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Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. Lei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. / Fürplatzvorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet.^Geschäftsstelle: Hamm«rstr.S / Fernspr. 3956,3952,3958

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Dr. Mam beauftragt.

Berlin. 15. Jan. (Amtlich.) Der Herr Reichs- vrâsident empfing heute nachmittag den geichäfts- führenden Reichskanzler Dr. Marx und erteilte ihm den Auftrag, auf Grund des gestrigen Beschlusses der Zentrumssraktion. durch Verhandlungen mit den dn Frage kommenden Fraktionen des Reichstages die parlamentarische Lage und die Möglichkeit einer Re­gierungsbildung weiter zu klären. Reichskanzler Dr. Marx behielt sich seine Entscheidung bis morgen Nachmittag vor.

Berlin, 16. 3an. Reichskanzler Dr. Marx tat dem Reichspräsidenten heute abend mitgeteilt, ) er den Auftrag auf Grund des vorgestrigen gentrumsbefchlusses, durch Verhandlungen mit den In Frage kommenden Fraktionen des Reichs­tages die politische Lage und die Möglichkeiten der Regierungsbldung weiter zu klären, an- nimmt. Der Reichskanzler Dr. Marx wird dem- ä morgen mit den Parteiführern wegen der chkeil der Bildung einer Regie­rung der Mitte verhandeln.

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Das Zentrum hat seinen Willen durchgesstzt, b. H erreicht, daß aus seiner Mitte eine Per­sönlichkeit mit der Regierungsbildung beauf­tragt worden ist. Der Reichspräsident hat am Samstag den bisherigen Reichskanzler Dr. Marx als den offiziellen Kandidaten des Zen­trums zu sich gebeten und ihm den Auftrag er­teilt, die Möglichkeiten der Regierungsbildung auf Grund des Beschlusses der Zentrums- fraktion nachzuprüfen. Dr. Marx hat gestern den Auftrag angenommen und er wird heute die Verhandlungen aufnehmen. Seine Marsch­richtung ist ihm ja ziemlich klar durch den Be­schluß seiner Fraktion üorgszeichnet. Er wird erneut ein Kabinett der Mitte ansteuern, das auf die Unterftügung der Sozialdemokraten an­gewiesen ist. Hierbei wird es in der Hauptsache auf die Haltung der Deutschen Volkspartei an- kommen, die allerdings bisher erklärt hat, daß sie sich an ein Kabinett der Mitte mit Anleh­nung an die Sozialdemokratie nicht beteiligen werde. Bleibt die Deutsche Volkspartei fest, dann muß der Plan des Reichskanzlers Schiff­bruch erleiden. Als letzte und einzige Möglich­keit wird in varlamentarischen Kreisen ein Ka­binett der Mitte bezeichnet, das man unter Hoffnung auf deutschnationale Duldung in das parlamentarische Feuer schickt. Es ist bekannt, daß der Reichspräsident sich um die Gewin­nung der Deutschnationalen für diesen Plan sehr stark bemüht. Die Deutschnationalen fahren allerdings fort zu versichern, daß sie dafür nie­mals zu gewinnen seien. Aber angesichts der Gewißheit einer Reichstagsauflösung sind Be­schlüsse revisionsfähig.

DrZ LsvSVsisKsttÄsn GGvMe.

Berlin, 17. Jan. Reichskanzler Dr. Marx, der sich die Entscheidung über die Annahme des Auf­trages des Reichspräsidenten bis Sonntag nach­mittag vorbehalten hatte, Hiell, wie das Nachrichten­büro des Vereins Deutscher Zeitungsverleger er= fährt, am Sonntag nachmittag eine Besprechung mit ' Den Vorstandsmitgliedern der Zentrumsfraktion ab. Darauf begab sich der Reichskanzler zum Reichs­präsidenten, um mitzuteilen, daß er den Auftrag an­nehmen und im Sinne des am Freitag gefaßten Beschlusses des Zentrums am Montag mit den Par- iteiführern wegen der Möglichkeit der Bildung einer Regierung der Mitte verhandeln werde. Dabei ist zunächst an ein Kabinett der Mittel­parteien gedacht, das auf die Unter­stützung der Sozialdemokraten ange­wiesen wäre. Dr. Marx wird, wie das Nach­richtenbüro des Vereins Deutscher Zeitungsverleger weiter hört, am Montag mit den Fraktions­führern der Deutschen Dolkspartei eine Aussprache darüber herbeiführen, ob die Deutsche Dolkspartei die Voraussetzungen erfüllen will, die eine solche Unterstützung der Sozialdemokraetn ermöglichen. Der Fraktionsvorstand der Deutschen Dolkspartei wird am Montag nachmittag eine Sitzung abhallen, und es steht zu erwarten, daß in dieser Sitzung die Entscheidung darüber fallen wird, ob die Deutsche Dolkspartei sich an einem Kabinett der Mitte mit Anlehnung an die Sozialdemokraten oder unter Einbeziehung der Sozialdemokraten zu beteiligen -beabsichtigt. Erst nach dieser Entscheidung wird Reichskanzler Dr .Marx mit den anderen Parteien der Mitte sowie mit den Sozialdemokraten und den Deutschnationalen in Verhandlungen treten. Die Fraktionssitzung der Deutschen Volkspartei findet erst am Mittwoch statt, desgleichen die Fraktions­sitzungen fast aller anderen Parteien, sodaß, wenn überhaupt Dr. Marx die Kabinettsbildung gelingt, eine Entscheidung frühestens Ende der Woche zu er­warten sein dürfte.

Unbeschadet des Ausgangs der Kabinettsbildung wird der Reichstag am Mittwoch nachmittag 3 Uhr zusammentreten und sich zunächst mit kleineren Vor­lagen beschäftigen. Es handelt sich dabei um Vor­tagen, die von geringer politischer Bedeutung sind vnd daher das Vorhandensein einer regierungs­

fähigen Koalition nicht unbedingt erfordern. Auf der Tagesordnung der ersten Sitzung stehen die ersten Beratungen eines Gesetzentwurfes über die Rege­lung des Arbeiterverkehrs an der deutsch-laarlän- dischen Grenze und über eine Reichswohnungs­zählung.

DerMontag" schreibt, er höre aus volks­parteilichen Kreisen, daß die Deutsche Dolkspartei es nicht ablehnen werde, in ein Kabinett unter der Leitung von Dr. Marx einzutreten, falls die Pläne von Dr. Marx in ihrer Gesamtrichtung den Wün­schen der Volkspartei entsprechen, die auf eine große bürgerliche Koalition oder auf ein Kabinett der Mitte unter Anlehnung nach rechts abzielen. Nach den bisherigen Besprechungen aber dürfte ein solches Kabinett der Mitte mit Anlehnung nach rechts an dem Widerstand der Deutschnationalen scheitern, die die Bindung wollen. Diese wäre der Volkspartei mindestens ebenso genehm oder noch lieber als die bloße wohlwollende Duldung. In derMontag s- p o st" heißt es: Für die Bildung einer Regierung der Mitte gibt es drei Möglichkeiten, die reine Mitte, d. h. eine Minderheitsregierung von der Deutschen Volkspartei bis zu den Demokraten ohne Bindung gegenüber der Opposition, 2. die Regierung der Mitte in loser Verbindung mit der Linken, 3. die Regierung der Mitte in loser Verbindung mit der Rechten. Auch dieses Blatt teilt mit, daß die Deutsche Volkspartei die Regierung der Mitte in loser Verbindung mit der Rechten empfehlen werde.

Mk«rfèevNEdenL Asw ruv sresrsvtmsskvrse.

Reustadl a. d. Hardt, 17. Jan. Auf dem Partei­tag der Bayerischen Dolkspartei der Pfalz hielt der bayerische Ministerpräsident Dr. Held eine Rede, in der er u. a. ausführte, für eine erfolgreiche Außenpolitik sei eine Regierung notwendig, die auf lange Sicht disponieren könne und auf einer gesicher- ten Mehrheit beruhe. Man solle daher fragen, welche Parteien bereit seien, ohne parteipolitischen Egois­mus und mit Blick auf das Ganze an die Lösung der Frage heranzugehen. In diesem Zusammenhang richtete Ministerpräsident Dr. Held einen Apell an alle auf dem Boden des christlichen Staates Stehen- den, sich zusammenzuschließen. Insbesondere müßten sich auch alle katholischen Dolksteile zusammenfinden. Der Ministerpräsident betonte, daß die Bayerische Volkspartei treu zum Reich stehe, und daß die Län­der ohne das Reich nicht existieren können.

Sie GaMev OsvhatMunsen übev vie GtsSwaMmns GeuLMlarrds

Paris, 16 Jan. Blättermeldungen zufolge rechnet man in autorisierten Kreisen damit, daß das Inter­alliierte Militärkomitee von Versailles, das morgen au einer Sitzung zusammentreten wird, um die schriftlichen deutschen Vorschläge zur Regelung der letzten Entwaffnungsfragen zu prüfen, von den deutschen Sachverständigen beträchtliche Abände­rungen fordern werde, was aber nicht die Annahme gestatte, daß die Verhandlungen abgebrochen wer­den könnten. Im Gegenteil sei zu vermuten, daß die Besprechungen weitergeführt würden und schließlich Ende d. Mts. zu einer Verständigung führen werden.

Ein poSMehev Geneval üvev deutsche Oftsefiunse«.

Warschau, 15. Jan. Der polnische General und bekannte Militärschriftsteller Henning Michaelis stellt in einem den deutschen Ostfestungen gewidmeten Ar- tikel in der WarschauerRzeczpospolita" fest, daß auch den größten Festungen fein offensiver Charak­ter zukomme. Die strategische Bedeutung der festen Plätze erschöpfe sich zumeist im Schutze ihres Terri­toriums. Sie könnten auch Aufnahmepunkte für im Felde operierende Kräfte bUden, endlich sogar im Kampf gegen einen Flügel eines feindlichen Heeres tätig eingreifen, sofern sich der Feind in der Nähe des Fcstungsrayons befindet. Königsberg sei 140 bis 180 Kilometer von der polnischen Grenze entfernt. Die Bedeutung dieser Festung für eine etwaige deut- che Anarifssaktion sei infolgedessen verschwindend ;ering. Die Deutschen als Anhänger der methodi- chen Strategie rechneten eben, wie der polnische Ge- neral weiter ausführt, mit der Möglichkeit des Ein- dringens eines polnischen Heeres in Ostpreußen, der Provinz, die Deutschland schon mit Rücksicht auf ihre strategische Bedeutung hartnäckig verteidigen müsse. Hierbei würde die Festung Königsberg selbstver­ständlich Dienste leisten.

PawlevS übevdèevovbevekttrngen rum MrlitSvdrenst.

Paris, 17. Jan. Bei einer in der Sorbonne gestern nachmittag veranstalteten Feier des Ra­tionalverbandes der Turn- und Sportvereine und des Vereins zur Vorbereitung auf den Militärdienst hat Kriegsminister Painlevè eine Rede gehalten, in der er als eine der großen Lehren des Krieges bezeichnete, daß der Begriff der bewaffneten Ration zur Wirklichkeit werde. Denn trotz aller unserer Bemühungen und gegen unsere Hoffnungen, Jo er­klärte der Redner, eines Tages Frankreich ein Krieg ausgezwungen werden sollte, so würde dieser Krieg nicht durch ein aktives Heer zuzüglich eini­

ger Reservisten geführt werden, sondern durch die Masse der mobil gemachten Reser­visten selbst, die eine wirkliche natio­nal e A r m e e b i l d e n w ü r d e n.

DiekörperlicheAusbildungmußbe- reits in der Kindheit beginnen. Sie muh fortgesetzt werden, während des Forlbildnngsschulunlerrichts. 3m Gegensatz zur körperlichen Ausbildung wird die eigentliche militärische Vorbereitung lediglich für den erwachsenen Menschen in Frage kommen. Diese militärische Vorbereitnug soll zum mindesten zwei Jahre vor der Ein­stellung in das Heer beginnen mit dem Ziel, daß jeder der zum Militär kommt, bereits kör­perlich durchgebildet ist, Märsche aushalten und schießen kann. Er soll durch diese Uebungen der militärischen Vorbereitungszeit den Geschmack für freiwillige Disziplin und für die gemeinsame Ueber­windung von Schwierigkeiten, sowie den Geschmack an edlem Deltstreil gewinnen. Das ist das Ziel, das die Turn- und Sportvereine und die Vereine zur Vorbereitung auf den Militärdienst verfolgen müssen. Der Veranstaltung wohnten der Präsident der Republik, Ministerpräsident Polncarè sowie die Präsidenten von Kammer und Senat bei.

Die fsramSMGen BssnisümNfSV zurr destsM-fvanr. VevstSndisrms

Paris, 17. Jan. Der Nationalverband der fran­zösischen Frontkämpfer, der gestern hier eine von Delegierten von 4385 Unterverbänden mit einer Mitgliederzahl von 400 000 besuchte Tagung abhielt, hat eine Entschließung zur Frage der deutsch-fran­zösischen Annäherung angenommen, die einen auf­richtigen Friedenswillen auf beiden Sei- ten als erste Voraussetzung fordert, den Frieden jedoch nicht ohne Sicherung der Rechte Frankreichs für möglich hält. Hierauf wird zum Ausdruck gebracht, daß die moralische Ab­rüstung in Deutschland durch loyale Erfüllung der eingegangenen Verpflichtungen bewiesen werden mühte, wenn von einer deutsch-französischen fried­lichen Annäherung die Rede sein solle. Die Reso­lution erkennt aber an, daß die deutsch-französische Verständigung der Angelpunkt für die Befriedung Europas sei. In einer weiteren Resolution wird ge­fordert, daß die Frage der interalliierten Schulden vollkommen neu geregelt werden müsse. Der rechts­stehende Abgeordnete Goy sprach sich sogar gegen eine Ratifizierung der Schuldenabkommen aus, selbst wenn sie Transfer- und Schutzklauseln ent­halten sollten.

OnsNMe Mabrusttsbetratutts übev die Lage ist Shins.

London, 17. Jan. Der Staatssekretär des Aeußern, Chamberlain, der seine Absicht, den Sonntag auf dem Lande zu verbringen, mit Rück­sicht auf die Lage in China aufgegeben hatte, be­fand sich gestern einige Zeit auf dem Foreign Office. Er hatte eine längere Unterredung mit dem stän­digen Unterstaatssekretär William Tyrell und mit Sir Viktor Wellesley, einem Diplomaten, der beson­ders genaue Kenntnisse von der chinesischen Lage be­sitzt. In einer für heute einberufenen Sondersitzung des Kabinetts wird Chamberlain einen weiteren Bericht über China vorlegen. Premierminister Baldwin wird sich so zellig nach London begeben, daß er vor der Sitzung eine Konferenz mit Cham­berlain abhalten kann. Gestern abend wurde in London erklärt, der Plan, ein Kreuzerge­schwader nach China zu entsenden, be­zwecke, die dortigen britischen Staatsangehörigen zu beruhigen und wenn nötig, ihre Interessen zu ichützen. Die Besprechungen zwischen den Mächten in Schanghai, die darauf abzielen, ähnliche Zwi­schenfälle wie den von Hankau zu verhindern, gehen, wie erklärt wird,in normaler Weife" oonstatten.

ÄlrrsstHvettrrnsen iw Apifthsn.

Schanghai, 16. Jan. Wie aus Futschau gemeldet wird, drang chinesischer Mob in das Fremdenviertel ein und beging zahlreiche Ausschreitungen. Die Residenz des spanischen Bischofs sowie das Haus des Christlichen Vereins junger Männer wurden vollständig ausgeplündert. Auch wurden zwei Missionskirchen und mehrere Missionaren gehörige Häuser ausgeraubt und teilweise zerstört. Die Be­hörden, die sofort stärkere Truppenabtellungen in das Fremdenviertel beorderten, konnten ein weiteres Umsichgreifen der Unruhen verhindern.

In Schanghai wächst die Nervosität unter der europäischen Bevölkerung von Stunde zu Stunde, und man befürchtet infolge der unausgesetzten Wühl­arbeit unzähliger kantonesischer Agitatoren jeden Augenblick den Ausbruch schwerer Unruhen. Die Befestigung der ausländischen Konzessionen wird mit fieberhafter Eile fortgesetzt. Besonders die französische Konzession hat weitgehende Verteidi­gungsmaßnahmen getroffen, bei denen alle Erfah­rungen aus dem Weltkriege ausgenutzt werden. Die Straßen der Konzessionen, die im chinesischen Terri­torium münden, sind durch Drahtverhaue abgeriegelt und durch bewegliche stahlgepanzerte Maschinen­gewehre und Scharfschützenstände gesichert. An allen strategisch wichtigen Punkten sind mit Maschinen» gewehren besetzte Blockhäuser aus Eisenbeton er­richtet worden, und längs der Konzsssionsgrenze ziehen sich Starkstromleitungen hin. Auch in den übrigen europäischen Konzessionen, besonders in der englischen, werden alle Anstrengungen gemacht, um

die Eingänge für den Mob vollkommen uneinnehm- bar zu machen.

TMsttSssM VEdent von Ena?

London, 17. Jan. Der Pekinger Berichterstatter des Daily Telegraph bericktet, daß die nördlichen Mllitärsührer beschlossen haben Marschall Tschangsölin zum Präsidenten von China zu ernennen.

Dv. Reinhold übev GtenevvoNM und sewesblkebsv LMtteMsmd.

Berlin, 15. Jan. Der demokratische Reichs- Mittelstandstag wurde heute im Festsaal des Ber­liner Landtagsgebäudes vom Reichsminister a. D. Koch mit Begrüßungsworten eröffnet. Darauf hiell Reichsfinanzminister Dr. Reinhold einen Vortrag überDie Steuerpolitik des Reiches und der gewerbliche Mittelstand". Der Minister betonte, daß die genossenschaftlichen Banken durch den Spar­sinn des Volkes weiter gestärkt werden müßten, da sie mit ihren billigen Krediten dis beste Stütze des Mittelstandes seien. Sein größtes Interesse habe er als Minister der Verbilligung des Geldmarktes zu­gewandt. Leider zwinge hier die Riesenzahl der Arbeitslosen sowie die schlechte Lage der Landwirt­schaft zu Besorgnissen für die Zukunft. Andererseits böten hier die Ferngasversorgung, die Elektrifizie- rung der Bahnen und ein vernünftiges Wohnungs­bauprogramm genügend Arbeitsgelegenheiten. Die Hauszinssteuer müsse allein zur Verbilligung der Hypothekenzinsen verwendet werden, damit der Baumarkt die notwendigen großen Kapitalien er­halte. Ein organisiertes Steuersystem hänge noch von dem ausstehenden endgültigen Finanzausgleich ab. Die steuerliche Selbstverantwortung der Kom­munen müsse wiederbergestellt werden. Dr. Rein­hold betonte zum Stylus, daß das Gedeihen eine! Volkes darauf beruhe, daß sich Wirtschaft und Po litik auf dem freien Willen des frei schaffenden uni in seiner Arbeit selbstverantwortlichen Bürgert stützen könne.

VevsouaSdeVSndeVUttgeu im RelGshesv.

Berlin, 15. Jan. Mit dem 1. Februar 1927 schei­den aus dem Heeresdienst aus: General der Infan­terie v Loßberg, Oberbefehlshaber der Truppe I, die Generalleutnants Haße (Ernst) Kommandeur der 5. Division und Befehlshaber im Wehrkreis V, Edelbüttel, Inspekteur der Infanterie. Mit dem 1. Februar 1927 werden ernannt: Die Generalleut- nants von Tschischwitz, Kommandeur der 2. Division und Befehlshaber im Wehrkreis II zum Oberbefehls­haber der Gruppe 1, Reinicke, Chef des Heeres­personalamtes zum Kommandeur der 5. Division und Befehlshaber im Wehrkreis V. Der General- major v. Amsberg, Kommandeur der Infanterie- schule zum Kommandeur der 2. Division und Be­fehlshaber im Wehrkreis II. Die Obersten von Falkenhausen, Kommandeur des 10. (Sächs. Infanterieregimentes) zum Kommandeur der Jn- fanterieschule, v. Stülpnagel, Kommandeur des 17. Infanterieregimentes, zum Chef des Heeres­personalamtes, Ritter v. Prager, Kommandeur des 19. (Bayr.) Infanterieregimentes zum Jnfpek- teur der Infanterie.

Die DomSnenvKUwattnnsen in Pveußen.

Berlin, 15. Jan. Der Hauptausschuß des Preu­ßischen Landtages beschäftigte sich am Samstag mit dem Haushall der Domänenverwaltung für 1927. Die Zahl der preußischen Domänen ist auf 720 gestiegen. Der Ueberschuß wird auf 12,02 Millionen Mark geschätzt. Die Domänen-Weingüter erfordern in diesem Jahre einen Zuschuß von 919 500 Mark. Abg. Justi (Dn.) begrüßt den Bau von Landarbeiterwohnungen und spricht sich aus für Herabsetzung zu hoher Pachten. Abg. Klauß- ner (Soz.) hält die Pachten für zu niedrig. Abg. Biester (Wirtsch. Vgg.) macht auf die Notwendig­keit der Auswahl der Pächter aufmerksam. Abg. Semmler (Z.) tritt für Pflege der Weingüter und staatlichen Bäder ein.

Die KekOSvahn im Lahve 1926.

Berlin, 15. Jan. Die Reichsbahngesellfchaft veröffentlicht ihren Bericht über das Jahr 1926. Der Güter verkehr senkte sich dem Bericht zufolge zunächst 1926 die rückläufige Tendenz des Jahres 1925 fortsetzend noch weiter. Vom Februar an begann sich der Güterverkehr langsam zu erholen und erreichte Anfangs Mai die vorjährige Höhe bis schließlich infolge des englischen Bergarbeiterstreikes und durch zuneh­menden Versand deutscher und zunehmenden Durchtransport polnischer und tschechoslowakischer Kohle eine starke Aufwärtsbewegung einsetzte. Nach dem Streikende setzte ein Rückgang ein. Der Güterizugverkehr nach Belgien und Frank­reich mußte im Zusammenhang " mit der tarifa­rischen Unterbindung des Ruhr- und Moselwegs wrch die belgischen Strecken zweimal völlig um­gestellt werden. Der elektrische Zugbe­trieb wurde 1926 auf weiteren 110 Killometern Sreckenlänge ausgenommen. Im internationalen Durchgangsverkehr und im direkten Auslandsver- 'ehr wurde die bisherige Wettbewerbstarifpolitik ortgesetzt. Der Jahresabschluß, der im vorigen Jahre einen Betriebsüberschuß von 819 Millionen Reichsmark erbrachte, liegt für dieses