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Montas de«

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1623?

Das Stetsefte«

Die nationalistische Pariser Presse versucht, en glatten Verlauf der Verhandlungen über die Restpunkte" zu sabotieren.

Reichsaußenminister Dr. Stresemann ist am samstag mit dem O-Zug 64 vom Anhalter Bahn- of mit unbekanntem Reiseziel abgefahren.

In China hat sich die Lage weiter verschärft.

Bei den gestrigen Senatsersatzwahlen in Frankreich ist Millerand durchgefallen.

In Montreal (Kanada) sind bei einem Licht- oieltheater-Brand 77 Kinder ums Leben gekommen.

Das SèZgMKs Shknamomovandttm und die kvaurSMtbe RhökuvotMS.

Von Dr. Paul Ostwald.

Es ist selbstverständlich, daß wir in Deutsch- and der chinesischen Freiheitsbewegung mit iner uneingeschränkten Sympathie gegenüber- tehen. Gibt es doch heute zwischen dem chine- ischen und dem deutschen Volke keine Gegen­ätze irgendwelcher Art. Und wissen wir doch luch, daß sowohl die Kriegserklärung Chinas 'N uns wie die spätere Vertreibung der dsut- chen Kaufleute nicht geschehen wäre, wenn Ka­nals schon das chinesische Volk Herr seiner elbst und seines Landes gewesen märe.. Zu illeberh kommt aber noch, daß heute eine ge- visse Gleichheit in der außenpolitischen Lage jmifdjen dem deutschen und dem chinesischen Boise besteht, denn beide Nationen kämpfen ja im die Freiheit und Selbständigkeit ihres Lan- 'es, beide fordern das ihnen vorenthaltene stecht der Selbstbestimmung. Von diesem Ge- ichtspunkte aus begrüßen wir es mit freudiger Genugtuung, daß es dem chinesischen Volke ge- ungen ist, selbst England, das sich bisher am chärfsten der chinesischen Freiheitsbewegung ntgegengestellt hat, zu einem, wenn auch recht päten Einlenken zu bewegen. Doch zwingt uns gerade diese veränderte Haltung der englischen Politik, die anstelle der Politik der starken Zaust eine solche der Versöhnung und des Ent- zegenkommens setzen will, auch noch zu anbe= en vielleicht zu wenig beachteten, aber doch ehr notwendigen Ueberlegungen, damit wir etwaige Verknüpfungen dieser fernöstlichen Lorgänge mit der europäischen Politik nicht ms dem Auge verlieren.

Was beabsichtigt England mit seinem be­kannten Memorandum an die Garantiemächte des Washingtoner Abkommens, mit seinem Eintreten für die Gewährung von Zusatzzöllen and anderen Zugeständnissen an die Chinesen? Ts will zweierlei erreichen: Einen Zusammen- chluß der Großmächte unter seiner Führung, um so auch weiterhin den Ton in China an­geben zu können, und eine Annäherung an das chinesische Volk, dem es sich als wohlgesinnt empfehlen möchte. Beides aber sind nur Mittel zu ein und demselben Zweck. England will die alte Vormachtstellung in China, wenn auch auf riner veränderten Grundlage behaupten, und zwqr sowohl aus politischen wie aus wirtschaft­lichen Gründen. Will es den Kampf mit seinem alten russischen Gegner erfolgreich durchführen, so darf ein selbständiges China nicht seine An­lehnung bei Rußland suchen und finden, der asiatische Festlandsblock darf nicht zur Wirk­lichkeit werden, da er, ganz abgesehen von den verhängnisvollen Folgen für die englischen Handelsbeziehungen, eine gefährliche Anzie­hungskraft auf die vorder- und hinterindische Bevölkerung ausüben müßte. Nun hat die eng­lische Politik erleben müssen, daß der ge­wünschte Wiederhall seines Aufrufes zur Bil­dung einer gemeinsamen Front derjenigen Mächte, die das Washingtoner Abkommen über die Integrität Englands im Jahre 1922 unter­zeichnet haben, vorläufig ausgeblieben ist. Un­bedingt haben sich nur Italien und Belgien dafür erklärt, während Frankreich und Japan ausgesprochene Gegner der englischen Vor­schläge sind.

Aber man müßte die Londoner Politik schlecht kennen, wenn man etwa glauben wollte, sie würde es bei dem ersten Versuche bewenden lassen. Es ist vielmehr damit zu rechnen, daß London alles aufbieten wird, um in erster Linie Frankreich mürbe zu machen. Denn hat man dessen Einwilligung erreicht, dann kann man hoffen, daß auch Japan vielleicht sich eines anderen besinnt. Hier liegt ein Gefahren­moment, das wir nicht übersehen dürfen, und das unter Umständen Rückwirkungen auf die europäische Politik herbeiführen kann. Denn man weiß natürlich in London, daß der Bibeln

Jur srabtnettsvndung.

Heute Nestuu der Sevhaud- luusen übev die sresrevunsSketse

Wie die Blätter vermuten, wird Reichspräsident v. Hindenburg heule zunächst den Führer der sozial­demokratischen Reichslagsfraklion Abg. Wüller- Franken empfangen und ihn ersuchen, Verhandlun­gen mit den Parteien, über die Bildung einer neuen Regierung zu führen. DerWontagspost" zufolge werde Hermann Wüller den Auftrag ablehnen und Hindenburg werde dann nach entsprechenden parla­mentarischen Grundsätzen den deutschnat. Partei­führer Graf Westarp mit der Regierungsbildung be­trauen. Rach Ansicht derWontagspost" werde sich Graf Westarp Bedenkzeit ausbitlen und wenigstens formelle Verhandlungen mit den Parteien auf­nehmen. Da sein Versuch unzweifelhaft mit einem Witzersolg enden werde, so werde der Reichspräsi­dent den Reichswirtschafksminisler Dr. Curtius mit der Regierungsbildung beauftragen. Scheitere auch dieser, so bleibe als einzige Lösung, daß wieder ein Reichskanzler aus den Reihen des Zentrums komme, der abermals wie Warx ein Kabinett leitet, das auf die Reutralität der Sozialdemokraten angewiesen sein dürfte.

Die GorkaldeMoSeatte zur ResSevuussbttduus.

Berlin, 9. Jan. Die Sozialdemokratie nimmt heute imVorwärts" Stellung zur Regierungs­bildung. Zunächst erklärt die Sozialdemokratie, sie hätte mit Absicht Zurückhaltung bewahrt. Sie for­muliert dann ihren grundsätzlichen Standpunkt zur Regierungsbildung, âus dem hervorgeht, daß sie mit der Großen Koalition nicht r e ch- net, sondern mit einer Regierung der M'tte Sie erklärt dann:Niemand kann es der Sozialdemo­kratischen Partei verargen, wenn sie nach den Er­fahrungen, die sie gemacht hat, von der neuen Re­gierung Garantien fordert; Garantien in der persönlichen Zusamensetzung des Kabinetts, Garan­tien durch klare für alle Beteiligten bindende Er­klärungen." Der Artikel desVorwärts" sagt dann weiter:Jede Regierung muß über kurz oder lang zum Erlaß des Arbeitszeitnotgesetzes sich bequemen. Was aber die notwendigen Reformen bei der Reichswehr betrifft, so hat die gestürzte Re­gierung in der letzten Stunde der Not über sie Ver­sprechungen abgegeben, die einigermaßen ausrei­chend wären. Man will nun den Mann sehen, der das Versprochene hält." Mit diesen Ausführungen meint die Sozialdemokratie die Rede des Reichs­kanzlers Marx in der Sitzung vom 17. Dezbr., in der er erklärte,' den Angehörigen der Reichswehr sei die Zugehörigkeit und durch scharfe Befehle das Zusammenarbeiten mit politischen Verbänden aller Richtungen, zu denen Wehrverbände in erster Linie gehören, verboten. Diese Bestimmungen wür­den strengstens durchgeführt und Zuwiderhandlun­gen sollten im Wege der bestehenden Gesetze und Bestimmungen streng geahndet werden. Diese Er­klärung hat die Zustimmung des Reichs- präsfdenten gehabt, der übrigens in der näch­sten Zeit über Zeitfreiwillige einen Erlaß heraus­bringen dürfte. J

3M GuMus M verzichten.

Berlin, 9.) Jan. DieGermania" schreibt heute, daß eine. Mittelregierung unter Führung des Volks­parteilers Curtius in keinem Fall auf die Unter­stützung der - Sozialdemokratie rechnen könnte und deshalb auf Gedeih und Verderb den Deutschnatio­nalen ausgeliefert wäre. Eine Regierung aber, die völlig von den Deutschnationalen abhänge, müsse das Zentrum ebenso entschieden ablehnen, wie die Volkspartei das Kabinett der kleinen Rechten ab­gelehnt habe. Es habe jetzt keinen Zwecks eine Einig­keit vorzutäuschen, die nicht vorhanden sei. Die Deutschnationalen hätten sich gerade in diesen Tagen in der Auseinandersetzung mit Herrn v. Loebell er­neut als Gegner der bisherigen auswärtigen Poli- tik bekannt und innerpolitische Ziele aufgestellt, die sich von denen der andern bürgerlichen Parteien wesentlich unterschieden. Man könne nicht einsehen, wie unter diesen Umständen eine Zusammenarbeit mit ihnen möglich sein solle. Deshalb bekämpfe das Zentrum alle Versuche, die die Regierung von den Deutschnationalen abhängig machen wollten. Das

und die viel jitierte französischeSicherheit" der Pariser Politik näher liegen als China. Man hat allen Grund anzunehmen, daß die schweigende. Duldung der englischen Verstär­kungsarbeiten im Kriegshafen Singapore dutch Frankreich und das englische Einverständnis mit der verspäteten Räumuftg der Kölner Zone nicht ganz ohne inneren Zusammenhang sind. Es besteht die Möglichkeit, daß auch jetzt ver­sucht wird, ähnliche Verbindungsfäden zu spin­nen und daß die französischen Gegner einer vorzeitigen Rheinlandräumung daraus Vorteil zu ziehen versuchen. Es wird sich an der grund­sätzlichen Haltung der englischen Politik in Eu­ropa sicher nichts ändern. Das hindert aber nicht, daß gewisse Schattierungen möglich sind und daß in diesem Sinne die Doraänae in

wäre aber das Schicksal des Kabinetts Curtius, weil es nur mit deutschnationaler Hilfe regieren konnte. Zum Schluß spricht dieGermania" die Erwartung aus, daß bei der Aussichtslosigkeit aller dieser Experimente Dr. Curtius darauf verzichten werde, die Mission zur Neubildung der Regierung zu über­nehmen, wenn der Ruf an ihn erginge.

Nte Demokvsten Hessen-Kaffaus fite die Große äatttion.

Frankfurt a. M., 9. Jan. In einer Sitzung des Wahlkreisvorstandes der Demokratischen Partei für Hessen-Nassau wurde einstimmig eine Entschließung gefaßt, in der der Parteivorstand in Berlin ersucht wird, im Zusammenwirken mit der Reichstags- fraktion alles aufzubieten, um eine offene oder ver- chleierte Rechtsregierung im Reiche zu verhindern. Die Parteileitung wird aufgefordert, unter Ableh­nung aller Bürgerblocktendenzen durch Verhandlun­gen mit den Nachbarparteien auf die Große Koali­tion hinzuarbeiten. In dem vom Abgeordneten Koch- Weser im Dezember 1926 aufgestellten politischen Arbeitsprogramm wird auch heute noch eine ge­eignete Plattform in dieser Hinsicht erblickt.

One «ebe des Aba. Sv. v. Dvsa«de«.

Wiesbaden, 8. Jan. In einer deutschnationalen Versammlung, an der auch Mitglieder der englischen Besatzung teilnahmen, gab Reichstagsabgeordneter Dr. D. Dryander dem Zorn Ausdruck, den das ganze deutsche Volk über die in dem Urteil von Landau enthaltene Verletzung des Rechts empfindet. Auch die ^;. .^nationale Volkspartei vertrete den Ge­danken der Verständigung. Die Welt selbst müsse aber wissen, daß, solange unser Rechts­anspruch auf Räumung nicht erfüllt sei, von einer Befriedung Europas nicht die Rede sein könne. Bei der Kritik an dem Reichsaußenminister dürfe ein Deutschnationaler nie vergessen, daß der Minister gerade jetzt eine gewaltige Verantwortung für Deutschland trage und daß er zugleich an der Spitze einer Nachbarpartei stehe, mit der die Deutschnatio­nalen unbedingt zusammengehen müßten.

Der heutige Staat ist, so erklärte Dryander, unser Staat, auch wenn die Verfassung von Weimar verbesserungsbedürftig ist. Im besetzten Gebiet gelte es, die seelische und politische Wider­standskraft gegenüber Belastungsproben zu stählen, die die Zukunft vielleicht noch einmal bringen werden.

^Wahlvetvrm tut twH*

Das Dortmunder ZentrumsblattT r e m o n i a" erneuert feine schon früher eindringlich erhobene Forderung nach einer Reform des Reichs- wahlrechtes, damit der Reichstag von dem System der im Wahlkampf berufsständischer Inter­essengruppen aufgestellten langen Listen" abrücke und wieder eine engere Verbindung zwischen Volk und Parlament schaffe. An diese Forderung knüpft dieTremonia" die Frage, was eigentlich der in Kassel gewählte Wahlrechtsreform-Ausschuß der Zentrumspartei zur Lösung der ihm zugewiesenen Aufgabe beizutragen gedenke, und fährt fort:

In Erfurt erfuhr man lediglich, daß es not­wendig sei, ihn durch einige weitere Mitglieder zu verstärken. Und die vorgeschlagenen Herren wurden dann aud) gewählt. Seitdem sind aber bereits wie­der ein paar Monate verstrichen. Hat der Ausschuß inzwischen getagt? Oder wann gedenkt er seine Be­ratungen zu beginnen? Wenn feine Wahl einen Sinn gehabt haben soll, dann wäre es allmählich an der Zeit, daß er das beweise. Tempo, Tempo, meine Herren! .Wahlreform tut not, wenn nicht dem Volk das Wählen noch mehr verekelt und seine Kritik an unserem Parlamentarismus und feinen Trägern, den Abgeordneten, noch schärfere, die politischen Parteien treffende Formen annehmen soll!" .

Abreise sm Givesemanns.

Berlin, 8. Jan. Reichsaußenminister Dr. Strese­mann ist heute 1.33 mit dem 2-Zuge D 64 vom Anhalter Bahnhof mit unbekanntem Reiseziel, abge­fahren. - '

China ihre Schatten vielleicht auf die europä­ische Politik werfen.'

Zur Zeit handelt ës sich hier noch um offene Fragen, auf ;bie sich eine Antwort nach einer bestimmten Richtung noch nicht geben läßt. Die Dinge sind dazu noch zu sehr in der Ent­wicklung begriffen.. Es wird viel davon ab= hängen, wie sich die Lage in China gestaltet, ob sie für England kritisch wird oder ob sich aus dem Vorgehen der Kanton-Regierung nicht doch mit der Zeit eine gewisse Solidarität der Konzessiönsmächte ergibt, die über die zunächst entstandenen Meinungsverschiedenheiten hin­wegleitet. Aber die Kunst der Politik besteht darin, alle Möglichkeiten ins Auge zu fassen. Deshalb werden wir nicht übersehen, dürfen, daß sich ernste Meinungsdifferenzen zwischen

den Mächten in China unter Umständen in der europäischen Politik auswirken können. Nur, wer mögliche Gefahren rechtzeitig erkennt, wirk sie wirksam bekämpfen können.

SevschSefuns sev Lage in «Mna.

Paris, 9. Jan. wie dieChicago Tribune" aus Schanghai meldet, sind fünf amerikanische Zer­störer in hankau angekommen. Außerdem wird dem Blatt aus Schanghai berichtet, daß der erste Trans­port Flüchtlinge aus hankau und den anderen am Jangtse liegenden Häfen gestern nachmittag wohl­behalten in Schanghai eingetroffen ist. Es handel! sich um etwa 50 amerikanische und 350 englische Frauen und Kinder, hauptsächlich die Familien von dort ansässigen Geschäfsleuten und Wissionaren. An­gesichts der Unmöglichkeit, die 40 000 Personen um- fassende ausländische Kolonie von Schanghai abzu- iransportieren, sollen die ausländischen Konsulate vorgestern bei ihren Regierungen dringend um mi litärischen Schutz nachgesucht haben.

Auch die Japaner räumen die Stadt.

London, 9. Jan. Wie aus hankau gemeldet wird, sollen auch die Japaner mit der Räumung ihrer Konzessionen begonnen haben. In Kiukiang ist die britische Konzession überrannt und ausgeplün- dert worden. Der DampferKukno" ist mit ameri­kanischen Staatsangehörigen an Bord von Hankau nach Schanghai unterwegs.

Paris, 9. Jan. Wie havas aus Schanghai be­richtet, verlautet aus japanischer Quelle aus Peking, daß die Pekinger Regierung unter der Befürchtung, daß die nationalistischen sremdenfeindlichen Kund­gebungen anhlelten, beschlossen habe, die aus­ländischen Konzessionen in Tientsin aufzuheben, jedoch bis zu einem gewissen Punkte freundschaftliche Beziehungen mit den Wächten zu unterhalten. Weiler wird aus Schang­hai berichtet, daß dort eingetroffene Beamte der englischen Polizei von hantau auf der schwar­zen Liste derjenigen stehen, die bei erster Ge­legenheit getötet werden sollen. Rach Aus­sagen aus privater Quelle habe die gesamte aus­ländische Bevölkerung Kiukiang geräumt.

Die bevorstehenden Serhand- önnsen über die Zrestsnnkte.

Paris, 10. Jan. General Pawels ist zur Fort­führung der Verhandlungen in Paris eingetroffen. Die Verhandlungen werden schwierig sein, aber man hofft, daß sie zum gewünschten Termin zur Erledigung gelangen werden.

Paris, 9. Jan. DerMatin", dasEcho de Pa­ris", dasJounal" und in verringertem Umfang auch dasPetit Journal" veröffentlichten heute vor­mittag angesichts der in den nächsten Tagen be­ginnenden Verhandlungen des Generals v. Pa­wels mit den militärischen Sachverständigen der Botschafterkonferenz über die Frage der östlichen deutschen Festungen und der Begriffsbestimmungen für Kriegsmaterial Artikel, die ohne Zweifel von militärischer Seite inspiriert wurden. DerMatin" will sogar die Akten der Botschafterkon­ferenz durchgesehen haben, was einiger­maßen Erstaunen erregen muß, da die Verhandlun­gen zwischen dem deutschen Delegierten und den Vertretern der Botschafterkonferenz bis jetzt streng geheim gehalten wurden.

Die Tendenz sämtlicher Artikel, die heute, vor­mittag erschienen sind, geht darauf hinaus, die Ver­handlungen zu erschweren oder sicherlich nicht sie zu erleichtern. Es ist deshalb erforderlich, diese Sa­botage aufzudecken, da man aus ihr schließen darf, daß gewisse französische Kreise, die sich in den letz­ten Tagen so auffällig bemühen, die Frage der Rheinlandbesetzung wieder zu einem Gegenstand der allgemeinen Erörterung zu machen, jetzt den Augen­blick für gekommen halten, um entgegen der- Ten­denz des Völkerbundsrats, der die Beendigung der interalliierten Militärkontrolle für den 31. Januar beschlossen hat, in irgendeiner Form etwas zu retten", was Deutschland , unmöglich annehmen kann, nachdem es gleichberechtigtes Mitglied des Völkerbundes geworden ist, -und machdem ihm die Vollversammlung in Genf bereits im Monat Sep­tember feierlich bescheinigt hat, daß es entwaffnet ist. Die heute vormittag erschienen Artikel richten sich übrigens auch gegen die Entspannungspolitik des französischen Ministers des Aeußern und er­scheinen seltsamerweise in Blättern, die vor einigen Tagen Briand das Wort gegeben haben, um für diese Politik mit Wärme und Entschiedenheit einzu­treten. DieEre Nouvelle" erkennt offenbar die Schwierigkeiten, die man von gewisser Seite zu be­reiten sucht. Sie fordert in eindring­licher Weise auf, man möge sie be­seitigen, damit eine für die Friedenspolitik günstige Entscheidung getroffen werden könne, die im übrigen den Gefühlen der Mehrheit des französi­schen Volkes entspreche.

Die -vanzdMchen Aviedens- untevhSndSevübevdreNefevungs veviode.

Paris, 9. Jan. DasEcho de Paris" ver­öffentlicht aus einer Erklärung, die die französischen Friedensunlerhändler am 16. Juni 1919 Lloyd George und Wilson gegenüber abgegeben haben, folgende Stelle:, ,

Die alliierten und associerten Regierungen hät­ten nicht daraus bestanden, die Besetzung bis zur völligen Erfüllung der Reparationsklauseln zu ver. längern, weil sie die Annahme zugelasseu hätten»