ist.

Oeeeitte, Sssfammlunge«.

* Gesanverein Tonblüthe. Heute abend pün: lich 8.30 Uhr Singstunde. Wir bitten die Säng um vollzähliges Erscheinen.

* 1. H. F. C. 93. Heute abend »/.8 Uhr, Sitzui des Vergnügungsauschusses in der Centralhall Vollzähliges und pünktliches Erscheinen ist bringet erwünscht. 141

* Verein ehemaliger 80 er. Mittwoch den Februar, abends 8 Uhr, imLöwengarlchen" De Sammlung. Wichtige Tagesordnung. 3 Izt

* Turngemeinde (Gesangsabteilung). Heu abend ';s8 Uhr Vorstandssitzung; daran anschließer um */49 Uhr Jahreshauptversammlung tm klein, Saal. 14t

Max, wieviel ist zwei weniger zwei?"

Eins, Herr Lehreri"

Nein, mein Junge. Paß mal auf. Wenn D zwei Stücke Kuchen in der Tasche hast und nimm) erst eins heraus und dann noch eins, was bleib dann in der Tasche?"

Krümel." (Journal Amüsant")

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Tages-Ordnung: 1, Jahresbericht der Vor­sitzenden. 2. Bericht des Kassierers. 8 Berich der Bibliothelars. 4. Bericht der Revisoren. 6. Dorstandswahl. 6. Verschiedenes.

Um zahlreiches Erscheinen bittet

Der Borstand.

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