General Anzeiger
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DaS neueste,
— Dr. Marx verhandelte gestern mit Vertretern 5er Deutschnationalen, der Volkspartei, der Wirt- chaftlichen Vereinigung und den Sozialdemokraten. Der Stand der Verhandlungen wird als günstig bezeichnet.
— Die Wirtschaftliche Vereinigung ließ chre Zustimmung zu der geplanten Regierungsbildung erklären.
— Der Reichstag hat gestern den Gesetzentwurf zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten in zweiter Lesung angenommen.
— Reichsminister Dr. Haslinder hielt in Dresden eine Rede über Landwirtschafts- und Zollpolitik.
— Die Sowjetregieruna lehnt in einer Note die Teilnahme an der Wirtschaftskonferenz brüsk ab.
Nslsus luteenKttonate Stelln»»«.
Von E. INukden.
Der Danziger Staatsarchivar Dr. Walter Recke hat kürzlich (im Verlag Stilke, Berlin) ein umfassendes Werk „Die polnische Frage als Problem der europäischen Politik" erscheinen lassen. Dieses Werk geht zwar nur bis zur Errichtung des neuen Polens durch den Versailler Friedens- traktat, doch es ist immer wieder gut, auch bei der Betrachtung der heutig-n Dinge auf deren geschichtliche Grundlagen zurückzugehen, um die sich uns gegenwärtig auidringenden Probleme in ihrer historisch bedingten Gesamtheit zu erfassen.
Der große Vorzug des Weife'fcben W rkes besteht darin, daß es sich, gerade bei der Schilderung der Entstehung der (9eg nmatt, dmch- weg auf polnische Quellen stützt. Und an der Hand dieser Quellen erbringt er den überaus interessanten Nachweis, daß Wilson noch bis tief in den Anfang des Jahres 1919 hinein ein entschiedener Gegner aller territorialen Ansprüche der Polen im Westen wie im Osten war, die ethnographisch unbegründet, sich lediglich aus dem polnischen Expansionsbestreben ergaben; vor allem ein Gegner der Annexion Westpreußens durch die Polen. Wilsons Umfall erklärt sich durch das vereinte Drängen des amerikanischen Sachverständigen Lord, der polnischen Friedensdelegierten unter der Anführung Dmowskis und Der französischen Delegierten. Noch Anfang April 1919 äußerte Wilson, nach dem Zeugnis des polnischen Historikers Kozicki, zu Baker: „Das einzig wahre Interesse Frankreichs an Polen besteht in der Schwächung Deutschlands, indem Polen Gebiete zugesprochen werden, auf die cs kein Anrecht besitzt." Den Gegensatz zwischen dem englischen Standpunkt, wie er insbesondere durch Balfour wie Lloyd George vertreten wurde,
und dem französischen, namentlich von dem . damaligen Außenminister Pichon zum Ausdruck gebrachten Standpunkt in der polnischen Frage hat bereits auch Paul Roth in seiner bekannten Schrift über Die „Entstehung des polnischen Staates" mit Recht betont. In der Tat: daß die angelsächsischen, insbesondere die britischen Politiker für die Ungerechtigkeiten der polnischen Staatsgestaltung empfindsamer als die anderen waren und es auch heu^e noch find, ist kein Zufall. Es ist in der eingewurzelten, traditionellen Lehre der britischen Politik von der Notwendigkeit des kontinentalen Gleichgewichts begründet, das ja von den Aus- weitungsbestrebungen der Polen so sehr be- )roht wurde. Da nun aber nicht der britische, andern der französisch-polnische Standpunkt Jie Oberhand behielt, ist jene Bedrohung zu einer permanenten geworden. Das Polen der Gegenwart stellt in der Tat vielleicht den stärkten Labilitätssaktor im Staatensystem des leutigen Europas dar.
Diese historische Besinnung ist umso notwendiger, als durch sie auch das heutige politische Ringen in Frankreich um die polnische Frage verständlich wird als ein Schwanken zwischen der Vergangenheit, die Frankreich mit jener ungeheuerlichen Staatsbildung belastete, und der Gegenwart, die an es neue Forderungen stellt. Unter diesen nimmt Der Ausgleich mit Deutschland den ersten Platz ein. Bei jenen Franzosen, die für ihn eintreten, spricht aber bewußt oder unbewußt das Motiv mit, daß es doch vorteilhafter, weil geradliniger sei, eine Sicherheit durch unmittelbare Verständigung mit dem Nachbarn Deutschlands als auf dem Umweg über Polen zu erlangen. Freilich, so lange das franko-polnische Bündnis fortbe- stebt, kann keine Rede davon sein, daß eine
Günstiger Stand der Regievnngsvevdandtnnsen
Berlin, 24. Jan. Ueber die heutigen Besprechungen des Reichskanzlers mit der Verhandlungskommission der Deulschnationalen volkspartei kann das Nachrichtenbüro des VDZ. mitteilen, daß bereits in einer Reihe von Punkten eine weitgehende Einigung erzielt worden ist. Die ausführlichen Einzelbesprechungen über die Sozialpolitik, in der auch kei- nerlei Hindernisse zu erwarten sein sollen, werden in den Verhandlungen am Dienstag forgesetzt werden. Ebenso besteht in der Schulpolitik zwischen den Deutschnationalen und dem Zentrum die weiteste Uebereinstimmung, da beide Parteien auf dem Bo- den des christlichen Bekenntnisses stehen. Alles in allem, so wird von beteiligter Seite versichert, verlaufen die Verhandlungen erfolgversprechend.
Dev Verlauf dev Vevhaudluuseu
Berlin, 24. Jan. Heute vormittag um 10 Uhr begannen im Reichstage die Besprechungen des Reichskanzlers mit den Deutschnationalen. Außer dem Reichskanzler nahmen Reichsauhenminister Stresemann und Reichsarbeitsminister Braun an den Verhandlungen teil. Den Verhandlungen liegt das vorliegende Regierungsprogramm zugrunde, das sich in allen wesentlichen Punkten an das Zentrumsmanifest an ehnt und alle in dem Manifest ausgedrückten Grundsätze vertritt mit Ausnahme der kulturpolitischen Forderungen, deren Parteifärbung in dem Regierungsprogramm gemildert wird. Die Fortsetzung der Locarnopolitik wird als selbstverständliche Voraussetzung, als unerläßliche Vorbedingung jeglicher Negierungskoalition betont.
Die Verhandlungen zwischen Reichskanzler Dr. Marx und den Vertretern der Deulschnationalen bau* erten bis nach 1 Uhr nachmittags. Wie von deutsch- nationaler Seite mitgeteilt wird, hat der Rechskanz- ler im Laufe der Besprechung den Deutschnationalen ein Negierungsprogramm vorgelegt, das gleichzeitig auch das Gerippe für die neue Regierungserklärung, die im Parlament abgegeben wird, bilden soll. Die Verhandlungstei nehmer einigten sich darauf hin, daß ein offizielles Kommunique über die Besprechung nicht ausgegeben wird. Die deutschnationalen Unterhändler werden heute nachmittag nach dem Plenum der deutschnationalen Reichstags-, fraktion über die Verhandlungen berichten und eine Stellungnahme der Fraktion zu dem Gerippe der Regierungserklärung herbeiführen. Diese Stellungnahme soll morgen vormittag 10 Uhr dem Reichskanzler übergeben werden, woran sich dann die Erörterungen der personellen Fragen schließen dürften. Im allgemeinen ist in deutschnationalen Kreisen der Eindruck der, daß die Verhandlungen günstig fortschreiten.
*
Die deutschnationale Reichstagsfraktion, deren Sitzung sich über mehrere Stunden ausdehnte, gab folgenden Bericht heraus: „Die Fraktion nahm den Bericht der Unterhändler entgegen und prüfte ihr Verhalten."
Die Kachmritassvevbaudlunsen.
Im Laufe des Nachmittags hatte der Reichskanzler Dr. Marx nacheinander Besprechungen mit dem Vorsitzenden des Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartei Dr. Scholz und den Vertretern der Wirtschaftlichen Vereinigung Drewitz und Alpers. Gegen 6 Uhr abends empfing der Reichskanzler den Vorsitzenden der sozialdemokratischen Fraktion Hermann Müller-Franken zu einer Aussprache. — Die Verhandlungen werden morgen vormittag fortgesetzt werden.
Wie wir erfahren, erklärte der Abg. Drewitz, daß die Wirtschaftliche Vereinigung mit der geplanten Regierungsbildung eineorftanben sei, behielt aber die Stellungnahme seiner Fraktion zu dem ihm unterbreiteten Programm für die Regierungsbildung und die Beantwortung der Frage, ob die Fraktion sich durch Präsentierung von Ministern aktiv an der Regierung beteiligen wollte, der auf Dienstag angesetzten Fraktionssitzung vor. Die Unterhaltung des Reichskanzlers mit dem Abg. Müller-Franken trug lediglich informatorischen Charakter. Der Reichskanzler Dr. Marx unterbreitete dem Abg. Müller-Franken (Soz.) ein Regierungsprogramm und unterrichtete chn über den Stand der Verhandlungen.
Die Liberale oevernksuttg ruv Keglevunssbilduns.
Berlin, 24. Jan. von der Liberalen Vereinigung wird dem Nachrichtenbüro des Vereiys
solche Verständigung durch einen Verzicht auf die Garantien der heutigen polnischen Grenzen seitens Frankreichs erkauft werden könnte. Erst kürzlich, während des Aufenthaltes des polnischen Außenministers Zaleski in Paris hat kein Geringerer als Painlevö bei einer Feier der „Societè des amis de la Pologne" eine — in der deutschen Presse, soviel wir sehen können, unbemerkt gebliebene — Ansprache
deutscher Zeilungsverleger milgekeilt: Der geschästs- führende Ausschuß der Liberalen Vereinigung Hal in seiner Sitzung am Montag die politische Lage eingehend besprochen, wie sie sich durch den jetzigen Stand der Verhandlungen zur Bildung eines neuen Kabinetts ergibt. So wünschenswert schon aus außenpolitischen Gründen das Zustandekommen einer gesicherten Mehrheitsregierung ist, war man sich doch in der Erkenntnis der schweren Gefahren einig, die durch ein Zusammenwirken des Zentrums mit den Deutschnationalen in Fragen der Schul- und Kirchenpolitik heraufbeschworen werden. Da die Vormachtstellung des Zentrums auf der Spaltung des Liberalismus beruht, wurde beschlossen, in allen liberalen Kreisen die Aufmerksamkeit auf diese dem freien deutschen Geistesleben
drohende Gefahr zu lenken und auf eine ei heitliche Abwehrfront hinzuarbeiten.
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Deut-chnatkonale GvASsung zue ^onksvdatskvase.
Berlin, 24. Jan. Von feiten der Deutschnationalen Reichstagsfraktion wird folgende Erklärung abgegeben: Einige Zeitungen wiederholen trotz der mittlerweile erfolgten energischen Zurückweisung seitens aller angeblich beteiligten Personen die Behauptung, daß zwischen katholischen Abgeordneten der Deutschnationalen Reichstagsfraktion und des Zentrums Unterhandlungen unter Beteiligung hoher katholischer Würdenträger behufs Annäherung der beiden Parteien u. a. über die Konkordatsfrage geführt worden seien. Wir können nach Rückfrage bet allen katholischen Abgeordneten der Deutschnationalen Reichstagsfraktion nochmals erklären, daß vorgedachte Meldungen in jeder Hinsicht unwahr find und nur als Tendenzlügen gewertet werden können.
Pressestimmen.
Berlin, 25. Jan. Rach den Aeußerungen der Blätter zu schließen, scheinen sich die Verhandlungen Dr. Marx auf gutem Wege zu befinden. Ueber d
as
von Dr. Marx vorgelegte Gerippe eines Regierungsprogramms ist, wie der „Lokalanzeiger" schreibt, gerade zwischen Zentrum und Deulschnationalen ziemlich reibungslos verhandelt worden. Die „D. A. Z." erklärt: In parlamentarischen Kreisen betrachtet man die Einigung als faktisch vollzogen. Es wäre daher wünschenswert, wenn man die einwöchige Pause der Reichstagsverhandlungen ab Mittwoch preisgeben und bis Samstag durchtagen würde. Die neue Regierung könnte dann sich noch in dieser Woche dem Parlament vorstellen und an die Arbeit gehen.
Die „Tägl. Rundschau" schließt aus dem lako- nischen Bericht über die gestrige Sitzung der deutschnationalen Reichstagssraktion, daß die Mehrheit der Fraktion aus der Seile der Unterhändler steht, und ebenso wie diese einen günstigen Ausgang der Verhandlungen anstrebt.
Die „Germania" schreibt: Aehnliche Töne, wie sie die Liberale Vereinigung anschlägt, sind schon seit Tagen in den Spalten der „Tägl. Rundschau" vernehmbar. So erheiternd diese Klagen wirken könnten, sie haben jedoch für uns einen ernsten Hintergrund. Zeigen sie doch, wie wenig Verlaß in kultur- politichen Dingen auf die Deutsche Volkspartei ist, und wie viel von dem alten Kulturkampfgeist in ihr noch vorhanden ist.
Nach dem „B. T." sei gestern vormittag bereits, wenn auch inoffiziell, die Personensrage des neuen Reichskabinetts erörtert worden. Als deutschnationale Kandidaten für die Besetzung der Reichsministerien des Innern, der Justiz und der besetzten Gebiete werden von dem Blatt die Abgeordneten Wallraf, v. Stauffenberg und Trevlranus genannt.
sovisetzuns dev StesrevunsS- vevbandlunsen.
Berlin, 25. Jan. wie das W. T. B. aus parlamentarischen Kreisen erfährt, empfing Dr. Marx heute vormittag 10.15 Uhr die deutschnationale Ver- handlungskonnnission zur Fortsetzung der Besprechungen über die Regierungsbildung. Auch an dieser Besprechung nehmen die Reichsminister Dr. Strese-
genommen hat, erwartet man
von den heutigen Ve-
mann und Dr. Brauns teil. Nachdem die deutschnationale Reichstagsfraktion zu den gestrigen Der- Handlungen Stellung genommen hat, erwartet man in parlamentarischen Kreisen von den heutigen Be- jprechungen ein günstiges Fortschreiken. Für heute nachmittag sind neue Zusammenkünfte in Aussicht genommen, an denen auch Vertreter der übrigen für die Regierungsbildung in Frage kommenden Parteien beteiligt sein werden.
gehalten, in der das treue Festhalten an jenem Bündnis ausdrücklich bestätigt wurde. Daß von dem Hauptproblem aber auch die hier schwebenden Teilprobleme ihre Schärfe erhalten,
sehen wir gerade gegenwärtig am klarsten in der Frage der deutschen Ostbefestigungen.
Polen selbst erhebt diese Teilprobleme zu
Gesamtproblemen; so nicht nur die Frage der Niedzialkowski hin), foi Ostbefestigungen, sondern auch solche, es nicht den seiner Innenpolitik.
unmittelbar berührenden, wie die Räumung des Rheinlandes unÄ den Ablauf der Militärkontrolle der Alliierten am 31. d. M. Diese Methode, scheint uns, beleuchtet am besten jene Unruhe, mit der Polen auf die Annäherungsversuche zwischen Frankreich und Deutschland blickt, eine Unruhe, die Zaleski während seines jüngsten Aufenthaltes in Paris zu verleugnen, ja höchst diplomatisch in ihr Gegenteil zu verwandeln suchte durch die Erklärung: die Räumung des Rheinlandes und der Ablauf der Militärkontrolle bedeuten eine Schwächung Frankreichs gegenüber Deutschland und darum sei Frankreich jetzt mehr denn je an der Stärkung Polens interessiert Auch jene beiden antideutschen Reden, die Zaleski im Sejm am 4. d. M. und in der Warschauer Studiengesellschaft für internationale Probleme am 10. Jan. hielt und die durch ihre Schärfe überall auffielen, entspringen wohl nicht zuletzt der gleichen Unruhe — und dem gleichen Streben und Verlangen, den französischen Bundesgenossen einzuschüchtern, wenngleich auch ihre innerpolitischen Ziele, von denen weiter die Rede sein wird, nicht geleugnet werden sollen.
Die Zentralfrage, die die Vertreter der polnischen Parteien aber bei jener Sejmrede interessierte, war die: Wie steht Polen im Beginn des neuen Jahres da? Ist seine internationale Stellung durch die Veränderungen der europäischen Politik geschwächt oder gestärkt? Hier spalteten sich ja die Ansichten doch recht erheblich. In ausgesprochenem Gegensatz zu der optimistischen Behauptung des Außenministers, Polen gehe in das neue Jahr mit gemehrtem internationalen Einfluß hinein, betonten die Führer der Rechten (Stronski und Seyda), daß der Rheinpakt von Mächten abgeschlossen sei, zu denen Polen Nicht gehört; daß die Uebernahme dèr Militärkontrolle Deutschlands durch den Völkerbund eine große- Aenderung zum Nachteil Polens bedeute, da sie einer „vollständigen Aufhebung der Militärkontrolle" gleichkomme; daß Frankreich nicht genügend die Folgen der deutschen Politik im Auge habe, die Front gegen Polen mache .. Nur bei den Vertretern der Linken (P. P. S. und Jüdischer Klub) fand die These Zaleskis Anerkennung mit der Motivierung, daß Polen ja nunmehr selbst in der Völkerbundskommission sitze und also auch über die Militärkontrolle mitzusprechen habe.
Diese Debatte zeigt doch wohl, daß man in Polen den kommenden Dingen durchaus nicht mit ungeteilter Zuversicht entgegensieht. Umsomehr sucht man sich nationalistisch zu einigen, sich in sich selbst einzukapseln. Darum jenes Memento an die Adresse Deutschlands in dem Expose des Außenministers, der hierbei zweifellos auch auf den Beifall der Nationaldemokraten rechnete. Darum aber auch jenes krampfhafte Festhalten an der Minderheitspolitik, namentlich der deutschen Minorität gegenüber (den Ukrainern sollen, letzten Nachrichten zufolge, einige Zugeständnisse in Der Unterrichtsfrage gemacht worden sein), die zu dem heute so aktuellen Konflikt nicht nur mit dem Präsidenten der gemischten Kommission in Oberschlesien, Calonder, sondern auch mit dem Abgesandten des Völkerbundes, Colban, geführt haben. Unwillkürlich muß man sich beb i wiederum eines von Recke zitierten historischen Ausspruchs des ehemaligen Burengenerals J. C. Smuts während der Versailler Friedensverhandlungen erinnern: „Selbst jetzt, da Die Konferenz ihre Sitzungen abhält, bieten die Polen den Großmächten Trotz; was wird sich erst in Zukunft ereignen? . . ." Wie hatte er doch recht mit dieser Voraussage! Beweis: Polens Ablehnung des Völkerbundes in der ostgalizischen, in der litauischen Frage — und nun auch in der Frage der deutschen Kulturautonomie. Der Völkerbund ist absolut, so lang er unseren Willen tut — das war und bleibt ein . Prinzip der polnischen Innen- und Außenpolitik. Und dieses Prinzip gibt uns Aufschluß über Polens Verhalten auch in alle Zukunft (es sei denn, daß dort innenpolitische Umwälzungen einträten): das „fara da sé" wird dort stets den Ausschlag geben, sobald der Völkerbund oder irgend eine sonstige Mächtegruppe etwas verlangen wird, was Polen wider den Strich geht. In der Isolierung glaubt Polen seine ultima ratio zu be= itzen. So hält es nach wie vor — trotz des Vertrages mit den Mächten vom 28. Juni 1919 — auch feine Minderheitenpolitik nicht für einen Bestandteil seiner internationalen Stel-
ung (auf diesen Zusammenhang wies während )er Sejmdebatte nur der Führer der P. P. S Niedzialkowski hin), sondern selbstherrlich, für