Freitag dea 14. Saunat
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Jtr. 11
HANDEL UND WIRTSCHAFT
wredev Sviedensdrsrotttr
(Von unserem wirtschaftspolitischen Mitarbeiter.)
Hat es bisher nicht an Anzeichen gefehlt, die den Aufschwung unserer Wirtschaft beleuchteten, so be- weist die Herabsetzung des Reichsbankdiskontes um ein volles Prozent von neuem, daß die maßgeben- den Kreise an die Beständigkeit einer günstigen Kon- , junktur glauben. Mit dem jetzt erreichten Satze von 5 Prozent ist endlich das Friedensniveau erreicht, und ein Vergleich mit den Zinssätzen der anderen Notenbanken zeigt, daß außer Holland, Schweden, Schweiz und Newyork kein Land der Welt einen niedrigeren Zinsfuß aufzuweisen hat. dieselbe Höhe wie London, wenn auch
Wir halten
dieselbe Hohe wie London, wenn auch zu erwarten ist, daß die Dank von England in geraumer Zeit, wenn die Nachwirkungen des Bergarbeiterstreiks überwunden sein werden, eine Diskontoherabsetzung vornehmen dürste. Mit dieser Herabsetzung des Diskontsatzes und der Angleichung des deutschen offiziellen Zinssatzes an das Zinsniveau der Welt bestätigt unser Reichsbankpräsident das Vertrauen, das er in das Wiedererstarken des inneren deutschen Kapitalmarktes setzt, beweist auch zugleich, daß er gewillt ist, seine theoretischen Ansichten über Ausländsanleihen, die er vor dem Enquete-Ausschuß darzulegen in der Lage war, auch in die Praxis um« zusetzen. Denn die erste Wirkung der Zinsherabsetzung wird sein, daß die ausländischen Kapitalisten viel weniger gewillt sein werden, ihr Geld in Deutschland anzulegen, da die Höhe des Zinssatzes keinen besonderen Anreiz mehr bietet. Schacht glaubt also, daß der deutsche Markt mit Auslandskapital gesättigt ist und daß bei richtiger Verteilung des zur Verfügung stehenden Inlandskapitals (sein besonderer Wunsch: Umleitung des kurzfristigen Kapitals in langfristige Darlehen) die deutsche Kapitaldecke groß genug ist. Von einer Herabsetzung des Lom- vardzinsfußes wurde abgesehen, da der durchschnittliche Zinsfuß für Pfandbriefe immer noch 7 Prozent oder eher darüber beträgt und die Reichsbank durch die Ausnützung einer eventuellen Zinsspanne zwischen Lombard- und Pfandbrief- ii zinsfuß zu stark belastet würde.
Besonders wichtig und ernst zu nehmen ist die Mahnung Dr. Schachts an die Banken, dem Beispiel der Reichsbank zu folgen und ihre Debetzinsen entsprechend zu ermäßigen. Die Stempeloereinigung ist bereits diesem Rufe gefolgt, aber wir glauben trotzdem, daß die Banken noch manches zur Kredit- vervilligung beitragen können, indem sie die gegenüber dem Frieden unverhältnismäßig hohe Provi- sions- und Spesensätze einer Revision unterziehen. Ss handelt sich hier um Sätze, die noch teilweise aus der Inflationszeit und der Zeit der „Vertrauenskrise" stammen, und die in dieser Höhe bei den jetzt in Ordnung gekommenen Verhältnissen keine Berechtigung mehr haben. Daselbe gilt von den außergewöhnlich hohen Deckungsbeträgen, die von den Banken ihren Kunden gegenüber gefordert werden, und die in vielen Fällen gerade dem kreditsuchenden Mittelstand, dem Handwerk, der Mittel- und Kleinindustrie die Erlangung eines Kredites unmöglich machen. Damit hängt auch der Mißstand zusammen, und einer der hauptsächlichsten Gründe für die langwährende Börsenhausse, die nach Ansicht vieler vorsichtiger Beurteiler unserer Lage als übersteigert gilt, daß das freie Geld anstatt produktiven Zwecken der Wirtschaft zu dienen, in unverhältnismäßig hohem Maße Anlage an der Börse sucht. Bei der noch immer herrschenden drückenden Kapitalnot ist es eine volkswirtschaftliche Verschwendung, daß große schwimmende Geldbeträge als tägliches Geld
ost selbst zu 2 Prozent vergeblich angeboten werden und auf Reichsbankgirokonto gehen. Hier einen Ausgleich zu schaffen, wäre eine dankenswerte Aufgabe.
Es wird erst die praktische Erfahrung erweisen müssen, ob der Zinssatz von 5 Prozent auf bte Dauer sich halten wird. Wir dürfen nicht vergessen, daß das Reich demnächst mit einem Anleihebedarf von ca. 500 Millionen auf den Plan treten wird, und daß der Kapitalhunger unserer Wirtschaft noch lange ntajt gesättigt ist, besonders wenn der Strom der Ausländsanleihen in nächster Zeit sehr viel langsamer fließen dürfte. Dies darf aber veileibe
m Diskontherabsetzung oder wenn
die Notwendigkeit einer Wiedererhöhung an die Re,chsbank herantrate, als ein Zeichen der Kon- lunkturverschlechterung aufgefaßt werden, sondern das innerste Wesen der Diskontopolitik besteht ja dann, beweglich zu sein, sich stets den wechselnden Notwendigkelten der Wirtschaft anzupassen und die natürliche Entwicklung der Wirtschaft aus sich her- aus zu fördern. Aufgabe der Banken ist es aber die Erleichteruna, die die Wirtschaft durch die Herabsetzung des Zinses erfährt, auch in weite Kreise zu tragen und durch billige und reichliche Kreditgewäh- rung die Exportfähigkeit unserer Industrie und Landwirtschaft zu fördern.
SvankfuvLev BSvse.
X Frankfurt a. 21t, 13. Jan. Tendenz fest. Die Erklärung des Reichsfinanzministeriums, daß es durchaus nicht tn der Absicht liege die Reichsan- lechen in neue verzinsliche Anleihen umzuwandeln, hat zwar dem Geschäfte auf dem Anleihemärkte geschadet und die Umsatztätigkeit bedeutend eingeschränkt, wenn auch d e Kurse nicht sonderlich viel einbüßten, der Effektenmarkt blieb aber davon fast vollkommen unberührt. Namentlich auf dem Kassamarkt hält die Nachfrage unvermindert an, wobei sich die Spekulation wahllos auf alle Papiere stürzt, die den Parikurs noch nicht erreicht haben. Auf dem veriablen Markt ist dagegen das Geschäft lange nicht so stürmisch, immerhin aber weiter fest. Hier dürfte die Nähe des Medios sich einer weiteren Ausdehnung des Geschäftes in den Weg stellen. Die Kursbesserungen sind aber wieder stark überwiegend, besonders die Chemiewerte standen im Vordergrund. I. G. Farben gewannen bei lebhaften Umsätzen 3% Prozent und Scheideanstalt, die man jetzt immer häufiger mt der Farbenindustrie in Verbindung zu bringen sucht, (tatsächlich sollen die beiden Unternehmungen an der Verbesserung einer Erfindung der Scheideanstalt arbeiten) 2% Prozent. Leicht abgeschwächt war dagegen der Montanmarkt und die Banken während die Kaliaktien auch heute ihre Kurssteigerung um durchweg 3 Prozent fortsetzen konnten. Lokale Käufe in Adlerwerke hatten eine zweiprozentige Kursbesserung zur Folge, auch Neckarsulmer waren höher, während Daimler etwas nachgaben. Elektrowerte bei zeitweise starker Nachfrage steigend. Ferner waren die Bauunternehmungen gefragt, ebenso die Zuckeraktien.
Deutsche Anleihen naturgemäß etwas schwächer. Auch die ausländischen Renten wurden ungünstig beeinflußt und etwas schwächer.
In der zweiten Börsenstunde verstärkte sich die Nachfrage nach Chemiewerten weite.r I. G. Farben gewannen abermals 2 Prozent. Auch Elektro- werte wurden stark bevorzugt und gewannen mehrere Prozent zu den bereits höheren Anfangs
notizen. Auch Banken und Montanwerte konnten 127—30, Futtergerste 21 50—22 Mais bmtt Sack ihre leichten Kursverluste aufholen. Schiffahrts- 18.75—19, Weizenmehl, Spezial' Null 40 50—40 75 werte stiegen noch um 2 Prozent, während die Brotmehl 28.75—30.75, Roggenmehl 35 50—37 50' nss‘-----"—: tt- Kleie 11.50—12, Biertreber 16 50—17 RMk. per nahmen ihren Anfangsgewinn wieder einbüßten.! 100 Kilo waggonfrei Mannheim
Tägliches Geld 3 Prozent. i -------
Adlerwerke im weiteren Verlaufe auf Gewinnmit
Die Abendbörse verehrte im allgemeinen gut X Der deutsche Edelstahltrust gegründet. Die behauptet. Einzelne Montanwerte konnten etwas Deutsche Edelstahlwerke A.-G. ging am Dienstag änlichen wie Gelsenkirchen und Rheinitahl. Banken durch Kapitalserhöhung aus der schon im Oktober
icyaupiei. crinzeme ^tonianmcne ronmen etwas -ueur|a)e Lsoeqiagimerre Lt.-G. ging Ziehen wie Gelsenkirchen und Rheinitahl. Banken durch Kapitalserhöhung aus der sch laben dagegen etwas nach, nur Danatbank fest. 1926 gegründeten Edelstahlwerk-Stu!
gaben dagegen etwas nach, nur Danatbank
Bon Elektrowerten standen Lahineyer und Siemens u. Halske in Nachfrage, besonders Lahmeyer mit plus 6 Prozent gegen den amtlichen Mittagskurs. Adlerwerke sehr fest auf lokale Käufe. Renten still und unverändert. Kriegsanleihe 0,885, Commerz- und Privatbank 222%, Danatbank 270'/-, Deutsche 192%, Dresdener Bank 185%, Gelsenkirchen 188%—189, Rheinstahl 201, Adlerwerke 125, I. G. Farben 328, Scheideanstalt 234, Lahmeyer 163, Siemens u. Halske 207%, Hapag 177%, 162%.
Frankfurter Getreidebörse vom 18. Januar (Amtlich).
Je 100 kg tn Goldmark Weizen <Wetterau) . . . . Roggen (inländischer) . .
Lloyd
29.25-29.50 Gm
25.00-25.25 ,
Sommergerste für Brauzwecke . 25.50—27.00
Hafer (inländischer) . . . Mais (gelb)..... Weizenmehl (südd. Spezial) Roggenmehl ..... Weizmkleie...... Roggenkleie......
Tendenz: Fest.
. 20.25-20.75 .
19.00
. 40.50—41.00 .
. 86.50—87.00 .
. 12.25-1,2.50 , . 12.50-12.75 ,►
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a.2lt, 13. Jan. Der Austrieb des heu- tigen Nebenmarktes bestand aus 70 Rindern, 1143 Kälbern, 453 Schafen und 553 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb des Nebenmarktes der vergangenen Woche waren 280 Kälber und 380 Schweine mehr angetrieben, dagegen standen 15 Schafe weniger zum Verkauf. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht: Kälber b) 76—82, c) 67 bis 75, d) 60—66. Schafe a) 40—46, b) 35—39, c) 30—34. Schweine von über 3 Zentnern Lebend- gewicht 68—70, von 240 bis 300 Pfd. 68—71, von 160—200 Pfd. 68—71, von 120—160 Pfd. 66—68. Im Vergleich zu den Notierungen vom letzten Hauptmarkte waren Kälber 3 bis 4 Mark und Schweine 4 Mk. billiger, während sich Schafe behaupten konnten. Marktverkauf: Sperrmarkt. Kälber werden bei schleppendem, Schafe bei lebhaftem Handel ausverkauft. Geschäft in Schweinen langsam und Ueberstand. Die Fleischgroßhandelspreise wurden wie folgt festgesetzt: Ochsen- und Rindfleisch 1. 90—98, 2. 85—90, Bullenfleisch 85—90, Kuhfleisch 1. 60—70, 2. 50—60, 3. 40—50, Kalbfleisch 2.100—110, Hammelfleisch 70—85, Schweinefleisch 88—92. Gefrierfleisch: Rindfleisch, Vorder- viertel 52 und Hinterviertel 58.
Mannheimer Produktenbörse. (Eigener Bericht).
Mannheim. 13. Ian. Die höheren Kursmeldungen von den ausländischen Getreidebörsen wirkte auf die Stimmung des hiesigen Marktes befestigend. Die Tendenz war freundlicher. Die Umsätze hielten sich aber weiter in bescheidenen Grenzen. Man nannte gegen 12% Uhr im nichtoffiziellen Verkehr: Weizen inländ. 29.75, ausl. 30.75—32.75, Roggen inl. 25.25—25.75, ausl. 26.50—26.75, Hafer inl. 19.50—20.25, Braugerste
1926 gegründeten Edelstahlwerk-Studien-Ä.-G. hervor. Das Aktienkapital der Gesellschaft beträgt nun» mehr 30 Mill. Mk. und wurde tote folgt gezeichnet: Krefelder Stahlwerke A.-G. Krefeld 5195 000 Mk., Bergische Stahlindustrie Remscheid 6 185 000 Mk, Gußstahlwerke Felix Bischof Duisburg 1562 000 Mark, Stahlwerk Brüninghaus A.-G., Werdohl 962 000 Mk., Stahlwerke Haslach 694 000 Mk., Glockenstahlwerke A.-G. Remscheid 3 053 000 Mk., Ver. Stahlwerke A.-G., Düsseldorf 11629 000 Mk.
Berliner Dâstmarkt. (Vom 13. Jan.)
Kupfer
Januar. . Februar . März. . . April . . . Mai. . . . Juni . . . Juli . . . August . .
Tend. fe G 117.25
st B 118.25
Blei Tend. fest
Januar. .
a 55.75
B 56.25
118.-
118.25
Februar .
56—
56.25
118.50
118.50
März. . .
56.50
66.75
118.50
118.75
April . . .
56.75
66.75
118.75
119.-
Mai. .
56.75
67.-
119—
119.25
Juni . . .
56.75
57—
119.25
119 50
Juli . . .
56.75
57—
118.-
118.25
August . .
57—
67.25
September
57—
67.25
(Mk.
ür 100
kg)
Elektrolyt . . . Rohzink (Freiverk.) Ungeschm. Zink . Aluminium . . .
do. Barren
Nickel .....
Antimcn Rg. . . Silber 900 f. . .
126.50
65.-
60.—
210.—
214.—
340—
115.-
76.-
65.50
60.50
350.-
120.—
77.-
Amtliche Ginheitskurfe
Berlin - Frankfurt a. M. (Vom 13. Jan.)
New Aork . Holland . . Buenos-AireS Brüssel . . Christiani« . Kopenhagen . Stockholm . Helsingfor . Italien . . London . . Pans. . . Schweiz . , Spanien . . D.-Oesterreich Prag . . . Budapest. . Japan . . Rio oe Janeiro Bulgarien . Belgrad . . Lissabon . . , Danzig
Geld
4
168
1
58 108 112
112
10
18
20
16
81
67
59
12
73
2
0
3
7
21
81
21,2 34
73,9 57
11
29 51
59 30
43,8 73 17
52
31
47 65 05,6 49,1 04
42
54,5 49
Brief
M I ^
4
168
58
108 112
112
10
18
20
16
81
67
59
12
73
2 0
3
7
21
81
22,2 76
74,3 71
39 57
79 63
34
49 (> 77
3 i
51 83 06,0 49.3 05
44
59.5
69
UL
Sie
Elektrische
M ui «OWl
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pro Pfd. 70Pfg
bet größerem Quantum
billiger
2367b
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zu haben bei
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